{"id":16740,"date":"2010-12-20T00:01:17","date_gmt":"2010-12-19T23:01:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16740"},"modified":"2021-12-26T15:14:46","modified_gmt":"2021-12-26T14:14:46","slug":"ich-bin-1-bettlerin-des-wortes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/12\/20\/ich-bin-1-bettlerin-des-wortes\/","title":{"rendered":"Notizen zu Friederike Mayr\u00f6ckers Werk nach 2000"},"content":{"rendered":"<div align=\"justify\">\n<div>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">ihre dichtung hat eine meinen hals ausrenkende h\u00f6he erreicht, die so sehr weiter zu steigern ihre absicht ist, da\u00df sie das alter von 150 zu erreichen proklamiert hat.<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Ernst Jandl<\/span><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>1<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-16743\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover7-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover7-188x300.jpg 188w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover7.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>Zur\u00fcck vom rundweg \u203ahimmlischen\u2039 Gang durch wei\u00dfen, schweigenden Wald mit \u203aunheimlich\u2039 wirkenden Fern\u00adblicken, bei dem uns das allu\u00adsion\u00e4re \u00b7 bild\u00adstarke \u00b7 cha\u00adris\u00admati\u00adsche \u00b7 katachre\u00adtische \u00b7 liebe\u00adtempe\u00adrament\u00adwunder\u00adwort\u00adklang\u00advolle \u00b7 sinn\u00adliche \u00b7 syn\u00ad\u00e4sthe\u00adtische \u00b7 strah\u00adlende \u00b7 tr\u00e4nen\u00adecho\u00adreiche \u00b7 wilde \u00b7 zarte \u00b7 tag\u00adt\u00e4glich fort\u00adge\u00adschrieb\u00adne Lyrik\u00adprosa\u00adlebens\u00adwerk von Friederike Mayr\u00f6cker begleitet, in dem ich, zu\u00adhause mich f\u00fchlend wie Family Vogel in dem Nest, das sie seit Jahren im Kie\u00adfer\u00adhaus\u00adbaum bewohnt, unent\u00adwegt am liebs\u00adten lesen wollte, greif ich erneut nach dem Buch, zu dem ich mich, vom ersten Moment an, so heftig hinge\u00adzo\u00adgen f\u00fchle. Friederike Mayr\u00f6ckers <em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em> \u00fcberragt alle von mir gelesenen Lyrik\u00adtitel des guten Jahrgangs 2009 derma\u00dfen, da\u00df der Peter-Huchel-Preis fast schon wieder zu klein ist f\u00fcr dieses gro\u00dfe, lebendige Buch. Ich gehe in diesem Augenblick des Schreibens noch einen Schritt weiter und benenne <em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em> als <em>das<\/em> mich am meisten begeisternde unter den von mir zur Kenntnis genommenen Gedicht\u00adb\u00fcchern im deutschen Sprach\u00adraum nach 2000. Bei jeder Gelegenheit wiederhole ich gern: Friederike Mayr\u00f6cker (<em>Man m\u00fcszte wenigs\u00adtens zweihundert Jahre alt werden<\/em>): sp\u00e4testens seit 1999 ein lyrischer Lieb\u00adling \u00b7\u00b7\u00b7 [Die in diesen Essay mon\u00adtierten FM-Zitate <em>exzerpiere<\/em> ich, mit gro\u00dfer Lust, aus einem Interview sowie Lyrik- und Prosa\u00adb\u00fcchern Friederike Mayr\u00f6ckers der Jahre 2000 bis 2010.]<\/p>\n<div><em>f\u00fcr CF am fr\u00fchen Morgen<\/em>ist das 1 Gedicht, sagt CF, ja<br \/>\ndas ist 1 Gedicht : indem ich sage das ist<br \/>\n1 Gedicht ist es 1 Gedicht. Meine<br \/>\n\u00c4rztin sagt, essen Sie 1 Gedicht, ich<br \/>\nweisz nicht wie man es kocht, sage ich. Wenn Antoni<br \/>\nT\u00e4pies sagt, diese weisze Form ist 1 Sessel, erkenne<br \/>\nIch in dieser weiszen Form einen Sessel, ins<br \/>\nZentrum ger\u00fcckt . Indem ich von einem Urinoir sage, das<br \/>\nist 1 Kunstwerk, sagt Marcel Duchamps, ist<br \/>\nes 1 Kunstwerk. Indem ich sage, die<br \/>\nweiszen Sch\u00e4fchen am Himmel, sind es die<br \/>\nweiszen Sch\u00e4fchen am Himmel15.1.05<\/div>\n<p><strong>2<\/strong><\/p>\n<p>Nach einigen Hochsommerwochen fast absoluter [gr\u00e4\u00dflicher] Unf\u00e4higkeit zu lesen (in solchen Zeiten bin ich froh, am Abend \u2013 vielleicht \u2013 eine oder zwei Seiten aufzunehmen, nachdem ich den ganzen Tag lang um die B\u00fccher herumschleiche, versuche, mich ihnen zu n\u00e4hern, es kaum einmal schaffe, eins in die Hand zu nehmen und zu \u00f6ffnen, bin gleichsam Trakls <em>Wanderer im schwarzen Wind<\/em>), die mich in den letzten Jahren immer wieder einmal \u00fcberf\u00e4llt [vom Schreiben ganz zu schweigen], lese ich seit ein paar Wochen wieder einigerma\u00dfen in der Art, wie ich immer gelesen habe (und wie ich lesen will, nein, mu\u00df), seit ich lesen kann, ein Buch zieht das andere unmittel\u00adbar nach sich, kaum ist das eine ins Regal gestellt, greife ich nach dem n\u00e4chsten, und so lese ich vor wenigen Tagen mit gro\u00dfer Anteilnahme Ernst Wiecherts vorz\u00fcglichen Roman <em>Das einfache Leben<\/em> \u2013 \u2013 \u2013, nun lese ich, w\u00e4hrend es drau\u00dfen wunder\u00advoll regnet (die wenigstens Menschen, die ich kenne, wissen den Regen zu sch\u00e4tzen, ich liebe ihn, f\u00fchle mich ihm nah, geh oft in ihn hinein, auch mitten in der Nacht, selbst wenn ich schon im Bett liege, Anfang Juli blicke ich am sp\u00e4ten Nach\u00admittag w\u00e4hrend des Gewit\u00adters hinauf in den dunkel\u00adgrauen Himmel, als dort ein Feuerball erscheint, ein Blitz direkt \u00fcber mir, wie ich ihn noch nie gesehn, der unmittelbare Donner rei\u00dft mir beinahe die F\u00fc\u00dfe unterm K\u00f6rper weg, und ich fl\u00fcchte um die Hausecke, luge einige Sekunden sp\u00e4ter gen Himmel, um zu sehen, ob die Luft rein ist), Friederike Mayr\u00f6ckers lyrische Prosa <em>ich bin in der Anstalt<\/em> und bin gl\u00fccklich, voll\u00adkommen nackt in diesem W\u00f6rter\u00admeer, in dem ich <em>dann und wann<\/em> Swantje Lichten\u00adstein begegne, zu schwimmen, in die W\u00f6rter hinein\u00adzu\u00adtauchen, mal mit weit ge\u00ad\u00f6ff\u00adneten Augen, mal mit geschlos\u00adsenen, mal blinzelnd, mal fixierend, und die Wort\u00adkaskaden prickeln wie irre auf der Haut. <em>Wenn ich nicht verbrenne beim Schreiben eines Gedichtes, ist es kein gutes Gedicht und wird den Leser kalt lassen<\/em>. (Hier ist die Autorin, wie so oft, wie so gern, ganz nah bei Augustinus: <em>In dir mu\u00df brennen, was du in anderen entz\u00fcnden willst<\/em>.) Ich lasse mich hierhin und dorthin treiben, von Wellen wegtragen, die wasser\u00adklaren W\u00f6rter str\u00f6men \u00fcber mich hinweg und wirbeln hei\u00df durch mich hindurch, <em>und es tobte in mir aber ich konnte es nicht unterdr\u00fccken und mein Herz wallte und mein Blutdruck war in die H\u00f6he geschnellt und meine Hand zitterte dasz ich meine Notizen nicht mehr ent\u00adziffern konnte, und die Finger\u00adspitzen in der Butter\u00addose und der Suppen\u00adl\u00f6ffel im Honigglas, und die Walze des Kopierapparates griff nicht mehr nach dem eingelegten Papier und die letzten Mai Tage waren kalt und es war 1 kalte Sonne und 1 w\u00fctender Wind und 1 \u00dcbelkeit hatte mich befallen.<\/em> Heute ist der 30. August 2010, 8\u00b0, es regnet und st\u00fcrmt, ich h\u00f6re Schuberts 8. Sinfonie \u2013 <em>usw.<\/em><\/p>\n<div>[&#8230;] und dann baden wir im BALATON und ich merke dasz ich nicht mehr schwimmen kann, also bin ich unsicher im Schwimmen wie ich unsicher im Gehen bin, und eines bedingt das andere, und das Wort Balaton habe ich nur eingesetzt weil es 1 blauer Halbedelstein ist und das in seinem Blau so heftig spiegelte dasz es meinen Augen wehtat, Balaton, sagt er, ich war nie dort aber er leuchtet in meiner Vorstellung wie 1 \u00c4stchen in 1 Fr\u00fchlingsgeb\u00fcsch und dann klirrt es mir in den Augen weil das Oberlichtfenster unter dem ich stand zerbrach und ich war erschrocken denn das Rieseln des Glases war in den Augen, <em>dann war ich wie 1 Rebhuhn und muszte Ecke stehen<\/em><\/div>\n<p><strong>3<\/strong><\/p>\n<p>Friederike Mayr\u00f6cker (<em>W\u00f6rter wie rasende Stern\u00adschnuppen nieder\u00adprasselnd<\/em>) denkt vermutlich eher selten daran, auf ein Gedicht zu verzichten (wie ich es immer wieder tue \/ 2010 habe ich bislang \u2013 heute ist der 31. August \u2013 zwei Gedichte geschrieben) \u2013 wie auch, arbeitet sie doch Tag f\u00fcr Tag gleichsam immer blo\u00df an dem einen Gedicht (<em>habe jetzt einen flow von Gedichten<\/em>), das sie fr\u00fch erfunden und lebensl\u00e4nglich veredelt hat. Ruhig l\u00e4chelnd und hochkonzentriert sehe ich sie in diesem Augenblick konsequent und l\u00e4ssig ihr oft mit Komma abge\u00adtrenntes, unverwechselbares <em>usw<\/em>. auf das in die Schreib\u00admaschine eingespannte Blatt tippen: <em>Ich kann alles durch meine Augen in mich aufnehmen und aus mir heraus\u00adschreiben.<\/em> Seit 1939 \u2013 seit mehr als siebzig Jahren also, schreibt die unerm\u00fcd\u00adlich das Leben besin\u00adgende Rhapsodin (die wahrhaft j\u00fcngste \u2013 <em>ich f\u00fchle mich nicht alt und manchmal geht es sogar so weit, dasz ich wieder blo\u00dff\u00fc\u00dfig in Deinzendorf herumlaufe als Kind. Und das ist nicht die \u00fcbliche Erinnerung der Erinnerung des alten Menschen, sondern die Kindheit. Es ist das Gef\u00fchl, ich fange erst an. Manchmal denke ich, mein Leben beginnt \u00fcberhaupt erst<\/em> \u2013 unter den zahl\u00adreichen jungen Dichte\u00adrinnen deutscher Sprache \u2013 und zwar eine von Weltformat: Auch als ich die 99 Briefe in <em>Paloma<\/em> lese, werde ich wie immer schon eingefangen von federleichten, luftigen, musikalischen und doch so reso\u00adnanten Wort\u00admontagen) an diesem hoch\u00admusika\u00adlischen, in noch immer h\u00f6here H\u00f6hen sich schwin\u00adgenden WORK IN PROGRESS, diesen frei\u00admetrischen, langzeiligen, zwischen Syn\u00e4sthe\u00adsie und Katach\u00adrese schwin\u00adgenden Gedicht\u00admontagen. 2009 erweitert sie mit <em>Scardanelli<\/em> und <em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em> ihr in jeder Beziehung gro\u00dfes Werk um zwei weitere B\u00fccher, deren virtuose Verwand\u00adlung der mit jedem Tag als immer zersplitterter erlebten Welt in Mayr\u00f6ckers Sprache mich wie jedes Mal bezaubern.<\/p>\n<div>lieber Freund,die weiszen Lilien die du mir zur T\u00fcr gelegt hast, sind eine grosze Lust mein Schreibzimmer voll Glanz und Duft : das wird mich anfeuern zu schreiben \u2013 sonst geht es mir gut, ich schreibe fast nur noch Gedichte. Bei mir um die Ecke ist gerade der Flieder <em>aufgebrochen<\/em>. Die Vielfalt im Fenster vis-\u00e0-vis h\u00e4lt mich in Atem (Arzt und Alzheimer) : da wechseln die Gegenst\u00e4nde wie B\u00fchnen Kulissen, <em>corso<\/em>, es ist sehr erbaulich : heute gelbe Gieszkanne neben Azaleenbusch und gelber Fleck einer auftauchenden Person, ein d\u00e4mmriges Interieur, Umarmung3-5-06<\/div>\n<p><strong>4<\/strong><\/p>\n<p><em>Gestern fielen die ersten Kastanien dieses Herbstes \/ vor meine F\u00fc\u00dfe, es waren elf, elf Wochen auch bis \/ November, die Nebel w\u00e4ren willkommene G\u00e4ste \/ zu meinem Geburtstag<\/em>, lese ich bei Francisca Ricinski, und ich frage mich just in jenem Augenblick: Ist Dichtung eine Form der Ber\u00fchrung von m\u00f6glichen und wirklichen Welten? \u00c4hnlich \u00e4u\u00dfert sich Friederike Mayr\u00f6cker (<em>die Titel locken aber die ungeheuren B\u00fccher ungelesen, auf dem Fu\u00dfboden neben dem Bett<\/em>), die in ihren neuen Gedichten frischer und luftiger und befrei\u00adender wirkt denn je (am 20. Dezember 2014 wird sie das 90. Lebensjahr vollenden, wor\u00fcber sie in <em>ich bin in der Anstalt<\/em> schreibend sinniert). Was aber sind m\u00f6gliche Welten, was wirkliche Welten? Sie wird es nicht wissen, ich wei\u00df es nicht. Es ist auch nicht weiter wesent\u00adlich. Es gibt, gl\u00fccklicherweise, diese dritte Welt, in der sich die beiden Welten be\u00adr\u00fchren, zu einer neuen ver\u00adschmelzen. Und was f\u00fcr einer.<\/p>\n<div>MANCHMAL BEI IRGENDWELCHEN ZUF\u00c4LLIGEN BEWEGUNGEN<br \/>\nstreift meine Hand deine Hand deinen Handr\u00fccken<br \/>\noder mein K\u00f6rper der in Kleidern steckt lehnt fast ohne es zu wissen<br \/>\neinen Augenblick gegen deinen K\u00f6rper in Kleidern<br \/>\ndiese kleinsten beinahe pflanzlichen Bewegungen<br \/>\ndein abgewinkelter Blick und dein Auge absichtlich ins Leere wandernd<br \/>\ndeine im Ansatz noch unterbrochene Frage wohin f\u00e4hrst du im Sommer<br \/>\nwas liest du gerade<br \/>\ngehen mir mitten durchs Herz<br \/>\nund durch die Kehle hindurch wie ein s\u00fcszes Messer<br \/>\nund ich trockne aus wie ein Brunnen in einem heiszen Sommer<\/div>\n<p><strong>5<\/strong><\/p>\n<p>Was Friederike Mayr\u00f6cker mir an lyrischen Ber\u00fchrungen und poetischen Ver\u00adschmelzungen schenkt, kann ich mit W\u00f6rtern schwer blo\u00df beschreiben. Bei Richard Dove, dem englischen Dichter deutscher Sprache und \u00dcber\u00adsetzer Friederike Mayr\u00f6ckers, lese ich auf Seite 170 des gro\u00dfARTigen Gedicht\u00adbuchs <em>Syrische Skyline<\/em>: <em>FM c&#8217;est moi<\/em>. Total und urspr\u00fcng\u00adlich wirken die von der Mayr\u00f6cker in schwung\u00advoller Sprache und kapri\u00adzi\u00f6ser Form entworfenen, stets unver\u00admittelt ein\u00adsetz|endenden Gedichte, deren Sound sich entfal\u00adtet aus durch Allite\u00adration, Anapher, Antithese, Asso\u00adnanz, gelegent\u00adlich aufblit\u00adzendem Bin\u00adnen\u00adreim, Parono\u00admasie, Varia\u00adtion, Wort\u00adh\u00e4ufung, (verfremdetes, <em>\u00fcbermaltes<\/em>) Zitat <em>usw.<\/em> verkn\u00fcpften Asso\u00adziationen, in denen buchst\u00e4blich ALLES zwischen Himmel und Erde \u2013 Alltag, Begegnung, Ekstase (T. S. Eliots grimmigem Gedicht\u00adauftakt <em>April is the cruellest month<\/em> begegnet sie trunken frohlockend: <em>mich bet\u00e4ubt dieser April dieser s\u00fcsze Monat so gr\u00fcn und zart<\/em>), Emotion, Erin\u00adnerung, Farbe, Freundschaft, Liebe, Literatur, Korres\u00adpondenz, Kunst, Melan\u00adcholie (<em>ich weine viel<\/em>), Musik, Natur (Baum, Vogel, Pflanze), Reise, Sehn\u00adsucht (<em>ich m\u00f6chte leben Hand in Hand mit Scardanelli<\/em>), Sprache, Traum, Umwelt, Wind und Wolken, Zufall, \u00bbusw.\u00ab \u2013 zu einem gro\u00dfen syn\u00c4STHETI\u00adKatachre\u00adsischen Ganzen zusammen\u00adflie\u00dft und die mich auf diese kunst\u00adlust\u00advolle Art und Weise teilhaben lassen an der Erschaffung des Friederike-<wbr><\/wbr>Mayr\u00f6cker-<wbr><\/wbr>Kosmos: <em>Ich lasse mich von meiner Sprache tragen, als sei ich ausge\u00adstattet mit Fittichen und es tr\u00fcge mich in die L\u00fcfte, aber ich sehe es nicht und es musz von alleine kommen ..<\/em><\/p>\n<div><em>Im Gedenken an Oskar Pastior<br \/>\n<\/em><br \/>\nSchw\u00e4rme von schwarzen V\u00f6geln des Sommers<br \/>\nHonig Atem vor\u00fcber der rote Hibiscus im gr\u00fcnen<br \/>\nGeb\u00fcsch diese Gef\u00fchle vogelfrei : klug\u00e4ugig n\u00e4mlich<br \/>\ndein hohes Herz ein Blatt von einem Pflaumenbaum aus<br \/>\ngr\u00fcnbemalter Quelle Quitte ein Glyzinien Flor und<br \/>\nWiegendruck Oktober ach die Votivgaben des Sommers die<br \/>\ndichtenden V\u00f6gel deine pulsierenden Verse eine<br \/>\nViole am Himmel<\/div>\n<p><strong>6<\/strong><\/p>\n<p>[&#8230;] <em>ach diese Belesenheit, Unbelesenheit, weil kein Buch zu Ende gelesen, w\u00e4hrend man 1 Dutzend B\u00fccher am Bettrand stapelt, eins nach dem anderen auf\u00adgeschlagen, darin gelesen, wieder zuge\u00adschlagen, das Lese\u00adzeichen da\u00adzwischen gelegt, Kaulquappe, Ringlein und Brosche, ach diese Anf\u00e4lle von Lese\u00adfieber dieses Erl\u00f6schen von Lese\u00adfieber, Zwirnfaden, zwitter\u00adfarbener Stift, diese mehrfachen Lese\u00adzeichen im n\u00e4m\u00adlichen Buch, um Stellen, die einem besonders den Atem rauben, zu markieren, wie eingelegte Melodien, Maria Callas Arie zwischen die Seiten gelegt, da\u00df es hervor\u00adsingt, sobald man das Buch \u00f6ffnet, da\u00df es gleich HERMES heraus\u00adwirbelt oder Wolken Teppich den Wolken Teppich eingelegt wie er brandneu.<\/em> Unmittelbar kommt mir, naturgem\u00e4\u00df, Ernst Jandl in den Sinn: <em>Ich meine, Lyrik, oder jede Art von Literatur, auch Prosa, oder was immer, kann nur entstehen gegen den Hintergrund oder auf der Basis von aller bisherigen Literatur oder Lyrik. Da ein Weniges ein wenig anders gemacht zu haben, als es schon war, ist ziemlich alles, was man erreichen kann. Ein Weniges ein wenig anders machen. Ganz kleine Verschiebungen. Sich vorzustellen, man k\u00f6nnte nun alles ganz anders machen, das w\u00fcrde etwas ergeben, was nicht mehr als Gedicht oder nicht mehr als Prosa erkenn-bar sein kann. Wie ja auch eine Plastik immer noch eine Plastik bleibt, auch wenn sie ganz anders gemacht wurde als je eine zuvor. Und die K\u00fcnstler, sie finden sich alle in den gleichen Musentempeln ein \u2013 ob das Beuys ist, R\u00fchm, Schwitters, Artmann oder Webern. Alle in den gleichen Musentempeln, wo die Jahrhunderte und die Jahrtausende schon gespeichert sind.<\/em><\/p>\n<p>Friederike Mayr\u00f6cker, die sich zu ihr Werk beeinflussenden Menschen wie H. C. Artmann, Roland Barthes, Georges Bataille, Samuel Beckett, H\u00e9l\u00e8ne Cixous, Jean Cocteau, Jacques Derrida, Gerhard R\u00fchm, Friedrich H\u00f6lderlin, Ernst Jandl, Marguerite Duras, Jean Paul Sartre, Arno Schmidt, Claude Simon und Gertrude Stein bekennt, geh\u00f6rt zu den von mir ganz besonders bevorzugten Lieblingen unter den Lyrik schrei\u00adbenden Menschen. So lautet heute mein radikal sub\u00adjektives Verdikt natur\u00adgem\u00e4\u00df: Von der Mayr\u00f6cker mu\u00df ich unbedingt jedes neue Buch lesen. In <em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em> treffe ich auf das Gedicht<\/p>\n<div><em>\u00bbich bin in Trauer tiefer als du denkst\u00ab (Dusan Kovacivics)<\/em>flackernder Sch\u00e4del, meiner. Ein schr\u00e4ger Schein der Morgen-<br \/>\nsonne im Fenster Viereck graues Gew\u00f6lk . . die zarte<br \/>\nFigur des Freundes der Freundin, <em>danke mein<br \/>\nKind<\/em> : die Stimme am Telefon, der alten Putzfrau der ich versprach<br \/>\n1 wenig Geld, danke mein Kind \u2013 es erinnerte mich an<br \/>\nT.S.Eliots WASTE LAND (danke mein Kind) oh ich sitze im kl.Garten<br \/>\nAm Mittelmeer, heute noch auf dem Wege zu dir aber<br \/>\nNach Ischl. Die Meridian Rede des Paul Celan, hingeworfene<br \/>\nV\u00f6gel. Trage die alten Kittelchen : seien w\u00e4rmer als frisches<br \/>\nGewand usw., (be)schreibe die Wirklichkeitsform, sah aus dem blutenden<br \/>\nFenster <em>mit entz\u00fcndetem Vergn\u00fcgen<\/em> und es heult der Wind (&#8222;will<br \/>\nImmer studieren&#8220;) zieh mich rasch an \/ religi\u00f6ses Wolkenmeer, denke<br \/>\nso viel an dich m\u00f6chte dich wiedersehen, so verzaubert die<br \/>\nSchreibkammer dasz ich weinen musz . . dies getippteste<br \/>\nBegr\u00e4bnis : eine Art Waldes Maschine, wie die Wolken rasen<br \/>\n\u00fcber den Himmel, als ich im kalten Zimmer (in N\u00e4ssj\u00f6)<br \/>\nunter die Decke (raubte) VERLESEN w\u00e4hrend<br \/>\ndie Schwalben funkelten und ich im Kalender schaute der wievielte<br \/>\nAugust, Klaus Sch\u00f6ning sagte in unserem Alter ist alles symbolisch6.08.05<\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>7<\/strong><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin wieder einmal in besonderem Ma\u00dfe beseelt von der Lekt\u00fcre der extrem verdich\u00adteten, permanent pulsie\u00adren\u00adden \u2013 affinen \u2013 Lyrik Friederike Mayr\u00f6ckers (<em>dieses licht\u00adblaue Paradies im offenen Fenster<\/em>) und Gerard Manley Hopkins&#8216; (<em>Sweet fire the sire of muse<\/em>), deren Gedicht\u00adb\u00fccher mich in diesen herbstlich anmutenden Sp\u00e4t\u00adsommer\u00adtagen 2010 zum wieder\u00adholten Male auf eine der\u00adma\u00dfen unerh\u00f6rte Art und Weise begl\u00fccken, berauschen, da\u00df ich phasen\u00adweise wie von Sinnen bin und die Gedichte ununterbrochen so lange lese, bis die W\u00f6rter wie die sattgr\u00fcnen Bl\u00e4tter vom nun schon tagelang anhal\u00adtenden Sturm verwirbelt werden. (FM: <em>die gelenkige Sprache das Englische<\/em>)<\/p>\n<div>Ich habe mich nie vor der Welt geekelt. Das Drauszen habe ich immer in meine Gedichte aufge\u00adnommen, besonders in den letzten Jahren sind meine Gedichte sehr welthaltig. Ich gehe auch viel raus. Ich habe das Gef\u00fchl, ich atme die ganze Welt ein. Und sie ist dann in mir drin. Mir ist sehr wichtig, mit gro\u00dfen Augen zu schauen, was die Welt mir bringt. Ansonsten bin ich furchtbar scheu und habe die Kommuni\u00adkation mit den Menschen schon fast verloren. Ich f\u00fcrchte mich, wenn ich mich nach au\u00dfen st\u00fclpen musz, ja es ist wirklich ein Nach-au\u00dfen-St\u00fclpen.<\/div>\n<p><strong>8<\/strong><\/p>\n<p>Ein paar von Friederike Mayr\u00f6ckers Marken\u00adzeichen: Leerstelle vor dem Doppelpunkt, <em>sz<\/em>, <em>usw.<\/em>, Halbklammer <em>(als ich die Besprechung meines j\u00fcngsten Buches in 1 Tageszeitung gelesen hatte (\u00bbwo ist die 2.\u00a0Klammer geblieben?\u00ab) nahm ich mir vor, mich dem Kritiker zu erkl\u00e4ren \u00bbes ist als w\u00fcrden Sie die T\u00fcr halboffen lassen wenn Sie von 1 Zimmer ins andere gehen\u00ab und ich hatte den (zarten) Wunsch den Schreiber <span style=\"text-decoration: underline;\">sogleich kennen\u00adzulernen<\/span> \u2013 es war 1 au\u00dfer\u00adgew\u00f6hn\u00adlicher Wunsch da ich mich ganz zur\u00fcck\u00adgezogen hatte mir vorgenommen hatte niemanden zu treffen keine neuen Kontakte zu kn\u00fcpfen<\/em>), <em>Kursiv<\/em>setzung \u2013 usw.: <em>Das Kursiv\u00adgedruckte simu\u00adliere ich auf meiner Schreib\u00admaschine, indem ich die Worte unter\u00adstreiche. Das hei\u00dft dann, dass es ganz wichtig ist und anders aus\u00adgespro\u00adchen werden muss. Wenn ich Gro\u00df\u00adbuch\u00adstaben ver\u00adwende, dann mu\u00df es laut gesagt, ja fast geschrieen werden.<\/em> Ich freue mich jedes Mal aufs neue, dem <em>usw.<\/em> zu begegnen, es l\u00e4\u00dft mich (wie bei der am Ende weg\u00adgelas\u00adsenen Klammer <em>unterwegs ins Offene sein<\/em>, m\u00e4andern, mich winden, mich schl\u00e4ngeln, mich im Zickzack verlaufen, mich kringeln, mich kr\u00fcmmen, mich ringeln, <em>usw.<\/em><\/p>\n<div>In den fr\u00fchen sechziger Jahren hatte ich das Gef\u00fchl, ich kann so nicht mehr weiterschreiben wie in den F\u00fcnfzigern. Ich habe der Alltagssprache zun\u00e4chst vertraut und mich ganz auf das Emotionale verlassen. Aber das war mir pl\u00f6tzlich zuwider. Ich hatte das Gef\u00fchl, ich will zu viel, und das geht alles nicht in die alten Muster hinein. Es war ein Protest in mir, ein Protest gegen meine eigene Sprache. Ich habe dann zum ersten Mal die Montagetechniken versucht, und das hat mir einen ungeheuren Sprung nach vorne erm\u00f6glicht. Im R\u00fcckblick muss ich sagen, das waren krude Montagen, ich habe buchst\u00e4blich alles montiert. Stra\u00dfenaufschriften, Gespr\u00e4che, Briefe, B\u00fccher. Das war der Anfang der experimentellen Literatur. Mir konnte nichts experimentell genug sein. Ernst Jandl hat zur selben Zeit mit den Lautgedichten begonnen.<\/div>\n<p><strong>9<\/strong><\/p>\n<p>Friederike Mayr\u00f6cker ist <em>naturgem\u00e4\u00df<\/em> die Erfinderin des urspr\u00fcng\u00adlichen \u00b7 augen\u00adschein\u00adlichen \u00b7 unbe\u00adsch\u00f6nigten \u00b7 synchronen <em>lyrischen Ichs<\/em>: Dieses FM-<wbr><\/wbr>ICH ist allezeit lyrisch durchtr\u00e4nkt, ALLgegenw\u00e4rtig, egal, wo dieses Ich sich gerade aufh\u00e4lt, egal, ob dieses lyrische Ich (<em>Das Ich der Mittelpunkt der Welt<\/em>, Annette von Droste-H\u00fclshoff) spricht, denkt, schreibt (exzerpiert, mon\u00adtiert, notiert), flaniert, schl\u00e4ft, i\u00dft und trinkt, liebt, kor\u00adrespon\u00addiert, telefoniert oder Blumen gie\u00dft \u2013 <em>wie zart ich gewesen war, obwohl<\/em>. Total aufs Ganze gehend sind diese be\u00adherzten, eigenWILLigen, hals\u00adbrecherischen, toll\u00adk\u00fchnen, unmittel\u00adbar dem nat\u00fcr\u00adlichen Atmen, Denken und Sprechen an\u00adver\u00adwandelte Gedichte, die mich teil\u00adhaben lassen an der Erschaf\u00adfung einer dritten Welt namens Freiheit.<\/p>\n<div><em>einige Verse fehlen<\/em>wir lehnen am Fenster drauszen<br \/>\nder Regen, dieses ja und doch nicht, diese<br \/>\nGegenst\u00e4nde und doch Phantome, habe mir Beckmann<br \/>\ngeliehen 3 B\u00e4nde Beckmann, Steine aus Korsika, Kreta,<br \/>\nStein gebunden an Herz Herz schwer wie Stein, m\u00f6chte<br \/>\nh\u00f6ren deine Stimme am Telefon weisz aber nicht was<br \/>\nich sagen soll, Falte im Trinkglas, so 1 Tag<br \/>\nin der Tiefe, Pergola mit Klematis und Waldrebe,<br \/>\nGinster. Ameisen in der K\u00fcche und \u00fcber dem nackten<br \/>\nFu\u00df, Ameisen von der Wiese wo der brausende<br \/>\nFalter, so rauscht die Bl\u00fcte (Thomas Kling) \u2013 steck<br \/>\nMeine nasse W\u00e4sche in deine Tasche, sagt er, die<br \/>\n\u00c4rztin beklopft seine feuchte Brust, durch<br \/>\ndas Geh\u00f6lz schaukelt h\u00e5rlock, wenn man (<em>ewig<\/em>)<br \/>\nallein ist. also das Sausen, Lispeln der Baumsch\u00f6pfe, jemand<br \/>\nam Nebentisch murmelt : ich schreibe und speise. Du<br \/>\nwirst mich umh\u00fcllen, aber er sagt : ich<br \/>\nm\u00f6chte ins Krankenhaus, da gibt es<br \/>\nregelm\u00e4szig zu essen, und <em>Wangenfleisch<\/em>.<br \/>\nDer Regen trippelt<br \/>\ngegen die Scheiben, es rieseln die Turnschuhe<br \/>\nim Nachbarfenster, dies Element<br \/>\nvon Marienzeug, <em>so kann ich h\u00fcgeln und . .<\/em><\/div>\n<p><strong>10<\/strong><\/p>\n<p>Sie wissen es ja l\u00e4ngst, und doch mu\u00df ich es wieder und wieder nieder\u00adschreiben: Friederike Mayr\u00f6cker geh\u00f6rt zu den von mir ganz besonders bevor\u00adzugten Lieb\u00adlingen unter den Lyrik bzw. lyrische Prosa schrei\u00adbenden Menschen. Jede An\u00adk\u00fcn\u00addigung eines neuen Buches l\u00f6st einen Endor\u00adphin\u00adschub aus. In den immer schneller werdenden Jahren 2000 bis 2010 ist rund ein Dutzend neuer Titel erschienen. (Was f\u00fcr ein Schreib\u00adpensum \u2013 unfa\u00dfbar. Das ist chronisches, einge\u00adwurzel\u00adtes, immer\u00adw\u00e4hrendes Non-stop-Schreiben, Tag und Nacht und offen\u00adbar dar\u00fcber hinaus.) Neun davon habe ich bislang mit gr\u00f6\u00dftem Gewinn gelesen: <em>Magische Bl\u00e4tter I \u2013 V<\/em>, <em>Mein Arbeits\u00adtirol<\/em> (das u.a. eine ganze Reihe von Ernst Jandl gewidmeten Gedichten enth\u00e4lt), der von Marcel Beyer edierte, rund tausend Gedichte auftafelnde Band <em>Gesammelte Gedichte<\/em> (der zusammen mit der Neuausgabe von Rolf Dieter Brinkmanns <em>Westw\u00e4rts 1 &amp; 2<\/em>, Paulus B\u00f6hmers <em>Kaddish<\/em> sowie Felix Philipp Ingolds <em>Wortnahme<\/em> mein vierbl\u00e4ttriges Klee\u00adblatt der herausragenden Gedicht\u00adb\u00fccher nach 2000 bildet), <em>Und ich sch\u00fcttelte einen Liebling<\/em>, <em>Magische Bl\u00e4tter VI, Paloma, Scardanelli<\/em>, <em>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif<\/em> sowie <em>ich bin in der Anstalt<\/em>. <em>Fusznoten zu einem nicht\u00adgeschriebenen Werk<\/em>, das Buch, das mich veran\u00adlasst, diese Jubelarie zu singen.<\/p>\n<div>[&#8230;] ehe wir weggehen, frage ich sie, <em>welche Kleidungsst\u00fccke<\/em>, ob ich den schwarzen Schal ob ich die Pullman\u00adkappe den warmen Mantel oder lieber den Umhang das Paletot die Leder\u00adjacke ob ich die Schnee\u00adschuhe die Fl\u00fcgel\u00adsandalen die Schn\u00fcrstiefel oder lieber die Pulsw\u00e4rmer das T-shirt den Cardigan EIN REINES HERZ dann ist wieder das Notieren (\u00bbdas Kritzeln\u00ab) das Wich\u00adtigste auf der Welt = nach 2-t\u00e4giger Schreib\u00adabstinenz, ich meine es gibt gar nichts anderes und ich befinde mich wieder im Mittelpunkt meines Wesens<\/div>\n<p><strong>11<\/strong><\/p>\n<p>Geh\u00f6rt Friederike Mayr\u00f6cker zu den ausdruck\u00adst\u00e4rksten, lebendigsten, see\u00adlen\u00advollsten Dichte\u00adrin\u00adnen und Dichtern, ihre lyrik\u00adspr\u00fc\u00adhenden B\u00fccher nach 2000 zu den eindring\u00adlichsten, inten\u00adsivsten, nach\u00adhaltigsten, die diese Welt zu bieten hat? Ich mutma\u00dfe: ja. Immer bringen ihre wuseligen W\u00f6rter es fertig, mich gl\u00fccklich (ohne unbedingt weniger melancholisch zu sein, die melancho\u00adlische Grundierung ist meine lebens\u00adl\u00e4ngliche Grun\u00addierung, also immerzu da, vorzeitige Ent\u00adlassung wegen guter F\u00fchrung scheint es in dieser Welt nicht zu geben) zu stimmen, meine Gedankenwelt klar, offen, weit zu gestalten. <em><span style=\"text-decoration: underline;\">Visagen des Waldbodens<\/span>, Veilchent\u00fcr am Saume des Gartens, wir gingen durch 1 waldige Gasse, ich krieche ins Ambulanz\u00adh\u00e4uschen, ich hatte dann die W\u00e4sche vergessen in der Waschmaschine ich hatte dann das Geschirr ver\u00adgessen in der Sp\u00fcl\u00admaschine aber der rechte Handballen klebte von Honig w\u00e4hrend ich 1 Zusammenbruch : 1 Zornes\u00adausbruch hatte, auch wegen des kalten Wetters (31.5.09) w\u00fcnschte mir warme milchige tage an welchen die haare sanft wehen, und der VOGELKLANG<\/em>. Ich sehe Friederike Mayr\u00f6cker in ihrer von Zetteln und B\u00fcchern \u00fcbers\u00e4ten Wohnung \u2013 \u00fcber Papier\u00adberge steigend, Bl\u00e4tter beiseite schiebend, Versand\u00adtaschen aufeinander stapelnd. Ihre in zahllosen B\u00fcchern auf\u00adnotierten W\u00f6rter zeigen sie so durch und durch als Mensch, da\u00df ich vermute, da\u00df sie sich zwar \u00fcber Preis und Lobpreis freut, keineswegs jedoch in den Himmel gehoben werden will. Obwohl \u2013 was w\u00e4re dagegen einzu\u00adwenden? Ich hebe sie in den Himmel: eine Wienerin im Himmel. Halleluja.<\/p>\n<div>UNTER B\u00c4UMEN TR\u00c4NENMORGENunter B\u00e4umen saszen wir und Waldes Brausen unter<br \/>\nB\u00e4umen sprachen zu einander schwiegen blickten<br \/>\nin den Wald der schon die Bl\u00e4tter warf und fegte<br \/>\nLindenbl\u00fctenbl\u00e4tter auf den Wegen unter B\u00e4umen saszen<br \/>\nwir und schwiegen unter B\u00e4umen ich allein und<br \/>\nschweigend ohne dich unter B\u00e4umen du allein und<br \/>\nschweigend ohne michf\u00fcr Ernst Jandl<\/div>\n<p><strong>12<\/strong><\/p>\n<p><em>ich bin 1 Bettlerin des Wortes<\/em>, <em>sage ich zu Ely<\/em>, <em>ich sitze im Arbeits\u00adwinkel, die QUELLCHEN sind : Jacques Derrida, Jean Genet, Roland Barthes, Giogio Agamben, Milorad Pavic \u2013 vielleicht mit dem Foto 1 kl.Quelle im Hintergrund (19.11.09)<\/em> Thomas Kling unterstreicht: <em>Die Mayr\u00f6cker geh\u00f6rt zu den Unikat\u00adk\u00fcnstlern, und nicht zuletzt dieses Verdienst des unerm\u00fcd\u00adlichen Fort\u00adsetzens von Versuchs\u00adanordnungen ist es, das ihr seit langem den Respekt von Autoren sichert, die gerade halb so alt sind wie sie oder noch j\u00fcnger. Sie hat viele beeinflu\u00dft, das stellt sich immer deut\u00adlicher heraus.<\/em> Zu diesen z\u00e4hlen u.a. Marcel Beyer, Richard Dove, Ulrike Draesner, Michael Donhauser, Thomas Kling, Michael Lentz (<em>Die deutsch\u00adsprachige Poesie ist derzeit die international bedeutsamste. Allein schon Friederike Mayr\u00f6cker zu nennen gen\u00fcgt<\/em>) und Peter Waterhouse. Am 3. November 2009 entsteht die erste Fassung dieses Gedichts, das ich am 10. Juni 2010 zuletzt bearbeitet habe:<\/p>\n<div><em>abendf\u00fchlend<\/em>wenn ich <em>hier<\/em> \u00bb<span style=\"text-decoration: underline;\">funk<\/span>n<strong>schlag<\/strong>nd\u00ab noTIER:<br \/>\nspr\u00fcht denn ein <em>funk<\/em>eksta<em>tisch<\/em>m\u00fcrrisch sch<strong>witz<\/strong> ich [<span style=\"text-decoration: underline;\">in<\/span> fiesem <span style=\"text-decoration: underline;\">spel<\/span>unkeneck] und trink<br \/>\nnur bier (kann auch sein: wein) sch<em>reib<\/em> (<span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>f<\/strong>or<strong>m<\/strong><\/span>idabel)~ <strong>schling<\/strong>ernd z<span style=\"text-decoration: underline;\">wisch<\/span>en syn\u00e4sthesie und katchrese ~<br \/>\n<em>ich m\u00f6chte leben hand in hand mit <span style=\"text-decoration: underline;\">scar<\/span>danelli<br \/>\n<\/em><br \/>\ndie zeigefingerbeere t<em>aste<\/em>t an der <span style=\"text-decoration: underline;\">mau<\/span>s \u2013 \u2013 \u2013<br \/>\ndas l<strong>ich<\/strong>t <span style=\"text-decoration: underline;\">geht<\/span> <span style=\"text-decoration: underline;\">aus<\/span> \u25cf \u00bb<em>usw.<\/em>\u00ab<\/div>\n<p>Ich sehe also Friederike Mayr\u00f6cker (<em>ein endloser Augenblick : das ist die Beschreibung meines Lebens, ein endloser Augenblick<\/em>) weiter in ihrer von B\u00fcchern, Briefen, Heften, Zetteln \u00fcbers\u00e4ten <em>vertrauten<\/em> Wiener Wohnung, nun vor der Schreibmaschine sitzend und schreibend \u00b7 schweigend \u00b7 schreibend: jedes Gedicht ein Gesicht voll Anmut und Liebe und Wehmut und Z\u00e4rtlichkeit, auf dem Bett liegend, schlafend (<em>ich tr\u00e4ume in der Nacht immer in S\u00e4tzen und in W\u00f6rtern, ich wache dann mitten in der Nacht auf und mache Notizen, weil ich mich am Morgen an nichts mehr erinnern kann<\/em>), im Schreibzimmer erklingt Musik, beispielsweise Johann Sebastian Bach (<em>habe Bach aufgelegt<\/em>), und ihre <em>Seele spannte \/ weit ihre Fl\u00fcgel aus, \/ flog durch die stillen Lande, \/ als fl\u00f6ge sie nach Haus, usw.<\/em> \u2013<\/p>\n<div>W\u00dcRDE ALLES TUN WENN<br \/>\n<em>du nur lebtest!<br \/>\n<\/em>Als erstes w\u00fcrden wir zur Albertina,<br \/>\nins Museumscaf\u00e9 dann zum Feldhasen, 1 Blick<br \/>\nin dein Auge w\u00fcrde mir sagen ob du m\u00fcde<br \/>\nbist oder ob es noch weitergeht. Weinen<br \/>\nw\u00fcrden wir trotzdem oft, weil<br \/>\nder Abschied noch vor uns l\u00e4ge \u2013<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Friederike Mayr\u00f6cker \u00b7 Ausgew\u00e4hlte B\u00fccher 2000 \u2013 2010<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Magische Bl\u00e4tter I \u2013 V<\/strong> \u00b7 2001<\/li>\n<li><strong>Mein Arbeitstirol \u00b7 Gedichte 1996 \u2013 2001<\/strong> \u00b7 2003<\/li>\n<li><strong>Gesammelte Gedichte \u00b7 1939 \u2013 2003<\/strong> \u00b7 2004<\/li>\n<li><strong>Und ich sch\u00fcttelte einen Liebling<\/strong> \u00b7 2005<\/li>\n<li><strong>Magische Bl\u00e4tter VI<\/strong> \u00b7 2007<\/li>\n<li><strong>Paloma<\/strong> \u00b7 2008<\/li>\n<li><strong>Scardanelli<\/strong> \u00b7 2009<\/li>\n<li><strong>dieses J\u00e4ckchen (n\u00e4mlich) des Vogel Greif \u00b7 Gedichte 2004 \u2013 2009<\/strong> \u00b7 2009<\/li>\n<li><strong>ich bin in der Anstalt \u00b7 Fusznoten zu einem ungeschriebenen Werk<\/strong> \u00b7 2010<\/li>\n<\/ul>\n<div style=\"text-align: right;\" align=\"justify\">\n<p><span style=\"color: #888888;\"><em>Wenn ich ein, zwei Tage nicht schreiben kann, bin ich verzweifelt und f\u00fcrchte, es ist aus. Dann, durch irgendetwas, einen Brief, h\u00e4ufig durch Lekt\u00fcre, komme ich wieder hinein. Jacques Derrida hat mich sehr angeregt mit seinen literarischen Texten. Beckett hat mich sehr gepr\u00e4gt. Roland Barthes hat es mir angetan. Claude Simon, Marguerite Duras und Georges Bataille, besonders sein Roman Das Blau des Himmels.Das schreibe ich mir alles heraus. Wo ich nichts exzerpieren kann, lese ich auch nichts. Wie eine Lumpensammlerin notiere ich S\u00e4tze und W\u00f6rter, die ich oft auch v\u00f6llig \u00fcberarbeite.<\/em><\/span><\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Friederike Mayr\u00f6cker<\/em><\/span><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Ein Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer.<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>&#8220; <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ihre dichtung hat eine meinen hals ausrenkende h\u00f6he erreicht, die so sehr weiter zu steigern ihre absicht ist, da\u00df sie das alter von 150 zu erreichen proklamiert hat. Ernst Jandl 1 Zur\u00fcck vom rundweg \u203ahimmlischen\u2039 Gang durch wei\u00dfen, schweigenden Wald&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/12\/20\/ich-bin-1-bettlerin-des-wortes\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":85882,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[143,84],"class_list":["post-16740","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-friederike-mayrocker","tag-theo-breuer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16740","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16740"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16740\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16740"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16740"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16740"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}