{"id":16527,"date":"2023-07-05T00:01:00","date_gmt":"2023-07-04T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16527"},"modified":"2023-06-22T12:12:06","modified_gmt":"2023-06-22T10:12:06","slug":"zeitzeichen-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/07\/05\/zeitzeichen-2\/","title":{"rendered":"Zeitzeichen aus der Tiefe des Raums"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Es war an der Zeit, Langner gegen etwas Geniales einzutauschen \u2013 gegen einen Trainer, der die volle Entfaltung der hoffnungsvollen Ans\u00e4tze bewirken k\u00f6nnte.<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Helmut Grashoff<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_16528\" style=\"width: 189px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Hennes_Weisweiler-Privatarchiv-Heini-Seith.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-16528\" class=\"size-full wp-image-16528\" title=\"Hennes_Weisweiler, Privatarchiv Heini Seith\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Hennes_Weisweiler-Privatarchiv-Heini-Seith.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"250\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-16528\" class=\"wp-caption-text\">Hennes Weisweiler, Privatarchiv Heini Seith<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Fritz Langner seinen Wechsel nach Gelsenkirchen bekannt gegeben hatte, war die wahre Borussia auf Trainersuche. Der VfL entschied sich f\u00fcr Hennes Weisweiler, der im April 1964 einen Vertrag am B\u00f6kelberg unterschrieb. Es war ein Arbeitspapier, das die gro\u00dfe Zukunft Borussia besiegeln sollte. Langer hatte mit dem Umbau begonnen, viele junge Spieler in das Team eingebaut. Doch hemmten seine milit\u00e4rischen Methoden den Spielbetrieb \u2013 Weisweilers rheinische Natur war genau das, was die <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Rc47OY0CQeQ\">Elf vom Niederrhein<\/a> brauchte, um sich zu entfalten. Ein gro\u00dfer Fu\u00dfball-Fachmann, ein Mann mit Visionen, der Arbeit einforderte, zugleich aber ein v\u00e4terlicher Freund war \u2013 Weisweiler wurde zum Vater der Fohlen.<\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Fu\u00dfball muss Spa\u00df machen, ein 5:4 ist besser als ein 1:0<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weisweiler f\u00fchrte die Mannschaft 1965 in die Bundesliga. Durch seine Arbeit mit der Mannschaft von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Borussia_M%C3%B6nchengladbach\">Borussia M\u00f6nchengladbach<\/a>, die er mit einem offensiven Spielsystem bei konsequentem Einbau junger Spieler innerhalb weniger Jahre vom Regionalligisten zu einem europ\u00e4ischen Spitzenteam formte, galt Weisweiler in den 1970er Jahren als einer der besten Vereinstrainer weltweit. Jahr f\u00fcr Jahr steigerte sich das Team unter seiner Regie, wurde dreimal Deutscher Meister, gewann den <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=j4rwhq2ipHQ\">DFB-Pokal<\/a>, schlug Inter Mailand mit sage und schreibe <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Nu7fFB1XDqk\">7:1<\/a> &#8211; und zum Abschluss 1975 mit dem UEFA-Pokal auch den ersten internationalen Titel. Weisweiler verordnete den Borussen ein Offensivspiel, das weit \u00fcber die Landesgrenzen hinaus f\u00fcr Furore sorgte. Noch heute schw\u00e4rmen die Fu\u00dfballkenner vom Spiel der Borussen in den fr\u00fchen 1970er Jahren.<\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Es standen sich mit Gladbach und Bayern die beiden Optionen gegen\u00fcber, die in den Jahren nach 1968, als wirklich Bewegung in die bundesdeutschen Strukturen kam, um die Vorherrschaft rangen: Radikalit\u00e4t oder N\u00fcchternheit, Reform oder Pragmatismus, Utopie oder Funktionaliti\u00e4t. [\u2026] Die beiden Gladbacher Meisterschaften 1970 und 1971 sind H\u00f6hepunkte fu\u00dfballerischer Avantgarde.\u201c<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Helmut B\u00f6ttiger<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/120px-Borussia_Moenchengladbach_Logo.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-16530\" title=\"120px-Borussia_Moenchengladbach_Logo.svg\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/120px-Borussia_Moenchengladbach_Logo.svg_.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"195\" \/><\/a>Weisweiler machte aus der Elf vom Niederrhein eine Torfabrik. Unter ihm wurde Borussia 1970 erstmals Meister, 1971 und 1975 wiederholte sich dieser Erfolg. Erst war es die verst\u00e4rkte Defensive, dann der Torhunger, dann der Konterstil, der Borussia zum Champion machte.\u00a0 Er wusste, seine Mannschaft zu wandeln, den M\u00f6glichkeiten anzupassen und immer wieder neu zu erfinden. Als er 1975, auf dem H\u00f6hepunkt seines Schaffens \u2013 dem grandiosen 5:1-Sieg im <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=QTntE_pNyTk\">UEFA-Pokal-Final-R\u00fcckspiel<\/a> in Enschede \u2013 seinen Abschied nach Barca verk\u00fcndete, sagte der Trainer: \u201eIch verliere eine Mannschaft, an der ich h\u00e4nge und die ich geformt habe.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 5. Juli 1983 starb die Trainerlegende. Sein Name ist f\u00fcr immer mit <em>der<\/em> Borussia verbunden. Ihm zu Ehren hei\u00dft die Stra\u00dfe, die zum BORUSSIA-PARK f\u00fchrt, Hennes-Weisweiler-Allee.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5 style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-102912 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Netzer_Hoerbuch.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"196\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Netzer_Hoerbuch.jpg 220w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/04\/Netzer_Hoerbuch-160x143.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch zum Thema \u201eFuppes\u201c A.J. Weigonis Beitrag aus der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25671\">Mein Klassiker<\/a>.<\/p>\n<p class=\"dm-paragraph\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Nachtrag<\/span>: G\u00fcnter Netzer \u00fcber ein Treffen mit Hennes-Weisweiler und Berti Vogts nach der Zeit mit der B&#8217;russia: \u201eDer hat uns in der D\u00fcsseldorfer Altstadt tats\u00e4chlich, als wir mit ihm einen trinken gingen, das Du angeboten. Doch das haben wir nie geschafft, ihn zu duzen. Wir beide nicht. Der Respekt war viel zu gro\u00df vor diesem Mann, die Anerkennung, was er f\u00fcr uns getan hat.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war an der Zeit, Langner gegen etwas Geniales einzutauschen \u2013 gegen einen Trainer, der die volle Entfaltung der hoffnungsvollen Ans\u00e4tze bewirken k\u00f6nnte. 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