{"id":16426,"date":"2011-07-28T00:01:00","date_gmt":"2011-07-27T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16426"},"modified":"2021-10-20T11:29:16","modified_gmt":"2021-10-20T09:29:16","slug":"lesart-von-gedichten-paradoxe-bespiegelungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/07\/28\/lesart-von-gedichten-paradoxe-bespiegelungen\/","title":{"rendered":"Lesart von Gedichten, paradoxe Bespiegelungen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Lesart von Gedichten, paradoxe Bespiegelungen<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #888888;\">\u201eDie Frage sollte nicht sein, ob es m\u00f6glich ist,<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #888888;\">von der Poesie zu leben. Die Frage sollte sein,<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #888888;\">ob es m\u00f6glich ist, ohne Poesie zu leben.<\/span><\/em><br \/>\n<span style=\"color: #888888;\">Jan Wagner<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geziemte es sich nicht f\u00fcr jeden Schriftsteller auch Gedichte zu schreiben, um sich in der Kunst von Verdichtung und lyrischer Hellh\u00f6rigkeit einzu\u00fcben? Der Gedichtband Immernie. Gedichte vom Moos der Neunzigerh\u00f6hlen (Suhrkamp; 2000) des Lyrikers und mittlerweile auch zweifachen Romanvaters Robert Schindel (Geb\u00fcrtig 1995, Der Kalte 2013), ist historisch gesehen sein 5. Gedichtband nach Ohneland (1986), Geier sind p\u00fcnktliche Tiere (1987), Im Herzen die Kr\u00e4tze (1988), und Ein Feuerchen im Hintennach (1992).\u00a0 Der schmale Band Immernie mit klangvollen Wortpr\u00e4gungen und etlichen Belehnungen aus dem Wiener Dialekt, \u00fcberbr\u00fcckt ohne M\u00fche die Zeit die sich der Autor mit seiner Ver\u00f6ffentlichung gelassen hat. Wie klingt die lyrische Stimme nach dem l\u00e4ngeren Schreiben in Prosa, dem ersten Roman des Autors, war die Frage die sich etliche Literaturkritiker stellten. Rau soll sie geblieben sein, rau aber seelenvoll und wie immer wortsch\u00f6pferisch und sprachreflexiv. Robert Schindel wurde f\u00fcr sein lyrisches Werk bereits 1992 mit dem Erich Fried Preis und 2000 mit dem Eduard M\u00f6rike Preis ausgezeichnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/ImmernieFoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-16462\" title=\"ImmernieFoto\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/ImmernieFoto-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/ImmernieFoto-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/ImmernieFoto-682x1024.jpg 682w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/ImmernieFoto.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a>Der Gedichtband Immernie liegt &#8211; bereits sehr abgegriffen \u2013 auf dem \u201eGeviert\u201c der anderen B\u00e4nde, und \u00fcber seinen lyrischen Nachfolgern wie etwa Nerv\u00f6s der Meridian (2003), Fremd bei mir selbst (2004), Zwischen dir und mir w\u00e4chst tief das Paradies. Liebesgedichte (2004,) Wundwurzel (2005), sowie Mein mausklickendes Saeculum (2008) im Lyrikteil meiner Bibliothek, wahlverwandtschaftlich nahe bei Heinrich Heine, Berthold Brecht und Paul Celan, so wie sie Pate standen f\u00fcr den Lyriker Robert Schindel, der dennoch einen eigenen Stil, einen pers\u00f6nlichen freien Ton gefunden hat. Besonders in Immernie, in dem die j\u00fcdischen Themen nur subkutan vorhanden sind wie es Daniela Strigl (2009) formuliert und in dem das Prinzip des Nicht-Aufhebens \u201eder widerspr\u00fcchlichen Verfasstheiten von Welt und Gem\u00fct\u201c (Christiane Zintzen, 2000) f\u00fcr Bruchstellen und Aufmerksamkeiten sorgt wie es nicht nur in der Lyrik sondern im Lebensalltag von Bedeutung ist, in dem also von inneren und \u00e4u\u00dferen Widerspr\u00fcchen, von tagesgeschichtlichen Ereignissen die Rede ist, wie in keinem der Gedichtb\u00e4nde davor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Immernie stehen einander die Themenpaare Liebe und Sehnsucht sowie Tod und Verg\u00e4nglichkeit gegen\u00fcber, toben sich warmherzig, humorvoll und BILDeigenreich um die grunds\u00e4tzliche Vorherrschaft &#8211; oftmals wortw\u00f6rtlich &#8211; aus. Die \u00fcberschw\u00e4nglich sinnliche Lust am Leben ist es jedoch, die sich nicht ins Randst\u00e4ndige verdr\u00e4ngen l\u00e4sst, die als das Unsichtbare, jedoch nicht Unaussprechbare, durch den Gedichtband zieht. Gehen wir auf Kundschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon der Titel setzt sich aus den Gegens\u00e4tzen von stets Vorhandenem (immer) und g\u00e4nzlich Fehlendem (nie) zusammen, die die Absolutheit von Zust\u00e4nden zu vermitteln suchen. Es sind die Paradew\u00f6rter von sogenannten Jammerern, die klagen wie: immer geht es mir schlecht, nie krieg ich was ab, immer die anderen, nie ich u.s.f. was solche zur Stabilisierung der Einrichtung ihrer Opferrolle ben\u00f6tigen, doch im Gedichtband selbst nirgends direkt anzutreffen sind. Das Moos ist ein Belag auf Steinen oder recht trockenem Waldboden, eine vegetative, lebensf\u00e4hige Schicht die allerdings nicht tief wurzelt wie anderes Pflanzliches. Dem Nachteil \u2013 so es einer ist &#8211; des geringen Untergrundhaltes, stehen die vorteilhaften Optionen vom Verm\u00f6gen relativ viel Feuchtigkeit zu speichern und mit recht geringen Mengen von N\u00e4hrstoffen auszukommen gegen\u00fcber. Die Neunzigerh\u00f6hlen\u00a0 sind vorstellbare\u00a0 bergende Orte in Gestein oder Bergland f\u00fcr die Ursprungsbewohner, hier f\u00fcr das\u00a0 lyrische Ich in den 90iger-Jahren, das \u00e4hnlich wie im Band 4 viel unterwegs ist mit seinem reisenden Autor. Sind doch die Lieder, Elegien, Sonette, Balladen und Scherzi am Ufer des Tiber, in Berlin, Z\u00fcrich, Wien, Slowenien und in \u201eDepressenburg\u201c entstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der zweiteilige, aus 6 W\u00f6rtern bestehende Titel enth\u00e4lt bereits zwei Wortsch\u00f6pfungen und gibt Hinweise auf die stilistische Art ( experimentell und existentiell) der Versesammlung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Inhalt des Bandes ist,\u00a0 in sechs Kapitel geordnet, die Kapitel\u00fcberschriften erg\u00e4ben zusammengelegt bereits wieder ein eigenes Gedicht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Ebenen geht er<br \/>\nAbgelegen d\u00e4mmert es zu Tag<br \/>\nNun allerdings fielen W\u00f6rter<br \/>\nIch selbst dem Anderw\u00e4rts verhaftet<br \/>\nBlo\u00df weil das Unausgesprochene<br \/>\nIn diesem Geviert Gefreie Geschlucke<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wagt man den seltenen Versuch, der Gliederung des Buches als Ganzes, sozusagen als R\u00fcckgrat des Bandes in Gedichtform, entlang zu gleiten, und erst danach sich die einzelnen Wirbelknochen (Gedichte) der Wirbels\u00e4ule (Kapitel\u00fcberschriften)\u00a0 vorzunehmen, vermag sich ein gewisser Erkenntnisruck wie bei der Sitzung eines Chiropraktikers\u00a0 einzustellen. Um die\u00a0 Unbeweglichkeit der Selbstversuche, Gedichte dieses Genres zu verstehen, die Verschiebungen und bewusst eingebauten Ver-St\u00f6rungen linguistischer Art zu erfassen, erfordert es so manchen Kunstgriffes. Wenn Robert Schindel seine Gedankeng\u00e4nge lyrisch abdr\u00e4ngt &#8211; gleichsam Wirbel aus der Normallage bringt, und wenn wir Leser und Leserinnen dabei quasi aufkommende Taubheit versp\u00fcren, bedarf es einer R\u00fcckplatzierung, einer richtigen Positionierung mit Verwendung der Dorn- und Querforts\u00e4tze als Hebel, wie es der Begr\u00fcnder der Chiropraktik Daniel David Palmer (1845 \u2013 1913) versuchte, um das Geh\u00f6r eines Mannes wieder zum Funktionieren zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Immernie\u00a0 geht also einer, der dem Anderw\u00e4rts verhaftet sich schildert, \u00fcber Ebenen die abgelegen sind und es \u201ed\u00e4mmert zu Tag\u201c, also ist es in der Fr\u00fch und es fielen Worte: das Wer, Wo und Was des Inhaltes scheint klar. Doch dann das Zur\u00fccknehmen mit einem \u201eBlo\u00df weil\u201c und ein zun\u00e4chst unverst\u00e4ndliches Gestammel von \u201ein diesem Geviert Gefreie Geschlucke\u201c. Eine Alliteration! vermag der Literaturfreund zu erkennen Ja, und? Man ist hier versucht die dazugeh\u00f6renden Gedichte, die der Autor unter die Kapitel\u00fcberschriften setzte, aufzuschlagen. Doch hie\u00dfe das den klassischen Weg der Analyse zu begehen, den zweiten vor den ersten Schritt zu setzen bei einer ganzheitlich angesetzten Betrachtung des komplexen Angebotes eines Dichters. Machen wir uns stattdessen ein Bild von der Fragstellung\u00a0 nach dem Bruch der auftaucht, der f\u00fcr Ersch\u00fctterung in uns Lesern und Leserinnen sorgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die offensichtlichen Geheimnisse in diesen Zeilen drehen sich um das Verhaftetsein dem \u201eAnderw\u00e4rts\u201c, um das \u201eGeviert\u201c, in dem \u201eGefreie\u201c und \u201eGeschlucke\u201c vor sich geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bildlich leicht zu l\u00f6sen scheint das Geviert, als eine abgeschlossene, begrenzt definierte Fl\u00e4che in dem also das \u201eGefreie\u201c und \u201eGeschlucke\u201c des Lyrichs vor sich geht. Es vermag jedoch auch eine Gruppe von vier Personen sein, die Schilderung einer Gruppendynamik. Das \u201eGefreie\u201c- ein Gefreien im Sinne von Freigeben, sich frei machen, doch auch wiederum BInden im Sinne von Freien um die eine oder andere Frau, das mit Geschenken einhergeht, mit Unsicherheit und dem Eingest\u00e4ndnis dazu. \u201eGeschlucke\u201c als oraler Vorgang. Etwas wird also schlussendlich geschluckt, aufgenommen, angenommen. In W\u00f6rtern eben, die fielen die in das Geviert geh\u00f6ren wie zum Gefreien.. F\u00fcr uns LeserInnen allemal Geschenke, wenngleich vielfach verpackt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R\u00e4tsell\u00f6sungen gehen nicht mit Konfrontationen vor sich. Umgeht man zun\u00e4chst die Klippe der letzten Zeilen, begeben wir uns spiralf\u00f6rmig zur\u00fcck in die Ebene der ersten Zeile, \u201e\u00dcber die Ebenen geht er. Nicht eine ist es, mehrere Ebenen sind es. Vor dem Auge des Lesers\/der Leserin erheben sich mehrere Stufen \u00fcber die das lyrische Ich\u00a0 in entsprechender Gedichtanzahl schreitet. \u201eAbgelegen d\u00e4mmert es zu Tag\u201c, impliziert Stille und Schweigen, jedoch auch Ferne oder weiter ausholend etwas Abgelegenes, gleichsam alten Matratzen, weltliche Schlafst\u00e4tten, die nicht mehr ihren Dienst erf\u00fcllen. Soweit zum Verorten der Zeilen. Zeitm\u00e4\u00dfig handelt es sich um die Morgend\u00e4mmerung &#8211; nicht die abendliche, sich verdunkelnde, sondern der sich erhellende \u00dcbergang zwischen zwei Tages-\/Lebensabschnitten wird geschildert, Erkenntnis und Erhellungen sind das, was das \u201eWerk\u201c dieses Gedichtbandes zu vermitteln vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNun fielen Worte\u201c, in Selbstgespr\u00e4chen an den K\u00f6rper, an ein angesprochenes Du, unterschiedliche Du., von denen sich der Erz\u00e4hler abgrenzt und von sich selbst als dem \u201eAnderw\u00e4rts verhaftet\u201c spricht, sich als dieser definiert. Dieses Dem Anderw\u00e4rts verhaftet, zeigt metaphernm\u00e4\u00dfig auch die andere (Denk- und Gesinnungs-)Richtung des lyrischen Ichs an. Verhaftet als feste Bindung einer Anschauung einerseits, Anklang an Haft, die Gef\u00e4ngniszelle der ideellen Anschauung die das lyrische Ich vertritt, andererseits. Und zwar so ganz anders als das lyrische Du, ein Gegen\u00fcber das mittels Aussparung \u2013 dem literarischen Kunstgriff des Autors wiederum- dennoch durchklingt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus einer Pressenotiz\u00a0 \u201aDie Zeit\u2019\u00a0 vom April 2000 entnahm ich, dass der Rezensent Arne Rautenberg (dt. Schriftsteller und K\u00fcnstler, *1967) den \u00f6sterreichischen Lyriker f\u00fcr die Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen \u2013 da friedliches Privatleben, dort Krieg und Tod &#8211; die er in seinen Versen zum Klingen bringt, bewundert. Reflektiert doch Robert Schindel in seinem unscheinbar wirkendem schmalen Band \u201edie politischen Verwerfungen der Neunzigerjahre vom Golfkrieg bis Algerien, politische Gedichte also.\u201c (zit. n. @perlentaucher.medien GmbH) Im letzten Gedicht in den letzten Zeilen ist dem (paradoxerweise) Nichts\/Alles anzumerken:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSingen wir<br \/>\nUnser Dennoch.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer \u00fcber Lyrik redet, muss auf den Einwand gefasst sein, dass das Reden und Interpretieren den Sinn(es)genuss beeintr\u00e4chtigt. Andere Wirkungen erzielt das Beschreiben von auftauchenden Bildern zum Erkennen von bildhaften Zusammenh\u00e4ngen. Ein gutes Gedicht \/ein guter Gedichtband zielt auf d i e Stelle(n) im Leser\/ in der Leserin, der als Knackpunkt bezeichnet werden kann. Das Aufeinanderprallen von Lebensmomenten in bildhaften Prozessen, filmgleich &#8211; kopfkinoartig, also in bildhaften Verk\u00f6rperungen, ist d e r Drehpunkt, der Verschobenes mittels aufgedeckter Bruchstellen sichtbar macht u n d gleichzeitig gleichnishaft einzurenken vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einem Korpus von Gedichten, der mehr als unter die Haut gehen kann, bleibt man verpflichtet wie einem Menschen der sich in Gefahr oder anderen wichtigen Lebenssituationen bew\u00e4hrt hat. Der Unsch\u00e4rfe dabei sei Lob. Geht \u201edas Gedicht\u201c beim Erstellen von Paradoxien, beim Zusammenf\u00fchren gegens\u00e4tzlicher Positionen- sowohl erhabener als auch banaler \u2013 immer zugleich spielerisch und mit gro\u00dfer Strenge gegen sich selbst vor, l\u00f6st die Poesie Dinge und Begriffe mit Bedacht und voller Absicht aus ihren gewohnten Zusammenh\u00e4ngen, wie Jan Wagner in seinem von Leidenschaft f\u00fcr die Lyrik durchdrungenen Essaybandes \u201eDie Sandale des Propheten\u201c offen legt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Setzen wir nun nach dem kurzen Abstecher, vermeintliche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten anders zu sehen, die ersten vier Zeilen des Gedichtbandes aus Immernie \u201eReisevermerke I (Groschlattengr\u00fcn)\u201c, an\u00a0 den Schluss. Lyrik lebt von Paradoxien, ebenso wie die Auseinandersetzung mit ihr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eImmer vor\u00fcber an Groschlattengr\u00fcn<br \/>\nIm bayrischen Wald. In der H\u00f6he<br \/>\nDie zerschnittene Bl\u00e4ue des Landes<br \/>\nIm Rippenkerker der Dorn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und vorn der Klabauter Wien<br \/>\nUnd Hebammerich Berlin so vorn<br \/>\nMazdageschnurr des Sehnsuchtsbrandes<br \/>\nManon da und dort und wehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und stoppt der Atem. Ein Grinsen.<br \/>\nGolden die Sonne auf Groschlattengr\u00fcn<br \/>\nAuf seinen h\u00fcbschen Fenstersimsen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Poesie ist das identit\u00e4tsstiftende Element der Kultur, KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologische Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesart von Gedichten, paradoxe Bespiegelungen \u201eDie Frage sollte nicht sein, ob es m\u00f6glich ist, von der Poesie zu leben. 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