{"id":16241,"date":"2023-09-15T00:01:04","date_gmt":"2023-09-14T22:01:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16241"},"modified":"2022-02-25T19:49:06","modified_gmt":"2022-02-25T18:49:06","slug":"uber-die-allegorie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/09\/15\/uber-die-allegorie\/","title":{"rendered":"\u00dcber die Allegorie"},"content":{"rendered":"&nbsp;\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Philomele ihrer Zunge beraubt war, webte sie die Geschichte ihrer Leiden in ein Gewand und schickte es ihrer Schwester, welche, es auseinanderh\u00fcllend, mit furchtbarem Stillschweigen die gr\u00e4\u00dfliche Erz\u00e4hlung las.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die stummen Charaktere sprachen lauter als T\u00f6ne, die das Ohr ersch\u00fcttern, weil schon ihr blo\u00dfes\u00a0<em>Dasein<\/em>\u00a0von dem sch\u00e4ndlichen Frevel zeugte, der sie veranla\u00dft hatte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Beschreibung war hier mit dem Beschriebenen eins geworden \u2013 die abgel\u00f6ste Zunge sprach durch das redende Gewebe.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder m\u00fchsam eingew\u00fcrkte Zug schrie laut um Rache und machte bei der mitbeleidigten Schwester das m\u00fctterliche Herz zum Stein. Keine r\u00fchrende Schilderung aus dem Munde irgendeines Lebendigen konnte so wie dieser stumme Zeuge w\u00fcrken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn nichts lag ja dem Ungl\u00fcck der weinenden Unschuld\u00a0<em>n\u00e4her<\/em>\u00a0und war so innig damit verwandt als eben dies m\u00fchsame Werk ihrer H\u00e4nde, wodurch sie allein ihr Dasein kundtun und ihre Leiden offenbaren konnte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eben darum konnte es seiner schrecklichen Wirkung nicht verfehlen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So war dem ungl\u00fccklichen Weibe des Collatinus nichts\u00a0<em>n\u00e4her<\/em>\u00a0als ihr Gatte und ihr Vater selbst, welche durch die blo\u00dfe Erz\u00e4hlung ihres beweinenswerten Schicksals ein ganzes unterdr\u00fccktes Volk gegen die Macht der Tyrannei emp\u00f6rten und die erloschne Freiheitsliebe in aller Busen wieder weckten. Mit seiner eignen unschuldigen Tochter Blut bespritzt, durfte Virginius nur den Mund er\u00f6ffnen, um alles\u00a0zur lebhaftesten Teilnehmung an seiner Erz\u00e4hlung hinzurei\u00dfen \u2013 nur durch die einfachste Beschreibung der jammervollen Szene konnte er dasselbe Volk noch einmal bewegen, das Joch der Knechtschaft von sich abzusch\u00fctteln.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eben das nahe Band, welches den \u00fcberlebenden Gatten und Vater an jenes Schlachtopfer der willk\u00fcrlichen Herrschaft kn\u00fcpfte, machte, da\u00df die Erz\u00e4hlung<em>\u00a0zugleich mit der erz\u00e4hlten Sache<\/em>\u00a0auf die Gem\u00fcter w\u00fcrkte und bis ins Innerste sie ersch\u00fctterte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn aus den teuren \u00dcberlebenden flehte der Mund der Toten selbst die menschliche Natur um Mitleid an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wer kann dem Vater, wer dem Gatten nacherz\u00e4hlen? \u2013 Wer so r\u00fchrend Philomelens Ungl\u00fcck schildern als das Tuch, worin sie selbst es w\u00fcrkte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df sie es in dies Tuch w\u00fcrkte, macht ja selbst den r\u00fchrendsten Zug in der Schilderung ihrer Leiden aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Beschreibung durch Worte mu\u00df sich hier begn\u00fcgen, das blo\u00df\u00a0<em>anzudeuten,<\/em>\u00a0was durch sein Dasein selber mehr als Worte sagt. Wer den Schmerz des Virginius w\u00fcrdig beschreiben wollte, m\u00fc\u00dfte entweder wie der Schauspieler streben, auf eine Zeitlang durch ein k\u00fcnstliches Vergessen seiner selbst und durch das darstellende Mitgef\u00fchl fremder Leiden soviel wie m\u00f6glich selbst wieder dieser Virginius zu<em>\u00a0sein.<\/em>\u00a0Oder er m\u00fc\u00dfte wie der bildende K\u00fcnstler einem der fliehenden Momente Dauer geben, welcher deswegen am st\u00e4rksten die Seele ersch\u00fctterte, weil in allem, was in ihm auf einmal sich dem Auge darstellt, immer eines durch das andere, so wie das Ganze durch sich selber,\u00a0<em>redend<\/em>\u00a0und\u00a0<em>bedeutend<\/em>\u00a0wird.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Geschichtsschreiber hebt durch die einfache Erz\u00e4hlung des Vorhergehenden und Nachfolgenden einen solchen Moment heraus, durch die simple Erw\u00e4hnung der Umst\u00e4nde, welche die Begebenheit\u00a0<em>veranla\u00dften,<\/em>\u00a0durch die Beschreibung des<em>Eindrucks,<\/em>\u00a0welchen der Anblick dieser Szene auf die Gem\u00fcter machte, und der\u00a0<em>wichtigen<\/em>\u00a0Folgen, welche dieser Eindruck nach sich zog.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Hand des bildenden K\u00fcnstlers dargestellt, kann Prokne von dem aufgerollten Gewebe ihrer Schwester auf den neben ihr stehenden schmeichelnden Knaben einen Blick werfen, der den gr\u00e4\u00dflichen Vorsatz ihrer Seele schon in dem ersten Augenblick seiner Geburt enth\u00fcllt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Vorhergehende und Nachfolgende dieses Moments, insofern es noch durch Worte bezeichnet wer den kann, bestimmt f\u00fcr die Imagination des bildenden K\u00fcnstlers den Ausdruck, der nun \u00fcber allen fernern Ausdruck durch Worte erhaben ist, welche eben da aufh\u00f6ren m\u00fcssen, wo das echte Kunstwerk anf\u00e4ngt. Denn darin besteht ja eben das Wesen des Sch\u00f6nen, da\u00df ein Teil immer durch den andern und das Ganze durch sich selber redend und bedeutend wird \u2013 da\u00df es sich selbst erkl\u00e4rt \u2013 sich durch sich selbst beschreibt \u2013 und also au\u00dfer dem blo\u00df andeutenden Fingerzeige auf den Inhalt keiner weitern Erkl\u00e4rung und Beschreibung mehr bedarf.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald ein sch\u00f6nes Kunstwerk au\u00dfer diesem Fingerzeige noch einer besondern Erkl\u00e4rung bed\u00fcrfte, w\u00e4re es ja eben deswegen schon unvollkommen: denn das erste Erfordernis des Sch\u00f6nen ist ja eben seine<em>\u00a0Klarheit,<\/em>\u00a0wodurch es sich dem Auge entfaltet.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das in die H\u00fclle der Existenz gleich dem elektrischen Funken verborgne Sch\u00f6ne findet allenthalben statt und dient der h\u00e4\u00dflichsten Oberfl\u00e4che sehr oft zur Unterlage \u2013 wo also die Kunst es auf der Oberfl\u00e4che darstellen will, mu\u00df sie es auch notwendig<em>ganz<\/em>\u00a0entwickeln und es gleichsam aus sich selbst enth\u00fcllen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo dann das echte Sch\u00f6ne sich uns entfaltet, da ist es durch sich selbst die vollkommenste Erkl\u00e4rung der<em>\u00a0Vollkommenheit,<\/em>\u00a0die, im Innern der Natur verborgen, unter tausend Gestalten lauscht und mehr oder weniger sich unserm Blick entzieht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist eine deutliche Beschreibung dessen, was unserer Sterblichkeit nur dunkel ahndet.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Licht, worin sich uns das Sch\u00f6ne zeigt, k\u00f6mmt nicht\u00a0von uns, sondern flie\u00dft von dem Sch\u00f6nen selber aus und verscheucht auf eine Weile die D\u00e4mmerung um uns her.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Darum f\u00fchlen wir beim Anblick des Sch\u00f6nen unser Herz und unsern Verstand erweitert, weil uns etwas von demjenigen sichtbar und f\u00fchlbar zu werden scheint, was immer unsern forschenden Gedanken sich entzieht, welche durch die schwachen Laute der Sprache nur m\u00fchsam ihren Kreislauf beschreiben und immer da in sich selbst wieder zur\u00fcckfallen, wo sie ihren h\u00f6chsten Gegenstand zu erreichen hofften.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Je mehr wir n\u00e4mlich \u00fcberhaupt beim Anblick der Natur die Ursach in ihrer Wirkung, das innere Wesen der Dinge in ihren \u00e4u\u00dfren Formen und Gestalten lesen, um desto befriedigter f\u00fchlen wir uns, und um desto vollkommner scheint uns das zu sein, was durch seine \u00e4u\u00dfere Form zugleich sein inneres Wesen uns enth\u00fcllt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eben darum r\u00fchrt uns die Sch\u00f6nheit der menschlichen Gestalt am meisten, weil sie die inwohnende Vollkommenheit der Natur am deutlichsten durch ihre zarte Oberfl\u00e4che schimmern und uns wie in einem hellen Spiegel auf den Grund unseres eigenen Wesens durch sich schauen l\u00e4\u00dft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nacktheit selber, welche jeden Mangel aufdeckt und jedes andere Tier entstellet, ist bei dem Menschen das h\u00f6chste Siegel der Vollendung seiner Sch\u00f6nheit, die allein ihrer Bl\u00f6\u00dfe sich nicht sch\u00e4men darf, sondern wie die Wahrheit keinen andern Schmuck als sich selber kennt. Denn die Nacktheit selbst entsteht ja aus der vollkommensten Bestimmtheit aller Teile, wodurch alles Zuf\u00e4llige von der vollendeten Bildung ausgeschlossen wird und nur das Wesentliche auf der Oberfl\u00e4che erscheint.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Sobald die Bildung nicht in allen Teilen so vollkommen bestimmt und vollendet ist, da\u00df sie das innre Wesen des Gebildeten allenthalben auf seiner Oberfl\u00e4che durchschimmern l\u00e4\u00dft, findet auch bei der Entbl\u00f6\u00dfung keine eigentliche Nacktheit statt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn die letzte ins Auge fallende Oberfl\u00e4che ist alsdann\u00a0immer selbst schon wieder eine Art von Bekleidung, die das innere Wesen uns verdeckt \u2013 eben weil alsdann die Bildung nicht vollkommen bestimmt und in sich selbst vollendet ist, sondern durch den Auswuchs von Schuppen, Haar und Federn gleichsam\u00a0<em>\u00fcber sich<\/em>\u00a0hinausgeht \u2013 und eben dadurch immer mehr an Sch\u00f6nheit und Bedeutsamkeit verliert, bis sie zuletzt in dem unbestimmtesten Wachstum der Pflanze die harte Rinde um sich herzieht, die den Schatz von Vollkommenheit, den sie umschlie\u00dft, am neidischsten unserm Blick entzieht. So wie sich n\u00e4mlich mit der zunehmenden Bestimmtheit alles Ungebildete dem Gebildeten n\u00e4hert, so n\u00e4hert sich auch mit der zunehmenden<em>Zuf\u00e4lligkeit<\/em>\u00a0das Gebildete immer mehr dem Ungebildeten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn der Begriff des Unorganisierten ist mit dem Begriff des Zuf\u00e4lligen unzertrennlich verkn\u00fcpft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tropfen\u00a0<em>f\u00e4llt<\/em>\u00a0dem Tropfen, der Staub dem Staube zu \u2013 aber das Gebildete f\u00e4llt nicht zu sich selber, sondern ist nur insofern gebildet, als es durch die Bestimmtheit seiner Form sich aus seiner n\u00e4chsten Umgebung sondert und das Zuf\u00e4llige von sich ausschlie\u00dft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Unorganisierte hingegen, welches dem Unorganisierten zuf\u00e4llt, wird ungehindert mit ihm eins und zieht es mit sich zu Boden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Regen str\u00f6mt in Tropfen, in Flocken f\u00e4llt der Schnee herab, die zueinanderfallend in eine Masse sich verlieren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zuf\u00e4lligkeit seiner Bildung dr\u00fcckt den harten Stein zur Erde nieder, und die Bestimmtheit ihrer Form treibt die Pflanze aus dem Scho\u00df der Erde empor.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem ersten Anfange der Bestimmtheit und mit der schw\u00e4chsten Ausschlie\u00dfung des Zuf\u00e4lligen tritt das\u00a0<em>Wachstum<\/em>\u00a0in die zarte Pflanze, wodurch sie in Bl\u00e4ttern und Zweigen sich selbst verj\u00fcngt und ihre erste einfachste Organisation so oft wiederholt, als ihr Wachstum dauert.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der v\u00f6lligen\u00a0<em>Bestimmtheit<\/em>\u00a0der Bildung und Ausschlie\u00dfung alles Zuf\u00e4lligen durch das notwendige Beisammensein zweier symmetrischen H\u00e4lften tritt die\u00a0<em>Bewegung\u00a0<\/em>in den Embryo, der sich den Fesseln seiner n\u00e4chsten Umgebung entwindet, eben weil er durch die Ausschlie\u00dfung alles zur Erde dr\u00fcckenden Zuf\u00e4lligen seinen eigenen Schwerpunkt und die Achse seines Umdrehens in sich selber hat.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und mit der allervollkommensten\u00a0<em>Bestimmtheit<\/em>\u00a0in der Gestalt des Menschen, die bis auf die feinsten Z\u00fcge sich erstrecket, tritt endlich in dem beweglichsten Teile des Organs die\u00a0<em>redende Stimme<\/em>\u00a0selbst ein, welche als das Resultat der vollkommensten Bestimmtheit nun alles \u00fcbrige selbst wieder in der Natur\u00a0<em>bestimmt<\/em>\u00a0und durch das Wort ihm seine Grenzen vorschreibt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Je mehr auf die Weise aus der harten, umgebenden H\u00fclle das Zarte, Bewegliche sich entwickelt, um desto redender und bedeutender wird es durch sich selber \u2013 bis dahin, wo die allerzarteste Beweglichkeit in dem eigentlichen Werkzeuge der Sprache selbst zur Sprache wird.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn da, wo Mund und Wange l\u00e4cheln, mu\u00df auch die Zunge verst\u00e4ndlich reden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eint\u00f6nig rauschen die Bl\u00e4tter des Baumes, vom Winde hin und her bewegt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Nachtigall singt auf seinen Zweigen ihr mannigfaltiges Lied \u2013<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Indes der junge Sch\u00e4fer, an seinen Stamm gelehnt, den Namen der Geliebten mit Entz\u00fcckung ausspricht oder mit scharfer Spitze der wachsenden Rinde ihn einverleibt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser unab\u00e4nderliche\u00a0<em>Name<\/em>\u00a0belebt alle \u00fcbrigen Laute seines Mundes, welche mit den abwechselnden Bewegungen seiner Seele gleichen Schritt halten und mit der schwellenden Empfindung seines Busens steigen und fallen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ist es nicht derselbe Hauch der Luft, welcher in den Bl\u00e4ttern des Baumes rauscht, in der Kehle der Nachtigall zu schmelzenden T\u00f6nen und auf der redenden Lippe des Menschen zum verst\u00e4ndlichen Laut sich bildet?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist nun bei dem blo\u00df Wachsenden nichts als seine Bildung, bei dem Lebenden und Atmenden Bildung und\u00a0Bewegung, bei dem Lebenden und Denkenden aber Bildung, Bewegung und Laut bestimmt \u2013 wodurch das Ganze in Harmonie sich aufl\u00f6st \u2013 das Umfassende, sich wieder selbst umfassend, mit leisem Tritt auf seiner Umgrenzung wandelt \u2013 und mit dem aufmerksamen Ohre von der \u00e4u\u00dfersten Zungenspitze seines Wesens Widerhall vernimmt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier ist es also, wo Bildung und Laut sich scheiden. \u2013 Durch das redende Organ beschreibt die menschliche Gestalt sich selber in allen\u00a0<em>\u00c4u\u00dfrungen<\/em>\u00a0ihres Wesens \u2013 da aber, wo das wesentliche Sch\u00f6ne selbst auf ihrer Oberfl\u00e4che sich entfaltet, verstummt die Zunge und macht der weisern Hand des bildenden K\u00fcnstlers Platz.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn da, wo das denkende Gebildete in den \u00e4u\u00dfersten Fingerspitzen sich in sich selbst vollendet, vermag es erst das Sch\u00f6ne\u00a0<em>unmittelbar<\/em>\u00a0wieder au\u00dfer sich darzustellen. \u2013 Indes die Zunge, durch eine bestimmte Folge von Lauten jedesmal harmonisch sich hindurchbewegend, nur\u00a0<em>mittelbar<\/em>\u00a0das Sch\u00f6ne umfassen kann, insofern n\u00e4mlich die mit jedem Worte erweckten und nie ganz wieder verl\u00f6schenden Bilder zuletzt eine<em>\u00a0Spur<\/em>\u00a0auf dem Grunde der Einbildungskraft zur\u00fccklassen, die mit ihrem vollendeten Umri\u00df dasselbe Sch\u00f6ne beschreibt, welches, von der Hand des K\u00fcnstlers dargestellt, auf einmal vors Auge tritt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Worte k\u00f6nnen daher das Sch\u00f6ne nicht eher beschreiben, als bis sie in der bleibenden Spur, die ihr vor\u00fcbergehender Hauch auf dem Grunde der Einbildungskraft zur\u00fcckl\u00e4\u00dft,\u00a0<em>selbst wieder zum Sch\u00f6nen werden.<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies k\u00f6nnen sie aber nicht eher werden als auf dem Punkte, wo die Wahrheit der Dichtung Platz macht und die Beschreibung mit dem Beschriebenen eins wird, weil sie nicht mehr um des Beschriebenen willen da ist, sondern ihren Endzweck in sich selber hat; und also auch nicht ferner dazu dienen kann, uns eine Sache kenntlich zu machen, die wir noch nicht kennen, indem unsre ganze Aufmerksamkeit mehr auf die Beschreibung selbst als auf die beschriebne Sache gezogen wird, die wir durch die Beschreibung\u00a0nicht sowohl kennenlernen, als vielmehr sie in ihr wiedererkennen sollen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn es ist offenbar, da\u00df wir uns bei der Dichtung die Sachen um der Beschreibung willen, bei der Geschichte hingegen die Beschreibung um der Sache willen jedesmal wieder denken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Beschreibung des Sch\u00f6nen durch Worte m\u00fcssen also die Worte, mit der Spur, die sie in der Einbildungskraft zur\u00fccklassen, zusammengenommen, selbst das Sch\u00f6ne sein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und so m\u00fcssen nun auch bei der Beschreibung des Sch\u00f6nen durch Linien diese Linien selbst zusammengenommen das Sch\u00f6ne sein, welches nie anders als durch sich selbst bezeichnet werden kann, weil es eben da erst seinen Anfang nimmt, wo die Sache mit ihrer Bezeichnung eins wird.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die echten Werke der Dichtkunst sind daher auch die einzige wahre Beschreibung durch Worte von dem Sch\u00f6nen in den Werken der bildenden K\u00fcnste, welches immer nur mittelbar, durch Worte beschrieben werden kann, die oft erst einen sehr weiten Umweg nehmen und manchmal eine Welt von Verh\u00e4ltnissen in sich begreifen m\u00fcssen, ehe sie auf dem Grunde unsres Wesens dasselbe Bild vollenden k\u00f6nnen, das von au\u00dfen auf einmal vor unserm Auge steht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte in diesem Sinne sagen: das vollkommenste Gedicht sei, seinem Urheber unbewu\u00dft, zugleich die vollkommenste Beschneidung des h\u00f6chsten Meisterst\u00fccks der bildenden Kunst, so wie dies wiederum die Verk\u00f6rperung oder verwirklichte Darstellung des Meisterwerks der Phantasie \u2013 wenn wir nur einen Augenblick auf den Grund unsers Wesens schauen und dort die Spur uns erkl\u00e4ren k\u00f6nnten, welche nach Lesung des Homer dieselbe Empfindung des Sch\u00f6nen in uns zur\u00fcckl\u00e4\u00dft, die der Anblick des h\u00f6chsten Kunstwerks unmittelbar in uns erweckt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Soviel f\u00e4llt demohngeachtet deutlich in die Augen, da\u00df die zur\u00fcckgelassene Spur von irgendeiner Sache von dieser Sache selbst so unendlich verschieden sein k\u00f6nne, da\u00df es\u00a0zuletzt fast unm\u00f6glich wird, die Verwandtschaft der Spur mit der Gestalt des Dinges, wodurch sie eingedr\u00fcckt ward, noch ferner zu erraten. \u2013 So wie denn jede sich fortbewegende Spitze einerlei Spur zur\u00fcckl\u00e4\u00dft, die \u00fcbrige Gestalt des Dinges, woran sie befindlich ist, mag auch beschaffen sein, wie sie wolle.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Allerverschiedenste kann daher immer in der letzten Spur, die es von sich zur\u00fcckl\u00e4\u00dft, sich wieder gleich werden; wie denn alles, was da ist, sich auf dem Punkte gleich wird, wo seine \u00e4u\u00dfersten Spitzen in unserm Denken zusammentreffen und dort eine gemeinschaftliche Spur von sich zur\u00fccklassen, die mit nichts au\u00dfer sich mehr \u00c4hnlichkeit hat und eben daher von allem, was da ist, ohne Hinderung sagen kann: es ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die Weise kann nun auch auf dem Grunde der Einbildungskraft, da, wo die in ihr erweckten Bilder ihre letzte, leiseste Spur zur\u00fccklassen, durch das Zusammentreffen aller dieser Spuren etwas von allen den einzelnen Bildern ganz Verschiednes entstehen, das blo\u00df die reinsten Verh\u00e4ltnisse in sich fa\u00dft, nach welchen das ganz voneinander Verschiedne sich um-und zueinander bewegt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gibt es aber in der ganzen Natur keine so sanften und reinen Bewegungen von Linien um- und zueinander als in der Bildung des Auges selbst, in dessen umschatteter W\u00f6lbung Himmel und Erde ruht, w\u00e4hrend da\u00df es das Allerverschiedenste in seinen reinsten Verh\u00e4ltnissen in sich fa\u00dft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher k\u00f6mmt nichts unter allem Sichtbaren dem Sehenden selbst an Sch\u00f6nheit gleich, und die sanfte Spur des Sehenden, in seine ganze Umgebung verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig eingedr\u00fcckt, ist von allem Sichtbaren allein verm\u00f6gend, uns unmittelbar Liebe und Z\u00e4rtlichkeit einzufl\u00f6\u00dfen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gr\u00fcndet sich aber der Genu\u00df des Sch\u00f6nen stets auf Liebe und Z\u00e4rtlichkeit, insofern es uns jedesmal auf eine Weile aus uns selber zieht und macht, da\u00df wir \u00fcber seinem Anschaun uns selbst vergessen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Da nun unter allem Sichtbaren nichts f\u00e4hig ist, uns unmittelbar Liebe und Z\u00e4rtlichkeit einzufl\u00f6\u00dfen als die reinsten Verh\u00e4ltnisse in der vollendeten Gestalt des Sehenden, so scheinet es, als m\u00fc\u00dften wir jedesmal diese Verh\u00e4ltnisse auf eine oder die andere Weise, in uns oder au\u00dfer uns, wiedererkennen, sooft wir dem Sch\u00f6nen zu huldigen uns gedrungen f\u00fchlen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wo k\u00f6nnten auch wohl die unz\u00e4hligen Widerspr\u00fcche, die wir im Kleinen und im Gro\u00dfen wahrnehmen, der Druck der Ungleichheit, die Entzweiung des Gleichen, der Raub des Eingreifenden, der Neid des Ausschlie\u00dfenden, die Verdr\u00e4ngung des M\u00e4chtigen, die Rachsucht des Verdr\u00e4ngten, die Emp\u00f6rung des Niedrigen, der Fall des Erhabnen und alle die gegeneinander streitenden Kr\u00e4fte sich endlich in eine sanftere Harmonie verlieren als in den reinsten Verh\u00e4ltnissen der Bildung, welche zuletzt alle diese Widerspr\u00fcche in sich selber aufl\u00f6st und vereinigt?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In welcher der Druck des Ungleichen seine Tyrannei, die Entzweiung des Gleichen ihre abneigende Feindschaft, der Raub des Eingreifenden seine zerst\u00f6rende Gewaltsamkeit, der Neid des Ausschlie\u00dfenden, die Verdr\u00e4ngung des M\u00e4chtigen ihre Ungerechtigkeit, die Rachsucht des Verdr\u00e4ngten ihre Unvers\u00f6hnlichkeit, die Emp\u00f6rung des Niedrigen ihren Ha\u00df und der Fall des Erhabnen seine Schmach verliert.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo das Auge durch die h\u00f6chste und tiefste seiner Spuren, Stirn und Wange scheidend, den denkenden Ernst vom jugendlichen, l\u00e4chelnden Leichtsinn sondert, indem es in dunkler Umschattung hinter dem Schimmer der Morgenr\u00f6te hervortritt und durch die W\u00f6lbung von oben seinen Glanz verdeckt, w\u00e4hrend da\u00df die Scheidung des Gew\u00f6lbten \u00fcber ihm in den einander entgegen kommenden Augenbraunen, sich sanft zueinander neigend, die Wiederverm\u00e4hlung des Getrennten in jedem untergeordneten Zuge vorbereitet und der ganzen sich herabsenkenden Umgebung, bis zu den Spitzen der Zehen, die immerw\u00e4hrende Spur von Scheidung und von W\u00f6lbung eindr\u00fcckt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">So sinkt die erhabene W\u00f6lbung der Stirn, gerade da, wo sie durch das Emporragende zwischen Auge und Wangen sich am merklichsten fortpflanzt, auf einmal, unbeschadet ihrer Hoheit, bis zu dem leisesten verlorensten Zuge des Mundes herab, dessen sanftgebogener Rand wiederum auf der st\u00fctzenden W\u00f6lbung des Kinnes ruht, das, durch sich selbst emporgetragen und in sich ruhend, seinen eigenen Umri\u00df um sich selber zieht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser sanften Hinabsenkung des Gew\u00f6lbten wird endlich der trennende Zwiespalt selber doppelt und vierfach sch\u00f6n, weil nur durch ihn die v\u00f6llige Entfaltung des Eingewickelten nach einem bestimmten Ma\u00dfe sich vollenden kann.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach welchem Ma\u00dfe das Auseinandertretende dem sich Entgegenneigenden, das Abspringende dem sich Einf\u00fcgenden, das sich Entfernende dem sich Ann\u00e4hernden nichts an Sch\u00f6nheit nachgibt, aus keinem andern Grunde, als weil das Abweichende mit dem sich Entgegenkommenden, die Entfernung mit der Ann\u00e4herung einerlei notwendigen Ursprung hat.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Ursprung ist es, welcher durch keinen bestimmten Laut dem Ohre vernehmbar wird: er bezeichnet sich aber durch die sichtbare Aufl\u00f6sung des Widerspruchs in der sanftesten Trennung des Zusammengef\u00fcgten und der innigsten Zusammenf\u00fcgung des Getrennten.<\/p>\r\n&nbsp;\r\n\r\n&nbsp;\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anton Reiser<\/strong>. Ein psychologischer Roman. Frankfurt a.M: Insel<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Anton-R.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-13132\" title=\"Anton R\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Anton-R.jpeg\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"175\" \/><\/a>Karl Philipp Moritz inszeniert seinem Roman <strong>Anton Reiser<\/strong> ein Spannungsfeld zwischen der beengenden Herkunft des Protagonisten und seinem Bestreben, um Erfolg und Anerkennung zu k\u00e4mpfen. So will der Autor in der Tradition des Entwicklungsromans die Entwicklung eines Jugendlichen beschreiben \u2013 zwischen Ehrgeiz, sozialer Not und moralischem Verfall auf der einen Seite und sozialen Klischees und individuellen Hoffnungen auf der anderen. Probleme und Misserfolge werden hier nicht als Ergebnis der Herkunft dargestellt, sondern vielmehr als Folge der Fehlentscheidungen Anton Reisers und der Borniertheit und des Eigennutzes seiner Erzieher und Lehrherren. In diesem Sinne fungiert dieser Entwicklungsroman, der einen begabten jungen Menschen zum Protagonisten hat, erstens als Zerrbild \u00fcberkommener p\u00e4dagogischer Konzepte, zweitens aber auch als Beispiel \u00fcberzogener Empfindsamkeit eines Z\u00f6glings, die sich vor allem in dessen Neigung zur Hypochondrie und der \u00dcberempfindlichkeit gegen\u00fcber seiner Umwelt zeigt. Das Theater wird f\u00fcr Reiser zur B\u00fchne der Selbstdarstellung, aber auch zum Schauplatz einer Empfindsamkeit.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchrend\u00a0 <\/strong><strong>\u2192 <\/strong>Einen Essay von Jutta Ludwig \u00fcber Karl Philipp Moritz finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/06\/26\/karl-philipp-moritz\/\">hier<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\r\n&nbsp;\r\n\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Als Philomele ihrer Zunge beraubt war, webte sie die Geschichte ihrer Leiden in ein Gewand und schickte es ihrer Schwester, welche, es auseinanderh\u00fcllend, mit furchtbarem Stillschweigen die gr\u00e4\u00dfliche Erz\u00e4hlung las. Die stummen Charaktere sprachen lauter als T\u00f6ne, die das&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/09\/15\/uber-die-allegorie\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":74,"featured_media":100409,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1086],"class_list":["post-16241","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-karl-philipp-moritz"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16241","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/74"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16241"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16241\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100725,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/16241\/revisions\/100725"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100409"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16241"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=16241"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16241"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}