{"id":15956,"date":"1993-05-31T00:01:00","date_gmt":"1993-05-30T22:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15956"},"modified":"2022-02-28T19:14:50","modified_gmt":"2022-02-28T18:14:50","slug":"treff-der-titanen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/","title":{"rendered":"Treff der Titanen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #888888;\">Redaktionelle Vorbemerkung: Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine Realsatire aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Statt eines Vorworts<\/em><\/strong><\/p>\r\n<div id=\"attachment_15964\" style=\"width: 82px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/A.J.-Weigoni.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15964\" class=\"size-medium wp-image-15964\" title=\"A.J. Weigoni\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/A.J.-Weigoni-72x300.jpg\" alt=\"\" width=\"72\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15964\" class=\"wp-caption-text\">Portr\u00e4t A.J. Weigoni, Photo Anja Roth<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine \u00e4usserst langweilige Geschichte, weil sie wahr ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine Geschichte, in der sich alle in ihren Vorurteilen best\u00e4tigt f\u00fchlen d\u00fcrfen, gewidmet den Leser*Innen, die schon immer wussten, dass Schriftsteller S\u00e4ufer und Hurenb\u00f6cke sind, pardon, S\u00e4uferinnen und Huren, die immer nur das ungeteilte Eine wollen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine Geschichte, die das Leben nachmacht: Reality-L.I.T., bzw. das, was man\/frau f\u00fcr das Leben h\u00e4lt: schlechtes Fernsehen!<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine Geschichte, f\u00fcr alle Leser*Innen, die schon immer genau gewusst haben, dass der Kulturbetrieb ein Inzucht e.V. ist, hier sind der Vorsitzende, sein Stellvertreter, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und alle Mit- und auch Ohneglieder vertreten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist eine Geschichte, die \u00fcberhaupt keine ist, weil sie wahr ist, da aber ein verwegner Journalist einmal behauptet hat, dass nichts erregender sei als die Wahrheit, habe ich diese Geschichte vom richtigen Leben im Falschen abgeschrieben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Treff der Titanen &#8211; ein Abgesang<\/em><\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schrappelschrill, abheb. Die Stimme am Telephon klang sehr bedeutsam. \u2028&#8220;Kannen-Alk l\u00e4dt Sie zur Er\u00f6ffnung des <em>Schnabelewopski<\/em> ein. Neben Ihnen erwarten wir die f\u00fchrenden K\u00f6pfe des literarischen Neuen Deutschlands. Sollten Sie dieser Einladung nicht Folge leisten, wird kein Verlag bis zu Ihrem Tode auch nur ein Sterbensw\u00f6rtchen von Ihnen ver\u00f6ffentlichen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Verarsch&#8216; mich nicht, Biby!&#8220; wollte ich den anonymen Anrufer corschnell outen, doch schon klickte erbarmungslos die Gabel am anderen Ende der Leitung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Bastard!&#8220;, rotzte ich in den tauben H\u00f6rer und schaltete den automatischen Aufnehmer ein. Auf dem Weg durch den Sp\u00e4tverkehr zum Flughafen fiel mir der Name der Kneipe wieder ein. Ein Scherz, ohne jede Frage, denn wer nennt eine Kneipe schon nach einer Kurzgeschichte von Harry Heine. Zum <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1992\/03\/10\/36857\/\">Rhabdomant<\/a> w\u00e4re doch wesentlich besser, wenn dann denne \u00fcberhaupt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Emily Abrams strahlte. Immer wenn sie aus den Staaten wiederkommt und eine Bourbon-Kur hinter sich hat, wirkt sie um Jahre j\u00fcnger.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Oh Andrew, very nice von dir\u2026&#8220; schwallte sie drauflos, &#8222;\u2026 ich bin extra schon ein paar Tage fr\u00fcher gekommen, weil heute Abend das <em>Schnabelewopski<\/em> er\u00f6ffnet.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Bist Du etwa auch darauf reingephallen?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was heisst reinfallen, Jacobson ist schon gestern extra aus San Fran eingeflogen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was will das schon heissen?&#8220; n\u00f6rgelte ich eifers\u00fcchtig. Lieber h\u00e4tte ich Emily f\u00fcr mich allein gehabt. Es war nicht leicht, sie dem Erbsch abspenstig zu machen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Da trifft sich die Szene.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Welche Szene? Es gibt keine Literaturszene mehr. Es gibt nur noch Regionalf\u00fcrsten, die sich schwer befestigt haben. Eine Mauer um ihr Denken und\u2026&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Bullshit! Mauer is&#8216; nich&#8216; mehr.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;So so! Wat nu?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ganz klar, wir fahr&#8217;n da hin, jetzt und sofort!&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Durchstart. Wer wird schon einer anregenden Frau etwas abschlagen. Wuppwech. Durch den Sp\u00e4tverkehr. Kartzkurv in die Seitenstrasse. Bordstein hoch parkplatzen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Volxfest. Jahrmarkt der Eitelkeiten. Alle Szene-Auguren versammelt. Vor dem Haus, in dem das <em>Schnabelewopski<\/em> er\u00f6ffnet wurde, eine Demo mit Protestplakaten. &#8222;F\u00fcr einen erweiterten Literaturbegriff&#8216; war noch der originellste Spruch, der auf den B\u00e4ndern zu lesen war. Zwischendrin wieselte P.L.G. umher, hielt ein Schild mit den Slogan:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"> &#8222;Das B\u00fcchermachen ist zu sch\u00f6n, um es den Bertelsm\u00e4nnern zu \u00fcberlassen&#8220;.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Laufe seines unsichtbaren Theaters verwandelte er die Besucher in Buchseiten, indem er ihnen seinen Literaturstempel aufdr\u00fcckte: &#8222;Kunst umsonst ist geschenkt&#8220;! Einige \u00e4ltlich bleichgesichtige Protagonist*Innen {die hier nicht namentlich erw\u00e4hnt werden, da ihnen der Triumph gekr\u00e4nkter Eitelkeit nicht verg\u00f6nnt wird} \u00fcbten sich in postmarodem Protest und soffen sich umgehend den letzten Rest ihres kreativen Verstandes weg. Der bedrohte Wald dankt es ihnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Scumfuck<\/em> nervte dagegen geschickt durch megakultige Peter-Orloff- Adaptionen, echt G\u00fcnther! Treibi n\u00f6hlte &#8222;Kannen-Alk gibt \u00b4ne Party \/ und wird d\u00fcrfen nicht rein&#8220; durch ein Megaphon, w\u00e4hrend die Herausgeber vom Mower subversiv die Marke der Konkurrenz ausschenkten. Eine Fotoblitzorgie, ZAP und Testcard hatten ihre besten Reporter geschickt. Moses war fasziniert, Martin B\u00fcsser gelangweilt, Emil Elektrohler liess seine Sekret\u00e4rin mitschreiben. Uwe Janssen war br\u00e4sig, lieferte sich ein lautstarkes Marktschreierduell mit Gags &amp; Gore und verkaufte mit einem Bauchladen die genialen <em>The battle of breakfast<\/em>-Postkarten. Kristiane Allert-Wybranietz verschenkte ihre Texte an Roland Icking, der gerade die neueste Ausgabe des Kultzines <em>Think<\/em> verschlungen hatte. Crizzoff Koch brachte sein Jubil\u00e4ums-issue unter das Volk und flirtete mit der Roten Zora. Die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/05\/35-jahre-in-guter-gesellschaft-die-literaturzeitschrift-am-erker-feiert-geburtstag\/\">Erker<\/a>-Redaktion hatte bereits eine Woche zuvor einen Infostand angemeldet, den sie sich mit dem Wandler Impressum und dem Verlag Walter teilten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Veteranentreffen. Rolf Br\u00fcck, der Mentor der Wachsmatrizenkultur, plauderte mit G\u00fcnter Emig \u00fcber den apocalyptischen Reiter. Klausbernd Vollmar brachte Restexemplare von <em>Wasserberg<\/em> unter das Volk. Traf auf Thomas Schreiber, mit dem er einen Band Spiegelkletterungen tauschte und \u00fcber die Zeit mit der Gruppe in Solingen und den M\u00e4nnerkalender zur\u00fcckblickte. Raymond Martin blieb allerdings auf dem Reprint seiner Hippie-Gazette <em>P\u00e4nggg<\/em> sitzen. Christoph Schubert und Peter Engel er\u00f6rterten, ob es sinnvoll sei, die IGLZ und den AGAV wieder zu beleben. Ploog bedauerte, dass sich immer noch kein Verlag zum Reprint von <em>Gasolin 23<\/em> entschliessen konnte und Acid mittlerweile nur in der 2. Auflage zu \u00fcberh\u00f6hten Preisen im Antiquariat erh\u00e4ltlich ist. Peter Peterson hatte seinen Trafik er\u00f6ffnet und bot einen kompletten \u00dcberblick \u00fcber libert\u00e4re Kultur und Literatur. Auch auf dem B\u00fcchertisch von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/09\/24\/bye-bye-biby\/\">Biby Wintjes<\/a> fanden sich Rarit\u00e4ten und Kuriosit\u00e4ten. Publikationen von Hans Imhoff, dem Kommissar des Volkskrieges aus seinem Eigenverlag Euphorion. Der Reprint vom Karin Kramer Verlag von Linkeck, Charly Kaputt und 883. Nat\u00fcrlich der legend\u00e4re Nachdruck der AZID-Presse des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/11\/das-analoge-internet-wird-eingestellt\/\"><em>Ulcus-Molle<\/em><\/a> von 69-74. P.P. Zahls <em>Spartacus<\/em> und auch Arnfried Astels Lyrische Hefte neben tja von Alfred Miersch und dem <em>Nebelhorn<\/em> von Roland Glomb. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">J\u00fcrgen Kipp<\/a> kaufte die Rarit\u00e4ten im Auftrag der Stiftung Lesen f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/21\/mainzer-minipressen-messe\/\">Mainzer Minipressen Archiv<\/a> auf.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wintjes erz\u00e4hlte dem &#8222;Metzger&#8220; Helmut Loeven die Geschichte von J\u00f6rg Fauser in seiner K\u00fcche undsofort. Ein Liedermacher untermalte den Diskurs mit Gesang zur Laute. Dem Atem seiner Rotweinfahne folgte eine Betrachtung von wegen &#8222;\u2026dass das nur Geschichten bleiben \/ die man den Enkeln erz\u00e4hlen kann\u2026&#8220;. Die Volont\u00e4rin einer Radiostation pirschte sich an Biby heran.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Marion Koerd von Radio Schauerland. Woher kommt der Name &#8222;<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/11\/11\/das-analoge-internet-wird-eingestellt\/\">Ulcus Molle<\/a>&#8222;?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;N\u00e4chste Frage.&#8220; gab Wintjes lakonisch von sich. Er hatte wahrscheinlich auch von der Preminger PK zu Carmen Jones geh\u00f6rt. Die eifrige Nachwuchsjournalistin musste schlucken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sie sind als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/07\/zentralorgane-des-undergrounds\/\">Neckermann der Sub-Kultur<\/a> bezeichnet worden, was hat sich bei Ihrem Vertrieb seit &#8217;69 ver\u00e4ndert?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Der Aufbruch der 68-er-Bewegung verlief im Sand, weil nirgends erfolgreiche Ver\u00e4nderungen absehbar waren. So besannen sich die Leute wieder mehr auf sich selbst und fl\u00fcchteten sich in eine pers\u00f6nliche Innerlichkeit, weg vom Politischen, hin zum Privaten, in Beziehungskisten. Es wurde viel experimentiert, immer unter dem Motto der Antiautorit\u00e4t. Das Alte wurde abgelehnt, aber man konnte ihm nichts neues entgegensetzen, so dass man auf eigene Erfahrungen angewiesen war, die aber oft scheiterten. In gewisser Hinsicht war es auch ein Modetrend mit vielen Mitl\u00e4ufern.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ist der lange Marsch im Arsch?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Die Alternativpresse kann man ersatzlos streichen. Jedes Solidarit\u00e4tsstreben fehlt, derweil s\u00e4mtliche Gevattern ihren eigenen esoterischen Zoff brauen und die Kommunikation eine rein verbale ist, die \u00fcberregionale, effektive Zusammenarbeit nicht erwarten l\u00e4sst. Deshalb wird es allen Beteiligten unm\u00f6glich sein, gr\u00f6ssere Breitengrade, insbesondere \u00fcber den Buchhandel zu erreichen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Welche Chance haben junge Verleger?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Es besteht heute nur noch die M\u00f6glichkeit, den gesetzten Regeln zu folgen und sich in den b\u00fcrgerlichen Buchmarkt einzuklinken oder ganz einzelg\u00e4ngerisch vor sich hinzuwerkeln. Jedem geht es nur um den eigenen Erfolg.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das klingt resignativ.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028&#8220;Ich sehe die Spontaneit\u00e4t, Kreativit\u00e4t und alles, was damals unter dem Schlagwort &#8222;Befreiung&#8220; lief, als konstruktiv und revolution\u00e4r.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Social Beat<\/a>?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Den meisten dieser Autoren fehlt der Blick in die Tiefe. Vor allem wo es um Zusammenh\u00e4nge geht, den Menschen besser zu verstehen, bleiben sie erstaunlich oberfl\u00e4chlich.&#8220;, g\u00e4hnte Biby ostentativ.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Welche Perspektiven sehen Sie f\u00fcr eine unabh\u00e4ngige Literaturszene der 90-er?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Da fragen Sie besser einen Experten f\u00fcr <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1996\/08\/09\/der-otto-versand-der-subkultur\/\">Fanzines<\/a>.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Herr Wintjes, vielen Dank f\u00fcr das Interview.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Arrieregarde in der Nische daneben liess sich nicht ablenken. Kochtopf \u00fcber dem Fegefeuer. Brodelndes Gebr\u00e4u. Die Konzepte-Redaktion schenkte mit der Kelle <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/05\/23\/buchstabensuppe\/\">Buchstabensuppe<\/a> aus. Matthias Schamp veranstaltete eine Russisches Brot auf Esspapier-Performance. KIX liefen als lebende Comic-Figuren umher.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Marion Koerd von Radio Schauerland. Wie begann es eigentlich mit der Minipressenmesse in Mainz?&#8220; \u00fcberraschte die bereits eingef\u00fchrte aufstrebende Jungjournalistin aus Wickede an der Ruhr den Leiter des Minipressen-Archivs. J\u00fcrgen Kipp spulte jedoch, souver\u00e4n und gelassen, wie wir ihn kennen, druckreife S\u00e4tze herunter:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;In Mainz etablierte sich eine Veranstaltung, die die Vitalit\u00e4t der schwarzen Kunst in einem bunten Zufallsraster spiegelt. Alle zwei Jahre wird die Gutenberg-Stadt f\u00fcr vier Tage zum Treffpunkt der Minipressen, Kleinverlage, der Handpressendrucker, Buchk\u00fcnstler und Autoren. Die Mainzer Minipressen-Messe, begr\u00fcndet 1970 vom Drucker Norbert Kubatzki, hat sich aus bescheidenen Anf\u00e4ngen zur Internationalen Kleinverlagsmesse entwickelt. Eine Verkaufsmesse mit ausgedehntem Rahmenprogramm, in der sich zum Teil g\u00e4nzlich unvereinbare Gegens\u00e4tze nebeneinander pr\u00e4sentieren. Pressendrucker hier und Gegen\u00f6ffentlichkeit da, K\u00fcnstler auf der einen und K\u00e4uze auf der anderen Seite: Die Chemie der Personen, die aufeinander treffen, wandelt sich von Messe zu Messe. Das macht ihre Lebendigkeit aus.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Chaos als Lockerungs\u00fcbung?&#8220; vesuchte sich die Nachwuchsjournalistin als Stichwortgeberin. Der Chef-Archivar der deutschen Sub-Kultur sprang darauf an und liess sie an seinem reichen Wissen teilhaben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Vielen ist der Gr\u00fcnder der Rabenpresse, der Eremitenpresse und der Neuen Rabenpresse ein Begriff: Viktor-Otto Stomps. VauO, der in den F\u00fcnfzigern und Sechzigern immer gut war f\u00fcr eine literarische Entdeckung, die er in seiner Eremitenpresse im Taunus vorstellte und dann ziehen liess, wenn ein grosser Verlag darauf aufmerksam wurde, hatte die Idee einer Messe. Eine kleine Messe f\u00fcr all diejenigen, die sich bei ihrer Buchproduktion nicht um Absatzzahlen k\u00fcmmerten. Denen das Blei in der Hand wichtiger war als stumme Zahlen auf dem Konto, denen das Buch mehr war als Nachschlagewerk oder unterhaltsame Lekt\u00fcre. Eine Atlernative zur Frankfurter Buchmesse sollte es sein. Allein ihm selber fehlte das Geld, die Kraft oder einfach nur die Lust. Dennoch hatte er die Idee 1958 geboren, sie wurde \u00fcberdacht, diskutiert, verworfen. 1963 griff der Betreiber der Kyklos-Presse\/Frankfurt das Konzept auf und veranstaltete die 1. Literarische Pfingstmesse. Vorgestellt wurden erstmals einer gr\u00f6sseren \u00d6ffentlichkeit Publikationen der Underdogs, Aussenseiter, Einzelg\u00e4nger, Selberdrucker. VauO bildete seinerzeit eine Art Zentrum, scharte eine Menge Herren, prim\u00e4r junger Herren, um sich und gab die Idee des Selberdruckens wie einen Virus weiter. 1964 folgte die zweite literarische Pfingstmesse, 1968 die dritte. Immer wollte man die avantgardistischen, progressiven, literarisch relevanten Ein-Mann-Verlage, Handpressen, Zeitschriften und Verfasser von Flugbl\u00e4ttern in Europa und \u00dcbersee ausstellen. Die Messe sollte die &#8222;aktuellen, literarischen, k\u00fcnstlerischen und politischen Tendenzen der Gegenwart dokumentieren&#8220;. Die Schau war gut vorbereitet, eine Jury, der unter anderem der damalige Direktor des Klingspor-Museums und sp\u00e4tere Direktor des Gutenberg-Museums, Dr. Hans Halbey, der konkrete Poet Franz Mon, Buchobjektsammler Rolf Dittmar und profilierter Kenner der Alternativszene Horst Bingel angeh\u00f6rten, w\u00e4hlten aus nach dem Prinzip: Im Zweifelsfall ausstellen. Obgleich die Messe im Jahre 1968 mit 266 vorgestellten B\u00fcchern und 112 Zeitschriften aus 18 L\u00e4ndern sehr erfolgreich war, kam es zu keiner weiteren Veranstaltung dieser Art in Frankfurt.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Beeindruckend, Herr Kipp. Wie kam es zur ersten Minipressenmesse?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Norbert Kubatzki, kurz <em>Kuba<\/em>, interessierte weniger die Auswahl, als er 1970 die Idee einer Messe f\u00fcr Kleinverlage in Form der Mainzer Minipressen-Messe aus der Taufe hob. 90 Aussteller zeigten ihre Produkte, rund 9000 Besucher kamen. Unter den Ausstellern finden sich der Wagenbach Verlag, die Galerie Patio Verlag, Burgert Handpresse und Timm Ulrichs, der damals von sich behauptete Ich bin ein Gedicht. Auf langen Tischen einfachst ausgelegt, zeigte sich sehr viel experimentelles: Peter Melzers Tempo book for bad cold days, in welchem seidenweich, bl\u00fctenweiss und antibakteriell bestrahlt eine halbe Packung Tempo-T\u00fccher gebunden waren. Die Am\u00f6benpresse zeigte ihr M\u00e4rchenbuch: ein Buch in Plastikbeuteln mit Rosenbl\u00e4ttern verpackt, oder des Anabas-Verlag brillierte mit dem kleinen Busenbuch, wo ein durchgeschnittener Tennisball auf den Buchdeckel geklebt war. Ursula L\u00fccking, eine der Mitorganisatorinnen um Kuba, schrieb im Katalog zur 5. Messe r\u00fcckblickend: &#8222;1970 hatten wir, d. h. Kuba und seine Freunde, noch den Schwung aus den antiautorit\u00e4ren Tagen in uns. Unsere Aufbruchstimmung war weder parteipolitisch verf\u00e4rbt, noch hatten wir starke Anpassungsschwierigkeiten, die uns f\u00fcr Spontaneit\u00e4t h\u00e4tten untauglich machen k\u00f6nnen. Es sei eine Messe der &#8222;B\u00fcchermacher, K\u00fcnstler und Clowns&#8220; gewesen. Der Drucker der Philippsberger Werkstatt, Herausgeber des &#8222;Minipress-Reports&#8220;, das Info-Medium kleinerer Verlage, sammelte all seine Freunde, Bekannten und geistig Verwandten um sich und veranstaltete seine Drucker Messe, bei der jeder kommen und mitmachen durfte, der selbst druckte. &#8222;Das heisst nicht, dass wir gegen Mini-Bertelsm\u00e4nner sind. Illusionen werden von uns nicht zerst\u00f6rt, wir f\u00f6rdern sie.&#8220; Mit dieser Aussage setzte sich Kuba deutlich ab von den Folgen des 68er Aufbruchs, von den zerebralen Freak Outs wie von der Alternativ- und Apo-Bewegung. Sein Interesse galt den Machern, den Selbermachern. Dennoch war auch in Mainz die allgegenw\u00e4rtige Luft des politischen Aufbruchs sp\u00fcrbar. F\u00fcr st\u00e4ndige Musikberieselung sorgte eine Raubpressung mit Liedern von Wolf Biermann. Zum Raubdruck des Jahres w\u00e4hlte man Arno Schmidts Zettels Traum. Trip Generation von Tiny Stricker aus dem damals sehr jungen Maro-Verlag wurde zum Alternativ-Buch des Jahres ernannt. Kubas Ausstellungsprinzip war: &#8222;Ich schliesse mich den Italienern an, die arte povera oder Arme-Leute-Kunst machen, das heisst: dass man die einfachen Stilmittel benutzt, um Dinge sichtbar zu machen, die sonst unter Buntpapier untergehen. Eine wirksame Massnahme auch insofern, als das man feststellen kann, dass die Leute eher darauf reagieren. Sie entwickeln keine Museumsgef\u00fchle.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Noch kurz etwas zum Preis, der verliehen wird.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Der mit 5.000 Mark dotierte V.O. Stomps-Preis wird verliehen f\u00fcr &#8222;aussergew\u00f6hnliche kleinverlegerische Leistungen oder f\u00fcr besondere buchgrafische oder literarische Leistungen, die in einem Kleinverlag erschienen sind&#8220;. Es ist dem Andenken von Victor Otto Stomps (1897-1970) gewidmet, der als Literat, Drucker und Verleger einer der kreativsten Entdecker der zeitgen\u00f6ssischen Literatur war. Der Stomps-Preis soll dem Wirken in Gehalt, Intention und pers\u00f6nlichem Engagement verbunden sein. Der V.O. Stomps-Preis f\u00fcr aussergew\u00f6hnlich kleinverlergerische Leistungen, die in einem Kleinverlag erschienen sind, wurde erstmals 1979 vergeben. Die Jury des V.O. Stomps-Preises besteht neben Pressendruckern, Fachjournalisten auch jeweils aus Vertretern der im Mainzer Stadtrat vertretenen Parteien. Diese bilden die fachlich unbelastete Fraktion, sorgen gleichzeitig aber auch daf\u00fcr, dass der Preis fachlich zwar vorbelastet, inhaltlich aber unabh\u00e4ngig bleibt. 1987 einigte sich diese Gruppe von neun Menschen darauf, den Preis doppelt zu vergeben. Viktor Otto Stomps, der aristokratische Clochard, der schon 1926 mit seiner Rabenpresse Furore gemacht und von 1949 an mit seiner Eremitenpresse das Vorbild f\u00fcr alle geschaffen hatte, die nach ihm kommen und sagen sollten, sie seien dem Geist und Verm\u00e4chtnis des Johannes Gutenberg verpflichtet. Wiewohl er, was er tat, vorrangig als Handwerk betrieb, er bot zahlreichen Autoren eine Startbasis, die sie bei anderen, den Gross-Verlagen, nie bekommen h\u00e4tten. Als da sind: Ernst Meister, Christa Reinig, Horst Bingel, Otto J\u00e4gersberg, Herbert Achtenbusch, Gabriele Wohmann, Christoph Meckel. Musterg\u00fcltig war die Pr\u00e4sentation, musterg\u00fcltig auch der Umgang mit den Autoren: Sie behielten ihre Urheberrechte, konnten also jederzeit mit den grossen Verlagen kooperieren, ein Zugest\u00e4ndnis, das nach Stomps allerdings kaum einer der Kleinverleger machen wollte. Geehrt werden Buch-K\u00fcnstler, die ein weit zur\u00fcckreichendes Erbe klassischer Buchgestaltung in unsere zunehmend traditionslosere Zeit hin\u00fcberretten und ungest\u00fcmen Neudenkern, die das altert\u00fcmliche Medium Buch bis zur Unkenntlichkeit ver\u00e4ndert in ihre impulsiven Strategien einbauen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Herr Kipp, ich danken Ihnen f\u00fcr das Interview.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Aber gern geschehen Fr\u00e4ulein, kommen Sie doch mal im Archiv vorbei.&#8220; empfahl sich der Cheforganisator der Minpressen-Messe.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Yeah Babe &#8211; verdammt einsam in dieser Stadt.&#8220; raunzte Brigitte Schroeder ihrer Kollegin Sabine D\u00f6hm ins Ohr und f\u00e4chelte sich mit der Eintrittskarte Luft zu.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was machen die denn alle hier?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Proben wahrscheinlich schon f\u00fcr die Minipressen Messe in Mainz.&#8220; merkte Emily trocken an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wof\u00fcr?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das Leitthema der Minipressen-Messe lautet: Hypermedia und bezieht sich auf die explosionsartige Entwicklung auf den Medienmarkt mit all ihren nachhaltigen Folgen f\u00fcr die SchriftstellerInnen-Existenzen. Nach der Home-PC-Invasion begann Mitte der 80-er Jahre die zweite &#8222;Revolution&#8220; auf dem Gebiet der modernen Vervielf\u00e4ltigungstechnik. Der erste digitale Fotokopierer wurde vorgestellt und damit eine unumkehrbare Entwicklung in Gang gesetzt: In absehbarer Zukunft werden wohl die Kopierer ausschliesslich digital arbeiten. Digital &#8211; das technologische Zauberwort schlechthin &#8211; heisst in diesem Fall, dass sich Fotokopierer mit Computersystemen vernetzen lassen. Eine Fotokopie wird in den Computer hineinscanned, dort bearbeitet und so ver\u00e4ndert \u00fcber den Kopierer wieder ausgeben. Das alles ohne Qualit\u00e4tsverluste gegen\u00fcber der Vorlage, nat\u00fcrlich in Farbe und in gr\u00f6sstm\u00f6glicher Schnelligkeit. Der Kommunikation unter allen vorstellbaren technologischen Ger\u00e4ten sind keine Grenzen gesetzt. Sounds aus elektronischen Musikinstrumenten k\u00f6nnen ebenso digital verfremdet werden wie Video- und Still-Video-Bilder, Screen-Machine, Video-Machine. Ein digitales Netzwerk, in dem Schriftsteherinnen multimedial mit dem Telefax, Laserdruckern, Scannern, Video, Soundsamplern und EDV arbeiten. Eine interaktiver Prozess, bei dem die Kollegen und das Publikum jederzeit eingreifen k\u00f6nnen, Beispiel: Die van Gogh-TV-Produktion &#8222;Piazza virtuale&#8220;, w\u00e4hrend der Dokumenta IX live auf 3SAT.\u2028&#8220;In Kopierer und PC steckt das Potential, ganze Verlagsh\u00e4user zu ersetzen.&#8220; raunzte hinter uns J\u00fcrgen Ploog. Emily und ich mussten uns durch den ungew\u00f6hnlich grossen Publikumsandrang quetschen. Der T\u00fcrsteher des Schnabelewopski kam mir bekannt vor. Er \u00e4hnelte bis auf das letzte F\u00e4ltchen dem Rolls Royce der deutschsprachigen Literatur.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ihre Eintrittskarte.&#8220; knatterte er los und verschluckte wie immer die S-Laute.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Bin telephonisch eingeladen worden.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Moment, da muss ich erst mal auf der G\u00e4steliste nachsehen. Frau Abrams, sie k\u00f6nnen dann schon mal herein kommen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Mach et\u2026&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Tut mir leid, kein Eintrag unter dieser Liste.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was soll das heissen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;R\u00e4umen Sie bitte den Eingang, da kommt mein Kollege Rabatz.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ich steh auch nicht auf der G\u00e4steliste.&#8220; brummelte hinter mir Dr. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/11\/14\/hungertuch-2015-fuer-die-kategorie-literatur-enno-stahl\/\">Enno Stahl<\/a>, der seine \u00fcblichen Karate-Kid-Bewegungen vollf\u00fchrte. Ich fragte mich, ob wir den Saal st\u00fcrmen sollten, erinnerte mich daran, dass deutsche Revolution\u00e4re immer Bahnsteigkarten l\u00f6sen m\u00fcssen\u2026<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Macht nix, wenn&#8217;s sein muss ich kann mein Bier auch selber zahlen. Komm schon, Enno, ich lade dich ins <em>Dong Fang Hong<\/em> ein. Da l\u00e4uft heute Abend das Spiel der Woche auf Grossleinwand.&#8220; antwortete ich und drehte ab. Dr. Stahl schlurfte hinterher. Wir nahmen die Abk\u00fcrzung durch die Ewersgasse. Dr. Stahl schien deprimiert zu sein, witterte aber sofort eine Chance. Die Hintert\u00fcr des <em>Schnabelewopski<\/em> wurde ge\u00f6ffnet. Der Koch brachte den Abfall raus. Keine Wachen. Wir also schwuppdiwupp durch den Dienstboteneingang rein in den Laden. Backdoormanm\u00e4ssig; Sie verstehen!?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zosch den Gang runter. Vorbei an der K\u00fcche. Der Ger\u00e4uschpegel stieg. Party im Ballsaal. Dr. Stahl stolperte \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">H\u00fcbsch<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Endlich mal jemand, der vor uns den Kotau macht!&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ist der H\u00fcbsch schon breit?&#8220; fragte mich Dr. Stahl. Eher weniger. Hadayatullah betete gen Mekka. Weiter zur guten Gesellschaft. Das B\u00fcfett war bereits leergefressen. J\u00fcrgen Kipp stand fassungslos daneben. Bat Brigitte Schroeder um einen Beitrag zu seiner Telephonkarten-Edition und schaute sehns\u00fcchtig der Kellnerin nach. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/06\/25\/lost-books-next-generation\/\">Dietmar Pokoyski<\/a> versuchte sich einzumischen und erl\u00e4uterte in einer kurzen Skizze ein Konzept:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften finden j\u00e4hrlich in 172 Sportarten \u00fcberall auf der Welt statt. Warum nicht auch im Bereich der Literatur? Anstelle \u00f6der Literatur-Preise, die ohnehin meist unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit stattfinden und unter der Hand verschoben werden. Bei allem Ernst sollte die Literatur-Meisterschaft nat\u00fcrlich auch als Persiflage auf die g\u00e4ngigen Preise zu verstehen sein, wie auch auf die sportlichen Wettbewerbe &#8211; sie ist gleichzeitig ein Versuch, Literatur n\u00e4her an das Publikum heranzubringen und ausserdem interkontinentale Beziehungen zwischen AutorInnen herzustellen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ich werde es mir gut \u00fcberlegen. Du h\u00f6rst von mir.&#8220;, gab Kipp kurz angebunden zur\u00fcck, st\u00fcrzte sich auf die holde Weiblichkeit und flirtete heftigst mit der Kellnerin BelindaDa. Wilfried Kugel winkte uns zur Theke. Mixte mit einem goldenen Sektquirl einen schlechten Drink. Wenigstens konnte er Bier zapfen und das ist neben Frauen und Fussball ja schliesslich die Hauptsache. \u2028J\u00f6rn Luther l\u00e4chelte (dazu hatte er allen Grund, die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1992\/03\/10\/36857\/\">kaukasus-Trilogie<\/a> war beendet, der Vertrag bei Krash unterschrieben) den jungen Spunden zu und \u00f6ffnete den n\u00e4chsten Bourbon. Emily machte einen Ann\u00e4herungsversuch. Erfolgreich. Gener\u00f6s schenkte Luther ihr das erste Glas ein und l\u00e4chelte diabolisch.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Oh, Bushmills, meine Lieblingsmarke\u2026&#8220; kokettierte Emily.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;\u2026 fr\u00fcher habe ich ja lieber Tequila getrunken.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Habe ich dir eigentlich schon die Geschichte erz\u00e4hlt, als die Brasilianerin eines Abends ins Cafe Collaps kam und Frank und mir beigebracht hat, wie Du das Zeugs korrekt trinkst?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Schenk nach und lass h\u00f6ren!&#8220; leerte Emily \u00fcber das Glas.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;War vor f\u00fcnf Jahren. Nichts los zu der Zeit, wahrscheinlich Ferien. Schon sp\u00e4t in der Nacht. Da stand das Vollweib da, dachte ich: &#8222;Ist ja nur Stoff und Fleisch!&#8220; Steht die Brasilianerin an der Theke und sagt: &#8222;Eine Frau nimmt sich einen Liebhaber, weil jener sie an den Mann erinnert, den sie einst z\u00e4hmte, darauf trinken wir einen, meine Herren!&#8220; Hat sich &#8217;n H\u00e4ufchen Salz auf den rechten Handr\u00fccken gelegt, mit der linken Hand auf die rechten Fingerspitzen gehauen und schwupps war es im Mund. Nachgesp\u00fclt und die Zitrone ausgelutscht, dann sagte sie\u2026&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Warum sind sie noch nicht aus den Startl\u00f6chern heraus?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Genau!&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kein Durchkommen zu Jacobson, der die ganze Zeit \u00fcber von seiner Sekret\u00e4rin abgeschirmt wurde. Seine Angestellte h\u00e4tte Eintrittsgeld nehmen sollen, es w\u00e4re ein Gesch\u00e4ft geworden. Ab und an lehnte sich der grosse Meister auf die Theke und kritzelte mit fahriger Schrift neue K\u00fcrzestgeschichten auf diverse Bierdeckel. Ein verfilzter Fall f\u00fcr Cracked Egg bahnte sich an.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ansonsten war die ganze Meschpoke zum Freisaufen da.. Der Wiener Kreis um Eberhard Petschinka, der mit Marina Rother und Eckhard Patzer das digitale H\u00f6rspiel klarmachte. Der Radio-Hahn kr\u00e4hte die fr\u00f6hliche Botschaft: Limes hinaus. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/04\/24\/der-randgaenger-der-poesie\/\">J\u00fcrgen Diehl<\/a> orderte einen Linie, dazu ein frisches Veltins und diskutierte mit Eton Streibel \u00fcber Mekka Concervesi, das Labor und den Saxophonisten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/09\/07\/frank-michaelis-hungertuch\/\">Frank Michaelis<\/a>. Ingrid Schl\u00fcter sch\u00e4lte eine Orange und bet\u00f6rte damit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/09\/03\/die-hungerrolle\/\">Jens Pr\u00fcss<\/a>, der gerade seinen Job beim Literaturb\u00fcro NW geschmissen hatte und der Zukunft gelassen entgegen sah. Bruno Runzheimer l\u00e4chelte nur \u00fcber den ganzen Clan, hielt sich diskret zur\u00fcck und leerte statt eines Dortmunder Pils mit Barbara Ester eine Wanne Eickel. Hadayatullah H\u00fcbsch gesellte sich dazu, trank Pfefferminztee, gab Anekdoten zu den Beatniks zum besten, versprach einem Kleinverleger einen Rezension, falls er ihn ver\u00f6ffentliche, schwelgte \u00fcber Kerouac, Ginsberg, Corso und Ferlinghetti und schrieb nebenbei die Coverversion &#8222;Heule&#8220;, ein Gedicht, mit dem er erst aufh\u00f6rte, als die Rolle Toilettenpapier den Schriftzug Sie haben nur noch f\u00fcnf Bl\u00e4ttchen zeigte. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/08\/10\/das-hungertuch-fuer-peter-engstler\/\">Peter Engstler<\/a> sah ihm neugierig \u00fcber die Schulter, ein Fall f\u00fcr EngPol?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Volont\u00e4rin der bereits erw\u00e4hnten Radiostation pirschte sich behutsam an H\u00fcbsch heran.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Marion Koerd von Radio Schauerland. Warum sind Sie zum Islam konvertiert?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;N\u00e4chste Frage.&#8220; gab Hadayatullah lakonisch von sich. Er hatte wahrscheinlich von Biby \u00fcber die Preminger PK zu Carmen Jones geh\u00f6rt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wie fing denn Ihrer Meinung die Geschichte des Undergrounds in der damaligen Bundesrepublik an?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;In den Teestuben, Wg&#8217;s und Landkommunen artikulierte sich zum ersten Mal Alternative \u00d6ffentlichkeit. Sie setzte sich fort bei Stadtzeitungen und der TAZ, bis hin zu den vielen kleinen Literaturzeitschriften.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Haben Sie ein Beispiel parat?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;<em>und<\/em>, die Zeitung f\u00fcr angebliche Literatur und andere branchen\u00fcbliche Kommunikationsformen in dementsprechender Aufmachung, vom Maro-Verlag. Abgedruckt wurden in der Doppelnummer 9\/10 fiktive Briefe unter anderem von Theobald oder Rolf Br\u00fcck. Briefe, die das Leben schrieb, so auch von Tiny Stricker, dem Szenenautor, dem es als ersten gelang, mit einem Buch, das in der Alternativpresse erschien, alsbald in die Taschenbuchreihe eines kommerziellen Verlags \u00fcbernommen zu werden. Die Szene bekannte sich zum Halbfertigen, zum Fundst\u00fcck, im Gegensatz zur Kunst.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Gibt es \u00fcberhaupt noch nonkonformistische Literatur?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Alternative ist immer nur da, wo sie gelebt wird und nicht mehr da, wo sie nur gefordert oder nur reproduziert wird.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ich habe noch zwei Fragen.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Kommen Sie zur zweiten Frage.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;L\u00e4sst sich die nonkonformistische Literatur kategorisieren?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Inhaltlich lassen sich drei Hauptlinien abzeichnen: Einmal jene Hefte, die im Gefolge der amerikanischen Beatliteratur eine harte Sensibilit\u00e4t propagieren, dann die &#8222;Avantgarde&#8220;, die sich herk\u00f6mmlichen Literaturdefinitionen und Gattungen entziehen will, indem sie einen Freiraum von Gedankenerfahrung und Bewusstseinsnot verbindet und die Distanz zur kreativen der Widerspr\u00fcche mit emsig-ironischen Sprachentfaltungen verk\u00fcrzt. Und schliesslich mehr herk\u00f6mmliche Literatur, die Sch\u00f6ngeistiges produziert und auf Glanzpapier oder im Billig-Off-Set-Druck die F\u00f6rderung der Poesie im Sinn hat.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Herr H\u00fcbsch, vielen Dank f\u00fcr das Interview.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Stahl entdeckte, zwischen einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1992\/12\/13\/schland\/\"><em>Schland<\/em><\/a>-Arbeit von Peter Meilchen und einem fr\u00fchen Martini, eine E-Gitarre an der Wand. Schnallte sich das Ger\u00e4t um und gab unplugged seine Rocktexte zum Besten. Den meisten Beifall bekam er von Pascha Anderssein, dem J\u00e4ger des versunkenen Schatzes.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wie kommt der denn hierher?&#8220; fragte Pappelfuss-Gyros sein Wessi-Pendant Klingklang.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Hat wohl seine Penck-Arbeiten verkauft, um den T\u00fcrsteher zu schmieren.&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2028&#8220;Weigoni, endlich\u2026&#8220; rief mir Dietmar Pokoyski hektisch zu.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;\u2026 hast Du das Manuskript dabei?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wof\u00fcr?&#8220;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Du sollst doch hier meine LOST BOOKS Ausstellung er\u00f6ffnen!&#8220;\u2028 Mir schwante gar f\u00fcrchterliches. Ankha half mir aus der Patsche. Ein kurzer Griff in den Notarztkoffer des Krash-Verlages f\u00f6rderte eine ofenfrische Rede hervor. Wilfried Kugel mixte mir mit dem goldenen Sektquirl ein Glas &#8222;Krug&#8220;. Auf Sprech\u00fcbungen musste ich verzichten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ein Kaplan klebt pausenlos Pappplakate.&#8220; raunzte mir Kai M\u00f6nnich zu und brachte es problemlos zustand die Explosionslaute zu unterdr\u00fccken.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Unter einer schottischen Fichte sitze ich und recherchiere in griechischer und tschechoslowakischer Geschichte, w\u00e4hrend sich chinesische Schwarzspechte in \u00f6sterreichische L\u00f6schteiche st\u00fcrzen.&#8220; fl\u00f6tete Marion Haberstroh. Schampus und Manuskript in der Hand stiefelte ich lustlos auf die B\u00fchne, um gegen Windm\u00fchlenfl\u00fcgel zu k\u00e4mpfen. Folgendes stand auf dem Manuskript, es gilt das gesprochene Wort:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sch\u00f6ner wohnen. Am Anfang war der Gedanke &#8211; und dann sprach er sich aus. Als er sich ausgesprochen hatte, stellte er fest, das er revidiert werden musste. Die Lost Books sind Minus-B\u00fccher, schwarze L\u00f6cher der Buchmarktgalaxy. Sie stellen sich den Kriterien ISO 2108-1972 und DIN 1262 mit all dem entgegen, was sie auszeichnet: das Spiel mit den Gesetzen von Literatur, Handwerk und Markt. Aber die Lost Books lugen auch \u00fcber ihre Grenzen als Multiple hinaus, wenn Pokoyski seine Sprach und Ordnungs-Motive seriell durch die Gattungen dekliniert: Rauminstallationen entstehen mit und\/oder zu den Objektb\u00fcchern, Dar\u00fcber hinaus wieder Texte, Videos und Performances, die einen neuerlichen Zugriff auf das Medium Sprache erm\u00f6glichen. Was sogleich bei Dietmar Pokoyskis Rauminstallation Lost Books ins Auge springt, ist die Tatsache, dass sich in seiner Wohnung kein B\u00fccherregal klassischer Pr\u00e4gung befindet; sprich: gut abgehangene bildungsb\u00fcrgerliche Pr\u00e4senz und von den Zeitl\u00e4uften durchgehangenes Material. Wir suchen vergeblich nach erfurchtgebietend gebundenen B\u00fcchern, die uns den R\u00fccken zukehren. Hier wird keine Literatur pr\u00e4sentiert, die sich von uns abwendet. Wir sehen etwas, was sehr vage an die b\u00fcrgerliche Kulturform Literatur erinnert, stolpern \u00fcber: Buchobjekte \/ Objektb\u00fccher, Buchskulptur \/ Objektliteratur &#8211; und schliesslich als Schnittstelle, die Werkzeuge des digitalen Zeitalters: Computer, Video, Etzettera\u2026 Werkzeuge, die einen neuerlichen Zugriff auf das Medium Sprache erm\u00f6glichen und einen anderen R\u00fcckblick auf die sch\u00fctzende H\u00fclle, mit der sich die Literatur seit Gutenbergs genialer Erfindung bleischwer umm\u00e4ntelte. Die Lesbarkeit der Welt ist g\u00e4nzlich verloren gegangen. Fr\u00f6mmigkeitshaltungen haben keine Konjunktur mehr. Bl\u00fctenweiss. Unbefleckt. Keimfrei. Papier ist geduldig. W\u00fcrde es sich wirklich wehren\u2026 w\u00e4re es um den Zustand der Literatur sicherlich besser bestellt. Dem Axiom folgend, dass es einen erweiterten Kunstbegriff gibt, vollzieht die schwarze Kunst in den Lost Books einen Quantensprung in \u00e4hnliche Dimensionen. Literatur der &#8217;90er ist: L.I.T. = Logistik, Information, Transfer! Dietmar Pokoyski pr\u00e4sentiert Ihnen mit einem ironischen Augenzwinkern: B\u00fccher einer Zurschaustellung, unterteilt in ein ABC, bei dem die Katze andere Abdrucke hinterliess als g\u00e4ngige Fussspuren. Ihm kommt der Verdienst zu, die Literatur aus ihrem sch\u00f6ngeistigen Ghetto befreit zu haben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiederbeatmung. Mehr Literatur ins Leben, mehr Leben in die Literatur durch die Profanisierung des Erhabenen. Endenwollender Applaus von den wenigen Zuh\u00f6rern.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Treff der Titanen &#8211; Epilog<\/em><\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das war eine langweilige Geschichte, weil sie von vorne bis hinten erstunken und erlogen ist. Sie handelt von Menschen, die sich nie begegnet sind und auch nie begegnen werden. Die wahren Geschichten schreibt nur das Leben selbst. Darum sind Schriftsteller auch nie dabei, wenn diese Geschichten stattfinden, um mitzustenografieren. So einfach k\u00f6nnte Literatur sein. Mich wundert, dass niemand darauf kommt.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"fontSize\":\"large\"} -->\r\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":65501,\"width\":287,\"height\":413,\"sizeSlug\":\"large\"} -->\r\n<div class=\"wp-block-image\">\r\n<figure class=\"alignleft size-large is-resized\">\r\n<div id=\"attachment_65501\" style=\"width: 219px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-image-65501 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-209x300.jpg 209w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-260x374.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes-160x230.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Biby_Wintjes.jpg 383w\" sizes=\"auto, (max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><p id=\"caption-attachment-65501\" class=\"wp-caption-text\">Josef &#8222;Biby Wintjes. Portr\u00e4t: Bruno Runzheimer<\/p><\/div>\r\n<\/figure>\r\n<\/div>\r\n<!-- \/wp:image -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph \/-->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph -->\r\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Redaktionelle Vorbemerkung: Die KUNO-Redaktion bat A.J. 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