{"id":15894,"date":"2013-05-29T00:01:44","date_gmt":"2013-05-28T22:01:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15894"},"modified":"2021-10-12T14:14:03","modified_gmt":"2021-10-12T12:14:03","slug":"touristen-mit-fotoapparaten","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/05\/29\/touristen-mit-fotoapparaten\/","title":{"rendered":"Touristen mit Fotoapparaten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/fever-pitchCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-15897\" title=\"fever-pitchCover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/fever-pitchCover.jpg\" alt=\"\" width=\"240\" height=\"240\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/fever-pitchCover.jpg 240w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/fever-pitchCover-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 240px) 100vw, 240px\" \/><\/a>Nick Hornby, den KUNO als Autor des Romans Fever Pitch sch\u00e4tzt, hat der ZEIT ein bemerkenswertes <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/sport\/2013-05\/interview-hornby-fussball-arsenal\">Interview<\/a> gegeben. Hier ein Auszug:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>ZEIT ONLINE: <\/strong>Wie beurteilen Sie als Fan die Entwicklung, dass Geld immer mehr zum alles bestimmenden Faktor des Spiels wird?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Hornby: <\/strong>Ich hasse es nat\u00fcrlich. Es nimmt jeglichen Wettkampf aus einem Turnier. Wer wird n\u00e4chstes Jahr Meister in Frankreich, Deutschland, England, Spanien? Es ist langweilig. Und Fans, die l\u00e4ngst wissen, dass ihre Mannschaft sowieso nicht gewinnen kann, m\u00fcssen trotzdem l\u00e4cherlich hohe Eintrittspreise bezahlen. Aber es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn wir zumindest in demselben Wettkampf w\u00e4ren wie der Rest. Ich versp\u00fcre langsam eine allgemeine Entzauberung, ein Schwinden des Interesses. Es gab diese Saison eine Menge leerer Pl\u00e4tze bei Arsenal, und das nach Jahren restlos ausverkaufter Spiele. Und es gab viele Touristen mit Fotoapparaten, die einfach nichts zur Stimmung im Stadion beitragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Fu\u00dfball ist das Crack des Volks<\/span><\/p>\n<p>Terry Eagleton kommt im FREITAG zu einer \u00e4hnlichen <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/autoren\/nils-markwardt\/sport-sollte-man-abschaffen\">Einsch\u00e4tzung<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie haben geschrieben, dass Fu\u00dfball heute nicht nur das Opium, sondern das Crack des Volks ist. Das deutsche Champions-League-Finale in Wembley gucken Sie sich also nicht an?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ehrlich gesagt, ich wei\u00df nicht einmal davon. Ich habe auch oft Streit mit Taxifahrern, wenn die zu mir sagen: \u201eAh, Sie sind bestimmt wegen des Spiels in der Stadt.\u201c Dann sage ich: \u201eMeiner Meinung nach sollte Sport einfach abgeschafft werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Aus der Tiefe des Raumes<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Falls die Beschreibung \u201eKaum jemand hat Literatur und Fu\u00dfball so verbunden wie Sie.\u201c auf Peter Esterh\u00e1zy zutrifft, so sollte man im gleichen Atemzug auch den rheinisch\/ungarischen Schriftsteller A.J. Weigoni nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unl\u00e4ngst hat Weigoni seine Proletenoperette \u00bbTore : Punkte = Meisterschaft\u00ab, festiggestellt. Das St\u00fcck beschreibt eine Woche des fiktiven Vereins Borussia; die authentische Geheimsprache des Fussballs in einer abgeschirmten Welt. Und \u2013 was wir schon immer ahnten \u2013 die wahren Kulissenschieberinnen sind Frauen, die den M\u00e4nnern ihr Spielzeug grossz\u00fcgig belassen, damit sie ihren Spieltrieb ausleben k\u00f6nnen. Das St\u00fcck ist keine Kom\u00f6die; es muss mit vollem Ernst gespielt werden, um das L\u00e4cherliche dieser Trag\u00f6die darzustellen. Das Geschehen sollte nicht auf einer zentralen B\u00fchne spielen, sondern an unterschiedlichen Spielst\u00e4tten im Raum, mitten im Publikum. Die G\u00e4nge der Schauspieler sollten die Wege sein, die das Publikum auch nimmt. Das \u201cVereinsheim\u201d sollte in der Halbzeitpause auch das Caf\u00e9 f\u00fcr das Publikum sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie es auch bei <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/kultur\/literatur\/2012-03\/interview-peter-esterhazy\">Interview<\/a> mit Esterh\u00e1zy anklingt, befindet sich diese traditionelle Sportart im Medienzeitalter einer Transformation. Der Sieg von heute gilt fast schon als Nachricht von gestern. Es z\u00e4hlt, was morgen auf der Tagesordnung steht. Pause machen nur Verlierer. Gewinner kennen nur die Verl\u00e4ngerung. Was z\u00e4hlt, ist l\u00e4ngst nicht mehr das Fussball\u2013Spiel, was sich rechnet ist der z\u00e4hlbare Erfolg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erfolg fehlt dem Verein Borussia, den Weigoni \u00bbTore : Punkte = Meisterschaft\u00ab beschreibt, nach einem missgl\u00fcckten Saisonstart, und schon stellt sich ein unsichtbares Ritual ein: Krisenmanager sind im Vorstand gefragt. Viele K\u00f6che suchen nach einem Erfolgsrezept und probieren alte Mittel aus: Ein \u00fcberraschender Transfer liegt in der Luft. Die passende Gelegenheit wird genutzt, um einen erfolglosen Trainer als Entwicklungshelfer in die W\u00fcste zu schicken. Ein ehrgeiziger Altstar bl\u00fcht nach einem Kreuzbandriss wieder auf. Der bisexuelle Jungstar findet nach seinem Coming\u2013out aus der Formkrise. Und nicht zuletzt: ein neuer Trainer bringt frischen Wind mit alten Tugenden, um \u00fcber den Kampf wieder zur\u00fcck ins Spiel zu kommen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vertreten wird \u00bbTore : Punkte = Meisterschaft\u00ab durch den adspecta-Theaterverlag. Ob es zu EM 2012 zur Auff\u00fchrung gelangt, war nach Redaktionsschlu\u00df noch nicht zu erfahren, wir rechnen\u00a0 mit einer Auff\u00fchrung zur WM 2014.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang sei auf ein KUNO-<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=3365\">Gespr\u00e4ch<\/a> mit Theo Breuer hinweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nick Hornby, den KUNO als Autor des Romans Fever Pitch sch\u00e4tzt, hat der ZEIT ein bemerkenswertes Interview gegeben. 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