{"id":15730,"date":"2013-10-21T00:35:30","date_gmt":"2013-10-20T22:35:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15730"},"modified":"2019-10-05T18:38:31","modified_gmt":"2019-10-05T16:38:31","slug":"hommage-an-peter-meilchen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/21\/hommage-an-peter-meilchen\/","title":{"rendered":"Hommage an Peter Meilchen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Gestorbenen haben zuweilen die Angewohnheit, uns Hinterbliebenen Mut zuzusprechen. Ungleich einfacher scheint es, wenn es sich bei dem Verstorbenen um einen K\u00fcnstler handelt. Den Roman <em>Schimpfen<\/em> von Peter Meilchen zu ver\u00f6ffentlichen ist mehr als Trauerarbeit. Es ist der Versuch einer notwendigen Reparatur einer schicksalhaften Ungerechtigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Er war die interessanteste Doppelbegabung seit Marcel Broodthaers<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_15736\" style=\"width: 123px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/PeterMeilchen1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15736\" class=\"size-medium wp-image-15736\" title=\"PeterMeilchen\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/PeterMeilchen1-113x300.jpg\" alt=\"\" width=\"113\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/PeterMeilchen1-113x300.jpg 113w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/PeterMeilchen1-387x1024.jpg 387w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/PeterMeilchen1.jpg 855w\" sizes=\"auto, (max-width: 113px) 100vw, 113px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15736\" class=\"wp-caption-text\">Peter Meilchen, Portr\u00e4t von Jesko Hagen<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sowohl als bildender K\u00fcnstler, wie auch als Autor ist Peter Meilchen ein Beobachtungsvirtuose, der viele Preziosen zu bieten hat, Wahrnehmungen, die vielleicht nicht unbedingt lebenswichtig sind, aber gerade in ihrer Fokussierung des Nebens\u00e4chlichen dem Betrachter und dem Leser Aha\u2013Erlebnisse und Wiedererkennungseffekte verschaffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Mehr Kunst in das Leben \/ mehr Leben in die Kunst<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reich an Adjektiven, an Partizipien und an sich windenden, immer in neue Ecken sp\u00e4henden S\u00e4tzen sind diese ausgefeilten Arbeiten. Vor allem Farbeindr\u00fccke nehmen darin breiten Raum ein. Zwischen Schwarz und Gr\u00fcn bewegt sich seine Beobachtung eines Unsichtbaren. Die R\u00fcckkehr ins Rheinland steht bei Schimpfen im Zeichen von Gelbt\u00f6nen, die schnell vom Satt\u2013Sch\u00f6nen ins Erdige umschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Als Artist in mehreren Medien zu Hause<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Meilchen flanierte, begegnete ihm ein \u00dcberma\u00df an Welt. Das mu\u00dfte er bew\u00e4ltigen \u2013 mit Sprache, mit S\u00e4tzen und Satzfragmenten, in denen die Welt weiter m\u00e4andert, vibriert und manchmal auch herausbr\u00fcllt. Er portr\u00e4tierte in seinem Werk eine untergehende Welt \u2013 und \u00fcberwand sie. Opulenz, W\u00fcrde und Gesellschaftsanalyse verband er wie kein anderer. Meilchen hat der deutschsprachigen Literatur mit Schimpfen etwas gegeben, was sie bitter n\u00f6tig hat: Sanftheit, Poesie, Selbstironie; Leichtigkeit und Understatement.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Verzicht auf weinseelige Rheinromantik<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollten wir Romantik als Autonomie des Imagin\u00e4ren verstehen, dann handelt es sich bei Schimpfen durchaus um eine romantischen Prosa, die sich aus der Spannung zwischen Realit\u00e4t und Imagination, Besitzen und Begehren ergibt. Es ist ein Text ohne Ged\u00e4chtnis, allein von Erinnerungen an Bilder, Ger\u00fcche, Gef\u00fchle getragen und auf der Suche nach einer zu erz\u00e4hlenden Geschichte. Wer von seinem Leben erz\u00e4hlt, erz\u00e4hlt immer eine Erfolgsgeschichte. Wer erz\u00e4hlt, lebt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Meilchens Biografie endet nicht mit dem Tod, er lebt weiter \u2013 durch sein Werk.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverSchimpfen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-15741\" title=\"CoverSchimpfen\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverSchimpfen.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\"\/><\/a>Schimpfen<\/strong>, von Peter Meilchen, Edition Das Labor, Linz, Neheim, M\u00fclheim an der Ruhr 2013 \u2013 Der Erstauflage ist limitiert und mit einem Stempel versehen. Da Freunde und F\u00f6rderer sich bereits im Vorfeld ihr Exemplar gesichert habe, r\u00e4t KUNO nicht zu z\u00f6gern und sich diese Preziose zu sichern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Werke von Peter Meilchen sind \u00fcber die Edition Das Labor <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=208\">erh\u00e4ltlich<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 27. Oktober wird um 17.00 Uhr in der Werkstattgalerie der Bogen (M\u00f6hnestr. 58 \/ 59755 Arnsberg-Neheim) der Schauspieler Kai M\u00f6nnich wird aus Peter Meilchens Roman <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15756\">Schimpfen<\/a> vortragen, der in diesem Jahr ver\u00f6ffentlicht wurde. Zu diesem Anlass haben die Mitglieder der Ateliergemeinschaft gemeinsam eine Ausstellung konzipiert, welche sich vor allem zwei Aspekten widmet, den gro\u00dfen fotografischen Arbeiten und den winzigen St\u00fccken. Dabei werden einige durchaus bekannte, einige noch nie gezeigte Arbeiten zu sehen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gestorbenen haben zuweilen die Angewohnheit, uns Hinterbliebenen Mut zuzusprechen. Ungleich einfacher scheint es, wenn es sich bei dem Verstorbenen um einen K\u00fcnstler handelt. Den Roman Schimpfen von Peter Meilchen zu ver\u00f6ffentlichen ist mehr als Trauerarbeit. Es ist der Versuch&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/21\/hommage-an-peter-meilchen\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":17327,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1289,52],"class_list":["post-15730","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-kai-monnich","tag-peter-meilchen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15730","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15730"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15730\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15730"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15730"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15730"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}