{"id":15724,"date":"2020-10-02T00:01:49","date_gmt":"2020-10-01T22:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15724"},"modified":"2023-07-19T13:42:40","modified_gmt":"2023-07-19T11:42:40","slug":"bild-der-vergangenheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/10\/02\/bild-der-vergangenheit\/","title":{"rendered":"Das wahre Bild der Vergangenheit huscht vorbei"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vergangenheit f\u00fchrt einen heimlichen Index mit, durch den sie auf die Erl\u00f6sung verwiesen wird. Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Fr\u00fcheren gewesen ist? Ist nicht in Stimmen, denen wir unser Ohr schenken, ein Echo von nun verstummten? Haben die Frauen, die wir umwerben, nicht Schwestern, die sie nicht mehr gekannt haben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freilich f\u00e4llt erst der erl\u00f6sten Menschheit ihre Vergangenheit vollauf zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wahre Bild der Vergangenheit huscht vorbei. Nur als Bild, das auf Nimmerwiedersehen im Augenblick seiner Erkennbarkeit eben aufblitzt, ist die Vergangenheit festzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergangenes historisch artikulieren hei\u00dft nicht, es erkennen \u00bbwie es denn eigentlich gewesen ist\u00ab. Es hei\u00dft, sich einer Erinnerung bem\u00e4chtigen, wie sie im Augenblick einer Gefahr aufblitzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p class=\"hide-if-no-js\" style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-98124 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Walter_Benjamin-248x300.jpg\" alt=\"\" width=\"248\" height=\"300\" \/>Zum 80. Todestag von Walter Benjamin erinnert KUNO an diesen Denker und l\u00e4\u00dft die Originalit\u00e4t und Einzigartigkeit seiner Gedanken aufscheinen. Wir streuen \u00fcber das Jahr Prosa aus dem Benjaminschen Text-Steinbruch ein. Er war ein Gro\u00dfmeister des Aphorismus. Der in der Schwebe gelassene Sinn, die Produktion von Ambiguit\u00e4t &#8211; was f\u00fcr Roland Barthes Brecht im Theater geleistet hat, indem er die Sinnfrage zwischen B\u00fchne und Zuschauerraum neu verteilte &#8211; findet sich in der Kunstform der <em>Twitteratur<\/em> wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/06\/twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>. Assoziatives zu Benjamins <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=55018\">Engel der Geschichte<\/a> von Holger Benkel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Vergangenheit f\u00fchrt einen heimlichen Index mit, durch den sie auf die Erl\u00f6sung verwiesen wird. Streift denn nicht uns selber ein Hauch der Luft, die um die Fr\u00fcheren gewesen ist? 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