{"id":1553,"date":"2012-02-10T00:20:46","date_gmt":"2012-02-09T23:20:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1553"},"modified":"2023-08-27T08:11:50","modified_gmt":"2023-08-27T06:11:50","slug":"vom-erhabenen-zum-grotesken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/02\/10\/vom-erhabenen-zum-grotesken\/","title":{"rendered":"Vom Erhabenen zum Grotesken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1554 alignright\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover2.jpg\" alt=\"\" width=\"148\" height=\"233\" \/><\/a> \u201eDas eigentliche Vergn\u00fcgen an der Arbeit des Schriftstellers\u201c, erkl\u00e4rte der amerikanische Autor Walker Percy, \u201esind die Kontraste zwischen dem Schreiben als M\u00f6glichkeit, das Leben zu ordnen, und der darin berichteten allt\u00e4glichen Unordnung\u201c. Solche Kontraste sind auch im Werk des Olaf von der Heydt sichtbar. In seinem Roman, \u00bbDie Mission\u00ab, l\u00e4\u00dft von der Heydt den Kommissar Holger Heinick allm\u00e4hlich den Bezug zur Wirklichkeit verlieren. Er kommuniziert, im abgeschnittenen Infinitiv der Sprechblasen von Comics zu k\u00f6nnen, weil diese Redeform die eheste Gegenwart ist. Man fragt sich ob man Zeitgeschichte auch in dem Sinn verstehen lasse, da\u00df Zeit \u00fcbereinandergeschichtet wird. Um das Gewicht dieser geschichteten Zeit aus halten zu k\u00f6nnen, w\u00fcrden selbst Comic\u2013Superhelden die Mundwinkel vor Weltekel nach unten h\u00e4ngen. Olaf von der Heydt beschreibt in n\u00fcchternen S\u00e4tzen, emotionslos und klar, wie das Leben dieses Kommissars aus den Fugen ger\u00e4t. Es ist eine satirische Mischung aus Kriminalroman, Agententhriller und Science\u2013Fiction\u2013Story, die irrwitzige Antworten auf die Fragen nach Gott, dem Universum und allem gibt. Die Germanistik, die lieber gute Literatur von guten Menschen behandelt, verachtet SF\u2013Literatur und \u00fcbernimmt diese Wertung, die sich auch ohne weiteres mit einschl\u00e4gigen Titeln belegen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Olaf von der Heydt geh\u00f6rt zu der Generation \u201eKassettenkinder\u201c, einem Kulturph\u00e4nomen der alten BRD. Diese analoge Abspielm\u00f6glichkeit auf Magnettonband begleitete Kinder durch die 1980er Jahr, wodurch eine spezielle Form von H\u00f6rspielkollektivged\u00e4chtnis entstanden ist, aus dem sich ein sentimentaler Retro-Kult speist. Die H\u00f6rspielhelden der Kindheit scheinbar sind viel tiefer im Ged\u00e4chtnis dieser Kids verankert, als es Protagonisten aus B\u00fcchern, Filmen oder gar aus dem Radio je sein k\u00f6nnten. Da Kinder ihre Lieblingskassetten wieder und immer wieder anh\u00f6ren, kennen sie die Geschichten Wort f\u00fcr Wort auswendig. Und dies\u00a0 meistenfalls auch f\u00fcr\u00a0 den Rest ihres Erwachsenenlebens. Vor daher erscheint es \u201enormal\u201c, da\u00df Menschen \u00fcber 30 sich \u201eF\u00fcnf Freunde\u201c-, \u201eDrei ???\u201c- oder \u201eTKKG\u201c-Abenteuer auch weiterhin anh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen hat er auch selber H\u00f6rspiele geschrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Kassettent\u00e4ter<\/em><\/strong> ist der \u00dcberbegriff f\u00fcr eine Vielzahl von Ver\u00f6ffentlichungen die Ende der 1970er und vor allem in den 1980er Jahren in Deutschland erschienen sind. Gemeinsam war den Ver\u00f6ffentlichungen der Tontr\u00e4ger Kassette. Lesen Sie dazu auch den einf\u00fchrenden <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=40989\">Essay<\/a> aus dem KUNO-Archiv.<\/p>\n<dl>\n<dt>\n<div class=\"wp-caption alignright\" style=\"text-align: justify;\">\n<p class=\"wp-caption-text\">\n<\/div>\n<div id=\"attachment_100697\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-100697\" class=\"wp-image-100697 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Home_taping_is_killing_music1.png\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"182\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Home_taping_is_killing_music1.png 220w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Home_taping_is_killing_music1-160x132.png 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 220px) 100vw, 220px\" \/><p id=\"caption-attachment-100697\" class=\"wp-caption-text\">Home Taping Is Killing Music war eine Kampagne der British Phonographic Industry. Der Slogan war meist als Aufkleber auf Plattencovern zu finden.<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Laut Deutschlandfunk sind Tapes \u201eHipper als Vinyl\u201c. Herr Nipp erhebt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/10\/04\/schallplattenspieler\/\">Einspruch<\/a>, 1986 wurden zum ersten Mal mehr CDs als Schallplatten gekauft. Nun hat Vinyl die CD wieder \u00fcberholt. Die Redaktion l\u00e4\u00dft nach diesem Pro auch ein Contra <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/12\/10\/press-play-25-jahre-literaturclips\/\">zu Wort kommen<\/a>.<\/p>\n<\/dt>\n<\/dl>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas eigentliche Vergn\u00fcgen an der Arbeit des Schriftstellers\u201c, erkl\u00e4rte der amerikanische Autor Walker Percy, \u201esind die Kontraste zwischen dem Schreiben als M\u00f6glichkeit, das Leben zu ordnen, und der darin berichteten allt\u00e4glichen Unordnung\u201c. 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