{"id":15451,"date":"2013-06-08T00:05:51","date_gmt":"2013-06-07T22:05:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15451"},"modified":"2019-01-10T09:46:11","modified_gmt":"2019-01-10T08:46:11","slug":"der-allverwender","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/08\/der-allverwender\/","title":{"rendered":"Der Allverwender"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #888888;\">Zum 5. Todestag von\u00a0Peter R\u00fchmkorf erinnert KUNO an den Lyriker mit einem Gespr\u00e4ch, da\u00df \u00a0Francisca Ricinski mit ihm gef\u00fchrt hat.<\/span><\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><strong>Francisca Ricinski:<\/strong>\u00a0Als Sie 75 wurden, feierte man Sie wie einen \u00fcber\u00adragenden Leuchtturm der deutschen Dichtung, einen Leuchtturm im Sinne von Arthur Rimbaud. Ihre Pr\u00e4senz in allen Medien war \u00fcberw\u00e4ltigend. Staunend stellte man fest, dass Autor und Werk im Fluss der vielen Jahre nichts an Popularit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft hatten.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\" align=\"justify\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/cover-tabu.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-15461\" title=\"cover-tabu\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/06\/cover-tabu.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"248\" \/><\/a>Peter R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Naja, so ein klein bisschen anders verlief die Entwicklung dann doch. F\u00fcr eine ganze Zeitlang hatte man mich gar nicht mehr so ganz auf der Rechnung. Romane \u2013 Romane \u2013 Romane der nun gesamt\u00addeutschen Szenerie beherrschten die bekannte Saisonbericht\u00aderstat\u00adtung. Tja, und da kam ich denn zeit\u00adgleich mit zwei auto\u00adbiographischen Dingen heraus, meinem so benannten \u201eTABU II\u201c und dem allerdings h\u00fcbsch bebilderten Lebens\u00adl\u00e4ngsschnitt \u201eWenn ich mal richtig ICH sag\u201c bei Steidl, und hatte mal wieder zwei Maulwurfs\u00adhaufen auf der gr\u00fcnen Wiese aufgeworfen.<\/div>\n<div align=\"justify\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Bei Ihrer j\u00fcngsten Lesung im Museum Arp zeigten sich \u00fcber 100 Zuh\u00f6rer von Ihrer scharf\u00adsinnigen und auch sinnlich\u00a0\/ melan\u00adcho\u00adlischen Poesie, Ihrer ent\u00adflam\u00admen\u00adden Dialogs- und Rezitations\u00adkunst und nicht zuletzt von der Nat\u00fcrlich\u00adkeit Ihrer Person begeistert. Was empfindet man bei einem so hohen Ansehen, wie gehen Sie damit um? Finden Sie nicht, dass die erste Silbe Ihres Familien\u00adnamens schon den Hinweis auf eine Pr\u00e4destinierung zum Ruhm enth\u00e4lt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Sie sind sehr freundlich zu mir, was mich freut, wie die allgemein \u2013 doch, das darf ich schon sagen \u2013 geneigte Aufnahme bei einem nicht ganz unelaborierten Publikum im K\u00fcnstlerbahnhof Rolandseck. Immer bedenken Sie: ein aufgeschlossenes und zunehmend animiertes Publikum ist schon die halbe Miete. Und wo der Resonanzraum sich zunehmend belebt, kommt man auch selbst r\u00fcckbefl\u00fcgelt auf Touren. Allerdings: mit den Namensdeutungen ist das immer so eine Sache. Tats\u00e4chlich hat der Name mit Ruhm zun\u00e4chst gar nichts zu tun. Die nieder\u00addeutsche Wendung bzw. Bedeutung lautet \u201eR\u00e4ume den Korb\u201c (zu vergleichen mit dem \u00dcbernamen \u201eSt\u00f6rtebecker\u201c) \u2013 nur dass es, und da legen sich ganz andere Verwandtschaften nahe, leider die K\u00f6rbe anderer, fremder Leute waren. Schlicht und schlimm, es war ein uraltes Pl\u00fcnderergeschlecht, das sich in vergleichbaren Charakterisierungen h\u00e4ufiger findet. \u201eR\u00fcmelant von Sachsen\u201c (ein bekannter Minnes\u00e4nger) l\u00e4\u00dft sich insofern als \u201er\u00e4um das Land\u201c \u00fcbersetzen. Abgesehen mal ganz von dem mir nicht gerade ans Herz gewachsenen Mister \u201eRumsfeld\u201c ,dessen Family auch heute noch gern anderer Leute Felder, insbesondere \u00d6lfelder mit Beschlag belegt. In einer eher gutartigen Version \u2013 die ich mir selbst so zurechtgelegt habe \u2013 k\u00f6nnte es dann allerdings auch so verstanden werden, da\u00df ich mich an allen m\u00f6glichen Gabenk\u00f6rben der deutschen Literatur bedient habe und mir aus unterschiedlichen Entwendungen\/Zuwendungen mein eigenes Kompott zurechtgekocht habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0\u00dcber Sie wurde stets und vielf\u00e4ltig geschrieben. Wenn aber nun nicht von Literaturkritikern oder Rezensenten, sondern von Ihnen selbst, ein einziger Satz \u00fcber sich und zu den eigenen Werken f\u00fcr ein neues Lexikon der Weltliteratur verlangt w\u00fcrde, wie w\u00fcrde ein solcher Satz lauten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Ein Allverwender, der sich alle vorhandenen Vorgaben zu einer eigenen Mixtura solvens zusammen\u00adgemischt hat. Ein Cocktail\u00adschwenker. Allerdings, die Zusammensetzung ist geheim und der Mix\u00adbecher\u00adschlenker eine Umspringfigur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Eine Autogrammstunde scheint f\u00fcr Sie keineswegs eine Pflicht\u00fcbung zu sein. In Rolandseck nahmen Sie sich viel Zeit, um sich mit jedem K\u00e4ufer\/Leser Ihrer B\u00fccher zu unterhalten. Zwischen Dichter und Lesern entstand ein empathischer Dialog, so authentisch und intensiv, dass Sie ihre Tabletten verga\u00dfen und Hunger oder M\u00fcdigkeit nicht mehr sp\u00fcrten. Erst nachdem sich die lange Schlange sich aufgel\u00f6st hatte, merkten Sie: Ich bin alt und kaputt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Ja, nat\u00fcrlich. Ich hasse diese quasi unbeteiligten Unter\u00adschrifts\u00adableistungen. Ich kenne ja die Kollegen und will mich \u00fcber deren oft lieblos hingeleisteten Unter\u00adschriften nicht \u00e4u\u00dfern. Sehen Sie, da tauchen auf einmal aus archa\u00adischen Urzeiten bekannte Freunde oder Klassen\u00adkameraden auf, bzw. bereits Kinder von einmal vertrauten Freunden oder Freundinnen. Das Heimatdorf Warstade-Hemmoor. Die Oberschule, das Stader \u201eAthaeneum\u201c. Die fr\u00fchen Uni-Jahren und Seminar\u00adgenossen, die man bereits aus der Erinnerung verloren hatte. Selbst irgend\u00adwelche einmal befreundet gewesenen Kumpels aus braunen Nazi\u00adzeiten \u2013 DJ oder HJ \u2013 oder viel inniger verbandelte Parteig\u00e4nger aus unserem kleinen Anti\u00adnazi\u00adcl\u00fcbchen in Stade. Daran kann man doch gar nicht unbeteiligt vorbeigehen. Alles r\u00fchrt etwas auf. Irgendwo werden einem Geschichten zugetragen, die man entweder gar nicht oder so nicht mehr in der Erin\u00adnerung hatte. Bis dann die Stunde naht, wo du merkst, du bist alle. Du kannst nicht mehr: Du gehst auf die 77 zu und m\u00f6chtest irgendwann gegen 23Uhr30 doch mal was essen und dann auch schleunigst zu Bett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Alt f\u00fchlten Sie sich schon in Ihrer Adoleszenz und auch in den 70ger Jahren, als Sie erst 41 wurden \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Auch f\u00fcr mich nicht ganz uninteressant. Es gibt ja gewisse Motive, die einem schon fr\u00fch zu schaffen machten oder einen nieder\u00addr\u00fcckten. Aber diese gewisse Abw\u00e4rtsschleife hab ich niemals wider\u00adspruchs\u00adlos hinnehmen m\u00f6gen. Immer den Durchg\u00e4nger \u00fcberwinden und nach oben wenden wollen. Anders gesagt, am Schlu\u00df des Gedichts will weder ich noch das Publikum in den alles verschlingenden Abgrund blicken. Im Zitat noch mal richtig authentisch: \u201eDie Menschheit will am Schlu\u00df des Lieds\/neu aus den Augen sehen.\u201c Kurz, da m\u00fcssen wir durch. Und zwar gemeinsam. Und vielleicht ist das \u00fcberhaupt die Kennungslinie meiner eigenen poetischen Signatur, da\u00df ich dieses Bed\u00fcrfnis nach einer Selbsterhebung aus dem Erdendreck als opinio communis wahrgenommen, ernst genommen und insofern eine Vielzahl von sozialen Imperativen in die Welt gesetzt habe. \u201eKomm raus\u201c! \u2013 Bleib ersch\u00fctterbar und widersteh\u201c! \u2013 Ph\u00f6nix voran\u201c! \u2013 \u201eEinmalig wie wir alle\u201c \u2013 La\u00df leuchten\u201c! \u2013 und was dann als insgemeine Frohe Botschaft verstanden werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Andererseits erz\u00e4hlen Sie in \u201eTABU II\u201c eine prickelnde Liebes-geschichte, in der auch Ihr zehn Jahre \u00e4lterer Freund Erich vorkommt.\u00a0Durch die Aufhebung der nicht mehr relevanten Altersgrenzen wirkte ein solches erotische Erlebnis aus liberalisierten, freiz\u00fcgigen Zeiten auf Sie wie die \u201eEinl\u00f6sung einer Utopie\u201c. War die Fr\u00fchklage \u00fcbers \u00c4lterwerden und Altsein echt oder mehr eine Koketterie bzw. Provokation? Denn Sie sind ein junger Sechsundsiebziger, vielleicht sogar j\u00fcnger als vor drei\u00dfig-vierzig Jahren!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Ja, diese absolut verbotene Liebesgeschichte da. Zwei olle Kerle \u2013 nebenbei ein Druckfehler, der zu korrigieren w\u00e4re: Der Freund Erich war nicht zehn, sondern gerade mal f\u00fcnf Jahre \u00e4lter als ich \u2013 blo\u00df\u00b4, das ist nach zahlreichen Erfahrungen und Beobachtungen alles andere als ein Kerls- oder M\u00e4nnerproblem. Was mich mindestens im gleichen Ma\u00dfe als Motiv angezogen hat, sind propre \u00e4ltere Frauen, die sich einfach einen j\u00fcngeren Geliebten geschnappt haben, der noch nicht so richtig wu\u00dfte, wie die Welt eigentlich l\u00e4uft. Hei\u00dft als Evangelium: einfach den eigenen Trieben folgen und vielleicht einen ungel\u00f6sten Meta-Mama-Komplex konkret und realiter in Lust aufl\u00f6sen. Nicht in Luft, wohlverstanden, denn die Druckfehler liegen allenthaben t\u00fcckisch auf der Lauer. Im Res\u00fcmee: mal die Altersschranken r\u00fccksichtslos \u00fcberwinden wollen und \u2013 wenn&#8217;s schief l\u00e4uft \u2013 das dann, was allerdings nicht jedem, jeder gegeben ist, die Verluste, Versagungen, Abweisungen poetisch-artistisch in ein tragikomisches Licht setzen. Nebenbei, Poesie mu\u00df als literarische Disziplin nicht unbedingt das letzte Wort behalten. Es gibt \u2013 was mir mal jemand zugefl\u00fcstert hat \u2013 poetische Menschen\u201c, und da kannst du noch soviel dichten, gegen solche kommt man nicht an. Ich habe selbst schon Nebenbuhlern oder Kombattanten applaudiert, wenn sie mich \u2013 entgegen meinen eigenen Ambitionen \u2013 einfach menschlich entz\u00fcckt haben. Es ist ja fast schon eine Religion, die ich damit ausk\u00fcndige. Aber, bitte, ich bin der Prophet und nicht in jedem Fall auch der Nutznie\u00dfer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Im Museum Arp lasen Sie Gedichte \u00fcber Liebe und Lust, evozierten Romanzen nach dem Vorbild des Casanova und des klassischen Seeemanns, mit so vielen Geliebten wie H\u00e4fen. Nach dem Gedicht \u201e Mit den Jahren\u2026Selbst III\/88\u201c h\u00f6rte der Beifall nicht mehr auf! Und schnell nahmen Sie uns, die \u201eOldtimerfreunde(n)\u201c mit, \u201eum der Welt auf Teilstrecken nahe\u00adzukommen\u201c: \u201eHamburg-Altona-Bremen-M\u00fcnster-Dortmund-Bochum-Essen-Duisburg-D\u00fcsseldorf-K\u00f6ln-\u00a0\/ und in jeder vor\u00fcber\u00adrau\u00adschenden Stadt\u00a0\/ eine Frau wie ein auf\u00adgeschlagenes Buch\u201c Mit \u201eBahnhof Rolandseck\u201c setzten Sie Ihre Fuge von St\u00e4dten und Liebesromanzen fort, \u201ena du wei\u00dft schon, diese fr\u00fch\u00advollendete Dahlie im Kieselbeton\u201c \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Suchten Sie diese Texte aus, da sie generell eine sichere Resonanz haben? Oder eher weil Sie ein st\u00fcrmischer Liebhaber und Liebender geblieben sind, auch wenn die Liebe sich nun mehr in Worten und Bildern verdichtet oder die (Selbst)Ironie und eine n\u00fcchterne Reflexion sich \u00f6fter und sch\u00e4rfer mit der Melancholie paaren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Das Gedicht \u201eMit den Jahren\u2026\u201c. Kein ganz unkompliziertes Ding. Hab ich mindestens 2-3 Monate dran gearbeitet, um \u00fcber zahllose Umwege dann zu dieser allerdings artistischen L\u00f6sung zu finden. Wir hatten es zun\u00e4chst als gemeinsam genossene Bilanz unserer Jazz- und Lyrik-Touren auff\u00fchren wollen \u2013 Aber es wollte doch, Heavens, keine Erobererphantasie sein\/werden, sondern eine nach dem Leben gemalte Breitwand-epop\u00f6e. Ich wu\u00dfte zu Beginn auch noch gar nicht, auf welche Stationenfolge es am Ende auslaufen w\u00fcrde. Entweder auf eine Musiktour mit so lebensechten \u00d6rtern wie \u201eMusen\u201c \u2013 \u201eLyren\u201c \u2013 \u201eKlingenberg\u201c \u2013 \u201eSchallstadt\u201c usw. \u2013 aber der Anfang hatte da nun mal so eine gewisse erotische Linie vorgegeben, und die hab ich denn bis um Fast\u00adschon\u00adgeht\u00adnicht\u00admehr durchgezogen. Alle wirklich vorhandene Ortschaften. Zum Teil besuchte und zum andern im Postleitzahlverzeichnis aufgesuchte \u2013 und was letzten Endes den Effekt macht, sind nicht die ausgedachten Dinge, sondern die Anz\u00fcglichkeiten, bzw. Bez\u00fcglichkeiten, die jedem Mann, jeder Frau nicht unbemerkt geblieben sind. Meine, entweder durch \u00d6rtlichkeiten der n\u00e4heren Umgebung. Oder durch niemals unkommentiert gebliebene Durchreisestationen. Offen gesagt, ich dichte freiweg an allgemein vertrauten Situationen oder auch Reisestationen entlang. Und was dann applaudiert wird, ist nichts anderes als der soziale Wiedererkennungseffekt. Wieso sollte ein Vortragsreisender eigentlich daran vorbeidichten? Das Publikum dankt es einem, und erst dadurch ergibt sich ein \u2013 ,zeihung! \u2013 \u00f6ffentlicher Resonanzrahmen. In der P-P-P-Reihenfolge habe ich, dem pp. Publikum zuliebe, sogar ein vorhandenes \u201ePaar\u201c zu einem ortsnahen \u201ePr\u00fcm\u201c umgedichtet, kleine Verbeugung vor dem Veranstaltungsort, und wenn das Schlo\u00df Dudeldorf zuf\u00e4llig D\u00f6delsdorf gehei\u00dfen h\u00e4tte, w\u00e4re es statt in die zun\u00e4chst geplante Lautlinie selbstverst\u00e4ndlich in die lautmalerische Ero-Schneise eingereiht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0W\u00fcnsch mir im Himmel einen Platz\u00a0\/ (Auch wenn die Balken br\u00e4chen)\/bei Bellmann, Benn und Ringelnatz\u00a0\/ und w\u00fcnschte, dass sie einen Satz\u00a0\/ in einem Atem spr\u00e4chen:\u00a0\/ Nimm Platz\u201c. Wie wichtig sind Vorbilder f\u00fcr einen Autoren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Bellmann-Benn-Ringelnatz, das ist nat\u00fcrlich nur so eine vorl\u00e4ufige und verk\u00fcrzte Linie meiner Vorlieben. Dazu mu\u00df man dann noch den halben Expressionismus rechnen. Nicht blo\u00df J. van Hoddis, Heym und Trakl, sondern ebenfalls solche Geheimtipps wie Ferdinand Hardekopf: \u201eDoctor Schein und Doctor Sinn\u00a0\/ gingen ins Caf\u00e9:\u00a0\/ Schein bestellte Doppel-Gin\u00a0\/ Sinn bestellte Tee.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber da kommen wir dann schon wieder ins Ausz\u00e4hlen und schweifen unwillk\u00fcrlich zur\u00fcck \u2013 zu Richard Dehmel und Lilienkron \u2013 und dem unerm\u00fcdlichen Experimentator Arno Holz, den ich schon in fr\u00fchsten J\u00fcnglingsjahren in mich aufgesogen habe, wobei auch das damals so genannte \u201eNeues Deutschland\u201c (Freiligrath und Georg Herwegh) eine eigene pr\u00e4gende Rolle spielten. O \u2013 Fontane als Lyriker hab ich v\u00f6llig vergessen. Bisschen schneidig-preu\u00dfisch, aber allzeit auf dem Kiewief. Absolut exzellenter Techniker und \u2013 als Bewidmer \u2013 immer allererste Meisterklasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Welche Begegnungen haben in besonderer Weise Ihre schriftstellerische Entwicklung befruchtet? Hat man als Dichter, besonders wenn man erfolgreich ist, noch Freunde?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Ja, die Tageb\u00fccher. Damit wechseln wir allerdings zu einer ganz anderen Gattung \u00fcber. Im Allgemeinen lese ich solche auto\u00adbio\u00adgraphi\u00adschen Lebens\u00adzeugnisse lieber als lang-und-dicke-Romane. Eine absolut \u00fcberragende Nummer schon seit Uni-Zeiten: der geliebte Karl Philipp Moritz. Eine behutsam als Roman getarnte Autobiographie. Und dann das ganze Riesenkonvolut von Tabus, angefangen bei Samuel Pepys bis zu dem schon weniger bekannten James Boswell und \u2013 sp\u00e4ter, sp\u00e4ter \u2013 den schon ziemlich r\u00fccksichtslosen Selbster\u00f6ffnungen von Franz Kafka und, na, wie hie\u00df er noch \u2013 ah ja! diesem schon bemerkenswert abseitigen Paul L\u00e9autaud.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Einerseits verurteilen und verabscheuen Sie die Aktionen der RAF, andererseits waren Sie damals wegen der Verhaftung Ihrer Pressekollegin Ulrike Meinhof ersch\u00fcttert. Eine nicht so leicht auszuhaltende Spannung, ein kompliziertes M\u00fchlwerk, das sich in S\u00e4tzen wie diesem verr\u00e4t: \u201eIch? Klo\u00df im Kugelschreiber\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Bonn hat Kresniks Choreographisches Theater Sequenzen aus der Biographie von Meinhof t\u00e4nzerisch \u00fcberarbeitet und aufgef\u00fchrt. Denken Sie vielleicht auch, diese brutale \u201eReality-Show\u201c in ein B\u00fchnenwerk ein\u00adzu\u00adsiedeln? Verwandelt in Sprache, w\u00fcrde selbst eine solch schreckliche Wirklichkeit \u00fcber sich selbst hinauswachsen und l\u00e4utern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Ich kannte Ulrike Meinhof (recte Ulrike-Marie R\u00f6hl) zu gut, um mich au\u00dfer in einem psychologischen Medaillon in ihr Leben und Ableben einmischen zu wollen. Alle literarischen oder b\u00fchnenm\u00e4\u00dfigen Auf\u00adwirbe\u00adlungen waren mir obsolet und schienen mir eher in das Fach der Ver\u00adspek\u00adtakuali\u00adsierung zu fallen. Ich habe mich da eher keusch und unauff\u00e4llig auf der Seite gehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Ihre Minnes\u00e4nger-Nachdichtungen und auch R\u00fchmkorfs meisterhaft gereimte Gedichte erinnerten die Zuh\u00f6rer, was Poesie urspr\u00fcnglich war: Rhythmus und Melodie. Warum gerade Walther von der Vogelweide? Aus philologischem Interesse, einem Gef\u00fchl der verwandten Spiritualit\u00e4t und Sinn f\u00fcr die Sprache, aus einer tief empfundenen Verantwortung f\u00fcr das poetische Erbe heraus? Wollten Sie nur mal sehen, ob die Sterne dieses mittelalterlichen Dichters, um Sie zu paraphrasieren, noch leuchten, ob man sie in der Ferne etwa gar vermisst?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Um es mal der Reihe nach nachzuerz\u00e4hlen. Eigentlich, hei\u00dft zuerst, hatte ich an eine Art Minnesangoper gedacht. Pers\u00f6nlich nicht unber\u00fchrt, weil ich diese seltsamen Troubadoure \u2013 heute von Hof zu Hof und morgen von Kloster zu Kloster \u2013 irgendwie als Reise\u00adsinger\u00adgenossen empfand. Allerdings erinnerte ich mich dann zun\u00e4chst an den mir seit Uni-Zeiten wohlbekannten Walther, und das war dann schon eine ziemlich aus der Richtung weisende Extranummer. Blo\u00df, wenn man sich schon mal in Opernn\u00e4he wagt, sind die Solopartien schon eine Herausforderung der besonderen Art, und wer sich da mit Uhland und Simrock und Genossen in den Ring begibt, der mu\u00df schon ein bisschen unbefangener und kollegialer vorgehen, als die Herren Altertumswissenschaftler. Zwar hatte ich mir bereits ein paar t\u00fcchtige Vertoner herangebeten \u2013 den damaligen DDR-\u00adKomponisten Thilo Medek und den Schwiegersohn von Hans Hanney Hann, meinen Freund Yngve Trede. Aber dann dr\u00e4ngte die Zeit. Und dann waren beide mit v\u00f6llig anderen Sachen besch\u00e4ftigt, und so k\u00f6nnen hochfahrende Pl\u00e4ne leicht im Sturzflug auf dem Erdboden landen. Lassen wir das. Ich habe mich dann an einem biographischen Medaillon versucht, wobei ich mir von niemandem reinreden lassen musste und dann ist es bei dieser ja nicht ganz charakterlosen Faustskizze geblieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Was bedeutet Sprache f\u00fcr Sie? Wird die Reimlyrik eine Renaissance erleben? Hat das poetische Wort \u00fcberhaupt eine Chance in dieser kurzlebigen Zeit der digitalisierten Mitteilung?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Strophisch und gereimt oder freirhythmisch organisiert, ich bin da eigentlich \u2013 seit meinen fr\u00fchesten Sch\u00fclerst\u00fccken \u2013 nicht festgelegt. Als ich meine speziell dem Reim gewidmete Poetologie \u201eagar agar \u2013 zaurzaururim\u201c verfasste, schien mir das jahrtausend alte Anklangswesen der Poesie in der zeitgen\u00f6ssischen Lyrik allerdings fast str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt. Und dann hab ich dieses wirklich archaische Lautph\u00e4nomen noch mal ziemlich tiefsch\u00fcrfend und raumgreifend analysiert und \u2013 wie soll ich sagen? \u2013 mittlerweile kann man beinah schon von einem Wieder\u00adauf\u00aderstehungs\u00adwunder sprechen. In den zahlreichen Anthologien, die ich in den letzten zehn Jahren zur Kenntnis gekriegt habe, seh ich die beiden Disziplinen im freundlich konkurrierenden Miteinander, ohne da\u00df ich da einen A-priori-Vorzug erkennen kann. In den digitalisierten Hin-und-Her-Geschw\u00e4tzen kann ich aber keine ernsthafte Nebenbuhlerschaft erkennen. Gedichte sind nicht zum Ablabern da, sondern zum Verfassen der von unterschiedlichen Zerrei\u00dfkr\u00e4ften in Anspruch genommenen Person, und da hei\u00dft es Form halten und gestalten und nicht jeder Laune widerstandslos nachgeben. Aber wieso sollte nicht sogar so was mal wieder in Mode kommen, sich per E-Mail wechselseitig anzudichten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Welche Bedeutung r\u00e4umen Sie den vielen Literaturpreisen ein, die Sie bisher erhielten? M\u00fcssen die Dichter, die von Literaturjurys unber\u00fccksichtigt bleiben oder von den M\u00e4chtigen unter Kritikern und Meinungsbildern sich ungen\u00fcgend beachtet f\u00fchlen, an ihre Begabung oder ihrem K\u00f6nnen und Rang zweifeln?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Es hat lange gedauert, bis ich mal in den Genu\u00df von Literatur\u00adpreisen gekommen bin. Ich hatte mich schon richtig arm ge\u00adschrie\u00adben, weil meine mehrj\u00e4hrigen Versuche auf dem Theater mich nur die Arbeits\u00adzeit gekostet und mir kaum ein paar Mark Gewinn ein\u00adgebracht hatten. Erst mit 46 Jahren hatte sich he\u00adrum\u00adgesprochen, da\u00df meine Gedichte doch wohl etwas \u00fcber den Normal\u00adhorizont ragten, nun, und wenn Fortuna sich mal zu Gnaden\u00adg\u00fcssen entschlie\u00dft, dann beginnt es manchmal zu sch\u00fctten. Kurz gesagt, es war meine Ret\u00adtung. Und statt mich weiter auf journa\u00adlistischen Neben\u00adfeldern tummeln zu m\u00fcs\u00adsen, konnte ich mich wieder meinen eigent\u00adlichen K\u00fcnsten zuwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Haben Sie einen guten Rat f\u00fcr die jungen, ambitionierten Autoren?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Nach eigener Erfahrung: sich mit andern seines\u00adgleichen zusammenzutun und \u2013 wie Sie es ja auch treiben \u2013 eine eigene Zeitschrift herauszugeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wem die gro\u00dfe B\u00fchne f\u00fcr eine Weile versagt bleibt, sollte sich seine eigene kleine zusammen-zimmern. Auch gemeinsame Lesungen veranstalten. Am besten im Zusammenhang\/Zusammenklang mit der Schwestermuse. Zu\u00adn\u00e4chst im alternierenden Vortrag und vielleicht l\u00e4\u00dft sich dann auch mal richtig zusammenmusizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Was denken Sie \u00fcber den Heine-Preis und Peter Handke?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Heine und Handke scheinen mir von ihren unterschiedlichen Signaturen kaum auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Handkes politische Ausrutscher interessieren mich dagegen nur wenig und lassen mich kalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Es ist frustrierend zu sehen, wie jenseits der eigenen Grenzen die erstklassige Literatur und Kunst eines Landes wie Rum\u00e4nien oder Bulgarien meist nur auf ein paar illustre Namen der Vergangenheit reduziert wird. Eine aufregende Podiumsdiskussion bei der Leipziger Buchmesse in diesem Fr\u00fchling lief nicht zuf\u00e4llig unter dem Motto \u201eKleine Sprachen, gro\u00dfe Literaturen\u201c. Wie prognostizieren Sie die zuk\u00fcnftigen Chancen der s\u00fcd\u00adost\u00adeuro\u00adp\u00e4ischen Literaturen und Autoren in einem vereinten Europa und einer globalisierten Welt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Keine Ahnung. Ich sehe nur, da\u00df ost-, s\u00fcdost- oder s\u00fcds\u00fcdosteurop\u00e4ische Autoren hier \u00fcberall ihre B\u00fchnen finden, blo\u00df, da m\u00fcssen nat\u00fcrlich zun\u00e4chst gute \u00dcbersetzer und \u00dcbersetzerinnen ran, sonst bleibt alles nur Schall und Rauch. Als ich zuletzt in Berlin mit anderen Autoren im Verein aufgetreten bin, sah die Reihenfolge haargenau so aus:<br \/>\n1.Lebogang Mashile<br \/>\n2. Adam Zagajewski<br \/>\n3. Rafael Urweider<br \/>\n4. G\u00fclten Akin<br \/>\n5. Sainkho Namtchylak<br \/>\n6. Peter R\u00fchmkorf<br \/>\n7. Gerald Stern<br \/>\n8. Jayanta Mahapatra<br \/>\n9. Hsia Y\u00fc<br \/>\n10. Sj\u00f3n<br \/>\n<strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Alles, was Sie geschrieben haben, ist, glaube ich, nicht nur f\u00fcr die Literaturgeschichte, sondern auch Ihnen wichtig. Gibt es dennoch darunter ein \u00fcber alles geliebtes Buch? Vielleicht das nur im Kopf geschriebene?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>P. R\u00fchmkorf:<\/strong>\u00a0Als Richter \u00fcber den Dichter tauge ich nicht. Was mich lockt, ist, immer wieder mal was Neues auszuprobieren \u2013 eine Novelle z.B. \u2013 aber ob ich das hinkrieg? Fortuna mu\u00df segnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>F. Ricinski:<\/strong>\u00a0Herzlichen Dank, verehrter Peter R\u00fchmkorf, f\u00fcr dieses nicht gerade kurze Interview. \u201eWollte nur mal fragen, wie&#8217;s so ist \u2026\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: left;\">Das Gespr\u00e4ch erschien zuerst in\u00a0<em>Matrix<\/em>\u00a03\u00a0\/ 2006.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 5. Todestag von\u00a0Peter R\u00fchmkorf erinnert KUNO an den Lyriker mit einem Gespr\u00e4ch, da\u00df \u00a0Francisca Ricinski mit ihm gef\u00fchrt hat. Francisca Ricinski:\u00a0Als Sie 75 wurden, feierte man Sie wie einen \u00fcber\u00adragenden Leuchtturm der deutschen Dichtung, einen Leuchtturm im Sinne von&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/08\/der-allverwender\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[93,988],"class_list":["post-15451","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-francisca-ricinski","tag-peter-ruhmkorf"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15451","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15451"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15451\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15451"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15451"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15451"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}