{"id":15185,"date":"2013-10-25T00:03:50","date_gmt":"2013-10-24T22:03:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15185"},"modified":"2020-05-30T17:22:18","modified_gmt":"2020-05-30T15:22:18","slug":"kleine-damonen-auf-tour","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/","title":{"rendered":"KLEINE D\u00c4MONEN AUF TOUR"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">die einzelnen kapitel des erz\u00e4hlbands <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a>, die prosaische und essayistische passagen sowie handlungen und reflexionen ineinander \u00fcbergehen lassen, wirken wie literaturclips mit filmischen strukturen, schnitten und effekten, in denen antihelden clipfiguren gleich durchs bild zerfallender wirklichkeiten laufen, deren permanente bewegung \u00fcber ihre systemische erstarrung hinwegt\u00e4uscht. man denkt beim lesen dieser in einer verknappten und mitunter fast minimalistischen sprache geschriebenen texte an short-story-erz\u00e4hler und short-cuts-filmregisseure, die lapidar und beil\u00e4ufig alltagsgeschichten von gro\u00dfer traurigkeit erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/NashvilleCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-15918\" title=\"NashvilleCover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/NashvilleCover-213x300.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/NashvilleCover-213x300.jpg 213w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/NashvilleCover.jpg 497w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a>wie in robert altmans film <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=XecGQtf-TDo\">Short Cuts<\/a>, der f\u00fcnf erz\u00e4hlungen von raymond carver durch ensemblespiel und verkn\u00fcpfungen der figurengruppen zu einer filmhandlung verband und inzwischen traditionsbildend geworden ist, siehe neuere filme wie <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Oh0GjIQj9tc\">Babel<\/a> von alejandro gonz\u00e1les i\u00f1\u00e1rritu oder <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=durNwe9pL0E\">Crash<\/a> von paul haggis, verbinden sich auch weigonis texte, die parallelwelten beschreiben, miteinander, indem mehrere figuren wiederholt auftreten und so handlungsstr\u00e4nge verkn\u00fcpfen. weigoni ist ein alltagsarch\u00e4ologe, der verborgene schichten unter der oberfl\u00e4che der erscheinungen entdeckt und so konventionen, normen und denkregelungen hinterfragt. manche der ph\u00e4nomenologisch wirkenden passagen lassen an die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Mythen_des_Alltags\">Mythen des Alltags<\/a> von roland barthes oder walter benjamins <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/buecher\/rezensionen\/sachbuch\/walter-benjamin-einbahnstrasse-den-rhythmus-schlaegt-der-sensenmann-1957748.html\">Einbahnstra\u00dfe<\/a> denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a> vorangestellt ist das zitat &#8222;Zombies sind keine Menschen.&#8220; Das Bundesverfassungsgericht der BRD zur Frage, ob ein Film gegen die Menschenw\u00fcrde verst\u00f6sst, der die grausame T\u00f6tung von lebenden Toten zeigt.\u00ab wer noch illusionen hat, kann sie bei der lekt\u00fcre dieses buchs verlieren. denn man m\u00f6chte eigentlich in keiner der beschriebenen welten leben, deren wege auch durch medizinische experimente, leichenh\u00e4user und gr\u00e4ber f\u00fchren. der autor, idealistisch inspiriert, arbeitet hier, indem er verhei\u00dfungen seiner lebenswelt in frage stellt, eigene desillusionierungen ab. die freiheit endet beliebig und die aufkl\u00e4rung desillusioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">dabei ist das bundesverfassungsgericht praktisch das orakelheiligtum der bundesrepublik deutschland. man k\u00f6nnte geradezu vom orakel von karlsruhe sprechen. die parallelen sind wirklich erstaunlich. man wendet sich heute bei existentiellen fragen, die klare antworten schwer machen, ans verfassungsgericht wie an die orakelpriester aus delphi, die indes nicht immer unbestechlich waren. und die abw\u00e4genden urteile des gerichts m\u00fcssen ebenso wie einst die orakelspr\u00fcche interpretiert werden und fordern derart das nachdenken der ratsuchenden \u00fcber die folgen ihres handelns heraus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">roland barthes meinte, da\u00df das verh\u00e4ltnis des mythenanalytikers zur welt sarkastischer art sei. die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a> werden den leserinnen und lesern als popmoderne gro\u00dfraumprosa angek\u00fcndigt, sozusagen eine literarische zugfahrt durch einen menschlichen zoo. und man wird beim lesen wirklich hin und her gerissen und durchgesch\u00fcttelt wie bei einer bahnfahrt \u00fcber weichen. wer fragt, wo hier das positive bleibe, dem sei geantwortet: das positive ist die ironie, die ein reflexives und skeptisches denken verlangt und anzuregen vermag. schon der fr\u00fche satz \u00bbEine Klimaanlage sorgt f\u00fcr ihr Wohlbefinden.\u00ab klingt ironisch. die texte, durch die messerscharfe kalte feuerwinde wehen, f\u00fchren ein bestiarium menschlicher gestalten vor, deren beziehungen beziehungsarmut zeigen und die oftmals unter enormem beschleunigungsdruck agieren. \u00bbNichts ist fest, alles ger\u00e4t beim kleinsten Anstoss in Bewegung, doch mitnichten in Fluss.\u00ab hei\u00dfts in <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/halmackenreuther\/reality-radio-remix.htm\">Reality-Radio<\/a>. viele der figuren, der autor nennt sie \u00bbLarvenexistenzen\u00ab und \u00bbGegenwartsgefrorene\u00ab, bei denen man einer k\u00fchlen vitalit\u00e4t jenseits von vertiefung und empathie begegnet, sind als pr\u00e4senznomaden kleine d\u00e4monen. sie leben im glauben an eine ewige gegenwart oder gar ewige jugend, die ihnen umso lebbarer scheint, je ahistorischer sie denken und handeln. solche modernen nomaden, marionetten ihres egoismus, folgen als individuen wie herdentiere den weidepl\u00e4tzen ihrer bed\u00fcrfnisse und gel\u00fcste.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/VignettenCover-69x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15225 alignright\" title=\"VignettenCover-69x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/VignettenCover-69x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"69\" height=\"300\" \/><\/a>weigonis zuvor erschienene <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=4\">Vignetten<\/a> beschreiben authentische menschliche partnerschaften, oder zumindest die sehnsucht danach, die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a>, in denen man eher schatten von beziehungen antrifft, \u00fcberwiegend pr\u00e4fabrizierte. selbst authentisch scheinendes wird zweckausgerichtet und verliert dadurch seine nat\u00fcrlichkeit. wo marketing dominiert, werden inhalte schnell zweifelhaft. liebesszenen wirken meist wie gestylte und kalkulierte liebesinszenierungen. m\u00f6glicherweise scheitern partnerschaften heute h\u00e4ufig, da sie, im b\u00fchnenbild oder vor der filmkulisse der st\u00e4dte, als drehbuch, regietheater, konzeptkunst oder laborversuch angelegt sind und die akteure, zumindest unbewu\u00dft, kunstformen und lebenswirklichkeit vertauschen oder gar verwechseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der autor, der erscheinungsformen und verhaltensweisen einer kapitalistisch globalisierten lebenswelt sowie die dazugeh\u00f6rigen manipulativen und zw\u00e4nge erzeugenden technokratischen automatismen schildert, fragt \u00bbMuss man die Konsumideologie nicht in den Rang einer Weltreligion erheben?\u00ab wohlf\u00fchlkulturen verweisen letzten endes darauf, wie unertr\u00e4glich die menschen ihre lebensrealit\u00e4t finden. die postmoderne, die zu gro\u00dfen teilen aus einer sich permanent modisch erneuernden kleinb\u00fcrgerlichen verwertungskultur besteht, ist eine kom\u00f6die der kulturgeschichte, die tragisch enden wird, wenn sie keine pirouetten mehr drehen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverMedium.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-15921\" title=\"CoverMedium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverMedium-180x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverMedium-180x300.jpg 180w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverMedium-614x1024.jpg 614w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/CoverMedium.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/a>weigoni, der medienundkommunikationstechnologien fasziniert und kritisch begegnet, wie mcluhan und virilio in einer person, allerdings wohl zunehmend mehr kritisch als fasziniert, beschreibt in technikbedingten lebensweltundverhaltensver\u00e4nderungen k\u00fcnftige wirklichkeiten jenseits des traditionellen oder bisherigen modernen b\u00fcrgerlichen lebens. indem er \u00fcber die vertechnisierung der sinne und die versinnlichung der technik nachdenkt, betreibt er aufkl\u00e4rung gegen technikgl\u00e4ubigkeit. vielleicht setzen die modernen gesellschaften auch deshalb so sehr auf technologische entwicklungen, weil sich ihre ideellen experimente ersch\u00f6pft haben. technische neuerungen suggerieren den menschen entscheidungsfreiheiten, die bei ihrer nutzung teils zugleich verlorengehn. jede popul\u00e4re neue technik ruft zun\u00e4chst massenhafte kulturelle und geistige analphabetisierungen hervor, die erst wieder \u00fcberwunden werden m\u00fcssen, ehe nicht nur wenige die ideellen potentiale der technischen entwicklung wahrnehmen k\u00f6nnen. die angebliche unumg\u00e4ngliche notwendigkeit des pers\u00f6nlichen gebrauchs von techniken, ohne die man bis vor kurzem ohne weiteres gut leben konnte, rationalisiert h\u00e4ufig blo\u00df unbewu\u00dfte psychische antriebe. ein wichtiger impuls f\u00fcr die private techniknutzung, mit der man sich etwa seiner lebensartkompatibilit\u00e4t versichert, d\u00fcrfte der drang der menschen sein, dazuzugeh\u00f6ren. letztlich erleben wir so nur die alten kulturprimaten mit neuer technik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">eines der grundmotive der literatur weigonis, egal ob in lyrik, prosa oder essayistik, ist das spannungsverh\u00e4ltnis zwischen geistig ideellem und k\u00f6rperlich sinnlichem, die damit verbundenen vermischungen und \u00fcberschneidungen inbegriffen. die sinnlichkeit seiner texte entsteht oft geistig, jedenfalls meist reflexiv und nicht blo\u00df, wie gebrauchsliterarisch mode, naturalistisch beschreibend. man k\u00f6nnte von einer intellektuellen sinnlichkeit sprechen. bereits auf seite 7 thematisiert der autor in der frage \u00bb<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1731\">Oder haben<em> Sie<\/em> schon einmal mit einem Buch kopuliert?<\/a>\u00ab sarkastisch den kontrast zwischen geistigem und sinnlichem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/LethenCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-15227 alignright\" title=\"LethenCover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/LethenCover.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"328\" \/><\/a>die verhaltenslehren der k\u00e4lte werden heute weniger durch ma\u00dfregeln autorit\u00e4rer instanzen, vaterland, staat, schule, kirche, implantiert, als vielmehr durch die zunehmend technologiegelenkte wahrnehmung momentaner privater interessen. die texte machen deutlich, da\u00df die permanente bewaffnung der individuen im konkurrenzkampf gegeneinander letztlich individualit\u00e4t zerst\u00f6rt, indem der blo\u00dfe egoismus siegt. die technokratische gesellschaft hat die patriarchalen, macht aus\u00fcbenden kr\u00e4fte entpers\u00f6nlicht und in die strukturen und mechanismen der funktionalit\u00e4t ausgelagert. erniedrigt wird heute vorzugsweise durch finanzmechanismen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">man k\u00f6nnte die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a>-texte satirischen realismus nennen. auf dem buchdeckel pr\u00e4sentiert sich der autor selbst als figur, die einen kaffeehausartigen endzeitmenschen zeigt, der charmant seine verkleidung vorf\u00fchrt. die satirische \u00fcberzeichnung macht realit\u00e4ten durch verfremdung kritisch verstehbar. einige szenen haben etwas comichaftes, das auf zeichentrickartige realit\u00e4ten verweist. zeichentrickfilme hei\u00dfen animationsfilme. und das publikum wird ja lebensreal tats\u00e4chlich oft zum animationsobjekt. in der mediensatire <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/halmackenreuther\/reality-radio-remix.htm\">Reality Radio<\/a>, die den lokalen sensationsjournalismus persifliert, berichtet das &gt;Lokalradio Neanderthal&lt; \u00fcber einen diebstahl von 42 parkuhren, die in d\u00fcsseldorf innerhalb von zwei wochen abges\u00e4gt werden, wie \u00fcber ein weltereignis, bis der parkuhrendieb am ende dem lokalreporter ein interview auf frischer tat gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">man bemerkt beim lesen dieser geschichten, deren k\u00fchle pr\u00e4zision bisweilen schon etwas surrealistisches hat, ein gesp\u00fcr f\u00fcr kulturelle transformationen, die als konvention, innovation, travestie und persiflage auftreten k\u00f6nnen, wobei die \u00fcberg\u00e4nge h\u00e4ufig flie\u00dfend sind. der leser findet vielf\u00e4ltige kulturgeschichtliche anspielungen, bis hin zu alltagsbezogenen verwendungen solcher worte wie trickster, derwisch und berserker, die den charakter von figuren umschreiben. in &gt;Das Happening&lt; l\u00e4\u00dft weigoni unter anderem novalis, arthur rimbaud, friedrich nietzsche, oscar wilde, thomas mann, robert musil, gottfried benn, hans henny jahnn, bertolt brecht, egon erwin kisch, tristan tzara, hugo ball, pablo picasso, arnold sch\u00f6nberg, jean paul sartre, orson welles, virginia woolf, hermann hesse, ingeborg bachmann, miles davis, jim morrison oder janis joplin auftreten, alles figuren eines vergangenen jahrhunderts. das gemahnt an christa wolfs &gt;Kein Ort. Nirgends&lt;, wo heinrich von kleist und karoline von g\u00fcnderode einander begegnen, oder an die reisebegegnung von e.t.a. hoffmann, kafka und gogol in prag bei anna seghers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/ZombieFilmplakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-18327\" title=\"ZombieFilmplakat\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/ZombieFilmplakat-300x213.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"213\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/ZombieFilmplakat-300x213.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/ZombieFilmplakat.jpg 844w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>der leser findet auch in <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=52\">Zombies<\/a> wieder zahlreiche aphoristische gedanken: \u00bbNachdem das Tr\u00e4umen von besseren Welten aufgegeben wurde und utopische Gesellschaftsentw\u00fcrfe in die Archive verbannt wurden, hat sich das utopische Denken auf den K\u00f6rper verlagert.\u00ab, \u00bbIn der egozentrischen Gesellschaft gibt es nur mehr einen Wert: die Selbstverwirklichung, die ihr Ich als Durchgangsstation zum Astralk\u00f6rper erhebt.\u00ab, \u00bbDie kosmetische Chirurgie ist die Haute Couture des 21. Jahrhunderts.\u00ab, \u00bbAlle Individualit\u00e4t wird lichtschnell Allgemeingut, jeder Widerstand zum Mainstream. Kopieren ist das neue Echte.\u00ab, \u00bbK\u00fcnstler werden aufgebaut, indem man die Erwartungen des Publikums steuert.\u00ab, \u00bbJe lauter der Weltlauf verlangt, Position zu beziehen, desto fragw\u00fcrdiger wird die popkulturelle Haltung.\u00ab, \u00bbF\u00fcr Melancholiker ist die Zeit eine Wunde, die niemals verheilt.\u00ab oder \u00bbwer zu weit denkt, denkt den Tod.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p>A. J. Weigoni, <strong>Zombies<\/strong>, Erz\u00e4hlungen, Edition Das La\u00adbor, M\u00fclheim an der Ruhr 2010.<\/p>\n<div id=\"attachment_15220\" style=\"width: 152px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/ZombiesCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-15220\" class=\"wp-image-15220 size-full\" title=\"ZombiesCover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/10\/ZombiesCover.jpg\" alt=\"\" width=\"142\" height=\"207\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-15220\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Anja Roth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong> KUNO \u00fcbernimmt einen Artikel von Karl Feldkamp aus <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/08\/07\/tote-lebende\/\">Neue Rheinische Zeitung<\/a> und von Jo Wei\u00df von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/02\/18\/turbokapitalistischer-realismus\/\">fixpoetry<\/a>. Enrik Lauer stellt den Band unter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/09\/01\/unter-kanonverdacht\/\">Kanonverdacht<\/a>. Betty Davis sieht darin die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/03\/18\/zur-gegenwartslage-der-literatur\/\">Gegenwartslage der Literatur<\/a>, Margaretha Schnarhelt kennt den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/18\/bissfest\/\">Ausgangspunkt<\/a> und Constanze Schmidt erkennt literarische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/10\/23\/polaroids-von-den-schattenseiten-der-gesellschaft\/\">Polaroids<\/a>. Ein Essay \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/01\/18\/der-sudelbuchschreiber\/\">Unlust am Leben, Angst vor\u2019m Tod<\/a>. F\u00fcr Jesko Hagen bleiben die Untoten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/12\/die-untoten-sind-lebendig\/\">lebendig<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>die einzelnen kapitel des erz\u00e4hlbands Zombies, die prosaische und essayistische passagen sowie handlungen und reflexionen ineinander \u00fcbergehen lassen, wirken wie literaturclips mit filmischen strukturen, schnitten und effekten, in denen antihelden clipfiguren gleich durchs bild zerfallender wirklichkeiten laufen, deren permanente bewegung&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/25\/kleine-damonen-auf-tour\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":20097,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[94],"class_list":["post-15185","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-holger-benkel"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=15185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/15185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=15185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}