{"id":15102,"date":"2013-05-16T00:10:11","date_gmt":"2013-05-15T22:10:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15102"},"modified":"2023-05-23T10:57:02","modified_gmt":"2023-05-23T08:57:02","slug":"abheben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/05\/16\/abheben\/","title":{"rendered":"Abheben"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><em><span style=\"color: #888888;\">Wir sind in die Welt gev\u00f6gelt und k\u00f6nnen nicht\u00a0fliegen<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\">Werner Schwab<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem nachfolgenden Band <em>flug (spuren) <\/em>setzt die Lyrikerin Sophie Reyer fragile und doch kraftvolle, sinnlich konkrete Miniaturen vor und vertraut auch hier auf die \u00dcberzeugungskraft leiser T\u00f6ne. Auch in diesem Band findet sich eine formale Vierteilung. Sie beginnt mit <em>miniaturen<\/em> (froschperspektive), setzt sich fort in <em>kleinzeiler<\/em> (parallelprojektionen), unter denen sich die gr\u00f6\u00dfte Anzahl von Lyrismen findet und schwingt sich schlie\u00dflich auf zu <em>stream<\/em>\u00a0 (vogelperspektive), dem abschlie\u00dfend in einem epilog: <em>froschperspektive<\/em>sind sieben ganz kurze Gedichte nachgeordnet sind, die man als eine Art gel\u00e4uterte R\u00fcckkehr zum Ausgangspunkt verstehen kann. Diese Lyrik f\u00fchrt oft Geistergespr\u00e4che, sie erh\u00f6rt die Stimmen der Vergangenheit, lauscht dem Kommenden seine Geheimnisse ab und gibt dem Hier und Jetzt eine Gestalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reyer ist ein Wortspielerin, eine F\u00e4hrtenlegerin, eine W\u00f6rter\u2013 und Kleinigkeiten\u2013Sammlerin. Es gelingen ihr Momentaufnahmen einer besch\u00e4digten Welt und zarte Skizzen der Hinf\u00e4lligkeit. Ihre Gedichte sind nie schwer und schwarz, sondern bei allen Melancholien immer licht und transparent. Es ist ein postminimaler Sound mit Gesp\u00fcr f\u00fcr Tiefe und Eleganz, eine Leichtigkeit, mit der Reyer Dinge zu verkn\u00fcpfen versteht, die auf den ersten Blick nicht zusammengeh\u00f6ren, das Jonglieren mit verschiedenen Partikeln, die, einmal in die Luft geworfen, ein paar unerwartete Drehungen vollf\u00fchren, bevor sie an unvorhergesehener Stelle wieder aufgefangen werden. Man mu\u00df als Leser st\u00e4ndig mit dem Unerwarteten rechnen. Als ausgebildete Musikerin wei\u00df die Lyrikerin genau wo ein Kontrapunkt zu setzen ist oder wo sie hinter dem Beat bleiben kann. Aus wenigen W\u00f6rtern entsteht in diesem Band ein atmosph\u00e4risch dichter Mikrokosmos, der g\u00e4nzlich frei von den \u00fcblichen lyrischen Klischees vielerlei poetische Verbl\u00fcffungen birgt. Eine Verunsicherung im heilsamsten Sinn.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>flug (spuren)<\/strong> von Sophie Reyer, edition keiper, 2012<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-104709 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/flugspuren-236x300.jpg\" alt=\"\" width=\"236\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Die Redaktion blieb seit 1989 zum Mainstream stets in <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/01\/05\/lyrik-als-seismograph-an-der-epochenschwelle\/\">\u00c4quidistanz<\/a><\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> 1995 betrachteten wir die Lyrik vor dem Hintergrund der Mediengeschichte als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/02\/laboratorium-der-poesie\/\"><em>Laboratorium der Poesie<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2005 vertieften wir die Medienbetrachtung mit dem Schwerpunkt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/02\/transmediale-poesie\/\"><em>Transmediale Poesie<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2015 fragen wir uns in der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/01\/02\/poetologische-positionsbestimmung\/\"><em>Minima poetica<\/em><\/a> wie man mit Elementarteilchen die Gattung Lyrik neu zusammensetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2023 finden Sie \u00fcber dieses Online-Magazin eine Betrachtung als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=78067\">eine Anthologie im Ganzen<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind in die Welt gev\u00f6gelt und k\u00f6nnen nicht\u00a0fliegen Werner Schwab Mit dem nachfolgenden Band flug (spuren) setzt die Lyrikerin Sophie Reyer fragile und doch kraftvolle, sinnlich konkrete Miniaturen vor und vertraut auch hier auf die \u00dcberzeugungskraft leiser T\u00f6ne. 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