{"id":1471,"date":"2012-02-13T01:52:17","date_gmt":"2012-02-13T00:52:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=1471"},"modified":"2019-09-29T19:15:24","modified_gmt":"2019-09-29T17:15:24","slug":"spiel-uber-bande","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/02\/13\/spiel-uber-bande\/","title":{"rendered":"Der C\u00e9line seiner Generation?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1472 alignleft\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover1-224x300.jpg\" alt=\"\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover1-224x300.jpg 224w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/Cover1.jpg 380w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a>Obschon die Sperrfrist erst morgen endet, verrei\u00dft sich das sogenannte &#8222;meinungsbildende Feuilleton&#8220; schon im Vorfeld das Maul.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Georg Diez&#8216; heftiger Kritik im Spiegel an Christian Krachts Roman <a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/30367.html\">&#8222;Imperium&#8220;<\/a> erkennt Andreas Fanizadeh zwar weiterhein eher auf &#8222;spleenige Leere&#8220; als auf rechtsradikales Gedankengut. Doch die erboste Verlagsreaktion auf Diez <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=ku&amp;dig=2012%2F02%2F15%2Fa0100&amp;cHash=14c486f9ca\">wundert<\/a> ihn schon:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Am Montagnachmittag lie\u00df er verbreiten, der Spiegel-Artikel sprenge &#8218;die Grenzen der Literaturkritik&#8216;. Mit &#8218;atemberaubenden Verdrehungen&#8216; werde der Versuch unternommen, Kracht &#8218;aus dem Kosmos der deutschsprachigen Literatur&#8216; auszugrenzen. &#8218;Imperium&#8216;, so der K\u00f6lner Verlag, sei von einer Vielzahl von Autoren und Journalisten hoch gelobt worden. &#8218;Niemand hat auch nur ansatzweise einen Zusammenhang zu Rassismus und totalit\u00e4rem Denken darin gefunden.&#8216; Niemand, wirklich? Das ist allerdings bedenklich.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im <em>Spiegel <\/em>ist Georg Diez, der auf vier Seiten mit dem &#8222;faschistischen Provokateur&#8220; Christian Kracht abrechnet, dem &#8222;subtil ironischen Spiel&#8220; des Autors &#8222;voll auf den Leim&#8220; gegangen, <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/faschismus-vorwurf-kein-skandal-um-christian-kracht-11649346.html\">meint<\/a> Felicitas von Lovenberg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ziemlich hirnrissig&#8220; findet Erhard Sch\u00fctz im <a href=\"http:\/\/www.freitag.de\/datenbank\/freitag\/2012\/07\/kunst-kein-nazikram\/print\">FREITAG<\/a> den Vorwurf des Faschismus gegen Christian Kracht: &#8222;&#8218;Imperium&#8216; ist vor allem eins &#8211; gl\u00e4nzende Literatur.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christian Krachts Roman &#8222;Imperium&#8220; zeigt keine Nazigesinnung, meint Sabine Vogel in der <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/literatur\/neuer-roman-hitler-war-kein-hippie,10809200,11641656.html\">Berliner Zeitung<\/a>: &#8222;Hitler war kein Hippie. Aber, um mit der Gestelztheit der Kracht&#8217;schen Diktion zu sprechen: man kommt nicht umhin zu sagen, dass der Roman ein recht haneb\u00fcchener Schmarrn ist.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christian Kracht sagt nach Georg Diez&#8216; Polemik im Spiegel eine geplante Lesung in Berlin ab. Gerrit Bartels kommentiert im <a href=\"http:\/\/www.tagesspiegel.de\/meinung\/krach-um-kracht-tuersteher-und-rufmoerder\/6214660.html\">Tagesspiegel<\/a>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Allerdings verwundert die aktuelle Verletztheit von Kracht auch ein wenig. Ist er doch zum einen ein Autor, der durchaus gern mal provoziert. Zum anderen sind in vielen Feuilletons Lobeshymnen auf &#8218;Imperium&#8216; gesungen worden. Auch der Verlag hatte sich gleich nach Ver\u00f6ffentlichung des Spiegel-Artikels mit einer \u00f6ffentlichen Mitteilung hinter Kracht gestellt und war mit harschen Worten &#8218;diesem journalistischen Rufmord&#8216; entgegengetreten.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uninspiriert fa\u00dft Roman Bucheli diese Aufgeregtheit in der <a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/nachrichten\/kultur\/aktuell\/streit_um_ein_noch_nicht_veroeffentlichtes_buch_1.15077786.html\">NZZ<\/a> zusammen. Er wird allerdings noch \u00fcbertroffen von der Br\u00e4sigkeit in der <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/video\/2012-02\/1453266571001#autoplay\">ZEIT<\/a> in Person der Gro\u00dfkritikerin Iris Radisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch eher um Narzissmus als um Nazis gehe es in der Debatte um Christian Krachts &#8222;Imperium&#8220; und die polemische Kritik von Georg Diez im Spiegel, <a href=\"http:\/\/www.taz.de\/1\/archiv\/digitaz\/artikel\/?ressort=tz&amp;dig=2012%2F02%2F17%2Fa0145&amp;cHash=9650f881a9\">meint<\/a> J\u00f6rg Magenau in der taz. Diez habe nicht nur Krachts &#8222;frei flottierende Ironie nicht begriffen, sondern noch nicht einmal seinen eigenen Text. So sprechen Platzanweiser, die \u00fcber die Grenzen des demokratischen Diskurses offenbar ganz genau Bescheid wissen und dort ihren schweren Job als H\u00fcter der \u00f6ffentlichen Ordnung versehen&#8230; Krachts &#8218;Imperium&#8216; ist nicht deshalb fragw\u00fcrdig, weil es darin um Vernichtung und Erl\u00f6sung geht, sondern weil auch das f\u00fcr Kracht, wie alles, was er schreibt, nur Spiel, nur Stil, nur Attit\u00fcde ist. Seine ironischen Distanzierungs\u00fcbungen laufen ins Leere.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Meister der Ironie und &#8222;Stimmenimitator Thomas Manns&#8220; feiert Christopher Schmidt in der SZ den Autor Christian Kracht und verteidigt seinen Roman &#8222;Imperium&#8220; gegen die Attacke des ehemaligen SZ-Autors Georg Diez im Spiegel, den er aber nicht beim Namen nennt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Arglistig kassiert der Verfasser des Artikels damit die Differenz zwischen Kunst und Leben und macht sich selbst jenes reaktion\u00e4ren \u00c4sthetizismus schuldig, dessen er den Autor bezichtigt. Dabei dreht er das Argument um: dass aus den inkriminierten Passagen nichts Eindeutiges hervorgehe, wird dem Autor als bewusste Verdunkelung ausgelegt. So etwas ist nicht Journalismus, sondern Rufmord.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer wissen will, wo die Kokusnus geklaut wurde, sollte dem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_AKDSNny-yo\">Link<\/a> nachlauschen oder selber lesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Meinung, Matze<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obschon die Sperrfrist erst morgen endet, verrei\u00dft sich das sogenannte &#8222;meinungsbildende Feuilleton&#8220; schon im Vorfeld das Maul. 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