{"id":14676,"date":"2013-12-11T08:17:50","date_gmt":"2013-12-11T07:17:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14676"},"modified":"2019-01-16T19:12:36","modified_gmt":"2019-01-16T18:12:36","slug":"poetik-des-humanen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/11\/poetik-des-humanen\/","title":{"rendered":"Poetik des Humanen"},"content":{"rendered":"<p align=\"right\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">&#8230; nicht immer nur denken so denke ich<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">nicht immer nur reden so sage ich<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">endlich auch handeln wenn n\u00f6tig wenn m\u00f6glich<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">vielleicht auch ein handeln mit sprache mit wort<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">etwas wirklich tun gegen den missbrauch der macht<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">gegen gewalt zerst\u00f6rung folter und mord gegen den krieg&#8230;<\/span><\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_14681\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Peter_Paul_Wiplinger.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14681\" width=\"200\" height=\"300\" title=\"220px-Peter_Paul_Wiplinger\" class=\"size-medium wp-image-14681\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Peter_Paul_Wiplinger-200x300.jpg\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Peter_Paul_Wiplinger-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Peter_Paul_Wiplinger.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14681\" class=\"wp-caption-text\">Photo: Gerald Ganglbauer<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Verse sind symptomatisch f\u00fcr einen Dichter wie Peter Paul Wiplinger, der sich \u2013 nach einer Beurteilung Friedrich Heers \u2013 \u201edem Ganzen stellt\u201c, wobei dieses Ganze \u201eder Mensch, eine offene, nie heilende Wunde\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> ist. Das Gedicht wird fortgesetzt. Doch wenn man die angef\u00fchrten Zeilen gelesen hat, wei\u00df man auch, wer Peter Paul Wiplinger ist und was seinem poetischen Schaffen einen Inhalt verleiht. Wiplinger ist ein \u00f6sterreichischer Poet, der sich selbst auferlegt hat, zu politischen, die Menschenrechte ber\u00fchrenden Fragen nicht zu schweigen, sondern mit seinem dichterischen Wort \u201egegen den Wahnsinn der Welt\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a> zu k\u00e4mpfen. \u201eWas sind Worte ohne ihre ethische Substanz? \u2013 N\u00e4mlich jene Worte, die nicht nur das Ger\u00fcst unserer Sprache, sondern auch das Ger\u00fcst unseres Menschseins bilden, ohne das alles in nichts, weil ohne wirklichen Halt, Zusammenhalt, zusammenbricht\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Dieser Satz umschreibt in wenigen Worten die Haltung Wiplingers, der sich in seinem dichterischen Werk zu einem politischen und gesellschaftskritischen Engagement des Schriftstellers bekennt und als solcher leidenschaftlich f\u00fcr die Menschenrechte eintritt. \u201eEs sind Worte, die nur durch Haltung, nur durch existenziellen Vollzug glaubhaft gemacht werden k\u00f6nnen, ohne diese sonst nichts sind, nichts sind als leere Worth\u00fclsen, als Sprache und Sprechen ohne verbindlichen Inhalt\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a>, behauptet Wiplinger und seine Parteinahme&nbsp; gegen jede Form von Intoleranz, gegen Gewalt, V\u00f6lkermord, Rassismus, Entmenschlichung und Unterdr\u00fcckung des Menschenrechts legt von dieser Philosophie Zeugnis ab. Solidarit\u00e4t mit den Unterdr\u00fcckten, Verfolgten, Verletzten, Schwachen bezeichnet den Nervenpunkt seiner Literatur.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Gedichte, die durch ihren Inhalt geformt sind, komprimiert sind, soda\u00df alles \u00dcberfl\u00fcssige weggelassen ist; reduzierte Gedichte. Gedichte als Ger\u00fcste des Denkens und F\u00fchlens, des Widerstandes gegen das Vergessen\u201c.<\/span><\/em><\/p>\n<p align=\"right\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\"><em>Erich Fried &#8211; Wien 1987<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplinger geh\u00f6rt zu jenen Autoren, die sich nicht auf einen Themenbereich festlegen lassen. Die Palette seiner literarischen M\u00f6glichkeiten reicht vom philosophischen und gesellschaftskritischen Gedicht bis zur politischen Lyrik, vom einfachen Landschafts- und Liebesgedicht bis zur poetischen Meditation. Den Schwerpunkt seiner literarischen T\u00e4tigkeit sieht Peter Paul Wiplinger jedoch in der politisch orientierten Lyrik, und darauf geht der vorliegende Beitrag ausf\u00fchrlicher ein. Obwohl die Debatte \u00fcber die Frage, was eigentlich politische Lyrik ist, zu keinem befriedigenden Ergebnis und zu keiner schl\u00fcssigen, allgemeinverbindlichen Begriffsbestimmung gef\u00fchrt hat, ist es doch nicht schwierig ein politisches Gedicht aufgrund seiner Merkmale als solches zu bestimmen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gedichte, die auf ihre historisch-politische Situation reagieren und einwirken wollen, und in denen sich Autoren mit ihrer Umwelt auseinandersetzen, in denen gesellschaftliche Inhalte umgesetzt werden, geben sich rasch durch Sprache und Inhalt zu erkennen.<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Derartige Gedichte sind in der Lage, \u201eSachverhalte vorzuzeigen, die mit anderen bequemeren Mitteln nicht vorgezeigt werden k\u00f6nnen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Ein politisches Gedicht schreiben, hei\u00dft also, sich im Schreibprozess der Realit\u00e4t zu stellen und diese Realit\u00e4t dann als Ergebnis im lyrischen Text aufzuzeigen.&nbsp; Peter Paul Wiplinger tut eben dies. Er str\u00e4ubt sich heftig gegen jede Art von Literatur, welche die Wirklichkeit nicht offen legt, sondern sie statt dessen in irgendeiner Form zu verschleiern versucht. In seinen literarischen Texten bleibt die politische Dimension weder verborgen noch verschl\u00fcsselt. In der gesellschaftlich-politischen Wirklichkeit sieht er eine unabdingbare Voraussetzung seines poetischen Schaffens:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin ein Realist, der nichts besch\u00f6nigt, sondern nur auf die Menschheitsgeschichte und den Zustand der Welt verweist [&#8230;]. Ich bin ein K\u00e4mpfer, der leidenschaftlich f\u00fcr Wahrheit und Gerechtigkeit eintritt und&nbsp; Vernunft, Respekt und Toleranz einmahnt, wo immer er muss und wo immer er kann.<a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein dichterisches Wort stellt er in den Dienst des verletzten Menschen, und die politischen Gedichte dienen diesem Engagement wohl am besten. \u201eStellung nehmen gegen den Missbrauch des Menschen, gegen seine Manipulation, gegen seine blo\u00dfe Zweckben\u00fctzung, das ist n\u00f6tig, das tut uns not\u201c, schreibt Wiplinger in seinem Essay <em>Kunst und Ethik<\/em>.<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/books.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"82\" height=\"80\" title=\"books\" class=\"alignleft size-full wp-image-14683\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/books.png\"><\/a>Den H\u00f6hepunkt seiner durch und durch kompromisslosen, politischen Lyrik bildet der Gedichtband <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987 <\/em><a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a>. Wiplinger leistete mit diesem Buch seinen Beitrag zum Gedenkjahr 1988, das der Erinnerung an die rassistische und politische Verfolgung nach dem Anschluss \u00d6sterreich an Hitler-Deutschland gewidmet war. Von reduzierten Gedichten, reduziert in dem Sinne, dass alles \u00dcberfl\u00fcssige weggelassen ist, von Gedichten als Ger\u00fcste des Denkens und F\u00fchlens, von Gedichten gegen das Vergessen<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> spricht Erich Fried im Vorwort zu diesem Band. Die Gedichte, die Wiplinger in diesem Buch vereint, schlagen einen Ton an, der auch in anderen Gedichtsammlungen dieses Dichters erklingt. Menschenrechte, die Nazizeit, in die er hineingeboren wurde und die seine fr\u00fche Kindheit gepr\u00e4gt hat, die Aufarbeitung der eigenen Geschichte, das Schweigen \u00fcber diese Zeit, der Holocaust sind Themen, die sich wie ein roter Faden durch sein gesamtes Schaffen hindurchziehen. Das Nachdenken \u00fcber den Zweiten Weltkrieg&nbsp; und den Nationalsozialismus ist ein konstantes Leitmotiv seiner politischen Lyrik. Diese zeigt eine dichterische Reaktionsweise, die Kriegserfahrungen nicht ausblenden, nicht verdr\u00e4ngen will, sondern sie&nbsp; aufzugreifen und auszudr\u00fccken sucht. Wiplinger wehrt sich aber dagegen, seine Gedichte als Versuche zu der in \u00d6sterreich ausgebliebenen literarischen Bew\u00e4ltigung der Nazivergangenheit zu deuten. \u00b4Bew\u00e4ltigung\u00b4 ist ein ambivalenter Begriff, der einerseits als geistige Verarbeitung von traumatischen Kriegserlebnissen zu verstehen ist, andererseits aber die Entlastung von Schuldgef\u00fchlen und die Erledigung von Tatbest\u00e4nden, die man im Laufe der Zeit zu den geschichtlichen Akten legen kann, mit einbezieht. Und Wiplingers Gedichte versuchen, gerade dies zu verhindern:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt keine \u201eBew\u00e4ltigung\u201c der \u201ebraun beschmierten\u201c Vergangenheit (NS-Herrschaft und ihre Verbrechen sowie der verbrecherische Krieg) durch Literatur, durch Gedichte, auch und schon gar nicht durch meine [&#8230;]. Nein, diese meine Gedichte (und Fotografien), wie sie im Fotogedichtband <em>Farbenlehre<\/em> aufscheinen, sind das Zeugnis meiner Konfrontation mit der NS-Herrschaft und dem Holocaust, konkret mit dem ehemaligen KZ-Mauthausen. Und es ist das Ergebnis einer individuellen Trauerarbeit [&#8230;]. Etwas anderes aber ist es, immer wieder an diese durch den NS-Terror zugef\u00fcgten Lebenswunden und an die Opfer zu erinnern und dazu beitragen, da\u00df dieser grauenhafte Abschnitt in der Menschheitsgeschichte und die Schuld der T\u00e4ter und Mitt\u00e4ter nicht mit Verdr\u00e4ngen und Vergessen(wollen) zugedeckt werden.<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Dichtung als Mittel zur zeit- und gesellschaftskritischen Auseinandersetzung, \u201edas Wort als treffendes Vokabel, als Waffe, oder als Spracherlebnis &#8230; als \u2018Lebenszeichen\u2019 gegen das Inhumane, gegen die L\u00fcge, gegen das Verschweigen\u201c.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Alexander Giese <\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine Gedichte versteht er als keine Verarbeitung des Erlebten, sondern als dessen Benennung. Dieses unfassbare Verbrechen ist als Vergangenheit nicht zu bew\u00e4ltigen. Wiplinger zeigt es als Gewaltakt gegen die Menschlichkeit, der die Frage aufkommen l\u00e4sst, ob der Mensch aus dieser grausamen geschichtlichen Erfahrung gelernt hat. Die Antwort auf diese Frage wird&nbsp; im Gedicht <em>Macht und Ohnmacht<\/em> erteilt: \u201etatenlos sieht sie jetzt zu\/ die staatengemeinschaft Europas\/ wie krieg \u00fcberzieht dieses land\/ wie agressoren verfolgen ihr ziel\/ und antwortet darauf stets nur\/ mit lahmen protesten und spr\u00fcchen\/ anstatt frieden zu schaffen\/ anstatt zu stoppen den krieg\/ milit\u00e4rische terrorverbrecher\/ zeigen die fratze der macht\/ staatskonferenzen mit m\u00f6rdern\/ mit den Hitler\u00b4s von heute\/ das ist die naive diplomatie\/ schuld und schande Europas\/ man hat nichts gelernt\/ aus der eigenen geschichte\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><em> <\/em><em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gro\u00dfes Leiden an der Zeit, Leiden am Elend der Menschen durch den&nbsp; Krieg, durch falsche Ideale, durch Machtstrukturen ist seinem Werk eingeschrieben. Das besondere Augenmerk des Autors gilt den Opfern des Nationalsozialismus, die er \u201eaus dem schweigen zur\u00fcckholt\/ ins wort\/ ins lebendige dasein\/ in unser leben\/ in unser jahrhundert\u201c, so hei\u00dft es im Gedicht <em>An euch Ausgel\u00f6schte<\/em>.<a title=\"\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\"><em>Gekonnt und zugleich einfach erscheinen die Verse von Peter Paul Wiplinger in einer poetischen Landschaft, in der das Wort der Widerspiegelung der inneren Wirklichkeit dient und dieser Wirklichkeit mit ihren Sehns\u00fcchten, dem Schmerz, dem Drang der Gef\u00fchle, der Sinnlichkeit der Seele einen Sinn verleiht.<\/em> <\/span><\/p>\n<p align=\"right\" style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Lev Detela<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplingers Poesie ruft zum Widerstand gegen die Verdr\u00e4ngung der Wirklichkeit, Verleugnung der Wahrheit und gegen das Vergessen auf: \u201enach einer weile\/ sich erinnern\/ an das, was man\/ vergessen wollte\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a>, ist eine der Forderungen, die Peter Paul Wiplinger an sich und seine Dichtung stellt. Er r\u00fcttelt an der Vergangenheit, l\u00e4sst nichts vergessen, vor allem nicht die unbequeme Vergangenheit, die so viele Menschen verblendet hat.&nbsp; Immer wieder erinnert Wiplinger an den NS-Terror, an die Schuld der T\u00e4ter, an diesen grauenhaften Abschnitt in der Menschheitsgeschichte, den manch ein Ged\u00e4chtnis so gern loswerden m\u00f6chte. In seinem Beitrag <em>50 Jahre danach<\/em> schreibt er: \u201eEs ist ein Teil meines Lebens. Ich bin dadurch gepr\u00e4gt und etwas ist davon noch immer in mir\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> 1939 geboren, zu einem Zeitpunkt, zu dem Hitler die Tschechoslowakei okkupierte, Polen angriff und das \u00fcbrige Europa darauf nicht reagierte, z\u00e4hlt sich Peter Paul Wiplinger bewusst zur Kriegsgeneration, so absurd es auch klingen mag, wenn man retrospektiv von einem drei bis sechsj\u00e4hrigen Kind spricht.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a> Der Schriftsteller erinnert sich dunkel an diese dunkle Zeit seiner Kindheit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erinnere mich an das Dunkel im Raum, wenn wieder einmal das Licht ausgegangen war, im Wohnzimmer und sp\u00e4ter im Keller: wenn wir voll Angst nebeneinander oder aneinandergepresst da sa\u00dfen, \u00fcber uns der Motorenl\u00e4rm der Flugzeuge und dann das Pfeifen und die Einschl\u00e4ge, und das Zittern der W\u00e4nde und das unserer K\u00f6rper [&#8230;]. Und ich erinnere mich an die Namen von Gefallenen, die man im Radio verlautbarte, aber gleich darauf kamen Siegesmeldungen und Marschmusik. Und ich erinnere mich an Begr\u00e4bnisse und an Frauen und M\u00e4dchen, die pl\u00f6tzlich schwarze Kleider trugen. Und dass man hinter vorgehaltener Hand von Menschen sprach, die in KZs eingeliefert worden waren. Und an zwei im Ort bekannte geistig Behinderte, die pl\u00f6tzlich verschwunden waren. Und dass es Leute gab, die sagten, das sei besser so, auch f\u00fcr sie. Und ich erinnere mich, dass es fanatische Nazis im Ort gab, von denen man nachher, nach dem \u201eZusammenbruch\u201c sagte, dass sie Leute denunziert h\u00e4tten, damals. Und ich erinnere mich und wei\u00df es, dass diese Nazis nie zur Rechenschaft gezogen worden sind [&#8230;]. Und ich frage mich, warum das so ist, warum das noch immer so ist. Und warum das einst denn so war. <a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denjenigen, die von eigener Geschichte immer wieder abzur\u00fccken versuchen und ihr schlechtes Gewissen beruhigt schlafen lassen m\u00f6chten, setzt Wiplinger sein <em>Immer wieder <\/em>entgegen: \u201eImmer wieder\/ frage ich mich\/ wie es gewesen ist\/ immer wieder\/ frage ich mich\/ wie es war\/ das ausgel\u00f6schtwerden\/ immer wieder\/ versuche ich\/ zu begreifen\/ aber nichts\/ bringt euch\/ zur\u00fcck\/ ich sp\u00fcre hass\/ auf eure m\u00f6rder\/ trauer\/ und verzweiflung\/ \u00fcber euer zugrundegehen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&nbsp;Die zwingende Notwendigkeit, f\u00fcr jene zu sprechen, \u201edie verstummt sind, weil man sie gewaltsam zum Schweigen gebracht hat\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a>, hat ihn dazu veranlasst, Gedichte zu schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Auschwitz kann man keine Gedichte mehr schreiben\u201c, lautet der bekannte Ausspruch des j\u00fcdischen Philosophen Theodor W. Adorno. Peter Paul Wiplinger tut es trotzdem. Den Satz und das darin enthaltene \u201eDogma\u201c findet er falsch und unter dem Aspekt der moralischen Auswirkung und Anwendung unannehmbar.<a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> Was der Autor meint, ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man darf an Auschwitz nicht vorbeischreiben, denn Auschwitz ist eine Z\u00e4sur und Ma\u00dfstab. Seither gibt es eine neue Dimension des Schrecklichen, was hei\u00dft: auch in der Erfahrung des Menschen, der Menschheit.<a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplingers Schaffen ist von der \u00dcberzeugung gepr\u00e4gt, dass man nicht sprachlos sein kann, dass man sich zwischen die Gewalt und die Feigheit stellen und jenen seine Stimme leihen muss, die nicht oder nicht mehr sprechen k\u00f6nnen. Denn&nbsp; Schweigen hei\u00dft mitschuldig werden, zu jeder Zeit und immer und \u00fcberall.<a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIst es nicht besser\u201c \u2013&nbsp; fragt das lyrische Ich im Gedicht <em>Nach Auschwitz<\/em> \u2013 \u201eimmer wieder zeugniss zu geben\/ f\u00fcr jede kommende zeit\/ zu mahnen wachsam zu sein\/ damit Auschwitz\/ nicht zur geschichte wird\/ zum blo\u00dfen historischen fall\/ von Auschwitz reden muss hei\u00dfen\/ die wirklichkeit des menschen\/ zur sprache zu bringen\/ und eingestehen\/ dass nicht mehr so ist\/ und nichts jemals noch sein wird\/ wie es vor Auschwitz war\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_14685\" style=\"width: 217px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14685\" width=\"207\" height=\"300\" title=\"foto28\" class=\"size-medium wp-image-14685\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto28-207x300.jpg\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto28-207x300.jpg 207w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto28.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14685\" class=\"wp-caption-text\">Bahngeleise im ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Essay <em>Was aber k\u00f6nnen wir tun<\/em>? weist Wiplinger nachdr\u00fccklich darauf hin, dass mit dem Wissen um Auschwitz, Treblinka, Bergen-Belsen, Birkenau, Dachau, Mauthausen der blo\u00dfe moralische Appell nur eine Blasphemie sein kann, wenn er nicht gleichzeitig mit dem Willen und der Verpflichtung zur Aufkl\u00e4rung verbunden ist. Die Dichter sind es, die diese geistig-moralische Verantwortung tragen, weil sie sie auszudr\u00fccken, auszusprechen und zu formulieren verm\u00f6gen.<a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieser ersch\u00fctternden Ereignisse, angesichts der Menschenvernichtungsst\u00e4tten, angesichts der grausamen Bluttaten f\u00e4llt es zwar schwer, zu sprechen, und auch Wiplinger z\u00f6gert manchmal: \u201eich denke und sage\/ im namen der wahrheit\/ und komme mir doch\/ dabei sch\u00e4big und arm vor\/ und denke\/ die einzig m\u00f6gliche anmerkung\/ zu eurer qual und eurem tod\/ w\u00e4re verstummen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn25\">[25]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er sieht aber andererseits, dass ein Verschweigen und ein Sich-Zur\u00fcckziehen keine Methode bedeuten kann und \u201ewir Dichter brauchen\/ die das was verschwiegen wird\/ zur Sprache bringen\/ die Rebellen sind\/ und keine Untertanen\/ die die Freiheit nicht nur besingen\/ sondern f\u00fcr die Freiheit k\u00e4mpfen\/ und gegen jede Erniedrigung sind\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> F\u00fcr Wiplinger ist das schon eine <em>Dichterl\u00fcge<\/em>: \u201cvon ewigkeit reden\/ das zeitlose segnen\/ den zwiespalt verschweigen\/ aneinander vorbeil\u00fcgen\/ mit der metapher\/ mit dem gedicht.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_14686\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto36.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14686\" width=\"206\" height=\"300\" title=\"foto36\" class=\"size-medium wp-image-14686\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto36-206x300.jpg\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto36-206x300.jpg 206w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto36.jpg 363w\" sizes=\"auto, (max-width: 206px) 100vw, 206px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14686\" class=\"wp-caption-text\">Denkmal Wien, Judenplatz, 2000<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit mehr als 30 Jahren befasst sich der Dichter mit den Themen Nationalsozialismus, V\u00f6lkermord und Holocaust. Er befasst sich aber auch mit der traurigen Tatsache, dass viele \u00d6sterreicher so wenig bereit sind, sich mit diesem schwarzen Kapitel auch ihrer Geschichte auseinander zu setzen: \u201eDa war die Menge\/ die aufschrie und schwieg;\/ aber niemand f\u00fchlte sich schuldig.\/ Und niemand bekannte sich sp\u00e4ter\/ zu seinem eigenen Ich.\/ Da war der Tod wieder einmal\/ ein Meister aus Deutschland.\/ Und so blieb es bis heute:\/ Das Grauen von einst\/ ist l\u00e4ngst schon vergessen.\/ Und S\u00fchne war nie!\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn28\">[28]<\/a> Die Kritik des Dichters ist einschneidend: es fehlte und fehlt in \u00d6sterreich an grundlegender politisch-ideologischer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus. \u201eDie Konfrontation ist mir lieber, als jeder faule Frieden\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a> beteuert Wiplinger&nbsp; in seinem Gedicht <em>Erkl\u00e4rung<\/em>. Und so rebelliert er gegen \u201eeine Gegenwart, die das Unbegreifliche geschichtlich einfrieren l\u00e4sst und es auf emp\u00f6rende Weise verf\u00e4lscht\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a>&nbsp; Seine einfachen Verse enth\u00fcllen das, was von vielen in \u00d6sterreich verschwiegen wird.&nbsp; Im Gedicht <em>\u00d6sterreichischer Geschichtsunterricht<\/em> l\u00e4sst der Autor sein lyrisches Ich eine scharfe Kritik an \u00f6sterreichischen Verh\u00e4ltnissen \u00fcben: \u201ew\u00e4hrend meiner ganzen\/ schulischen ausbildungszeit\/ weder in der volksschule\/&nbsp; noch sp\u00e4ter im gymnasium\/ habe ich jemals irgendetwas\/ von KZ und Holocaust\/ vom Nazifaschismus\/ von Rassengesetzen\/&nbsp; von Verbrechen\/ geh\u00f6rt\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> Die allgegenw\u00e4rtige Kritik in seinem Werk, die gegen ein Tabu verst\u00f6\u00dft, mit dem viele \u00d6sterreicher ihr schlechtes Gewissen wegen der faschistischen Vergangenheit zu verdecken versuchen, wird in seinem Land allzu oft als unzul\u00e4ssiger Eingriff in die Angelegenheiten von Einrichtungen, die die Kulturpolitik kreieren, angesehen. Diese Kritik findet der Schriftsteller notwendig,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">weil es diese zu kritisierenden herrschenden, ja be-herrschenden \u201eZust\u00e4nde\u201c in \u00d6sterreich gab und gibt. Was man so indifferent als \u201eZust\u00e4nde\u201c bezeichnet, das ist jedoch mit verursachenden und handelnden oder nicht-handelnden Personen und Institutionen, mit der Politik, mit der Gesellschaft, mit dem Staat, mit dem ganzen \u00d6ffentlichen Leben verbunden. Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gibt es in \u00d6sterreich \u2013 so wie auch in anderen L\u00e4ndern \u2013 das ist eine unleugbare und leicht feststellbare Tatsache. <a title=\"\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_14687\" style=\"width: 307px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto011.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14687\" width=\"297\" height=\"205\" title=\"foto01\" class=\"size-full wp-image-14687\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto011.jpg\"><\/a><p id=\"caption-attachment-14687\" class=\"wp-caption-text\">Selbstportr\u00e4t<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplinger gibt sich als Dichter zu erkennen, der gegen alle Verzerrungen von Staats- und Gesellschaftsmacht auftritt, eine Haltung, die im Gedicht <em>Literarisches Programm<\/em> ihren ausgepr\u00e4gten Ausdruck findet: \u201egegen jeden staat\/ der sich absolut setzt\/ werde ich widerstand leisten\/ gegen jede partei\/ die sich absolut setzt\/ werde ich widerstand leisten\/ gegen jede religion\/ die sich absolut setzt\/ werde ich widerstand leisten\/ gegen alle die nach macht streben\/ nur um macht zu erreichen\/ werde ich widerstand leisten\/ mit meinem handeln\/ mit meinem wort\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> Dieses Gedicht verweist zugleich auf die wichtigsten Aufgaben, denen jeder Schriftsteller, auch aufgrund der historischen Ereignisse, nachkommen sollte. Von diesen Aufgaben her, f\u00fcr die Interessen des Menschen im Sinne der Unverletzbarkeit menschlicher Lebensgrundrechte, f\u00fcr Wahrheit, Gerechtigkeit, Freiheit und W\u00fcrde einzutreten, ergibt sich f\u00fcr Wiplinger die Verantwortung des Autors. \u201eDem Gedicht\u201c \u2013 schreibt Wiplinger in seinem Essay <em>Nach Auschwitz <\/em>\u2013&nbsp; \u201eist nicht viel mehr hinzuf\u00fcgen. Es geht um die Positionsbestimmung des eigenen Ich, um die Deklaration meines eigenen, individuellen Standpunktes als Mensch und als Schriftsteller, von dem ich mir w\u00fcnsche, dass m\u00f6glichst viele andere Schriftsteller einen solchen Standpunkt einnehmen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a> Wiplinger ruft zum Widerstand auf gegen eine Literatur und Schriftsteller, die ihre Verantwortung auf den Bereich der Sprache reduzieren wollen, denn \u201eder Schriftsteller ist f\u00fcr mehr verantwortlich als nur f\u00fcr die Sprache und Literatur. Er ist nicht nur der Kunst verpflichtet, sondern auch der Gerechtigkeit, der Freiheit, den Menschenrechten. Und dies mit seiner Kunst oder auch ohne seine Kunst. Egal wie. Die Verpflichtung jedenfalls besteht, ob man sie wahrhaben will oder nicht. Denn neben dem Wort und \u00fcber dieses hinaus gibt es noch etwas, das z\u00e4hlt und an dem wir gemessen werden, n\u00e4mlich: das Handeln!\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Bei der gegenw\u00e4rtigen allgemeinen Entwertung aller ethischen Normen, Prinzipien und Werte des Lebens appelliert Wiplinger an die Verantwortung des einzelnen Menschen f\u00fcr morgen. In seiner poetischen Stellungnahme f\u00fchlt man ein neues Bewu\u00dftsein der Zeit, das sich sehr pr\u00e4zise ausdr\u00fcckt in der Formel: \u201eDer Mensch ist der geistige Wert des Lebens\u201c.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Dimitar Bo\u0161kov <\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber eine Imagination kann und mag Wiplinger nicht schreiben. Jedes Gedicht, ob ein politisches, ein Landschafts- oder Liebesgedicht, entsteht immer aus einer konkreten Situation heraus:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Gedicht entsteht bei mir vor allem aus einer inneren Notwendigkeit heraus. Es mu\u00df mich etwas zu einem Gedicht \u2013 ja, zum Gedichtschreiben \u00fcberhaupt \u2013veranlassen. Es gibt so etwas wie einen Beweggrund, der mich das Gedicht \u2013 der mich \u00fcberhaupt Gedichte \u2013 schreiben l\u00e4sst [&#8230;] Es kann mich ein ganz pers\u00f6nliches Erlebnis, ein Gef\u00fchl, eine Stimmung (Trauer, Melancholie, das Gef\u00fchl der Abgeschiedenheit, des Sich-in-der-Welt-Ausgesetztf\u00fchlens), aber auch ein aktueller Anla\u00df, der in mir eine Resonanz, eine Reaktion hervorruft, dazu \u2013 im wahrsten Sinn des Wortes &#8211; bewegen, dass ich mich hinsetze und ein Gedicht schreibe.<a title=\"\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplingers Werk besteht zum gro\u00dfen Teil aus Gedichten, die als Ausdruck seiner von den politischen Entwicklungstendenzen verursachten Aufruhr zu verstehen sind. Wiplinger ist keiner der am Rande steht und das Schreckensbild der politischen Wirklichkeit kommentarlos zur Kenntnis nimmt. Ohne verschleiernde Metaphern berichtet er dar\u00fcber, was er sieht, was ihn in Wut versetzt und seine \u201eschriftstellerische Feder zittern l\u00e4sst\u201c:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den politischen Gedichten, in jenen, in denen ich mich \u00fcber emp\u00f6rende Gesinnungen, Verhaltensweisen, Handlungen oder Handlungsdefizite, \u00fcber Gesellschaftskonventionen und Gesellschaftsl\u00fcgen, \u00fcber politische Propaganda, \u00fcber menschenverachtende Staatsmacht und Machtmissbrauch, \u00fcber die Lethargie des indifferenten Zeitgenossen bei dessen gleichzeitig auf der Lauer liegenden Aggressivit\u00e4t gegen alles, was schw\u00e4cher ist als er selbst, aufrege, da kommt mir der Zorn hoch und er schl\u00e4gt manchmal auch in Hass um, in dem Sinne, dass mir solche \u201eZust\u00e4nde\u201c, sprich Menschen und deren Praktiken verhasst sind. <a title=\"\" href=\"#_ftn37\">[37]<\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_14688\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/pvpr4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14688\" width=\"300\" height=\"205\" title=\"pvpr4\" class=\"size-medium wp-image-14688\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/pvpr4-300x205.jpg\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/pvpr4-300x205.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/pvpr4.jpg 306w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-14688\" class=\"wp-caption-text\">Peter Paul Wiplinger bei der Internationalen PEN-Konferenz, Warschau 1999<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplinger ist ein kritischer Dichter, er scheut nie davor zur\u00fcck, die Dinge, die ihm nicht gefallen, geradewegs beim Namen zu nennen und sie hart zu verurteilen. Seine Gedichte lesen sich oft als Kommentare politischer und sozialer Zust\u00e4nde, die f\u00fcr seine Emp\u00f6rung gesorgt haben. Sie sind ein Beleg daf\u00fcr, dass die S\u00fcnden der Vergangenheit immer noch in seinem Land nachbeben. So kommentiert das lyrische Ich im Gedicht <em>Heimat, bist du grosser S\u00f6hne<\/em> die Laufbahn des ehemaligen NS-Euthanasiearztes Dr. Heinrich Gross, den die Republik mit dem \u201eEhrenkreuz f\u00fcr Wissenschaft und Kunst\u201c ausgezeichnet hatte: \u201eer ist eine wissenschaftliche kapazit\u00e4t\/ er ist eine geachtete pers\u00f6nlichkeit\/ er ist eine stimme in diesem land\/ er ist eine instanz auf seinem gebiet\/ er ist der ber\u00fchmteste gerichtspsychiater\/ der nachkriegszeit im mittelpunkt der presse\/ er ist die entscheidungshilfe des richters\/ die gef\u00fcrchtete figur des angeklagten\/ das hindernis f\u00fcr die verteidiger\/ der letzte trumpf des staatsanwaltes\/ sein wort bestimmt \u00fcber jahre und schuld\/ er hat karriere gemacht und\/ steht heute an der spitze\/ von system von staat von gesellschaft\/ er ist SP\u00d6 mitglied seit langem\/ er war NSDAP mitglied von anfang an\/ angefangen hat er mit dem ausstellen\/ von \u00fcber 200 totenscheinen\/ euthanasieerl\u00f6ster kinder\/ 1942\/43 am spiegelgrund in wien\/ auf pavillon 21 im namen der volksgesundheit\/ und noch heute arbeitet er\/ im selben haus wie damals\/ auch jetzt im auftrag des staates\/ an der genesung und reinhaltung\/ der gesellschaft des volkes\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a> Die Tatsache, dass Dr. Gross wegen seiner von Gutachtern konstatierten Altersdemenz verhandlungsunf\u00e4hig erkl\u00e4rt wurde, und sich so einem Prozess und seiner voraussehbaren Verurteilung entziehen konnte, nennt Wiplinger einen der gr\u00f6\u00dften und dunkelsten Schandflecken in der Geschichte \u00d6sterreichs nach dem Naziterror und nach dem Krieg. Er&nbsp; sieht es als einen Beweis daf\u00fcr, wie das offizielle \u00d6sterreich mit seiner eigenen Beteiligung am NS-Regime und dessen Gr\u00e4ueltaten umgegangen worden ist.<a title=\"\" href=\"#_ftn39\">[39]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass Wiplinger nicht bereit ist nennbare Dinge, unter denen er in \u00d6sterreich leidet, unbenannt zu lassen, zeigt das Gedicht <em>\u00d6sterreich heute<\/em>: \u201edie jetzt erst recht\/ parole auf den plakaten\/ die ausl\u00e4nder raus\/ parole an den w\u00e4nden\/ versteckt und offen\/ antisemitismus\/ alltagsfaschismus\/ als t\u00e4gliches erlebnis\/ so viel verlogenheit\/ so viel heuchelei\/ so viel machtgier\/ so viel dummheit\/ so viel unglaubliches\/ in diesem \u00f6sterreich\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Ein genauer Beobachter der Menschen, der Gesellschaft, der Politik, der Probleme der Zeit und des Zeitgeschehens. Einer, der Gr\u00fcnde und Hintergr\u00fcnde ausleuchtet und aufhellt, sichtbar macht. Ein scharfer Analytiker, ein Intellektueller und zugleich ein sensibler Poet, der stets \u00fcber das Augenblickliche hinausdenkt und sich hinaustr\u00e4umt in eine Wirklichkeit, die jenseits der Dinge liegt.&nbsp;<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Reinhard Kacianka <\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00d6sterreich ist bei Wiplinger zu einem Thema geworden. Seine Gedichte dokumentieren die st\u00e4ndige Auseinandersetzung eines Dichters mit den kulturellen und politischen Ereignissen in seinem Heimatland und geben diesbez\u00fcglich seine Emotionen preis: \u201esich wieder sch\u00e4men m\u00fcssen\/ f\u00fcr seine heimat f\u00fcr sein land\/ in seinem eigenen innern\/ in der fremde als gast\/ ausl\u00e4nderfeindlichkeit\/ kalte zynische politik\/ menschenverachtende praxis\/ anstatt menschenw\u00fcrdiges tun\/ in schubhaft genommen\/ alles was uns nicht passt\/ wieder einmal s\u00e4ubern das land\/ wie ja schon einmal geschehen\/ die staatspropaganda predigt\/ ein neues <em>Vereintes Europa<\/em>\/ welchen eintrittspreis kostet\/ dieses mal wieder <em>Der Anschlu\u00df<\/em>\/ <em>O du mein \u00d6sterreich<\/em> schmettern\/ die trompeten der gardemusik\/ beim staatsakt am staatsfeiertag\/ auf dem Heldenplatz in Wien\/ sich wieder einmal sch\u00e4men m\u00fcssen\/ f\u00fcr dieses land f\u00fcr das was geschieht\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das oben angef\u00fchrte Gedicht aus dem Band <em>Splitter,<\/em>&nbsp; besticht durch seine direkte Benennung konkreter sozial-politischer Probleme, in denen sich erschreckende Parallelen zu \u201edamals\u201c abzeichnen. \u00c4hnliche &#8211; auf die politische Situation in \u00d6sterreich zur\u00fcckf\u00fchrende \u2013 \u00c4ngste werden auch im <em>Heimatgedicht<\/em> formuliert: \u201ehinter der maske\/ des biedermanns\/ lauert noch immer\/ der nationalismus\/ die unduldsamkeit\/ gegen einen jeden\/ der anders ist\/ als die norm\/ mit der faust kr\u00e4ftig\/ auf den tisch gehaut\/ als wahrheitsbeweis\/ abends am stammtisch\/ gro\u00dfe worte dar\u00fcber\/ wie denn das alles ist\/ das Ausl\u00e4ndergesindel\/ die Heimat \u00d6sterreich\/ die Kirche der Staat\/ die Wirtschaft das Volk\/ die Verbrecher da oben\/ die Kleinen da unten\/ dann ein schluck bier\/ das lachen von allen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a> Wiplinger betont aber nachdr\u00fccklich, keinen \u00d6sterreichhass zu empfinden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto24.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"211\" height=\"300\" title=\"foto24\" class=\"alignleft size-medium wp-image-14690\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto24-211x300.jpg\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto24-211x300.jpg 211w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/foto24.jpg 306w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a>Ich [&#8230;] habe keinen \u00d6sterreichha\u00df. Meine emotionale Grundhaltung ist die Wut, der Zorn, auch die Besorgnis. Meine Kritik ist grundlegend(er), weil werte-bezogen. Meine Ansatzpunkte und Kriterien sind (ethisch-) \u201emoralisch-politischer Natur. Das ist etwas ganz anderes. Da geht es mir um die Verlogenheit und Falschheit an sich, um die T\u00e4uschung des Menschen, um die Anma\u00dfung der Politik dem Staatsb\u00fcrger gegen\u00fcber, um die Unzumutbarkeit, um den Niveauverlust, um die Preisgabe von W\u00fcrde und Wert, von Wahrheit und Gesinnung, von Aufgabe von Haltung und echter Verantwortung; um Enttarnung und Sichtbarmachung; stets im Zusammenhang mit der gesellschaftlichen Lethargie. Es geht um Bewusstlosigkeit, im Gegensatz zu einem politisch-demokratischen Bewusstsein. Ich bin ein Moralist, kein Zyniker.<a title=\"\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplingers Poesie zielt auf einen Kontakt mit der Gesellschaft hin, um dort eine konkrete Wirkung zu erlangen: dem Menschen von heute die Wahrheit zu sagen, ihn aus seiner Gleichg\u00fcltigkeit zu rei\u00dfen und zum Nachdenken zu bringen, dem Menschen von heute \u201eseinen Zustand des Ausgeliefertseins\u201c bewusst zu machen. \u201eStill und zielbewusst rebelliert Peter Paul Wiplinger gegen eine Welt, die ihre eigene Grausamkeit als F\u00fcgung des Schicksals hinnimmt\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a> Und er versteht es, die Grausamkeiten dieser Welt sp\u00fcrbar werden zu lassen. Seine Gedichte versetzen manchmal in Schrecken, er nimmt es aber in Kauf in der Hoffnung, dem Menschen beibringen zu k\u00f6nnen, dass die Bedrohung weiter besteht, genauso wie damals und dort, dass jeden Tag eine neue, so oft mit Blut beschmierte Geschichte geschrieben wird:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eImmer sind gleichzeitig&nbsp; Schrecken, Gewalt, Mord und Totschlag in der Welt pr\u00e4sent. Und die M\u00f6rder tragen nicht nur Kampfuniformen, sondern elegante Anz\u00fcge und teure Krawatten\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn45\">[45]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts der Beobachtung, dass Hass, Gewalt, Machtgier und soziales Desinteresse st\u00e4rker in der Menschheitsgeschichte verwurzelt sind als der Wille zum friedlichen&nbsp; Miteinander, f\u00e4llt es Wiplinger schwer, zu glauben, dass man eben mit dem literarischen Wort den Menschen, die Gesellschaft, die Welt humanisieren kann. \u201eEin Gedicht ist kein Ausweg aus der Misere\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn46\">[46]<\/a>, hei\u00dft es auch in seinem Gedicht <em>Das letzte Lied<\/em>. Wiplinger wei\u00df also um die Ohnmacht der Literatur im Prozess der Weltbesserung, wozu er sich aber eindeutig bekennt, ist die aufkl\u00e4rerische Absicht und Informationsfunktion der literarischen T\u00e4tigkeit:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Literatur kann das Unm\u00f6gliche \u2013 die Welt zu verbessern \u2013 nicht m\u00f6glich machen. Aber sie kann aufrufen zur Wachsamkeit gegen\u00fcber dem Missbrauch der Macht, sie kann mahnen zur Toleranz, zur Vernunft und sich gegen Fanatismus und Unterdr\u00fcckung (der Meinungsfreiheit \/ der Lebensfreiheit) stellen. Sie kann Widerstand leisten. Dummheit kann sie aber nicht beseitigen, Verdummung nicht aufhalten [&#8230;]. Vielleicht kann sie den einzelnen Menschen bessern im Sinne der Sensibilisierung und Aufkl\u00e4rung. Das ist ein Auftrag und Ziel von Literatur, kann das jedenfalls \u2013 auch wenn es kein Gebot ist \u2013 sein: dem Menschen von heute seinen Zustand des Ausgesetztseins zu vergegenw\u00e4rtigen.<a title=\"\" href=\"#_ftn47\">[47]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er beharrt auf seinem Standpunkt, dass diejenigen, die das Sprachverm\u00f6gen haben, nicht darauf verzichten k\u00f6nnen, die Gesellschaft und das Miteinanderleben humanisieren zu wollen, auch wenn sie mit ihren Ideen und ihrem Engagement scheitern oder gescheitert sind. Als Postulat, als Utopie, im Glauben an die M\u00f6glichkeit m\u00fcssen sie ihre Position des Ver\u00e4ndernwollens \u2013 trotzdem \u2013 aufrecherhalten. Das ist die Aufgabe des engagierten Schriftstellers als Person.<a title=\"\" href=\"#_ftn48\">[48]<\/a> Der Dichter darf also die Hoffnung nicht aufgeben, eine pers\u00f6nliche Utopie, die sich in folgenden Versen manifestiert: \u201eeines tages\/ auferstehen\/ nicht mehr\/ gebunden\/ nicht mehr\/ geschlagen\/ nicht mehr\/ gesch\u00e4ndet\/ eines tages\/ auferstehen\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn49\">[49]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Ich habe keine \u201egro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr Literatur\u201c. Ich habe eine gro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr das Leben! F\u00fcr meines und f\u00fcr jede Art von Lebewesen \u00fcberhaupt. Und mich interessiert der Mensch: in seinen M\u00f6glichkeiten, in seiner Begrenzung, in seiner Dimension, in seinem Ausgeliefertsein, in seiner Freude, in seinem Schmerz, in seiner Verzweiflung, in seiner Hoffnung, in seiner Liebe, in seinem Lieben; in seiner Abgr\u00fcndigkeit, in seiner unvorstellbaren Grausamkeit, in seinem Streben nach dem Guten, in seiner Aufopferung, in seinem Leiden, in seinem Sterben, in seinem Tod.&nbsp;<\/span><\/p>\n<p align=\"right\" style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: rgb(136, 136, 136);\">Peter Paul Wiplinger<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wirksamkeit von Literatur sieht Wiplinger darin gesichert, dass sich der Schreibende als Einzelg\u00e4nger begreift und stets eine distanzierte Haltung der kritischen Opposition einnimmt, sich den \u00fcbergeordneten Prinzipien menschlicher Grund- und Freiheitsrechte unterstellt und be\u00e4ngstigende Zeittendenzen zum Ausdruck bringt. Im Gedicht <em>Aufruf <\/em>&nbsp;fordert Wiplinger:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAuf\/ zum gemeinsamen Widerstand.\/\/ Niemand\/ hat mehr das Recht\/ zu schweigen.\/\/ Niemand\/ hat mehr das Recht\/ beiseitezuschauen.\/\/ Niemand\/ hat mehr das Recht\/ nur auf sein eigenes Ich.\/\/ Wir sind\/ allen verpflichtet\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn50\">[50]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinen zahlreichen theoretischen und polemischen Texten verweist Wiplinger wiederholt auf den Stellenwert des Schriftstellers, den er als einen politisch denkenden und handelnden Menschen sieht:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Beruf des Schriftstellers aus\u00fcben bedeutet f\u00fcr mich, nicht im Elfenbeinturm der sch\u00f6nen K\u00fcnste zu sitzen und sich zur\u00fccklehnen in eine Beobachterposition [&#8230;]. Der Schriftsteller ist kein Privatmensch, jedenfalls nicht nur, sondern eine \u00f6ffentliche Person, daraus kommt ihm erh\u00f6hte Verantwortung zu. Eintreten f\u00fcr Menschenrechte, Minderheiten, gegen jede Form der Gewalt und Unterdr\u00fcckung, des Machtmissbrauchs und der Manipulation des Menschen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn51\">[51]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Dichter darf nicht schweigen, \u201ew\u00e4hrend drau\u00dfen\/ der krieg tobt\/ irgendwo wieder\/ auf dieser welt\/ menschen elend\/ zugrundegehen\/ diktaturen\/ die freiheit\/ gewaltsam\/ unterdr\u00fccken\u201c.<a title=\"\" href=\"#_ftn52\">[52]<\/a> Immer wenn der Mensch und seine Rechte mit \u201eF\u00fc\u00dfen getreten werden, im Namen der Freiheit und als Beweis f\u00fcr Ordnung und Stabilit\u00e4t\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn53\">[53]<\/a> darf der Schriftsteller nicht abseits stehen, sich der Diskussion verweigern und der Mitverantwortung zu entziehen. Ganz im Gegenteil, er hat seine Stimme als Mahnung zu erheben, und mit seinem dichterischen Wort zu k\u00e4mpfen. Das Wort hat bei Wiplinger einen neuen Standpunkt gefunden \u2013 \u201edas Wort als treffende Vokabel, als Waffe, oder als Spracherlebnis &#8230; als \u00b4Lebenszeichen` gegen das Inhumane, gegen die L\u00fcge, gegen das Verschweigen\u201c. Sein schriftstellerisches Credo hat Peter Paul Wiplinger eindeutig formuliert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir geht es als Schriftsteller und Dichter darum, den brennenden, aktuellen Fragen nicht auszuweichen, mich ihnen zu stellen, sie aufzuzeigen, sie nicht aus und von der Literatur fernzuhalten, sondern mich literarisch damit auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das Anliegen des Autors. \u201eEs geht also um die Mitgestaltung eines gesellschaftlichen&nbsp; Bewusstseinsprozesses \u2013 betont Wiplinger \u2013 aus dem Handlungsans\u00e4tze abgeleitet werden sollen und m\u00fcssen. Der unterdr\u00fcckte Mensch ist und bleibt, muss ein Thema bleiben f\u00fcr die Literatur\u201c. In seinem Werk kommt das deutlich zum Ausdruck.<\/p>\n<hr width=\"33%\" size=\"1\" align=\"left\">\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover2-300x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" title=\"Cover2-300x300\" class=\"alignleft size-full wp-image-14691\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover2-300x300.jpg\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover2-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover2-300x300-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Heer, Friedrich: Klappentext. In: Wiplinger, Peter Paul: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>. Klagenfurt 1987.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>An euch Ausgel\u00f6schte<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>. Klagenfurt 1987, S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Worte ohne Werte sind nichts<\/em>. Aus Peter Paul Wiplingers Beitrag zur 24. Internationalen Schriftstellertagung in Fresach \u00fcber <em>Worte sind Werte<\/em>. In: \u201eDie Furche\u201c Nr. 25 vom 22. Juni 1995, ohne Seitenangabe.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> <em>Ebd<\/em>., ohne Seitenangabe.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Kane, Martin: <em>Politische Lyrik<\/em>. In: Glase, Horst (Hg.): <em>Deutsche Literatur zwischen 1945 und 1995. Eine<\/em> <em>Sozialgeschichte<\/em>. Bern\/Stuttgart\/Wien 1997, S. 587.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Enzensberger, Hans Magnus: <em>Scherenschleifer und Poeten<\/em>. In: Ders.: <em>Mein Gedicht ist mein Messer. Lyriker zu ihren Gedichten<\/em>. Hg. von Hans Bender, M\u00fcnchen 1964, S. 146.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Peter Paul Wiplinger im Gespr\u00e4ch mit Arletta Szmorhun. In: \u201eOrbis Linquarum\u201c Vol. 25. Wroc\u0142aw 2004, S. 182.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Kunst und Ethik<\/em>. In: <em>Podium Portr\u00e4t<\/em> 18. St. P\u00f6lten 2004, S. 8.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Vgl. Fried, Erich: Aus dem Vorwort zu Peter Paul Wiplingers <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Peter Paul Wiplinger im Gespr\u00e4ch mit Arletta Szmorhun, a.a.O., S.175.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Macht und Ohnmacht.<\/em> In: Ders.: <em>Niemandsland. Gedichte 1960-2000<\/em>. Eisenstadt 2002, S. 47.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>An euch Ausgel\u00f6schte<\/em>. <em>A.a.O<\/em>., S. 54.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Nach einer Weile<\/em>. In: <em>Ebd<\/em>., S. 8.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>50 Jahre danach<\/em>. In: \u201eDie Furche\u201c Nr. 20 vom 18. Mai 1995, S.20.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Vgl. Interview mit Peter Paul Wiplinger im ORF, gemacht und geschrieben 1983, S. 5.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>50 Jahre danach<\/em>, a.a.O., S.20.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Immer wieder<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O.,<\/p>\n<p>S. 30.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: Widmung f\u00fcr Arletta Szmorhun. In: <em>Ebd<\/em>.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Vgl.Wiplinger, Peter Paul: <em>Nach Auschwitz<\/em>. In: \u201eFacetten\u201c. Literarisches Jahrbuch der Stadt Linz 1991, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: Auszug aus einem Brief an Evelyn Adunka, geschrieben 1992. In: <em>Podium Portr\u00e4t<\/em> 18, a.a.O., S. 17.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Vgl. Interview mit Peter Paul Wiplinger f\u00fcr den ORF, a.a.O., S. 6.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Nach Auschwitz<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S. 16.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Vgl. Wiplinger, Peter Paul: <em>Was aber k\u00f6nnen wir tun<\/em>? \u00dcberlegungen anl\u00e4sslich der Internationalen Schriftsteller- und Journalistentagung <em>Die Feder f\u00fcr den Frieden <\/em>in Slovenj Gradec, 11.-14. November 1985. In: \u201eP.E.N.-Informationen\u201c Nr. 13, Jahresbericht. Wien 1985, S. 87.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Vor dem Krematorium<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S. 50.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Dichterische Freiheit<\/em>. In: <em>Ebd<\/em>., S. 99.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref27\">[27]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Dichterl\u00fcge<\/em>. In<em>: Ebd<\/em>., S. 107.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref28\">[28]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Purpur<\/em>. In: <em>Ebd<\/em>., S. 72.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref29\">[29]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Erkl\u00e4rung<\/em>. In: <em>Ebd<\/em>., S. 98.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref30\">[30]<\/a> Amer\u00fd, Jean: <em>Jenseits von Schuld und S\u00fchne. Bew\u00e4ltigungsversuche eines \u00dcberw\u00e4ltigten<\/em>. M\u00fcnchen 1988, S. 12.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref31\">[31]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>\u00d6sterreichischer Geschichtsunterricht<\/em>. In: Ders.: <em>Lebenszeichen<\/em>. Hg. von Edward Bia\u0142ek, Wroc\u0142aw 2003, S. 24.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref32\">[32]<\/a> Peter Paul Wiplinger im Gespr\u00e4ch mit Arletta Szmorhun, a.a.O., S. 171.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref33\">[33]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Literarisches Programm<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S. 10.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref34\">[34]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Nach Auschwitz<\/em>, a.a.O., S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref35\">[35]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Literatur und Widerstand<\/em>. <em>Vom verlorenen Engagement der Schriftsteller<\/em>. In: \u201eWienerzeile\u201c Nr. 30 vom 1999, ohne Seitenangabe.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref36\">[36]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Wie entsteht (m)ein Gedicht? Zum Ph\u00e4nomen des poetischen Aktes<\/em>. In: \u201eUnke\u201c Nr. 16 vom September 1994, ohne Seitenangabe.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref37\">[37]<\/a> Peter Paul Wiplinger im Gespr\u00e4ch mit Arletta Szmorhun, a.a.O., S. 177.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref38\">[38]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Heimat bist du grosser S\u00f6hne<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S. 150.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref39\">[39]<\/a> Vgl. Wiplinger, Peter Paul: Brief an Magdalena Pierzchalska, geschrieben am 20.06.2004, S. 1 (im Besitz des Autors; der Varfasserin freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt).<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref40\">[40]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>\u00d6sterreich heute<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S 116.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref41\">[41]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>O Du mein \u00d6sterreich<\/em>. In:&nbsp; Ders.: <em>Splitter. Gedichte 1966-1998<\/em>. Eisenstadt 2000, S. 37.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref42\">[42]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Heimatgedicht<\/em>. In: <em>Podium Portr\u00e4t<\/em> 18, a.a.O., S. 41.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref43\">[43]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: Brief an Arletta Szmorhun, geschrieben am 16.03.2005, S. 1.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref44\">[44]<\/a> Sebest\u00fden, Gy\u00f6rgy: Aussage \u00fcber Peter Paul Wiplinger. In: <em>Podium Portr\u00e4t<\/em> 18, a.a.O., S. 60.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref45\">[45]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: Brief an Ludovit Petrasko, geschrieben am 26. Februar 1996, S. 1 (im Besitz des Autors; der Verfasserin freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt).<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref46\">[46]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Das letzte Lied<\/em>. In: Ders.: <em>Unterwegs. Reise- und Aufenthaltsgedichte 1966-1996<\/em>. Eisenstadt 1997, S. 21.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref47\">[47]<\/a> Peter Paul Wiplinger im Gespr\u00e4ch mit Arletta Szmorhun, a.a.O., S. 174.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref48\">[48]<\/a> Vgl. Wiplinger, Peter Paul: <em>Meine Position als Schriftstellers<\/em>. In: <em>Podium Portr\u00e4t<\/em> 18, a.a.O., S. 11.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref49\">[49]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Hoffnung<\/em>. In: Ders.: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S. 84.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref50\">[50]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Aufruf<\/em>. In: <em>Ebd<\/em>., S. 162.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref51\">[51]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: Brief an Elisabeth Stallinger-Rabitsch, geschrieben am 27. Februar 1996, S. 1 (im Besitz des Autors; der Verfasserin freundlicherweise zur Verf\u00fcgung gestellt).<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref52\">[52]<\/a> Wiplinger, Peter Paul: <em>Dichtertreffen<\/em>. In: Ders.: <em>Unterwegs. Reise- und Aufenthaltsgedichte 1966-1996<\/em>, a.a.O., S. 68.<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"\" href=\"#_ftnref53\">[53]<\/a> Vgl. Wiplinger, Peter Paul: <em>Fortschritt<\/em>. In: <em>Farbenlehre und andere Gedichte 1967-1987<\/em>, a.a.O., S. 96.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; nicht immer nur denken so denke ich nicht immer nur reden so sage ich endlich auch handeln wenn n\u00f6tig wenn m\u00f6glich vielleicht auch ein handeln mit sprache mit wort etwas wirklich tun gegen den missbrauch der macht gegen gewalt&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/11\/poetik-des-humanen\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":95,"featured_media":19169,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1193,1142],"class_list":["post-14676","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-arletta-szmorhun","tag-peter-paul-wiplinger"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14676","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/95"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=14676"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/14676\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=14676"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=14676"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=14676"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}