{"id":14671,"date":"2013-04-05T00:01:41","date_gmt":"2013-04-04T22:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14671"},"modified":"2019-10-05T16:48:45","modified_gmt":"2019-10-05T14:48:45","slug":"freiheit-ist-immer-freiheit-der-andersdenkenden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/05\/freiheit-ist-immer-freiheit-der-andersdenkenden\/","title":{"rendered":"Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Thierry Chervel weist auf Perlentaucher auf einen aktuellen Fall von Zensur hin:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Berliner Verlag hat eine kritische Auseinanandersetzung mit dem Verleger Alfred Neven DuMont nach der Onlinestellung sang- und klanglos unterdr\u00fcckt &#8211; ohne jede Kenntlichmachung. Soviel zu den &#8222;journalistischen Standards&#8220; eines f\u00fchrenden deutschen Medienhauses, das \u00fcberdies die Chuzpe hat sich in seinem Zensurakt auf eben jene Standards zu berufen. Die Passage steht in Widmanns monatlicher <a href=\"http:\/\/www.berliner-zeitung.de\/literatur\/widmanns-maerz-nachttisch--vom-nachttisch-geraeumt,10809200,22236054.html\">Kolumne<\/a> &#8222;Vom Nachttisch ger\u00e4umt&#8220;, in der der Autor neue B\u00fccher vorstellt. Da es in der aktuellen Kolumne um Sp\u00e4twerke geht, hat sich Wdmann auch den Roman &#8222;Drei M\u00fctter&#8220; seines 86-j\u00e4hrigen Verlegers angesehen. Es handelt sich nur um eine erstaunlich kurze Passage in Widmanns Kolumne, die von der Berliner Zeitung online und der FR gestrichen wurde. Im Grunde verrei\u00dft Widmann Alfred Neven DuMonts Roman &#8222;Drei M\u00fctter&#8220; nicht einmal. Er schildert ihn als das Werk eines betagten Mannes, der keinerlei R\u00fccksicht auf political correctness mehr nehmen muss und durchaus mit Details inzestu\u00f6se Erotik schildert. Allerdings findet Widmann: &#8222;Sie sind schlampigst lektoriert. Wer es aber schafft, dar\u00fcber weg zu surfen, der bekommt Einblicke, die j\u00fcngere Autoren einem so l\u00e4ssig, unaufgeregt nicht bieten k\u00f6nnen.&#8220; Au\u00dferdem biete der Roman ja auch ein interessantes Schl\u00fcsselloch: &#8222;Man blickt in den Gef\u00fchlshaushalt eines der entscheidenden Unternehmer der Bundesrepublik.&#8220; Dann kommt diejenige Kritik am Verleger, die zur nachtr\u00e4glichen Unterdr\u00fcckung des Textes gef\u00fchrt haben mag:\u00a0 Widmann bekennt, &#8222;dass ein Blick in die Bilanzen der Unternehmen seiner Mediengruppe mir noch lieber w\u00e4re. Es sieht derzeit so schlecht aus f\u00fcr Zeitungen, dass ich doch ein klitzeklein wenig mehr an Zahlen als an der blauen Blume interessiert bin.&#8220; Und Widmann schlie\u00dft: &#8222;Ein alter Mann hat das Recht auf jede Art von Flucht. Aber hier will einer fliehen und festhalten zugleich. Er will den Konzern lenken und zu den M\u00fcttern. Das muss schiefgehen. Nicht nur literarisch.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/CoverDUM.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-14672\" title=\"CoverDUM\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/CoverDUM-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Ein Versto\u00df gegen journalistische Standards? Wenn wie bei der Frankfurter Rundschau 350 Stellen abgebaut werden, w\u00fcrde der Versto\u00df wohl eher darin bestehen, \u00fcber den Romane schreibenden Verleger nur Gutes zu sagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thierry Chervel weist auf Perlentaucher auf einen aktuellen Fall von Zensur hin: Der Berliner Verlag hat eine kritische Auseinanandersetzung mit dem Verleger Alfred Neven DuMont nach der Onlinestellung sang- und klanglos unterdr\u00fcckt &#8211; ohne jede Kenntlichmachung. 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