{"id":13384,"date":"1995-07-12T00:01:59","date_gmt":"1995-07-11T22:01:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=13384"},"modified":"2022-02-18T11:50:40","modified_gmt":"2022-02-18T10:50:40","slug":"13384","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/07\/12\/13384\/","title":{"rendered":"Ein Brief"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Dies ist der Brief, den Philipp Lord Chandos, j\u00fcngerer Sohn des Earl of Bath, an Francis Bacon, sp\u00e4ter Lord Verulam und Viscount St. Albans, schrieb, um sich bei diesem Freunde wegen des g\u00e4nzlichen Verzichtes auf literarische Bet\u00e4tigung zu entschuldigen.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist g\u00fctig von Ihnen, mein hochverehrter Freund, mein zweij\u00e4hriges Stillschweigen zu \u00fcbersehen und so an mich zu schreiben. Es ist mehr als g\u00fctig, Ihrer Besorgnis um mich, Ihrer Befremdung \u00fcber die geistige Starrnis, in der ich Ihnen zu versinken scheine, den Ausdruck der Leichtigkeit und des Scherzes zu geben, den nur gro\u00dfe Menschen, die von der Gef\u00e4hrlichkeit des Lebens durchdrungen und dennoch nicht entmutigt sind, in ihrer Gewalt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie schlie\u00dfen mit dem Aphorisma des Hippokrates: \u00bbQui gravi morbo correpti dolores non sentiunt, iis mens aegrotat\u00ab und meinen, ich bed\u00fcrfe der Medizin nicht nur, um mein \u00dcbel zu b\u00e4ndigen, sondern noch mehr, um meinen Sinn f\u00fcr den Zustand meines Innern zu sch\u00e4rfen. Ich m\u00f6chte Ihnen so antworten, wie Sie es um mich verdienen, m\u00f6chte mich Ihnen ganz aufschlie\u00dfen und wei\u00df nicht, wie ich mich dazu nehmen soll. Kaum wei\u00df ich, ob ich noch derselbe bin, an den Ihr kostbarer Brief sich wendet; bin denn ichs, der nun Sechsundzwanzigj\u00e4hrige, der mit neunzehn jenen \u00bbNeuen Paris\u00ab, jenen \u00bbTraum der Daphne\u00ab, jenes \u00bbEpithalamium\u00ab hinschrieb, diese unter dem Prunk ihrer Worte hintaumelnden Sch\u00e4ferspiele, deren eine himmlische K\u00f6nigin und einige allzu nachsichtige Lords und Herren sich noch zu entsinnen gn\u00e4dig genug sind? Und bin ichs wiederum, der mit dreiundzwanzig unter den steinernen Lauben des gro\u00dfen Platzes von Venedig in sich jenes Gef\u00fcge lateinischer Perioden fand, dessen geistiger Grundri\u00df und Aufbau ihn im Innern mehr entz\u00fcckte als die aus dem Meer auftauchenden Bauten des Palladio und Sansovin? Und konnte ich, wenn ich anders derselbe bin, alle Spuren und Narben dieser Ausgeburt meines angespanntesten Denkens so v\u00f6llig aus meinem unbegreiflichen Innern verlieren, da\u00df mich in Ihrem Brief, der vor mir liegt, der Titel jenes kleinen Traktates fremd und kalt anstarrt, ja da\u00df ich ihn nicht als ein gel\u00e4ufiges Bild zusammengefa\u00dfter Worte sogleich auffassen, sondern nur Wort f\u00fcr Wort verstehen konnte, als tr\u00e4ten mir diese lateinischen W\u00f6rter, so verbunden, zum ersten Male vors Auge? Allein ich bin es ja doch und es ist Rhetorik in diesen Fragen, Rhetorik, die gut ist f\u00fcr Frauen oder f\u00fcr das Haus der Gemeinen, deren von unserer Zeit so \u00fcbersch\u00e4tzte Machtmittel aber nicht hinreichen, ins Innere der Dinge zu dringen. Mein Inneres aber mu\u00df ich Ihnen darlegen, eine Sonderbarkeit, eine Unart, wenn Sie wollen eine Krankheit meines Geistes, wenn Sie begreifen sollen, da\u00df mich ein ebensolcher br\u00fcckenloser Abgrund von den scheinbar vor mir liegenden literarischen Arbeiten trennt als von denen, die hinter mir sind und die ich, so fremd sprechen sie mich an, mein Eigentum zu nennen z\u00f6gere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, ob ich mehr die Eindringlichkeit Ihres Wohlwollens oder die unglaubliche Sch\u00e4rfe Ihres Ged\u00e4chtnisses bewundern soll, wenn Sie mir die verschiedenen kleinen Pl\u00e4ne wieder hervorrufen, mit denen ich mich in den gemeinsamen Tagen sch\u00f6ner Begeisterung trug. Wirklich, ich wollte die ersten Regierungsjahre unseres verstorbenen glorreichen Souver\u00e4ns, des achten Heinrich, darstellen! Die hinterlassenen Aufzeichnungen meines Gro\u00dfvaters, des Herzogs von Exeter, \u00fcber seine Negoziationen mit Frankreich und Portugal gaben mir eine Art von Grundlage. Und aus dem Sallust flo\u00df in jenen gl\u00fccklichen, belebten Tagen wie durch nie verstopfte R\u00f6hren die Erkenntnis der Form in mich her\u00fcber, jener tiefen, wahren, inneren Form, die jenseits des Geheges der rhetorischen Kunstst\u00fccke erst geahnt werden kann, die, von welcher man nicht mehr sagen kann, da\u00df sie das Stoffliche anordne, denn sie durchdringt es, sie hebt es auf und schafft Dichtung und Wahrheit zugleich, ein Widerspiel ewiger Kr\u00e4fte, ein Ding, herrlich wie Musik und Algebra. Dies war mein Lieblingsplan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist der Mensch, da\u00df er Pl\u00e4ne macht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich spielte auch mit anderen Pl\u00e4nen. Ihr g\u00fctiger Brief l\u00e4\u00dft auch diese heraufschweben. Jedweder vollgesogen mit einem Tropfen meines Blutes, tanzen sie vor mir wie traurige M\u00fccken an einer d\u00fcsteren Mauer, auf der nicht mehr die helle Sonne der gl\u00fccklichen Tage liegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wollte die Fabeln und mythischen Erz\u00e4hlungen, welche die Alten uns hinterlassen haben, und an denen die Maler und Bildhauer ein endloses und gedankenloses Gefallen finden, aufschlie\u00dfen als die Hieroglyphen einer geheimen, unersch\u00f6pflichen Weisheit, deren Anhauch ich manchmal, wie hinter einem Schleier, zu sp\u00fcren meinte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich entsinne mich dieses Planes. Es lag ihm ich wei\u00df nicht welche sinnliche und geistige Lust zugrunde: Wie der gehetzte Hirsch ins Wasser, sehnte ich mich hinein in diese nackten, gl\u00e4nzenden Leiber, in diese Sirenen und Dryaden, diesen Narcissus und Proteus, Perseus und Akt\u00e4on: verschwinden wollte ich in ihnen und aus ihnen heraus mit Zungen reden. Ich wollte. Ich wollte noch vielerlei. Ich gedachte eine Sammlung \u00bbApophthegmata\u00ab anzulegen, wie deren eine Julius C\u00e4sar verfa\u00dft hat: Sie erinnern die Erw\u00e4hnung in einem Briefe des Cicero. Hier gedachte ich die merkw\u00fcrdigsten Ausspr\u00fcche nebeneinanderzusetzen, welche mir im Verkehr mit den gelehrten M\u00e4nnern und den geistreichen Frauen unserer Zeit oder mit besonderen Leuten aus dem Volk oder mit gebildeten und ausgezeichneten Personen auf meinen Reisen zu sammeln gelungen w\u00e4re; damit wollte ich sch\u00f6ne Sentenzen und Reflexionen aus den Werken der Alten und der Italiener vereinigen, und was mir sonst an geistigen Zieraten in B\u00fcchern, Handschriften oder Gespr\u00e4chen entgegentr\u00e4te; ferner die Anordnung besonders sch\u00f6ner Feste und Aufz\u00fcge, merkw\u00fcrdige Verbrechen und F\u00e4lle von Raserei, die Beschreibung der gr\u00f6\u00dften und eigent\u00fcmlichsten Bauwerke in den Niederlanden, in Frankreich und Italien und noch vieles andere. Das ganze Werk aber sollte den Titel \u00bbNosce te ipsum\u00ab f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um mich kurz zu fassen: Mir erschien damals in einer Art von andauernder Trunkenheit das ganze Dasein als eine gro\u00dfe Einheit: geistige und k\u00f6rperliche Welt schien mir keinen Gegensatz zu bilden, ebensowenig h\u00f6fisches und tierisches Wesen, Kunst und Unkunst, Einsamkeit und Gesellschaft; in allem f\u00fchlte ich Natur, in den Verirrungen des Wahnsinns ebensowohl wie in den \u00e4u\u00dfersten Verfeinerungen eines spanischen Zeremoniells; in den T\u00f6lpelhaftigkeiten junger Bauern nicht minder als in den s\u00fc\u00dfesten Allegorien; und in aller Natur f\u00fchlte ich mich selber; wenn ich auf meiner Jagdh\u00fctte die sch\u00e4umende laue Milch in mich hineintrank, die ein struppiges Mensch einer sch\u00f6nen, sanft\u00e4ugigen Kuh aus dem Euter in einen Holzeimer niedermolk, so war mir das nichts anderes, als wenn ich, in der dem Fenster eingebauten Bank meines studio sitzend, aus einem Folianten s\u00fc\u00dfe und sch\u00e4umende Nahrung des Geistes in mich sog. Das eine war wie das andere; keines gab dem andern weder an traumhafter \u00fcberirdischer Natur, noch an leiblicher Gewalt nach, und so gings fort durch die ganze Breite des Lebens, rechter und linker Hand; \u00fcberall war ich mitten drinnen, wurde nie ein Scheinhaftes gewahr: Oder es ahnte mir, alles w\u00e4re Gleichnis und jede Kreatur ein Schl\u00fcssel der andern, und ich f\u00fchlte mich wohl den, der imstande w\u00e4re, eine nach der andern bei der Krone zu packen und mit ihr so viele der andern aufzusperren, als sie aufsperren k\u00f6nnte. Soweit erkl\u00e4rt sich der Titel, den ich jenem enzyklop\u00e4dischen Buche zu geben gedachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es m\u00f6chte dem, der solchen Gesinnungen zug\u00e4nglich ist, als der wohlangelegte Plan einer g\u00f6ttlichen Vorsehung erscheinen, da\u00df mein Geist aus einer so aufgeschwollenen Anma\u00dfung in dieses \u00c4u\u00dferste von Kleinmut und Kraftlosigkeit zusammen sinken mu\u00dfte, welches nun die bleibende Verfassung meines Innern ist. Aber dergleichen religi\u00f6se Auffassungen haben keine Kraft \u00fcber mich; sie geh\u00f6ren zu den Spinnennetzen, durch welche meine Gedanken hindurchschie\u00dfen, hinaus ins Leere, w\u00e4hrend so viele ihrer Gef\u00e4hrten dort h\u00e4ngenbleiben und zu einer Ruhe kommen. Mir haben sich die Geheimnisse des Glaubens zu einer erhabenen Allegorie verdichtet, die \u00fcber den Feldern meines Lebens steht wie ein leuchtender Regenbogen, in einer stetigen Ferne, immer bereit, zur\u00fcckzuweichen, wenn ich mir einfallen lie\u00dfe hinzueilen und mich in den Saum seines Mantels h\u00fcllen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber, mein verehrter Freund, auch die irdischen Begriffe entziehen sich mir in der gleichen Weise. Wie soll ich es versuchen, Ihnen diese seltsamen geistigen Qualen zu schildern, dies Emporschnellen der Fruchtzweige \u00fcber meinen ausgereckten H\u00e4nden, dies Zur\u00fcckweichen des murmelnden Wassers vor meinen d\u00fcrstenden Lippen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Fall ist, in K\u00fcrze, dieser: Es ist mir v\u00f6llig die F\u00e4higkeit abhanden gekommen, \u00fcber irgend etwas zusammenh\u00e4ngend zu denken oder zu sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst wurde es mir allm\u00e4hlich unm\u00f6glich, ein h\u00f6heres oder allgemeineres Thema zu besprechen und dabei jene Worte in den Mund zu nehmen, deren sich doch alle Menschen ohne Bedenken gel\u00e4ufig zu bedienen pflegen. Ich empfand ein unerkl\u00e4rliches Unbehagen, die Worte \u00bbGeist\u00ab, \u00bbSeele\u00ab oder \u00bbK\u00f6rper\u00ab nur auszusprechen. Ich fand es innerlich unm\u00f6glich, \u00fcber die Angelegenheiten des Hofes, die Vorkommnisse im Parlament, oder was Sie sonst wollen, ein Urteil herauszubringen. Und dies nicht etwa aus R\u00fccksichten irgendwelcher Art, denn Sie kennen meinen bis zur Leichtfertigkeit gehenden Freimut: sondern die abstrakten Worte, deren sich doch die Zunge naturgem\u00e4\u00df bedienen mu\u00df, um irgendwelches Urteil an den Tag zu geben, zerfielen mir im Munde wie modrige Pilze. Es begegnete mir, da\u00df ich meiner vierj\u00e4hrigen Tochter Katharina Pompilia eine kindische L\u00fcge, deren sie sich schuldig gemacht hatte, verweisen und sie auf die Notwendigkeit, immer wahr zu sein, hinf\u00fchren wollte, und dabei die mir im Munde zustr\u00f6menden Begriffe pl\u00f6tzlich eine solche schillernde F\u00e4rbung annahmen und so ineinander \u00fcberflossen, da\u00df ich den Satz, so gut es ging, zu Ende haspelnd, so wie wenn mir unwohl geworden w\u00e4re und auch tats\u00e4chlich bleich im Gesicht und mit einem heftigen Druck auf der Stirn, das Kind allein lie\u00df, die T\u00fcr hinter mir zuschlug und mich erst zu Pferde, auf der einsamen Hutweide einen guten Galopp nehmend, wieder einigerma\u00dfen herstellte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allm\u00e4hlich aber breitete sich diese Anfechtung aus wie ein um sich fressender Rost. Es wurden mir auch im famili\u00e4ren und hausbackenen Gespr\u00e4ch alle die Urteile, die leichthin und mit schlafwandelnder Sicherheit abgegeben zu werden pflegen, so bedenklich, da\u00df ich aufh\u00f6ren mu\u00dfte, an solchen Gespr\u00e4chen irgend teilzunehmen. Mit einem unerkl\u00e4rlichen Zorn, den ich nur mit M\u00fche notd\u00fcrftig verbarg, erf\u00fcllte es mich, dergleichen zu h\u00f6ren, wie: diese Sache ist f\u00fcr den oder jenen gut oder schlecht ausgegangen; Sheriff N. ist ein b\u00f6ser, Prediger T. ein guter Mensch; P\u00e4chter M. ist zu bedauern, seine S\u00f6hne sind Verschwender; ein anderer ist zu beneiden, weil seine T\u00f6chter haush\u00e4lterisch sind; eine Familie kommt in die H\u00f6he, eine andere ist im Hinabsinken. Dies alles erschien mir so unbeweisbar, so l\u00fcgenhaft, so l\u00f6cherig wie nur m\u00f6glich. Mein Geist zwang mich, alle Dinge, die in einem solchen Gespr\u00e4ch vorkamen, in einer unheimlichen N\u00e4he zu sehen: so wie ich einmal in einem Vergr\u00f6\u00dferungsglas ein St\u00fcck von der Haut meines kleinen Fingers gesehen hatte, das einem Blachfeld mit Furchen und H\u00f6hlen glich, so ging es mir nun mit den Menschen und ihren Handlungen. Es gelang mir nicht mehr, sie mit dem vereinfachenden Blick der Gewohnheit zu erfassen. Es zerfiel mir alles in Teile, die Teile wieder in Teile, und nichts mehr lie\u00df sich mit einem Begriff umspannen. Die einzelnen Worte schwammen um mich; sie gerannen zu Augen, die mich anstarrten und in die ich wieder hineinstarren mu\u00df: Wirbel sind sie, in die hinabzusehen mich schwindelt, die sich unaufhaltsam drehen und durch die hindurch man ins Leere kommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich machte einen Versuch, mich aus diesem Zustand in die geistige Welt der Alten hin\u00fcberzuretten. Platon vermied ich; denn mir graute vor der Gef\u00e4hrlichkeit seines bildlichen Fluges. Am meisten gedachte ich mich an Seneca und Cicero zu halten. An dieser Harmonie begrenzter und geordneter Begriffe hoffte ich zu gesunden. Aber ich konnte nicht zu ihnen hin\u00fcber. Diese Begriffe, ich verstand sie wohl: ich sah ihr wundervolles Verh\u00e4ltnisspiel vor mir aufsteigen wie herrliche Wasserk\u00fcnste, die mit goldenen B\u00e4llen spielen. Ich konnte sie umschweben und sehen, wie sie zueinander spielten; aber sie hatten es nur miteinander zu tun, und das Tiefste, das Pers\u00f6nliche meines Denkens, blieb von ihrem Reigen ausgeschlossen. Es \u00fcberkam mich unter ihnen das Gef\u00fchl furchtbarer Einsamkeit; mir war zumut wie einem, der in einem Garten mit lauter augenlosen Statuen eingesperrt w\u00e4re; ich fl\u00fcchtete wieder ins Freie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seither f\u00fchre ich ein Dasein, das Sie, f\u00fcrchte ich, kaum begreifen k\u00f6nnen, so geistlos, so gedankenlos flie\u00dft es dahin; ein Dasein, das sich freilich von dem meiner Nachbarn, meiner Verwandten und der meisten landbesitzenden Edelleute dieses K\u00f6nigreiches kaum unterscheidet und das nicht ganz ohne freudige und belebende Augenblicke ist. Es wird mir nicht leicht, Ihnen anzudeuten, worin diese guten Augenblicke bestehen; die Worte lassen mich wiederum im Stich. Denn es ist ja etwas v\u00f6llig Unbenanntes und auch wohl kaum Benennbares, das in solchen Augenblicken, irgendeine Erscheinung meiner allt\u00e4glichen Umgebung mit einer \u00fcberschwellenden Flut h\u00f6heren Lebens wie ein Gef\u00e4\u00df erf\u00fcllend, mir sich ank\u00fcndet. Ich kann nicht erwarten, da\u00df Sie mich ohne Beispiel verstehen, und ich mu\u00df Sie um Nachsicht f\u00fcr die Albernheit meiner Beispiele bitten. Eine Gie\u00dfkanne, eine auf dem Felde verlassene Egge, ein Hund in der Sonne, ein \u00e4rmlicher Kirchhof, ein Kr\u00fcppel, ein kleines Bauernhaus, alles dies kann das Gef\u00e4\u00df meiner Offenbarung werden. Jeder dieser Gegenst\u00e4nde und die tausend anderen \u00e4hnlichen, \u00fcber die sonst ein Auge mit selbstverst\u00e4ndlicher Gleichg\u00fcltigkeit hinweggleitet, kann f\u00fcr mich pl\u00f6tzlich in irgend einem Moment, den herbeizuf\u00fchren auf keine Weise in meiner Gewalt steht, ein erhabenes und r\u00fchrendes Gepr\u00e4ge annehmen, das auszudr\u00fccken mir alle Worte zu arm scheinen. Ja, es kann auch die bestimmte Vorstellung eines abwesenden Gegenstandes sein, dem die unbegreifliche Auserw\u00e4hlung zuteil wird, mit jener sanft und j\u00e4h steigenden Flut g\u00f6ttlichen Gef\u00fchles bis an den Rand gef\u00fcllt zu werden. So hatte ich unl\u00e4ngst den Auftrag gegeben, den Ratten in den Milchkellern eines meiner Meierh\u00f6fe ausgiebig Gift zu streuen. Ich ritt gegen Abend aus und dachte, wie Sie vermuten k\u00f6nnen, nicht weiter an die Sache. Da, wie ich im tiefen, aufgeworfenen Ackerboden Schritt reite, nichts Schlimmeres in meiner N\u00e4he als eine aufgescheuchte Wachtelbrut und in der Ferne \u00fcber den welligen Feldern die gro\u00dfe sinkende Sonne, tut sich mir im Innern pl\u00f6tzlich dieser Keller auf, erf\u00fcllt mit dem Todeskampf dieses Volks von Ratten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles war in mir: die mit dem s\u00fc\u00dflich scharfen Geruch des Giftes angef\u00fcllte k\u00fchldumpfe Kellerluft und das Gellen der Todesschreie, die sich an modrigen Mauern brachen; diese ineinander gekn\u00e4ulten Kr\u00e4mpfe der Ohnmacht, durcheinander hinjagenden Verzweiflungen; das wahnwitzige Suchen der Ausg\u00e4nge; der kalte Blick der Wut, wenn zwei einander an der verstopften Ritze begegnen. Aber was versuche ich wiederum Worte, die ich verschworen habe! Sie entsinnen sich, mein Freund, der wundervollen Schilderung von den Stunden, die der Zerst\u00f6rung von Alba Longa vorhergehen, aus dem Livius? Wie sie die Stra\u00dfen durchirren, die sie nicht mehr sehen sollen &#8230; wie sie von den Steinen des Bodens Abschied nehmen. Ich sage Ihnen, mein Freund, dieses trug ich in mir und das brennende Karthago zugleich; aber es war mehr, es war g\u00f6ttlicher, tierischer; und es war Gegenwart, die vollste erhabenste Gegenwart. Da war eine Mutter, die ihre sterbenden Jungen um sich zucken hatte und nicht auf die Verendenden, nicht auf die unerbittlichen steinernen Mauern, sondern in die leere Luft, oder durch die Luft ins Unendliche hin Blicke schickte und diese Blicke mit einem Knirschen begleitete! \u2013 Wenn ein dienender Sklave voll ohnm\u00e4chtigen Schauders in der N\u00e4he der erstarrenden Niobe stand, er mu\u00df das durchgemacht haben, was ich durchmachte, als in mir die Seele dieses Tieres gegen das ungeheure Verh\u00e4ngnis die Z\u00e4hne bleckte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vergeben Sie mir diese Schilderung, denken Sie aber nicht, da\u00df es Mitleid war, was mich erf\u00fcllte. Das d\u00fcrfen Sie ja nicht denken, sonst h\u00e4tte ich mein Beispiel sehr ungeschickt gew\u00e4hlt. Es war viel mehr und viel weniger als Mitleid: ein ungeheures Anteilnehmen, ein Hin\u00fcberflie\u00dfen in jene Gesch\u00f6pfe oder ein F\u00fchlen, da\u00df ein Fluidum des Lebens und Todes, des Traumes und Wachens f\u00fcr einen Augenblick in sie hin\u00fcbergeflossen ist \u2013 von woher? Denn was h\u00e4tte es mit Mitleid zu tun, was mit begreiflicher menschlicher Gedankenverkn\u00fcpfung, wenn ich an einem anderen Abend unter einem Nu\u00dfbaum eine halbvolle Gie\u00dfkanne finde, die ein G\u00e4rtnerbursche dort vergessen hat, und wenn mich diese Gie\u00dfkanne und das Wasser in ihr, das vom Schatten des Baumes finster ist, und ein Schwimmk\u00e4fer, der auf dem Spiegel dieses Wassers von einem dunklen Ufer zum andern rudert, wenn diese Zusammensetzung von Nichtigkeiten mich mit einer solchen Gegenwart des Unendlichen durchschauert, von den Wurzeln der Haare bis ins Mark der Fersen mich durchschauert, da\u00df ich in Worte ausbrechen m\u00f6chte, von denen ich wei\u00df, f\u00e4nde ich sie, so w\u00fcrden sie jene Cherubim, an die ich nicht glaube, niederzwingen, und da\u00df ich dann von jener Stelle schweigend mich wegkehre und nach Wochen, wenn ich dieses Nu\u00dfbaums ansichtig werde, mit scheuem seitlichen Blick daran vor\u00fcbergehe, weil ich das Nachgef\u00fchl des Wundervollen, das dort um den Stamm weht, nicht verscheuchen will, nicht vertreiben die mehr als irdischen Schauer, die um das Buschwerk in jener N\u00e4he immer noch nachwogen. In diesen Augenblicken wird eine nichtige Kreatur, ein Hund, eine Ratte, ein K\u00e4fer, ein verk\u00fcmmerter Apfelbaum, ein sich \u00fcber den H\u00fcgel schl\u00e4ngelnder Karrenweg, ein moosbewachsener Stein mir mehr, als die sch\u00f6nste, hingebendste Geliebte der gl\u00fccklichsten Nacht mir je gewesen ist. Diese stummen und manchmal unbelebten Kreaturen heben sich mir mit einer solchen F\u00fclle, einer solchen Gegenwart der Liebe entgegen, da\u00df mein begl\u00fccktes Auge auch ringsum auf keinen toten Fleck zu fallen vermag. Es erscheint mir alles, alles, was es gibt, alles, dessen ich mich entsinne, alles, was meine verworrensten Gedanken ber\u00fchren, etwas zu sein. Auch die eigene Schwere, die sonstige Dumpfheit meines Hirnes erscheint mir als etwas; ich f\u00fchle ein entz\u00fcckendes, schlechthin unendliches Widerspiel in mir und um mich, und es gibt unter den gegeneinanderspielenden Materien keine, in die ich nicht hin\u00fcberzuflie\u00dfen verm\u00f6chte. Es ist mir dann, als best\u00fcnde mein K\u00f6rper aus lauter Chiffern, die mir alles aufschlie\u00dfen. Oder als k\u00f6nnten wir in ein neues, ahnungsvolles Verh\u00e4ltnis zum ganzen Dasein treten, wenn wir anfingen, mit dem Herzen zu denken. F\u00e4llt aber diese sonderbare Bezauberung von mir ab, so wei\u00df ich nichts dar\u00fcber auszusagen; ich k\u00f6nnte dann ebensowenig in vern\u00fcnftigen Worten darstellen, worin diese mich und die ganze Welt durchwebende Harmonie bestanden und wie sie sich mir f\u00fchlbar gemacht habe, als ich ein Genaueres \u00fcber die inneren Bewegungen meiner Eingeweide oder die Stauungen meines Blutes anzugeben verm\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von diesen sonderbaren Zuf\u00e4llen abgesehen, von denen ich \u00fcbrigens kaum wei\u00df, ob ich sie dem Geist oder dem K\u00f6rper zurechnen soll, lebe ich ein Leben von kaum glaublicher Leere und habe M\u00fche, die Starre meines Innern vor meiner Frau und vor meinen Leuten die Gleichg\u00fcltigkeit zu verbergen, welche mir die Angelegenheiten des Besitzes einfl\u00f6\u00dfen. Die gute und strenge Erziehung, welche ich meinem seligen Vater verdanke, und die fr\u00fchzeitige Gew\u00f6hnung, keine Stunde des Tages unausgef\u00fcllt zu lassen, sind es, scheint mir, allein, welche meinem Leben nach au\u00dfen hin einen gen\u00fcgenden Halt und den meinem Stande und meiner Person angemessenen Anschein bewahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich baue einen Fl\u00fcgel meines Hauses um und bringe es zustande, mich mit dem Architekten hie und da \u00fcber die Fortschritte seiner Arbeit zu unterhalten; ich bewirtschafte meine G\u00fcter, und meine P\u00e4chter und Beamten werden mich wohl etwas wortkarger, aber nicht ung\u00fctiger als fr\u00fcher finden. Keiner von ihnen, der mit abgezogener M\u00fctze vor seiner Haust\u00fcr steht, wenn ich abends vor\u00fcberreite, wird eine Ahnung haben, da\u00df mein Blick, den er respektvoll aufzufangen gewohnt ist, mit stiller Sehnsucht \u00fcber die morschen Bretter hinstreicht, unter denen er nach den Regenw\u00fcrmern zum Angeln zu suchen pflegt, durchs enge, vergitterte Fenster in die dumpfe Stube taucht, wo in der Ecke das niedrige Bett mit bunten Laken immer auf einen zu warten scheint, der sterben will, oder auf einen, der geboren werden soll; da\u00df mein Auge lange an den h\u00e4\u00dflichen jungen Hunden h\u00e4ngt oder an der Katze, die geschmeidig zwischen Blumenscherben durchkriecht, und da\u00df es unter all den \u00e4rmlichen und plumpen Gegenst\u00e4nden einer b\u00e4urischen Lebensweise nach jenem einem sucht, dessen unscheinbare Form, dessen von niemand beachtetes Daliegen oder -lehnen, dessen stumme Wesenheit zur Quelle jenes r\u00e4tselhaften, wortlosen, schrankenlosen Entz\u00fcckens werden kann. Denn mein unbenanntes seliges Gef\u00fchl wird eher aus einem fernen, einsamen Hirtenfeuer mir hervorbrechen als aus dem Anblick des gestirnten Himmels; eher aus dem Zirpen einer letzten, dem Tode nahen Grille, wenn schon der Herbstwind winterliche Wolken \u00fcber die \u00f6den Felder hintreibt, als aus dem majest\u00e4tischen Dr\u00f6hnen der Orgel. Und ich vergleiche mich manchmal in Gedanken mit jenem Crassus, dem Redner, von dem berichtet wird, da\u00df er eine zahme Mur\u00e4ne, einen dumpfen, rot\u00e4ugigen, stummen Fisch seines Zierteiches, so \u00fcber alle Ma\u00dfen liebgewann, da\u00df es zum Stadtgespr\u00e4ch wurde; und als ihm einmal im Senat Domitius vorwarf, er habe \u00fcber den Tod dieses Fisches Tr\u00e4nen vergossen, und ihn dadurch als einen halben Narren hinstellen wollte, gab ihm Crassus zur Antwort: \u00bbSo habe ich beim Tode meines Fisches getan, was Ihr weder bei Eurer ersten noch Eurer zweiten Frau Tod getan habt.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, wie oft mir dieser Crassus mit seiner Mur\u00e4ne als ein Spiegelbild meines Selbst, \u00fcber den Abgrund der Jahrhunderte hergeworfen, in den Sinn kommt. Nicht aber wegen dieser Antwort, die er dem Domitius gab. Die Antwort brachte die Lacher auf seine Seite, so da\u00df die Sache in einen Witz aufgel\u00f6st war. Mir aber geht die Sache nahe, die Sache, welche dieselbe geblieben w\u00e4re, auch wenn Domitius um seine Frauen blutige Tr\u00e4nen des aufrichtigsten Schmerzes geweint h\u00e4tte. Dann st\u00fcnde ihm noch immer Crassus gegen\u00fcber, mit seinen Tr\u00e4nen um seine Mur\u00e4ne. Und \u00fcber diese Figur, deren L\u00e4cherlichkeit und Ver\u00e4chtlichkeit mitten in einem die erhabensten Dinge beratenden, weltbeherrschenden Senat so ganz ins Auge springt, \u00fcber diese Figur zwingt mich ein unnennbares Etwas in einer Weise zu denken, die mir vollkommen t\u00f6richt erscheint, im Augenblick, wo ich versuche sie in Worten auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bild dieses Crassus ist zuweilen nachts in meinem Hirn, wie ein Splitter, um den herum alles schw\u00e4rt, pulst und kocht. Es ist mir dann, als geriete ich selber in G\u00e4rung, w\u00fcrfe Blasen auf, wallte und funkelte. Und das Ganze ist eine Art fieberisches Denken, aber Denken in einem Material, das unmittelbarer, fl\u00fcssiger, gl\u00fchender ist als Worte. Es sind gleichfalls Wirbel, aber solche, die nicht wie die Wirbel der Sprache ins Bodenlose zu f\u00fchren scheinen, sondern irgendwie in mich selber und in den tiefsten Scho\u00df des Friedens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe Sie, mein verehrter Freund, mit dieser ausgebreiteten Schilderung eines unerkl\u00e4rlichen Zustandes, der gew\u00f6hnlich in mir verschlossen bleibt, \u00fcber Geb\u00fchr bel\u00e4stigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie waren so g\u00fctig, Ihre Unzufriedenheit dar\u00fcber zu \u00e4u\u00dfern, da\u00df kein von mir verfa\u00dftes Buch mehr zu Ihnen kommt, \u00bbSie f\u00fcr das Entbehren meines Umganges zu entsch\u00e4digen\u00ab. Ich f\u00fchlte in diesem Augenblick mit einer Bestimmtheit, die nicht ganz ohne ein schmerzliches Beigef\u00fchl war, da\u00df ich auch im kommenden und im folgenden und in allen Jahren dieses meines Lebens kein englisches und kein lateinisches Buch schreiben werde: und dies aus dem einen Grund, dessen mir peinliche Seltsamkeit mit ungeblendetem Blick dem vor Ihnen harmonisch ausgebreiteten Reiche der geistigen und leiblichen Erscheinungen an seiner Stelle einzuordnen ich Ihrer unendlichen geistigen \u00dcberlegenheit \u00fcberlasse: n\u00e4mlich weil die Sprache, in welcher nicht nur zu schreiben, sondern auch zu denken mir vielleicht gegeben w\u00e4re, weder die lateinische noch die englische noch die italienische und spanische ist, sondern eine Sprache, von deren Worten mir auch nicht eines bekannt ist, eine Sprache, in welcher die stummen Dinge zu mir sprechen, und in welcher ich vielleicht einst im Grabe vor einem unbekannten Richter mich verantworten werde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wollte, es w\u00e4re mir gegeben, in die letzten Worte dieses voraussichtlich letzten Briefes, den ich an Francis Bacon schreibe, alle die Liebe und Dankbarkeit, alle die ungemessene Bewunderung zusammenzupressen, die ich f\u00fcr den gr\u00f6\u00dften Wohlt\u00e4ter meines Geistes, f\u00fcr den ersten Engl\u00e4nder meiner Zeit im Herzen hege und darin hegen werde, bis der Tod es bersten macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">\u00a0<span style=\"color: #888888;\">A.D. 1603, diesen 22. August.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Phi. Chandos<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><\/h4>\n<div id=\"attachment_18516\" style=\"width: 194px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/220px-Nicola_Perscheid_-_Hugo_von_Hofmannsthal_1910-184x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18516\" class=\"size-full wp-image-18516\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/220px-Nicola_Perscheid_-_Hugo_von_Hofmannsthal_1910-184x300.jpg\" alt=\"\" width=\"184\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-18516\" class=\"wp-caption-text\">Hugo von Hofmannsthal 1910 auf einer Fotografie von Nicola Perscheid<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO deutet Hofmannsthals Brief des Lord Chandos nicht nur als Sprach-, sondern prim\u00e4r als Ich-Krise. Und <em>daheraus<\/em> auch als Krise einer Literaturgattung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W<\/strong><strong>eiterf\u00fchrend \u2192<\/strong> Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dies ist der Brief, den Philipp Lord Chandos, j\u00fcngerer Sohn des Earl of Bath, an Francis Bacon, sp\u00e4ter Lord Verulam und Viscount St. Albans, schrieb, um sich bei diesem Freunde wegen des g\u00e4nzlichen Verzichtes auf literarische Bet\u00e4tigung zu entschuldigen. Es&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/07\/12\/13384\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":80,"featured_media":98219,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1094],"class_list":["post-13384","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-hugo-von-hofmannsthal"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13384","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/80"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13384"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13384\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":98247,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13384\/revisions\/98247"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98219"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13384"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13384"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13384"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}