{"id":13231,"date":"2023-03-25T00:01:31","date_gmt":"2023-03-24T23:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=13231"},"modified":"2022-02-25T13:28:37","modified_gmt":"2022-02-25T12:28:37","slug":"die-christenheit-oder-europa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/25\/die-christenheit-oder-europa\/","title":{"rendered":"Die Christenheit oder Europa"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es waren sch\u00f6ne gl\u00e4nzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo <em>Eine<\/em> Christenheit diesen menschlich gestalteten Welttheil bewohnte; <em>Ein<\/em> gro\u00dfes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reichs. \u2013 Ohne gro\u00dfe weltliche Besitzth\u00fcmer lenkte und vereinigte <em>Ein<\/em> Oberhaupt, die gro\u00dfen politischen Kr\u00e4fte. \u2013 Eine zahlreiche Zunft zu der jedermann den Zutritt hatte, stand unmittelbar unter demselben und vollf\u00fchrte seine Winke und strebte mit Eifer seine wohlth\u00e4tige Macht zu befestigen. Jedes Glied dieser Gesellschaft wurde allenthalben geehrt, und wenn die gemeinen Leute Trost oder H\u00fclfe, Schutz oder Rath bei ihm suchten, und gerne daf\u00fcr seine mannigfaltigen Bed\u00fcrfnisse reichlich versorgten, so fand es auch bei den M\u00e4chtigeren Schutz, Ansehn und Geh\u00f6r, und alle pflegten diese auserw\u00e4hlten, mit wunderbaren Kr\u00e4ften ausger\u00fcsteten M\u00e4nner, wie Kinder des Himmels, deren Gegenwart und Zuneigung mannigfachen Segen verbreitete. Kindliches Zutrauen kn\u00fcpfte die Menschen an ihre Verk\u00fcndigungen. \u2013 Wie heiter konnte jedermann sein irdisches Tagewerk vollbringen, da ihm durch diese heilige Menschen eine sichere Zukunft bereitet, und jeder Fehltritt durch sie vergeben, jede mi\u00dffarbige Stelle des Lebens durch sie ausgel\u00f6scht, und gekl\u00e4rt wurde. Sie waren die erfahrnen Steuerleute auf dem gro\u00dfen unbekannten Meere, in deren Obhut man alle St\u00fcrme geringsch\u00e4tzen, und zuversichtlich auf eine sichre Gelangung und Landung an der K\u00fcste der eigentlichen vaterl\u00e4ndischen Welt rechnen durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die wildesten, gefr\u00e4\u00dfigsten Neigungen mu\u00dften der Ehrfurcht und dem Gehorsam gegen ihre Worte weichen. Friede ging von ihnen aus. \u2013 Sie predigten nichts als Liebe zu der heiligen, wundersch\u00f6nen Frau der Christenheit, die mit g\u00f6ttlichen Kr\u00e4ften versehen, jeden Gl\u00e4ubigen aus den schrecklichsten Gefahren zu retten bereit war. Sie erz\u00e4hlten von l\u00e4ngst verstorbenen himmlischen Menschen, die durch Anh\u00e4nglichkeit und Treue an jene selige Mutter und ihr himmlisches, freundliches Kind, die Versuchung der irdischen Welt bestanden, zu g\u00f6ttlichen Ehren gelangt und nun sch\u00fctzende, wohlth\u00e4tige M\u00e4chte ihrer lebenden Br\u00fcder, willige Helfer in der Noth, Vertreter menschlicher Gebrechen und wirksame Freunde der Menschheit am himmlischen Throne geworden waren. Mit welcher Heiterkeit verlie\u00df man die sch\u00f6nen Versammlungen in den geheimni\u00dfvollen Kirchen, die mit ermunternden Bildern geschm\u00fcckt, mit s\u00fc\u00dfen D\u00fcften erf\u00fcllt, und von heiliger erhebender Musik belebt waren. In ihnen wurden die geweihten Reste ehemaliger gottesf\u00fcrchtiger Menschen dankbar, in k\u00f6stlichen Beh\u00e4ltnissen aufbewahrt. \u2013 Und an ihnen offenbahrte sich die g\u00f6ttliche G\u00fcte und Allmacht, die m\u00e4chtige Wohlth\u00e4tigkeit dieser gl\u00fccklichen Frommen, durch herrliche Wunder und Zeichen. So bewahren liebende Seelen, Locken oder Schriftz\u00fcge ihrer verstorbenen Geliebten, und n\u00e4hren die s\u00fc\u00dfe Glut damit, bis an den wiedervereinigenden Tod. Man sammelte mit inniger Sorgfalt \u00fcberall was diesen geliebten Seelen angeh\u00f6rt hatte, und jeder pries sich gl\u00fccklich der eine so tr\u00f6stliche Reliquie erhalten oder nur ber\u00fchren konnte. Hin und wieder schien sich die himmlische Gnade vorz\u00fcglich auf ein seltsames Bild, oder einen Grabh\u00fcgel niedergelassen zu haben. \u2013 Dorthin str\u00f6mten aus allen Gegenden Menschen mit sch\u00f6nen Gaben und brachten himmlische Gegengeschenke: Frieden der Seele und Gesundheit des Leibes, zur\u00fcck. Aemsig suchte, diese m\u00e4chtige friedenstiftende Gesellschaft, alle Menschen dieses sch\u00f6nen Glaubens theilhaftig zu machen und sandte ihre Genossen, in alle Welttheile, um \u00fcberall das Evangelium des Lebens zu verk\u00fcndigen, und das Himmelreich zum einzigen Reiche auf dieser Welt zu machen. Mit Recht widersetzte sich das weise Oberhaupt der Kirche, frechen Ausbildungen menschlicher Anlagen auf Kosten des heiligen Sinns, und unzeitigen gef\u00e4hrlichen Entdeckungen, im Gebiete des Wissens. So wehrte er den k\u00fchnen Denkern \u00f6ffentlich zu behaupten, da\u00df die Erde ein unbedeutender Wandelstern sey, denn er wu\u00dfte wohl, da\u00df die Menschen mit der Achtung f\u00fcr ihren Wohnsitz und ihr irdisches Vaterland, auch die Achtung vor der himmlischen Heimath und ihrem Geschlecht verlieren, und das eingeschr\u00e4nkte Wissen dem unendlichen Glauben vorziehn und sich gew\u00f6hnen w\u00fcrden alles Gro\u00dfe und Wunderw\u00fcrdige zu verachten, und als todte Gesetzwirkung zu betrachten. An seinem Hofe versammelten sich alle klugen und ehrw\u00fcrdigen Menschen aus Europa. Alle Sch\u00e4tze flossen dahin, das zerst\u00f6rte Jerusalem hatte sich ger\u00e4cht, und Rom selbst war Jerusalem, die heilige Residenz der g\u00f6ttlichen Regierung auf Erden geworden. F\u00fcrsten legten ihre Streitigkeiten dem Vater der Christenheit vor, willig ihm ihre Kronen und ihre Herrlichkeit zu F\u00fc\u00dfen, ja sie achteten es sich zum Ruhm, als Mitglieder dieser hohen Zunft, den Abend ihres Lebens in g\u00f6ttlichen Betrachtungen zwischen einsamen Klostermauern zu beschlie\u00dfen. Wie wohlth\u00e4tig, wie angemessen, der innern Natur der Menschen, diese Regierung, diese Einrichtung war, zeigte das gewaltige Emporstreben, aller andern menschlichen Kr\u00e4fte, die harmonische Entwicklung aller Anlagen; die ungeheure H\u00f6he, die einzelne Menschen in allen F\u00e4chern der Wissenschaften des Lebens und der K\u00fcnste erreichten und der \u00fcberall bl\u00fchende Handelsverkehr mit geistigen und irdischen Waaren, in dem Umkreis von Europa und bis in das fernste Indien hinaus. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das waren die sch\u00f6nen wesentlichen Z\u00fcge der \u00e4chtkatholischen oder \u00e4cht christlichen Zeiten. Noch war die Menschheit f\u00fcr dieses herrliche Reich nicht reif, nicht gebildet genug. Es war eine erste Liebe, die im Drucke des Gesch\u00e4ftlebens entschlummerte, deren Andenken durch eigenn\u00fctzige Sorgen verdr\u00e4ngt, und deren Band nachher als Trug und Wahn ausgeschrien und nach sp\u00e4tern Erfahrungen beurtheilt, \u2013 auf immer von einem gro\u00dfen Theil der Europ\u00e4er zerrissen wurde. Diese innere gro\u00dfe Spaltung, die zerst\u00f6rende Kriege begleiteten, war ein merkw\u00fcrdiges Zeichen der Sch\u00e4dlichkeit der Kultur, f\u00fcr den Sinn des Unsichtbaren, wenigstens einer temporellen Sch\u00e4dlichkeit der Kultur einer gewissen Stufe. Vernichtet kann jener unsterbliche Sinn nicht werden, aber getr\u00fcbt, gel\u00e4hmt, von andern Sinnen verdr\u00e4ngt. \u2013 Eine l\u00e4ngere Gemeinschaft der Menschen vermindert die Neigungen, den Glauben an ihr Geschlecht, und gew\u00f6hnt sie ihr ganzes Dichten und Trachten, den Mitteln des Wohlbefindens allein zuzuwenden, die Bed\u00fcrfnisse und die K\u00fcnste ihrer Befriedigung werden verwickelter, der habs\u00fcchtige Mensch hat, so viel Zeit n\u00f6thig sich mit ihnen bekannt zu machen und Fertigkeiten in ihnen sich zu erwerben, da\u00df keine Zeit zum stillen Sammeln des Gem\u00fcths, zur aufmerksamen Betrachtung der innern Welt \u00fcbrig bleibt. \u2013 In Collisions-F\u00e4llen scheint ihm das gegenw\u00e4rtige Interesse n\u00e4her zu liegen, und so f\u00e4llt die sch\u00f6ne Bl\u00fcte seiner Jugend, Glauben und Liebe ab, und macht den derbern Fr\u00fcchten, Wissen und Haben Platz. Man gedenkt des Fr\u00fchlings im Sp\u00e4therbst, wie eines kindischen Traums und hofft mit kindischer Einfalt, die vollen Speicher sollen auf immer aushalten. Eine gewisse Einsamkeit, scheint dem Gedeihen der h\u00f6hern Sinne nothwendig zu seyn, und daher mu\u00df ein zu ausgebreiteter Umgang der Menschen mit einander, manchen heiligen Keim ersticken und die G\u00f6tter, die den unruhigen Tumult zerstreuender Gesellschaften, und die Verhandlungen kleinlicher Angelegenheiten fliehen, verscheuchen. Ueberdem haben wir ja mit Zeiten und Perioden zu thun, und ist diesen eine Oszillation, ein Wechsel entgegengesetzter Bewegungen nicht wesentlich? und ist diesen eine beschr\u00e4nkte Dauer nicht eigenth\u00fcmlich, ein Wachsthum und ein Abnehmen nicht ihre Natur? aber auch eine Auferstehung, eine Verj\u00fcngung, in neuer, t\u00fcchtiger Gestalt, nicht auch von ihnen mit Gewi\u00dfheit zu erwarten? fortschreitende, immer mehr sich vergr\u00f6\u00dfernde Evolutionen sind der Stoff der Geschichte. \u2013 Was jetzt nicht die Vollendung erreicht, wird sie bei einem k\u00fcnftigen Versuch erreichen, oder bei einem abermaligen; verg\u00e4nglich ist nichts was die Geschichte ergriff, aus unz\u00e4hligen Verwandlungen geht es in immer reicheren Gestalten erneuet wieder hervor. Einmal war doch das Christenthum mit voller Macht und Herrlichkeit erschienen, bis zu einer neuen Welt-Inspiration herrschte seine Ruine, sein Buchstabe mit immer zunehmender Ohnmacht und Verspottung. Unendliche Tr\u00e4gheit lag schwer auf der sicher gewordenen Zunft der Geistlichkeit. Sie war stehn geblieben im Gef\u00fchl ihres Ansehns und ihrer Bequemlichkeit, w\u00e4hrend die Layen ihr unter den H\u00e4nden Erfahrung und Gelehrsamkeit entwandt und m\u00e4chtige Schritte auf dem Wege der Bildung vorausgethan hatten. In der Vergessenheit ihres eigentlichen Amts, die Ersten unter den Menschen an Geist, Einsicht und Bildung zu seyn, waren ihnen die niedrigen Begierden zu Kopf gewachsen, und die Gemeinheit und Niedrigkeit ihrer Denkungsart wurde durch ihre Kleidung und ihren Beruf noch widerlicher. So fielen Achtung und Zutrauen, die St\u00fctzen dieses und jedes Reichs, allm\u00e4hlig weg, und damit war jene Zunft vernichtet, und die eigentliche Herrschaft Roms hatte lange vor der gewaltsamen Insurrection stillschweigend aufgeh\u00f6rt. Nur kluge, also auch nur zeitliche, Maa\u00dfregeln hielten den Leichnam der Verfassung noch zusammen, und bewahrten ihn vor zu schleuniger Aufl\u00f6sung, wohin denn z.B. die Abschaffung der Priester-Ehe vorz\u00fcglich geh\u00f6rte. \u2013 Eine Maa\u00dfregel die analog angewandt auch dem \u00e4hnlichen Soldatenstand eine f\u00fcrchterliche Consistenz verleihen und sein Leben noch lange fristen k\u00f6nnte. Was war nat\u00fcrlicher, als da\u00df endlich ein feuerfangender Kopf \u00f6ffentlichen Aufstand gegen den despotischen Buchstaben der ehemahligen Verfassung predigte, und mit um so gr\u00f6\u00dferm Gl\u00fcck, da er selbst Zunft-Genosse war. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Recht nannten sich die Insurgenten Protestanten, denn sie protestirten feyerlich gegen jede Anma\u00dfung einer unbequemen und unrechtm\u00e4\u00dfig scheinenden Gewalt \u00fcber das Gewissen. Sie nahmen ihr stillschweigend abgegebenes Recht auf Religions-Untersuchung, Bestimmung und Wahl, als vakant wieder einstweilig an sich zur\u00fcck. Sie stellten auch eine Menge richtiger Grunds\u00e4tze auf, f\u00fchrten eine Menge l\u00f6blicher Dinge ein, und schafften eine Menge verderblicher Satzungen ab; aber sie verga\u00dfen das nothwendige Resultat ihres Prozesses; trennten das Untrennbare, theilten die untheilbare Kirche und rissen sich frevelnd aus dem allgemeinen christlichen Verein, durch welchen und in welchem allein die \u00e4chte, dauernde Wiedergeburt m\u00f6glich war. Der Zustand religi\u00f6ser Anarchie darf nur vor\u00fcbergehend seyn, denn der nothwendige Grund, eine Zahl Menschen lediglich diesem hohen Berufe zu widmen, und diese Zahl Menschen unabh\u00e4ngig von der irdischen Gewalt in R\u00fccksicht dieser Angelegenheiten zu machen, bleibt in fortdauernder Wirksamkeit und G\u00fcltigkeit. \u2013 Die Errichtung der Consistorien und die Beibehaltung einer Art Geistlichkeit half diesem Bed\u00fcrfnisse nicht ab, und war kein zureichender Ersatz. Ungl\u00fccklicher Weise hatten sich die F\u00fcrsten in diese Spaltung gemischt, und viele benutzten diese Streitigkeiten zur Befestigung und Erweiterung ihrer landesherrlichen Gewalt und Eink\u00fcnfte. Sie waren froh jenes hohen Einflusses \u00fcberhoben zu seyn und nahmen die neuen Consistorien nun unter ihre landesv\u00e4terliche Besch\u00fctzung und Leitung. Sie waren eifrigst besorgt die g\u00e4nzliche Vereinigung der protestantischen Kirchen zu hindern, und so wurde die Religion irreligi\u00f6ser Weise in Staats-Gr\u00e4nzen eingeschlossen, und damit der Grund zur allm\u00e4hligen Untergrabung des religi\u00f6sen cosmopolitische[n] Interesse[s] gelegt. So verlor die Religion ihren gro\u00dfen politischen friedestiftenden Einflu\u00df, ihre eigenth\u00fcmliche Rolle des vereinigenden, individualisirenden Prinzips, der Christenheit. Der Religionsfriede ward nach ganz fehlerhaften und religionswidrigen Grunds\u00e4tzen abgeschlossen, und durch die Fortsetzung des sogenannten Protestantismus etwas durchaus Widersprechendes \u2013 eine Revolutions-Regierung permanent erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inde\u00df liegt dem Protestantismus bei weitem nicht blo\u00df jener reine Begriff zum Grunde, sondern Luther behandelte das Christenthum \u00fcberhaupt willk\u00fchrlich, verkannte seinen Geist, und f\u00fchrte einen andern Buchstaben und eine andere Religion ein, nemlich die heilige Allgemeing\u00fcltigkeit der Bibel, und damit wurde leider eine andere h\u00f6chst fremde irdische Wissenschaft in die Religionsangelegenheit gemischt \u2013 die Philologie \u2013 deren auszehrender Einflu\u00df von da an unverkennbar wird. Er wurde selbst aus dunkelm Gef\u00fchl dieses Fehlgriffs bei einem gro\u00dfen Theil der Protestanten zum Rang eines Evangelisten erhoben und seine Uebersetzung canonisirt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem religi\u00f6sen Sinn war diese Wahl h\u00f6chst verderblich, da nichts seine Irritabilit\u00e4t so vernichtet, wie der Buchstabe. Im ehemahligen Zustande hatte dieser bei dem gro\u00dfen Umfange der Geschmeidigkeit und dem reichhaltigen Stoff des katholischen Glaubens, so wie der Esoterisirung der Bibel und der heiligen Gewalt der Concilien und des geistlichen Oberhaupts, nie so sch\u00e4dlich werden k\u00f6nnen; jetzt aber wurden diese Gegenmittel vernichtet, die absolute Popularit\u00e4t der Bibel behauptet, und nun dr\u00fcckte der d\u00fcrftige Inhalt, der rohe abstracte Entwurf der Religion in diesen B\u00fcchern desto merklicher, und erschwerte dem heiligen Geiste die freie Belebung, Eindringung und Offenbarung unendlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher zeigt uns auch die Geschichte des Protestantismus keine herrlichen gro\u00dfen Erscheinungen des Ueberirdischen mehr, nur sein Anfang gl\u00e4nzt durch ein vor\u00fcbergehendes Feuer des Himmels, bald nachher ist schon die Vertrocknung des heiligen Sinns bemerklich; das Weltliche hat die Oberhand gewonnen, der Kunstsinn leidet sympathetisch mit, nur selten, da\u00df hie und da ein gediegener, ewiger Lebensfunke hervorspringt, und eine kleine Gemeinde sich assimilirt. Er verlischt und die Gemeinde flie\u00dft wieder auseinander und schwimmt mit dem Strome fort. So Zinzendorf, Jacob B\u00f6hme und mehrere. Die Moderatisten behalten die Oberhand, und die Zeit n\u00e4hert sich einer g\u00e4nzlichen Atonie der h\u00f6hern Organe, der Periode des praktischen Unglaubens. Mit der Reformation wars um die Christenheit gethan. Von nun an war keine mehr vorhanden. Katholiken und Protestanten oder Reformirte standen in sektirischer Abgeschnittenheit weiter von einander, als von Mahomedanern und Heiden. Die \u00fcbriggebliebenen katholischen Staaten vegetirten fort, nicht ohne den sch\u00e4dlichen Einflu\u00df der benachbarten protestantischen Staaten unmerklich zu f\u00fchlen. Die neuere Politik entstand erst in diesem Zeitpunkt, und einzelne m\u00e4chtige Staaten suchten den vakanten Universalstuhl, in einen Thron verwandelt, in Besitz zu nehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den meisten F\u00fcrsten schien es eine Erniedrigung sich nach einem ohnm\u00e4chtigen Geistlichen zu geniren. \u2013 Sie f\u00fchlten zum erstenmal das Gewicht ihrer k\u00f6rperlichen Kraft auf Erden, sahen die himmlischen M\u00e4chte unth\u00e4tig bei Verletzung ihrer Repr\u00e4sentanten, und suchten nun allgemach ohne Aufsehn vor den noch eifrig p\u00e4bstlich gesinnten Unterthanen das l\u00e4stige r\u00f6mische Joch abzuwerfen und sich unabh\u00e4ngig auf Erden zu machen. \u2013 Ihr unruhiges Gewissen beruhigten kluge Seelsorger, die nichts dabei verloren, da\u00df ihre geistlichen Kinder die Disposition \u00fcber das Kirchenverm\u00f6gen sich anma\u00dften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Gl\u00fcck f\u00fcr die alte Verfassung that sich jetzt ein neu entstandener Orden hervor, auf welchen der sterbende Geist der Hierarchie seine letzten Gaben ausgegossen zu haben schien, der mit neuer Kraft das Alte zur\u00fcstete und mit wunderbarer Einsicht und Beharrlichkeit, kl\u00fcger, als je vorher geschehen, sich des p\u00e4bstlichen Reichs und seiner m\u00e4chtigern Regeneration annahm. Noch war keine solche Gesellschaft in der Weltgeschichte anzutreffen gewesen. Mit gr\u00f6\u00dferer Sicherheit des Erfolgs hatte selbst der alte r\u00f6mische Senat nicht Pl\u00e4ne zur Welteroberung entworfen. Mit gr\u00f6\u00dferem Verstand war an die Ausf\u00fchrung einer gr\u00f6\u00dferen Idee noch nicht gedacht worden. Ewig wird diese Gesellschaft ein Muster aller Gesellschaften seyn, die eine organische Sehnsucht nach unendlicher Verbreitung und ewiger Dauer f\u00fchlen, \u2013 aber auch ewig ein Beweis, da\u00df die unbewachte Zeit allein die kl\u00fcgsten Unternehmungen vereitelt, und der nat\u00fcrliche Wachsthum des ganzen Geschlechts unaufhaltsam den k\u00fcnstlichen Wachsthum eines Theils unterdr\u00fcckt. Alles Einzelne f\u00fcr sich hat ein eigenes Maa\u00df von F\u00e4higkeit, nur die Capacit\u00e4t des Geschlechts ist unerme\u00dflich. Alle Pl\u00e4ne m\u00fcssen fehlschlagen, die nicht auf alle Anlagen des Geschlechts vollst\u00e4ndig angelegte Pl\u00e4ne sind. Noch merkw\u00fcrdiger wird diese Gesellschaft, als Mutter der sogenannten geheimen Gesellschaften, eines jetzt noch unreifen, aber gewi\u00df wichtigen geschichtlichen Keims. Einen gef\u00e4hrlichern Nebenbuhler konnte der neue Lutheranismus, nicht Protestantismus, gewi\u00df nicht erhalten. Alle Zauber des katholischen Glaubens wurden unter seiner Hand noch kr\u00e4ftiger, die Sch\u00e4tze der Wissenschaften flossen in seine Zelle zur\u00fcck. Was in Europa verloren war, suchten sie in den andern Welttheilen, in dem fernsten Abend und Morgen, vielfach wieder zu gewinnen, und die apostolische W\u00fcrde und Beruf sich zuzueignen und geltend zu machen. Auch sie blieben in den Bem\u00fchungen nach Popularit\u00e4t nicht zur\u00fcck, und wu\u00dften wohl wieviel Luther seinen demagogischen K\u00fcnsten, seinem Studium des gemeinen Volks zu verdanken gehabt hatte. Ueberall legten sie Schulen an, drangen in die Beichtst\u00fchle, bestiegen die Katheder und besch\u00e4ftigten die Pressen, wurden Dichter und Weltweise, Minister und M\u00e4rtyrer, und blieben in der ungeheuren Ausdehnung von Amerika \u00fcber Europa nach China in dem wunderbarsten Einverst\u00e4ndni\u00df der That und der Lehre. Aus ihren Schulen rekrutirten sie mit weiser Auswahl ihren Orden. Gegen die Lutheraner predigten sie mit zerst\u00f6rendem Eifer und suchten die grausamste Vertilgung dieser Ketzer, als eigentlicher Genossen des Teufels, zur dringendsten Pflicht der katholischen Christenheit zu machen. Ihnen allein hatten die katholischen Staaten und insonderheit der p\u00e4bstliche Stuhl ihr langes Ueberleben der Reformation zu danken gehabt, und wer wei\u00df, wie alt die Welt noch aussehn w\u00fcrde, wenn nicht schwache Obere, Eifersucht der F\u00fcrsten und andern geistlichen Orden, Hofintriguen und andere sonderbare Umst\u00e4nde ihren k\u00fchnen Lauf unterbrochen und mit ihnen diese letzte Schutzwehr der katholischen Verfassung beinah vernichtet h\u00e4tten. Jetzt schl\u00e4ft er, dieser furchtbare Orden, in armseliger Gestalt an den Grenzen von Europa, vielleicht da\u00df er von daher sich, wie das Volk das ihn besch\u00fctzt, mit neuer Gewalt einst \u00fcber seine alte Heimath, vielleicht unter anderm Namen, verbreitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reformation war ein Zeichen der Zeit gewesen. Sie war f\u00fcr ganz Europa bedeutend, wenn sie gleich nur im wahrhaft freien Deutschland \u00f6ffentlich ausgebrochen war. Die guten K\u00f6pfe aller Nationen waren heimlich m\u00fcndig geworden, und lehnten sich im t\u00e4uschenden Gef\u00fchl ihres Berufs um desto dreister gegen verj\u00e4hrten Zwang auf. Aus Instinkt ist der Gelehrte Feind der Geistlichkeit nach alter Verfassung; der gelehrte und der geistliche Stand m\u00fcssen Vertilgungskriege f\u00fchren, wenn sie getrennt sind; denn sie streiten um Eine Stelle. Diese Trennung that sich immer mehr hervor, und die Gelehrten gewannen desto mehr Feld, je mehr sich die Geistlichkeit der europ\u00e4ischen Menschheit dem Zeitraum der triumphirenden Gelehrsamkeit n\u00e4herte, und Wissen und Glauben in eine entschiedenere Opposition traten. Im Glauben suchte man den Grund der allgemeinen Stockung, und durch das durchdringende Wissen hoffte man sie zu heben. Ueberall litt der heilige Sinn unter den mannichfachen Verfolgungen seiner bisherigen Art, seiner zeitigen Personalit\u00e4t. Das Resultat der modernen Denkungsart nannte man Philosophie und rechnete alles dazu was dem Alten entgegen war, vorz\u00fcglich also jeden Einfall gegen die Religion. Der anf\u00e4ngliche Personalha\u00df gegen den katholischen Glauben ging allm\u00e4hlig in Ha\u00df gegen die Bibel, gegen den christlichen Glauben und endlich gar gegen die Religion \u00fcber. Noch mehr \u2013 der Religions-Ha\u00df, dehnte sich sehr nat\u00fcrlich und folgerecht auf alle Gegenst\u00e4nde des Enthusiasmus aus, verketzerte Fantasie und Gef\u00fchl, Sittlichkeit und Kunstliebe, Zukunft und Vorzeit, setzte den Menschen in der Reihe der Naturwesen mit Noth oben an, und machte die unendliche sch\u00f6pferische Musik des Weltalls zum einf\u00f6rmigen Klappern einer ungeheuren M\u00fchle, die vom Strom des Zufalls getrieben und auf ihm schwimmend, eine M\u00fchle an sich, ohne Baumeister und M\u00fcller und eigentlich ein \u00e4chtes Perpetuum mobile, eine sich selbst mahlende M\u00fchle sey.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Enthusiasmus ward gro\u00dfm\u00fcthig dem armen Menschengeschlechte \u00fcbrig gelassen und als Pr\u00fcfstein der h\u00f6chsten Bildung jedem Actionair derselben unentbehrlich gemacht. \u2013 Der Enthusiasmus f\u00fcr diese herrliche, gro\u00dfartige Philosophie und insbesondere f\u00fcr ihre Priester und ihre Mystagogen. Frankreich war so gl\u00fccklich der Schoo\u00df und der Sitz dieses neuen Glaubens zu werden, der aus lauter Wissen zusammen geklebt war. So verschrien die Poesie in dieser neuen Kirche war, so gab es doch einige Poeten darunter, die des Effekts wegen, noch des alten Schmucks und der alten Lichter sich bedienten, aber dabei in Gefahr kamen, das neue Weltsystem mit altem Feuer zu entz\u00fcnden. Kl\u00fcgere Mitglieder wu\u00dften jedoch die schon warmgewordenen Zuh\u00f6rer sogleich wieder mit kaltem Wasser zu begie\u00dfen. Die Mitglieder waren rastlos besch\u00e4ftigt, die Natur, den Erdboden, die menschlichen Seelen und die Wissenschaften von der Poesie zu s\u00e4ubern, \u2013 jede Spur des Heiligen zu vertilgen, das Andenken an alle erhebende Vorf\u00e4lle und Menschen durch Sarkasmen zu verleiden, und die Welt alles bunten Schmucks zu entkleiden. Das Licht war wegen seines mathematischen Gehorsams und seiner Frechheit ihr Liebling geworden. Sie freuten sich, da\u00df es sich eher zerbrechen lie\u00df, als da\u00df es mit Farben gespielt h\u00e4tte, und so benannten sie nach ihm ihr gro\u00dfes Gesch\u00e4ft, Aufkl\u00e4rung. In Deutschland betrieb man dieses Gesch\u00e4ft gr\u00fcndlicher, man reformirte das Erziehungswesen, man suchte der alten Religion einen neuern vern\u00fcnftigen, gemeinern Sinn zu geben, indem man alles Wunderbare und Geheimni\u00dfvolle sorgf\u00e4ltig von ihr abwusch; alle Gelehrsamkeit ward aufgeboten um die Zuflucht zur Geschichte abzuschneiden, indem man die Geschichte zu einem h\u00e4uslichen und b\u00fcrgerlichen Sitten- und Familien-Gem\u00e4hlde zu veredeln sich bem\u00fchte. \u2013 Gott wurde zum m\u00fc\u00dfigen Zuschauer des gro\u00dfen r\u00fchrenden Schauspiels, das die Gelehrten auff\u00fchrten, gemacht, welcher am Ende die Dichter und Spieler feierlich bewirthen und bewundern sollte. Das gemeine Volk wurde recht mit Vorliebe aufgekl\u00e4rt, und zu jenem gebildeten Enthusiasmus erzogen, und so entstand eine neue europ\u00e4ische Zunft: die Philantropen und Aufkl\u00e4rer. Schade da\u00df die Natur so wunderbar und unbegreiflich, so poetisch und unendlich blieb, allen Bem\u00fchungen sie zu modernisiren zum Trotz. Duckte sich ja irgendwo ein alter Aberglaube an eine h\u00f6here Welt und sonst auf, so wurde gleich von allen Seiten L\u00e4rm geblasen, und wo m\u00f6glich der gef\u00e4hrliche Funke durch Philosophie und Witz in der Asche erstickt; dennoch war Toleranz das Losungswort der Gebildeten, und besonders in Frankreich gleichbedeutend mit Philosophie. H\u00f6chst merkw\u00fcrdig ist diese Geschichte des modernen Unglaubens, und der Schl\u00fcssel zu allen ungeheuren Ph\u00e4nomenen der neuern Zeit. Erst in diesem Jahrhundert und besonders in seiner letzten H\u00e4lfte beginnt sie und w\u00e4chst in kurzer Zeit zu einer un\u00fcbersehlichen Gr\u00f6\u00dfe und Mannigfaltigkeit; eine zweite Reformation, eine umfassendere und eigenth\u00fcmlichere war unvermeidlich, und mu\u00dfte das Land zuerst treffen, das am meisten modernisirt war, und am l\u00e4ngsten aus Mangel an Freiheit in asthenischem Zustande gelegen hatte. L\u00e4ngst h\u00e4tte sich das \u00fcberirdische Feuer Luft gemacht, und die klugen Aufkl\u00e4rungs-Pl\u00e4ne vereitelt, wenn nicht weltlicher Druck und Einflu\u00df denselben zu Statten gekommen w\u00e4ren. In dem Augenblick aber, wo ein Zwiespalt unter den Gelehrten und Regierungen, unter den Feinden der Religion und ihrer ganzen Genossenschaft entstand, mu\u00dfte sie wieder als drittes tonangebendes vermittelndes Glied hervortreten, und diesen Hervortritt mu\u00df nun jeder Freund derselben anerkennen und verk\u00fcndigen, wenn er noch nicht merklich genug seyn sollte. Da\u00df die Zeit der Auferstehung gekommen ist, und grade die Begebenheiten, die gegen ihre Belebung gerichtet zu seyn schienen und ihren Untergang zu vollenden drohten, die g\u00fcnstigsten Zeichen ihrer Regeneration geworden sind, dieses kann einem historischen Gem\u00fcthe gar nicht zweifelhaft bleiben. Wahrhafte Anarchie ist das Zeugungselement der Religion. Aus der Vernichtung alles Positiven hebt sie ihr glorreiches Haupt als neue Weltstifterin empor. Wie von selbst steigt der Mensch gen Himmel auf, wenn ihn nichts mehr bindet, die h\u00f6hern Organe treten von selbst aus der allgemeinen gleichf\u00f6rmigen Mischung und vollst\u00e4ndigen Aufl\u00f6sung aller menschlichen Anlagen und Kr\u00e4fte, als der Urkern der irdischen Gestaltung zuerst heraus. Der Geist Gottes schwebt \u00fcber den Wassern und ein himmlisches Eiland wird als Wohnst\u00e4tte der neuen Menschen, als Stromgebiet des ewigen Lebens zuerst sichtbar \u00fcber den zur\u00fcckstr\u00f6menden Wogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ruhig und unbefangen betrachte der \u00e4chte Beobachter die neuen staatsumw\u00e4lzenden Zeiten. Kommt ihm der Staatsumw\u00e4lzer nicht wie Sisyphus vor? Jetzt hat er die Spitze des Gleichgewichts erreicht und schon rollt die m\u00e4chtige Last auf der andern Seite wieder herunter. Sie wird nie oben bleiben, wenn nicht eine Anziehung gegen den Himmel sie auf der H\u00f6he schwebend erh\u00e4lt. Alle eure St\u00fctzen sind zu schwach, wenn euer Staat die Tendenz nach der Erde beh\u00e4lt, aber kn\u00fcpft ihn durch eine h\u00f6here Sehnsucht an die H\u00f6hen des Himmels, gebt ihm eine Beziehung auf das Weltall, dann habt ihr eine nie erm\u00fcdende Feder in ihm, und werdet eure Bem\u00fchungen reichlich gelohnt sehn. An die Geschichte verweise ich euch, forscht in ihrem belehrenden Zusammenhang, nach \u00e4hnlichen Zeitpunkten, und lernt den Zauberstab der Analogie gebrauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Frankreich hat man viel f\u00fcr die Religion gethan, indem man ihr das B\u00fcrgerrecht genommen, und ihr blo\u00df das Recht der Hausgenossenschaft gelassen hat, und zwar nicht in einer Person, sondern in allen ihren unz\u00e4hligen individuellen Gestalten. Als eine fremde unscheinbare Waise mu\u00df sie erst die Herzen wiedergewinnen, und schon \u00fcberall geliebt seyn, ehe sie wie der \u00f6ffentlich angebetet und in weltliche Dinge zur freundschaftlichen Berathung und Stimmung der Gem\u00fcther gemischt wird. Historisch merkw\u00fcrdig bleibt der Versuch jener gro\u00dfen eisernen Maske, die unter dem Namen Robespierre in der Religion den Mittelpunkt und die Kraft der Republik suchte; auch der Kaltsinn, womit die Theophilantropie[,] dieser Mystizismus der neuern Aufkl\u00e4rung, aufgenommen worden ist; auch die neuen Eroberungen der Jesuiten; auch die N\u00e4herung ans Morgenland durch die neuern politischen Verh\u00e4ltnisse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von den \u00fcbrigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, au\u00dfer Deutschland, l\u00e4\u00dft sich nur prophezeihen, da\u00df mit dem <em>Frieden<\/em> ein neues h\u00f6heres religi\u00f6ses Leben in ihnen zu pulsiren [beginnen] und bald Alles andere weltliche Interesse verschlingen wird. In Deutschland hingegen kann man schon mit voller Gewi\u00dfheit die Spuren einer neuen Welt aufzeigen. Deutschland geht einen langsamen aber sichern Gang vor den \u00fcbrigen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern voraus. W\u00e4hrend diese durch Krieg, Spekulation und Parthey-Geist besch\u00e4ftigt sind, bildet sich der Deutsche mit allem Flei\u00df zum Genossen einer h\u00f6hern Epoche der Cultur, und dieser Vorschritt mu\u00df ihm ein gro\u00dfes Uebergewicht \u00fcber die Andere[n] im Lauf der Zeit geben. In Wissenschaften und K\u00fcnsten wird man eine gewaltige G\u00e4hrung gewahr. Unendlich viel Geist wird entwickelt. Aus neuen, frischen Fundgruben wird gef\u00f6rdert. \u2013 Nie waren die Wissenschaften in besseren H\u00e4nden, und erregten wenigstens gr\u00f6\u00dfere Erwartungen; die verschiedensten Seiten der Gegenst\u00e4nde werden ausgesp\u00fcrt, nichts wird unger\u00fcttelt, unbeurtheilt, undurchsucht gelassen. Alles wird bearbeitet; die Schriftsteller werden eigenth\u00fcmlicher und gewaltiger, jedes alte Denkmal der Geschichte, jede Kunst, jede Wissenschaft findet Freunde, und wird mit neuer Liebe umarmt und fruchtbar gemacht. Eine Vielseitigkeit ohne Gleichen, eine wunderbare Tiefe, eine gl\u00e4nzende Politur, vielumfassende Kenntnisse und eine reiche kr\u00e4ftige Fantasie findet man hie und da, und oft k\u00fchn gepaart. Eine gewaltige Ahndung der sch\u00f6pferischen Willk\u00fchr, der Grenzenlosigkeit, der unendlichen Mannigfaltigkeit, der heiligen Eigenth\u00fcmlichkeit und der Allf\u00e4higkeit der innern Menschheit scheint \u00fcberall rege zu werden. Aus dem Morgentraum der unbeh\u00fclflichen Kindheit erwacht, \u00fcbt ein Theil des Geschlechts seine ersten Kr\u00e4fte an Schlangen, die seine Wiege umschlingen und den Gebrauch seiner Gliedma\u00dfen ihm benehmen wollen. Noch sind alles nur Andeutungen, unzusammenh\u00e4ngend und roh, aber sie verrathen dem historischen Auge eine universelle Individualit\u00e4t, eine neue Geschichte, eine neue Menschheit, die s\u00fc\u00dfeste Umarmung einer jungen \u00fcberraschten Kirche und eines liebenden Gottes, und das innige Empf\u00e4ngni\u00df eines neuen Messias in ihren tausend Gliedern zugleich. Wer f\u00fchlt sich nicht mit s\u00fc\u00dfer Schaam guter Hoffnung? Das Neugeborne wird das Abbild seines Vaters, eine neue goldne Zeit mit dunkeln unendlichen Augen, eine profetische wunderth\u00e4tige und wundenheilende, tr\u00f6stende und ewiges Leben entz\u00fcndende Zeit sein \u2013 eine gro\u00dfe Vers\u00f6hnungszeit, ein Heiland, der wie ein \u00e4chter Genius unter den Menschen einheimisch, nur geglaubt nicht gesehen werden [kann], und unter zahllosen Gestalten den Gl\u00e4ubigen sichtbar, als Brod und Wein, verzehrt, als Geliebte umarmt, als Luft geathmet, als Wort und Gesang vernommen, und mit himmlischer Wollust, als Tod, unter den h\u00f6chsten Schmerzen der Liebe, in das Innre des verbrausenden Leibes aufgenommen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt stehn wir hoch genug um auch jenen oberw\u00e4hnten, vorhergegangenen Zeiten freundlich zuzul\u00e4cheln und auch in jenen wunderlichen Thorheiten merkw\u00fcrdige Kristallisationen des historischen Stoffs zu erkennen. Dankbar wollen wir jenen Gelehrten und Philosophen die H\u00e4nde dr\u00fccken; denn dieser Wahn mu\u00dfte zum Besten der Nachkommen ersch\u00f6pft, und die wissenschaftliche Ansicht der Dinge geltend gemacht werden. Reizender und farbiger steht die Poesie, wie ein geschm\u00fccktes Indien dem kalten, todten Spitzbergen jenes Stubenverstandes gegen\u00fcber. Damit Indien in der Mitte des Erdballs so warm und herrlich sey, mu\u00df ein kaltes starres Meer, todte Klippen, Nebel statt des gestirnvollen Himmels und eine lange Nacht, die beiden Enden unwirthbar machen. Die tiefe Bedeutung der Mechanik lag schwer auf diesen Anachoreten in den W\u00fcsten des Verstandes; das Reizende der ersten Einsicht \u00fcberw\u00e4ltigte sie, das Alte r\u00e4chte sich an ihnen, sie opferten dem ersten Selbstbewu\u00dftseyn das Heiligste und Sch\u00f6nste der Welt mit wunderbarer Verl\u00e4ugnung, und waren die Ersten die wieder die Heiligkeit der Natur, die Unendlichkeit der Kunst, die Nothwendigkeit des Wissens, die Achtung des Weltlichen, und die Allgegenwart des wahrhaft Geschichtlichen durch die That anerkannten, und verk\u00fcndigten, und einer h\u00f6hern, allgemeinern und furchtbarern Gespensterherrschaft, als sie selbst glaubten, ein Ende machten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst durch genauere Kenntni\u00df der Religion wird man jene f\u00fcrchterlichen Erzeugnisse eines Religionsschlafs, jene Tr\u00e4ume und Deliria des heiligen Organs besser beurtheilen und dann erst die Wichtigkeit jenes Geschenks recht einsehn lernen. Wo keine G\u00f6tter sind, walten Gespenster, und die eigentliche Entstehungszeit der europ\u00e4ischen Gespenster, die auch ihre Gestalt ziemlich vollst\u00e4ndig erkl\u00e4rt, ist die Periode des Uebergangs der griechischen G\u00f6tterlehre in das Christenthum. Also kommt auch, ihr Philanthropen und Encyklop\u00e4disten, in die friedenstiftende Loge und empfangt den Bruderku\u00df, streift das graue Netz ab, und schaut mit junger Liebe die Wunderherrlichkeit der Natur, der Geschichte und der Menschheit an. Zu einem Bruder will ich euch f\u00fchren, der soll mit euch reden, da\u00df euch die Herzen aufgehn, und ihr eure abgestorbene geliebte Ahndung mit neuem Leibe bekleidet, wieder umfa\u00dft und erkennt, was euch vorschwebte, und was der schwerf\u00e4llige irdische Verstand freilich euch nicht haschen konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Bruder ist der Herzschlag der neuen Zeit, wer ihn gef\u00fchlt hat zweifelt nicht mehr an ihrem Kommen, und tritt mit s\u00fc\u00dfem Stolz auf seine Zeitgenossenschaft auch aus dem Haufen hervor zu der neuen Schaar der J\u00fcnger. Er hat einen neuen Schleier f\u00fcr die Heilige gemacht, der ihren himmlischen Gliederbau anschmiegend verr\u00e4th, und doch sie z\u00fcchtiger, als ein Andrer verh\u00fcllt. \u2013 Der Schleier ist f\u00fcr die Jungfrau, was der Geist f\u00fcr den Leib ist, ihr unentbehrliches Organ dessen Falten die Buchstaben ihrer s\u00fc\u00dfen Verk\u00fcndigung sind; das unendliche Faltenspiel ist eine Chiffern-Musik, denn die Sprache ist der Jungfrau zu h\u00f6lzern und zu frech, nur zum Gesang \u00f6ffnen sich ihre Lippen. Mir ist er nichts als der feierliche Ruf zu einer neuen Urversammlung, der gewaltige Fl\u00fcgelschlag eines vor\u00fcberziehenden englischen Herolds. Es sind die ersten Wehen, setze sich jeder in Bereitschaft zur Geburt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das H\u00f6chste in der Physik ist jetzt vorhanden und wir k\u00f6nnen nun leichter die wissenschaftliche Zunft \u00fcbersehn. Die H\u00fclfsbed\u00fcrftigkeit der \u00e4u\u00dfern Wissenschaften, ward in der letzten Zeit immer sichtbarer, je bekannter wir mit ihnen wurden. Die Natur fing an immer d\u00fcrftiger auszusehn, und wir sahen deutlicher gew\u00f6hnt an den Glanz unserer Entdeckungen, da\u00df es nur ein geborgtes Licht war, und da\u00df wir mit den bekannten Werkzeugen und den bekannten Methoden nicht das Wesentliche, das Gesuchte finden und construiren w\u00fcrden. Jeder Forscher mu\u00dfte sich gestehn, da\u00df Eine Wissenschaft nichts ohne die Andere sey, und so entstanden Mystifikationsversuche der Wissenschaften, und das wunderliche Wesen der Philosophie flog jetzt als rein dargestelltes wissenschaftliches Element zu einer symmetrischen Grundfigur der Wissenschaften an. Andere brachten die concreten Wissenschaften in neue Verh\u00e4ltnisse, bef\u00f6rderten einen lebhaften Verkehr derselben untereinander, und suchten ihre naturhistorische Classification aufs Reine zu bringen. So w\u00e4hrt es fort und es ist leicht zu ermessen, wie g\u00fcnstig dieser Umgang mit der \u00e4u\u00dfern und innern Welt, der h\u00f6hern Bildung des Verstandes, der Kenntni\u00df der erstern und der Erregung und Cultur der letztern seyn mu\u00df, und wie unter diesen Umst\u00e4nden die Witterung sich kl\u00e4ren und der alte Himmel und mit ihm die Sehnsucht nach ihm, die lebendige Astronomie, wieder zum Vorschein kommen mu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wollen wir uns zu dem politischen Schauspiel unsrer Zeit wenden. Alte und neue Welt sind in Kampf begriffen, die Mangelhaftigkeit und Bed\u00fcrftigkeit der bisherigen Staatseinrichtungen sind in furchtbaren Ph\u00e4nomenen offenbar geworden. Wie wenn auch hier wie in den Wissenschaften eine n\u00e4here und mannigfaltigere Connexion und Ber\u00fchrung der europ\u00e4ischen Staaten zun\u00e4chst der historische Zweck des Krieges w\u00e4re, wenn eine neue Regung des bisher schlummernden Europa ins Spiel k\u00e4me, wenn Europa wieder erwachen wollte, wenn ein Staat der Staaten, eine politische Wissenschaftslehre, uns bevorst\u00e4nde! Sollte etwa die Hierarchie diese symmetrische Grundfigur der Staaten, das Prinzip des Staatenvereins als intellektuale Anschauung des politischen Ichs seyn? Es ist unm\u00f6glich da\u00df weltliche Kr\u00e4fte sich selbst ins Gleichgewicht setzen, ein drittes Element, das weltlich und \u00fcberirdisch zugleich ist, kann allein diese Aufgabe l\u00f6sen. Unter den streitenden M\u00e4chten kann kein Friede geschlossen werden, aller Friede ist nur Illusion, nur Waffenstillstand; auf dem Standpunkt der Kabinetter, des gemeinen Bewu\u00dftseyns ist keine Vereinigung denkbar. Beide Theile haben gro\u00dfe, nothwendige Anspr\u00fcche und m\u00fcssen sie machen, getrieben vom Geiste der Welt und der Menschheit. Beide sind unvertilgbare M\u00e4chte der Menschenbrust; hier die Andacht zum Alterthum, die Anh\u00e4nglichkeit an die geschichtliche Verfassung, die Liebe zu den Denkmalen der Altv\u00e4ter und der alten glorreichen Staatsfamilie, und Freude des Gehorsams; dort das entz\u00fcckende Gef\u00fchl der Freiheit, die unbedingte Erwartung m\u00e4chtiger Wirkungskreise, die Lust am Neuen und Jungen, die zwanglose Ber\u00fchrung mit allen Staatsgenossen, der Stolz auf menschliche Allgemeing\u00fcltigkeit, die Freude am pers\u00f6nlichen Recht und am Eigenthum des Ganzen, und das kraftvolle B\u00fcrgergef\u00fchl. Keine hoffe die Andere zu vernichten, alle Eroberungen wollen hier nichts sagen, denn die innerste Hauptstadt jedes Reichs liegt nicht hinter Erdw\u00e4llen und l\u00e4\u00dft sich nicht erst\u00fcrmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer wei\u00df ob des Kriegs genug ist, aber er wird nie aufh\u00f6ren, wenn man nicht den Palmenzweig ergreift, den allein eine geistliche Macht darreichen kann. Es wird so lange Blut \u00fcber Europa str\u00f6men bis die Nationen ihren f\u00fcrchterlichen Wahnsinn gewahr werden, der sie im Kreise herumtreibt und von heiliger Musik getroffen und bes\u00e4nftigt zu ehemaligen Alt\u00e4ren in bunter Vermischung treten, Werke des Friedens vornehmen, und ein gro\u00dfes Liebesmahl, als Friedensfest, auf den rauchenden Wahlst\u00e4tten mit hei\u00dfen Thr\u00e4nen gefeiert wird. Nur die Religion kann Europa wieder aufwecken und die V\u00f6lker sichern, und die Christenheit mit neuer Herrlichkeit sichtbar auf Erden in ihr altes friedenstiftendes Amt installiren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haben die Nationen Alles vom Menschen \u2013 nur nicht sein Herz? \u2013 sein heiliges Organ? Werden sie nicht Freunde, wie diese, an den S\u00e4rgen ihrer Lieben, vergessen sie nicht alles Feindliche, wenn das g\u00f6ttliche Mitleid zu ihnen spricht \u2013 und Ein Ungl\u00fcck, Ein Jammer, Ein Gef\u00fchl ihre Augen mit Thr\u00e4nen f\u00fcllte? Ergreift sie nicht Aufopferung und Hingebung mit Allgewalt, und sehnen sie sich nicht Freunde und Bundesgenossen zu sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo ist jener alte, liebe, alleinseligmachende Glaube an die Regierung Gottes auf Erden, wo ist jenes himmlische Zutrauen der Menschen zu einander, jene s\u00fc\u00dfe Andacht bei den Ergie\u00dfungen eines gottbegeisterten Gem\u00fcths, jener allesumarmende Geist der Christenheit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Christenthum ist dreifacher Gestalt. Eine ist das Zeugungselement der Religion, als Freude an aller Religion. Eine das Mittlerthum \u00fcberhaupt, als Glaube an die Allf\u00e4higkeit alles Irdischen, Wein und Brod des ewigen Lebens zu seyn. Eine der Glaube an Christus, seine Mutter und die Heiligen. W\u00e4hlt welche ihr wollt, w\u00e4hlt alle drei, es ist gleichviel, ihr werdet damit Christen und Mitglieder einer einzigen, ewigen, unaussprechlich gl\u00fccklichen Gemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angewandtes, lebendig gewordenes Christentum war der alte katholische Glaube, die letzte dieser Gestalten. Seine Allgegenwart im Leben[,] seine Liebe zur Kunst, seine tiefe Humanit\u00e4t, die Unverbr\u00fcchlichkeit seiner Ehen, seine menschenfreundliche Mittheilsamkeit, seine Freude an der Armuth, Gehorsam und Treue machen ihn als \u00e4chte Religion unverkennbar und enthalten die Grundz\u00fcge seiner Verfassung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er ist gereinigt durch den Strom der Zeiten, in inniger, untheilbarer Verbindung mit den beiden andern Gestalten des Christenthums wird er ewig diesen Erdboden begl\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seine zuf\u00e4llige Form ist so gut wie vernichtet, das alte Pabstthum liegt im Grabe, und Rom ist zum zweytenmal eine Ruine geworden. Soll der Protestantismus nicht endlich aufh\u00f6ren und einer neuen, dauerhafteren Kirche Platz machen? Die andern Welttheile warten auf Europas Vers\u00f6hnung und Auferstehung, um sich anzuschlie\u00dfen und Mitb\u00fcrger des Himmelreichs zu werden. Sollte es nicht in Europa bald eine Menge wahrhaft heiliger Gem\u00fcther wieder geben, sollten nicht alle wahrhafte Religionsverwandte voll Sehnsucht werden, den Himmel auf Erden zu erblicken? und gern zusammentreten und heilige Ch\u00f6re anstimmen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Christenheit mu\u00df wieder lebendig und wirksam werden, und sich wieder ein[e] sichtbare Kirche ohne R\u00fccksicht auf Landesgr\u00e4nzen bilden, die alle nach dem Ueberirdischen durstige Seelen in ihren Schoo\u00df aufnimmt und gern Vermittlerin, der alten und neuen Welt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie mu\u00df das alte F\u00fcllhorn des Seegens wieder \u00fcber die V\u00f6lker ausgie\u00dfen. Aus dem heiligen Schoo\u00dfe eines ehrw\u00fcrdigen europ\u00e4ischen Consiliums wird die Christenheit aufstehn, und das Gesch\u00e4ft der Religionserweckung, nach einem allumfassenden, g\u00f6ttlichem Plane betrieben werden. Keiner wird dann mehr protestiren gegen christlichen und weltlichen Zwang, denn das Wesen der Kirche wird \u00e4chte Freiheit seyn, und alle n\u00f6thigen Reformen werden unter der Leitung derselben, als friedliche und f\u00f6rmliche Staatsprozesse betrieben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wann und wann eher? darnach ist nicht zu fragen. Nur Geduld, sie wird, sie mu\u00df kommen die heilige Zeit des ewigen Friedens, wo das neue Jerusalem die Hauptstadt der Welt seyn wird; und bis dahin seyd heiter und muthig in den Gefahren der Zeit, Genossen meines Glaubens, verk\u00fcndigt mit Wort und That das g\u00f6ttliche Evangelium, und bleibt dem wahrhaften, unendlichen Glauben treu bis in den Tod.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Geschrieben im Jahr 1799<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-99790\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Novalis-e1645610465288.jpg\" alt=\"\" width=\"281\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Poesie ist das identit\u00e4tsstiftende Element der Kultur, KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologische Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es waren sch\u00f6ne gl\u00e4nzende Zeiten, wo Europa ein christliches Land war, wo Eine Christenheit diesen menschlich gestalteten Welttheil bewohnte; Ein gro\u00dfes gemeinschaftliches Interesse verband die entlegensten Provinzen dieses weiten geistlichen Reichs. \u2013 Ohne gro\u00dfe weltliche Besitzth\u00fcmer lenkte und vereinigte&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/25\/die-christenheit-oder-europa\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":79,"featured_media":99790,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[434],"class_list":["post-13231","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-novalis"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13231","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/79"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13231"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13231\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100502,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13231\/revisions\/100502"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99790"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13231"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13231"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13231"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}