{"id":13142,"date":"2009-01-15T00:01:49","date_gmt":"2009-01-14T23:01:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=13142"},"modified":"2022-02-17T19:28:23","modified_gmt":"2022-02-17T18:28:23","slug":"letzte-lockerung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/01\/15\/letzte-lockerung\/","title":{"rendered":"Letzte Lockerung"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1\u00b0\u00a0\u00a0 Um einen Feuerball rast eine Kotkugel, auf der Damenseidenstr\u00fcmpfe verkauft und Gauguins gesch\u00e4tzt werden. Ein f\u00fcrwahr \u00fcberaus betr\u00fcblicher Aspekt, der aber immerhin ein wenig unterschiedlich ist: Seidenstr\u00fcmpfe k\u00f6nnen begriffen werden, Gauguins nicht. (Bernheim als prestigieuser Biologe zu imaginieren.) Die tausend Kleingehirn-Rastas emb\u00eatantester Observanz, welche erigierten Bourgeois-Zeigefingern Feuilletonspalten servieren (o pastoses Gepinkel!), um Geldfl\u00fcsse zu lockern, haben dieserhalb Verwahrlosungen angerichtet, die noch heute manche Dame zu kurz kommen lassen. (Man reflektiere drei Minuten \u00fcber die Psychose schlecht behandelter Optik; klinisches Symptom, prim\u00e4r: Untersch\u00e4tzung der Damenseidenstr\u00fcmpfe; sekund\u00e4r: Verdauungsbeschwerden.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2\u00b0\u00a0\u00a0 Was d\u00fcrfte das erste Gehirn, das auf den Globus geriet, getan haben? Vermutlich erstaunte es \u00fcber seine Anwesenheit und wu\u00dfte mit sich und dem schmutzigen Vehikel unter seinen F\u00fc\u00dfen nichts anzufangen. Inzwischen hat man sich an das Gehirn gew\u00f6hnt, indem man es so unwichtig nimmt, da\u00df man es nicht einmal ignoriert, aus sich einen Rasta gemacht (zu unterst: schw\u00e4rzlicher Pole; zu oberst: etwa Senatspr\u00e4sident) und aus der mit Unrecht so beliebten Natur eine Kulisse f\u00fcr ein wahrhaftig sehr starkes St\u00fcck. Dieser zweifellos nicht sonderlich heroische Ausweg aus einem immer noch nicht weidlich genug gew\u00fcrdigten Dilemma ist zwar vollends reizlos geworden, seit er so absehbar ist (wie albern ist eine Personenwage!), aber eben deshalb sehr geeignet, gewisse Prozeduren vorzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3\u00b0\u00a0\u00a0 Auch einem Lokomotivf\u00fchrer f\u00e4llt es j\u00e4hrlich wenigstens einmal ein, da\u00df seine Beziehungen zur Lokomotive durchaus nicht zwingend sind und da\u00df er von seinem Ehgespons nicht viel mehr wei\u00df als nach jener warmen Nacht im Bois. (H\u00e4tte ich La Villette genannt oder die Theresienwiese, so\u00a0<a id=\"page4\" title=\"lac\/leopold\" name=\"page4\"><\/a>w\u00e4ren beide Beziehungen g\u00e4nzlich illusorisch; Fingerzeig f\u00fcr Habili-tanten: \u00bb\u00dcber topographische Anatomie, psychischen Luftwechsel und Verwandtes.\u00ab) Im Hotel Ronceroy oder in Picadilly kommt es hingegen bereits vor, da\u00df es verteufelt unklar wird, warum man jetzt gerade auf seine Hand glotzt und trillert, sich kratzen h\u00f6rt und seinen Speichel liebt. Diesem scheinbar so friedlichen Exempel ist die M\u00f6glichkeit, da\u00df das penetrante Gef\u00fchl der Langeweile zu einem Gedanken \u00fcber ihre Ursache sich emporturnt, am dicksten. Solch ein lieblicher Moment arrangiert den Desperado (o was f\u00fcr ein S\u00fc\u00dfer!), der als Prophet, K\u00fcnstler, Anarchist, Staatsmann usw., kurz als Rasta Unfug treibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4\u00b0\u00a0\u00a0 Napoleon, ein doch wirklich t\u00fcchtiger Junge, behauptete unverantwortlicher Weise, der wahre Beruf des Menschen sei, den Acker zu bestellen. Wieso? Fiel ein Pflug vom Himmel? Aber\u00a0etwas\u00a0hat der homo doch mitbekommen, supponiere ich mir eine liebesunterern\u00e4hrte Damenstimme. Nun, jedenfalls nicht das Ackern; und Kr\u00e4uter und Fr\u00fcchte sind schlie\u00dflich auch schon damals dagewesen. (Bitte hier bei den deutschen Biogeneten nachzulesen, warum ich Unrecht habe. Es wird jedoch sehr langweilen. Deshalb habe ich recht.) Letzthin also: auch Napoleon, der ansonsten sehr erfreulich frische Hemmungslosigkeiten \u00e4u\u00dferte, war streckenweise Stimmungsathlet. Schade. Sehr schade.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5\u00b0\u00a0\u00a0\u00a0Alles\u00a0ist n\u00e4mlich rastaquou\u00e8resk, meine lieben Leute. Jeder ist (mehr oder weniger) ein \u00fcberaus luftiges Gebilde, dieu merci. (Nur nebenbei: 10 centimes dem K\u00fchnen, der mir nachweist, da\u00df etwas letztlich\u00a0nicht\u00a0willk\u00fcrlich als Norm herumspritzt!) Anders w\u00fcrde \u00fcbrigens ein epidemisches Krepieren anheben. Diagnose: rabiate Langeweile; oder: panische Resignation; oder: transzendentales Ressentiment usw. (Kann, beliebig fortgesetzt, zum Register s\u00e4mtlicher unbegabter Zust\u00e4nde erhoben werden.)\u00a0<a id=\"page5\" title=\"harry72\/leopold\" name=\"page5\"><\/a>Der jeweilige landl\u00e4ufige Etat der bewohnten Erdoberfl\u00e4che ist deshalb lediglich das folgerichtige Resultat einer unertr\u00e4glich gewordenen Langeweile. Langeweile: nur als harmlosestes Wort. Jeder suche sich die ihm schmackhafteste Vokabel f\u00fcr seine Minderwertigkeit! (Herziges Sujet f\u00fcr ein scharfes Pf\u00e4nderspiel!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6\u00b0\u00a0\u00a0 Es ist allgemein bekannt, da\u00df ein Hund keine H\u00e4ngematte ist; weniger, da\u00df ohne diese zarte Hypothese Malern die Schmierfaust herunterfiele; und \u00fcberhaupt nicht, da\u00df Interjektionen am treffendsten sind: Weltanschauungen sind Vokabelmischungen &#8230; Sapristi, hier mu\u00df die Prozedur ein wenig erweitert werden. (Kleines Bild: leichte Kraneotomie!) Nun: alle Stilisten sind nicht einmal Esel. Denn Stil ist nur eine Verlegenheitsgeste wildester Struktur. Und da Verlegenheit (nach kurzer Beschlafung) als perfekteste Reue \u00fcber sich selber sich entsch\u00e4lt, ist merkbar, da\u00df die Stilisten aus Besorgnis, f\u00fcr Esel gehalten zu werden, um vieles schlechter als diese sich benehmen. (Esel haben n\u00e4mlich zwei weitaus \u00fcberragende Eigenschaften: sie sind st\u00f6rrisch und faul.) Der Unterschied zwischen Paul Oskar H\u00f6cker, Dostojewskij, Zobeltitz und Wedekind blaut daher lediglich in der Kontenance innerhalb der besagten Verlegenheitsgeste. Ob einer in richtig funktionierenden Troch\u00e4en oder sonstwie bilderstrotzend (alle Bilder sind plausibel) oder sozusagen expressionistisch mir vors\u00e4uselt, da\u00df ihm \u00fcbel war, und, seit er es schwarz auf wei\u00df hat, besser wurde, oder, da\u00df ihm zwar wohl war (schau, schau!), aber \u00fcbel wurde, als er das nicht mehr begriff (teremtete!): es ist immer dieselbe untereselhafte Anstrengung, aus der Verlegenheit sich ziehen zu wollen, indem man sie (stilisierend, ogottogotto) \u2013\u00a0gestaltet. Gr\u00e4\u00dfliches Wort! Das hei\u00dft: aus dem Leben, das unwahrscheinlich ist bis in die Fingerspitzen, etwas Wahrscheinliches machen! \u00dcber dieses Chaos von Dreck und R\u00e4tsel einen erl\u00f6senden Himmel st\u00fclpen!! Den Menschenmist ordnend durchduften!!! Ich\u00a0<a id=\"page6\" title=\"harry72\/marting\" name=\"page6\"><\/a>danke &#8230; Gibt es ein idiotischeres Bild als einen (puh!) \u2013 genial stilisierenden Kopf, der bei dieser Besch\u00e4ftigung mit sich selbst kokettiert? (Nur nebenbei: meine Gunst dem T\u00fcchtigen, der mir nachweist, da\u00df das Kokettieren bei Ethbolden\u00a0nicht\u00a0stattfindet!) O, \u00fcber die so \u00fcberheitere Verlegenheit, die mit einer Verbeugung vor sich selber endet!\u00a0Deshalb\u00a0(dieser stilisierten Kr\u00fcmmung wegen) werden Philosophien und Romane erschwitzt, Bilder geschmiert, Plastiken gebosselt, Symphonien hervorge\u00e4chzt und Religionen gestartet! Welch ein ersch\u00fctternder Ehrgeiz, zumal diese eitlen Eseleien durchwegs gr\u00fcndlich (sc. besonders gr\u00fcndlich in deutschen Gauen) mi\u00dfgl\u00fcckt sind!! Alles Unfug!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7\u00b0\u00a0\u00a0 Die sch\u00f6nste Landschaft, die ich kenne, ist das Caf\u00e9 Barratte bei den Pariser Hallen. Aus zwei Gr\u00fcnden. Ich machte daselbst die Bekanntschaft Germaines, die u. a. zischte: \u00bbC&#8217;est possible que je serais bonne, si je savais pourquoi.\u00ab H\u00e4misch gestehe ich es ein: ich erbla\u00dfte vor Freude. Und dann hat in diesem freundlichen Lokal Jean Kartopa\u00eft\u00e8s, der sonst nur mit Herren ohne Stehkragen sich einlie\u00df, den Verkehr mit mir br\u00fcsk abgebrochen, weil ich so unvorsichtig war, den Namen Picasso fallen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8\u00b0\u00a0\u00a0 Ach die lieben wei\u00dfen Porzellanteller! Denn &#8230; Nun denn: ehemals wollte man, was man nicht aussprechen zu k\u00f6nnen vorgab, also gar nicht hatte, malerisch vermitteln. (Juchhu! Als ob man auch nur eine Vizek\u00f6nigin fein s\u00e4uberlich abkonterfeien k\u00f6nnte, wenn man nicht w\u00fc\u00dfte, da\u00df sie kein Fauteuil ist!) Wohin diese Sudelburschen geraten w\u00fcrden, wenn sie aufh\u00f6rten, \u00d6lphotos zu wichsen, war somit l\u00e4ngst vorabzul\u00e4cheln. (Hinter die Ohren: mehr M\u00e4dchen, bitte, mehr M\u00e4dchen!) Aber die Impressionen! Nun:\u00a0was\u00a0ist erreicht, wenn man nach heftigem Blinzeln sich zurechtbauen kann, da\u00df jener Kartoffelvertilger auch nur eine Kuhe ersah, aber erst\u00a0so\u00a0sich vorzubl\u00e4hen\u00a0<a id=\"page7\" title=\"harry72\/marting\" name=\"page7\"><\/a>vermochte, da\u00df es\u00a0seine\u00a0Kuhe gewesen sei, eine ganz\u00a0besondere\u00a0Kuhe, kurz:\u00a0die\u00a0Kuh\u00a0und\u00a0erl\u00f6send? Teremtete! Aber die Expressionen! Haho:\u00a0was\u00a0ist erreicht, wenn man gefixt sieht, was ein Adjektiv leistet, und, da es auch diesem bisher mi\u00dfgl\u00fcckt ist, orientierend zu wirken, also noch ungemalt schon mi\u00dfgl\u00fcckt w\u00e4re? Aber die Kubisten, die Futuristen! Hoppla: die Champions dieser geradezu ultraviolett mi\u00dfgl\u00fcckten Pinselritte lie\u00dfen zwar ausblasen, sie w\u00fcrden die (puh!) \u2013 liberatio gleichsam von der hohen Stilschaukel herab landen (Trapezritt! Trapezritt! Etwa so: \u00bbWir werden diese Verlegenheit schon schaukeln!\u00ab), erreichten aber nicht nur, da\u00df nicht einmal ein Chignon ins Schaukeln geriet, sondern vielmehr gerade die wildesten Esel in geregeltem Trapp arrivierten. (O wurfbesprungener Sagot! etc. pp. pp.) Unfug! Unfug!! Unfug!!!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9\u00b0\u00a0\u00a0 Das sub 8 im Grunde bereits f\u00fcr schlecht Erwachsene geredet: Fibelhaftes, au\u00dferordentlich Fibelhaftes. Immerhin noch zur Vorsicht zu notieren, meine Kleinen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a) Plastik: sehr unhandliches Spielzeug, versch\u00e4rft durch metaphysischen Augenaufschlag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b) Musike: Pantopon- oder Ero-Ersatz. (L\u00e4ngst unterfibelhaft!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c) Lyrik: ein Knabe befindet sich in der Klemme. Rezept: frage ihn, von welcher er tr\u00e4umt, und du kannst ihm sagen, mit welcher er nicht geschlafen hat. (Selbstverst\u00e4ndlich befindet man sich\u00a0stets\u00a0in der Klemme; in der c-Klemme aber hat man sich denn doch nicht mehr zu befinden.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">d) Roman und so: die Herren reden wie am Spie\u00df oder neuerdings \u00fcberhaupt nicht mehr. Noch ein wenig Schwei\u00df und die Sache gl\u00fcckt: Belletristik! (Am Spie\u00df befindet man sich gar oft. Ein Samuel-Fischer-Band aber ist ein zu langwieriges Mittel, die Luftlinie Syrakus-Butterbrot-Zentralheizung herzustellen.)\u00a0<a id=\"page8\" title=\"r_a_5\/marting\" name=\"page8\"><\/a>e) Drama, Trag\u00f6die, Kom\u00f6die: die Klemme spitzt sich zu, spie\u00dft sich und erregt im Publikum die dumpfe Vermutung, da\u00df ein Cin\u00e9ma wohl doch das beste zweite Dessert sei (mangels Poussagen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In summa, meine Kleinen: die Kunst war eine Kinderkrankheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10\u00b0\u00a0\u00a0 hat man nie einen Gedanken. Bestenfalls tut der Gedanke so, als ob. (Immer aber sein Einherredner!) Jedes Wort ist eine Blamage, wohlgemerkt. Man bl\u00e4st immer nur S\u00e4tze zirkus\u00e4hnlichsten Schwunges \u00fcber Kettenbr\u00fccken (oder auch: Pflanzen, Schl\u00fcchte, Betten). G\u00fcnstiger Vorschlag: man figuriere sich vor dem Einschlafen mit heftigster Deutlichkeit den psychischen Endzustand eines Selbstt\u00f6ters, der durch eine Kugel sich endlich Selbstbewu\u00dftsein einloten will. Es gelingt jedoch nur dann, wenn man sich zuvor blamiert. Schwer blamiert. Entsetzlich blamiert. Ganz ma\u00dflos blamiert. So grauenhaft blamiert, da\u00df alles mitblamiert ist. Da\u00df jeder metaphorisch auf den Hintern f\u00e4llt. Und niest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11\u00b0\u00a0\u00a0 Interjektionen sind am treffendsten. (Ach die lieben wei\u00dfen Porzellanteller!) &#8230; Man mu\u00df diese Amphibien und Lurche, die sich f\u00fcr zu gut halten, Esel zu sein, zur Raison bringen. Indem man sie ihnen austreibt. Auspeitscht! Man mu\u00df dieses schauderhafte \u00fcberlebensgro\u00dfe Ansichtskartenblau, da\u00df diese tr\u00fcben Rastas an den He-Ho-Hu-Ha- (wie bitte?) Himmel hinaufgelogen haben, herunterfetzen. Man mu\u00df sein Haupt zag, aber sicher an das des Nachbarn titschen wie an ein faules Ei (gut, gut). Man mu\u00df das g\u00e4nzlich Unbeschreibliche, das durchaus Unaussprechbare so unertr\u00e4glich nah heranbr\u00fcllen, da\u00df kein Hund l\u00e4nger so gescheit daherleben m\u00f6chte, sondern viel d\u00fcmmer. Da\u00df alle den Verstand verlieren und ihren Kopf wiederbekommen. Man mu\u00df ihnen die Prozente, die Bibelspr\u00fcche, die M\u00e4dchenbusen, die Pfannkuchen,\u00a0<a id=\"page9\" title=\"r_a_5\/marting\" name=\"page9\"><\/a>die Gauguins, die Rotzt\u00fccher, die Schn\u00e4pse, die Strumpfb\u00e4nder, die Abortdeckel, die Westen, die Wanzen, all das Zeugs, das sie gleichzeitig denken, tun und w\u00e4lzen, so scharf hintereinander vor den Kinnbogen schieben, da\u00df ihnen endlich so wohl wird, wie ihnen bislang blo\u00df schwappig war. Man mu\u00df. Man mu\u00df eben. Teremtete!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12\u00b0\u00a0\u00a0 Damenseidenstr\u00fcmpfe sind unsch\u00e4tzbar. Eine Vizek\u00f6nigin ist ein Fauteuil. Weltanschauungen sind Vokabelmischungen. Ein Hund\u00a0ist\u00a0eine H\u00e4ngematte. L&#8217;art est mort. Vive Dada!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Serner_Cover-e1615381646904.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-77766 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Serner_Cover-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" \/><\/a>1919 trug Walter Serner Teile aus <strong>Letzte Lockerung<\/strong> vor. Dabei kam es auf der Dada-Soiree Non plus ultra in Z\u00fcrich zu einem Aufruhr des Publikums, und Serner wurde von der B\u00fchne gejagt. Sein Manifest steht in eindeutigem Zusammenhang mit dem von Tristan Tzara verfassten Manifest Dada 1918 \u2013 jedoch hatte Serner sein Manifest bereits vor dem Erscheinen von Tzaras Text verfasst. Wer wen beeinflusste, l\u00e4sst sich letztlich nicht mehr nachweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22423\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 1\u00b0\u00a0\u00a0 Um einen Feuerball rast eine Kotkugel, auf der Damenseidenstr\u00fcmpfe verkauft und Gauguins gesch\u00e4tzt werden. Ein f\u00fcrwahr \u00fcberaus betr\u00fcblicher Aspekt, der aber immerhin ein wenig unterschiedlich ist: Seidenstr\u00fcmpfe k\u00f6nnen begriffen werden, Gauguins nicht. 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