{"id":13057,"date":"2023-06-14T00:01:18","date_gmt":"2023-06-13T22:01:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=13057"},"modified":"2022-02-25T16:37:03","modified_gmt":"2022-02-25T15:37:03","slug":"die-bibliothek-von-babel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/06\/14\/die-bibliothek-von-babel\/","title":{"rendered":"Die Bibliothek von Babel"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\">\u00a0<span style=\"color: #888888;\"><em>By this art you may contemplate the variation of the 23 letters&#8230;<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\" align=\"right\"><span style=\"color: #888888;\"><em>The Anatomy of Melancholy, part 2, sect. II, mem. IV.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Universum (das andere die Bibliothek nennen) setzt sich aus einer unbegrenzten und vielleicht unendlichen Zahl sechseckiger Galerien zusammen, mit weiten Entl\u00fcftungssch\u00e4chten in der Mitte, die mit sehr niedrigen Gel\u00e4ndern eingefa\u00dft sind. Von jedem Sechseck aus kann man die unteren und oberen Stockwerke sehen: ohne ein Ende. Die Anordnung der Galerien ist unwandelbar dieselbe. Zwanzig B\u00fccherregale, f\u00fcnf breite Regale auf jeder Seite, verdecken alle Seiten au\u00dfer zweien: ihre H\u00f6he, die sich mit der H\u00f6he des Stockwerks deckt, \u00fcbertrifft nur wenig die Gr\u00f6\u00dfe eines normalen Bibliothekars. Eine der freien W\u00e4nde \u00f6ffnet sich auf einen schmalen Gang, der in eine andere Galerie, genau wie die erste, genau wie alle, einm\u00fcndet. Links und rechts am Gang befinden sich zwei winzigkleine Kabinette. In dem einen kann man im Stehen schlafen, in dem anderen seine Notdurft verrichten. Hier f\u00fchrt die spiralf\u00f6rmige Treppe vorbei, die sich abgrundtief senkt und sich weit empor erhebt. In dem Gang ist ein Spiegel, der den Schein getreulich verdoppelt. Die Menschen schlie\u00dfen gew\u00f6hnlich aus diesem Spiegel, da\u00df die Bibliothek nicht unendlich ist (w\u00e4re sie es in der Tat, wozu diese scheinhafte Verdoppelung?); ich gebe mich lieber dem tr\u00e4umerischen Gedanken hin, da\u00df die geschliffenen Oberfl\u00e4chen das Unendliche darstellen und verhei\u00dfen&#8230; Licht spenden ein paar kugelf\u00f6rmige Fr\u00fcchte, die den Namen &#8222;Lampen&#8220; tragen. Es gibt deren zwei in jedem Sechseck, seitlich angebracht. Das Licht, das sie aussenden, ist unzureichend, unaufh\u00f6rlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie alle Menschen der Bibliothek bin ich in meiner Jugend gereist; ich habe die Fahrt nach einem Buch angetreten, vielleicht dem Katalog der Kataloge; jetzt, da meine Augen kaum mehr entziffern k\u00f6nnen, was ich schreibe, bin ich im Begriff, nur ein paar Meilen von dem Sechseck, wo ich geboren ward, zu sterben. Wenn ich tot bin, wird es nicht an mitleidigen H\u00e4nden fehlen, die mich \u00fcber das Gel\u00e4nder werfen werden, mein Grab wird die unauslotbare Luft sein; mein Leib wird immer tiefer sinken und sich in dem von dem unendlichen Sturz verursachten Fallwind zersetzen und aufl\u00f6sen. Ich behaupte da\u00df die Bibliothek kein Ende hat. Die Idealisten argumentieren, da\u00df die sechseckigen S\u00e4le eine notwendige Form des absoluten Raums seien, oder zumindest unserer Anschauung des Raums. Sie geben zu bedenken, da\u00df ein dreieckiger oder f\u00fcnfeckiger Saal unfa\u00dfbar sei. (Die Mystiker behaupten, da\u00df die Ekstase ihnen ein kreisf\u00f6rmiges Gemach offenbare, mit einem gro\u00dfen kreisf\u00f6rmigen Buch, dessen R\u00fccken rund um die Wand l\u00e4uft; doch ist ihr Zeugnis verd\u00e4chtig; ihre Worte sind dunkel. Dieses zyklische Buch ist Gott.) F\u00fcr jetzt mag es gen\u00fcgen, wenn ich den klassischen Spruch zitiere: <em>Die Bibliothek ist eine Sph\u00e4re, deren eigentlicher Mittelpunkt jedes beliebige Sechseck, und deren Umfang unzug\u00e4nglich ist.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf jede Wand jeden Sechsecks kommen f\u00fcnf Regale jedes Regal fa\u00dft zweiunddrei\u00dfig B\u00fccher gleichen Formats, jedes Buch besteht aus vierhundertzehn Seiten, jede Seite aus vierzig Zeilen, jede Zeile aus etwa achtzig Buchstaben von schwarzer Farbe. Buchstaben finden sich auch auf dem R\u00fccken jeden Buches; doch bezeichnen diese Buchstaben nicht, deuten auch nicht im voraus an, was die Seiten sagen werden. Ich wei\u00df, da\u00df dieser fehlende Zusammenhang zuweilen mysteri\u00f6s angemutet hat. Bevor ich die L\u00f6sung (deren Entdeckung trotz ihrer tragischen Auswirkungen wohl die wichtigste Tatsache der Geschichte ist) in gedr\u00e4ngter Form wiedergebe, will ich ein paar Axiome ins Ged\u00e4chtnis zur\u00fcckrufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstes Axiom: Die Bibliothek existiert <em>ab aeterno<\/em>. An dieser Wahrheit, aus der unmittelbar die k\u00fcnftige Ewigkeit der Welt folgt, kann kein denkender Verstand zweifeln. Der Mensch, der unvollkommene Bibliothekar, mag ein Werk des Zufalls oder b\u00f6swilliger Demiurgen sein; das Universum, so elegant ausgestattet mit Regalen, mit r\u00e4tselhaften B\u00e4nden, mit unersch\u00f6pflichen Treppen f\u00fcr den wandemden und mit Latrinen f\u00fcr den se\u00dfhaften Bibliothekar, kann nur Werk eines Gottes sein. Um die Kluft, die zwischen dem Menschlichen und dem G\u00f6ttlichen liegt, so recht zu ermessen, braucht man nur die zittrigen Zeichen, die meine hinf\u00e4llige Hand auf den Einband eines Buches krakelt, mit den organischen Lettern im Inneren zu vergleichen: gestochen, feingeschwungen, tiefschwarz, unnachahmlich symmetrisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zweites Axiom: <em>Die Anzahl der orthographischen Symbole ist f\u00fcnfundzwanzig.<\/em>(1) Diese Feststellung erm\u00f6glichte es vor dreihundert Jahren, eine allgemeine Theorie der Bibliothek zu formulieren und das Problem, das keine Vermutung entschl\u00fcsselt hatte, befriedigend zu l\u00f6sen: die formlose und chaotische Beschaffenheit fast aller B\u00fccher. Eines, das mein Vater in einem Sechseck des Umgangs f\u00fcnfzehnhundertvierundneunzig erblickte, bestand aus den Buchstaben MCV, in perverser Wiederholung von der ersten bis zur letzten Zeile. Ein anderes (das in dieser Zone oft konsultiert wird) ist ein reines Buchstabenlabyrinth, aber auf der vorletzten Seite steht: <em>O Zeit deine Pyramiden<\/em>. Man ersieht hieraus: auf eine einzige verst\u00e4ndliche Bemerkung entfallen Meilen sinnloser Kakophonien, sprachlichen Plunders, zusammenhangloses Zeugs. (Ich wei\u00df von einer wilden Region, in der die Bibliothekare die abergl\u00e4ubische und eitle Jagd nach dem Sinn in B\u00fcchern verschm\u00e4hen und die Lekt\u00fcre mit Traumdeuterei und Handlesekunst vergleichen&#8230; Sie geben zwar zu, da\u00df die Erfinder der Schrift die f\u00fcnfundzwanzig Natursymbole nachgeahmt haben; sie behaupten jedoch, da\u00df diese Anwendung zuf\u00e4llig sei und die B\u00fccher an sich nichts bedeuteten. Diese Anschauung geht, wie man sehen wird, nicht v\u00f6llig fehl.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lange Zeit hindurch glaubte man, da\u00df diese undurchdringlichen B\u00fccher in vergangenen oder fernobliegenden Sprachen ihre Entsprechung h\u00e4tten. Allerdings haben die fr\u00fchesten Menschen, die ersten Bibliothekare, eine von der heute gesprochenen recht verschiedene Sprache benutzt; richtig ist auch, da\u00df ein paar Meilen weiter nach rechts die Sprache mundartlich und da\u00df sie neunzig Stockwerke h\u00f6her unverst\u00e4ndlich ist. All das, ich wiederhole, ist richtig, aber vierhundertundzehn Seiten, auf denen unwandelbar MCV wiederkehrt, k\u00f6nnen mit keiner auch noch so mundartlichen oder unentwickelten Sprache in Zusammenhang stehen. Einige wollten wissen, da\u00df jeder Buchstabe auf den n\u00e4chstfolgenden Einflu\u00df nehme und da\u00df der Stellenwert von MCV in der dritten Zeile auf Seite 71 nicht der ist, den dieselbe Buchstabenreihe in anderer Stellung auf einer anderen Seite haben kann, aber diese vage These fruchtete nicht. Andere dachten an Kryptogramme; diese Deutung hat sich allgemein durchgesetzt, wenn auch nicht in der Bedeutung, wie ihre Er finder sie verstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor f\u00fcnfhundert Jahren stie\u00df der Chef eines h\u00f6heren Sechseck (2) auf ein Buch, das so verworren war wie die anderen, das jedoch fast zwei Bogen gleichartiger Zeilen aufwies. Er zeigte seinen Fund einem wandemden Entzifferer, der ihm sagte, sie seien in Portugiesisch abgefa\u00dft; andere sagten dagegen, in Jiddisch. Vor Ablauf eines Jahrhunderts konnte die Sprachform bestimmt werden: es handelte sich um eine samojedisch-litauische Dialektform des Guarani mit einem Einschlag von klassischem Arabisch. Auch der Inhalt wurde entschl\u00fcsselt: es waren Begriffe der kombinatorischen Analysis, dargestellt an Beispielen sich unbegrenzt wiederholender Variationen. Diese Beispiele versetzten einen genialen Bibliothekar in die Lage, das Fundamentalgesetz der Bibliothek zu entdecken. Dieser Denker stellte fest, da\u00df s\u00e4mtliche B\u00fccher, wie verschieden sie auch sein m\u00f6gen, aus den gleichen Elementen bestehen: dem Raum, dem Punkt, dem Komma, den zweiundzwanzig Lettern des Alphabets. Auch f\u00fchrte er einen Umstand an, den alle Reisenden best\u00e4tigt haben: <em>In der ungeheueren Bibliothek gibt es nicht zwei identische B\u00fccher<\/em>. Aus diesen unwiderleglichen Pr\u00e4missen folgerte er, da\u00df die Bibliothek total ist, und da\u00df ihre Regale alle irgend m\u00f6glichen Kombinationen der zwanzig und soviel orthographischen Zeichen (deren Zahl, wenn auch au\u00dferordentlich gro\u00df, nicht unendlich ist) verzeichnen, mithin alles, was sich irgend ausdr\u00fccken l\u00e4\u00dft: in s\u00e4mtlichen Sprachen. Alles: die bis ins einzelne gehende Geschichte der Zukunft, die Autobiographien der Erzengel, den getreuen Katalog der Bibliothek, Tausende und Abertausende falscher Kataloge, den Nachweis ihrer Falschheit, den Nachweis der Falschheit des echten Katalogs, das gnostische Evangelium des Basilides, den Kommentar zu diesem Evangelium, den Kommentar zum Kommentar dieses Evangeliums, die wahrheitsgetreue Darstellung deines Todes, die \u00dcbertragung jeden Buches in s\u00e4mtliche Sprachen, die Interpolationen jeden Buches in allen B\u00fcchern, der Traktat den Beda h\u00e4tte schreiben k\u00f6nnen (und nicht schrieb), \u00fcber die Mythologie der Sachsen, die verlorenen B\u00fccher des Tacitus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als verk\u00fcndet wurde, da\u00df die Bibliothek alle B\u00fccher umfasse, war der erste Eindruck ein \u00fcberw\u00e4ltigendes Gl\u00fccksgef\u00fchl. Alle Menschen wu\u00dften sich Herren \u00fcber einen unversehrten und geheimen Schatz. Es gab kein pers\u00f6nliches, kein Weltproblem, dessen beredte L\u00f6sung nicht existierte: in irgendeinem Sechseck. Das Universum war gerechtfertigt, das Universum bem\u00e4chtigte sich mit einem Schlag der schrankenlosen Dimensionen der Hoffnung. In dieser Zeit war viel die Rede von &#8222;Rechtfertigungen&#8220;: apologetische und prophetische B\u00fccher rechtfertigten f\u00fcr immer die Taten jedes Menschen auf Erden, h\u00fcteten wundersame Arcana f\u00fcr seine Zukunft. Tausende von Begehrlichen verlie\u00dfen ihr trautes Heimatsechseck und jagten die Treppen empor, von dem eitlen Vorsatz getrieben, ihre Rechtfertigung zu finden. Diese Pilger disputierten in den engen G\u00e4ngen, stie\u00dfen dunkle Verw\u00fcnschungen aus, erw\u00fcrgten einander auf den g\u00f6ttlichen Stiegen, schleuderten die gleisnerischen B\u00fccher auf den Grund des Tunnels, starben hinabgest\u00fcrzt von den Menschen weit entlegener Regionen. Andere wurden wahnsinnig&#8230; Die Rechtfertigungen existieren (ich habe zwei gesehen, die sich auf k\u00fcnftige Personen, auf wom\u00f6glich nicht blo\u00df imagin\u00e4re Personen beziehen), aber die Sucher bedachten nicht, da\u00df die M\u00f6glichkeit, da\u00df ein Mensch die seine oder eine t\u00fcckische Variante der seinen findet gleich Null ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch erhoffte man sich damals Aufschlu\u00df \u00fcber die Grundgeheimnisse der Menschheit: den Ursprung der Bibliothek und der Zeit. Wahrscheinlich lassen sich diese gewichtigen Mysterien in Worten erl\u00e4utern; wenn die Sprache der Philosophen nicht ausreicht, d\u00fcrfte die Bibliothek die unerh\u00f6rte Sprache, die dazu erforderlich ist, hervorgebracht haben, sowie die W\u00f6rterb\u00fccher und Grammatiken dieser Sprache. Schon vier Jahrhunderte lang durchst\u00f6bern die Menschen vergeblich die Sechsecke&#8230; Es gibt amtliche Sucher, <em>Inquisitoren<\/em>. Ich habe sie in Aus\u00fcbung ihres Amtes gesehen: sie sind immer ersch\u00f6pft; sie sprechen von einer Treppe ohne Stufen, die sie um ein Haar get\u00f6tet h\u00e4tte; sie sprechen mit dem Bibliothekar von Galerien und Treppen; manchmal greifen sie nach dem n\u00e4chststehenden Buch und bl\u00e4ttern darin, auf der Suche nach ruchlosen W\u00f6rtern. Offensichtlich glaubt niemand, irgend etwas entdecken zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf die \u00fcberschwengliche Hoffnung folgte ganz nat\u00fcrlich \u00fcberm\u00e4\u00dfige Verzagtheit. Die Gewi\u00dfheit, da\u00df irgendein Regal in irgendeinem Sechseck kostbare B\u00fccher barg, da\u00df aber diese B\u00fccher unzug\u00e4nglich waren, erschien nahezu unertr\u00e4glich. Eine L\u00e4sterersekte schlug vor, man solle die Suche einstellen, alle Menschen sollten Buchstaben und Zeichen so lange durcheinander w\u00fcrfeln, bis sie auf Grund eines unwahrscheinlichen Zufalls diese kanonischen B\u00fccher zusammenbr\u00e4chten. Die Beh\u00f6rden sahen sich gezwungen, strenge Anordnungen zu erlassen. Die Sekte verschwand, aber in meiner Kindheit sah ich alte M\u00e4nner, die lange auf dem Abtritt verweilten, mit ein paar Metallscheiben in einem verbotenen W\u00fcrfelbecher, kraftlos bem\u00fcht, die g\u00f6ttliche Unordnung nachzuahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere waren umgekehrt der Meinung, zuallererst m\u00fc\u00dften die \u00fcberfl\u00fcssigen B\u00fccher ausgemerzt werden. Sie brachen in die Sechsecke ein, zeigten nicht immer falsche Beglaubigungsschreiben vor, bl\u00e4tterten verdrossen in einem Band und verdammten ganze Regale. Ihr hygienischer Asketeneifer tr\u00e4gt die Schuld daran, da\u00df Millionen B\u00fccher sinnlos vernichtet wurden. Heute sind ihre Namen ein Greuel; wer aber die Thesauri beklagt, die ihrer Wut zum Opfer fielen, \u00fcbersieht zwei allbekannte Tatsachen. Die eine: die Bibliothek ist so gewaltig an Umfang, da\u00df jede Schm\u00e4lerung durch Menschenhand verschwindend gering ist. Die andere: jedes Exemplar ist zwar ein zig, unersetzlich, aber da die Bibliothek total ist, gibt es immer einige Hunderttausende unvollkommener Faksimiles: Werke, die nur in einem Buchstaben oder Komma voneinander abweichen. Entgegen der allgemeinen Anschauung wage ich die Vermutung, da\u00df die Folgen der von diesen S\u00e4uberern ver\u00fcbten Pl\u00fcnderungen wegen der Entsetzens \u00fcber diese Fanatiker zu hoch eingesch\u00e4tzt worden sind. Sie waren von dem Wahn getrieben, die B\u00fccher des Scharlachroten Sechsecks zu erobern: B\u00fcchel kleineren Formats als die nat\u00fcrlichen, allm\u00e4chtig, erlaucht und magisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wissen wir von einem anderen Aberglauben jene Zeit: dem an den Mann des Buches. In irgendeinem Regal irgendeines Sechsecks (so dachten die Menschen) mu\u00df es ein Buch geben, das Schl\u00fcssel und vollkommendes Ko,pendium <em>aller \u00fcbrigen<\/em> ist: Ein Bibliothekar hat es \u00fcberflogen und ist einem Gott gleich. In der Sprache dieser Zone haben sich noch Spuren des jenem zeitentfernten Beamten geweihten Kults erhalten. Viele begaben sich auf Pilgerschaft nach Ihm. Ein Jahrhundert lang schlugen sie umsonst die verschiedensten Richtungen ein. Wie sollte man auch das verehrte Geheim-Sechseck orten, das ihn beherbergte? Jemand schlug eine regressive Methode vor: um das Buch A zu lokalisieren, mu\u00df man zuvor ein Buch B heranziehen, das den Ort von A angibt; um das Buch B zu lokalisieren, mu\u00df man zuvor ein Buch C konsultieren, und so ins Unendliche&#8230; Mit dergleichen Abenteuern habe ich meine Jahre verschleudert und verzehrt. Ich halte es nicht f\u00fcr unwahrscheinlich, da\u00df es in irgendeinem Regal des Universums ein totales Buch gibt (3), ich flehe zu den unerkannten G\u00f6ttern, es m\u00f6ge einen Menschen geben &#8211; einen einzigen, und habe er vor tausend Jahren gelebt -, der es untersucht und gelesen hat. Wenn Ehre, Weisheit und Gl\u00fcck nicht f\u00fcr mich sind, m\u00f6gen sie es f\u00fcr andere sein. M\u00f6ge der Himmel existieren, auch wenn mein Ort die H\u00f6lle ist. Mag ich beschimpft und zunichte werden, aber m\u00f6ge in einem Augenblick, in einem Sein Deine ungeheure Bibliothek ihre Rechtfertigung finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ruchlosen behaupten, da\u00df in der Bibliothek die Sinnlosigkeit normal ist, und da\u00df das Vernunftgem\u00e4\u00dfe (ja selbst das schlecht und recht Zusammenh\u00e4ngende) eine fast wundersame Ausnahme bildet. Sie sprechen (ich wei\u00df es) von der Fiebernden Bibliothek, deren Zufallsb\u00e4nde st\u00e4ndig in Gefahr schweben, sich in andere zu verwandeln, und die alles behaupten, leugnen und durcheinanderwerfen wie eine delirierende Gottheit&#8220;. Diese Worte, die nicht nur die Unordnung denunzieren, sondern sie mit einem Beispiel belegen, liefern einen offenkundigen Beweis des verwerflichen Geschmacks der Urheber und ihrer verzweifelten Unwissenheit. In der Tat birgt die Bibliothek alle Wortstrukturen, alle im Rahmen der f\u00fcnfundzwanzig orthographischen Symbole m\u00f6glichen Variationen, aber nicht <em>einen<\/em> absoluten Unsinn. Es er\u00fcbrigt sich zu bemerken, da\u00df der beste Band der vielen Sechsecke, die ich verwalte, <em>Gek\u00e4mmter Donner<\/em> betitelt ist, und ein anderer <em>Gipskrampf<\/em> und wieder ein anderer <em>Axaxaxas ml\u00f6<\/em>. Diese auf den ersten Blick unzusammenh\u00e4ngenden Wortf\u00fcgungen entbehren gewi\u00df nicht einer kryptographischen oder allegorischen Rechtfertigung; diese Rechtfertigung verbaler Art figuriert &#8211; <em>ex hypothesi<\/em> &#8211; bereits in der Bibliothek. Ich kann nicht etliche Schriftzeichen kombinieren \u00a0 \u00a0 d\u00a0h\u00a0c\u00a0m\u00a0r\u00a0l\u00a0c\u00a0h\u00a0t\u00a0d\u00a0j, \u00a0 \u00a0 die die g\u00f6ttliche Bibliothek nicht bereits vorausgesehen h\u00e4tte, und die nicht in irgendeiner ihrer Geheimsprachen einen furchtbaren Sinn b\u00fcrgen. Niemand vermag eine Silbe zu artikulieren, die nicht voller Z\u00e4rtlichkeit und Schauer ist, die nicht in irgendeiner dieser Sprachen der gewaltige Name eines Gottes w\u00e4re. Sprechen hei\u00dft: in Tautologien verfallen. Diese \u00fcberfl\u00fcssige und wortreiche Epistel existiert bereits in einem der drei\u00dfig B\u00e4nde der f\u00fcnf Regale eines der unz\u00e4hligen Sechsecke &#8211; und auch ihre Widerlegung. (Eine Zahl <em>n<\/em> m\u00f6glicher Sprachen verwendet den gleichen Wortschatz; in einigen erlaubt das Symbol <em>Bibliothek<\/em> die korrekte Definition <em>\u00fcberall vorhandenes und fortdauerndes System sechseckiger Galerien,<\/em> aber <em>Bibliothek<\/em> ist <em>Brot<\/em> oder <em>Pyramide<\/em> oder irgend etwas anderes, und die sieben W\u00f6rter, die sie definieren, haben einen anderen Bedeutungswert. Bist du, Leser, denn sicher, da\u00df du meine Sprache verstehst?)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die methodische Schrift lenkt mich von der gegenw\u00e4rtigen Verfassung der Menschen ab. Die Gewi\u00dfheit, da\u00df alles geschrieben ist, macht uns zunichte oder zu Phantasmen. Ich kenne Bezirke, in denen die Jungen sich vor den B\u00fcchern niederwerfen und in barbarischer Weise die Seiten k\u00fcssen, aber nicht einen Buchstaben zu entziffern wissen. Die Epidemien, die ketzerischen Zwistigkeiten die Pilgerz\u00fcge, die unvermeidlich in Banditentum ausarten, haben die Bev\u00f6lkerung dezimiert. Ich glaube, ich sprach schon von den Selbstmorden, die jedes Jahr h\u00e4ufiger werden. Vielleicht tr\u00fcgen mich Alter und \u00c4ngstlichkeit, aber ich vermute, da\u00df die Gattung Mensch &#8211; die einzige, die es gibt &#8211; im Aussterben begriffen ist, und da\u00df die Bibliothek fortdauern wird: erleuchtet, einsam unendlich, vollkommen unbeweglich, gewappnet mit kostbaren B\u00e4nden, \u00fcberfl\u00fcssig, unverweslich, geheim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schrieb: <em>unendlich<\/em>. Nicht aus rhetorischer Gewohnheit ist mir dieses Adjektiv in die Feder geflossen; ich sage, es ist nicht unlogisch zu denken, da\u00df die Welt unendlich ist. Wer sie f\u00fcr begrenzt h\u00e4lt, postuliert, da\u00df an weit entfernten Orten die G\u00e4nge und Treppen und Sechsecke auf unfa\u00dfliche Art aufh\u00f6ren &#8211; was absurd ist. Wer sie f\u00fcr unbegrenzt h\u00e4lt, der vergi\u00dft, da\u00df die m\u00f6gliche Zahl der B\u00fccher Grenzen setzt. Ich bin so k\u00fchn, die folgende L\u00f6sung des alten Problems zu bedenken zu geben: <em>Die Bibliothek ist unbegrenzt und zyklisch<\/em>. Wenn ein ewiger Wanderer sie in irgendeiner beliebigen Richtung durchm\u00e4\u00dfe, so w\u00fcrde er nach Jahrhunderten feststellen, da\u00df dieselben B\u00e4nde in derselben Unordnung wiederkehren (die, wiederholt, eine Ordnung w\u00e4re: Die Ordnung). Meine Einsamkeit erfreut sich dieser eleganten Hoffnung. (4)<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em style=\"text-align: justify;\">Mar del Plata, 1941.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<div id=\"attachment_13061\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Jorge_Luis_Borges_Hotel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13061\" class=\"size-full wp-image-13061\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Jorge_Luis_Borges_Hotel.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"289\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13061\" class=\"wp-caption-text\">Jorge Luis Borges, 1969<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jorge Francisco Isidoro Luis Borges Acevedo wurde vor 100 Jahren 1899 in Buenos Aires geboren. Er verfasste eine Vielzahl phantastischer Erz\u00e4hlungen und Gedichte und gilt als Mitbegr\u00fcnder des Magischen Realismus.Ein wiederkehrendes Thema sind B\u00fccher, die Borges immer wieder zu den Hauptfiguren seiner Geschichten machte (z.\u00a0B. in <i>Die Bibliothek von Babel<\/i>, <i>Das Sandbuch<\/i>, <i>Untersuchung des Werks von Herbert Quain<\/i>, <i>Der Weg zu Amot\u00e1sim<\/i>, oder <i>Tl\u00f6n, Uqbar, Orbis Tertius<\/i>). Oft geht von diesen B\u00fcchern eine phantastische Macht aus, die an den Grundfesten der Realit\u00e4t r\u00fcttelt, diese ver\u00e4ndert oder g\u00e4nzlich eigene Realit\u00e4ten hervorbringt. Parallel dazu sind Borges\u2019 Erz\u00e4hlungen bev\u00f6lkert von bibliophilen und belesenen Hommes de lettres, die sich mit obskuren Schriften oder Enzyklop\u00e4dien auseinandersetzen bzw. diese verfassen. Das gen\u00fcssliche Zitieren oder Erw\u00e4hnen von realen und fiktiven B\u00fcchern inklusive der Angabe von Ort und Ver\u00f6ffentlichungsdatum ist ebenfalls ein Charakteristikum seiner Erz\u00e4hlungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerung wird zunehmend auf neue Technologien ausgelagert. Das Grundproblem der Erinnerungskultur (siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/01\/in-eigener-sache\/\">In eigener Sache<\/a>), der Zeugenschaft, der Autorschaft, ist die Frage: Wer erz\u00e4hlt, wer verarbeitet, wem eine Geschichte geh\u00f6rt? \u2013 <span data-offset-key=\"nqia-2-0\">\u201eKultur schafft und ist Kommunikation, Kultur lebt von der Kommunikation der Interessierten.\u201c, schreibt Haimo Hieronymus in einem der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/06\/05\/interim-kulturnotizen\/\">Gr\u00fcndungstexte<\/a> von KUNO. <\/span>Die ausf\u00fchrliche Chronik des Projekts <em>Das Labor<\/em> lesen sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/10\/zukunft-braucht-herkunft\/\">hier<\/a>. Diese Ausgrabungsst\u00e4tte f\u00fcr die Zukunft ist seit 2009 ein Label, die <em>Edition Das Labor<\/em>. Diese Edition arbeitet ohne Kapital, zuweilen mit Kapit\u00e4lchen, meist mit einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Spekulationskraft. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem <em>Labor<\/em> seither realisierten K\u00fcnstlerb\u00fccher, B\u00fccher und H\u00f6rb\u00fccher finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus \u00fcber Material, Medium und Faszination des Werkstoffs Papier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die K\u00fcnstlerbucher sind erh\u00e4ltlich \u00fcber die Werkstattgalerie Der Bogen, Tel. 0173 7276421<\/p>\n<p>________________________<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Das Originalmanuskript enth\u00e4lt weder Kursivschrift noch Majuskeln. Die Interpunktion war auf Komma und Punkt beschr\u00e4nkt. Diese beiden Zeichen, der Raum und die zweiundzwanzig Buchstaben des Alphabets sind die es ausreichenden Symbole, die der Unbekannte aufz\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2) Urspr\u00fcnglich kam auf je drei Sechsecke ein Mann. Selbstmord und Lungenkrankheiten haben dieses Verh\u00e4ltnis zerst\u00f6rt. Unsagbar schwerm\u00fctige Erinnerung: manchmal bin ich n\u00e4chtelang \u00fcber blanke G\u00e4nge und Treppen geirrt, ohne einen einzigen Bibliothekar zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(3) Ich wiederhole: die blo\u00dfe M\u00f6glichkeit eines Buches ist hinreichend f\u00fcr sein Dasein. Nur das Unm\u00f6gliche ist ausgeschlossen. Zum Beispiel: kein Buch ist zugleich eine Treppe, obwohl es bestimmt B\u00fccher gibt, die diese M\u00f6glichkeit er\u00f6rtern, leugnen oder beweisen, und andere, deren Struktur der einer Treppe entspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(4) Letizia Alvarez de Toledo hat angemerkt, da\u00df die ungeheure Bibliothek \u00fcberfl\u00fcssig ist; strenggenommen w\u00fcrde ein einziger Band gew\u00f6hnlichen Formats, gedruckt in Corpus neun oder zehn, gen\u00fcgen, wenn er aus einer unendlichen Zahl unendlich d\u00fcnner Bl\u00e4tter best\u00fcnde. (Cavalieri sagt zu Anfang des Jahrhunderts, da\u00df jeder feste K\u00f6rper die \u00dcberlagerung einer unendlichen Zahl von Fl\u00e4chen ist.) Die Handhabung eines derart seidend\u00fcnnen Vademecums w\u00e4re nicht leicht jedes artscheinende Einzelblatt w\u00fcrde sich in andere gleichgeartete zweiteigen; das unbegreifliche Blatt in der Mitte h\u00e4tte keine R\u00fcckseite.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0By this art you may contemplate the variation of the 23 letters&#8230; The Anatomy of Melancholy, part 2, sect. II, mem. IV. Das Universum (das andere die Bibliothek nennen) setzt sich aus einer unbegrenzten und vielleicht unendlichen Zahl sechseckiger Galerien&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/06\/14\/die-bibliothek-von-babel\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":71,"featured_media":99501,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1085],"class_list":["post-13057","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-jorge-luis-borges"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13057","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/71"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=13057"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13057\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":100605,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/13057\/revisions\/100605"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99501"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=13057"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=13057"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=13057"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}