{"id":12850,"date":"2004-12-24T14:30:33","date_gmt":"2004-12-24T13:30:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12850"},"modified":"2023-07-24T06:16:34","modified_gmt":"2023-07-24T04:16:34","slug":"stille","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/12\/24\/stille\/","title":{"rendered":"Stille"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Medientheorie ist kein Herzst\u00fcck einer irgendwo universit\u00e4r und irgendwie institutionell beheimateten Wissenschaft mit relativ fester und konkreter Lehr- und Forschungspraxis. Medientheorie ist die fortgesetzte Suche nach einem Medienbegriff und Symptom daf\u00fcr, dass es keine Medienwissenschaft in diesem Sinne gibt.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Prof. Dr. Oliver Jahraus<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die Menschheit miteinander kommuniziert, ist langsam und fehleranf\u00e4llig. Das Gehirn denkt mit elektrischen Signalen, die f\u00fcr eine Unterhaltung zeitraubend und mechanisch in Schallwellen umgewandelt werden. Wir umgeben uns mit D\u00e4mmstoffen und erlassen Schallschutzbestimmungen, aber wir empfinden unsere Umwelt als lauter denn je. Unsere Ohren kommen nicht mehr zur Ruhe. In Kaufh\u00e4usern, Restaurants, Fu\u00dfg\u00e4ngerzonen: Allerorten werden wir berieselt und in ein Meer von akustischem M\u00fcll getaucht &#8211; ein Gewoge, in dem unsere Wahrnehmungsf\u00e4higkeit f\u00fcr Nuancen untergeht. Wir verlieren uns in diesem schrillen Orchester f\u00fcr Dienstleister und Medien, die um die Aufmerksamkeit buhlen und unsere privaten H\u00f6rr\u00e4ume zu winzigen Nischen schrumpfen lassen. Wir sind alles andere als nur Opfer &#8211; und sehnen uns dabei st\u00e4ndig nach Stille. Was aber, wenn sie tats\u00e4chlich eintritt?<\/p>\n<div id=\"attachment_12987\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-BlaupunktRadio19541.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12987\" class=\"size-full wp-image-12987\" title=\"220px-BlaupunktRadio1954\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-BlaupunktRadio19541.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"138\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12987\" class=\"wp-caption-text\">Photo von Eckhard Etzold<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Ohr ist ein Organ der Angst\u201c, schrieb der Philosoph Ludwig Feuerbach, \u201eh\u00e4tte der Mensch nur Augen, H\u00e4nde, Geschmacks\u2013 und Geruchssinn, dann h\u00e4tte er keine Religion, denn jene Sinnesorgane sind Organe der Kritik und des Skeptizismus.\u201c Das Organ der Angst, das nat\u00fcrlich auch das Organ der Freude ist, ist ein direkteres, ungesch\u00fctzteres Einfallstor menschlicher Wahrnehmung als das Auge. T\u00f6ne dringen ungefiltert in unseren K\u00f6rper ein \u2013 im Gegensatz zu Bildern, die das Gehirn selektieren oder ausblenden kann. Die Ohren messen Luftdruckschwankungen und senden das Messresultat als elektrische Signale an das Gehirn. Keiner der Sinne ist schneller. Augen k\u00f6nnen zwanzig Bilder pro Sekunde unterscheiden, Ohren reagieren bis zu tausendmal rascher. Das Geh\u00f6r reagiert auf schallbedingte Vibrationen, die kleiner als der Durchmesser eines Atoms sind. Da beide zwei Ohren nicht nur die St\u00e4rke eines Schalls, sondern auch sein zeitliches Eintreffen mit fast unheimlicher Pr\u00e4zision untereinander vergleichen, geben sie Auskunft dar\u00fcber, woher ein Schall kommt, und geben den Menschen seit der Kindheit an auch im Dunkeln ein r\u00e4umliches Bild der Umgebung. Das Organ, das diese Wunderleistungen vollbringt, ist kaum gr\u00f6\u00dfer als eine Murmel und lagert sicher im Schl\u00e4fenbein. Sein Herzst\u00fcck ist ein mit Fl\u00fcssigkeit gef\u00fcllter spiraliger Kanal, dem zwei elastische B\u00e4nder als Boden und Decke dienen. Am Bodenband sind wie auf einer Wendeltreppe etwa zehntausend schallempfindliche Zellen stufenartig aufgereiht, die, \u00e4hnlich gleich Rasierpinseln, an der Oberseite feine Haare tragen. Diese Wendeltreppe ist vom Mittelohr durch eine feine Membran getrennt. Wird diese zum Schwingen angeregt, \u00fcbertr\u00e4gt sie die Schwingung auf die Fl\u00fcssigkeit und die beiden elastischen B\u00e4nder der spiraligen Wendeltreppe und verbiegt dabei die Haarspitzen der schallempfindlichen Zellen. Selbst die winzigste Verformung dieser Spitzen \u00e4ndert die elektrischen Eigenschaften der betreffenden Zelle und erzeugt ein elektrisches Signal, das \u00fcber angekoppelte Nervenbahnen fast augenblicklich die Geh\u00f6rzentren des Gehirns erreicht. Jede Haarzelle unterscheidet sich von allen anderen in der L\u00e4nge ihrer Haare und der Steife ihres Zellk\u00f6rpers. Da eine Struktur umso langsamer schwingt, je gr\u00f6\u00dfer und flexibler sie ist, sprechen die verschiedenen Haarzellen auf verschieden hohe T\u00f6ne an. Die Ansprechbereiche der einzelnen Zellen \u00fcberlappen jedoch; das Ohr ber\u00fccksichtigt diese \u00dcberlappungen und kann so ein differenziert\u2013farbiges Klangbild liefern. Wenn ein Ton die Haarzellen verformt, \u00f6ffnet er in den Membranen der Haarzelle Schleusen f\u00fcr elektrisch geladene Kalium\u2013 und Kalziumionen und erzeugt damit augenblicklich ein elektrisches Signal. Die Haarzellen unseres Geh\u00f6rs sind hochverletzlich. Werden sie zu stark oder zu lange beschallt, sterben sie und wachsen nie mehr nach. Nicht wenige Zeitgenossen scharren nerv\u00f6s mit den F\u00fc\u00dfen scharren, wenn die T\u00fcren geschlossen sind. Nicht wenige, die dann als einziges Ger\u00e4usch ein spitzes Pfeifen im Ohr h\u00f6ren: Tinnitus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fortzuh\u00f6ren ist schwieriger, als fortzublicken. Die Qualit\u00e4t der Sinnesempfindung h\u00e4ngt, wie die jedes Signals, vom Rauschabstand ab \u2013 von dem Verh\u00e4ltnis von Signalst\u00e4rke zu zuf\u00e4lligem Hintergrundrauschen. Ein gesundes Ohr kann noch Ger\u00e4usche wahrnehmen, die \u00fcber eine Million Mal schw\u00e4cher sind als solche, die an der Schmerzgrenze liegen. Dieser eindr\u00fcckliche Rauschabstand schenkt uns nicht nur eine reiche Klangpalette, sondern l\u00e4sst uns auch komplexe akustische Signale virtuos entschl\u00fcsseln. Hoher Rauschabstand erm\u00f6glicht Stille zur rechten Zeit. Die Dimension des Akustischen ist das Ausma\u00df der Unfreiheit. Als H\u00f6rende sind wir unfrei. Wir sind alle Ohryeure*. In das ge\u00f6ffnete Ohr ebenfalls verschwindet gesprochene Sprache, die sich in Erinnerungsr\u00e4ume einnisten kann, die verschwindet. Aber Sprache verschwindet nicht immer spurlos, denn sie kann aufgerufen und erinnert werden, sie kann durch einen Mund\u2013 oder Schriftraum mitgeteilt werden. H\u00f6ren bedeutet Eintauchen, es birgt ein Potenzial an Regression, so da\u00df sich der H\u00f6rer im besten Fall an den tiefsten Orten seines Wesens ber\u00fchrt f\u00fchlt. Das Geh\u00f6r ist der erste Sinn, der sich im Mutterleib bildet, und der letzte, den der Sterbende verliert. Die Faszination des H\u00f6rbuchs geht daher \u00fcber die Lust an Geschichten hinaus und reicht, anthropologisch betrachtet, sehr tief.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00f6ren ist eine T\u00e4tigkeit auf Ohrenh\u00f6he, demokratisch, offen, optional. Neben dem Geh\u00f6r ist es die Stimme, die mehr \u00fcber uns verr\u00e4t, als uns lieb ist: Unsicherheit, Aufgebrachtheit, Bitterkeit, sind einige Gef\u00fchle die dieses Organ preisgibt, obzwar wir dies gar nicht wollen. In Bruchteilen von Sekunden enth\u00fcllt die Stimme schonungslos alles, was wir verbergen m\u00f6chten: Verliebtheit, Neid, Stolz, Wut. Sie wirkt wie eine akustische Visitenkarte, die neben dem Beruf auch die soziale Herkunft und das Ausma\u00df des Selbstbewusstseins mitteilt. Die menschliche Sprache ist nicht nur ein Verlautbarungsorgan, Tr\u00e4ger von Information, sondern auch ein rhetorisches Instrument, Medium, Tr\u00e4ger von Ausdruck, Stil, Aura. Die Stimme hat eine Signatur. Sie beglaubigt den Text gleichsam als Unterschrift. Es ist die physische Pr\u00e4senz einer Stimme, die einem Wort, einem Text Aura verleiht. Und diese Pr\u00e4senz, die aus einem K\u00f6rper spricht, kann sich \u00fcbertragen, kann die Adressaten, die H\u00f6rer, einbeziehen. Die Pr\u00e4senz der Spreche wirkt der Anonymisierung des Wissens entgegen und schafft so eine Voraussetzung, dass aus Informationstransfers Orientierung erw\u00e4chst, dass aus der Vermittlung von Wissen Bildungsinhalte werden k\u00f6nnen. Die sind vonn\u00f6ten, damit wir in einem zunehmend komplexeren Lebensumfeld, das so viele Optionen wie nie bereit h\u00e4lt, nicht aus dem Blick verlieren, was eigentlich das Problem war. Die menschliche Stimme ist der erste Special-Effekt, den die Menschheit entwickelt hat, und der nachhaltigste.<\/p>\n<div id=\"attachment_12990\" style=\"width: 201px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Thomas_Edison.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12990\" class=\"size-medium wp-image-12990\" title=\"220px-Thomas_Edison\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Thomas_Edison-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Thomas_Edison-191x300.jpg 191w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Thomas_Edison.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12990\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Alva Edison<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus den liegen gebliebenen Experimentierger\u00e4ten der Physik entstanden, die eigentlich ganz anderen Forschungen gedient hatten, gibt das \u201aNeue Medium\u2019 Radio bereits in seinen Anf\u00e4ngen Anlass zu Medienphantasien. 1857 entwickelte der Franzose Edouard L\u00e9on Scott de Martinville einen sogenannten \u201ePhonautographen\u201d, der Schallwellen auf ru\u00dfgeschw\u00e4rztes Papier kratzte. Wie Forscher herausfanden, l\u00e4sst sich eins der erhaltenen Bl\u00e4tter, anders als bislang angenommen, auch abspielen \u2013 zu h\u00f6ren ist eine Kinderstimme, die f\u00fcr etwa zehn Sekunden einen Ausschnitt aus \u201eClair de la lune\u201d singt. Es l\u00e4uft Thomas Alva Edisons Aufnahme von \u201eMary had a little lamb\u201d den Rang als \u00e4ltestes Tondokument der Welt ab. Ausgehend von der Idee eines so genannten \u201a\u00c4thers\u2019, der Lichtwellen und Schwingungen \u00fcbermittelt, verbinden sich Allmachtsvorstellungen von der Reichweite der Sender und auch spiritistische Erwartungen mit dem Monopol staatlicher Kontrolle \u00fcber das Radio. Zun\u00e4chst wurde ein so genannter Kulturfunk zugelassen ist. Das erste H\u00f6rspiel sendete am 3. August 1922 der Radiosender WGY (Schenectady, New York) mit der Funkfassung des Theaterst\u00fcckes &#8222;The Wolf&#8220; von Eugene Walter. Am 15. Januar 1924 sendete die BBC das St\u00fcck des jungen walisischen Autors Richard Hughes, das als das weltweit erste Original-H\u00f6rspiel in die Geschichte einging: &#8222;A Comedy Of Danger&#8220;. Das erste deutsche H\u00f6rspiel war &#8222;Zauberei auf dem Sender&#8220;, eine Produktion des damaligen Direktors des Frankfurter Senders, Hans Flesch. Fleschs Ziel war es, mit diesem H\u00f6rspiel eine origin\u00e4re Kunstform f\u00fcr das neue Medium Radio zu etablieren. Das St\u00fcck beginnt mit der Ank\u00fcndigung eines Konzerts im Rundfunk. Urpl\u00f6tzlich platzt eine &#8222;M\u00e4rchen\u2013Tante&#8220; herein und fordert mehr Programmpl\u00e4tze f\u00fcr Kinder. Jetzt gleich. Ein Albtraum f\u00fcr den H\u00f6rfunkmoderator, der sich seine S\u00e4tze zurechtgelegt und den Finger schon \u00fcber dem Knopf der Musikautomation schweben hat. &#8222;Aber entschuldigen Sie, gn\u00e4dige Frau, wir k\u00f6nnen doch jetzt nicht die Gesamtlinie des Funkspruchprogramms \u00e4ndern!&#8220;, entgegnet er. Im Folgenden wird aber nicht nur das &#8222;Funkspruchprogramm&#8220; bedroht, sondern die gesamte Weltordnung. Und alles nur wegen eines Streits um die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Freiheit der \u00d6ffentlichkeit! Von Beginn an ist das Genre H\u00f6rspiel nie in der Sparte Literatur gelandet, sondern aufgrund seiner hohen Technikaffinit\u00e4t eng mit dem Radio verbunden \u2013 wie diese \u00bbZauberei auf dem Sender\u00ab schon im Titel offenbart. Unter dem Reichspropagandaminister Josef Goebbels wird das \u201aNeue Medium\u2019 Radio zu einem zum Instrument der propagandistischen \u201aVerschaltung\u2019.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den Propagandasendungen ist auch auf die Radiotheorie von Eugen B. Brecht zu verweisen, wonach jeder Empf\u00e4nger ein Sender sein soll. Bert Brecht brachte mit seiner &#8222;Rede \u00fcber die Funktion des Rundfunks&#8220;, die er 1932 verfasste, einen fr\u00fchen Entwurf von Radiotheorie. Den Schwerpunkt seiner Radiotheorie bildete der Wunsch nach Demokratisierung des Rundfunks. Im Zuge dessen verlangte Brecht nach einer Umfunktionierung des Rundfunks, und zwar einer Umfunktionierung aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat. So schreibt Brecht: &#8222;Der Rundfunk w\u00e4re der denkbar gro\u00dfartigste Kommunikationsapparat des \u00f6ffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das hei\u00dft, er w\u00e4re es, wenn er es verst\u00e4nde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuh\u00f6rer nicht nur h\u00f6ren, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern in Beziehung zu setzen.&#8220; Der Rundfunk sollte nicht nur eine Seite haben, also nicht nur zuteilen, sondern er sollte auch empfangen k\u00f6nnen, den H\u00f6rer in Beziehung setzen. &#8222;Der Rundfunk m\u00fcsste demnach aus dem Lieferantentum herausgehen und den H\u00f6rer als Lieferanten organisieren.&#8220; \u2013 \u00bbDer Ozeanflug\u00ab, das erste Lehrst\u00fcck Brechts, behandelt Lindberghs Erfolg. Es ging 1929 vom Musikfest in Baden\u2013Baden \u00fcber den Rundfunk. Am Tag darauf wurde das Badener Lehrst\u00fcck in einer &#8222;unfertigen Fassung&#8220; aufgef\u00fchrt, vertont von Paul Hindemith. Brecht und Hindemith griffen noch auf der Szene in den Text und die Musik ein, w\u00e4hrend ihre Arbeit schon heftig abgelehnt wurde. Die Auff\u00fchrung geriet zu einem Eklat. Danach trennten sich Hindemiths und Brechts Wege. Brecht schrieb eine ge\u00e4nderte Fassung. Er reichte 1930 \u00bbDie Ma\u00dfnahme\u00ab f\u00fcr eine Auff\u00fchrung ein, das wurde wegen &#8222;Minderwertigkeit des Textes&#8220; abgelehnt. Brechts Utopie vom \u00f6ffentlichen Gebrauch des Apparates Rundfunk erf\u00fcllte sich nicht. Die Lehrst\u00fccke allerdings wurden nachgeahmt. Aus dem Jahre 1931 existiert ein Oratorium Hindemiths \u00bbdas Unaufh\u00f6rliche\u00ab zu einem Text von Gottfried Benn, ein nach &#8222;vitalistischer&#8220; Weltanschauung geformtes Einverst\u00e4ndnis mit dem Tod, dem Werden und Vergehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Stamps_of_Germany_Berlin_1986_MiNr_760.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12992 alignright\" title=\"220px-Stamps_of_Germany_(Berlin)_1986,_MiNr_760\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/220px-Stamps_of_Germany_Berlin_1986_MiNr_760.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"257\" \/><\/a>\u00c4sthetisch reizvoller sind die Radio-Arbeiten von Gottfried Benn, obzwar er dem Rundfunk skeptisch gegen\u00fcberstand, hat er das publizistische Potenzial dieses Mediums dennoch f\u00fcr seine Zwecke zu nutzen verstanden. In einem Gedicht aus den fr\u00fchen f\u00fcnfziger Jahren, dem Gottfried Benn den Titel \u201aRadio\u2019 gegeben hat, hei\u00dft es: \u201eEigentlich ist alles im m\u00e4nnlichen Sitzen produziert, was das Abendland sein H\u00f6heres nennt, ich aber bin, wie gesagt, f\u00fcr Seitenspr\u00fcnge.\u201c So ist es nur zu begr\u00fc\u00dfen, da\u00df der Dichter seinem methodischen Insistieren auf dem geschriebenen Wort nicht immer treu geblieben ist und von Zeit zu Zeit ein Aufnahmestudio betreten hat. Am 6. M\u00e4rz 1930 nahmen in einem Studio der Berliner \u00abFunkstunde\u00bb zwei Dichter unter einem Mikrofon Platz, die sich als Weggenossen aus den Aufbruchszeiten des Expressionismus kannten. Der 44\u2013j\u00e4hrige Gottfried Benn wird drei Jahre sp\u00e4ter den Nationalsozialisten seine Reverenz erweisen \u2013 und danach lange schweigen. Der 38 Jahre alte Johannes R. Becher ist Parteig\u00e4nger der \u201eTendenzkunst\u201c, wird sp\u00e4ter Stalin\u2013Elogen verfassen und der DDR als Kulturminister dienen. Becher redet in diesem Radiogespr\u00e4ch einer \u201eklassengebundenen Dichtung\u201c das Wort, die zur \u201eBefreiung der gesamten Menschheit\u201c angetreten sei. Benn h\u00e4lt das Bild eines autonomen K\u00fcnstlers dagegen, der nur seinem inneren Gesetz verpflichtet ist. Den linken Fortschrittsglauben Bechers tut er als vulg\u00e4ren Hegelianismus ab. \u201eEine Offenbarung der Weltvernunft . . . beginnt gro\u00dfartig und endet namenlos, sie \u00fcbersteht den Niagara, um in einer Badewanne zu ertrinken.\u201c Becher kontert mit moralischem Welterl\u00f6sungspathos, doch seine Phrasen machen nur eine Projektionsfl\u00e4che f\u00fcr neue Attacken auf. Benns H\u00f6rwerk spannt einen zeitgeschichtlichen Bogen aus den Pioniertagen des Weimarer Rundfunks bis zu den Sternstunden des Kulturradios der f\u00fcnfziger Jahre. Das Kulturradio erlebte in der Gr\u00fcndungsphase der Bundesrepublik die heroische Epoche eines Neubeginns. Als nach der Niederlage von 1945 auch die nationalsozialistische Propagandamaschine zum Stillstand gekommen war, schufen die Alliierten mit dem \u00f6ffentlichrechtlich verfassten Rundfunk ein f\u00f6derales publizistisches Organ, das schon bald zum Medium und Movens intellektueller Debatten wurde. Schriftsteller wie Alfred Andersch und Axel Eggebrecht, Wissenschafter wie Hans Mayer und Dolf Sternberger oder Publizisten wie Walter Dirks und Eugen Kogon begleiteten und kommentierten die politischen und kulturellen Ereignisse aus den Aufnahmestudios der Funkh\u00e4user. Bis weit in die f\u00fcnfziger Jahre konnte sich so ein Modus intellektueller Auseinandersetzungen etablieren, der f\u00fcr das geistige Klima dieser Zeit pr\u00e4gend wurde. Sendetitel wie \u201eAbendstudio\u201c oder \u201eRadio\u2013Essay\u201c klingen wie Synonyme f\u00fcr diesen aufgekl\u00e4rten diskursiven Gestus. Keine Wunder, da\u00df in diese Zeit auch die H\u00f6rspiel eines G\u00fcnther Eich oder einer Ilse Eichinger fielen, der Rundfunk wurde in den 1950-er Jahren zu einem Zauberinstrument des Wortes, zur akustischen Probeb\u00fchne der Poesie, zum Atem der Vernunft.<\/p>\n<div id=\"attachment_12993\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ernst_Jandl_and_Friederike_Mayro\u0308cker_public_reading_1974-11_Vienna_Austria2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12993\" class=\"size-medium wp-image-12993\" title=\"Ernst_Jandl_and_Friederike_Mayro\u0308cker_public_reading_1974-11_Vienna_Austria2\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ernst_Jandl_and_Friederike_Mayro\u0308cker_public_reading_1974-11_Vienna_Austria2-300x162.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"162\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ernst_Jandl_and_Friederike_Mayro\u0308cker_public_reading_1974-11_Vienna_Austria2-300x162.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ernst_Jandl_and_Friederike_Mayro\u0308cker_public_reading_1974-11_Vienna_Austria2.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12993\" class=\"wp-caption-text\">Ernst Jandl und Friederike Mayr\u00f6cker anl\u00e4sslich einer Lesung, Wien 1974<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das so genannte \u201eNeue H\u00f6rspiel\u201c entwickelte sich in der 1960-er Jahren, parallel zur Stereophonie als eigenst\u00e4ndiges Genre in diesem fl\u00fcchtigen Medium. Hier prallten experimentelle Literatur, konkrete Poesie und Lautpoesie aufeinander. Helmut Hei\u00dfenb\u00fcttel, Max Bense, Franz Mon und Ernst Jandl sind als hervorragende Autoren zu nennen. Herausragend das H\u00f6rspiel <em>F\u00fcnf Mann Menschen<\/em> von Ernst Jandl und Friederike Mayr\u00f6cker, die als Repr\u00e4sentanten experimenteller Lyrik bekanntgeworden sind. Sie haben zusammen mit dem Regisseur Peter Michel Ladiges zum ersten Male im H\u00f6rspiel die M\u00f6glichkeiten konkreter Poesie beispielhaft eingesetzt. Sie zeigen exemplarische Sprach- und Handlungsvorg\u00e4nge, in denen der zur Norm programmierte menschliche Lebenslauf nicht abgebildet, sondern evoziert wird. Dabei nutzen und meistern sie die M\u00f6glichkeiten der Stereophonie. Eine Innovation stellte der Kunstkopf dar. Die kopfbezogene Stereophonie begann im H\u00f6rspiel 1973 mit Alfred Besters \u00bbDemolition\u00ab. Der Kunstkopf ist in seinen Abmessungen, Form und seinem spezifischen Gewicht dem menschlichen Kopf eines Erwachsenen sehr genau nachgeformt. Das Kunstkopfmikrophon ist anstelle der beiden Geh\u00f6rorgane mit Mikrophonen ausgestattet. H\u00f6rspiele und Feature, die mit einem Kunstkopf aufgenommen wurden, sollten mit einem geschlossenen Kopfh\u00f6rer abgeh\u00f6rt werden, da nur hier der beabsichtigte extrem r\u00e4umliche Klangeindruck entsteht. Daran scheiterte schlie\u00dflich eine breite Anwendung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach wie vor darf jedoch 1877, das Jahr von Edisons Durchbruch, als Beginn der Geschichte des H\u00f6rbuchs gelten, auch wenn das gesprochene Wort kurioserweise erst nach dem gesungenen f\u00fcr konservierungsw\u00fcrdig befunden wurde. Trotzdem hat es noch einmal 100 Jahre gedauert, bis das H\u00f6rbuch massenhafte Verbreitung fand \u2013 in Deutschland geschah dies eigentlich erst seit Mitte der 1990-er Jahre. Auch wenn Kinderkassetten und Sprechplatten schon seit den 1970-er Jahren in vielen b\u00fcrgerlichen Haushalten zu finden waren, haben H\u00f6rb\u00fccher erst in letzter Zeit signifikante Aufmerksamkeit und einen relevanten Anteil am Buchgesch\u00e4ft erlangt. Mittlerweile tummeln sich neben klassischen H\u00f6rspielen und O\u2013Ton\u2013Collagen auch Dokumentarst\u00fccke, Krimis, Kurzh\u00f6rspiele und Klangkunst auf den entsprechenden Pl\u00e4tzen der Radiosender. Neben den ARD\u2013Sendern und der Deutschen Welle produziert allein das DeutschlandRadio Kultur als einer der gr\u00f6\u00dften deutschen H\u00f6rspielproduzenten 36.000 Sendeminuten auf sieben verschiedenen Sendepl\u00e4tzen j\u00e4hrlich. Es geht um Stimmen, um Klangmontagen, um Welten, die sich so nur dem Ohr erschlie\u00dfen. Vielleicht ist es die irritierende Affinit\u00e4t zum Buch, die der Anerkennung des H\u00f6rbuchs als eigenst\u00e4ndiger Gattung dennoch im Wege steht. Dass sich immer noch kein treffender Name finden lie\u00df, ist symptomatisch: Ein H\u00f6rbuch ist eben kein \u201eBuch\u201c, sondern ein \u201eEtwas\u201c zum H\u00f6ren, das sich einer eher zuf\u00e4lligen materiellen H\u00fclle bedient. Einst war es die Kassette, jetzt ist es die CD, und als Datei aus dem Internet heruntergeladen \u2013 eine Praxis, die sich hierzulande nur z\u00f6gernd, aber stetig durchsetzt \u2013 verschwindet sein dinglicher Charakter fast vollst\u00e4ndig. Sp\u00e4testens seitdem Buchverlage die M\u00f6glichkeit entdeckten, mit Lesungen oder \u201eVerh\u00f6rspielungen\u201c die Attraktivit\u00e4t ihrer B\u00fccher und Autoren zu steigern, schwindet das Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass H\u00f6rb\u00fccher mehr sein k\u00f6nnen als verl\u00e4ngerte Literatur. Den Gedanken einer Zweitverwertung wollen Labels wie der H\u00f6rverlag gar nicht erst aufkommen lassen. Ihnen geht es \u2013 jedenfalls bei den mit Herzblut geschaffenen Projekten \u2013 um origin\u00e4r f\u00fcr akustische R\u00e4ume Gebautes. Um Stimmen, um Klangmontagen, um Welten, die sich so nur dem Ohr erschlie\u00dfen. Seit einigen Jahren ist das H\u00f6rspiel aus dieser Dom\u00e4ne ausgebrochen. Durch ein Netz von Festivals, Wettbewerben und Preisen erschlie\u00dft es sich ein vorwiegend junges Publikum. Mancher, der in seiner Kindheit mit den &#8222;Drei ???&#8220; F\u00e4lle l\u00f6ste oder mit John Sinclair auf Geisterjagd ging, verl\u00e4ngert mit diesen Figuren seiner Kindheit die Adoleszenz bereits bei Club\u2013H\u00f6rspielabenden. Allerdings braucht es nicht mehr unbedingt Justus Jonas und Co, auch bis dato unbekannte Helden erobern zunehmend das Genre. Die spezifischen Ausdrucksm\u00f6glichkeiten des H\u00f6rbuchs von den Verlagen h\u00e4ufig untersch\u00e4tzt werden. H\u00f6rb\u00fccher dienen in der Regel blo\u00df der Zweitverwertung literarischer Texte. Beworben werden sie, indem der \u201eDouble your time\u201d\u2013Effekt in den Vordergrund gestellt wird: Das H\u00f6rbuch als B\u00fcgelbegleiter. Das soll verkaufsf\u00f6rdernd wirken, stellt das Produkt in Wirklichkeit aber als minderwertig hin, so als k\u00f6nnte es nicht f\u00fcr sich allein stehen. Das gute H\u00f6rbuch braucht jedoch genauso viel Aufmerksamkeit wie ein Buch. Mit dem Medium H\u00f6rbuch gibt es die M\u00f6glichkeit an die erz\u00e4hlende Tradition der Literatur anzukn\u00fcpfen und schallillustrierten Erz\u00e4hlungen zu dokumentieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_12997\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Waldorfschule.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12997\" class=\"size-medium wp-image-12997\" title=\"Waldorfschule\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Waldorfschule-300x205.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"205\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Waldorfschule-300x205.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Waldorfschule-1024x702.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Waldorfschule.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12997\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Waldorfschule, Gerresheim<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Zeitalter der so genannten &#8222;Neuen Medien&#8220; erreicht man Kinder und Jugendliche nur schwer mit B\u00fcchern. Wir erleben einen zunehmenden kulturellen Analphabetismus, den auch die Indifferenz verursacht, zu der die modernen Vereinf\u00e4ltigungsmedien verleiten. User leben eine Kultur der Ungeduld. Sie wissen, wie man etwas findet, aber sie wissen meist eigentlich nicht was sie finden m\u00f6chten. Das Betriebssystem f\u00fcr die elektronischen Medien ist das Lesen. Das Betriebssystem f\u00fcr das Lesen ist die Sprachkompetenz. Das Betriebssystem f\u00fcr das H\u00f6ren ist Aufmerksamkeit; eine knappe Ressource.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer Welt, in der es kaum mehr \u00f6ffentliche R\u00e4ume ohne Musikberieselung gibt, geh\u00f6rt das Zuh\u00f6ren zu den gef\u00e4hrdeten K\u00fcnsten. Auch Erwachsenen f\u00e4llt es nicht leicht, einem H\u00f6rspiel durchgehend zu folgen. Doch im Gegensatz zu Kindern bleiben sie trotzdem still sitzen. Man darf Kinder beim H\u00f6ren nicht lange allein lassen. Wer H\u00f6ren will, mu\u00df Methoden entwickeln, um sich gegen das Abschweifen zu wehren. Der Einstieg ins konzentrierte H\u00f6ren f\u00fchrt meist \u00fcber andere Kan\u00e4le der Wahrnehmung, so ist etwa das H\u00f6rbuch \u00bbPeter und der Wolf\u00ab ein St\u00fcck f\u00fcr Ersth\u00f6rer. Jugendliche haben eine ganz klare Vorstellung, welche Musik f\u00fcr sie in Frage kommt und welche nicht. In der Pubert\u00e4t ist Musik eine Frage der Identit\u00e4t, eine Art seelischer Heimat, und das mu\u00df man respektieren. Wir haben verlernt, das Ohr zu sch\u00e4tzen und uns auf es zu verlassen. Ein F\u00f6tus f\u00e4ngt bereits vom 45. Tag der Schwangerschaft an zu h\u00f6ren. Wenn ein Baby geboren ist, hat es schon mehr als sieben Monate sein Ohr ge\u00fcbt, bevor sein Auge etwas sah. Wenn das Kind auf die Welt kommt, vergessen wir, was es durch das Ohr erlebt und lernt. Es lernt \u00fcber die Strasse zu gehen, nach links oder rechts zu schauen, aber nicht nach links und rechts zu h\u00f6ren. Mehr als um musikalische Erziehung geht es dabei um Erziehung durch und mit Musik. Nat\u00fcrlich lernen die Kinder Musik. Aber durch Musik lernen sie Dinge \u00fcber und f\u00fcr das Leben: Disziplin, Leidenschaft, Zeiteinteilung, alles was der Mensch braucht. Es ist viel interessanter, Disziplin \u00fcber Rhythmus zu lernen. Wer es nicht schafft, Leidenschaft und Disziplin zu kombinieren, kann keine zwei T\u00f6ne spielen. Vielleicht ist es eines der schwierigsten Dinge f\u00fcr den Menschen, in der Leidenschaft die Disziplin nicht zu vergessen. Kinder sollen alle diese Dinge schon im Kindergarten durch die Musik lernen Es geht nicht so sehr um Blockfl\u00f6te oder Tanz, sondern darum, da\u00df sie durch diese Erfahrung etwas \u00fcber das Leben lernen. Ein P\u00e4dagoge mu\u00df sich in der Musik auskennen, die seine Sch\u00fcler h\u00f6ren, allerdings ohne sich anzubiedern. Das Ziel der literaturp\u00e4dagogischen Arbeit besteht in einer Horizonterweiterung. Die behutsame Begegnung mit Musik und Poesie, welche die Sch\u00fcler eigentlich ablehnen, bereitet den Boden f\u00fcr eine Neugier, die sich bei manchen erst Jahre sp\u00e4ter entwickelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geh\u00f6rt zu den Ph\u00e4nomenen der Evolution, da\u00df wir nach hinten nicht sehen, aber h\u00f6ren k\u00f6nnen, wenn von hinten etwas auf uns zukommt. Der H\u00f6rsinn signalisierte unseren Urahnen: Gefahr. Wer nicht hysterisch \u00fcber Kunst und neue Medien sprechen will, braucht nicht in einen naiven Realismus zu verfallen. Es gibt auch dazu eine Alternative, die nicht minder rational ist: die medienarch\u00e4ologisch genaue Analyse jener \u00c4nderungen der Wirklichkeit, die sich auf dem Weg von den einstigen Analogmedien wie Rundfunk oder Telefon zum Digitalmedium Computer ereignet haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Kant schreibt \u201eDenken ist Reden mit sich selbst, folglich au inneres h\u00f6ren\u201c, erw\u00e4chst der Zwiesprache mit sich selbst eine moralische Dimension. Eine Idee die Kant anthropologisch und nicht metaphysisch verstanden wissen m\u00f6chte. Der \u201eblo\u00dfe Weltb\u00fcrger\u201c, der laut dem K\u00f6nigsberger Philosophen den \u201ekategorischen Imperativ\u201c ertragen kann, ist einer, der f\u00fcr sich urteilt. Zuh\u00f6rern ist kein passiver Vorgang. Wir wollen unser Gegen\u00fcber verstehen, also m\u00fcssen wir dar\u00fcber nachdenken, was uns der Gespr\u00e4chs\u2013Partner eigentlich sagen will. Nicht nur was uns ein Gespr\u00e4chs\u2013Partner sagt, ist von Bedeutung, sondern wie er es uns sagt. Welche Betonung legt er auf die Worte und Silben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der ideale Zuh\u00f6rer ist jemand, der sich durch das Zuh\u00f6ren v\u00f6llig von der Welt entfernt, sie und sich selber vergisst, aber gleichzeitig durch die Musik, Sprache und Ger\u00e4usch etwas Neues \u00fcber sich, die Welt, die Gesellschaft oder \u00fcber eine Beziehung erf\u00e4hrt. Das H\u00f6rspiel hat diese doppelte M\u00f6glichkeit: Sie ist das beste Mittel, um die Realit\u00e4t zu vergessen, aber sie zeigt auch, wie die Welt funktioniert. Die Beziehung zwischen den Kl\u00e4ngen und der Sprache ist nicht viel anders als die Beziehung zwischen Menschen in der Gesellschaft. Klang ist ein physisches Ph\u00e4nomen. Er hat etwas Unheimliches, weil er nicht in unserem Universum wohnt \u2013 eine merkw\u00fcrdige Mischung von etwas sehr Realem, das sofort wieder verschwindet. Wenn man einen Ton pfeift, dann ist er da. Man braucht kein Genie zu sein, um zu h\u00f6ren, jemand hat ein A gepfiffen. Aber wo geht der Klang hin, er bleibt nicht zwischen unseren Mauern. Das hei\u00dft, er hat etwas sehr Reelles, Konkretes, Physisches und trotzdem etwas f\u00fcr den Menschen Ungreifbares. Der Klang ist zugleich physisch und metaphysisch. Das ist die Ph\u00e4nomenologie des Klanges \u2013 was f\u00fcr das Wort nicht gilt. Der Klang hat eine physische und eine psychische Wirkung auf uns und trotzdem wohnt er nicht bei uns hier in dieser Welt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den Ergebnissen der &#8222;Pisa&#8220;\u2013Studie fragt man sich, wie der Welt etwas hinzugef\u00fcgt werden kann und die mediale &#8222;Wirklichkeit aus zweiter Hand&#8220; reflektiert werden sollte. Die Frage einer Sinnenschulung angesichts des unterstellten Erfahrungsverlustes durch permanenten Medienkonsum wirft viele verborgene Ratlosigkeiten auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend das Kino als siebte Kunst in Frankreich einen eigenst\u00e4ndigen Status als Kultur\u2013 und Bildungsgut besitzt, ist die Filmbildung in Deutschland institutionell in die medienunabh\u00e4ngige Disziplin der Medienp\u00e4dagogik eingebettet. Mit der Zurechnung des Films zu den Massen\u2013 und Kommunikationsmedien geht noch eine weitere Tendenz einher, die dem p\u00e4dagogischen Diskurs \u00fcber Film nach dem Zweiten Weltkrieg, auch durch den Einfluss der Kritischen Theorie, innewohnt: Dem Film als Medium n\u00e4herte man sich vor allem in ideologiekritischer Absicht. Auch gegenw\u00e4rtig verbindet sich mit dem in deutschen Rahmenpl\u00e4nen verankerten Begriff der &#8222;Medienkompetenz&#8220; vor allem die F\u00e4higkeit zur &#8222;Medienkritik&#8220;. Echte Bildung, das ist vor allem Geschmacksbildung. Durch das Vorf\u00fchren anspruchsvoller Beispiele und durch die Sensibilisierung der Wahrnehmung anhand von k\u00fcnstlerisch wertvollen Arbeiten bildet sich dauerhaft ein Geschmacksempfinden aus, das die Rezeptionsgewohnheiten von Jugendlichen um einige Dimensionen erweitern kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_12999\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schlossgymnasium.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12999\" class=\"size-medium wp-image-12999\" title=\"Schlossgymnasium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schlossgymnasium-300x203.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"203\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schlossgymnasium-300x203.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schlossgymnasium-1024x695.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schlossgymnasium.jpg 1654w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12999\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00fcler des Schlossgymnasiums Benrath mit dem Tontechniker Volker F\u00f6rster<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit literaturp\u00e4dagogischen Kursen versucht A.J. Weigoni die fluide Intelligenz abseits von Routinen zu schulen. Es geht ihm in erster Linie um eine Sch\u00e4rfung der Aufmerksamkeit und der Sinne \u2013 um eine Anstiftung zur Genauigkeit. Die Umgestaltung der Welt durch Literatur \u2013 an dieser revolution\u00e4ren Lehre\u00a0 hat Weigoni festgehalten. Sie kann nur gelingen, wenn sich alle k\u00fcnstlerischen Sparten in formaler wie inhaltlicher Hinsicht gegenseitig inspirieren und bereichern. Deshalb spricht aus allen Arbeiten Weigonis der Wille zur Einheit einer Kreativit\u00e4t, die alle Bereiche des Lebens ergreift und mit akustischen Mitteln auf die ver\u00e4nderten Konditionen einer industriellen Produktionsweise antwortet.\u00a0 Aus dem suchenden Gedankenspiel eines Navigierens in einem Raum der M\u00f6glichkeiten speist sich ein Lernen, das andauernd den Entwurf mit der Reflexion konfrontiert und das zwischen Nachdenklichkeit und Idee agiert. Kopf und Hand gehen eine Verm\u00e4hlung ein, wie es das Lernen nur selten zul\u00e4sst, weil bekannterma\u00dfen das tr\u00e4ge Wissen aus den B\u00fcchern meist nicht die n\u00e4chste Lernkontrolle \u00fcberdauert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Philosoph Spinoza hatte im 17. Jahrhundert scharfsinnig festgestellt, da\u00df die Eingebungen der Propheten diese selbst nie auch nur ein bisschen schlauer gemacht h\u00e4tten: Sich selbst kaum zuzuh\u00f6ren und jedes Mal wieder bei Null anzufangen, scheint auch das Schicksal der P\u00e4dagogen zu sein. Tats\u00e4chlich aber ist Unterricht gestaltbarer als vielfach angenommen. Weigonis literaturp\u00e4dagogische Vermittlungsarbeit vermittelt sich im Spannungsgeflecht eines Paradoxons: Sie mu\u00df die Rezeption mit Wissen um die Kunst ausstatten, und zugleich neben dieses Wissen treten, um im H\u00f6ren und Erleben \u00e4sthetische Erfahrung zu erm\u00f6glichen. Auf diese Weise f\u00f6rdert die Literaturp\u00e4dagogik die nach der &#8222;Pisa&#8220;-Studie stark gefragten Kompetenzen zum Verstehen einer komplexen Wirklichkeit, auch wenn \u00e4sthetische Bildung autonom ist, frei von kommerzieller Verwertung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Jahren hat sich eine H\u00f6rbuch-Szene etabliert, die mit dem schauspielerischen Potential der Sprecher ebenso zu experimentieren versteht, wie sie auf das H\u00f6rspiel alten Schlags innovativ zur\u00fcckgreift. Gerade diese Liebhaberproduktionen sind es, die Aufmerksamkeit verdienen. Bei der Produktion \u00bbOhryeure\u00ab handelt es sich um H\u00f6rspiele, die nicht von cleveren Marketingexperten f\u00fcr eine Zielgruppe zurechtgestutzt, sondern mit den Jugendlichen und JungautorInnen gemeinsam erarbeitet und umgesetzt wurden. Diese Arbeiten beinhalten Kriterien, die bisher kaum bei einer Beurteilung miteinbezogen wurden: Was ist der Sound der Zeit?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Ist es bereits absehbar, da\u00df Pop zum bestimmenden Faktor der Cyberkultur wird, die schon dabei ist den b\u00fcrgerlichen Kulturbegriff abzul\u00f6sen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wie funktionieren Trivialmythen?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ein Kunstwerk eigenen Ranges verst\u00e4rkt das H\u00f6rbuch die Reize des Auditiven und Oralen, mit diesem Medium kehrt die Literatur zu ihrem Ursprung zur\u00fcck. Dies ist eine Gegenbewegung zu einer mit Bildern \u00fcberreich ges\u00e4ttigten Kultur. Die M\u00fcndlichkeit des Erz\u00e4hlens kn\u00fcpfen an Zeiten an, als dichterische Vortr\u00e4ge noch \u00abmit einer Auff\u00fchrungspraxis verkn\u00fcpft waren, die Barden haben ein sediertes Comeback. Der Sound einer Stimmen erzeugt eine Stimmung. Der m\u00fcndliche Vortrag schafft mit der spezifischen Atmosph\u00e4re auch eine Auslegung des Gesagten, eine Interpretationshilfe. Die Stimme ist authentischer als die Schrift und das H\u00f6ren urspr\u00fcnglicher als das Lesen. H\u00f6rb\u00fccher fordern Zu-H\u00f6rer im emphatischen Sinn des Wortes: sensibel f\u00fcr stimmliche Nuancen, f\u00fcr Tonfall, Rhythmus, Modulation und Sprache. Ernst und Ironie verbindet sich auf der CD-\u00bbOhryeure\u00ab hintergr\u00fcndig spielerisch. Wir, die Sp\u00e4talphabeten, stehen insgesamt vor der Frage, ob Literatur, dieses Medium der Vorzeit, an der Alphabetisierung der Medienkultur, die nur wirklich beeinflussen kann, wer ihr voraus ist, mitwirken oder sich von letzterer abgrenzen kann. Welche Einflu\u00dfsph\u00e4ren bleiben der Literatur gegen\u00fcber einer Kommunikationslandschaft, die vielfach entweder zum Selbstzweck ger\u00e4t oder unausgesprochenen Interessen dient?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wissen ist immer vorl\u00e4ufig, denn die Tradierung jeder Offenbarung ist \u2013 empirisch \u00fcberpr\u00fcfbar \u2013 voller Irrtum und Gewalt. Die Pluralisierung der modernen Lebenswelt stellt traditionsgesicherte Stabilit\u00e4t in Frage, was Angst und in deren Gefolge Gewalt erzeugt. Angst als Folge der Machtlosigkeit, Schw\u00e4che, Ungewissheit, Deprivation mu\u00df \u00fcberwunden werden, so da\u00df Menschen wieder zu Subjekten ihrer Identit\u00e4tsbestimmung und Geschichte werden k\u00f6nnen. Der nicht kritikf\u00e4hige Konsument mu\u00df um so mehr vom wirklichen Leben wissen, je weniger er sich dar\u00fcber medial berichten l\u00e4sst. Wir m\u00fcssen uns fragen, ob die Kinder in Zukunft noch gern miteinander sprechen, so richtig von Angesicht zu Angesicht. Oder ob sie nur noch per e\u2013Mail miteinander klarkommen. Es ist kein Zufall, da\u00df der Urheber des Blutbads am Erfurter Gutenberg\u2013Gymnasium seine Freizeit im World Wide Web verbracht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dummheit ist nicht nur ein intellektueller Mangel, sondern auch eine bornierte Beschr\u00e4nktheit des Besserwissens, ein Mangel an Kreativit\u00e4t und das Fehlen von Neugierde gegen\u00fcber dem noch nicht Dagewesenen. Sie ist die Unf\u00e4higkeit, offen daf\u00fcr zu sein und wom\u00f6glich zu akzeptieren, da\u00df die Argumente und Entscheidungen des Anderen, ja sein gesamter Lebensentwurf auch richtig sein k\u00f6nnen. Egozentrizit\u00e4t ist das \u2013 meist angstgesteuerte \u2013 Haften am eigenen Ich, das sich abgrenzt, um bestehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich ist Ich\u2013Abgrenzung ein wesentlicher Aspekt der psychischen Entwicklung jedes einzelnen Menschen; doch dabei stehenzubleiben, bedeutet geistige und soziale Erstarrung. Wir haften in diesem Sinne am Ich, weil wir die Dummheit nicht \u00fcberwinden. Tr\u00e4gheit ist das Festhalten am Gewohnten, die Starrheit dessen, der so denkt, f\u00fchlt und handelt, weil er oder weil man immer so gedacht, gef\u00fchlt und gehandelt hat. Dummheit, Egozentrizit\u00e4t und Tr\u00e4gheit sind ein Mangel an Weisheit. Literaturp\u00e4dagogik strebt danach, diesen Mangel zu \u00fcberwinden. Wo wir einander ernst nehmen, schulden wir einander auch Wahrhaftigkeit. Das Leben ist komplex, Einsichten sind es auch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Kultivierung einer solchen Geisteshaltung wird keine Verst\u00e4ndigung erreicht werden k\u00f6nnen. Wir brauchen zum Dialog eine Geisteshaltung, die das Vorl\u00e4ufige aller menschlichen Erkenntnis ertragen und mit Gelassenheit Fragen stellen und zuh\u00f6ren kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_13000\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/zsb-214x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13000\" class=\"wp-image-13000 size-full\" title=\"zsb-214x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/zsb-214x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13000\" class=\"wp-caption-text\">Bewohner des Benninghofs<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die k\u00fcnftige P\u00e4dagogik, will sie den Erkenntnissen und der gewachsenen Bedeutung des Wissens Rechnung tragen, mu\u00df die Sprachumwelt, also die Kommunikationsbedingungen, gestalten, um Inhalte zu vermitteln. Dabei mu\u00df die Dominanz der Textvermittlung gebrochen werden, um kreative Verbindungen mit der Grundstruktur menschlicher Wissensbed\u00fcrfnisse einzugehen. Dazu z\u00e4hlen Emotionen und Erinnerungen ebenso wie Bilder, Poesie ebenso wie sprunghafte Assoziation. Auf die Anforderungen der modernen Medien reagiert A.J. Weigoni als experimentierender Analytiker und analytischer Experimentierer. Ihm scheint, da\u00df sich diese Form von literaturp\u00e4dagogischer Arbeit nicht nur mit Erscheinungsformen und Problemen der Arbeitswelt befasst, sondern sich zuk\u00fcnftigen Arbeitsfeldern spielerisch ann\u00e4hert. H\u00f6rspiel als Spiel, nach seiner Erfahrung ist das Spielen der K\u00f6nigsweg zum Verst\u00e4ndnis der neuen Medien. Computer, Tonstudios und Software sind keine Werk\u2013, sondern Spielzeuge, wobei die traditionellen Medien als Navigationshilfen dienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Literaturp\u00e4dagogik ist demnach ein Synonym f\u00fcr das Probieren, das Erforschen, das Improvisieren und das Erfinden, sie schlie\u00dft die Jugendlichen mit dem k\u00fcnstlerischen Erfahrungspotenzial zusammen. Zugleich bindet sie die resultierenden H\u00f6rst\u00fccke aus dem suchenden Spiel an die Symbolwelten der Jugendlichen zur\u00fcck und macht Jugendkulturen damit verst\u00e4ndigungsf\u00e4hig. Dar\u00fcber l\u00e4sst sich ein konstruktiver Streit f\u00fchren, bei der man es nicht als Blamage ansieht, wenn man unterschiedlicher Meinung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wichtig ist, da\u00df man beim Lernen die Frustschwelle nach oben treibt. Medienkompetenz umfasst aus Weigonis Sicht vier Punkte: Medienkunde, Medienkritik, Mediennutzung und Mediengestaltung. Diesen Weg zeichnet er mit seinem essayhaften Text <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/mpaed.htm#7.%20Das%20Erlernen\"><em>Produktorientiertes medienp\u00e4dagogisches Arbeiten mit Jugendlichen<\/em><\/a> nach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">*Restexemplare der CD &#8222;Ohryeure&#8220; sind erh\u00e4ltlich \u00fcber: info@tonstudio-an-der-ruhr.de<\/p>\n<div id=\"attachment_13002\" style=\"width: 224px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ohryeure300-214x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-13002\" class=\"wp-image-13002 size-full\" title=\"ohryeure300-214x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/ohryeure300-214x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-13002\" class=\"wp-caption-text\">Cover: Almuth Hickl<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daher stehen einige Produktionen auf <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/mpaed.htm#7.%20Das%20Erlernen\">MetaPhon<\/a> als download im Netz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Medientheorie ist kein Herzst\u00fcck einer irgendwo universit\u00e4r und irgendwie institutionell beheimateten Wissenschaft mit relativ fester und konkreter Lehr- und Forschungspraxis. Medientheorie ist die fortgesetzte Suche nach einem Medienbegriff und Symptom daf\u00fcr, dass es keine Medienwissenschaft in diesem Sinne gibt. Prof.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/12\/24\/stille\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":101193,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,46,3904,3905,977],"class_list":["post-12850","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-almuth-hickl","tag-prof-dr-oliver-jahraus","tag-thomas-alva-edison","tag-volker-forster"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12850","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12850"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12850\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104885,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12850\/revisions\/104885"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101193"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12850"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12850"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12850"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}