{"id":12833,"date":"2013-12-03T00:01:20","date_gmt":"2013-12-02T23:01:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12833"},"modified":"2022-02-27T18:58:02","modified_gmt":"2022-02-27T17:58:02","slug":"versnetze-re","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/03\/versnetze-re\/","title":{"rendered":"Versnetze \u00b7 Revisited"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">An|tho|lo|gie, die; -, -n [griech. antholog\u0092\u00eda, eigtl. = Bl\u00fc\u009ftenlese, zu: \u0087\u00e1nthos = Blume u. l\u008e\u00e9gein = sammeln, lesen]: Sammlung von ausgew\u00e4\u008ahlten literarischen Texten. <\/span><br \/><span style=\"color: #888888;\"> Deutsches Universalw\u00f6\u009arterbuch<br \/><\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_18350\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Axel-Kutsch.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-18350\" class=\"size-full wp-image-18350\" title=\"Axel-Kutsch\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Axel-Kutsch.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"144\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-18350\" class=\"wp-caption-text\">Axel Kutsch, Lyriker und Anthologist<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne die Lyrikanthologien von Axel Kutsch w\u00e4re das literarische Leben im deutschen Sprachraum deutlich \u00e4rmer. Lyrik erreicht seit jeher ihre Leser vorzugsweise \u00fcber Sammelb\u00e4nde, und immer wieder leisten diese zus\u00e4tzlich Erweckungsdienste f\u00fcr junge Autorinnen und Autoren, die hier Vorbild und Meister entdecken und hoffentlich auch die Erkenntnis, da\u00df fast noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Lyrik ist nie homogen, resultiert sie doch aus zahllosen Stimmen und Stilen, die hier eine Reihe von Ber\u00fchrungspunkte aufweisen, dort aber auch kaum eine \u00c4hnlichkeit aufweisen. Den 50.000 ernsthaft um eigene Lyrik bem\u00fchten Autoren stehen vielleicht 500 Lesern gegen\u00fcber, die Lyrikb\u00e4nde k\u00e4uflich erwerben \u2013 und zwar jeweils nur den besten eines Jahrgangs. Gottfried Benn hat behauptet, von seinen Einnahmen aus der Lyrik habe er die Kosten f\u00fcr seine Z\u00fcndh\u00f6lzer bestritten. Um Geld kann es also nicht gehen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Die ganze Landschaft ist ein Manuskript<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">John Montague<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12863 alignright\" title=\"Vers1\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers1-199x300.jpg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers1-199x300.jpg 199w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers1.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a><span data-offset-key=\"e5gtm-0-0\">Lyrik-<\/span>Anthologien sind eigenwillig. Sie sperren sich dem summarischen Urteil, weil ihre Einheit bloss eine \u00e4usserliche, nicht die inhaltlicher Koh\u00e4renz ist. Die Stimmenvielfalt in \u00bbVersnetze_eins\u00ab bis \u00bbVersnetze_f\u00fcnf\u00ab erscheint wichtiger als die Auslese. Walter Benjamin unterscheidet drei Arten von Anthologien: jene, die einen bedeutenden Dichter zum Herausgeber haben, dessen Lyrikauswahl \u00bbeingestandenerma\u00dfen oder nicht normativen Charakter\u00ab hat und deshalb selbst als \u00bbDokument der hohen Literatur\u00ab gelten darf, dann jene, deren Herausgeber als Person zur\u00fccktritt und sich rein informative Ziele gesetzt hat, und schlie\u00dflich die \u00bbunerfreulichste Gattung\u00ab, die \u00bbals m\u00fc\u00dfiges Spiel eines Unberufenen ein undeutliches Ineinander eklektischer und informatorischer Gesichtspunkte\u00ab \u00a0darstellt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Alles stimmt beim Herausgeber und Lyriker Axel Kutsch, da alles bei ihm Dichtung sein kann und mit Dichtung zu tun hat. In seinen Gedichten h\u00f6ren die Sachverhalte auf zu sein und fangen an zu bedeuten. Kutschs Gedichte, zuletzt ver\u00f6ffentlicht in \u00bbStille Nacht nur bis acht\u00ab und \u00bbFegefeuer, Flamme sieben\u00ab, handeln nicht davon, was passiert, sondern wie Leser es erleben. Von 2008 bis 2012 erschienen die vieldiskutierten Anthologien <em>Versnetze_eins<\/em> bis <em>Versnetze_f\u00fcnf<\/em>, Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Herausgeber von Lyrik\u2013Anthologien hat Axel Kutsch einen ganz anderen Begriff davon, was diese Gattung leisten mu\u00df. Die von ihm seit 1984 fast j\u00e4hrlich herausgegebenen Sammelb\u00e4nde f\u00fcgen sich ineinander mit eiszeitlicher, in geologischen Epochen denkender Zwangsl\u00e4ufig\u00adkeit, als fortschreitende Bewegung. Er denkt in Werkzusammenh\u00e4ngen, was ihn zu einer Ausnahmeerscheinung macht. Zuletzt erschien <em>Versnetze_f\u00fcnf<\/em>, eine Anthologie, die prim\u00e4r nach Postleitzahlen angeordnet ist. Zu entdecken ist auf diese \u00fcbergreifende Weise eine Lyriklandschaft, die sich Metropole wie Hinterland widmet. \u00dcber seine Arbeit als Herausgeber von Lyrik\u2013Anthologien sagt Kutsch erg\u00e4nzend zum Projekt <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/kollegen\/kutsch.htm\">Kollegengespr\u00e4che<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Verlag schreibt gezielt Autorinnen und Autoren an.\u00a0Von\u00a0den Einsendungen ist zwar\u00a0nicht alles zu verwenden, aber es\u00a0bleiben\u00a0immer genug annehmbare bis hervorragende neue Gedichte auch weniger bekannter Verfasser, mit denen man niveauvolle Anthologien f\u00fcllen kann. Ich lege\u00a0Wert darauf, nicht nur\u00a0etablierten Lyrikern ein Forum f\u00fcr Ver\u00f6ffentlichungen zu bieten, sondern auch solchen, die sich bisher\u00a0erst in ihren regionalen Szenen einen Namen gemacht haben.\u201c<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Gedichte sind offene Gebilde<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Versnetze_zwei-200.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12865\" title=\"Versnetze_zwei-200\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Versnetze_zwei-200.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"298\" \/><\/a>Als Herausgeber ist Axel Kutsch Entdecker. Zwischen Verbindlichkeit und Freiheit, zwischen Hierarchie und Innigkeit, Ordnung und Chaos findet er auch die Na\u00addeln im Heuhaufen. Er hat fr\u00fch erkannt, da\u00df die aktuelle Lyrik auf ei\u00adnem viel h\u00f6heren Niveau angesiedelt ist als die sogenannte Popliteratur. Die Postmoderne endete jedoch mit der Massennutzung des Internets, kaum niemand nimmt Notiz von ihrem Sterben, weil das Leben immer mehr von einer immer noch schneller werdenden, ja, wahnwitzigen Schnelligkeit gepr\u00e4gt zu sein scheint.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Literaturtheorie wird zusehends von Literaturmarketing abgel\u00f6st, kompetente Buchkritiken werden durch geschm\u00e4cklerische Literaturtipps ersetzt. Die seri\u00f6se Buchauswahl verschwindet, stattdessen wird alles zur Geschmacksfrage degradiert. Der Markt beeinflu\u00dft die Wahl, bestimmt die Vorlieben und etabliert Werte. Selbst wenn Besprechungen nett gemeint sind, steht darin immer etwas, das erkennen l\u00e4\u00dft, da\u00df nicht begriffen wurde, was die Autoren bei der Schreibarbeit tats\u00e4chlich besch\u00e4ftigt hat. In den seltensten F\u00e4llen wird die urspr\u00fcngliche Aufgabe des Kritikers noch befolgt, \u00fcber Literatur zu schreiben, bevor man sie beurteilt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Kritischer Regionalismus<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12867 alignright\" title=\"versnetze3\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze3-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze3-205x300.jpg 205w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze3.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a>Im 20. Jahrhundert versuchten die Autoren, s\u00e4mtliche Regionen des Landes aussch\u00f6pfend zu beschreiben, nach dem Zweiten Weltkrieg folgte die modernistische Literatur, welche die plurale Identit\u00e4t der alten BRD entdeckte und sich andererseits darum bem\u00fchte, die Weimarer Traditionen wiederaufzunehmen. Die Lyriker der blank generation sind so lebendig wie vielstimmig, sie schreiben keine Befindlichkeitstexte, leisten daf\u00fcr aber sorgf\u00e4ltige Spracharbeit und schreiben poetisch souver\u00e4n, welterfahren und vor allem eigenwillig. Die literarische Str\u00f6mung des Regionalismus wirkt der Globalisierung entgegen, da sie eine starke Bindung zu einer \u00d6rtlichkeit und einen Bezug zur Geschichte entwickeln. Die Antwort der Lyriker auf die Globalisierung liegt in der Anthologie \u00bbDie inneren Fernen\u00ab in der Vertiefung der eigenen historischen Wurzeln.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Literaturbetrieb gleicht einem Adler, der mit gebrochenen F\u00fc\u00dfen in die L\u00fcfte steigt, die ihm jedwede Landung verwehren. Heutzutage scheint Literatur der Inbegriff des Fragmentarismus, der unsere Zeit ansteckt, dadurch charakterisiert und die typisch fin\u2013de\u2013si\u00e8cle\u2013belastete Verwirrung und Fassungslosigkeit der Methoden bzw. existentiellen Werkzeuge zum Ausdruck bringt. Diese Autoren wagen, jeder auf seine Art und Weise, eine Berufung der Methode einzulegen, indem sie eine Berufung der Rhetorik heraufbeschw\u00f6ren. Die alten Fragen der Literatur bleiben erhalten \u2013 wie etwa die nach dem Geschlechterverh\u00e4ltnis oder dem Rest Unerkl\u00e4rlichem, das sich der menschlichen Erkenntnis entzieht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb sollte sich die neue Literatur nicht frontal gegen die Religionen stellen. Aber sie mu\u00df die sogar bei Atheisten bislang unzureichend ausgebildete Anschauung st\u00e4rken, da\u00df Moral und Ethik keineswegs nur \u00fcber religi\u00f6se \u00dcberzeugungen funktionsf\u00e4hig werden. Es geht um eine Erweiterung des literarischen Felds. Seit einiger Zeit erlebt die deutschsprachige Lyrik eine kleine Renaissance. Das hat einerseits mit dem Wagemut der Kleinverlage zu tun; es h\u00e4ngt aber auch zusammen mit der Wiederentdeckung lyrischer Formen durch j\u00fcngere Autorinnen und Autoren. Es f\u00e4llt auf, da\u00df manche lyrische Innovationen der letzten Jahre aus dem Hinterland kommen, ob aus der Edition YE in Sistig\/Eifel, der Landpresse in Weilerswist, der Edition Das Labor aus Bad M\u00fclheim oder der Silver Horse Edition aus Marklkofen: Ob Peripherie Zentrum oder Zentrum Peripherie ist, entscheiden die interessierten Leserinnen und Leser mit jedem neuen Gedichtband neu.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Das Gedicht als besondere Form des Denkens<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-12868\" title=\"Vers4\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers4-192x300.jpg\" alt=\"\" width=\"192\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers4-192x300.jpg 192w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Vers4.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 192px) 100vw, 192px\" \/><\/a>Die in \u00bbVersnetze_eins\u00ab bis \u00bbVersnetze_f\u00fcnf\u00ab gebotene Vielfalt l\u00e4\u00dft sich im Rahmen dieses Aufsatzes kaum w\u00fcrdigen. Damit stehe ich nicht allein da, kompetente Buchkritiken werden durch geschm\u00e4cklerische Literaturtipps ersetzt. Gedichte, die auf ihre \u00e4sthetische Autonomie pochen und sich implizit als Gegenwelt zur geschichtlichen begreifen, werden dabei dem Generalverdacht ausgesetzt, im \u00bbluftleeren Raum\u00ab zu schweben, ja sogar einer \u00bbWertverwahrlosung\u00ab Vorschub zu leisten. Die seri\u00f6se Buchauswahl verschwindet, stattdessen wird alles zur Geschmacksfrage degradiert. Der Markt beeinflu\u00dft die Wahl, bestimmt die Vorlieben und etabliert Werte. Selbst wenn Besprechungen nett gemeint sind, steht darin immer etwas, das erkennen l\u00e4\u00dft, da\u00df nicht begriffen wurde, was die Autoren bei der Schreibarbeit tats\u00e4chlich besch\u00e4ftigt hat. In den seltensten F\u00e4llen wird die urspr\u00fcngliche Aufgabe des Kritikers noch befolgt, \u00fcber Literatur zu schreiben, bevor man sie beurteilt. Die Einzigartigkeit von Lyrik liegt, abgesehen von ihrer bestechenden Sch\u00f6nheit, in der Unkenntnis einer prosaischen Realit\u00e4t, die das Herzst\u00fcck so vieler B\u00fccher der Epoche ausmacht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Baden<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/COV_KEHLE_SCHERBEN_L.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12872 alignright\" title=\"COV_KEHLE_SCHERBEN_L\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/COV_KEHLE_SCHERBEN_L-189x300.jpg\" alt=\"\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/COV_KEHLE_SCHERBEN_L-189x300.jpg 189w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/COV_KEHLE_SCHERBEN_L-646x1024.jpg 646w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/COV_KEHLE_SCHERBEN_L.jpg 1010w\" sizes=\"auto, (max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a>Das beste Beispiel f\u00fcr kritischen Regionalismus ist der Badenser Matthias Kehle. Dieser Lyriker hat eine Reife erreicht, die ihn locker in seinen <em>Fundus<\/em> greifen l\u00e4\u00dft. Kehle versenkt sich an oft ungew\u00f6hnlichen Erinnerungsorten tief ein in die Psyche des Badischen und entwirft dabei ganz nebenbei eine Kulturgeschichte der versunkenen BRD. Anwesend ist das Abwesende bei Kehle in der Bipolarit\u00e4t der unentzifferten Zeichen. Fesselnde Fiktion lebt vom Spezifischen, er kompiliert klug Zitate aus Forschungs\u2013 und Popul\u00e4rliteratur, Reportagen und historische Anekdoten. Als Flaneur entdeckt er auf neuen Wegen das Innere von Karlsruhe und Umgebung. Mit zergliederndem Blick beobachtet er Jogger und Fahrradfahrer. Da\u00df ihm dabei jedes poetische Mittel recht ist und er selbstredend auch den Kalauer nicht verschm\u00e4ht, demonstriert die Demut und v\u00f6llige D\u00fcnkellosigkeit dieses Lyrikers. F\u00fcr Proust bedeutet Erinnerung die Suche nach verborgenen Augenblicken des Gl\u00fccks, f\u00fcr Kehle sind Erinnerungen gleichsam Sammellinsen f\u00fcr lyrische Stoffe. Dieser Lyriker ist ein Fraktalk\u00fcnstler, das gro\u00dfe Ganze setzt er aus eigenen Miniaturen zusammen und spiegelt ein lyrisches Ich in die Welt zur\u00fcck.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Leselampen<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze5-200.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-12871\" title=\"versnetze5-200\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze5-200-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze5-200-198x300.jpg 198w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/versnetze5-200.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a>Die Leser von Lyrik haben nicht den Eindruck einer Unvollst\u00e4ndigkeit von Anthologien und einzelnen B\u00fcchern, sondern den der Unabschlie\u00dfbarkeit dieser Literaturgattung, die einem Leben und vor allem einem damit engverm\u00e4hlten Werk angemessen ist, die gleicherma\u00dfen durch ungew\u00f6hnliche Komplexit\u00e4t wie durch untergr\u00fcndige Verbindungen gekennzeichnet sind. Nachzulesen in den hervorragend edierten B\u00e4nden der \u00bbVersnetze. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart\u00ab. Jedes Jahr w\u00e4hlt Kutsch, die repr\u00e4sentativsten und die singul\u00e4rsten Gedichte aus. So entsteht ein weit gespannter \u00dcberblick zur aktuellen Lyrik, und zugleich ergeben sich neue Perspektiven von experimenteller Poesie \u00fcber Naturlyrik bis zur jungen Dichtung. Erinnerungsbilder tauchen in diesen Anthologien immer wieder auf, Bilder, in denen sich ein Ich seiner Wahrnehmung zu vergewissern sucht. Sie stehen neben leichten, beinahe heiteren Gedichten. Ber\u00fchrend sind die Liebesgedichte, und auch sie sind gepr\u00e4gt von m\u00e4andernden, schwingenden Suchbewegungen. Bisweilen werden sie einer strengen Form unterworfen, die sie mit geschickten Brechungen unterlaufen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Kutsch \u00fcber die Editionsarbeit: \u00bbEs spricht sich schnell in Deutschland herum, wenn irgendwo seri\u00f6se Anthologien ediert werden, also Sammelb\u00e4nde, bei denen die Autorinnen und Autoren sich nicht finanziell zu beteiligen brauchen und ebenso wenig zu Mindestabnahmen gen\u00f6tigt werden. Und dann hagelt es schon bald Gedichte. Manche Einsender schicken wenige Texte, andere 40 bis 50, obwohl in einer Anthologie bestenfalls ein paar Beitr\u00e4ge pro Autor ver\u00f6ffentlicht werden k\u00f6nnen. Es ist dann auch haufenweise lyrischer Schrott darunter, f\u00fcr dessen Lekt\u00fcre man eigentlich Schmerzensgeld erhalten m\u00fc\u00dfte. Aber als engagierter Herausgeber liest man alles bis zur letzten Zeile, \u00e4rgert sich, da\u00df so viele Dilettanten sich offenbar f\u00fcr Dichter halten und legt den Kram ad acta: nicht verwendungsf\u00e4hig. Ja, so wird man allm\u00e4hlich zum Lyrikmasochisten, in den Augen der Dilettanten wohl eher zum Sadisten, weil man von ihnen nicht mal einen Dreizeiler ver\u00f6ffentlicht. Allerdings bleiben immer genug annehmbare bis hervorragende neue Gedichte auch weniger bekannter Verfasser \u00fcbrig, mit denen man Jahr f\u00fcr Jahr lesenswerte und niveauvolle Anthologien f\u00fcllen kann. Da kommt Entdeckerfreude auf, die f\u00fcr den vielen Schrott entsch\u00e4digt.\u00ab<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">K\u00f6lner Bucht<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/axel-kutsch-stillenacht-150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12874 alignright\" title=\"axel-kutsch-stillenacht-150\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/axel-kutsch-stillenacht-150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"263\" \/><\/a>In seinem Band <em>Stille Nacht nur bis acht<\/em> verkn\u00fcpft der Lyriker Axel Kutsch Assoziationen zu einem Bewu\u00dftseinsvorgang, der zwischen den Zeiten vermittelt, das Vergangene hervorholt, Tr\u00e4ume realisiert und so Gedanken ins Sprachbild bringt. Es ist diese offene Form des Schreibens, die ihn immer am meisten interessiert hat. Eine offene Form, die sich selbst bildet. Axel Kutsch formuliert indirekt eine Frage, die viele Gedichte in diesem Band stellen: die Frage, was die Menschen antreibt und umtreibt. Die Frage, was die Erinnerung mit uns anstellt, diese Tr\u00f6sterin, die immer wieder aufflackert und nie verl\u00e4\u00dflich ist und die mitunter ein Stachel ist. Vielleicht versteht man seine Gedichte am besten, wenn man als Lesemodell das Parodiekonzept Peter R\u00fchmkorfs in Anschlag bringt, der postuliert hat, die Parodie m\u00fcsse ihren Gegenstand dialektisch vorf\u00fchren, ihn eben nicht nur ironisch in Frage stellen, sondern ihn auch aufheben, aktualisieren und somit weitertradieren. Darum scheint es auch Axel Kutsch zu gehen, wenn er sich den Charme, die Suggestivkraft und den poetischen Glanz dieser anachronistischen Sprache mit stupendem stilmimetischem Talent anverwandelt. Kutsch entwirft das Bild einer chaotischen Welt, aus der einen keine Geschichtsphilosophie, Meta\u2013Erz\u00e4hlung oder Religion retten kann und feiert in seinen Gedichten gerade deshalb die Freiheit des Einzelnen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Anleitung<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Sie ein Gedicht lesen,<br \/>dann lesen Sie es am besten so,<br \/>sehen Sie, so.<br \/>Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen Sie<br \/>es auch anders lesen.<br \/>Es gibt verschiedene M\u00f6glichkeiten.<br \/>Beispielsweise so.<br \/>Oder so.<br \/>Ich habe einen Mann gekannt,<br \/>der Gedichte so las.<br \/>Aber er war eine Ausnahme.<br \/>Die meisten lesen Gedichte so.<br \/>Ja, genau so.<br \/>Haben Sie schon einmal<br \/>ein Gedicht so gelesen?<br \/>Nein, nicht so, sondern so.<br \/>Ich sage Ihnen, es bringt nicht viel,<br \/>wenn man ein Gedicht so liest.<br \/>Man liest es besser so.<br \/>Verbindliche Regeln gibt es nicht.<br \/>Aber glauben Sie mir:<br \/>Sie haben mehr von einem Gedicht,<br \/>wenn Sie es so lesen \u2013<br \/>sehen Sie, so.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Axel Kutsch<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Aus dem Hinterland<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/breuer.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12875\" title=\"breuer\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/breuer.gif\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"201\" \/><\/a>Lyrik w\u00e4re nach allen \u00f6konomischen Gesichtspunkten schon immer zum Aussterben verurteilt gewesen, und trotzdem h\u00e4lt sie sich \u2013 notfalls eben in der Form der Samisdat. In den Anthologien \u00bbVersnetze_eins\u00ab bis \u00bbVersnetze_f\u00fcnf\u00ab pr\u00e4sentiert Axel Kutsch so unterschiedliche Lyriker wie Michael Arenz, Maximilian Zander, Michael Hillen, Christa Wisskirchen, Frank Milautzcki, Matthias Kehle, Axel Kutsch oder Theo Breuer. Die gro\u00dfe Gabe von Theo Breuer, die ich in dessen Gedichtb\u00e4nden \u00bbNacht im Kreuz\u00ab und \u00bbWortlos\u00ab erlebe, ist es, das, was ich lese, wie soeben geschehen aussehen zu lassen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Strippenzieher aus dem Hinterland \u00fcber seine Zusammenarbeit mit dem Herausgeber Peter Ettl: \u00bbAls Peter Ettl 2006 mit dem Vorschlag an mich herantrat, einen Gedichtband in seiner neuen Lyrikreihe herauszugeben, reagierte ich zun\u00e4chst abwartend. Ich hatte gerade die Herausgabe der Monographie \u00bbAus dem Hinterland. Lyrik nach 2000\u00ab hinter mir, und mir war \u00fcberhaupt nicht nach einem weiteren Buch. Ich bat um Bedenkzeit und schlug Axel Kutsch vor, bei dessen Band \u00bbStille Nacht nur bis acht\u00ab ich das Lektorat \u00fcbernahm. Das war gleichsam Initialz\u00fcndung sowohl f\u00fcr meinen Band als auch die seitdem immer intensiver gewordene Zusammenarbeit, die 2009 in einen zweiten Band von mir in der Reihe m\u00fcndete und die ich nicht mehr missen m\u00f6chte. Peter Ettl ist ein gef\u00fchlvoller und zuverl\u00e4ssiger Herausgeber, in dessen katzenumsprungener Silver Horse Edition ich mich sauwohl f\u00fchle, zumal die Lyrikreihe von Band zu Band an Format und Profil gewinnt.\u00ab<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/theo-breuer1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12877 alignright\" title=\"theo-breuer1\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/theo-breuer1.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"188\" \/><\/a>Theo Breuer l\u00e4\u00dft es laufen, er \u00fcberl\u00e4\u00dft sich den W\u00f6rtern, er improvisiert, das Kalk\u00fcl kommt erst viel sp\u00e4ter ins Spiel \u2013 aber dann ohne Pardon. Souver\u00e4n kn\u00fcpft er in seinem Band \u00bbWortlos und andere Gedichte\u00ab an die literarischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts an, nachzulesen in Gedichten wie \u00bbbrinkmann, blick\u00ab oder \u00bbverinnerung an oskar p.\u00ab. Was im Lehrbuch steht, ist nur ein Ausschnitt aus der Literaturgeschichte. Lyrische Figuren haben ihr eigenes Leben, auch ihre eigene Vorgeschichte. Sie schwingt mit in den Versen, grundiert die Handlungen. Theo Breuer komplettiert seine Vorstellung von der lyrischen Moderne. Er entwirft, basierend auf der Literaturgeschichte, eine Art von Lyrik, die \u00fcber diese literarischen Vorlagen hinausreicht. Immer wieder gibt es diese Momente in seiner Lyrik, Szenen, die sich im Ged\u00e4chtnis festsetzen, die nicht verlierbar sind \u2013 eine Art Triumph der Literatur.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Ist Lyrik \u203aschwierig\u2039?<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ein Genre, das enger als jede andere literarische Gattung an Klang und Rhythmus von Sprache gebunden sind, sind Gedichte f\u00fcr den Laien bisweilen schwer zu be\/greifen. (Warum wollen sie nur immer begreifen, wo die Welt an sich doch insgesamt kaum zu begreifen ist.) Gedichte sind eben kein Kreuzwortr\u00e4tsel, welches es zu l\u00f6sen gilt. Wirtschaftlich betrachtet, ist Lyrik per se glatter Unsinn, aber Betriebswirtschaft ist im Leben eben nicht alles. Und so haben Lyrikeditoren wie die Peter Ettls besonders schwer und besonders leicht zugleich: \u00bbEs ist halt alles relativ\u00ab, wie es in \u00d6don von Horvaths St\u00fcck \u00bbItalienische Nacht\u00ab immer wieder hei\u00dft.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Inseln-\u2013-Isole.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12878\" title=\"Inseln \u2013 Isole\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Inseln-\u2013-Isole.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Inseln-\u2013-Isole.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Inseln-\u2013-Isole-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Lekt\u00fcre des zweisprachigen Bands \u00bbInseln \u2013 Isole\u00ab zeigt, da\u00df Peter Ettl mit wenigen Strichen literarische Bilder entwirft, von der Einsamkeit, der Aufl\u00f6sung des Individuums, vom Brachliegen aller erworbenen F\u00e4higkeiten, von der Sehnsucht nach einem anderen Leben, aber auch vom Lebenswillen. Dieser Lyriker will, was alle Dichter wollen, die Conditio humana formal bew\u00e4ltigen und so momenthaft zu transzendieren und vergessen machen. Das Tr\u00f6stende seines \u00e4sthetischen Spiels Versen offenbart sich nachdr\u00fccklich. Die verspielte Nonchalance und Unverkrampftheit h\u00e4lt er hoch. Seine Poesie ist die Kunst, auf jede Antwort noch eine Frage zu haben, alles Selbstverst\u00e4ndliche unselbstverst\u00e4ndlich werden zu lassen. Ettl bewerkstelligt es, da\u00df seine Gedichte Bewusstsein und Sendungsbewusstsein haben, da\u00df sie sich f\u00fchlen, als h\u00e4tten sie ein Selbst. Im Grunde handelt Ettls Lyrik stets auch von den anderen, um von sich selbst zu sprechen. Und dies vom Sehnsuchtsland r\u00fcckgespiegelt zu bekommen hat seinen ganz eigenen Charme.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Rheinland<\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Enfant.4c.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12879 alignright\" title=\"Enfant.4c\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Enfant.4c.jpeg\" alt=\"\" width=\"140\" height=\"211\" \/><\/a>Mit seinen Gedichten bewegt sich Wolf Doley im Widerspruch zum Literaturbetrieb, er will den Ursprung, er will sie jedoch bewu\u00dft. Das hat die Konsequenz, da\u00df die Unschuld immer schon verloren ist wenn er sich schreibend \u00fcber die Verse beugt. Doleys\u2019 Gedichtband \u00bbins blaue springen\u00ab enth\u00e4lt bereits im Kern die sp\u00e4teren theoretischen \u00dcberlegungen, seinen Kampf gegen das Kleinb\u00fcrgertum und die Konsumgesellschaft, wird hier zur lyrischen Klammer, die sein Denken zusammenspannt. Manchmal scheint es, als wolle dieser Autor in der Entwicklungsgeschichte des lyrischen Ichs die Welt an den Enterhaken nehmen. Das Schreiben ist f\u00fcr Doleys immer auch die Emanzipation von der papierenen Welt, ist das Verlassen des akademischen Kreislaufs, der zyklisch strukturierten Welt, ist das Hineingehen in die Linearit\u00e4t und damit der Eintritt in die Geschichte.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In \u00bbEnfant perdu\u00ab packt der vielseitige Intellektuelle Doleys sein avanciertes Wissen und seine klugen Reflexionen zum Thema \u00bblinke Utopie\u00ab in eine Form und st\u00f6bert in einem Metaphernhaushalt, der viele Facetten des Zeitgeistes aufweist. die Beschreibung dieser Experimente ist in ihrer Klarheit hinrei\u00dfend und klingt wie ein fernes Echo auf Ernst Blochs \u00bbDas Prinzip Hoffnung\u00ab. Wenn man Doleys\u2019 Essays liest, meint man, die Moderne beginnt, wo Ursprung und Herkunft historisch und zugleich vergessen werden; sie leugnet die Verwurzelung in ewig gleicher \u00dcberlieferung und behauptet eine Geburt aus eigener Kraft. Doleys pustet den Denkerstaub der Intellektuellen beiseite, die den Vogelflug einer verg\u00e4nglichen Idee mit der unverg\u00e4nglichen Faktizit\u00e4t der Geschichte verwechseln. Hier ist ein Eigendenker zugange, der den stilistischen Posaunenton als sp\u00e4texpressionistisch entlarvt. Seine Essays sind vagabundierende Gedankenz\u00fcge, anregend und schillernd, immer geistreich und nie langweilig. Doleys ist ein Fischer am Ufer der Kulturgeschichte. Unerm\u00fcdlich zieht er sein Netz durch den Strom der \u00dcberlieferung, und geduldig f\u00e4ngt er ungew\u00f6hnliche Gedanken ein.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Endmor\u00e4nenlandschaft<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mei\u00dfel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12882\" title=\"mei\u00dfel\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/mei\u00dfel.jpg\" alt=\"\" width=\"162\" height=\"240\" \/><\/a>Wie schon in \u00bbkindheit und kadaver\u00ab verf\u00fcgt Holger Benkel aus Sch\u00f6nebeck (bei Magdeburg) auch \u00bbmei\u00dfelbrut und andere gedichte\u00ab \u00fcber kulturelle Deutungsmuster und \u00dcbersetzungsm\u00f6glichkeiten, die anderen fehlen. F\u00fcr diesen Lyriker leuchtet die Devise einer abfallgeplagten Epoche auch als Lebensdevise ein. Seine Biographie erscheint als Zwischenexistenz, als interkulturelle Existenz, aber sie dient ihm der produktiven Herausforderung und nicht irgendeiner &#8218;Verostung&#8216;. F\u00fcr jemanden, der auf dem Land zu Hause ist und der die Welt der Arbeit ganz genau kennt, der Schreibkrisen hinter sich hat und erst sp\u00e4t entdeckt wurde, scheint das Bild des Au\u00dfenseiters wie geschaffen. Kein Buch ist f\u00fcr Autoren riskanter als eines, das Gefahr l\u00e4uft, hastig gelesen zu werden. Die Gedichte, von denen hier die Rede ist, behandeln einen gro\u00dfen, weitl\u00e4ufigen und einsch\u00fcchternden Gegenstand, da kann Eile alles vernichten. F\u00fcrsorglichkeit, scheint mir, hat Benkels Umgang mit der Sprache gepr\u00e4gt. Jedes einzelne Wort, und sei es das harmloseste, besitzt bei ihm einen eigenen Wert, ist unersetzlich und kostbar. So kommt er mit immer weniger Worten aus, und sie haben ein immer gr\u00f6\u00dferes Gewicht. Der Glanz, der unvergleichliche Klang seiner Gedichte n\u00e4hrt sich aus dieser Ehrfurcht vor dem einfachen Wort. die Gedichte kreisen oft in parabolischer Form um den Tod.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Benkel1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12883 alignright\" title=\"Benkel1\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Benkel1.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"133\" \/><\/a>Bei Holger Benkel sind Selbstwahrnehmung und \u00f6ffentliches Rollenklischee schon fr\u00fch miteinander verschmolzen. Jeder Dichter scheint eine ihm eigene Welt zu bewohnen mit einem ihm eigenen Mobiliar, seiner Poesie. Das Typische an der Lyrik Holger Benkels liegt im eigenen Klang. die Gedichte verlangen nach einer alle Sinne mit einbeziehenden Lekt\u00fcre, um in ihrem vollen Gehalt erfasst zu werden; sie erfordern Respekt und Ruhe. Der Magdeburger B\u00f6rde, in der er geboren wurde, h\u00e4lt er bis heute die Treue. Auch die meisten Bewohner seiner Kreisstadt haben sich inzwischen arrangiert mit dem schreibenden Nachbarn. Mit seinen Gedichten hat er dort F\u00e4hrten eingezeichnet, die nicht so schnell verblassen d\u00fcrften. Von westlichem Verschw\u00f6rungsdenken ebenso weit entfernt wie von \u00f6stlicher Zerknirschtheit, betreibt er beinahe eine Arch\u00e4ologie der Lebens\u2013 und Seinsformen in der ehemaligen DDR und im Nachwendedeutschland. Er wirft einen genauen Blick auf existenzielle Grenzbereiche und \u00dcberschreitungen zwischen der sinnlichen Anschauung und der Halluzination variieren Motive der Todesmystik. Seine expressionistischen und surrealen Kunstgriffe sind keine Stil\u00fcbungen oder Zitate, sondern auf einer anderen Eben zugleich Schilderungen des Erlebten. Besonders die darin dominierende Schwermut, das Dunkle und Lebensunt\u00fcchtige man\u00f6vrieren den Leser mitunter an den Rand sichtlicher Ersch\u00fctterung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die literarische Gestaltung gesellschaftlicher Zust\u00e4nde und Prozesse kann indes beinahe nur gelingen, wenn man sie sich nicht dauernd vornimmt, sondern vielmehr aus der eigenen Erfahrung heraus schreibt. Wichtig sind f\u00fcr Holger Benkel Momente, die er weniger zu fixieren als vielmehr zu finden trachtet. Dabei werden sie zu einer existenziellen Erfahrung, die in einer anderen als der gefundenen Formulierung nicht aufzuheben ist: als Denkprozesse mit und in der Sprache. Diese zeugt Unterwelt und zeigt damit auf Welt, Mythologisches verbindet sich mit Allt\u00e4glichem in immer neuen Anl\u00e4ufen und Konstellationen und jedes Mal wieder auf v\u00f6llig \u00fcberraschende Weise.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Emigration in die Sprache<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">T\u00f6richt, sagt Hebbel, wer vom Dichter Vers\u00f6hnung der Dissonanzen verlangt. \u00bbAber allerdings kann man fordern, da\u00df er die Dissonanzen selbst gebe.\u00ab Sprachdichte hat noch eine andere Dimension, eine tiefer gehende Eindr\u00fccklichkeit, kann durch scheinbar unlogisches Ineinanderschieben von Erlebnis\u2013, Gedanken\u2013 und Klage\u2013Ebenen das Lot tiefer senken. Da erreicht es uns, \u00bbmagisches Spiel in einem magischen Raum\u00ab \u2013 uns, die wir trotz aller Warnungen des Romanciers eben doch annehmen, Literatur sei wichtiger als eine Aktie.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Franca-300x199.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-12884\" title=\"Franca-300x199\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Franca-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"119\" \/><\/a>Francisca Ricinskis Bl\u00fctenpapierprosa kennt wohl die Frage, aber nicht die Antwort, es sei denn H\u00f6lderlins \u00bbWas bleibet aber, stiften die Dichter\u00ab. Manches mag dann weniger werden und vieles uns abhandenkommen, die Dichtung aber bewahrt es, indem das Verlorene zur Kunst wird. Verkl\u00e4rung ist nicht die Sache von Francisca Ricinski, jedoch die Entdeckung von Sch\u00f6nheit noch in den winzigsten Gegenst\u00e4nden und Gesten. Es pr\u00e4sentiert sich eine Lyrikerin, die mit genauen Beobachtungen und einer melodischen, sehr pr\u00e4zisen Sprache arbeitet. Auf behutsame und eindringliche Weise erkundet sie die eigene Geschichte, es sind nicht selten verst\u00f6rende Erinnerungen, die befragt werden, und sie d\u00fcrfen ihre R\u00e4tselhaftigkeit bewahren und in der Schwebe bleiben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die inzwischen im Rheinland beheimatete Francisca Ricinski hat nie versucht, den sprachlichen Modismen zu folgen. Der sicherste Weg ins Unmoderne ist, das Moderne zu pflegen, weil man das morgen nicht mehr h\u00f6ren kann. Anhaltspunkte aus der menschlichen Wirklichkeit. Ihre Figuren sind in das Mahlwerk einer \u00fcbergro\u00dfen zerst\u00f6rerischen Macht geraten. Sie haben \u00fcberlebt, doch nun sind ihnen Bilder eingebrannt. In zahlreichen, oft kaum merklichen R\u00fcckblenden eines zur\u00fcckhaltenden Erz\u00e4hlers macht sich der Klammergriff bemerkbar, in dem diese Bilder die Gegenwart halten. Unbek\u00fcmmert, mit feinem stilistischem Gesp\u00fcr mischt sie Genres, verbindet Analysen mit Impressionen, gleitet vom Heute ins Gestern und wieder zur\u00fcck. Was einmal war, ist nur noch in der Sprache gegenw\u00e4rtig, in einem lyrischen Erz\u00e4hlen, das seine Dringlichkeit mit jedem Vers beweist. Francisca Ricinski schreibt pr\u00e4zise und sensibel, sie versteht es, die gro\u00dfe Geschichte mit der kleinen zu verschr\u00e4nken, das Pers\u00f6nliche ins Allgemeine laufen oder besser: st\u00fcrzen zu lassen. Wenige Skizzen reichen ihr, den Protagonisten ein pers\u00f6nliches Antlitz zu geben.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/francicsa-ricinski-zug-180.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12885 alignright\" title=\"francicsa-ricinski-zug-180\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/francicsa-ricinski-zug-180.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"250\" \/><\/a>Nichts scheut sie so sehr wie das Pathos des Individuellen, die \u00dcberfrachtung der Poesie mit Unmengen von Privatem, auf da\u00df der Leser auch ja verstehe, welch einzigartiger Mensch da verloren geht. Aufdringliche Privatmythologie ist ihre Sache nicht, die Texte bleiben schlank. Es gibt bei ihr eine Einfachheit der Sprache, eine Nat\u00fcrlichkeit der Dialoge, die den Abstand zur Literatur geringer erscheinen l\u00e4sst. Dabei m\u00fcssen die Menschen nicht unbedingt so sprechen wie im richtigen Leben. Aber man sp\u00fcrt, da\u00df die Worte, S\u00e4tze, die Francisca Ricinski f\u00fcr sie schreibt, ihnen entsprechen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Ostheim \/ Rh\u00f6n<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Engstlers Gedichte wenden sich radikal gegen gesellschaftlichen Normierungen, gegen den Literatubetrieb und dies (ausdr\u00fccklich auch orthographisch provozierend) mit einer verwegenen Verkn\u00e4uelung von Hybris und Demut, Tiefsinn und Posse. Seine Lyrik streift das Ephemere der Momenten und Gelegenheiten, die sich dem dichterischen Zugriff bieten, fast vollst\u00e4ndig ab und f\u00fchrt sie in Augenblicke glasklarer Beobachtung \u00fcber. Ohne R\u00fccksicht auf soziale Rituale und Reglements bricht Peter Engstler verkrustete Strukturen auf. Dieser Autor interessiert sich gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Wirklichkeit, die Psyche und das Unterbewu\u00dftsein, denn hier sucht er nach der letzten Wahrheit. Seine Texte ent\u00e4u\u00dfern die innere Bewegung und verinnerlichen zugleich das \u00c4u\u00dfere. Schon fr\u00fch hat sich Engstler in das Biosph\u00e4renreservat an die Rh\u00f6n zur\u00fcckgezogen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/engstler_strophen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12890\" title=\"engstler_strophen\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/engstler_strophen.jpg\" alt=\"\" width=\"138\" height=\"210\" \/><\/a>Den vulkanischen Ursprung dieses Gebirgszugs ahnt man ebenso als Bodensatz seines Schreibens wie die offenen Fernen. Aus diesem Hinterland gelingt ihm ein Transfer der Normalit\u00e4t ins Pathetische \u2013 mitunter nicht ohne ironischen Nebenton, der als kritisches Element in <em>Strophen eins<\/em> mitschwingt. Es geht um die andere Wirklichkeit, die durch Literatur in die Welt kommt. Diese Lyrik ist kein Selbstzweck, sondern eine klug angelegte, tief gestaffelte Vorrichtung, in der das Publikum auf Wortfelder trifft. Behutsam f\u00e4chert Engstler die Variationen des Blicks auf die Gegenwart auf und l\u00e4dt dazu ein, das eigene Begreifen als vorl\u00e4ufiges, verg\u00e4ngliches zu begreifen. Dies ist ein Buch voller Lebensweisheit, aber es stellt diese Weisheit an keiner Stelle zur Schau. Es geht in \u00bbStrophen eins\u00ab darum, den Lesern das Disparate nahe zu bringen. Mit einfachen Worten: Es geht um prismatische Wahrnehmung.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Sauerland<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/fundAmente-225x3001.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12891 alignright\" title=\"fundAmente-225x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/fundAmente-225x3001.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a>Drei Schlagworte beleuchten das erste K\u00fcnstlerbuch von Stephanie Neuhaus: n\u00fcchtern, beobachtend und pointiert. Ihre Kombination von Wort und Strich entzieht sich jeder \u00c4sthetisierung ebenso wie jeder geheuchelten N\u00e4he. Wenn so etwas wie n\u00fcchterne Lyrik konstatiert werden kann, dann findet man sie in diesem K\u00fcnstlerbuch. Die Sauerl\u00e4nderin Stephanie Neuhaus verfolgt das Ideal eines K\u00fcnstlerbuches, in welchem Bilder Texten gegen\u00fcbergestellt werden, ohne da\u00df sie sich jeweils illustrieren, doch sie ergeben ein folgerichtiges Ganzes. Sie untersucht das Wesen des Schattens in ihren fast spr\u00f6den Gedichten wie Bildern und l\u00e4\u00dft den eigentlichen Charme ihrer Lyrik erst mit dem letzten Wort zur vollen Entfaltung kommen. Ohne eigentliche dichterische Sprache, ohne die M\u00f6glichkeit, sich im Literaturbetrieb zu verst\u00e4ndigen, ist sie abh\u00e4ngig von leisen Gesten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Stephanie Neuhaus ist empfindsam f\u00fcr Signale \u2013 ihre eigenen und die anderer. Es liegt etwas Traumwandlerisches in den Bildern von Stephanie Neuhaus, sie erz\u00e4hlen Geschichten \u2013 so unwahrscheinlich und widerspr\u00fcchlich, da\u00df immer, wenn man denkt, sie begriffen zu haben, sich eine neue Geschichte, eine neue Deutung ergibt. Es sind offene Bilder, sie laden ein, darin zu wandern. Was k\u00fcnstlich wirkt, ist so nah an der Natur, da\u00df die Illusion von Leben bleibt. Die Linolschnitte von Stephanie Neuhaus wirken bekannt, irgendwo schon gesehen, aber erst mit dem R\u00fccken eines entbl\u00f6\u00dften Menschen, dem Spiel des Lichts auf der Haut wird man diese Bekanntschaft erkennen. Die schlaglichtartige Ausleuchtung gibt diesen Arbeiten ihre Struktur, formt eine flie\u00dfende Welt des Schattens, Formuntersuchungen trotzdem, ganz n\u00fcchtern protokolliert. Stephanie Neuhaus sucht in ihren Linolschnitten einen grafisch anmutenden Rahmen, ihre Bilder haben Fluchten und Achsen, sie geben dem Blick nicht nur eine Richtung, sondern der Szene etwas bewu\u00dft Tableauhaftes \u2013 als ob die Artistin das Beschr\u00e4nkte des eigenen Blicks offenlegen wollte. Dieses Erstlingswerk fordert heraus \u2013 auch zu kritischer Teilhabe.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Der Bogen<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/linz_miniaturen-150x150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12892\" title=\"linz_miniaturen-150x150\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/linz_miniaturen-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Wie kaum eine andere Werkstattgalerie in Deutschland hat &#8218;Der Bogen&#8216; in Arnsberg immer gro\u00dfen Wert auf die handwerkliche Erarbeitung von K\u00fcnstlerb\u00fccherm gelegt. Von den Materialb\u00fcchern des J\u00fcrgen Diehl \u00fcber die \u00bbSchland\u2013Box\u00ab von Peter Meilchen bis hin zu den Haimo Hieronymus\u2019 Erkundungen \u00fcber die M\u00f6glichkeiten der Linie zwischen Schrift und Zeichnung findet sich eine Vielfalt des Ausdrucks, die ihresgleichen sucht. Die kurze Form ist auch Haimo Hieronymus einen Versuch wert. Seine sprachlichen \u00bbMiniaturen\u00ab gehen ins Aphoristische. Als Sprach\u2013Bildner pr\u00e4gt Haimo Hieronymus visuelle Sprachskizzen, Polaroids der Erinnerung. Und dies in Form eines K\u00fcnstlerbuchs, das in der Edition Das Labor bestellt werden kann.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Gedichte als Stimmen\u2013Speicher<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" 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alt=\"\" width=\"223\" height=\"358\" \/>F\u00fcr den eingeb\u00fcrgerten Rheinl\u00e4nder A. J. Weigoni ist das Buch eine Partitur, die es in Konzerten der Sprache aufzuf\u00fchren gilt. Mit hoher Konzentration komponiert er eine Elegie \u00fcber die entzweiende Kraft des Eros. Seine Sprache hat Eleganz und Musikalit\u00e4t, und seine \u00bbLetternmusik\u00ab ist voller Weisheit und Humanit\u00e4t. Wer sich die M\u00fche macht, die Gedichte laut zu lesen \u2013 was f\u00fcr diese Gattung eigentlich generell zu empfehlen ist \u2013 merkt schnell, mit welch unglaublicher Pr\u00e4zision und Raffinesse sie rhythmisiert sind.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Spielen mit W\u00f6rtern und das Verschieben der Semantik mit anderen Worten generiert eine Worterotomanie, Linguistik als tanzbares Mantra, Musik aus Buchstaben komprimiert: Polyphonie aus Silben und W\u00f6rtern, absolute Musik wie beim sp\u00e4ten Monteverdi als \u00c4quivalent f\u00fcr das, was mit Sprache den eigenen Besch\u00e4digungen und denen der Welt um diesen kleinen Ich\u2013Mittelpunkt herum entgegengestellt werden kann. Die Rettung hinein ins kulturelle Ged\u00e4chtnis, auch wenn der Anteil auch noch so gering ist.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr einen Moment nur \u00fcber die Konventionen unserer Vorstellungen von Lebenszeit hinaus gedacht: sich an einem bestimmten Punkt in die gro\u00dfe Gleichzeitigkeit der K\u00fcnste eintragen zu k\u00f6nnen ist das unbescheidene Sehnsuchtsziel f\u00fcr A. J. Weigoni. Rhythmisch, lautmalerisch und konsonantenreich macht er Sprache als Material sichtbar. Ihm gilt seine unabl\u00e4ssige Aufmerksamkeit: die Sprache, die vor ihm denkt und aus ihrem magischen Ursprung ihre Kraftlinien und Rhythmen mitbringt, ohne die kein dichterischer Text m\u00f6glich wird. In der Bereitschaft des Lyrikers, das Schreiben ihrer Eigenbewegung, ihrem Atem zu \u00fcberantworten, ist Sprache nicht mehr nur Mitteilung oder Aussage; sie wird Evokation, wird eine Dimension von allem Geschehenden selbst, eine Dimension der Bilder, die aus der Erinnerung aufleuchten. Die Gedichte sind pr\u00e4zis gearbeitete Vexierbilder, die ihre unterschiedlichen Seiten schon beim ersten Anblick ersp\u00fcren lassen, um dann, bei genauerer Betrachtung, eine Tiefensch\u00e4rfe bis in ihre filigrane Technik hinein zu entfalten. Diese Gedichte sind ein Sprach\u2013Spiel mit der Aufforderung zum Mitspielen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">MeckPom<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/lyrikheader.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12893\" title=\"lyrikheader\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/lyrikheader.png\" alt=\"\" width=\"149\" height=\"144\" \/><\/a>Die sogenannte Provinz ist keine literarische terra incognita, kein wei\u00dfer Fleck in den Atlanten der Lyrik mehr. Die Bewahrung der Poesie gewinnt f\u00fcr die blank generation in genau dem Moment einen historischen Sinn, in dem das Tragische seines Lebens und das der Geschichte miteinander verschmelzen. Dies ist nicht zuletzt nachzuvollziehen bei der t\u00e4glich von Michael Gratz in unerme\u00dflichem Sammlerflei\u00df edierten Lyrikzeitung, die den umfassendsten \u00dcberblick \u00fcber das lyrische Geschehen gibt. Gratz\u2019 F\u00fchrung durchs Labyrinth der lyrischen Welt ist bewundernswert, und es fehlt dabei auch nicht an Hinweisen auf den intellektuellen Kontext, in dem sich das Leben, Denken und Dichten abspielt. Hervorragender Mitspieler in diesem Internet-Team der Literatur-Plattformen ist der von Andreas Heidtmanns stilvoll edierte Poetenladen. Als Herausgeber scheint er eine Art Universalpoesie im Sinn zu haben. Er hat mit www.poetenladen.de ein Forum f\u00fcr Gegenwartsliteratur geschaffen, das einen erstklassigen \u00dcberblick liefert. Der Poetenladen soll weder in den Klappkasten der sch\u00f6ngeistigen noch der engagierten Literatur passen, hier spiegelt sich die deutschsprachige Gegenwartspoesie in all ihren Facetten und Spielarten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbIn Wahrheit sind solche Zeitschriftenmenschen nur noch Randfiguren des literarischen Betriebs, literaturverr\u00fcckte Einzelg\u00e4nger und Sturk\u00f6pfe, die sich von mageren Renditen nicht von ihrer Leidenschaft f\u00fcr die Literatur abbringen lassen und sich einen hartn\u00e4ckigen Entdeckerehrgeiz f\u00fcr literarische Begabungen und vergessene Texte bewahrt haben. Zeitschriftenmacher wie Andreas Heidtmann aus Leipzig \u2013 das sind die letzten Abenteurer des Geistes, unterwegs nicht nur auf allen Kontinenten der Weltliteratur, sondern auch in den Winkeln der Provinz, um dort die unentdeckten Talente der Gegenwartsdichtung aufzusp\u00fcren. Andreas Heidtmann, der heute f\u00fcr sein Literaturmagazin POET mit dem Hermann\u2013Hesse\u2013Preis der Stadt Calw ausgezeichnet wird, hat seit 2005 gleich zwei literarische Horchposten errichtet, die zur Verbesserung unserer literarischen Infrastruktur beigetragen haben: Er hat mit dem Poetenladen im Internet eine gut besuchte Plattform f\u00fcr Gegenwartsliteratur geschaffen, die einen im Get\u00fcmmel der Newcomer, Novizen und ambitionierten Talente einen verl\u00e4sslichen \u00dcberblick liefert. Und er hat 2007 mit dem Literaturmagazin POET eine Zeitschrift\u00a0 gegr\u00fcndet, die auf jeweils rund 200 Seiten den allerj\u00fcngsten Metamorphosen der viel versprechenden Jungen Literatur auf sehr inspirierte Weise nachsp\u00fcrt\u2026\u00ab, w\u00fcrdigte Michael Braun in der Laudatio anl\u00e4\u00dflich der Verleihung des Calwer Hermann\u2013Hesse\u2013Preises Andreas Heidtmann und das Magazin POET.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Lyrikkalender-233x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-12888\" title=\"Lyrikkalender-233x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Lyrikkalender-233x300.jpg\" alt=\"\" width=\"186\" height=\"240\" \/><\/a>Nimmt man zu den vorgenannten erg\u00e4nzend den von Shafiq Naz edierten Lyrikkalender dazu, stellt man fest, da\u00df wir in geistig in guten Zeiten leben, so aufregend war deutsche Lyrik seit Barock und Expressionismus nicht mehr. Die fragilste der literarischen Formen gilt gemeinhin als deren teuerste \u2013 und dies im doppelten Sinn: Die Randst\u00e4ndigkeit der Lyrik abseits des \u00f6konomischen Gewinns steht in direkter Proportion zu der hohen symbolischen Wertsch\u00e4tzung, mit der man sie bedenkt. Lyrik scheint ein Gut zu sein, das zugleich sein eigener Marktpromoter ist. Wenn es gutgeht, schafft sich Lyrik eine Gesellschaft, die bereit ist, sie am Leben zu erhalten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Bogenschlag zwischen Vertrautem und Unver\u00adtrautem<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im 21. Jahrhundert ist Selbstentbl\u00f6\u00dfung unter jungen deutschen Autoren ganz normal. Je lauter man br\u00fcllt, desto schlechter wird man verstanden. Das hei\u00dft, je greller eine Entbl\u00f6\u00dfung daherkommt, desto weniger schockiert sie. Die gegenw\u00e4rtige deutschsprachige Lyrik ist von einer ungeahnten Produktivit\u00e4t und Vielfalt. In den letzten Jahren haben sich unz\u00e4hlige neue Stimmen gemeldet \u2013 mit sehr unterschiedlichen Ans\u00e4tzen und nicht selten in einer intensiven Auseinandersetzung mit der lyrischen \u00dcberlieferung. In den Traditionslinien, die Axel Kutsch in \u00bbVersnetze_eins\u00ab bis \u00bbVersnetze_f\u00fcnf\u00ab aufzeigt, geht es um die R\u00fcckkehr zur Aufkl\u00e4rung.\u00a0 Axel Kutsch stimmt dem zu, aber nicht zu derselben Art von Aufkl\u00e4rungsliteratur. Einfach mit Aufkl\u00e4rung oder Klassik weiterzumachen geht gerade dann nicht, wenn man besonders stark damit sympathisiert. Das ist ein gro\u00dfer Gedanke Ezra Pounds: \u00bbUm etwas wieder zu tun, mu\u00df ich es neu machen.\u00ab Tradition hei\u00dft \u00bbimmer wieder an\u00adders dasselbe\u00ab.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kutsch die Lyrik\u2013Anthologie \u00bbJahrhundertwende\u00ab vorbereitete, dachte er im Vorfeld laut \u00fcber den Titel nach:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\">\u00bbEinige in meiner Umge\u00adbung haben mir geraten, die Anthologie \u00bbJahrtausendwende\u00ab zu nennen. Das w\u00e4re mir zu bombastisch und zu vermessen. Mit einigem Gl\u00fcck wird die Menschheit die kommenden Jahrzehnte noch \u00fcberstehen, aber kaum das n\u00e4chste Jahrtausend. Wir haben es in\u00adzwischen so weit gebracht, da\u00df das Denken in gro\u00dfen Dimensionen an Scharlatanerie grenzt. Im 20. Jahrhundert ist gnadenlos viel kaputtgemacht worden. Und so wird es weitergehen. Keine Aussicht auf Besserung. Ich blieb also bei \u00bbJahr\u00adhundertwende\u00ab. Diese Thematik umfasst man\u00adcherlei Aspekte: Blick zur\u00fcck in ver\u00adgangene Epochen, auf die Gegenwart und in die n\u00e4here Zu\u00adkunft. Das Buch ist ein inhaltlicher und stilistischer Fin\u2013de\u2013si\u00e8cle\u2013Seismograph zeitgen\u00f6ssischer deutsch\u00adsprachiger Lyrik.\u00ab<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Die innere Notwendigkeit eines Gedichts<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Orte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12895 alignright\" title=\"Orte\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Orte-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Orte-211x300.jpg 211w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Orte.jpg 271w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/a>Axel Kutschs eigene Gedichte, die in B\u00fcchern wie in <em>Einsturzgefahr<\/em> oder <em>Ikarus f\u00e4hrt Omnibus<\/em> nachzulesen sind, verkn\u00fcpfen Assoziationen zu einem Bewu\u00dftseinsvorgang, der zwischen den Zeiten vermittelt, das Vergangene hervorholt, Tr\u00e4ume reali\u00adsiert und so Gedanken ins Sprachbild bringt. Es ist diese offene Form des Schrei\u00adbens, die ihn immer am meisten interessiert hat. Eine offene Form, die sich selbst bildet. Axel Kutsch entwirft das Bild einer chaotischen Welt, aus der ei\u00adnen keine Ge\u00adschichtsphilosophie, Meta\u2013Erz\u00e4hlung oder Religion retten kann, und fei\u00adert in seinen Gedichten gerade deshalb die Freiheit des einzelnen. Man m\u00f6chte seine An\u00adthologien nicht missen, ihm andererseits mehr Zeit f\u00fcr seine eigene Arbeit w\u00fcn\u00adschen:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbW\u00e4hrend der Wochen und Monate, in denen ich selbst mit der Zusammenstellung einer Anthologie besch\u00e4ftigt bin, f\u00e4llt mir meistens kein brauchbarer Vers ein. Aber niemand zwingt mich zu dieser editorischen Arbeit, die ja auch ihren sch\u00f6pferischen Stellenwert hat. Ich mache das h\u00f6chst freiwillig und ausgesprochen gerne, auch wenn damit eine gewisse Selbstausbeutung verbunden ist.\u00ab<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Hoch\u00adgespannt\u00adheit<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lesen \u00e4hnelt dem Schreiben, es ist ein kreativer Prozess. Schreiben fasse ich als das Auffinden eines verborgenen, inneren Textes auf. Die Arbeit Axel Kutschs besteht darin, dem Wesen des Menschen auf die Spur zu kommen \u2013 und zwar jenseits von Urteilen oder Therapievorschl\u00e4gen \u2013, und deshalb studiert er den Menschen sehr genau. Es mu\u00df Schriftsteller geben, die kritische Fragen stellen und hohe moralische Anspr\u00fcche vertreten, sonst bleibt nur die Barbarei. Wenn es stimmt, da\u00df Lyriker als letzte Sinnstifter gesucht werden, ist es ein gutes Zeugnis f\u00fcr die westliche Gesellschaft, da\u00df sie Lyriker als \u00f6ffentliche Stimmen derzeit nicht ben\u00f6tigt. Hauptsache, die Lyriker werden gelesen. Umgekehrt hat ein Lyriker, der die Gesellschaft erst beeinflussen will, bevor er sie beschrieben hat, seinen Beruf verfehlt. Gute Lyriker sind beim Schreiben k\u00fchl und unbestechlich. Und sie lassen sich beim Nachdenken viel Zeit. W\u00fcnschen wir dem Herausgeber und Lyriker Axel Kutsch noch viele Mu\u00dfestunden.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">Zehn Zeilen mit Ikarus<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">Sch\u00f6ner Gru\u00df von Ikarus,<br \/>der jetzt wieder fallen mu\u00df.<br \/>F\u00e4llt durch Zeile drei und vier.<br \/>Nunmehr sehen wir ihn hier<br \/>weiter fallen im Gedicht.<br \/>Ikarus, dich retten nicht<br \/>Zeile sechs bis Zeile acht,<br \/>wo er grad den Sturzflug macht.<br \/>Gleich erreicht er Zeile zehn.<br \/>Ikarus \u2013 auf Wiederseh&#8217;n.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">Axel Kutsch<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorgestellte B\u00fccher:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Axel Kutsch (Hrg.): \u00bbVersnetze_eins\u00ab bis \u00bbVersnetze_f\u00fcnf\u00ab Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2008 \u2013 2012.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Axel Kutsch, Fegefeuer, Flamme sieben, edition bauwagen, Itzehoe 2005.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Axel Kutsch, Stille Nacht nur bis acht, Silver Horse Edition, Marklkofen 2006.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Theo Breuer, Wortlos und andere Gedichte, Silver Horse Edition 2009.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Wolf Doleys, Enfant perdu,\u00a0Edition Lichtenberg, Odenthal 1995.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Holger Benkel, mei\u00dfelbrut und andere gedichte, Ziethen\u2013Verlag, Oschersleben \u00a02009.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Engstler, Strophen eins, Medien Streu, Ostheim\/Rh\u00f6n 2009.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Peter Ettl, Inseln \u2013 Isole, Silver horse Edition, Marklkofen 2009.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Matthias Kehle, Fundus, Silver Horse Edition, Marklkofen 2009.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Shafiq Naz (Hg), Der deutsche Lyrikkalender. Jeder Tag ein Gedicht, alhambra publishing, B-Bertem 2010.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Stephanie Neuhaus, Schattenfluss, Edition Das Labor, M\u00fclheim an der Ruhr 2009.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Francisca Ricinski, Zug ohne R\u00e4der\u00a0\/ Trenul fara roti, lyrische Prosa, rum\u00e4nisch und deutsch, Nachwort von Theo Breuer, Editura Fundatiei Culturale Poezia, Iasi\/Rum\u00e4nien 2008.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">A. J. Weigoni, Gedichte, Doppel\u2013CD, Tonstudio an der Ruhr, M\u00fclheim an der Ruhr 2008.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\r\n<h5>Von Axel Kutsch edierte Lyrik-Anthologien 1983 \u2013 2013<\/h5>\r\n<p><strong>1 \u2219 Die fr\u00fchen 80er<\/strong>. <em>Lyrik und Prosa<\/em> \u00b7 1983<\/p>\r\n<p><strong>2 \u2219 Keine Zeit f\u00fcr Lyrik?<\/strong> \u00b7 1984.<\/p>\r\n<p><strong>3 \u2219 Lebenszeichen 84<\/strong>. <em>Lyrik<\/em> \u00b7 1984.<\/p>\r\n<p><strong>4 \u2219 Gegenwind<\/strong>. <em>Neue Gedichte deutschsprachiger Autoren<\/em> \u00b7 1985.<\/p>\r\n<p><strong>5 \u2219 Ortsangaben<\/strong>. <em>Lyrik<\/em> \u00b7 1987.<\/p>\r\n<p><strong>6 \u2219 Lyrik 87<\/strong> \u00b7 1987.<\/p>\r\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcQhDANbPCyV53uok1c2wZky-TLQ_jcjlZiWxysiSFWc59UrLyGU\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"157\" \/>7 \u2219 Wortnetze I<\/strong>. <em>Neue deutschsprachige Lyrik <\/em>\u00b7 mit Michael Rupprecht \u00b7 1988.<\/p>\r\n<p><strong>8 \u2219 Wortnetze II<\/strong>. <em>Neue deutschsprachige Lyrik<\/em> \u00b7 1990.<\/p>\r\n<p><strong>9 \u2219 Wortnetze III<\/strong>. <em>Neue deutschsprachige Lyrik<\/em> \u00b7 1991.<\/p>\r\n<p><strong>10 \u2219 Zehn<\/strong>. <em>Neue Gedichte deutschsprachiger Autor(inn)en<\/em> \u00b7 1993.<\/p>\r\n<p><strong>11 \u2219 Zacken im Gem\u00fct<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der 90er Jahre<\/em> \u00b7 1994.<\/p>\r\n<p><strong>12<\/strong> <strong>\u2219 Der<\/strong> <strong>Mond ist aufgegangen<\/strong>. <em>Deutschsprachige Mondlyrik vom Barock bis zur Gegenwart<\/em> \u00b7 1995.<\/p>\r\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcTw4NGXfR6pNaZv0twWQkdqotnDDVYE5DVMhUjztoL16M50x5uI\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"147\" \/>13 \u2219 Jahrhundertwende<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 1996.<\/p>\r\n<p><strong>14 \u2219 Orte. Ansichten<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 1997.<\/p>\r\n<p><strong>15 \u2219 Das gro\u00dfe Buch der kleinen Gedichte<\/strong>. <em>Deutschsprachige Kurzlyrik der Gegenwart <\/em>\u00b7 1998.<\/p>\r\n<p><strong>16 \u2219 Rei\u00dft die Kreuze aus der Erden!<\/strong> <em>Lyrik in den Zeiten der Revolution von 1848<\/em> \u00b7 1998.<\/p>\r\n<p><strong>17 \u2219 Der parodierte Goethe<\/strong>. <em>Neue Texte zu alten Gedichten<\/em> \u00b7 1999.<\/p>\r\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcRx277H7PgRfCXqykyNK7YB5LBRZ1Lxawjjsh-HQOz88EQYZR_C\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"150\" \/>18 \u2219 Unterwegs ins Offene<\/strong>. <em>Erste Gedichte aus einem neuen Jahrtausend<\/em> \u00b7 mit Anton G. Leitner \u00b7 2000.<\/p>\r\n<p><strong>19 \u2219 Blitzlicht<\/strong>. <em>Deutschsprachige Kurzlyrik aus 1100 Jahren<\/em> \u00b7 2001.<\/p>\r\n<p><strong>20 \u2219 St\u00e4dte. Verse<\/strong>. <em>Deutschsprachige Gro\u00dfstadtlyrik der Gegenwart <\/em>\u00b7 2002.<\/p>\r\n<p><strong>21 \u2219 Zeit. Wort<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 2003.<\/p>\r\n<p><strong>22 \u2219 Lunas kleine Weltrunde<\/strong>. <em>Das Mondkarussell der Poesie<\/em> \u00b7 2003.<\/p>\r\n<p><strong>23 \u2219 Spurensicherung<\/strong>. <em>Justiz- und Kriminalgedichte<\/em> \u00b7 mit Amir Shaheen \u00b7 2005.<\/p>\r\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"https:\/\/encrypted-tbn3.gstatic.com\/images?q=tbn:ANd9GcRSUWe_dFkLhN1GC-R4t8tCZuz4yJeGw5WzPN6368SAQyijRE-V\" alt=\"\" width=\"101\" height=\"151\" \/>24 \u2219 47 &amp; 11<\/strong>. <em>Echt k\u00f6lnisch Lyrik<\/em> \u00b7 2006.<\/p>\r\n<p><strong>25 \u2219 Versnetze<\/strong>. <em>Das gro\u00dfe Buch der neuen deutschen Lyrik<\/em> \u00b7 2008.<\/p>\r\n<p><strong>26 \u2219 An Deutschland gedacht<\/strong>. <em>Lyrik zur Lage des Landes <\/em>\u00b7 2009.<\/p>\r\n<p><strong>27 \u2219 Versnetze_zwei<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 2009.<\/p>\r\n<p><strong>28 \u2219 Versnetze_drei<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 2010.<\/p>\r\n<p><strong>29 \u00b7 Versnetze_vier<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 2011.<\/p>\r\n<p><strong>30<\/strong> <strong>\u00b7 Versnetze_f\u00fcnf<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 2012.<\/p>\r\n<p><strong>31<\/strong> <strong>\u00b7 Versnetze_sechs<\/strong>. <em>Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart<\/em> \u00b7 2013.<\/p>\r\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft  wp-image-16989\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover8-203x300.jpg\" alt=\"\" width=\"110\" height=\"162\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover8-203x300.jpg 203w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover8-695x1024.jpg 695w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Cover8.jpg 1680w\" sizes=\"auto, (max-width: 110px) 100vw, 110px\" \/><\/a>Zu Versnetze \u2192<\/p>\r\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=16881\">Lustrum<\/a><\/p>\r\n<h5><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6497\">Vergi\u00dfmeinicht <\/a><\/h5>\r\n<h5><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=7069\">Die Farben der B\u00fccher und des japanischen Himmels<\/a><\/h5>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\r\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>, sowie einen Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>\u201c <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An|tho|lo|gie, die; -, -n [griech. antholog\u0092\u00eda, eigtl. = Bl\u00fc\u009ftenlese, zu: \u0087\u00e1nthos = Blume u. l\u008e\u00e9gein = sammeln, lesen]: Sammlung von ausgew\u00e4\u008ahlten literarischen Texten. Deutsches Universalw\u00f6\u009arterbuch Ohne die Lyrikanthologien von Axel Kutsch w\u00e4re das literarische Leben im deutschen Sprachraum deutlich \u00e4rmer.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/03\/versnetze-re\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,104,93,94,1082,130,160,87,84,311],"class_list":["post-12833","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-axel-kutsch","tag-francisca-ricinski","tag-holger-benkel","tag-matthias-kehle","tag-peter-engstler","tag-peter-ettl","tag-shafiq-naz","tag-theo-breuer","tag-wolf-doleys"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12833"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12833\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101122,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12833\/revisions\/101122"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}