{"id":12791,"date":"2011-12-12T00:01:07","date_gmt":"2011-12-11T23:01:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12791"},"modified":"2024-09-24T18:08:43","modified_gmt":"2024-09-24T16:08:43","slug":"rheintor-revisited","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/12\/12\/rheintor-revisited\/","title":{"rendered":"Rheintor \u00b7 Revisited"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Linz und Kunst<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das landl\u00e4ufige Vorurteil, Kunst sei eine Schnapsidee, unterlaufen Klaus Krumscheid und A.J. Weigoni augenzwinkernd mit dem Verweis auf Heinz Schenks Motto des Blauen Bocks:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Ich lade gern mir G\u00e4ste ein!<\/span><\/em><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12797\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Eingang.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12797\" class=\"wp-image-12797 size-medium\" title=\"Eingang\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Eingang-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Eingang-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Eingang.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12797\" class=\"wp-caption-text\">Der Kunstraum im Rheintor<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl unter den Zeltschr\u00e4gen eines gemeinsamen Umschlages, bilden Klaus Krumscheid, Andreas Noga, Charlotte Kons, Joachim Paul, Stephanie Neuhaus, Birgit Jensen, Francisca Ricinski, Almuth Hickl, Swantje Lichtenstein, Dietmar Pokoyski, Enno Stahl, Jesko Hagen, Haimo Hieronymus, A.J. Weigoni, Denise Steger, Peggy Neidel, Katja Butt, Heidrun Grote, J\u00fcrgen Diehl, Bernhard Hofer, Peter Meilchen, Holger Benkel, Theo Breuer, Thomas Suder und Stan Lafleur keine Gruppe. Es gibt keinen gemeinsamen arspoeticagleichen Ansatzpunkt als den, Kunst anders einzuordnen, um schlie\u00dflich eine Art kritischer Mutation hervorzuzaubern. Eben durch die Unterschiedlichkeit ihrer Arbeiten, durch die Unvereinbarkeit der gezielten Darlegungen und dank dieser Inkompatibilit\u00e4t wird in diesem Projekt die gegenw\u00e4rtige Lage der Kultur deutlich.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines scheint klar, zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist Kunst der Inbegriff des Fragmentarismus, der unsere Zeit ansteckt, dadurch charakterisiert und die typisch fin-de-si\u00e8cle-belastete Verwirrung und Fassungslosigkeit der Methoden, der existentiellen Werkzeuge hinter sich l\u00e4\u00dft. Diese Artisten wagen, jeder auf seine Art und Weise, eine Berufung der Methode einzulegen, indem sie eine Berufung der Rhetorik heraufbeschw\u00f6ren. Die alten Fragen der Kultur bleiben erhalten, wie die nach dem Geschlechterverh\u00e4ltnis oder dem sch\u00e4bigen Rest des Unerkl\u00e4rlichen, das sich der menschlichen Erkenntnis entzieht. Das sch\u00f6nste an der vorgestellten Kunst im Rheintor ist es, dass sie das Unverstehbare verst\u00e4ndlich macht, ohne es erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Verbunden in einem l\u00e4ssigen Gleichklang des Denkens.<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12804\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ma\u0308ander.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12804\" class=\"size-medium wp-image-12804\" title=\"MINOLTA DIGITAL CAMERA\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Ma\u0308ander-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12804\" class=\"wp-caption-text\">M\u00e4ander, von Klaus Krumscheid<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ergebnis des au\u00dfergew\u00f6hnlichen Zeitzeugenprojekts folgt einer klaren Ordnung aus Kurzbiographien, Lyrik- oder Prosastrecken, einzelnen Schwerpunkten, knappen Definitionen und herrlich unaufgeregten Fotostrecken. Die Fotos zeigen den heutigen Zustand des Rheintors und der jeweiligen Installationen. Die Verflechtungen von Poesie, Kunsttheorie, pers\u00f6nlicher Biographie und politischen Ereignissen, von Querverweisen zwischen Literatur und Kunst und von Bezugslinien zwischen Vergangenheit, Gegenwart und schlie\u00dflich sogar der Zukunft machen diese Kompilation zu einer komplexen Lekt\u00fcre. Die Kunst er\u00f6ffnet eine Dimension, die f\u00fcr die Gesellschaft v\u00f6llig unverzichtbar ist. \u00dcber Verfremdungen dr\u00fcckt Kunst die Befindlichkeiten, W\u00fcnsche, Hoffnungen und Bef\u00fcrchtungen der Menschen in Zeiten tiefgreifender Ver\u00e4nderungen aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">S\u00e4kularisierung vs. Resakralisierung<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber den Katalog der klassischen Werke wacht weder ein hohes Amt noch ein Rat von Experten. Zudem werden sich die Fachleute nie einig, solange sie \u00fcber den Wert oder Unwert von Kunstwerken debattieren. M\u00fcssten sie sich ausdr\u00fccklich einigen, um einen Klassiker zu k\u00fcren, dann w\u00e4re der Katalog wohl leer geblieben. Allerdings scheint es dann, wenn sie und ihr Publikum des Streitens \u00fcberdr\u00fcssig geworden sind, zu einer stillschweigenden Art Einigung zu kommen. Irgendwann n\u00e4mlich ist dann doch ein Urteil gefallen, dem sich alle, die weiter mitreden wollen, beugen m\u00fcssen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Es gibt Kunst und Galeriekunst.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Ed Kienholz<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dem Hochseil des Kunstzirkus ist nicht viel Platz. Event-Ausstellungen und trendige Messen mit immer j\u00fcngeren K\u00fcnstlerstars geben weltweit den Ton an. Da m\u00fcssen sich selbst staatlich gef\u00f6rderte Museen etwas einfallen lassen, um ihre nicht immer taufrischen Sammlungen aufmerksamkeitswirksam zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend die Frage: &#8222;Was will uns der Maler sagen?&#8220;, l\u00e4ngst verp\u00f6nt ist, wird die Frage: &#8222;Was wollen die Bilder?&#8220; durch den Fragenden geadelt, da\u00df den ausgestellten Bildern ein bestimmtes Wollen eingeschrieben sein kann. Bilder stellen \u2018Lebensformen\u2019 dar, die unerbittlich durch Begierden, Sehns\u00fcchte angetrieben werden &#8211; dies geht oftmals einher mit einer Negierung des K\u00fcnstlers.<\/p>\r\n<div id=\"attachment_12802\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/UndercoverCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12802\" class=\"wp-image-12802 size-medium\" title=\"UndercoverCover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/UndercoverCover-300x164.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"164\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/UndercoverCover-300x164.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/UndercoverCover-1024x561.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12802\" class=\"wp-caption-text\">UnderCover &#8211; von Andreas Roseneder<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Was die Artisten dieser Reihe verbindet, ist der Rhein. Alles im Flu\u00df, in Flu\u00df. Das Fachidiotentum ist perd\u00fc, das Labor dokumentiert die Durchl\u00e4ssigkeit zwischen den Kunstgattungen. Diese Artisten interessieren sich f\u00fcr eine Kunst, die nicht illustriert, sondern anders politisch relevant ist. Klaus Krumscheid, Andreas Noga, Charlotte Kons, Joachim Paul, Stephanie Neuhaus, Birgit Jensen, Francisca Ricinski, Almuth Hickl, Swantje Lichtenstein, Dietmar Pokoyski, Enno Stahl, Jesko Hagen, Haimo Hieronymus, A.J. Weigoni, Denise Steger, Peggy Neidel, Katja Butt, Heidrun Grote, J\u00fcrgen Diehl, Bernhard Hofer, Peter Meilchen, Holger Benkel, Theo Breuer, Thomas Suder und Stan Lafleur pflegen die Kunst des Unm\u00f6glichen. Es sind K\u00fcnstler, die sich f\u00fcr Lebensentw\u00fcrfe und das Zusammenleben interessieren und nicht f\u00fcr standardisierte Wege. Diese Art zu arbeiten, befreit diese Artisten von der Massenidentit\u00e4t, die gerade in der globalisierten Gesellschaft entsteht. Diese K\u00fcnstler machen keine Kunst, um Antihelden einer Subkultur zu sein, sondern vor allem, um die Sinngebung durch Kunst zu retten, um unter der Arbeit zu zeigen, was es bedeutet, als selbstbestimmte Individuen zu \u00fcberleben.<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>UnderCover<\/strong>, Abschlussausstellung des Rheintorprojekts im Kunstverein Linz, ab 17:00 Uhr. Was im Jahr 2000 im <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/09\/22\/undercover-im-kunstverein-linz\/\">Rheintor<\/a> begann, vollendet sich in Linz am Rhein. Der Kreis ist geschlossen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<!-- \/wp:post-content -->\r\n\r\n<!-- wp:paragraph {\"align\":\"center\"} -->\r\n<div id=\"attachment_98474\" style=\"width: 208px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98474\" class=\"wp-image-98474 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/12\/Rheintor-198x300.jpg\" alt=\"\" width=\"198\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98474\" class=\"wp-caption-text\">Rheintor, Photo: Klaus Krumscheid<\/p><\/div>\r\n<p><strong>Rheintor, Linz \u2013 Anno Domini 2011<\/strong>, Edition Das Labor 2011. \u2013 Limitierte und handsignierte Auflage von 100 Exemplaren. \u2013 Dem Exemplar 1 \u2013 50 liegt ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Holzschnitt\">Holzschnitt<\/a> von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haimo_Hieronymus\">Haimo Hieronymus<\/a> bei.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei KUNO pr\u00e4sentieren wir Essays \u00fcber den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu l\u00f6sen ist. Einen Essay zur Rheintorreihe finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/12\/10\/rheintor-revisited\/\">hier<\/a>.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n\r\n<!-- wp:image {\"align\":\"left\",\"id\":19610,\"sizeSlug\":\"large\"} -->\r\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus.<\/div>\r\n<p>&nbsp;<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Linz und Kunst Das landl\u00e4ufige Vorurteil, Kunst sei eine Schnapsidee, unterlaufen Klaus Krumscheid und A.J. Weigoni augenzwinkernd mit dem Verweis auf Heinz Schenks Motto des Blauen Bocks: Ich lade gern mir G\u00e4ste ein! 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