{"id":12628,"date":"2013-12-30T00:19:13","date_gmt":"2013-12-29T23:19:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12628"},"modified":"2022-02-28T14:18:34","modified_gmt":"2022-02-28T13:18:34","slug":"der-verdichter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/30\/der-verdichter\/","title":{"rendered":"Der VerDichter"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Die Aura der Poesie ist nicht allein zwischen Buchdeckeln gut aufgehoben.<\/span><\/em><\/p>\r\n<div id=\"attachment_17373\" style=\"width: 230px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BlaupunktRadio1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-17373\" class=\"size-full wp-image-17373\" title=\"BlaupunktRadio\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BlaupunktRadio1.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"138\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-17373\" class=\"wp-caption-text\">Photo von Eckhard Etzold<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">A.J. Weigoni erlag der Faszination des Mediums Radio in seinen Kindertagen, als der Rundfunk zu einem Zauberinstrument des Wortes wurde, zur akustischen Probeb\u00fchne der Poesie, zum Atem der Vernunft. Er sa\u00df vor einem\u00a0Rundfunkempfangsger\u00e4t mit <em>Tigerauge<\/em> wie vor einer Kultst\u00e4tte und verga\u00df, als er vor dem Lautsprecher sa\u00df, die Apparaturen und Stationen. Das Medium Radio erlebte er als zauberhaft und seine Unmittelbarkeit als bestechend. Wenn er den Empfang optimieren wollte, mu\u00dfte er nur geradewegs ins magische Auge des Empfangsger\u00e4ts schauen, das aufging oder sich schloss, wie eine sogenannte <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Abstimmanzeiger\u00f6hre\">Abstimmanzeiger\u00f6hre<\/a>, welche die St\u00e4rke des Signals veranschaulichte. Der Himmel war nicht nur der Himmel der Erde, sondern auch das Firmament der Kunst.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>So schreibt kein anderer im deutschen Sprachraum.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Theo Breuer<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schreibstab1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-12655 alignright\" title=\"Schreibstab1\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schreibstab1-41x300.jpg\" alt=\"\" width=\"41\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schreibstab1-41x300.jpg 41w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schreibstab1-140x1024.jpg 140w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Schreibstab1.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 41px) 100vw, 41px\" \/><\/a>Schriftsteller versuchen oft, aus den ersten Lebensjahren eine H\u00f6lle zu machen und eine Kindheit zu konstruieren, die zu ihrem Selbstbild pa\u00dft. Auch Rilkes Kindheit war l\u00e4ngst nicht so schlimm, wie der Mythos behauptet, den er sp\u00e4ter von sich selbst in die Welt setzte. Und doch ist es die Kindheit, die Weigonis lebenslanges Aufbegehren gegen die Autorit\u00e4ten eingepflanzt hat, die Zeit, aus der sich sein Schreiben speist, wie aus einer lebenslangen Trotzphase. Die Zeit ist zu kurz, um viel an Biographischem aufzuarbeiten. Au\u00dferdem besteht das Leben eines Schriftstellers aus dem, was er schreibt. Als er sich dem Schreiben widmete, ahnte Weigoni nicht, welche Z\u00e4higkeit er w\u00fcrde aufbringen m\u00fcssen, um den Glauben an sich nicht zu verlieren. Jahrelang kamen seine Manuskripte regelm\u00e4\u00dfig zur\u00fcck, er aber schrieb unverdrossen weiter, schrieb Gedichte, H\u00f6rspiele und Prosatexte. Seine Arbeiten gelten als \u201aschwierig\u2019, als anspielungsreich und subtil, nicht eben Eigenschaften, die im verflachenden Literaturbetrieb angesagt sind. Er ist immer die langen Wege gegangen, seine kritische Sto\u00dfrichtung braucht einen etwas entfernteren Standpunkt, um ihre Wirkung voll zu entfalten. Weigoni hat seinen Beruf in jahrzehntelanger Anstrengung erlernt, was ihm gelungen ist und was mi\u00dfgl\u00fcckt, das wei\u00df er besser als beamtete Besserwisser. Dieses System kann ohne seine Reservate \u00e4sthetischer Z\u00e4higkeit, Widerst\u00e4ndigkeit und Wachheit nicht \u00fcberleben. Seine geistige Heimat ist dort, wo das denkerische Wort poetisch durchtr\u00e4nkt ist und das poetische Wort durchdacht ist. Wenn den Figuren-Texten der Antike noch mystische Motive unterstellt werden k\u00f6nnen, ist f\u00fcr die meisten Texte des Barock wahrscheinlich der menschliche Spieltrieb verantwortlich, selbst die so genannten \u201akonkreten\u2019 und \u201avisuellen\u2019 Poesien erschlie\u00dfen sich so am ehesten. Seitdem ist eine Generation vergangen, doch wer k\u00f6nnte behaupten, die Mehrzahl der Vertreter deutscher Hochsprache seien weniger ehrenwert, b\u00fcrgerlich-bieder, angepa\u00dft und grundsolide?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Weigoni geh\u00f6rt zu den meistuntersch\u00e4tzten Lyrikern.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Peter Maiwald<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach den abseitigen Ausnahmegestalten mu\u00df man lange suchen, sie werden entweder vom Markt aufgesogen oder verschwinden lautlos in den Ritzen der Ewigkeit, die das Vergessen meint. Weigoni geh\u00f6rt zu den meistuntersch\u00e4tzten Lyrikern, sein Schaffen erzeugt eine Poesie, die von der Rezeption das \u00c4u\u00dferste an Selbstpreisgabe verlangt. Oft wird im Literaturbetrieb \u00fcbersehen, da\u00df gerade aus solcher Herausforderung die Subjektivit\u00e4t des\u2013 oder derjenigen, der oder die sich auf diese Kunstwerke eingelassen hat, sich auf Dauer ver\u00e4ndert \u2013 die Wahrnehmungsf\u00e4higkeit, die Weltsicht, das Zulassen von Gef\u00fchlen. Weigoni sieht sein Schaffen immer in gesellschaftlichen Zusammenh\u00e4ngen, denkt nach \u00fcber die kulturellen Aufladungen beziehungsweise Vorwegbestimmungen des lyrischen Materials \u2013 Tonalit\u00e4t, K\u00f6rperlichkeit, Struktur und Aura. Weigoni und\u00a0 T\u00e4ger sp\u00fcren der Sprache vor allem als akustischem Ph\u00e4nomen nach.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Seit Jahren beobachte ich die bemerkenswerte Entwicklung des Multimediak\u00fcnstlers A.J. Weigoni. Zu seinen besonderen Kennzeichen geh\u00f6rt die Wachheit f\u00fcr die Entwicklung zeitgen\u00f6ssischer Kommunikationstechnologie, deren Nutzung und der spielerisch\u2013experimentelle Umgang mit allen erdenklichen Ausdrucks\u2013 und Kommunikations\u2013 und Vertriebsformen. A.J. Weigoni akzeptiert keine vorgegebenen Kategorien medialer Produktionen, sondern sprengt unbek\u00fcmmert deren Grenzen.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Prof. Almuth Keusen\u2013Hickl<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12635\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Taeger-300x288.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12635\" class=\"size-full wp-image-12635\" title=\"Taeger-300x288\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Taeger-300x288.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"288\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12635\" class=\"wp-caption-text\">Tom T\u00e4ger, Komponist der H\u00f6rspielmusik\u00a0 \u00b7 Photo: Dieter Meth<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn es Videoclips gibt, mu\u00df auch die Literatur auf die ver\u00e4nderten medialen Verh\u00e4ltnisse reagieren<\/em>, proklamierte Weigoni Anfang der 1990er Jahre. Was er damit neu definierte, war der Punkt der Inspiration, der notwendig war, wenn man Literatur machen will. Vor dem Geschriebenen kommt bei allen Menschen das Gesprochene, das m\u00fcndlich Erz\u00e4hlte. So besitzt jeder, der die alte Kulturtechnik des Lesens erlernt hat, Vorerfahrungen, die das sp\u00e4tere, in der Regel stille Lesen dann gewisserma\u00dfen grundieren. Hieran k\u00f6nnen H\u00f6rb\u00fccher bereichernd ankn\u00fcpfen. Als er versuchte mit seiner ersten CD (beim Punklabel Constrictor) einen Markt f\u00fcr H\u00f6rb\u00fccher zu erschlie\u00dfen, hat man ihn f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4rt. Als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6174\">Tom T\u00e4ger<\/a> die erste LP mit Helge Schneider (<a href=\"http:\/\/www.helge-schneider.de\/kaufen\/seine-gr\u00f6\u00dften-erfolge\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>) produzierte, hat man ihn f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4rt. Wahrend der Buchmarkt stagniert, generiert das Marktsegment <em>H\u00f6rbuch<\/em> im Literaturbetrieb seit Jahren zweistellige Wachstumsraten. Als Medienautor ist Weigoni ein Denkspieler, den die technischen Entwicklungen der Medien faszinieren, weil sie schier unendliche M\u00f6glichkeiten der Neuordnung von Formen und Zeichen er\u00f6ffnen. Auf die Anforderungen der Neuen Medien reagiert er als experimentierender Analytiker und analytischer Experimentierer. Das Spielen ist ihm der K\u00f6nigsweg zum Verst\u00e4ndnis der Neuen Medien. Computer, Studios und Software sind keine Werk\u2013, sondern Spielzeuge, wobei die traditionellen Medien als Navigationshilfen dienen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Poesie als Akt der Selbsterm\u00e4chtigung<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/amaryll1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-20857\" title=\"amaryll\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/amaryll1-214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/amaryll1-214x300.jpg 214w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/amaryll1.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 214px) 100vw, 214px\" \/><\/a>Man mu\u00df sich die Zusammenarbeit von Weigoni und T\u00e4ger als \u00e4hnlich gl\u00fcckliches Produktionspaar vorstellen wie sonst nur noch Lennon \/ McCartney oder Marx \/ Engels. Ihrer Studioarbeit liegen umfangreiche poetische Performances zugrunde, die u.a. mit dem Life-Mitschnitt <em>Amaryll<\/em> dokumentiert sind. Bei dieser Aufnahme ist die wunderbare Akustik der romanische Kapelle <em>Dr\u00fcggelte<\/em> zu h\u00f6ren, die auf einem Plateau zwischen Haarstrang und M\u00f6hnetal, nahe der M\u00f6hnetalsperre, steht. Als zw\u00f6lfeckiger Zentralbau wurde die Kapelle vermutlich in der Mitte des 12. Jahrhunderts erbaut. Der Klang der Kapelle gab der Rezitation einen Nachhall, den Weigoni durch ironische Brechungen vor dem weihevollen bewahrt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Zum Raum wird hier die Zeit<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Richard Wagner<br \/><\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12666\" style=\"width: 245px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/470px-Delecke-DrueggelterKapelle1-Asio.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12666\" class=\"size-medium wp-image-12666\" title=\"470px-Delecke-DrueggelterKapelle1-Asio\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/470px-Delecke-DrueggelterKapelle1-Asio-235x300.jpg\" alt=\"\" width=\"235\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/470px-Delecke-DrueggelterKapelle1-Asio-235x300.jpg 235w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/470px-Delecke-DrueggelterKapelle1-Asio.jpg 470w\" sizes=\"auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12666\" class=\"wp-caption-text\">Drueggelter Kapelle, Photo: Asio<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Weigonis Dichtung wird der Klang Gedanke und der Gedanke Klang. Beim H\u00f6rern versteht man, weshalb das j\u00e4he Nebeneinander von Konkretum und Abstraktum zu seinen Kunstgriffen z\u00e4hlt. Er sp\u00fcrt der Sprache vor allem als akustischem Ph\u00e4nomen nach. Er geh\u00f6rt zu den Poeten, die nicht nur Text, sondern Klang produzieren; seine Stimmf\u00fchrung ist nahezu Musik. Unangestrengt schafft er gefl\u00fcsterte, gesprochene Sprachkunstwerke. Weigoni verf\u00fcgt \u00fcber eine schattierungsf\u00e4hige Stimme, die viele Zwischent\u00f6ne kennt. Auf eine sensible Art spr\u00f6de. Sanft und energisch. Warm und weich. Rauh und klar. Seine Stimme ist wirkm\u00e4chtig, virtuos modulierend und fordernd, die Skepsis allem Pathos gegen\u00fcber, selbst dort, wo es sich anbietet, l\u00e4\u00dft aufhorchen. Weigoni hat einen hohen Anspruch, und kann doch den hohen Ton nicht leiden. Ein formales Problem ist die Folge, da\u00df er durch schroffe Abgrenzung und pathetische Bekenntnisse in den Griff zu bekommen versucht. Bei Weigoni sind Selbstironie und aufrichtiger Affekt eben kein Widerspruch, philisophischer Ernst findet sich mit abgr\u00fcndigem Witz verpaart, und Raffinesse und pophistorische Reflektiertheit paaren sich mit der Komplexit\u00e4t eines Gedichts.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\"> Diese Texte muss man akustisch aufnehmen. Weigoni liest sehr gekonnt und in solch einem gut langsamen Tempo, dass ich mich dabei ertappt habe, in den Zwischenr\u00e4umen das n\u00e4chste Wort erraten zu wollen, was mir manchmal gelungen ist. So macht er wirklich neu auf Sprache aufmerksam.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Dr. Christiane Schl\u00fcter, B\u00fccher-Wiki <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Sehnsucht nach Deutung und Umdeutung der Begriffe bleibt bei dem &#8218;VerDichter&#8216; Weigoni gro\u00df. Er tr\u00e4gt seine Gedichte nicht einfach vor, er gestaltet und verwirklicht sie. Roland Barthes hat geschrieben, da\u00df es keine menschliche Stimme auf der Welt gebe, die nicht Objekt des Begehrens w\u00e4re \u2013 oder eben des Abscheus. Es gibt keine Stimme, zu der wir uns neutral verhalten k\u00f6nnen: Entweder wir lieben sie oder nicht, entweder wir ertragen sie oder wir reagieren idiosynkratisch. Was fasziniert, ist etwas sehr Konkretes: W\u00f6rter, Wortgruppen, bestimmte Zusammenstellungen, in bestimmter Perspektive ausgew\u00e4hlte Sprachkombinationen. Weigoni interessiert der Einklang der Vokale, Konsonanten und mehrwortigen Verbindungen, das durch vokabul\u00e4re Zusammenf\u00fcgung hergestellte k\u00fcnstliche Bild. Weigoni wetzt die Konsonanten, bis sie sch\u00e4rfer schneiden als jedes Rasiermesser, vermag poetische Performances zu Ereignissen zu machen, weil er den richtigen Rhythmus und die Melodie findet. Weigoni hat wie kaum ein Lyriker sonst begriffen, da\u00df das Gedicht Mundwerk im buchst\u00e4blichen Sinn ist: Es entsteht im Rachenraum. Da zischt und schnattert, da h\u00e4mmert&#8217;s und gurgelt es. Manchmal versteht man nicht den Sinn, aber die Gedichte sind durch den Sprachgestus und \u2013duktus immer evident. So musikalisch diese Poesie ist, so falsch w\u00e4re es, sie als Musik oder reine Lautmalerei zu verstehen. Der Rezitator arbeitet in seinen poetischen Performances mit W\u00f6rtern, und seine Worte haben Bedeutung. Selbst und gerade da, wo er ihnen die herk\u00f6mmliche unter den F\u00fcssen wegzieht, zitiert er sie durch das Sprachspiel, in dem er sie verwendet. Er l\u00e4\u00dft die Glossolalie der Metropolen\u2013Slangs und die Patois\u2013Eloquenz anklingen, unangestrengt schafft er gefl\u00fcsterte, gesprochene Sprachkunstwerke. Dieser Lyriker legt gleichsam jedes Wort, jede Silbe, jeden Ton unter das Mikroskop, pr\u00fcft jede Nuance der Artikulation, der Vokalf\u00e4rbung, der Konsonantenakzentuierung, der Klangschattierung und der dynamischen Abstufung \u2013 Rezitieren ist hier Millimeterarbeit. Dieses Mosaik aus sprachlichen und klanglichen Details w\u00e4chst zu einem farbigen und zugleich pr\u00e4zisen Gesamtbild zusammen, dies liegt zum einen an seiner stimmlichen Reaktionsschnelligkeit und Wendigkeit, zum anderen an der klugen Planung seiner interpretatorischen Disposition. Ein wirklicher Lyriker wei\u00df, da\u00df er der Sprache das Meiste verdankt. Wenn er ihr folgt, folgt sie ihm. Das merkt man auch, wenn man Weigoni zuh\u00f6rt bei der allm\u00e4hlichen Verfertigung der Gedanken beim Reden. Seine Sprache tr\u00e4gt und treibt, und man wird mitgetragen und mitgetrieben. Jede Einzelheit steht nicht f\u00fcr sich, sondern verweist aufs Ganze, steht in einem Zusammenhang und wird in den Dienst einer umfassenden Ausdrucksintention gestellt. Weigoni artikuliert so, als ob er durch jedes Wort auf den Grund der Bedeutung sieht. Das Mond\u00e4ne vereinigt sich mit dem Musikalischen, der Intellekt mit dem Sinnlichen. Seine Stimme erzeugt eine atemberaubende Intimit\u00e4t. Sie ist weich und schwingend wie der K\u00f6rper einer Katze, und sie kann kalt leuchten wie Mondschein. Aber vor allem ist sie gro\u00df, wenn er leise spricht. Dann bricht sie manchmal und zeigt raue Stellen; sie entzieht sich in Momenten der Heiserkeit, um dann um so sch\u00f6ner wiederzukommen. Nicht nur als Sammler von Sprachbl\u00fcten ist er eine Gelehrtennatur von idealistischem Flei\u00df und positivistischem Systemdrang, man mu\u00df vor seinem polemischen Talent auf der Hut sein. Weigoni wollte nicht einfach ein weiterer experimenteller Lyriker sein und im Bastelparadies arbeiten, er wollte eine eigene Sprache und hat aus der Analyse der Tradition heraus die Poesie der k\u00f6rperlichen Erfahrung, der Klangrealistik, bei welcher die Energetik des Hervorbringens eines Klangs ebenso freigelegt und existenziell wird wie die Worte und ihr Inneres selber: Senkblei in die Seele. Im \u201eAdagio\u201c dieser Sprachinstallation kontrastieren phasenweise die Harmonien der Musik und der eher Dissonanzen thematisierende Text. Das zugleich analytische und spielerische der Textfolge korrespondiert mit der Tatsache, da\u00df Musik und Mathematik verwandte Urspr\u00fcnge haben. Poesie ist h\u00f6here Zahlenlehre, die durch die Addition aller Gleichungen das Ohr zum Klingen bringt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Lesen Sie laut! Nehmen Sie das Gedicht in den Mund. \u00d6ffnen Sie ihm Augen und Ohren, Verstand und Gef\u00fchl. Erfahren Sie die Sinnlichkeit des Sprechens, der Sprache; lassen Sie sich mit dem Klangk\u00f6rper Gedicht auch selbst k\u00f6rperlich ein.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Ulla Hahn<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni ist ein Poet, der seinen melancholischen Optimismus stets in einer traumhaften Leichtigkeit genie\u00dft. Er ist einer der letzten Romantiker, der um die Unm\u00f6glichkeit seines Ideals wei\u00df und immer dann, wenn er sich dessen bewu\u00dft wird, die Leere der Welt entdeckt. Sein Anliegen ist die Verteidigung des Individuellen und Schwachen gegen die Herrschaft der Apparate, den \u00dcbermut der \u00c4mter, gegen die Macht der M\u00e4chtigen. Weigoni vertraut auf die Macht des Textes und der Literatur, auf die Kraft von Intelligenz und Bildung. Er ist \u00fcberzeugt, da\u00df der Text den Weg zur Welt weisen wird, er schieben die Sprache dabei wie eine Wand zwischen sich und die Welt, was ihn von ihren Pop\u2013Textern unterscheidet, die die Sprache nutzten, um die Welt zu umarmen, wenn nicht zu erobern. Als Seismograf der Gesellschaft will Weigoni mit der Poesie Spielr\u00e4ume er\u00f6ffnen, Zw\u00e4nge abbauen, Normen in Frage stellen, Hierarchien aufl\u00f6sen. Seine Poetik der Fremdheit arbeiten mit einer Vergegenw\u00e4rtigung, die kein Erbarmen kennt, diese Poesie vollstreckt eine so unerbittliche wie befreiende Logik der Form. Der dichterische Duktus entzieht sich allen klassischen Vorbildern. Grammatische und syntaktische Konventionen werden gebrochen; kurze, stakkatohafte Zeilen stehen nicht selten neben prosaisch ausholenden Versen. Wer Weigonis Lachen aush\u00e4lt, wird auch seine N\u00e4he nicht missen wollen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>A.J. Weigoni, in puncto moderner Sprachtheorie und \u00c4sthetik ganz auf der H\u00f6he, setzt die verdinglichten Wendungen und Sprechhaltungen kritisch gegeneinander. Er verfremdet mit seiner Letternmusik das Gewohnte satirisch und polemisch. Seinem zornigen Elan fehlt es bei alledem nicht an Pathos und Sehnsuchtsausdruck. Unversehens entsteht bei dieser linguistischen Abr\u00e4umarbeit ein faszinierender Phantasieraum eigener Art.<\/em> <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Prof. Dr. Franz Norbert Mennemeier<br \/><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der CD 1 des H\u00f6rbuchs <em>Gedichte<\/em> ist die <a href=\"http:\/\/www.kulturserver-nrw.de\/home\/reviercast\/cast\/reviercast_054.mp3\">Letternmusik im Gaumentheater<\/a> zu h\u00f6ren. Hier verl\u00e4\u00dft sich Weigoni auf den \u00e4ltesten Spezialeffekt, den die Menschheit besitzt: Die Stimme!<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tttt-weigonigedichte.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12663\" title=\"tttt-weigonigedichte\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/tttt-weigonigedichte.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"250\" \/><\/a>Weigoni geh\u00f6rt zu den wenigen Lyrikern, die man einfach geh\u00f6rt haben muss, weil es dem Vortragsk\u00fcnstler gelingt, die Wirkung seiner Werke \u00fcber die Verschriftlichung hinaus zu steigern. Die Verve seines Vortrags, die expressive Kraft seiner Sprache, sein ungenialisches Outfit, das alles pa\u00dft nicht in die deutsche Lyriklandschaft, deren Vertreter gemeinhin als moderate Erben Benns, Celans oder Bachmanns gehandelt werden. Weigoni vermeidet Fehler, die bundesrepublikanische Schriftsteller machen und die ihre Arbeiten oft schal beschatten. Er verbarrikadiert sich weder wie Arno Schmidt als Solipsist in der Heide, noch stilisiert er sich zum gro\u00dfen Einzelnen, der sich im Kampf gegen den Stumpfsinn der Vielen in seiner Kunst aufreibt, wie es Rolf Dieter Brinkmann zum Ende tat.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Lesen mit den Ohren, H\u00f6ren mit den Augen: F\u00fcr Weigoni ist das Buch eine Partitur, die es in Konzerten der Sprache aufzuf\u00fchren gilt.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit hoher Konzentration komponiert er eine Elegie \u00fcber die entzweiende Kraft des Eros. Seine Sprache hat Eleganz und Musikalit\u00e4t, und seine <em>Letternmusik<\/em> (hier als <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/letternmusik.htm\">Remix<\/a>) ist voller Weisheit und Humanit\u00e4t. Wer sich die M\u00fche macht, die Gedichte laut zu lesen \u2013 was f\u00fcr diese Gattung eigentlich generell zu empfehlen ist \u2013 merkt schnell, mit welch unglaublicher Pr\u00e4zision und Raffinesse sie rhythmisiert sind. Das Spielen mit W\u00f6rtern und das Verschieben der Semantik mit anderen Worten generiet eine Worterotomanie, Linguistik als tanzbares Mantra. Eine Musik aus Buchstaben komprimiert: Polyphonie aus Silben und W\u00f6rtern, absolute Musik wie beim sp\u00e4ten Monteverdi als \u00c4quivalent f\u00fcr das, was mit Sprache den eigenen Besch\u00e4digungen und denen der Welt um diesen kleinen Ich\u2013Mittelpunkt herum entgegengestellt werden kann. Die Rettung hinein ins kulturelle Ged\u00e4chtnis, auch wenn der Anteil auch noch so gering ist. F\u00fcr einen Moment nur, \u00fcber die Konventionen unserer Vorstellungen von Lebenszeit hinaus gedacht, sich an einem bestimmten Punkt in die gro\u00dfe Gleichzeitigkeit der K\u00fcnste eintragen zu k\u00f6nnen, ist das unbescheidene Sehnsuchtsziel f\u00fcr Weigoni. Rhythmisch, lautmalerisch und konsonantenreich macht er Sprache als Material sichtbar. Ihm gilt seine unabl\u00e4ssige Aufmerksamkeit: die Sprache, die vor ihm denkt und aus ihrem magischen Ursprung ihre Kraftlinien und Rhythmen mitbringt, ohne die kein dichterischer Text m\u00f6glich wird. In der Bereitschaft des Lyrikers, sein Schreiben ihrer Eigenbewegung, ihrem Atem zu \u00fcberantworten, ist Sprache nicht mehr nur Mitteilung oder Aussage; sie wird Evokation, wird eine Dimension von allem Geschehenden selbst, eine Dimension der Bilder, die aus der Erinnerung aufleuchten. Seine Gedichte sind pr\u00e4zis gearbeitete Vexierbilder, die ihre unterschiedlichen Seiten schon beim ersten Anblick ersp\u00fcren lassen, um dann, bei genauerer Betrachtung, eine Tiefensch\u00e4rfe bis in ihre filigrane Technik hinein zu entfalten.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Diese Gedichte sind ein Sprach-Spiel mit der Aufforderung zum Mitspielen.<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/LETTERNbild.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-12664\" title=\"LETTERNbild\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/LETTERNbild-300x166.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"166\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/LETTERNbild-300x166.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/LETTERNbild.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Auf der B\u00fchne verk\u00f6rpert Weigoni eine absolute k\u00fcnstlerische Hingabe und eine unaufgeregte Unbedingtheit. <em>Letternmusik im Gaumentheater<\/em> ist ein Platz f\u00fcr den artistischen Bau autarker Sprachkonstrukte au\u00dferhalb der allt\u00e4glichen Rede und normierter Sprachregularien. Weigonis Leidenschaft ist das kunstvolle und traditionsbewu\u00dfte Zerlegen und Neukomponieren von Sprache. Bis in die atomaren Bestandteile der Sprache, bis in die Morpheme und Phoneme hineingehen der Zerlegungs\u2013 wie auch der Gestaltungswille in diesen Gedichten. Nie geht es in seinen Gedichten darum, Sprachzertr\u00fcmmerungen um jeden Preis zu organisieren oder gar serielle Permutationen vorzuf\u00fchren. Wenn er spezifische Techniken lyrischer Raffung, Komprimierung und schroffer F\u00fcgung durchprobiert, geschieht dies, um die sinnliche Materialit\u00e4t des Textk\u00f6rpers erfahrbar zu machen. Seine Sprache ist eine Sprache, die sich immer wieder selbst \u00fcberpr\u00fcft. Das vielfach verschlungene Sprechen stellt hohe Anforderungen an die Zuh\u00f6renden, manche verschachtelte Sentenz, mancher der unz\u00e4hligen Literaturverweise bleibt unerschlossen. \u00dcberheblichkeit aber kommt schon deshalb nicht auf, weil \u00fcber allem ein feiner Schleier der Selbstironie liegt. Die \u201eLetternmusik\u201c ist erotische Literatur in einem sehr spezifischen Sinn, n\u00e4mlich einem \u00fcber die Sprache alle anderen Sinne kumulativ ansprechenden. Das Wort selbst verwandelt sich in einen lebendigen Gegenstand \u2013 ebenso die Zeit. Diese Gedichte dienen als B\u00fchne f\u00fcr die Darstellung von Wut, Trauer, Begierde und Leidenschaft, Ha\u00df, Freude, Gl\u00fcck, Hoffnung und H\u00f6llenqual, obwohl vom Ich selten die Rede ist. Alles Empfinden steckt in den Dingen und ihren Bewegungen. Melodi\u00f6se Rhythmen unterwandert dieser VerDichter mit Rissen und Peitschenhieben. Weigoni bleibt einer Genauigkeit verpflichtet, in deren Namen er den Worten ihre Tiefenschichten abhorcht und den Zust\u00e4nden der Welt ihre dialektische Wahrheit. Dieses Freigelassene, Str\u00f6mende entsteht durch Pr\u00e4zision, Klarheit und Konzentration. Die Gedichte dieses H\u00f6rbuchs oszillieren zwischen dem lyrischen Protestgedicht und dem politischen Liebesgedicht. Das Gef\u00fchl, in einer Epoche der Zerst\u00f6rung der Welt zu leben, ist in vielen Gedichten Weigonis zu sp\u00fcren. Was zuweilen erschrickt ist die K\u00fchle, mit der seine Lyrik den Untergang als eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit zitieren. Sprache wird Tr\u00e4gerin vielschichtiger Bedeutungen, Sprache als Klang, die Stimme als Mittlerin und k\u00f6rperliches Instrument. Diese Gedichte sollen daran erinnern, was Poesie urspr\u00fcnglich war: Gesang, Melodie und Rhythmus, Reim und Versma\u00df, Litanei und Mythos.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Es gibt in der neueren Literatur nicht viele \u00fcberzeugende Langgedichte. Das Geheul von Ginsberg, Der Untergang der Titanic von Enzensberger \u2013 und es ist nicht \u00fcbertrieben, wenn man in diesem Zusammenhang auch das lyrische Monodram Se\u00f1ora Nada von A.J. Weigoni erw\u00e4hnt, vielleicht das faszinierendste deutschsprachige Langgedicht der letzten Jahre.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Axel Kutsch<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12672\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Parlandos.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12672\" class=\"size-medium wp-image-12672\" title=\"Parlandos\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Parlandos-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Parlandos-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Parlandos-683x1024.jpg 683w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Parlandos.jpg 1530w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12672\" class=\"wp-caption-text\">Original Holzschnitt auf das Cover gedruckt von Haimo Hieronymus<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die lyrischen Monodramen\u00a0<a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada <\/a>und <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/unbehaust01.htm\">Unbehaust<\/a>\u00a0in Buchform vergriffen waren, sind sie seit 2013 in limitierte und handsignierter Ausgabe wieder zug\u00e4nglich. Mit diesen <em>Parlandos<\/em> setzt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weigoni\">A.J. Weigoni<\/a> der Verg\u00e4nglichkeit der Sprache den Gesang entgegen. Es versammeln sich in diesem bewu\u00dft heterogen zusammengestellten Gedichtband philosophische Maximen, Gedankensplitter, mystische Reflexionen und rhapsodische Eindr\u00fccke. So vielgestaltig die Anl\u00e4sse, die den VerDichter zum Schreiben anregten, so vielschichtig gestalten sich diese Arbeiten, die f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/westfaelisches-landestheater.de\/\">Westf\u00e4lische Landestheater<\/a>, das Mecklenburgische <a href=\"http:\/\/www.plueschow.de\/frames\/frameset_projects.html\">K\u00fcnstlerhaus Schloss Pl\u00fcschow<\/a>, die Kunstsammlung NRW und den <a href=\"http:\/\/www.klangturm.at\/\">Klangturm St. P\u00f6lten<\/a> binnen 25 Jahren entstanden sind. Dieser Band bietet einen konzisen \u00dcberblick \u00fcber Weigonis dichterisches Schaffen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Wer ein langes Gedicht schreibt, schafft sich die Perspektive, die Welt freiz\u00fcgiger zu sehen, opponiert gegen vorhandene Festgelegtheit und Kurzatmigkeit.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Walter H\u00f6llerer<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geh\u00f6rt zu den Auff\u00e4lligkeiten der Monodramen von Weigoni, da\u00df er die Sprachr\u00e4ume, die er ausschreitet, bevor er sie manchmal in schwindelerregende H\u00f6hen treibt, zun\u00e4chst auslotet. Da werden akribisch Bodenproben genommen, werden Bedeutungsablagerungen untersucht, wird genau analysiert, was da als Bodensatz vorhanden ist. Seine F\u00e4higkeit besteht darin, allein aus Haltungen und Gesten zu erkennen, was einem Menschen widerfahren ist. Er baut seinen Stoff aus Beobachtungen. Als Flaneur lockt Weigoni den H\u00f6rer in Fallen und Verstecke quer durch die Weltliteratur, durch die er sich, bildungssatt und erkenntnishungrig, als Cicerone bewegt, um auf immer wieder \u00fcberraschende Weise Arglist und T\u00e4uschung zum Arsenal der Kunst auszurufen. In hochkonzentrierter Form macht das Monodram <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> etwas, was nur die Literatur kann, aber auch sie nur sehr selten: Es macht Dinge vorstellbar, die man sich nicht vorstellen kann, weil es nicht auszuhalten w\u00e4re, wenn man es t\u00e4te. Doch wenn sie wie hier verwandelt erscheinen, verdichtet, in jedem Wortsinn, zu Literatur, werden sie, wenn schon nicht ertr\u00e4glich, so doch erlebbar in einer Mischung aus Grauen und \u00e4sthetischem Genu\u00df. Dieses Monodram handelt von der Konstitution einer Gegenwirklichkeit der psychischen Prozesse. Was scheinbar geschieht, ist nur die Oberfl\u00e4che eines ganz anderen Abenteuers. Dem Titel liegt die Auffassung zugrunde, da\u00df sich jeder Mensch in seinem Bewu\u00dftsein eine Welt nach seinem Ma\u00df erschafft \u2013 ein Vorgang, den das Werk gleichsam in der Schrift wiederholt. Die erz\u00e4hlerischen Strukturen des Monodrams geraten ins Wackeln, die semantischen und morphologischen Valeurs der W\u00f6rter r\u00fccken ins Zentrum. Die entfesselte Sprachalchemie triumphiert \u00fcber den Traditionalismus. Die Redensarten haben versagt, so bleibt nur der Weg in die innere Demontage und Sprengung aller konditionierten Sprechhaltungen: heraus aus den Festlegungen, hinein in die Polysemie, das turbulente Spiel der Mehrdeutigkeiten. Seine Poesie ist kein Proze\u00df, in dem man eine Erkenntnis verschl\u00fcsselt oder treffender formuliert, sondern eine Sph\u00e4re menschlichen Tuns, die so autonom ist wie die Musik, die bildende Kunst, der Tanz. Will man beschreiben, warum diese lyrischen Monodramen eine so bet\u00f6rende Wirkung entfalten, k\u00f6nnte man sagen: Da ist ein Klang von Stille.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Se\u00f1ora Nada ist ein lyrisches Monodram \u00fcber das \u00dcberwinden von Trauma und Schmerz durch Erkenntnis dank des Eindringens in die unoffenbarte Zwischenwelt. Die Welt zwischen Haben und Sein, zwischen Bestimmung und Freiheit, zwischen Jetzt und Immer.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Ioona Rauschan<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12675\" style=\"width: 248px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sen\u0303ora-Nada1-238x300.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12675\" class=\"size-full wp-image-12675\" title=\"Sen\u0303ora-Nada1-238x300\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sen\u0303ora-Nada1-238x300.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12675\" class=\"wp-caption-text\">Se\u00f1ora Nada. In der H\u00f6rspielfassung wird sie dargestellt von Marina Rother.<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit den ersten Zeilen wird dieser Ton angeschlagen, wie in der Er\u00f6ffnung einer Cellosonate, dr\u00e4ngender Abstieg in gefa\u00dfte Melancholie. Vorsichtig, zur\u00fcckhaltend setzen sie ein, die Langgedichte, aber sie alle variieren ein einziges \u00fcberw\u00e4ltigendes Thema \u2013 was der Mensch ist in seiner Ungesch\u00fctztheit, wie er sich darin bew\u00e4hren kann, vor allem vor sich selbst. Bei <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada <\/a>provoziert Weigoni mit einem stream\u2013of\u2013consciousness durch Inhalte, und nicht durch Dolby\u2013Surround. Darin wird er von Tom T\u00e4ger begleitet mit einer Musik der befreiten Melodien. Seine Komposition ist durchsetzt mit minimalistischen und improvisatorischen Erfahrungen, das Klangbild wird von experimentellen Kl\u00e4ngen zu Trivialkl\u00e4ngen in Bezug gesetzt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Die Jaynes&#8217;sche These aus den 1970er-Jahren von der &#8222;Sprache als Wahrnehmungsorgan&#8220; findet in Weigonis<\/em><\/span> <em><a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/verdichtung.htm\">Essay<\/a><\/em> <span style=\"color: #888888;\"><em>eine neue Entsprechung.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Dr. Joachim Paul<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwarz ist die Farbe der Stille, Wei\u00df jene des Rauschens auf diesen menschenleeren Bildern, die Meer und Riff, Bucht und Hafen ins wechselnde Licht r\u00fccken. Die grammatische Implosion im letzten Wort, das Herausbrechen unbetonter Vokale, versinnlicht sprachlich das Motiv des Schiffbruchs. \u00dcber den sp\u00e4rlichen Werken der Zivilisation liegt die Aura schrecklicher Sch\u00f6nheit, Spuren verlieren sich am Strand. Den Kampf um die Dauer hat der Mensch hier immer schon verloren. Die Sch\u00f6nheit von Weigonis Sprache liegt in der lakonischen Pr\u00e4zision des Wortes, der Genauigkeit jeder Beobachtung: in der Poesie des bewu\u00dft erlebten Augenblicks. So als habe die Todesn\u00e4he, in der die Protagonistin sich befindet, auch das Bewu\u00dftsein des Lyrikers beim Schreiben aufs \u00c4u\u00dferste gesch\u00e4rft. Wo das Schreiben die Notwehr der Seele gegen den Ansturm des Nichts darstellt, wird alles m\u00f6glich. Weigoni ist ein Vertreter stilistischer Polyphonie, er schert sich nicht um die klassische Schriftsprache und Forderungen der sprachlichen Reinheit, sondern mischt gehobene mit niederen Ausdrucksweisen und wartet mit einer F\u00fclle von Soziolekten, dialektalen Eigenarten und syntaktischen F\u00fcgungen aus der gesprochenen Sprache auf. Er verwendet wissenschaftliche Begriffe wie Ausdr\u00fccke der Alltagssprache, nimmt tradierte Metaphern auf und pr\u00e4gt neue. Wiederholungen, motivische Wiederaufnahmen und Inversionen, rhetorische Fragen, aphoristische und apodiktische Formulierungen setzt er stilistisch wirkungsvoll ein und spickt seine Poesie mit Zitaten anderer und Anspielungen auf eigene Werke. Das kaleidoskopische Zitieren verschafft seinen Schriften eine intertextuelle Ebene, die sich als eine Form kultureller Erinnerungsarbeit deuten l\u00e4\u00dft. In diesen Satzgirlanden, die zuweilen von schelmischem Gel\u00e4chter durchdrungen sind, geht es um unterschiedliche Anteile von Tradition und Traditionsbruch. Seine Sprache bringt das Geheimnis der Dinge zum Leuchten. <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> pr\u00e4sentiert ein schwankendes Daseinsgef\u00fchl. Hier geht es um die Krankheiten der Epoche, um Entfremdung, Auraverlust der Kunst und die metaphysischen Konsequenzen, die f\u00fcr den transzendental Obdachlosen aus der Entzauberung der Welt entstanden sind. Dieses Monodram zeigt sich lyrisch hermetisch und auf engstem Raum labyrinthisch, die dahinsurrenden Zeilen sind raffiniert und lapidar zugleich, Stimmungsbilder aus dem Innersten einer \u00e4u\u00dferst ungesicherten Existenz. Wie im Mondlicht die Dinge eine quecksilbrig harte und zugleich diffus changierende Kontur annehmen, von der einen in die andere Gestalt wechseln, somit der Einbildungskraft doppelt ausgeliefert scheinen, erweist sich <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> als somnambul und luzide zugleich. Eine n\u00e4chtlich phosphoreszierende Welt, Wachtraum und Traumerwachen, die sich nur in ganz wenigen Augenblicken vers\u00f6hnlich entspannt. Dieses Monodram bietet Momentaufnahmen einer be\u00e4ngstigend sinnlichen Metaphysik des Schwebens, einer gegenst\u00e4ndlichen Bodenlosigkeit gleitender, entgleitender Bezugspunkte, einer sich verschr\u00e4nkenden inneren und \u00e4u\u00dferen Welt. Es ist beides enthalten und gleichfalls bestimmend: Form und Formsprengung, bezogen auf die allgemeine Geschichte der Gattung Langgedicht, und besonders auf die individuelle.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #888888;\">An Sisis herzblutiger Lyrik wird einmal mehr deutlich: Kitsch macht r\u00fchrend viel Spa\u00df. Aber Weigonis H\u00f6rspiel zeigt keine Sonntagsdichterin im Elfenbeinturm \u2013 und ebensowenig pr\u00e4sentiert er das Gegenst\u00fcck zur lieblichen Sisi in Form einer krakeelenden Furie: vielmehr entsteht vor den Augen und Ohren das lebhafte Bild einer mal todungl\u00fccklichen, mal st\u00fcrmischen und kraftvollen Frau.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Angela di Ciriaco\u2013Sussdorff<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sisi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-12676\" title=\"Sisi\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sisi-207x300.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sisi-207x300.jpg 207w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sisi-706x1024.jpg 706w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Sisi.jpg 1240w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/a>Weigoni ist begabt mit einer Witterung, einer \u00fcberwachen Sensibilit\u00e4t f\u00fcr sonst nie wahrgenommene Dinge. Unz\u00e4hlige Biographen haben versucht, dem Mythos Sisi auf die Spur zu kommen, dabei ist die L\u00f6sung einfacher als die L\u00f6sung einer Gleichung ersten Grades: In ihren Gedichten spricht sie sich ganz unverbl\u00fcmt aus. Elisabeths Gedichte aus den 1880\u2013ger Jahren sind eine einzige gro\u00dfe Hymne an den schw\u00e4rmerisch verehrten \u201eMeister\u201c Heinrich Heine. Diese Verehrung ging \u00fcber die \u00fcbliche Liebe eines Literaturfreundes weit hinaus. Sie kannte lange Passagen von Heine auswendig und besch\u00e4ftigte sich auch intensiv mit dem Leben des Dichters. Mit dem 1856 in Paris gestorbenen Heinrich Heine glaubte sie sich eng verbunden, f\u00fchlte sich als seine J\u00fcngerin und glaubte, der Meister diktiere ihr die Verse in die Feder. Ein Klassiker, ist jener K\u00fcnstler, dessen Werk in exemplarischer Weise die Entwicklungen und Tendenzen seiner Zeit spiegelt, sie authentisch zusammenfasst und ihnen damit eine Art Mehr\u2013Wert verleiht \u2013 eine G\u00fcltigkeit, die weit \u00fcber die Aktualit\u00e4t des Tages und jegliche wechselnde Mode hinausreicht. Das lyrische Ich erinnert sich nur noch an Bildausschnitte, aber nicht mehr an das Kontinuum, in das sie geh\u00f6rten. Die Zeit hat das Vergessen an diesen Bildern arbeiten lassen. Sie hat daf\u00fcr gesorgt, da\u00df nur noch Teile vorhanden sind, in denen Geschichte erstarrt ist. Doch um sie rekonstruieren zu k\u00f6nnen, mu\u00df sich das Ged\u00e4chtnis zu den R\u00e4ndern vorarbeiten. Ihre Dichtungen aus den achtziger Jahren bestimmte sie (anders als ihre Jugendgedichte) zur Ver\u00f6ffentlichung. Als Drucktermin stellte sie sich das Jahr 1950 vor, also eine Zeit, wo niemand ihrer Zeitgenossen mehr lebendig w\u00e4re; wenigstens in der Nachwelt wollte Elisabeth erreichen, was die Zeitgenossen ihr verweigerten: Rechtfertigung, Verst\u00e4ndnis, Nachruhm. Elisabeth, Kaiserin von \u00d6sterreich, K\u00f6nigin von Ungarn und B\u00f6hmen, genannt Sisi, trat am 6. September 1998 in Schlo\u00df Morsbroich (in dem vom WDR produzierten Live-H\u00f6rspiel \u201eOden an die Zukunftsseelen\u201c) fl\u00fcchtig in das Leben, was sie eigentlich h\u00e4tte leben wollen. 100 Jahre vorher war sie auf dem Weg von Genf nach Montreux, um auf der B\u00fchne des Heinrich-Heine-Klubs ihre Gedichte vorzutragen. Auf dem Weg zur F\u00e4hre wurde sie von dem Anarchisten Luigi Lucheni vom Leben zum Tode bef\u00f6rdert. Sisi (in Weigonis Monodram gespielt von Elisabeth (sic!) Trissenaar, die der Elisabeth den Charakter einer pfiffig w\u00e4genden Intellektuellen verlieh), das ist keine Frau, das ist ein Mythos. Dieser Mythos bedeutet an der Oberfl\u00e4che: Sch\u00f6nheit und Einsamkeit. In einem H\u00f6r-Spiel wurde sie durch die Worte und Kl\u00e4nge wieder lebendig.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>A text that alludes to Eliot\u2019s Waste Land, was set to music by Tom T\u00e4ger,using minimalist techniques and sound effects like the rustle of paper.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Judith Ryan \u00b7 The Long German Poem in the Long Twentieth Century<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12677\" style=\"width: 142px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12677\" class=\"size-medium wp-image-12677\" title=\"BibianaHeimes\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes-132x300.jpg\" alt=\"\" width=\"132\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes-132x300.jpg 132w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/BibianaHeimes.jpg 392w\" sizes=\"auto, (max-width: 132px) 100vw, 132px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12677\" class=\"wp-caption-text\">Bibiana Heimes, Darstellerin der Jo Chang<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni erkennt die Schwellen und Br\u00fcche der sich rapide ver\u00e4ndernden Gesellschaft und bearbeitet ihre Ambivalenzen in seinem Werk. Sein Stil ist ein Tanz, ein Spiel der Symmetrien aller Art und ein \u00dcberspringen und Verspotten dieser Symmetrien. Das geht bis in die Wahl der Vokale. Der Mensch ist ein eigent\u00fcmliches Wesen, das durch die Sprache von sich getrennt ist. Erst diese Trennung von sich macht es m\u00f6glich, da\u00df er einen Bezug zu sich selbst hat. Weigonis Schreiben kreist best\u00e4ndig um die Verstrickung in diesen sprachlichen Diskurs. Dieses Lebensthema bildet das Gravitationszentrum seines Denkens. Er will das Leben nicht ersetzen, sondern verdichten, Erfahrungen nicht \u00fcbertuschen, sondern erforschen. Auch die Form, die ein K\u00fcnstler seinem Kunstwerk gibt, ist f\u00fcr ihn nur ein T\u00e4uschungsman\u00f6ver, das Wahrheit und Stabilit\u00e4t lediglich suggeriert. Er beschreibt die Konstruktion von Wirklichkeit als einen offenen Proze\u00df, den abzuschlie\u00dfen immer schon eine Verf\u00e4lschung bedeutet, da da\u00df die Behauptung von Eindeutigkeit fordert. An dieser Eindeutigkeit scheitert auch Jo Chang in dem Monodram <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/unbehaust01.htm\">Unbehaust<\/a>. Eine Empfindung von Vielfachheit, Gewesenheit und Wiederholtheit reist mit, h\u00e4lt sie gefangen. Ihr nomadisches Dasein ist eine linguistische Odyssee. Jo Chang springt hin und her, verkn\u00fcpft die entlegensten Erscheinungen und fesselt durch ihre Kunst der gekonnten Abschweifung. Jede Form von Dogmatismus ist ihr zuwider, stattdessen propagiert sie eine Art kreativer Zweideutigkeit. Offenbar geht die Selbstbesinnung und das Bewu\u00dftsein von einer globalen Ordnung weiter, als je vorher, und damit auch das Verlangen, dem einzelnen Wort jenen ganz bestimmten Sinn zu geben, der \u00fcber die momentane Saturierung und den blo\u00dfen Spieltrieb des Organisierens und Kombinierens hinaus reicht; den Sinn n\u00e4mlich, Poesie jeweils als Vorstellung jener umfa\u00dfendsten globalen Struktur zu verstehen, in die alles einbezogen ist. Das hat nichts mit weltfernem Mystizismus und Dogmatismus zu tun, sondern ist ein Zeichen daf\u00fcr, da\u00df einen in ganz besonderem Masse das Staunen \u00fcberkommen kann, wenn man heute die einfachsten \u00dcberlegungen und Untersuchungen \u00fcber ein einziges Wort anstellt und Zusammenh\u00e4nge entdeckt, die zwangsl\u00e4ufig zu neuen Ordnungsvorstellungen f\u00fchrt, zu einer neuen Anschauung der Materie und damit des Handwerks \u00fcberhaupt. Als unentwegter Passagier der Gegenwart kann sie nicht endlos in der Warteschleife des aufgeschobenen Sinns verweilen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Die Asiaten verehren das Papier f\u00fcr diese Schw\u00e4che, die der unsrigen nahe kommt. Das Papier hat sich auf die Seite unserer Verwundbarkeit und Sinnlichkeit gestellt. Papier f\u00fchlt sich angenehm an und riecht gut. Papierseiten entsprechen dem menschlichen Lesetempo, unserem Rhythmus.<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12688\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/kuenstlerbuch_unbehaust.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12688\" class=\"size-full wp-image-12688\" title=\"kuenstlerbuch_unbehaust\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/kuenstlerbuch_unbehaust.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"275\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12688\" class=\"wp-caption-text\">Holzschnitt von Haimo Hieronymus<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigoni tariert den Widerspruch aus, zwischen epischem Anspruch und lyrischer Subjektivit\u00e4t, zwischen dem Ehrgeiz, die Virtuosen einzuholen, und der Sehnsucht nach einer ganz anderen, nicht verdinglichten, weltvers\u00f6hnenden Poesie. Mitunter gebiert das Leben h\u00f6chstselbst die Kunst. Wenn es anders nicht zu ertragen ist. Als menschlicher \u00dcberlebensausweg aus den Bedr\u00e4ngnissen der Welt. Sie findet aber oft auch dann noch zu einer meisterhaften Form, wenn sie sich aus sich selbst gebiert, ihr Lebenslicht nur weiterreicht. Weigonis Monodram scheint unter der Wortoberfl\u00e4che eine latente Musikalit\u00e4t mitgegeben zu sein. Jo Chang bewegt sich in den G\u00e4rten des Lauschens. Doch anders als bei <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a>, deren Sprache gleichsam silberhell klingt, arbeitet T\u00e4ger mit dem Ger\u00e4usch des Papiers, das er aus der Konnotation des Nebens\u00e4chlichen, ja des St\u00f6renden zu befreien sucht. Tom T\u00e4ger hat ein waches Ohr f\u00fcr die Naturt\u00f6ne in der gro\u00dfen Stille. Seine Klangcollage zeugt von gro\u00dfer Disziplin, kommt schlackenlos daher, hart und kristallin manchmal, aber immer wieder auch mit Glanz und innerer W\u00e4rme. Diese Komposition ist eine kunstvolle Et\u00fcde \u00fcber die Frage:<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Wie weit kann man Musik elementar machen, ohne ins Leere zu fallen?<\/em><\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12725\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Unbehaust2-300x211.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12725\" class=\"size-full wp-image-12725\" title=\"Unbehaust2-300x211\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Unbehaust2-300x211.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"211\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12725\" class=\"wp-caption-text\">Holzschnitt von Haimo Hieronymus<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Versuch, ganz nahe an der Leere, am Unpers\u00f6nlichen vorbeizugehen. H\u00f6flich dringt Weigoni mit einer Strategie des Erl\u00f6schens in die geistige W\u00e4rmestube des B\u00fcrgertums ein und r\u00e4umt sie aus. Das Sprechen hat hier seine Selbstverst\u00e4ndlichkeit verloren, es hat wenig mit Zwerchfell, Stimmband oder Resonanzraum zu tun. Jo Chang hat ihre Rede nicht. So geht viel, fast alles, verloren. Ihre Verweigerung ist konfrontativ, sie spielt auf mit entt\u00e4uschter Erwartung und liefert sich der fremden Sph\u00e4re komplexer Geistigkeit aus. Ein delirantes Bewu\u00dftseinsprotokoll wird zum Soziogramm einer gefesselten Gesellschaft. Das Dunkle im doppelten Wortsinn, als Unergr\u00fcndlichkeit und D\u00fcsternis, ist f\u00fcr Weigoni eine zentrale poetische Qualit\u00e4t, und nicht nur aus pers\u00f6nlicher Vorliebe, sondern aus ontologischem Grund. Beides geh\u00f6rt f\u00fcr ihn unabl\u00f6sbar zum Menschen selbst. Weigoni versucht, die chaotische Vielfalt der Wirklichkeit streng zu literarisieren und dabei eine eigene poetische Wirklichkeit herzustellen. Es ist ein richtiggehender Wahrnehmungsfetischismus, der seine Monodramen auszeichnet, verbunden mit einem unbedingten Willen zur k\u00fcnstlerischen Form, aber wie immer bei Weigoni darf man so etwas nie an der Oberfl\u00e4che suchen, sondern tief in der Syntax. Das Genre H\u00f6rspiel ist f\u00fcr ihn nie prim\u00e4r eine Mitteilungsform. Dies geh\u00f6rt f\u00fcr diesen Schriftsteller, neben dem \u00e4sthetischen Anspruch, zum Wesenskern seines Schaffens: Seine lyrischen Monodramen sind H\u00f6rspiele gegen den kulturellen Ged\u00e4chtnisverlust. Erst dieser Verlust, als existenzielle, erkenntnistheoretische oder \u00e4sthetische Erfahrung, macht Pr\u00e4senzen sp\u00fcrbar. Seine Monodramen, die man auch naiv lesen kann, stehen wie R\u00e4tsel in der Landschaft. Jo Chang umweht in <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/unbehaust01.htm\">Unbehaust<\/a> eine existenzielle Fremdheit. Dieses Monodram ist ein Irrgarten des konjunktivischen Prinzips. Noch herrscht das Allbekannte, bald k\u00f6nnte alles anders sein. Das Grundvertrauen in die Sagbarkeit der Dinge und in die M\u00f6glichkeit poetischer Wahrheit haben ihr das \u00dcberleben erm\u00f6glicht und sie auf den K\u00f6nigsweg ihrer Selbsterrettung durch Poesie gef\u00fchrt. F\u00fcr Jo Chang markieren die Erfahrungen von Expatriierung und Sprachverlust die elementaren Schicksalsdaten ihrer Existenz, sie reklamiert das lyrische Wort als das Eigenste, das selbst im Stadium tiefer Verzweiflung als lebendiges Wort angerufen werden kann. Eine unterschwellige Distanz l\u00e4\u00dft sich dieser Figur gegen\u00fcber nur dann ausr\u00e4umen, wenn man dieses Langgedicht nicht als blo\u00dfe Intelligenzleistung versteht. Weigoni ist nicht anma\u00dfend genug, Antworten auf alles zu geben. Er hat sein eigenes Ma\u00df einer Gegens\u00e4tzlichkeit im Sittlichen, und das bietet er mit diesem Monodram an: Ein Denkspiel und das Ausrufen unserer Fragilit\u00e4t in einem. Die Sprache beginnt dabei zu oszillieren, einerseits wird sie ganz besonders innerlich, gesprochen von einem leidenden, traurigen, ersch\u00f6pften Menschen, andererseits wirkt sie unvorhersehbar, wiederholbar, fremdbestimmt. Dazwischen steckt das, worum es Weigoni geht: die Entleerung des Gef\u00fchls in der Welt, das Ersterben des Menschen im Glamour, die Leere, von der wir uns n\u00e4hren. In ihrer Fokussierung auf das H\u00f6ren, mithin das Zuh\u00f6ren, spricht Jo Chang eine Art der sinnlichen Wahrnehmung wie der geistigen Verarbeitung an, die mehr und mehr ins Abseits zu geraten droht \u2013 insofern ist durch diese Kunst auch eine gesellschaftspolitische Aussage getan. <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/unbehaust01.htm\"><em>Unbehaust<\/em><\/a> ist ein Monodram, das nachwirkt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em> Was Weigonis Dichtung umspannt, ist nicht wenig: von permanenter Kommunikation bis hin zum R\u00fcckzug in die Einsamkeit ureigenster Gedankenwelt. Aber unsentimental und mit sicherem Gesp\u00fcr vollzieht sich hier ein Zusammenfinden mehrerer Bedeutungsebenen und die Mehrdimensionalit\u00e4t seines magischen Wahrnehmens<\/em>. <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Dr. Dieter Scherr<br \/><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Dichterloh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12679\" title=\"Dichterloh\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Dichterloh.jpg\" alt=\"\" width=\"124\" height=\"191\" \/><\/a>CD 2 des H\u00f6rbuchs <em>Gedichte<\/em> ist allein einem Kompositum in vier Akten vorbehalten: <em>Dichterloh<\/em>. Was auf Anhieb verf\u00fchrt und besticht, ist seine Spreche: ihre Melodie, ihr Rhythmus, ihr weiter Atem. Die Stimmhaftigkeit des Schreibens und der Wunsch, es sprechend zu machen, bilden in A.J. Weigonis Werk ein zentrales Phantasma. Als &#8222;Sprechsteller&#8220; bricht er die Sprache auf, dehnt sie ins Ger\u00e4uschhafte und treibt sie durch seine assoziative Fantasie ins Expressive. Weigoni nutzt die Sprache als akustisches Pr\u00e4zisionsinstrument. Bei ihm l\u00f6sen sich die W\u00f6rter ein St\u00fcckweit von ihrer mimetisch\u2013realistischen Abbildfunktion und tragen auf unterschiedliche Weise dazu bei, das Vertraute fremd zu machen. Zu seinen Reizmitteln geh\u00f6ren zwischen Schrift und Rede wechselnde Tonspuren, eine intensiv atmende Syntax und Metrik, Klangbr\u00fcche und kunstvolle Enjambements, die der Akzentuierung eines einzelnen Worts, einer Silbe oder eines Buchstabens dienen. Dann entwickeln die Verse eine Spannkraft und eine vertikale Drift, die Zeilen treten hinter der Wirkung des Gedichtganzen zur\u00fcck, und mit Zeilenbr\u00fcchen wird der Gedichtk\u00f6rper kunstvoll gestaut. Seine Stimme kann das Flie\u00dfen und die Beweglichkeit des K\u00f6rpers wiedergeben. Sie kann Energien beschw\u00f6ren, f\u00fcr die es keine Worte gibt, emotionale Schattenreiche. Der K\u00f6rper l\u00fcgt nicht, die Stimme auch nicht. Man kann die emotionale Unehrlichkeit h\u00f6ren, wenn jemand die Stimme manipuliert, nur um einen Effekt zu erzielen. Weigoni manipuliert niemanden. Ein Reiz seiner Arbeit besteht in der Unverkrampftheit eines Erforschung, der die Einfachheit des Urzeitlichen besitzt; ihn zu verstehen, braucht es Offenheit und ein wenig Neugier. Dieser Lyriker lebt in osmotischer Beziehung zur Sprache, die er als etwas Lebendiges und T\u00f6dliches auffa\u00dft. Sein Kompositum kann, anders als ein Bild, nicht als Ganzes wahrgenommen werden, sondern nur nach und nach.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Das \u201eStart-Up\u201c (p. 7) verspricht viel, und mehr als das wird eingehalten. Ein subversiges Spezialdiktion\u00e6r m\u00e6andriert von Gedicht zu Gedicht, immer komplexer werdend, imagin\u00e6re Realit\u00e6t wird generiert. <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Ulrich Bergmann<\/span><\/p>\r\n<div id=\"attachment_12681\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Weigoni.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12681\" class=\"size-medium wp-image-12681\" title=\"Weigoni\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Weigoni-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Weigoni-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Weigoni-1024x682.jpg 1024w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Weigoni.jpg 1404w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12681\" class=\"wp-caption-text\">Weigoni, portr\u00e4tiert von Dieter Meth<\/p><\/div>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">In Dichterloh hinterfragt Weigoni den Imperativ der Authentizit\u00e4t. Dieser Poet erschlie\u00dft in seinem Schreiben, die F\u00fclle der M\u00f6glichkeiten im Hier und Jetzt, bricht den vertrauten Gebrauch der Worte auf und richtet die Hierarchien neu aus. In diesen Gedichten l\u00e4\u00dft Weigoni das klassische Reimschema hinter sich und \u00f6ffnet die Kategorien des Erkennens f\u00fcr den Mythos und die Eigent\u00fcmlichkeiten der Sprache, die f\u00fcr ihn niemals ein blo\u00dfes Vehikel des Gedanken ist. Er zeigt, da\u00df die Erkenntnis ausdrucksgebunden ist, und begr\u00fcndet, wie der Sinn immer an das sinnliche Zeichen gekn\u00fcpft sein mu\u00df \u2013 und umgekehrt, wie das Zeichen, das Symbol, eine sinnhafte Pr\u00e4gung ist. So entwickelt er eine Zeichentheorie, in der das Erkennen nicht mehr rein abstrakten Mustern folgt, sondern von kulturellen Formen abh\u00e4ngig ist. Syntax und Interpunktion zerlegen die schwindenden Zeilen in Sinn\u2013 und Atemeinheiten ohne Haltepunkte. Dadurch entsteht eine Vertikalspannung der Verse. Das Sprachmaterial, mit dem er Umgang pflegt, dringt selbstverst\u00e4ndlich durch die Membran, wobei die Transformationsprozesse, denen er es gleichzeitig unterzieht, besonders intensiv sind. Das feine Ohr des Dichters entdeckt in der Lautgestalt der W\u00f6rter weiterreichende Beziehungen, die in raffinierten Zeilenumbr\u00fcchen offengelegt werden. Seine Lyrik lebt vom Paradox der raumschaffenden Verdichtung, nicht als Formspiel, sondern als formsprengende Lust an der Sprache. Es geht ihm in der Poesie prim\u00e4r um eine Haltung, die Haltung des Dichters und die der W\u00f6rter.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Als ich dieses H\u00f6rbuch h\u00f6rte, war ich schlichtweg begeistert. Bei H\u00f6rb\u00fcchern und H\u00f6rspielen wird oft der Begriff ,Kunst\u2019 verwendet. Ich rede eher vom ,Handwerk\u2019. Als ich ,Gedichte\u2019 von A.J. Weigoni lauschte, war f\u00fcr mich sofort klar: Das ist wirkliche Kunst! Dieser Mensch ist ein wahrer Wortakrobat, ein Liebhaber der Sprache, ein Kenner des Mediums. Weit weg vom Mainstream ist Gedichte von A.J. Weigoni f\u00fcr Liebhaber des ,Sprachkunst\u2019 und f\u00fcr intelektuelle Unterhaltung DER Geheimtipp. Solch eine liebevolle Inszenierung hat eine Auszeichnung verdient, deswegen: \u2018Beste Lesung\u2019.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Simeon Hrissomallis in seiner Begr\u00fcndung f\u00fcr den H\u00f6rspielpreis Ohrkanus<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Modebegriff Identit\u00e4t ist nirgends so gr\u00fcndlich hinterfragt worden wie in diesen Gedichten. Seit Arno Schmidt hat niemand das Konstrukt des Ichs derart mitleidslos beobachtet. Der Traum von der Unmittelbarkeit der Lyrik ist seit langem ausgetr\u00e4umt. Das lyrische Ich kann sich am besten dadurch qualifizieren, da\u00df es seine Beziehung zu einem Ich aus Fleisch und Blut abbricht. Dies ist eine radikale Absage an den Glauben des 18. Jahrhunderts, Gedichte seien Ausdruck des Gef\u00fchls, sie enthielten Nachrichten des Verfassers in Versform. Die Gedichte Weigonis widerlegen diese Anforderung, sie sind nicht dem Ich, sondern der Welt zugewandt. Dieser VerDichter pr\u00e4feriert die Idee des Zeitenspringers, die Gleichzeitigkeit verschiedener Ebenen. Die Sprache ist nicht nur ein Privileg, sie ist auch eine Grenze des Menschen. Die prinzipielle Offenheit des sprachlich artikulierbaren Sinns hat erfahrbar nicht nur den Charakter der \u00dcberf\u00fclle, der Weite und Transzendenz, sie macht sich auch als Mangel bemerkbar, als Entgleiten des Sinns oder als Ausbleiben eines sinnvollen Abschlusses. So entstehen Gedichte als transistorische Momente, blitzartige images und Augenblicksbilder der Erfahrung. Wer sich in die G\u00e4nge von Weigonis poetischem Labyrinth wagt, ohne Schwei\u00df kein Preis, dem winkt intellektuelles Vergn\u00fcgen sondergleichen. Die unb\u00e4ndige Freiheit aufm\u00fcpfiger Fantasie, das prinzipiell Respektlose seiner Haltung, da\u00df virtuos Verspielte dieser Artistenprosa \u2013 all das ist ein Protest gegen die herrschenden Verh\u00e4ltnisse: Sprachkritik offenbart sich als Machtkritik. Wie ein Arzt einen Brustkorb, so klopft Weigoni die Worte auf ihren Ideologiecharakter ab, lenkt den Blick in die existenziellen Tiefen der condition humaine. Er arbeitet, wie es John Cage nannte, an der Entmilitarisierung der Sprache, ist dabei ein Chronist der Zerst\u00f6rung und in diesem Proze\u00df gleichzeitig ein Bewahrer des Zerst\u00f6rten in der Schrift. Die Sprache mu\u00df dann die Wahrheit ausspucken, ob sie will oder nicht.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #888888;\">Wir sollten uns ganz einfach dieser Poesie Weigonis ausliefern und nicht fragen, wo wir ihn und sein Werk, das gleicherma\u00dfen Wortkunst, wie auch Musik ist, einreihen sollen. Und pl\u00f6tzlich kann festgestellt werden, dass wir auf den Wogen dieser Poesie, zu den unbekannten Eilanden unserer Seele getragen werden k\u00f6nnen.<\/span><\/em><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Paulus Peternell, <\/span><a href=\"http:\/\/www.hoerbuch-kritiken.de\">hoerbuch-kritiken.de<\/a><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ber\u00fchmte Diktum von Walter Benjamin: Wer meine, ein Gedicht verstanden zu haben, der habe es gerade nicht verstanden, m\u00f6chte ich in Bezug auf Weigoni variieren: Wer meint, er habe ihm auf die Schulter klopfen k\u00f6nnen, der hat die Schulter nicht verstanden. Gibt es im Gedicht den absichtslosen Blick, der ganz auf der Oberfl\u00e4che und der Materialit\u00e4t der Ph\u00e4nomene ruht? Gibt es Gedichte, in denen das Ich fast gar nicht mehr vorhanden ist und der Wahrnehmende nur noch Sensorium?<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Was die Augen nicht sehen, davon kann die Phantasie ein Bild geben<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/linz03-petermeilchen-150x150.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12683\" title=\"linz03-petermeilchen-150x150\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/linz03-petermeilchen-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>Die so genannten Neuen Medien sind ein genuiner Resonanzboden. Auch Weigoni wei\u00df um die negative Qualifikation, die eintritt, wenn einer f\u00e4hig ist, in Unerkl\u00e4rlichkeiten zu sein, in Zweifeln, ohne das \u00e4rgerliche Ausstrecken nach Faktum und Vernunft. Er geht das subtile B\u00fcndnis von Wort und Ton ein und erweist sich als &#8218;VerDichter&#8216;, der die Sprache im K\u00f6rper verankert und sich vehement dagegen verwahrt, da\u00df man seine lyrischen Konzentrate im Verstehensprozess wieder verd\u00fcnnen mu\u00df. Hier ist Texterschlie\u00dfung im h\u00f6chsten Sinne des Wortes gefordert. Diese Lyrik ist Sprache, die sich nichts vorschreiben l\u00e4\u00dft. In seiner permanenten Bewegung des Ausweichens zeigt Weigoni Haltung gegen die Vereinnahmung des Poeten als intellektuellem Kommentator des eigenen oder eines fremden Werks, gar des Zeitgeschehens. Er sieht den Schriftsteller mitten im Geschehen, wo es keinen privilegierten Beobachterstandort, sondern nur situative Auskunft gibt. Mainstream im herk\u00f6mmlichen Sinn war Weigoni nie, aber in seiner abgelegenen Furche ist er gefragt und immer wieder geh\u00f6rt worden. Ein K\u00fcnstler lebt f\u00fcr die Kunst. Wo er es nicht tut, l\u00e4\u00dft er nach in seiner Kunst. Das scheint mit der Kulturrezeption insgesamt zu tun haben, da\u00df Individualisten nicht mehr interessant sind. Die meisten Autoren sind Angestellte des Literatur\u2013Betriebs, sie interpretieren lediglich Literatur, statt Poesie zu schaffen. Weigoni ist einer von den Lyrikern, die dem Literaturbetrieb fern bleibt; nicht aus Abneigung, sondern weil er sich selbst gen\u00fcgt. Er z\u00e4hlt zu jenen Gl\u00fccklichen, die in ihrem Inneren so viel Stoff vorfinden, da\u00df ihm jegliche Sehnsucht nach Aktion, Handlung und Abenteuer ihnen absurd erscheint. Weigoni ist ein Au\u00dfenseiter im Gef\u00e4lligkeitszirkus der deutschsprachigen Literatur, er f\u00fchlt sich wohl in dieser Rolle, er schafft sich seine Freir\u00e4ume, und er nutzt sie aus.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>A.J. Weigoni wei\u00df, wie man Dichtung zu Klang macht. Er bringt Ausdruck und Struktur in Einklang, instituiert damit eine auratische Zeichenhaftigkeit dodekaphoner Expressivit\u00e4t und ver\u00e4ndert die Sprache mit jedem Sprechen. Die Zeichen geraten in Schwingungen, feste Beziehungen zwischen dem Bezeichneten und dem Bezeichnenden l\u00f6sen sich auf.<\/em><\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Dr. Tamara Kudrjawzewa<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Denkfallensteller im Namen der Poesie bringt er seine desillusionierende Poesie mit allegorischer Sch\u00e4rfe zum Ausdruck. Seine Gedichte sind ein Speicher an Erlebtem und Gelesenem. Weigoni bringt das Verstreute in Zusammenh\u00e4nge. Und dieses Wissen ist in jeder Zeile anwesend. Seine Poeme sind ein Strom von klaren, auch vertrauten W\u00f6rtern, assoziativ verbunden, sie werden zu geschichteten Bildern. Diese &#8222;Gedichte&#8220; haben als Experimentierfeld des Geistes eine analytische Genauigkeit, die man sonst eher in Essays findet; diese Poesie ist ein Akt des Denkens. Seine Verse sind Denkbilder, die sich dem vorschnellen Zugriff entziehen. Es ist diese leichth\u00e4ndige Souver\u00e4nit\u00e4t, die Freude am Gedankenspiel, die dem H\u00f6rer Vergn\u00fcgen bereitet; ein gelungener Beweis daf\u00fcr, da\u00df Denken Spa\u00df machen kann. Philosophie und Poesie treten in eine fruchtbare Konstellation, wenn die eine nicht versucht auszusprechen, was die andere ohnehin sagt.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Lyrik ist eine Gattung der Literatur. Poesie ist die Melodie des Lebens. Weigonis Gedichte sind Sprache gewordene Wahrnehmung, die v\u00f6llig ohne das ber\u00fchmte lyrische Ich auskommen; der Wahrnehmende hat sich gleichsam aufgel\u00f6st in seine Wahrnehmungen. Diese Poeme sind nicht alles, was der Fall ist und wir erkennen k\u00f6nnen, vielleicht sind sie reicher als das, was wir erahnen k\u00f6nnen. Diese Poesie steht auf grunds\u00e4tzliche Weise offen; jede Bestimmtheit, die ihr abgewonnen wird, bringt eine neue Unbestimmtheit mit sich. F\u00fcr diesen Lyriker fallen mithin die Grenzen der Sprache mit den Grenzen der Welt nicht zusammen.<\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\"><em>Weigoni zieht die Sprache aus, rei\u00dft ihr die Verkleidungen herunter, sch\u00e4lt sie aus ihren Klischees heraus, f\u00fchrt sie zum Ursprung ihrer Bedeutung zur\u00fcck\u2026 die nackte Sch\u00f6nheit der Worte, z\u00e4rtlich und zornig, stark und klar, bet\u00f6rend und begehrenswert. Sich darin zu verlieren. Zu verlieben. Und vielleicht wiederzufinden, wer wei\u00df\u2026 in einer Wirklichkeit \u2013 mehrdimensional und auf verschiedenen Ebenen erf\u00fchlbar\u2026 bei erh\u00f6hter Temperatur!<\/em> <\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #888888;\">Patricia Brooks, Klosterneuburg<\/span><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\">Im digitalen Zeitalter geht der Schrift der Sinn und damit die Sinnlichkeit immer mehr verloren; so scheint es. Die Doppel\u2013CD <em>Gedichte<\/em> umfa\u00dft eine Spieldauer von 140 Minuten, das mag in den Ohren derer, die &#8222;einfach nur genie\u00dfen&#8220; wollen, abschreckend klingen. Aber wer so denkt, bringt sich um den Genu\u00df, den Genu\u00df der Erkenntnis. Weigonis Verse kann man beim Lesen gegen das Licht halten, damit das Wasserzeichen der Poesie zum Vorschein kommt. Ungesch\u00fctztheit ist eine Kategorie, die er f\u00fcr seine Lyrik hochh\u00e4lt. Diese Ungesch\u00fctztheit bewirkt auch, da\u00df er als H\u00fcter seiner selbst sie vor dem Anders\u2013 und Mi\u00dfverst\u00e4ndnis kaum bewahren kann. A.J. Weigoni erweist sich als Cicerone aus dem Labyrinth des universalen Verblendungszusammenhangs, weil er in der Lyrik der Theorie einen Ort er\u00f6ffnet; er setzt unabl\u00e4ssig das Wissen neu zusammen, bewegt sich in der Intermedialit\u00e4t von Musik und Dichtung, und sucht mit atmosph\u00e4rischem Verst\u00e4ndnis die Poesie im \u00e4ltesten &#8222;Literaturclip&#8220;, den die Menschheit kennt: Dem Gedicht!<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p>&nbsp;<\/p>\r\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\r\n<p><strong>Parlandos<\/strong>, Edition Das Labor, Bad M\u00fclheim 2013<\/p>\r\n<div>\r\n<div id=\"attachment_100072\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-100072\" class=\"wp-image-100072 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Parlandos_Cover-e1645638411423.jpeg\" alt=\"\" width=\"199\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-100072\" class=\"wp-caption-text\">Original-Holzschnitt auf das Cover gedruckt von Haimo Hieronymus<\/p><\/div>\r\n<strong>Weiterf\u00fchrend \u2192\u00a0<\/strong>Jeder Band aus dem <em>Schuber<\/em> von A.J. Weigoni ist ein Sammlerobjekt. Und jedes Titelbild ein Kunstwerk. KUNO fa\u00dft die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42570\">Stimmen<\/a> zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/div>\r\n<div>\r\n<p><strong>H\u00f6rproben \u2192 <\/strong>Probeh\u00f6ren kann man Ausz\u00fcge der <a href=\"http:\/\/vordenker.de\/weigoni\/schmauchspuren.html\">Schmauchspuren<\/a>, von <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/neige.html\">An der Neige<\/a> und des Monodrams <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/taeger\/senora_nada.htm\">Se\u00f1ora Nada<\/a> in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=17799\">MetaPhon<\/a>. Zuletzt bei KUNO, eine Polemik von A.J. Weigoni \u00fcber den Sinn einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/02\/07\/bartleby\/\">Lesung<\/a>.<\/p>\r\n<\/div>\r\n<!-- \/wp:post-content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Aura der Poesie ist nicht allein zwischen Buchdeckeln gut aufgehoben. A.J. Weigoni erlag der Faszination des Mediums Radio in seinen Kindertagen, als der Rundfunk zu einem Zauberinstrument des Wortes wurde, zur akustischen Probeb\u00fchne der Poesie, zum Atem der Vernunft.&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/30\/der-verdichter\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":257,"featured_media":100072,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,46,1077,104,1007,110,1075,36,1074,86,1006,38,1079,1455,1076,1078,84,35,857],"class_list":["post-12628","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-almuth-hickl","tag-angela-di-ciriaco-sussdorff","tag-axel-kutsch","tag-bibiana-heimes","tag-dieter-scherr","tag-dr-christiane-schluter","tag-ioona-rauschan","tag-jens-pacholsky","tag-joachim-paul","tag-judith-ryan","tag-marina-rother","tag-paulus-peternell","tag-peter-maiwald","tag-prof-dr-franz-norbert-mennemeier","tag-simeon-hrissomallis","tag-theo-breuer","tag-tom-tager","tag-walter-hollerer"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12628","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/257"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12628"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101215,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12628\/revisions\/101215"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/100072"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}