{"id":12188,"date":"2013-02-01T00:01:00","date_gmt":"2013-01-31T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12188"},"modified":"2022-06-13T05:43:21","modified_gmt":"2022-06-13T03:43:21","slug":"leseprobe-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/02\/01\/leseprobe-2\/","title":{"rendered":"Leseprobe aus &#8222;Der kleine Wagnerianer&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #888888;\">Anmerkung der Redaktion: <span style=\"color: #999999;\">Flankierend zum <\/span><\/span><span style=\"color: #999999;\"><a style=\"color: #999999;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12589\">Kollegengespr\u00e4ch eine Leseprobe aus &#8222;Der kleine Wagnerianer&#8220;, die der Beck-Verlag aus dem Buch zur Verf\u00fcgung stellt.<\/a><\/span><\/p>\n<div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div id=\"attachment_12587\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/EL_RM_kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-12587\" class=\"size-medium wp-image-12587\" title=\"EL_RM_kl\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/EL_RM_kl-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/EL_RM_kl-200x300.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/EL_RM_kl.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-12587\" class=\"wp-caption-text\">Regine M\u00fcller und Enrik Lauer. (c) f\u00fcr das Photo: Andreas Biesenbach<\/p><\/div>\n<p>In der Disziplin der Musikwissenschaft denkt und arbeitet man traditionell in der R\u00fcckschau. Das liegt in der Natur der Sache. Die Relevanz musikalischer, ja k\u00fcnstlerischer Ereignisse und Entwicklungen generell l\u00e4sst sich erst dann mit einiger Sicherheit beurteilen, wenn sich deren Spuren ausgebreitet und vertieft haben, statt im Sande zu verlaufen. So hat die Musikwelt, die nat\u00fcrlich nicht nur aus professionellen Chronisten, sondern auch aus der gro\u00dfen Schar der Musikliebhaber besteht, manchen Skandal, manchen Star und sogar manches Genre vergessen, wenn nachfolgende Generationen sich entweder nicht mehr dar\u00fcber aufregen oder nicht mehr daf\u00fcr begeistern wollten, was einst so singul\u00e4r, skandal\u00f6s und attraktivzu sein schien. H\u00e4u\ufb01g erm\u00e4chtigt sich die Musikwissenschaft allerdings auch selbst dazu, in der R\u00fcckschau Marksteine der (Be-)Deutung just dort zu sehen und zu setzen, wo die Zeitgenossen noch gleichg\u00fcltig mit den Schultern zuckten. Oder nur eine verschwindend kleine Zahl von Menschen Zeugen\u00a0eines Ereignisses von im Nachhinein als epochal begriffener Bedeutung waren.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Ein solches Ereignis war unzweifelhaft die Urauff\u00fchrung von Claudio Monteverdis Favola in musica \u2013 grob \u00fcbersetzt: Geschichte in Musik \u2013 <em>L\u2019Orfeo<\/em>, die anno\u00a01607\u00a0vor einer kleinen Schar feudaler Spezialisten und G\u00f6nner im Palazzo Ducale zu Mantua \u00fcber eine eher improvisierte B\u00fchne ging. Im Nachhinein wurde aus diesem h\u00f6chst elit\u00e4ren Ereignis die Geburtsstunde der Oper. Sicher nicht zu Unrecht, denn es war in der Tat Monteverdi, der sich hernach noch \u00fcber\u00a035\u00a0Jahre seines Lebens mit dieser neuen Gattung besch\u00e4ftigen sollte und sie zu einer ersten Bl\u00fcte f\u00fchrte. Dennoch gab es sehr wohl Vorl\u00e4ufer des L\u2019Orfeo \u2013 verloren gegangene Werke aus der Feder von\u00a0Kollegen Monteverdis, die wom\u00f6glich auch einen Anspruch auf Er\ufb01ndung der neuen Kunstform Oper h\u00e4tten erheben k\u00f6nnen. Das Aufkommen dieser Gattung k\u00fcndigte sich an, dr\u00e4ngte gewisserma\u00dfen zur Er\ufb01ndung. Wie auch immer: Das Geburtsdatum der Oper \u2013 die damals noch gar nicht so hie\u00df \u2013 wurde post festum auf\u00a01607\u00a0festgelegt.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Vergleichbar marmorne Marksteine oder gar Revolutionen sind in der Musikgeschichte allerdings relativ selten. Gewiss, man z\u00e4hlt die Geburts- und Todestage der Meister-Tonsetzer und die Urauff\u00fchrungsdaten ihrer ein\ufb02 ussreichsten Werke zu den Weg- und Wendemarken. So wie die Experten der Musikgeschichte etlichen Unsterblichen aus dem Olymp der Komponisten das Etikett des Revolution\u00e4rs angeheftet haben. Nat\u00fcrlich geh\u00f6ren Mozart und Beethoven in diese Ahnenreihe. Haydn erfand das moderne Streichquartett, Schubert trieb das Lied zu ungeahnten H\u00f6hen voran. Und so fort.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Aber wann konnte und kann man schon einmal behaupten, dass von genau diesem einen Punkt an, mit genau diesem einen Werk alles anders wurde? Dass nach diesem Ereignis die Musikgeschichte nachweislich eine andere Richtung genommen hat? Eines dieser seltenen Ereignisse kann unbestritten Richard Wagner f\u00fcr sich reklamieren. Und zwar mit Tristan und Isolde, seinem subjektivsten und vielleicht auch seltsamsten Werk, in dem insbesondere der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigte <em>Tristan-Akkord<\/em> jenen magischen Moment markiert, der musikgeschichtlich zum Point of no Return wurde. Denn dieser Akkord stie\u00df das Tor zur Moderne weit auf.<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div style=\"text-align: center;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: center;\">***<\/div>\n<div><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Der kleine Wagnerianer<\/strong>: Zehn Lektionen f\u00fcr Anf\u00e4nger und Fortgeschrittene, von <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;tbo=p&amp;tbm=bks&amp;q=inauthor:%22Enrik+Lauer%22&amp;source=gbs_metadata_r&amp;cad=2\">Enrik Lauer<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.google.de\/search?hl=de&amp;tbo=p&amp;tbm=bks&amp;q=inauthor:%22Regine+M%C3%BCller%22&amp;source=gbs_metadata_r&amp;cad=2\">Regine M\u00fcller, <\/a>Beck C. H., 2013<\/div>\n<div style=\"text-align: center;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-103660 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Wagner-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchend\u00a0\u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Flankierend zum <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12589\">Kollegengespr\u00e4ch <\/a>eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/02\/11\/leseprobe-2\/\">Leseprobe<\/a> aus Der kleine Wagnerianer, die der Beck-Verlag aus dem Buch zur Verf\u00fcgung stellt. Eine andere <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/02\/13\/unbewust-hochste-lust\/\">Lesart<\/a> pr\u00e4sentiert Ulrich Bergmann auf KUNO.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anmerkung der Redaktion: Flankierend zum Kollegengespr\u00e4ch eine Leseprobe aus &#8222;Der kleine Wagnerianer&#8220;, die der Beck-Verlag aus dem Buch zur Verf\u00fcgung stellt. In der Disziplin der Musikwissenschaft denkt und arbeitet man traditionell in der R\u00fcckschau. Das liegt in der Natur der&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/02\/01\/leseprobe-2\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":59,"featured_media":103660,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1065,1066],"class_list":["post-12188","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-enrik-lauer","tag-regine-mueller"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12188","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/59"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12188"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12188\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103662,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12188\/revisions\/103662"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/103660"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12188"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12188"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12188"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}