{"id":11608,"date":"2013-01-08T00:01:00","date_gmt":"2013-01-07T23:01:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11608"},"modified":"2020-04-13T06:19:45","modified_gmt":"2020-04-13T04:19:45","slug":"relativierung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/08\/relativierung\/","title":{"rendered":"Relativierung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die kurze Antwort auf diese Frage lautet Ja. Was mich angeht \u2013 ich bin zu einem Viertel Cherokee-Indianer \u2013, ist Amerika f\u00fcr zwei Holocausts auf seinem Territorium verantwortlich: die Ausl\u00f6schung der eingeborenen Indianer sowie die Sklaverei, der sie Afrikaner, Jamaikaner und Westinder 245 Jahre lang unterwarfen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #888888;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Poster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-11609\" title=\"Poster\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Poster-213x300.jpg\" alt=\"\" width=\"213\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Poster-213x300.jpg 213w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/Poster.jpg 392w\" sizes=\"auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px\" \/><\/a><\/span><span style=\"color: #888888;\">Quentin Tarantino auf der gestrigen Pressekonferenz in Berlin zu seinem neuen Film <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=xn1labzejlY\"><em>Django Unchained<\/em><\/a>, der die Sklaverei in den S\u00fcdstaaten der USA thematisiert. Man kann dies als Antwort auf Spike Lee lesen, der zu dem Thema auf Twitter eine Diskussion lostrat.&nbsp;Lee zwitscherte: &#8222;Sklaverei in Amerika war kein Sergio-Leone-Spaghetti-Western. Es war ein Holocaust. Meine Vorfahren sind Sklaven gewesen. Gekidnapped aus Afrika. Ich werde sie ehren.&#8220; Nimmt man den neuen <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=WTQNWgZVctM\">Film<\/a> Margarete von Trotta dazu, der parallel zu&nbsp;<em>Django Unchained<\/em> ins Kino kommt, scheint es sich zu best\u00e4tigen, was Hannah Arendt einst als die &#8222;Banalit\u00e4t des B\u00f6sen&#8220; bezeichnete.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Dezember vergangenen Jahres hat sich Harvard-Professor Henry Louis Gates Jr. f\u00fcr das afro-amerikanische Onlinemagazin The Root in drei Teilen mit Quentin Tarantino \u00fcber dessen kontroversen Film <em>Django Unchained<\/em> unterhalten. Angesichts des deutschen Kinostarts des Films in dieser Woche ist das Gespr\u00e4ch aber auch jetzt noch von aktuellem Interesse. Die Kritik, dass in seinem Film das Wort <em>Nigger<\/em> so h\u00e4ufig auftaucht, federt er im Nu ab: <em>Nun, wenn man einen Film \u00fcber Sklaverei dreht und einen Zuschauer aus dem 21. Jahrhundert in diese Zeit versetzt, dann wird dieser einige Dinge zu h\u00f6ren und zu sehen kriegen, die h\u00e4sslich sind. Das ist einfach ein Bestandteil des Pakets, wenn man sich aufrichtig mit dieser Story, mit dieser Umgebung und diesem Land befasst. Ich pers\u00f6nlich halte diese Kritik f\u00fcr l\u00e4cherlich. Denn es w\u00e4re die eine Sache, wenn die Leute sagen w\u00fcrden: &#8218;Du verwendest den Begriff viel exzessiver als es 1858 in Mississippi gebraucht wurde.&#8216; Nun, das behauptet keiner. Und wenn man das nicht behauptet, dann sagt man ganz einfach nur aus, dass ich l\u00fcgen sollte. Dass ich die Sache verw\u00e4ssern und leicht bek\u00f6mmlich machen sollte. Nein, ich will nicht, dass sie leicht bek\u00f6mmlich ist.<\/em> Das <a href=\"http:\/\/ec.libsyn.com\/p\/6\/0\/1\/6013ec8eed7400ea\/RC12122602-specialed-tarantino.mp3?d13a76d516d9dec20c3d276ce028ed5089ab1ce3dae902ea1d01cd8f32d1ca5c1f15&amp;c_id=5257326\">Gespr\u00e4ch<\/a> kann man als mp3 anh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die kurze Antwort auf diese Frage lautet Ja. 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