{"id":11279,"date":"2013-05-15T00:01:21","date_gmt":"2013-05-14T22:01:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=11279"},"modified":"2022-02-27T14:58:24","modified_gmt":"2022-02-27T13:58:24","slug":"natur-kunst-spiel-objekte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/05\/15\/natur-kunst-spiel-objekte\/","title":{"rendered":"natur-kunst-spiel-objekte"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG-0010.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11496 alignright\" title=\"IMG 0010\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG-0010-247x300.jpg\" alt=\"\" width=\"247\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG-0010-247x300.jpg 247w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/IMG-0010.jpg 488w\" sizes=\"auto, (max-width: 247px) 100vw, 247px\" \/><\/a>als k\u00fcnstler kann uwe albert auf fr\u00fche naturerfahrungen zur\u00fcckgreifen. und die beobachtung der natur ist ein wichtiger ursprung des bildhaften wahrnehmens und gestaltens, aus dem kunst entsteht. er berichtet von fahrradfahrten, entdeckungsg\u00e4ngen und geologischen streifz\u00fcgen mit seinem vater. vielleicht schuf das interesse an formationen der erdkruste bereits ein gesp\u00fcr f\u00fcr k\u00fcnstlerische strukturen. zudem erinnert er sich an momente kindlicher phantasie, die ihn etwa mit kaninchen karten spielen lie\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">das zeichnen und malen in der natur war f\u00fcr uwe albert einer der ausgangspunkte seiner k\u00fcnstlerischen arbeit. landschaften und pflanzen beeindruckten ihn fr\u00fch. die darstellung der farblich kargen dunkelbraunen ackerlandschaften der magdeburger b\u00f6rde, bei der man sich auf wenige farben konzentrieren mu\u00df, betont zun\u00e4chst das kraftvolle der b\u00f6den. wer genau hinschaut, wird bemerken, da\u00df diese bilder auch seelenr\u00e4ume zeigen. manche, die braunerdig und lichtdurchflutet zugleich sind, muten wie gegenwelten an. der katalog zeigt das bild &gt;Haus in Hakeborn&lt;, das im b\u00f6rdedorf gleichen namens entstand, neben &gt;Rom 1&lt; und &gt;Rom 2&lt;. f\u00fcr phantasie braucht man nur ein altes haus. der ph\u00e4nomenologe maurice merleau-ponty, der in &gt;Das Auge und der Geist&lt; paul c\u00e9zanne mit dem satz \u00bbDie Natur ist im Inneren\u00ab zitierte, nannte das bild \u00bbdas Innen des Au\u00dfen und das Au\u00dfen des Innen\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11477\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-1\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-1.jpg\" alt=\"\" width=\"134\" height=\"200\" \/><\/a>die faszination der elbauenlandschaft besteht f\u00fcr uwe albert in der sich zyklisch erneuernden natur. bilder wie &gt;Neue Landschaft&lt; oder &gt;Kreuzgeburt&lt;, die das motiv der landschaft mit dem der frucht und der geburt verbinden, wurden vom anblick eines verletzten baumes mit ovaler und spiralf\u00f6rmiger wunde bei einer wanderung in der elbaue angeregt. im bild &gt;Baumopfer&lt; lassen sich die motivfelder der opferung, des aufgehens und schl\u00fcpfens sowie der auferstehung entdecken. das vegetarische symbolisiert wachstum, f\u00fclle, heilung und verwandlung. und die frucht enth\u00e4lt, wie die mutter, das leben, das sie spendet. in den mythen mancher v\u00f6lker entstehen die ersten menschen aus b\u00e4umen oder pflanzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">selbst seine stadtlandschaften sind oft eigentlich flu\u00dflandschaften, in denen die natur des flusses pr\u00e4senter ist als die stadtarchitektur. dem flu\u00df nahe f\u00fchlt er sich nicht zuletzt, da er oft auf der elbe rudert und sich so mit eigener kraft aus der alltagswirklichkeit in die natur abst\u00f6\u00dft. die skizzen f\u00fcr die flu\u00dfaquarelle entstanden teilweise im ruderboot. beim rudern findet er bewegte mu\u00dfe, indem das bewegtsein halt gibt und der bewegungsraum refugium wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die k\u00f6rperhaltung beim rudern n\u00e4hert sich in ihrer ausgangsposition der embryonalstellung, die auch die auferstehung verhei\u00dfende stellung des toten in der \u00e4gyptischen pyramide ist, der darauf wartet, \u00bbzum lebenden Tod begeistet zu werden.\u00ab (ernst bloch &gt;Das Prinzip Hoffnung&lt;). nach \u00e4gyptischer vorstellung kehrten die toten auf einer barke an den anfang der welt zur\u00fcck und fuhren derart ihrer wiedergeburt entgegen. wer nicht aufersteht, lebt nicht. am grabstein von paul celan wurde ein satz aus seinem tagebuch eingraviert: \u00bbDieseitig bin ich gar nicht fa\u00dfbar.\u00ab der psychoanalytiker otto rank zitierte in seinem buch &gt;Das Trauma der Geburt&lt; freuds beobachtung, \u00bbda\u00df die sogenannten &#8222;biographischen Tr\u00e4ume&#8220; in der Regel von r\u00fcckw\u00e4rts nach vorn zu lesen sind (d.h. wunschgem\u00e4\u00df mit dem Intrauterinzustand enden)\u00ab. merleau-ponty schrieb: \u00bbMan sagt, ein Mensch werde in dem Augenblick geboren, in dem das, was im Mutterleib zun\u00e4chst nur als ein virtuell Sichtbares war, zugleich f\u00fcr uns und f\u00fcr sich selbst sichtbar wird. Das Sehen des Malers ist eine fortw\u00e4hrende Geburt.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11479 alignright\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-3\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-3.jpg\" alt=\"\" width=\"128\" height=\"200\" \/><\/a>\u00bbIch sehe mich wohl eher als Teil der Natur und nicht als Teil von Menschenmassen.\u00ab sagt uwe albert selbst. die hinwendung zum flie\u00dfenden zeigt das verlangen nach dem einssein mit der natur und einem gewaltlosen sich l\u00f6sen aus umgrenzungen der menschenwelt. das flie\u00dfen setzt gewordenem das werden entgegen. in der symbolik der kulturen ist das wasser, der urscho\u00df des lebens, element der sch\u00f6pfung und erneuerung, bei thales von milet der ursprung aller dinge. goethe konstatierte, wie sehr die seele des menschen dem wasser gleiche. novalis nannte das wasser in &gt;Die Lehrlinge zu Sais&lt; das element der liebe und schrieb: \u00bbWie wenige haben sich noch in die Geheimnisse des Fl\u00fcssigen vertieft, und manchem ist diese Ahndung des h\u00f6chsten Genusses und Lebens wohl nie in der trunkenen Seele aufgegangen&#8230;Die Berauschten f\u00fchlen nur zu gut diese \u00fcberirdische Wonne des Fl\u00fcssigen, und am Ende sind alle angenehme Empfindungen in uns mannigfache Zerflie\u00dfungen, Regungen jener Urgew\u00e4sser in uns.\u00ab lateinisch aqua, das auch heilquelle bedeutet, und deutsch aue geh\u00f6ren etymologisch zusammen. nicht zuf\u00e4llig besitzt uwe albert aquarien, aquaauen hinter glas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ein fr\u00fcher k\u00fcnstlerischer eindruck f\u00fcr uwe albert war der einer auferstehungsszene von raffael im gebetbuch seiner gro\u00dfmutter. unter den malern, die ihn sp\u00e4ter anregten, nennt er rembrandt, goya, d\u00fcrer, gr\u00fcnewald, altdorfer, gauguin, van gogh, beckmann, mueller, kokoschka, de chirico, max ernst, miro, beuys und tinguely. ein wirklicher lehrer ist f\u00fcr ihn der maler g\u00fcnter glombitza (1938 bis 1984) gewesen, den man der &gt;Leipziger Schule&lt; zurechnet. bei ihm besuchte er zeichenkurse und nahm auch privat zeichenunterricht. und er gab ihm, handwerklich streng, aber zugleich locker im umgang, wichtige k\u00fcnstlerische und kunstgeschichtliche anregungen, literaturempfehlungen, einblicke in philosophische und psychologische zusammenh\u00e4nge und die sprache der symbole sowie manchen guten rat f\u00fcrs leben, ja pr\u00e4gte ihn menschlich, obwohl der kontakt wegen glombitzas fr\u00fchem tod nicht einmal zwei jahre dauerte. einen lebenden lehrer, der zeitlose werte vermittelt, braucht der mensch im leben wohl. denn die zeitgeistgem\u00e4\u00dfen werte, die h\u00e4ufig blo\u00df zu pawlowschen reflexen f\u00fchren, sind ja doch immer zweifelhaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zu uwe alberts k\u00fcnstlerischen arbeiten geh\u00f6ren zeichnungen, radierungen, siebdrucke, aquarelle, eitempera- und \u00f6lmalerei, auch als mischtechnik, sowie b\u00fccher, plakate und objekte, also gedruckte, gemalte, montierte und bewegte bilder. kunstgeschichtliche begriffe besch\u00e4ftigen ihn weniger, kunstgeschichtliche korrespondenzen schon, zumal er immer auf der suche nach urspr\u00fcngen der wahrnehmung bleibt. der mensch entdeckt in der \u00e4u\u00dferen welt insbesondere jene dinge, die seiner eigenen erfahrung entsprechen. wir sehen, sagt man, was wir wissen, und wissen, was wir sehen. aber es gibt ausnahmen, unbewu\u00dftes sehen und wissen von unsichtbarem, die f\u00fcr kunst gerade wichtig sind. anregungen hierf\u00fcr empfing uwe albert aus rudolf arnheims buch &gt;Kunst und Sehen \/ Eine Psychologie des sch\u00f6pferischen Auges&lt;, worin ihn etwa die beziehungen zwischen k\u00fcnstlerischem handwerk und psychologie interessierten, sowie durch schriften von sigmund freud, erich neumann, claude l\u00e9vi-strauss, elias canetti, mircea eliade oder konrad lorenz. er nahm jede m\u00f6glichkeit des unterrichts wahr, etwa beim aktzeichnen an der burg giebichenstein in halle. doch schlie\u00dflich hat er sich vor allem selbst ausgebildet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-51.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11482\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-5\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-51.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"200\" \/><\/a>auch seine farben stellt er oft selber her, so bei der eitempera die nat\u00fcrliche emulsion aus dem h\u00fchnerei. das universum, die elemente, g\u00f6tter und schamanen gehen in mythen aus eiern, symbolen des ursprungs, hervor, die vielfach zu fruchtbarkeitskulten, auferstehungsriten und initiationen geh\u00f6rten. bei den bildern und grafiken fallen die vielen halbrunden formen auf, die teils erotische ankl\u00e4nge enthalten, vor allem aber, weil sie an mutterk\u00f6rper, fr\u00fcchte oder bl\u00fctenkelche denken lassen, etwas m\u00fctterlich bergendes assoziieren und wohl ausdruck einer sehnsucht nach urspr\u00fcnglichem sind, aus dem noch alles werden kann. uwe albert erkl\u00e4rt die ovalen formen indes auch ganz anders und verweist darauf, da\u00df die mehrfache perspektive, das sehen mit zwei augen, zu ellipsenartigen kompositionen f\u00fchre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wer die menschliche figur beherrsche, sagte glombitza einmal zu ihm, k\u00f6nne auch alles andere zeichnen. manche der &gt;Akte&lt;, die stilisiert und nat\u00fcrlich zugleich wirken, erinnern an aktbilder der &gt;Br\u00fccke&lt;-maler. doch auch hier bleiben die f\u00fcr uwe alberts kunst typischen halbrunden formen pr\u00e4sent, wenngleich teilweise im hintergrund. indem er bildrealistisch malt und dabei zugleich ins phantastische \u00fcbergeht, schafft er eine balance zwischen abbildung und verfremdung der realwelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11483 alignright\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-6\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-6.jpg\" alt=\"\" width=\"141\" height=\"200\" \/><\/a>&gt;Landschaft mit Akt&lt; wirkt erotisch verlockend und, besonders durch die expressive hintergrundlandschaft, apokalyptisch bedr\u00e4ngend. mir fiel dazu der titel &gt;Die Liebe in Zeiten des Untergangs&lt; ein. in der bildmitte kann man eine sonnenr\u00f6hre sehen, die, einem windtrichter gleich, zur erde herabreicht, als ob sie vom himmel aus befruchten w\u00fcrde. c.g. jung wies in &gt;Symbole der Wandlung \/ Analyse des Vorspiels zu einer Schizophrenie&lt; darauf hin, \u00bbda\u00df der Wind, so gut wie die Sonne, ein Befruchter und Sch\u00f6pfer ist.\u00ab und erg\u00e4nzte: \u00bbBei einem Maler des deutschen Mittelalters finden wir folgende Darstellung der Zeugung: Vom Himmel kommt eine R\u00f6hre oder ein Schlauch herunter und begibt sich unter die R\u00f6cke der Maria; darin fliegt in Gestalt der Taube der Heilige Geist herunter zur Befruchtung der Gottesmutter.\u00ab erich neumann fa\u00dfte dies in seinem buch &gt;Die Gro\u00dfe Mutter \/ Eine Ph\u00e4nomenologie der weiblichen Gestaltungen des Unbewu\u00dften&lt; noch einmal zusammen: \u00bbDer Heilige Geist ist in der Urvorstellung, wie wir aus dem Pfingstwunder wissen, ein gewaltiger Wind.\u00ab und \u00bbVom Geiste gilt, da\u00df er durch den Kreis der Sonne heruntersteigt.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der k\u00fcnstlerische weg von uwe albert war nicht von vornherein vorgezeichnet. nach seinem kybernetik-studium arbeitete er zun\u00e4chst als forschungsingenieur. bald aber wollte er nicht nur selbstregulierende technische systeme lenken, sondern selber zum eigenst\u00e4ndigen system mensch werden. die kybernetik ist von der kunst so weit entfernt wie die chemie von der alchemie. bereits im schulunterricht hatte er kleine galgen aus draht und faden gebastelt, an denen er papierbilder ungeliebter lehrer aufh\u00e4ngte. das war sympathetische magie und zugleich eine vorwegnahme seiner sp\u00e4teren kunstobjekte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">vor allem in der objektkunst sp\u00fcrt man die lust am verfremdenden und dabei auch ironischen spiel. ludwig schumann sagte bei einer ausstellungser\u00f6ffnung 2008: \u00bbAlbert stellt seine \u00c4ngste an die Wand und versteckt seine Erheiterung hinter der Borke. Er ist ein \u00f6ffentlich Ge\u00e4ngsteter und heimlich Erheiterter.\u00ab mario vargas llosa schrieb in einem vorwort zu julio cort\u00e1zar: \u00bbZerstreuung, Am\u00fcsement und Phantasterei, ist das Spiel auch ein Zaubermittel, um die atavistische Angst des Menschen vor der geheimen Anarchie der Welt, vor dem R\u00e4tsel seines Ursprungs, seiner Existenz und seines Schicksals zu bannen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11485\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-8\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-8.jpg\" alt=\"\" width=\"117\" height=\"200\" \/><\/a>lateinisch l\u016bdere, das bei catull und vergil ausdr\u00fccklich auch das dichten bezeichnet, meint, neben spielen, tanzen, darstellen, scherzen, t\u00e4ndeln oder necken, das sich tummeln der fische, das herumflattern der v\u00f6gel sowie das pl\u00e4tschern im wasser oder des wassers. bewegungen der natur werden also ebenfalls als spielerisch empfunden. dem spiel eignet intensive bewegung, die wirklichkeiten \u00fcberspringen kann. platon vermutete, das spielen habe einen ursprung im bed\u00fcrfnis der tierjungen und menschenkinder, zu springen. die ausgangsbedeutung des deutschen worts spielen war tanzen, sich lebhaft bewegen. heute spricht man deutsch vom spiel der liebe, leidenschaften, sinne, augen, blicke, mundwinkel, muskeln, h\u00e4nde, kinder, katzen, farben, schatten, wellen, schneeflocken, des lebens, lichts, winds, schicksals, teufels oder zufalls.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">aufgrund seiner spielerischen kunstauffassung k\u00f6nnte man uwe albert, griechisch antiker vorstellung folgend, einen anti-banausen nennen. egon friedell schrieb in seiner &gt;Kulturgeschichte Griechenlands&lt; \u00fcber den begriff des banausen: \u00bbals banausisch ist alles verrufen, was Zweck hat, was f\u00fcr Geld geschieht, was man machen <em>mu\u00df<\/em>, was deformiert, was \u00fcberm\u00e4\u00dfig anstrengt.\u00ab so gesehen w\u00e4re auch kunst, die sich verwertungszw\u00e4ngen unterwirft, eigentlich banausisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11486 alignright\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-9\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-9.jpg\" alt=\"\" width=\"131\" height=\"200\" \/><\/a>kunst, die aus unbewu\u00dftem w\u00e4chst, mu\u00df dennoch nicht zweckfrei sein. sie kann alternative zwecke erf\u00fcllen. uwe albert verleiht in seiner objektkunst gegenst\u00e4nden durch die art ihrer k\u00fcnstlerischen gestaltung eine aura, also ein erstrahlen des urspr\u00fcnglichen, und darin etwas \u00fcberwirkliches im wirklichen. walter benjamin sah in der aura, die entsteht, wenn ein subjekt, ohne sich zu verlieren, in einem objekt aufgeht und umgekehrt, also ein proze\u00df der entgrenzung und verschmelzung stattfindet, eine r\u00fcckkehr zu erfahrungen der m\u00fctterlichkeit. den dingen eine aura geben hei\u00dft, sich in sie einf\u00fchlen und sie bergen. durch ich-erweiterung, die bis in die dingwelt hineinreicht, kann so entfremdung aufgehoben werden. solche erlebniswelten des innehaltenden vertiefens und nachdenkens bleiben freilich randerscheinungen der wirklichkeit und sind nur einzelnen zug\u00e4nglich. uwe albert wei\u00df das aus seiner kunstp\u00e4dagogischen arbeit mit kindern und jugendlichen, bei der er auch vieles von g\u00fcnter glombitza empfangene weitergibt. die geschwindigkeiten und dekonzentrationen einer gesellschaft, die permanent entfremdungen produziert, auf diese weise fluchtbewegungen ausl\u00f6st und derart dynamik erzeugt, lassen vertiefungen meist als nicht sehr praktikabel erscheinen und verhindern sie daher eher. dynamische kulturen sind meist oberfl\u00e4chenkulturen. bleibt der kunst blo\u00df noch eine bremsende funktion? immerhin hat der k\u00fcnstler das privileg, da\u00df er die f\u00e4higkeit zu mu\u00dfe und konzentration bewahren kann, w\u00e4hrend die technokratiegelenkten beschleunigungen zunehmend opfer zur\u00fccklassen, die am abgeforderten tempo scheitern, verzweifeln und zerbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wichtig f\u00fcr uwe albert ist das entweder nat\u00fcrliche oder durch manuelle arbeit industrieller verarbeitung und merkantiler verwertung entzogene material. indem in den mitunter skurrilen selbstgebauten technisch-k\u00fcnstlerischen apparaten, skurrilit\u00e4t schafft ein gesp\u00fcr f\u00fcrs \u00fcberwirkliche, die oft auch ironie enthalten, objektkunst, kultgegenstand und spielger\u00e4t verschmelzen, bilden sie als unikate eine alternative zur welt der austauschbaren glatten oberfl\u00e4chen, pr\u00e4fabrizierten erlebnisse und standardisierten spiele. dadurch k\u00f6nnen sie sogar einen gebrauchswert bekommen, etwa als nachhaltiges spielzeug. roland barthes konstatierte in seinen &gt;Mythen des Alltags&lt; im text &gt;Spielsachen&lt;: \u00bbEin best\u00fcrzendes Zeichen ist das fortschreitende Verschwinden von Holz, ein Stoff, der wegen seiner Festigkeit und seiner Zartheit, der nat\u00fcrlichen W\u00e4rme bei der Ber\u00fchrung ideal ist.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-11487\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher und Apparate-10\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-10.jpg\" alt=\"\" width=\"108\" height=\"200\" \/><\/a>kinderspiele und spielzeuge gingen vielfach aus rituellen handlungen und kultischen gegenst\u00e4nden hervor. was die erwachsenen nicht mehr ben\u00f6tigten, da es f\u00fcr sie seinen magischen wert verloren hatte, das \u00fcberlie\u00dfen sie den kindern zum spiel, die so kulturgeschichte im zeitraffer erleben. philippe ari\u00e8s nannte spiele in seiner &gt;Geschichte der Kindheit&lt; \u00bbeine Art Sammelbecken f\u00fcr kollektive \u00c4u\u00dferungen &#8230; die von der Gesellschaft s\u00e4kularisiert\u00ab wurden. auch kunst greift h\u00e4ufig auf produkte, techniken, materialien und wahrnehmungsweisen zur\u00fcck, die im gew\u00f6hnlichen leben als nicht zeitgem\u00e4\u00df gelten und transformiert sie auf ihre weise, so da\u00df sie, ihre profanit\u00e4t \u00fcbersteigend, neu auferstehn. \u00bbIn jeder Epoche mu\u00df versucht werden, die \u00dcberlieferung dem Konformismus abzugewinnen, der im Begriff steht, sie zu \u00fcberw\u00e4ltigen.\u00ab hei\u00dfts bei benjamin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in der nordischen \u00fcberlieferung verf\u00fcgen die zwerge, sch\u00f6pferische wesen, die im verborgenen schaffen, \u00fcber handwerkliche f\u00e4higkeiten bei der herstellung magischer dinge, die den g\u00f6ttern fehlen. und so wirds wohl auch in der technokratischen welt kommen. produkte der zwerge, die in der &gt;\u00c4lteren Edda&lt; \u00bbdie Weisen der Felsenwand\u00ab hei\u00dfen, vier zwerge tragen altnordisch den himmel an den ecken der erde, sind thors strafender, befruchtender und heilender hammer mj\u00f6llnir, freyrs magisches schiff sk\u00ed\u00f0bla\u00f0nir, das bei landgang in einem beutel verstaut werden kann und auf see immer guten wind hat, was an siebenmeilenstiefel, fl\u00fcgelschuhe und fliegenden teppich erinnert, oder der eber gullinborsti, der freyrs wagen zieht, zu jeder tageszeit schneller als jedes pferd durch die luft und \u00fcber wasser laufen kann und dessen borsten nachts golden leuchten. der zwergenk\u00f6nig alberich wiederum h\u00fctet den nibelungenschatz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der verlust manueller f\u00e4higkeiten tut der kunst nicht gut. uwe alberts objekte, bei deren entstehung sozusagen das ingeni\u00f6se, also die angeborene sch\u00f6pferische gabe, vom ingenieur abgewandert ist, besitzen materialwert, spielwert, kunstwert und symbolwert, wobei der materialwert teil des kunstwerts ist und darin aufgehoben wird. und sie k\u00f6nnen den betrachter zum unbefangenen sehen, h\u00f6ren und tasten sowie zur beobachtung von bewegungen anregen und derart das gef\u00fchl f\u00fcr ganzheitliche strukturen und abl\u00e4ufe f\u00f6rdern. der k\u00fcnstler bezieht seine kunstobjekte auch in die gestaltung seines wohnhauses ein. eine t\u00fcr der unteren etage beispielsweise wird von ruderstangen umrahmt, wodurch ein beinahe pr\u00e4historisch anmutendes rudertor entsteht. wenn meisen in einer nicht mehr genutzten wasserpumpe auf seinem hof ihr nest bauten, eier legten sowie junge ausbr\u00fcteten und aufzogen, scheinen sie umgekehrt seine objektkunst nachgeahmt zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">uwe albert sagt selbst, da\u00df f\u00fcr ihn kunst und technik nicht unvereinbar seien, wenn der k\u00fcnstler sie auf seine weise, ohne nur technischen automatismen zu folgen, gestaltet. immerhin konstruierte leonardo da vinci unterwasserboote und matthias gr\u00fcnewald war wasserbauingenieur. bei uwe albert finden sich eine mechanische spieluhr in einem buch, filmapparate, die aussehen wie vor der entstehung des films gebaut, eine filmrolle, die zeitungsmontagen in einem rollbild zeigt, zeitungen werden h\u00e4ufig erst interessant, nachdem sie zeitlos geworden sind, oder der flugfrosch rhacophorus, der einem seilt\u00e4nzer gleich \u00fcber ein seil tanzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-71.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11498 alignright\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-7\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-71.jpg\" alt=\"\" width=\"126\" height=\"200\" \/><\/a>man betrachtet die objekte, um sie zu verstehen, am besten von allen seiten, sozusagen mit einem all-blick, und detailliert sowie mit mu\u00dfe und in stille, also ungest\u00f6rt, so &gt;Kosmische Melodie&lt;, wo die bewegung kl\u00e4nge erzeugt, die aus der ferne zu kommen scheinen, w\u00e4hrend acht glaskugeln an f\u00e4den als himmelsk\u00f6rper die erde, das hei\u00dft einen globus aus holz, umkreisen. bei pythagoras, pindar und platon sind die sirenen sch\u00f6pferinnen der sph\u00e4renmusik. in platons &gt;Staat&lt; steht auf jeder der acht kreisenden himmelssph\u00e4ren eine sirene, die jeweils einen ton f\u00fcr die harmonie der sph\u00e4ren erklingen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die achtzahl der himmelssph\u00e4ren, die man auch gnostisch findet, hat ebenfalls symbolbedeutung. die acht kann das unendliche, universelle, umfassende sowie ewigen kreislauf, neusch\u00f6pfung und gl\u00fccklichen anfang symbolisieren, christlich wiedergeburt. acht menschen \u00fcberlebten auf der arche noahs die sintflut, die fr\u00fchchristliche autoren eine taufe der welt nannten. buddhistisch ist die acht der schl\u00fcssel zum n\u00e4chsten leben. acht pfade f\u00fchren aus der stofflichen existenz heraus zur erleuchtung und befreien vom leiden. die \u00e4gypter kannten acht urkr\u00e4fte vor der entstehung der welt, die etrusker acht weltzeitalter. der hinduistische gott vishnu besitzt acht weltumspannende arme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">gehalten wird &gt;Kosmische Melodie&lt;, und damit die welt, von messingst\u00e4ben und gewichten aus fensterkitt. so sind hier das heilige und das profane vereint. den weltenmantel bildet das holz einer vom blitz getroffenen weide. das objekt insgesamt l\u00e4\u00dft den weltenbaum assoziieren, der, indem er himmel, erde und unterwelt verbindet sowie das himmelsgew\u00f6lbe st\u00fctzt, als kosmische architektur die ganzheit der welt umfa\u00dft, in deren zentrum er steht. j\u00fcdisch entspricht der siebenarmige leuchter dem himmelsbaum, der die himmelsk\u00f6rper tr\u00e4gt. in der alchemie entsprechen metalle planeten. im grunde sehen wir bis heute die planeten um die erde kreisen, da dies unserer subjektiven wahrnehmung folgt und uns offenbar beruhigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-41.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11494\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-4\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-41-143x150.jpg\" alt=\"\" width=\"143\" height=\"150\" \/><\/a>die sarkastischen &gt;Kurzschlussbilder&lt;, gewisserma\u00dfen objekte, oder anti-objekte, in bildern, lassen an den golem, die automate-figuren bei e.t.a. hoffmann sowie goethes zauberlehrling oder den von faust geschaffenen homunculus denken, der keine seele besitzt und deshalb retortenwesen bleibt. einige der figuren dieser bilder, die offenkundig keinerlei individuelle eigenart mehr haben, und daher auch nichts verf\u00fchrerisches, das ihnen ein techniker als magier mitgeben k\u00f6nnte, gleichen au\u00dfer kontrolle geratenen robotern, die durch ihr instinkthaft animalisch anmutendes automatisches funktionieren zerst\u00f6rerisch wirken, ja ihre sch\u00f6pfer \u00fcberw\u00e4ltigen k\u00f6nnten. man fragt sich, ob sie vielleicht massen oder meuten verk\u00f6rpern oder manipulierte und so verwunschene menschen seien, die erl\u00f6st werden sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">uwe albert zeigt hier die logik von prozessen, die als gesetzt gelten und deshalb kaum mehr hinterfragt werden, so da\u00df sie einen hektisch erregten, ja rasenden stillstand produzieren k\u00f6nnen, bei dem die permanente bewegung, die alles zahnradm\u00e4\u00dfig ineinandergreifen l\u00e4\u00dft, die illusion eines unendlichen andauerns bestehender verh\u00e4ltnisse schafft und daf\u00fcr sorgt, da\u00df gerade keine substantielle ver\u00e4nderung stattfindet, bis die tragenden strukturen und denkbilder zusammenbrechen. und er stellt figuren dar, die, auch in ihrem eigenen handeln, solchen abl\u00e4ufen ausgeliefert sind, da sich ihre vitalit\u00e4t und dynamik instrumentell verselbst\u00e4ndigt. indem sie ihr bewegungstempo deformiert, werden sie zur bedrohung f\u00fcr sich und andere. manche wirken wie riesenhafte marschierende schrotthaufen, \u00fcber denen auf einigen bildern kr\u00e4hen kreisen. riesen galten als wesen der unmenschlichen au\u00dfenwelt, in der weder g\u00f6tter noch menschen leben, und kr\u00e4hen waren todesgalgenundteufelsv\u00f6gel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">was futuristen in technikutopischen gr\u00f6\u00dfenphantasien entwarfen, sieht uwe albert, der einer funktionalen \u00e4sthetisierung menschlicher lebensr\u00e4ume ebenso mi\u00dftraut wie der technisierung der illusionen, kritisch. f\u00fcr ihn hat alle blo\u00df zweckhafte technik und \u00e4sthetik jeden reiz verloren. \u00bbDie K\u00e4ltetendenz r\u00fchrt vom Eindringen der Physik in die moralische Idee.\u00ab schrieb ossip mandelstam. brecht meinte, die naturschw\u00e4rmerei k\u00e4me von der unbewohnbarkeit der st\u00e4dte. die technikd\u00e4monen haben die naturd\u00e4monen l\u00e4ngst ersetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-thumbnail wp-image-11492 alignright\" title=\"phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-2\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/phoca_thumb_m_Buecher-und-Apparate-21-125x150.jpg\" alt=\"\" width=\"125\" height=\"150\" \/><\/a>ich sehe parallelen der &gt;Kurzschlussbilder&lt; zu bildern, grafiken und zeichnungen von wolfgang mattheuer aus den 70er und 80er jahren, die motivisch der plastik &gt;Jahrhundertschritt&lt; vorausgingen und titel wie &gt;Im R\u00e4derwerk&lt;, &gt;Im Teufelskreis&lt;, &gt;Sisyphos im Rad&lt;, &gt;Verlust der Mitte&lt;, &gt;Verlorene Mitte&lt;, &gt;Zwiespalt&lt;, &gt;Zerrissenheit&lt; oder &gt;Aggression&lt; trugen. &gt;Verlorene Mitte&lt; etwa zeigt die figur eines menschen mit zerstreckten gliedma\u00dfen, die sich, reduziert auf je eine funktion, verselbst\u00e4ndigt haben, so da\u00df der k\u00f6rper als ganzes infolge der instrumentalisierung seiner teile aufgel\u00f6st wird und damit seine haltgebende und integrierende, also letztlich menschliche, substanz einb\u00fc\u00dft. allein eine innere mitte, die das gleichgewicht der person tr\u00e4gt und zugleich aus diesem erw\u00e4chst, k\u00f6nnte verschiedene und auch kontr\u00e4re bewegungen so miteinander verbinden, da\u00df k\u00f6rper, geist und seele halbwegs unversehrt bestehen bleiben. und eine solche balance gibt es ja, bei kindern, die gerade beginnen, sich ganz als subjekt zu begreifen. die verschiedenen gesellschaften der menschheitsgeschichte indes, vor\u00fcbergehende versuchsanordnungen, haben blo\u00df unterschiedliche menschenlaufr\u00e4der erfunden und installiert. und sie verachten die laufr\u00e4der der andern, eben weil sie eigene betreiben. die laufr\u00e4der der zukunft k\u00f6nnen vielf\u00e4ltige erscheinungsformen annehmen. verk\u00f6rperungen neigen zur verwandlung. heute sind die menschen weniger untergebene eines \u00fcber-ich und statt dessen mehr marionetten ihrer eigenen egoismen, das hei\u00dft zappeln an den f\u00e4den eines ich, das kein selbst ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">kinder und jugendliche, die geschwindigkeitsintensiv und mit starken lautkulissen aufwachsen, empfinden ruhe und stille teils als bedrohlich, weil ihnen beschleunigungen und laute akustische eindr\u00fccke das gef\u00fchl der vertrautheit und geborgenheit geben. selbst in aktuelle amokl\u00e4ufe, die etwas zeitrafferhaftes haben, wirkt, neben anderen faktoren, ein zeitgeistgem\u00e4\u00dfer geschwindigkeitskult hinein, der permanente wechsel verlangt, zwischen aufeinander folgenden moden ebenso wie zwischen leben und tod. scheindifferenzen schaffen indifferenzen und diese bef\u00f6rdern dann unter umst\u00e4nden gewalttaten, bei denen die akteure das virtuelle, fiktive, phantasierte, gespielte und das real geschehende nicht mehr unterscheiden. so gesehen k\u00f6nnen bremsungen der lebensabl\u00e4ufe, die innehalten, nachdenken, einordnen und relativieren lassen, befriedend wirken. ich empfehle die arbeiten von uwe albert einem zugleich symbolischen und psychologischen verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">2010, \u00fcberarbeitet 2012.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Cover1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-11490\" title=\"Cover\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Cover1-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Cover1-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/Cover1.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>Bilder-B\u00fccher-Apparate von Uwe Albert,\u00a0<\/strong>Weberknecht-Edition, Magdeburg<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><strong>Gedanken, die um Ecken biegen<\/strong>, Aphorismen von Holger Benkel,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">Edition Das Labor<\/a>, M\u00fclheim 2013. Heute findet ab 20:00 Uhr die Buchpr\u00e4sentation in Magdeburg statt. Ort: Gr\u00fcnes Tor, Geschwister-Scholl-Stra\u00dfe 16<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/p>\n<p>Lesen Sie auch einen\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26526\">Essay<\/a> \u00fcber das K\u00fcnstlerbuch <strong>Fragment Heimat<\/strong>, von Uwe Albert. Zum Thema K\u00fcnstlerbucher lesen Sie bitte auch den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">Artikel<\/a> von J.C. Albers. Vertiefend zu \u2018Alphabetikon\u2019 lesen Sie bitte das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=21407\">Kollegengespr\u00e4ch<\/a> mit Haimo Hieronymus.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>als k\u00fcnstler kann uwe albert auf fr\u00fche naturerfahrungen zur\u00fcckgreifen. und die beobachtung der natur ist ein wichtiger ursprung des bildhaften wahrnehmens und gestaltens, aus dem kunst entsteht. er berichtet von fahrradfahrten, entdeckungsg\u00e4ngen und geologischen streifz\u00fcgen mit seinem vater. vielleicht schuf&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/05\/15\/natur-kunst-spiel-objekte\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":101023,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[94,654],"class_list":["post-11279","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-holger-benkel","tag-uwe-albert"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11279","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11279"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11279\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":101029,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11279\/revisions\/101029"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101023"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11279"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11279"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11279"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}