{"id":107167,"date":"2004-01-31T00:01:38","date_gmt":"2004-01-30T23:01:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=107167"},"modified":"2026-04-24T07:49:12","modified_gmt":"2026-04-24T05:49:12","slug":"progressive-rock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/01\/31\/progressive-rock\/","title":{"rendered":"Progressive Rock"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGenesis Live\u201c, ver\u00f6ffentlicht im Juli 1973, markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Karriere der britischen Progressive-Rock-Pioniere Genesis. Es ist nicht nur das erste offizielle Live-Dokument der Band, sondern auch ein authentisches Zeugnis der \u00c4ra mit Peter Gabriel, bevor die Gruppe mit \u201eThe Lamb Lies Down on Broadway\u201c ihren konzeptionellen Zenit erreichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich als g\u00fcnstiges \u00dcbergangswerk gedacht, um die Wartezeit zwischen \u201eFoxtrot\u201c und \u201eSelling England by the Pound\u201c zu \u00fcberbr\u00fccken, entwickelte sich das Album schnell zu einem Fan-Favoriten. Die Aufnahmen stammen \u00fcberwiegend aus dem De Montfort Hall in Leicester und dem Free Trade Hall in Manchester im Februar 1973. Zu diesem Zeitpunkt hatten Genesis ihren Sound perfektioniert: eine Mischung aus pastoralen Akustikpassagen, komplexen Rhythmen und der theatralischen Exzentrik Gabriels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Album umfasst lediglich f\u00fcnf St\u00fccke, doch diese repr\u00e4sentieren die Essenz des fr\u00fchen Genesis-Sounds. Den Auftakt macht \u201eWatcher of the Skies\u201c, getragen von Tony Banks\u2019 majest\u00e4tischem Mellotron-Intro, das live eine fast au\u00dferirdische Atmosph\u00e4re erzeugte. In \u201eGet \u2019Em Out by Friday\u201c zeigt sich Gabriels Talent f\u00fcr soziale Satire und verschiedene Charakterrollen, w\u00e4hrend \u201eThe Musical Box\u201c mit seinem dramatischen Finale den H\u00f6hepunkt der Live-Darbietung darstellt. Das epische \u201eThe Knife\u201c schlie\u00dflich erinnert an die aggressiveren Wurzeln der Band.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was \u201eGenesis Live\u201c so besonders macht, ist die rohe Energie. W\u00e4hrend die Studioalben oft sehr poliert klingen, offenbart die Live-Aufnahme die druckvolle Rhythmusgruppe aus Mike Rutherford und Phil Collins sowie Steve Hacketts pr\u00e4zises, atmosph\u00e4risches Gitarrenspiel. Man h\u00f6rt eine Band, die hart arbeitet, um ihr anspruchsvolles Material auf die B\u00fchne zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu bem\u00e4ngelten ist das Fehlen von \u201eSupper\u2019s Ready\u201c, dem eigentlichen Herzst\u00fcck ihrer damaligen Show, das aus Platzgr\u00fcnden auf der LP weggelassen wurde. Dennoch bleibt \u201eGenesis Live\u201c ein unverzichtbares Dokument. Es f\u00e4ngt den Moment ein, in dem Genesis von einer Kultband zu einer der bedeutendsten Formationen des Jahrzehnts aufstieg \u2013 ein Zeugnis musikalischer Virtuosit\u00e4t und britischer Exzentrik.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>Genesis Live<\/strong>, 1973<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-107168 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Genesis_Live_Cover-300x298.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"298\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Eine Vorschau auf ein Meisterwerk des Trash: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/09\/30\/ein-lamm-legt-sich-am-broadweg-nieder\/\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>The Lamb Lies Down on Broadway<\/strong><\/span><\/a><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>In der Reihe Gossenhefte zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen. Der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Dem Begriff\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><em>Trash<\/em><\/a> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/30\/proust_and_pulp\/\"><em>Trash<\/em><\/a> als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u201eGenesis Live\u201c, ver\u00f6ffentlicht im Juli 1973, markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Karriere der britischen Progressive-Rock-Pioniere Genesis. 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