{"id":107030,"date":"2021-04-26T00:01:13","date_gmt":"2021-04-25T22:01:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=107030"},"modified":"2026-04-07T12:47:14","modified_gmt":"2026-04-07T10:47:14","slug":"transluzent","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/26\/transluzent\/","title":{"rendered":"Transluzent"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_107031\" style=\"width: 325px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-107031\" class=\"wp-image-107031 size-large\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/\u201eRegen-und-\u201eIm-Auge-315x500.jpg\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"500\" \/><p id=\"caption-attachment-107031\" class=\"wp-caption-text\">\u201eRegen\u201c und \u201eIm Auge\u201c &#8211; von Katja Butt<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorformen \\ Verformen\u2026 \\ das Ungestalte visualisieren &amp; einen neuen Weg zum Verstehen des Unverstandenen suchen\u2026 die Barriere des Unsagbaren \u00fcberwinden \\ in der Stummheit artIQliert sich Sinn, eine Deutung \u00fcber das Ende der Geschichten sowie dem unweigerlichen Beginn der Wortarabesken\u2026 \\ &amp; auch diese <em>consolatio poesiae<\/em> hat keinen Ort, sie ist ein Vortasten in die Dringlichkeit\u2026 \\ immerfort\u2026 ein Beginnen &amp; Vergehen\u2026 \\ Sprache spricht sich selbst\u2026 Worte &amp; S\u00e4tze werden\u2026 wie in Trance\u2026 wiederholt\u2026 beim Versuch der Selbstvergewisserung gelingt das Unbewusste wachzuhalten\u2026 das Lesen wird gleichsam zu einem Versuch das gedankliche Material zu durchdringen\u2026 &amp; sich auf der Flucht in den eigenen Innenweltraum durch einen Grafitstift zum Stummel schreiben\u2026 mit dem Pinsel aus dem Handgelenk beil\u00e4ufig Schriftzeichen auf das Blatt werfen\u2026 durch Sprache zur Welt finden\u2026 &amp; durch das Buchstabieren der Welt zur\u00fcck in die Sprache\u2026 nicht in einem \u00fcberschw\u00e4nglichen Gef\u00fchlsenthusiasmus verfallen\u2026 \\ die Aufmerksamkeit wird dabei aber so gestreut, dass eine Konstruktion von Sinn nur verschwommen oder gar nicht erkennbar ist\u2026 die Wahrnehmung wird \u00fcberformt\u2026 Abbildungen verschieben sich von der Substantialit\u00e4t zum Verweisungsgef\u00fcge \\ pr\u00e4tenti\u00f6se Pathosformeln treffen auf das geh\u00e4uft Unvorhergesehene\u2026 \\ mit Unvoreingenommenheit auf existenzielle Fragen blicken: auf Trauer, das Verlorene &amp; Zerst\u00f6rte\u2026 als Arch\u00e4ologie die R\u00e4ume der Erinnerung abschreiten, jeden Stein umdrehen \u2192 der Verbindung von Moosen &amp; Myzel nachgehen &amp; ein Netzwerk aus verzweigten fadenf\u00f6rmigen Zellen entdecken \\ Worte abklopfen, bis sie ihren Ungeist preisgeben\u2026 \\ der Linie folgen, zwischen den Zeilen lesen\u2026 einen Zeilensprung ins Unbestimmte wagen, den Sinnzusammenhang \u00fcber das Ende eines Blattes hinaus ausdehnen\u2026 \\ das Verstehen scheint hinter der Ratlosigkeit hervor\u2026 einen weiteren W\u00fcrfelwurf wagen\u2026 den Nachtschatten des Unbewussten auf die Taghelle des Bewusstseins prallen lassen\u2026 der Versuch weite R\u00e4ume zu denken,\u00a0kann zu einem Schl\u00fcsselerlebnis werden\u2026 f\u00fcr jene, die den Mut haben sich zuweilen in der Uferlosigkeit verlieren zu k\u00f6nnen\u2026 \\ die Erinnerung wird zu einem zirkul\u00e4ren Wesen\u2026\\ das f\u00fcr den Moment aufblitzende Gl\u00fcck, ist alles, was sich fassen l\u00e4sst\u2026 C&#8217;est tout.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Poem ist das letzte aus der Hand von A.J. Weigoni. Es steht thematisch in Verbindung zu seinem <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/\">Langstreckenpoem<\/a><\/em> welches in 2024 tagt\u00e4glich auf Differenzierung pochen wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_11299\" class=\"wp-caption alignright\">\n<div id=\"attachment_97843\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-97843\" class=\"wp-image-97843 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Weigoni-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><p id=\"caption-attachment-97843\" class=\"wp-caption-text\">Andr\u00e1s (A. J.) Weigoni (* 18. Januar 1956 in Budapest\/Ungarn, Flucht mit den Eltern nach dem Volksaufstand; \u2020 26. Januar 2021 in D\u00fcsseldorf)<\/p><\/div>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 2024 stellt die Edition Das Labor ein nachgelassenes <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/?p=1849\">Poem<\/a> von A.J. Weigoni in 366 Strophen vor. Diese <em>consolatio poesiae<\/em> hat keinen Ort, sie wird wahrscheinlich f\u00fcr eine Weile im Datennirvana existieren und irgendwann ganz verschwinden. Poesie ist immer ein Beginnen, Vergehen und Neudenken. Der Kontrast dieser Poesie mit allen beredten Details, trifft auf eine konkrete Allt\u00e4glichkeit. Auch in der literarischen Publikation gilt es digitale Transformationsprozesse zu gestalten. Die Publikation dieser <em>Wiederbelebungsmasznahme<\/em> erfolgt in digitaler Form. Das Erkunden der Textsortengrenze \u00fcberl\u00e4\u00dft sich ganz dem Vergehen der Zeit, dieses Langstreckenpoem folgte dem Rhythmus der Sekunden und Minuten, der Tage und Wochen und hat assoziativ Erinnerungen und Begebenheiten aufgegriffen. Es war der Versuch, eine Chronik der Zukunft zu verfassen, ohne dabei die Traditionslinien des stochastischen Schreibens zu verlassen, also nach dem Zufallsprinzip entstandene poetische Strukturen, dem Experiment verhafteten Konstrukt und den Wortfreistellungen zwischen den Zeilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vorformen \\ Verformen\u2026 \\ das Ungestalte visualisieren &amp; einen neuen Weg zum Verstehen des Unverstandenen suchen\u2026 die Barriere des Unsagbaren \u00fcberwinden \\ in der Stummheit artIQliert sich Sinn, eine Deutung \u00fcber das Ende der Geschichten sowie dem unweigerlichen Beginn&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/26\/transluzent\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":107031,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,96],"class_list":["post-107030","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-katja-butt"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107030","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=107030"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107030\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":107151,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/107030\/revisions\/107151"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/107031"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=107030"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=107030"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=107030"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}