{"id":106542,"date":"2003-09-26T00:15:37","date_gmt":"2003-09-25T22:15:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=106542"},"modified":"2025-01-04T11:24:58","modified_gmt":"2025-01-04T10:24:58","slug":"in-der-jagdbude","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/09\/26\/in-der-jagdbude\/","title":{"rendered":"In der Jagdbude"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit drei Tagen hausen wir vier Mann nun schon in der kleinen Jagdbude, die weit, weit vom Dorfe, an der Grenze von Moor und Heide, unter tr\u00e4umerischen H\u00e4ngebirken steht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sehen aus wie die R\u00e4uber, und wenn uns ein Zauberer so, wie wir sind, auf die Stra\u00dfe in Hannover setzte, mit unsern Halbwochenb\u00e4rten, unsern H\u00e4nden, rauh vom Holzspalten, Tellerwaschen, Wildbretzerwirken, Feueranmachen, unsern schwarzen Fingerd\u00f6ppen, dann w\u00fcrden die Schutzleute ihre Aufmerksamkeit von den Waden der Radfahrerinnen ab- und uns zuwenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber mollig f\u00fchlen wir uns, und unanst\u00e4ndig gesund. Ich hatte Migr\u00e4ne, als wir uns am Bahnhofe trafen, der zweite einen sehr dauerhaften Schnupfen, der dritte Nerven, der vierte Husten. Alle diese Kulturerrungenschaften sind nun zum Kuckuck; gl\u00e4nzende Augen, rote Backen, klare Kehlen, und unempfindliche Nerven sind daf\u00fcr eingetauscht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Stadt habe ich alle nasenlang einen Schnupfen, Migr\u00e4ne wie eine Lehrerin und Nerven wie eine Modedame. Hier merke ich nichts davon, obgleich ich nachts mit feuchten F\u00fc\u00dfen im Graben sa\u00df, stundenlang bei schneidendem Nordost m\u00e4uschenstill am Moorrande stand, halbe Tage im Wasser herumpatschte und in der zugigen Bude auf dem Strohsack schlief, nur mit dem Mantel bedeckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, ich habe meinen Beruf verfehlt. Zigeuner, Indianer, Trapper oder so etwas \u00c4hnliches, das w\u00e4re das richtige gewesen. Schade, da\u00df ich meinen Stammbaum nur zweihundert Jahre zur\u00fcckverfolgen kann! Ich bin \u00fcberzeugt, ich stamme von irgendeinem altnieders\u00e4chsischen J\u00e4ger oder Fischer ab. Ich finde mich ja schlie\u00dflich auch in Frack und langem Rock zurecht, aber wohl f\u00fchle ich mich nur, wenn ich den achtj\u00e4hrigen Lodenhut aufhabe, wenn die Schmierstiefel an den F\u00fc\u00dfen sitzen und der Rumpf in der stilvollen Joppe steckt, die nur gewinnen kann, wenn ich mich damit auf den nassen Moorboden lege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das nicht herrlich? Soweit ich sehen kann Heide, Moor, Sumpf, Forst, Anflug, aber kein Haus, kein Hof, kein Zaun, kein Gatter, kaum ein halbwegs erkennbarer Weg. Frei sind wir hier wie der Birkhahn, der sausend \u00fcber das Moor streicht, wie die Ohreule im Tann, wie der Sperber in der Luft, wie das Wiesel im Dorn. Hier kann ich auch singen; im Zimmer bringe ich es nicht fertig. Aber hier kann ich es singen, da\u00df es nur so knallt, die Beine in dem gr\u00fcnen Polster der Kr\u00e4henbeere, den R\u00fccken an den alten Wanderblock gelehnt, das wundersch\u00f6ne, trotzige Wildsch\u00fctzlied, das ich in Bayern von Wilderern h\u00f6rte:<\/p>\n<p>Da gehn nun die Sch\u00fctzen<br \/>\nUnd schie\u00dfen nach den Scheib&#8217;n<br \/>\nSo damischer Weis,<br \/>\nWie&#8217;s die Stadtleute treib&#8217;n;<br \/>\nAber i, i woa\u00df die Weg so scheen,<br \/>\nWo die scheenen Gamserl stehn,<br \/>\nOb&#8217;n am Berg&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute abend war es niedertr\u00e4chtig kalt. Den Nordost fror drau\u00dfen; er wollte zu uns in die Bude, und weil wir ihn nicht hereinlie\u00dfen, schn\u00fcffelte er die ganze Nacht an den Ritzen herum, pustete Schneestaub in mein Gesicht und blies in das eiserne Ofenrohr, da\u00df die Funken in das Stroh flogen. Wir mu\u00dften aufstehen und das Feuer ausgie\u00dfen, sonst w\u00e4ren wir und die Hunde am Ende gebraten worden. Und das w\u00e4re doch ein Jammer gewesen! Das roch eklig, als das Wasser in das Feuer kam, und dampfte nicht schlecht. Zum Gl\u00fcck sind die Ventilationsapparate der Bude prachtvoll, so da\u00df Qualm und Stank bald abzogen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So war nun wieder alles wundersch\u00f6n, wenn ich nur nicht mit dem dicken Jans auf einer Pritsche h\u00e4tte liegen m\u00fcssen. Erstens schlafe ich \u00fcberhaupt schon schlecht, wenn ich nicht allein liege, und nun erst mit Jans! Alle zehn Minuten warf er seine zweihundert Pfund herum, da\u00df die Fuhrenbretter der Bettstelle knackten und knasterten, und wenn er still lag, sprach er im Schlaf: \u00bbSchneider schwarz, kein Bein kriegt&#8217;r auf de Erde; Korl, de Lampe blakt\u00ab, dann einige tiefe Seufzer, ein dumpfes Murren, ein hohles Gepuste, und der Monolog ging weiter: \u00bbNicht schonen, meine Herren, Sie schonen zu viel. Hahaha!\u00ab Kleine Schnarchpause: \u00bbWat seggst&#8217;e Korl? Swieg stille, D\u00f6skopp, du hest vorbieschoten.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beiden anderen J\u00e4ger auf der zweiten Pritsche schnarchten auch, und die beiden Hunde, die im Stroh unter der Pritsche lagen, betrieben alle Augenblicke ger\u00e4uschvolle Insektenjagd. Feldmann, der schwere, braune Vorstehhund, hat eine Art, im Schlaf zu seufzen, da\u00df es ganz geisterhaft klingt, und Tell, der wei\u00dfbunte Pointer, dem l\u00e4\u00dft sein Sekttemperament auch im Schlaf keine Ruhe. Er jagt im Traum, gibt Hals und winselt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sind die J\u00e4ger und die Hunde ruhig, dann f\u00fchlen sich die braunen Waldm\u00e4use, die unter den rohen Dielen wohnen, als Herren und veranstalten im Reisig der Ofenecke einen gem\u00fctlichen Abend mit Gequieke und Gepfeife, bis M\u00e4nne, der Dackel, wach wird und sie zu Bett bringt. In ihrer Angst fahren sie dann hin und her und plumpsen von der Wand auf die Pritschen, aber das st\u00f6rt uns nur, wenn sie uns \u00fcber das Gesicht laufen. Schlie\u00dflich aber schlafe auch ich ein; der Wind singt und pfeift zu sch\u00f6ne Schlummerlieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf und an!<br \/>\nAuf und an!<br \/>\nSpannt den Hahn,<br \/>\nLustig ist der J\u00e4gersmann&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Lied, begleitet von dem Geratter der Weckuhr, die auf die umgedrehte blecherne Waschsch\u00fcssel gestellt ist, weckt mich auf. Ich reibe mir die Augen, g\u00e4hne wie ein Leu und k\u00e4mme mir mit den zehn Fingern das Stroh aus dem Haar. Hannes, der heute <em>du jour<\/em> hat, steckt die H\u00e4ngelampe an, Korl springt wie wahnsinnig von der Pritsche und beruhigt die Weckuhr, die auf der Waschsch\u00fcssel herumrattert, nur Jans bleibt liegen und fragt: \u00bbSchon Z&#8230;heit?\u00ab Schlaftrunken blinzeln die Hunde unter den Pritschen hervor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der H\u00e4ngelampe milder Schein bestrahlt jetzt das luxuri\u00f6se Gemach. Die Tapete ist blauwei\u00df, mit Jagdszenen versehen, leider hier und da nicht anwesend. Daf\u00fcr sind dann Kunstbeilagen aus Jagdzeitungen angenagelt. Der Tisch ist streng nach dem Stil zweitausend vor Christi gearbeitet; vier Fuhrenst\u00e4mmchen, sechs rohe Fuhrenbretter. Zur Steinzeit konnte man ihn nicht stilvoller herstellen. Die Pritschen sind von derselben edlen Einfachheit. Der Kochofen hat eine wunderbare fuchsrote Patina angesetzt, das reine Museumsst\u00fcck. Die Schr\u00e4nke sind Kisten, die W\u00e4nde tragen reichen dekorativen Schmuck: Flinten, Putzst\u00f6cke, Wischstricke, die Kr\u00fccke f\u00fcr den Uhu, Hundekoppeln, Rucks\u00e4cke, Jagdflaschen, Pfeifen, Tabaksbeutel, alte M\u00e4ntel, pr\u00e4chtig verwitterte H\u00fcte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drau\u00dfen pfeift immer noch eine scharfe Luft. Um so besser, dann bleiben die Handt\u00fccher l\u00e4nger rein. Unsere Waschtoilette befindet sich n\u00e4mlich vor der T\u00fcr, und das Waschen macht man drau\u00dfen ab. Das macht frisch, wenn der Wind \u00fcber den nassen Nacken f\u00e4hrt, aber man ist doch froh, wenn man es hinter sich hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Ofen bullert bereits, und auf seiner Platte brodelt das Wasser im Kessel. Schnell noch die Betten gemacht, das hei\u00dft, die Wolldecken \u00fcber die Strohs\u00e4cke gelegt, und zwei pr\u00e4chtige Sofas sind fertig. Eine m\u00e4chtige braune Kaffeekanne duftet bald vor uns, hartes Landbrot, Butter und Eier umrahmen sie. Aus Emailletassen wird getrunken, das Weidmesser dient als Besteck. Kn\u00fcppelharte Mettwurst, Eier, gewaltige Butterbrote verschwinden im Umsehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am gl\u00fchenden Ofen w\u00e4rmen sich die Hunde, bis das Waschwasser die Glut t\u00f6tet. Dann geht es hinaus in die kalte Nacht, zwei nach rechts, zwei nach links. Schweigsam stapft man \u00fcber gefrorenes Moor und verschneite Heide, wortlos trennt man sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich suche meinen alten Ansitz, das Loch im Graben zwischen den beiden Fichtenkusseln. Aber im Dunkeln, im Frostnebel, morgens kurz vor sechs Uhr, ist ein schweres Finden. So vorsichtig ich auch die F\u00fc\u00dfe setze, alle Augenblicke knacken trockene Braken unter den Sohlen, endlich habe ich die Grube. So! Den Rucksack als Kissen, die Decke um die Beine, den Hund als Fu\u00dfw\u00e4rmer, nun bin ich geborgen, hier kann mir der Wind, der von Feld zu Holz weht, nicht viel anhaben. Der Drilling liegt gespannt auf den Knien, die Pfeife h\u00e4ngt bequem im linken Mundwinkel, die H\u00e4nde stecken in den molligen Mufftaschen der dicken Joppe. Sicher wie ein K\u00f6nig in seinem Palast f\u00fchle ich mich hier, mutterseelenallein. Die Fuhren hinter mir rauschen und raunen, Frostnebel wallen um gespenstige Machangelb\u00fcsche in dickem Brodem, nur der J\u00e4ger kennt diese Weihestunde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langsam hellt es sich auf; deutlicher werden die Wacholder, die Nebel verfliegen. Da taucht ein Schatten im Nebel auf, riesengro\u00df; der Hund hebt leise den Kopf. Eine Ricke ist es, die zu Holze zieht; sie h\u00e4lt gerade die Richtung nach mir hin, aber pl\u00f6tzlich macht sie kehrt und verschwindet im Nebel. Ich habe doch ganz ruhig gesessen! Was hat die Alte? Aha, mein Pfeifendampf zieht zu Feld, der Wind hat sich gedreht. Das ist eine dumme Geschichte; meinen Stand kann ich nicht mehr wechseln, daf\u00fcr ist es zu sp\u00e4t, die Goldh\u00e4hnchen piepen schon in den Fuhren, im Dorfe kr\u00e4ht ein Hahn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder kommt etwas auf mich zu gewechselt, riesenhaft vergr\u00f6\u00dfert durch den Nebel, verhofft und geht in eiligen Fluchten ab. Wenige Minuten darauf klingt von dr\u00fcben ein B\u00fcchsenschu\u00df, gefolgt von dem Gezeter des Holzschreiers. Mein Nachbar hat Gl\u00fcck gehabt. Aber zu Schu\u00df will ich auch kommen; der erste Krumme, der hier einwechselt, mu\u00df daran glauben, sonst haben wir nichts zu Mittag. Da kommt schon einer an; er macht M\u00e4nnchen, sichert und hoppelt weiter. Aber dieses schwache Kerlchen lohnt sich nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer heller wird es, immer nebelfreier. Die letzten Hasen r\u00fccken zu Holz. Der da kommt mir gerade zupa\u00df; im Dampfe macht er sein Kompliment. Nun will ich aber sehen, was vorhin zur\u00fcckging. Richtig, ich dachte es mir doch, auf der Legde ist deutlich der Abdruck der Schalen zu sehen: ein Alttier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Morgenstille t\u00f6nt Jagdhornklang. Wunderbarer Laut! Was k\u00fcndet es? Hirsch tot? Nein. Fuchs tot! klingt es her\u00fcber. Aufgestanden! Freudig springt der Hund auf, den Schnee vom Felle sch\u00fcttelnd. Die breitschulterige Gestalt da dr\u00fcben h\u00e4lt den Rotrock an der Lunte in die Luft. Auch gut, der Bursche hat manche Birkhenne gerupft, manchen Hasen gerissen. Und der Hirsch? Au\u00dfer Schu\u00dfweite ins Moor. Na, denn ein andermal!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch kniehohes, wei\u00dfbereiftes Risch geht es der Bude zu. Unterwegs wandert noch ein Kaninchen in den Rucksack, das zwischen rasselnden, rotlaubigen Kr\u00fcppeleichen hoch wurde; das gibt mit dem Hasenpfeffer genug f\u00fcr vier hungrige M\u00e4gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir in Hannover im Caf\u00e9 sitzen, mit reinen Kragen, h\u00fcbschen Stiefeln, Pl\u00e4ttfalten in den Hosen, nettbeschlipst, dann, glaube ich, sieht uns kein Mensch an, wie wir arbeiten k\u00f6nnen. Ich meine, mit den F\u00e4usten, nicht mit Kopf und Feder. Der eine kehrt die Bude aus, der andere bricht Reisig kurz, der w\u00e4scht auf, jener hackt Hasen und Kaninchen klein und setzt sie mit Wasser, Speck und Zwiebeln auf. Dann werden die Pfeifen angesteckt, die Weidmesser fahren aus den Scheiden in der Hosennaht, und das gro\u00dfe Kartoffelsch\u00e4len beginnt. Ein reizendes Bild, diese vier rauhbackigen, langstiefeligen, hemds\u00e4rmeligen K\u00fcchenfeen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab und zu nimmt einer die Pfeife aus dem Munde und schnuppert in die Luft: ha, wie das vom Ofen herduftet! Solch Hasenpfeffer gibt es weder bei Kasten noch bei Michaelis. Ein ganzer Hase, ein ganzes Karnickel, alle Wetter! Unser <em>du jour<\/em> nimmt ab und zu einen L\u00f6ffel voll von der braunen Br\u00fche und l\u00e4\u00dft uns kosten: Ah! Wenn es nur erst fertig w\u00e4re! Vier J\u00e4gernasen, drei Hundenasen saugen den G\u00f6tterduft ein. Eine Prise Thymian dazu, unter dem Schnee gepfl\u00fcckt, das gibt der Speise noch mehr Duft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich! Auf den rohen Brettern des Tisches dampft der hei\u00dfe Kochtopf, das Holz versengend, da\u00df Kien- und Speisegeruch sich mengt. Vier blaugebl\u00fcmte Steingutteller, vier Gabeln mit Horngriff herbei, die dampfenden Kartoffeln mit dem Kessel auf den Tisch, aus dem Keller die kurzen Bierflaschen herauf, und dann ein Schmecken, Kosten, Pr\u00fcfen, halblaute Rufe. \u00bbFamos! Gro\u00dfartig!\u00ab und ein and\u00e4chtiges Essen, ein beh\u00e4biges Speisen, wie es die guten Sachen verdienen. Dazwischen die Flasche an den Mund, gluck, gluck! Gl\u00e4ser haben wir nicht, und aus Blechtassen schmeckt Bier nicht. Einer nach dem andern l\u00fcftet die Schnalle, lockert die Weste, der dicke Jans gl\u00e4nzt vor Wonne, mit der Unterlage kann man es heute abend im eisigen Nordost an der Lisiere wohl aushalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn abends die H\u00e4ngelampe brennt, der Ofen gl\u00fcht und bullert, der Grog in den Tassen dampft, wenn zartfl\u00fcgelige Florfliegen, die in der Bude \u00fcberwintern, zu Dutzenden um die Lampe tanzen, wie ist es dann gem\u00fctlich bei uns. In der Birke vor der T\u00fcr ruschelt der Wind, der Kauz heult im Walde, das Wasser brodelt im Kessel, blauer Dampf zieht in Streifen nach den T\u00fcrritzen, unverge\u00dfliche Stunden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die sch\u00f6nen Tage sind vorbei. Aber bald singt die Heidlerche wieder, jubelt der Pieper. Dann t\u00f6nt das Moor vom Balzliede des Hahnes, dann streicht die Schnepfe, zieht der Habicht und die Weihe. Herrliche Balz, sch\u00f6ne Murke, wie sehne ich mich nach euch und nach der Kr\u00e4henh\u00fctte Luft. Und wenn die Birken gr\u00fcn prangen und die Postb\u00fcsche duften, wenn es dem Bock gilt zur Maienzeit, dann vergeht keine Woche, wo ich nicht weilen will unter dem Plaggendache der Jagdbude.<\/p>\n<p>Ja, ich sag&#8217;s und bleib dabei:<br \/>\nLustig ist die J\u00e4gerei!<br \/>\nDarum frei J\u00e4gerei<br \/>\nStets gepriesen sei!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hermann L\u00f6ns gilt als Heimatschriftsteller und Heidedichter. \u00a0Als Reaktion auf die Verst\u00e4dterung im Zeitalter der Industrialisierung und der entstehenden Massenkultur hing sein Herz am kargen Sandboden der Heide und ihrer Bauern. Er wohnte wochenlang in seiner Jagdh\u00fctte im Westenholzer Bruch.<\/p>\n<div id=\"attachment_106537\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-106537\" class=\"wp-image-106537 size-large\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Loenshuette-500x364.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"364\" \/><p id=\"caption-attachment-106537\" class=\"wp-caption-text\">Nicht nur Henry David Thoreau hatte seine \u201ecabin in the woods\u201c. Dies ist die H\u00fctte von Hermann L\u00f6ns im Westenholzer Bruch<\/p><\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Zu Beginn des Essayjahres machte sich Holger Benkel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=13332\">gedanken \u00fcber das denken<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>In 2013 unternahm Constanze Schmidt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/gedankenspaziergaenge\/\"><em>Gedankenspazierg\u00e4nge<\/em><\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Gleichfalls in 2013 versuchte KUNO mit Essays <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/01\/02\/mit-essays-licht-ins-dasein-bringen\/\">mehr Licht ins Dasein zu bringen<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192 <\/strong>In 2003 stellte KUNO den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/01\/01\/der-essay-als-versuchsanordnung\/\">Essay als Versuchsanordnung <\/a>vor.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Seit drei Tagen hausen wir vier Mann nun schon in der kleinen Jagdbude, die weit, weit vom Dorfe, an der Grenze von Moor und Heide, unter tr\u00e4umerischen H\u00e4ngebirken steht. 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