{"id":105956,"date":"2009-02-03T00:54:25","date_gmt":"2009-02-02T23:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=105956"},"modified":"2024-08-10T12:07:48","modified_gmt":"2024-08-10T10:07:48","slug":"punk-against-racism","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/02\/03\/punk-against-racism\/","title":{"rendered":"Punk Against Racism"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Punk ist unsere Wut, Reggae macht und Mut<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Punks, die ihre Instrumente beherrscht und sich l\u00e4ssig \u00fcber Gattungsgreznen hinweg bewegen k\u00f6nnen, ohne dass es peinlich wirkt. Eine Punk-Band, die in der Graswurzelbewegung gegen die rechtsextreme Britisch National Front involviert war und zudem bei zahlreichen Musikveranstaltungen unter dem Motto <em>Rock Against Racism <\/em>auftrat. Bei einer solchen Veranstaltung wurden sie von Misty in Roots entdeckt, die unter ihrem eigenen Label die erste Single <em>In a Rut<\/em> herausbrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann geschah das unvermeidliche, John Peel lud die Combo in seine unter Kennern sehr gesch\u00e4tzte Show ein. Sie beeindruckten den BBC-Veteranen mit einer gelungenen Mischung aus harten Powerchords, pr\u00e4gnanten Texten sowie Reggae, Dub- und Ska-Einfl\u00fcssen waren The Ruts eine spannende Perspektive, die schon fr\u00fch mit der Ver\u00f6ffentlichung der Deb\u00fctsingle der Band im Jahr 1979 Fr\u00fcchte trug. Kurz darauf unterschrieb die Band, die von vier Schulfreunden im Westen Londons gegr\u00fcndet wurden, einen Vertrag mit Virgin Records. Und schon die n\u00e4chste Single <em>Babylon\u2019s Burning<\/em> erreichte die Band um Malcolm Owen, Gesang, Paul Fox, Gitarre, John Jennings, Bass und Dave Ruffy, Schlagzeug, Platz sieben der englischen Charts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der anschlie\u00dfenden Tour ver\u00f6ffentlichten sie mit <em>Something That I Said <\/em>eine weitere Single. Mit ihrem ersten Album <em>The Crack<\/em> und der Singleauskopplung <em>Jah War <\/em>konnte die Combo an die vorangegangenen Erfolge ankn\u00fcpfen. Der Text von <em>Jah War<\/em> bezog sich auf Unruhen im Londoner Bezirk Southall im April 1979, bei denen es einen Toten und zahlreiche Verletzte gegeben hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Vertrag mit Virgin folgte, und im Juni desselben Jahres erreichte die Gruppe mit <em>Babylon&#8217;s Burning<\/em> von <em>The Crack<\/em>, das von Mick Glossop erstklassig produziert wurde, die britischen Top 10. Das Album, das im Vereinigten K\u00f6nigreich Platz 16 erreichte, klingt so lebendig und k\u00e4mpferisch wie bei seiner ersten Ver\u00f6ffentlichung. <em>The Crack<\/em> stellt den H\u00f6hepunkt des politisch bewussten britischen Punk dar und ist ein perfekter Schnappschuss der innerst\u00e4dtischen Atmosph\u00e4re der sp\u00e4ten 1970-er Jahre von Rest-Britannien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Fr\u00fchjahr 1980 reiste die Band mit Laurel Aitken durch England und mit ihrer neuen Single <em>Staring at the Rude Boys<\/em> konnten die Ruts danach wieder einen Charterfolg verbuchen. Trotz ihrer Energie und Intensit\u00e4t hat sie ihre Vielfalt keineswegs aus der Ruhe gebracht \u2013 Songs wie <em>Give Youth A Chance<\/em>, <em>Jah War<\/em> und <em>Love In Vain<\/em> sind ein deutlicher Beweis ihrer F\u00e4higkeit, Reggae-Einfl\u00fcsse zu beherrschen und zu integrieren. Und obwohl sie offensichtlich sehr unterschiedlich sind, waren sie genauso beeindruckend wie ihr Punk-Material, f\u00fcr das sie besser bekannt sind. Tragischerweise kam alles viel zu fr\u00fch zu einem j\u00e4hen Ende, als Malcolm Owen seinen eigenen prophetischen Rat auf die Gefahren von Heroin auf <em>H-Eyes<\/em> nicht befolgte. Das zweite Album war in Vorbereitung, eine Amerikatour geplant und die anstehende Tour durch England bereits ausverkauft, als der S\u00e4nger Malcom Owen wegen seiner Heroinsucht immer \u00f6fter ausfiel. Mehrere Tourdaten mussten deshalb abgesagt werden und kurz nachdem die neue Single <em>West One<\/em> eingespielt war, verstarb Malcom Owen im Juni 1980 an einer \u00dcberdosis Heroin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Zusammenstellung dieser Singles-Collection finden sich neben den bereits erw\u00e4hnten Tracks sich die gleichfalls herausragenden A-Seiten <em>In a rut<\/em>, <em>Something that I said<\/em>, und <em>West one<\/em>, und auch die drei Tracks der <em>Stepping Bondage<\/em>-EP, auf der 1981 die allerersten Aufnahmen \u00fcberhaupt (wieder-)ver\u00f6ffentlicht wurden, sowie der RUTS D.C.-Release &#8222;Different View\/Formula Eyes&#8220; rundet diese gelungene Zusammenstellung ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>The Punk Singles Collection<\/strong>, The Ruts, 2006<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-105957 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/Ruts_Cover-300x295.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"295\" \/>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192 <\/strong>Wir verorten auf KUNO die erste Punk-LP mit dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/12\/das-bananenalbum\/\">Bananenalbum<\/a>. Oder war es doch der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/02\/29\/garagenrock\/\">Garagenrock<\/a>? &#8211; Der Titeltrack des Albums ist der mit Abstand spektakul\u00e4rste und zeitloseste Titel des Albums. Bis heute ist <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/09\/30\/in-hells-kitchen\/\"><em>Blank Generation<\/em><\/a> der Song, der wohl gr\u00f6\u00dfer ist, als die Band, die ihn produziert hat. Waren die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/10\/28\/trittbrettfahrer\/\">Pistols<\/a> die erste Boy-Group? Gegen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/10\/31\/california-ueber-alles\/\">Fresh Fruit for Rotting Vegetables<\/a> h\u00f6rt sich alles andere wie Pop an. &#8211; Weitere ungel\u00f6ste Fragen: Die <em>The Ruts<\/em> stellen mit einem Album das Lebenswerk von The Clash? Wann h\u00f6rt der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/05\/18\/substance\/\">Substance<\/a> von Punk auf? Wann beginnt der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/01\/30\/minimal-pop\/\">Post-Punk<\/a>? Ist das bereits <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/12\/28\/10-years-after\/\">New Wave<\/a>? Oder stellt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/10\/08\/tal-king-heads\/\">Polyrythmik<\/a> den H\u00f6hepunkt dar? <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/02\/thrash-metal\/\">Thrash Metal<\/a> ist das Resulthat der Verschmelzung der Energie und Geschwindigkeit des Hardcore Punk mit den Techniken der New Wave of British <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/10\/19\/doro-pesch-die-godmother-of-hardrock\/\">Heavy Metal<\/a>. Die Alben von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/06\/17\/und-hier-ist-es\/\">Wire<\/a> stellen in beeindruckender Weise dar, was aus Punk h\u00e4tte werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Punk ist unsere Wut, Reggae macht und Mut Punks, die ihre Instrumente beherrscht und sich l\u00e4ssig \u00fcber Gattungsgreznen hinweg bewegen k\u00f6nnen, ohne dass es peinlich wirkt. 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