{"id":105746,"date":"2000-10-04T00:47:57","date_gmt":"2000-10-03T22:47:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=105746"},"modified":"2024-08-30T08:36:21","modified_gmt":"2024-08-30T06:36:21","slug":"die-ungekroente-koenigin-des-weissen-bluesrock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/10\/04\/die-ungekroente-koenigin-des-weissen-bluesrock\/","title":{"rendered":"Die ungekr\u00f6nte K\u00f6nigin des wei\u00dfen Bluesrock"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir fallen nur zwei wei\u00dfh\u00e4utige Blues-Musiker ein, denen ich das abkaufe, was sie tun, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/03\/02\/der-irische-melancholiker\/\">der irische Melancholiker<\/a> und die hellh\u00e4utige Texanerin. Manche Menschen werden nicht geboren, sie sind ein Naturereignis. Janis Joplin ist ein Komet, der am 19. Januar in Port Arthur, Texas in 1943 einschlug. Sie ist eine Rebellin der Rockmusik mit einer unverwechselbaren Stimme, die beste wei\u00dfe Bluess\u00e4ngerin. Ever!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne ein Produkt der \u00f6lverarbeitenden Industrie h\u00e4tte es sie nie gegeben. Autodidaktisch geschult durch Schallplatten von Leadbelley, Odetta Holmes und Bessie Smith (ihrem wahrscheinlich gr\u00f6\u00dften Vorbild), avancierte die Texanerin mit ihrem hemmungslosen, bis dahin f\u00fcr eine wei\u00dfe S\u00e4ngerin v\u00f6llig einzigartigen Gesangsstil zur \u201eQueen des wei\u00dfen Bluesrock.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Honey, the road\u2019ll even end in Kathmandu<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auffallend bereits das Cover ihres ersten Albums, (bzw. des Albums der Band von Big Brother and the Holding Company) bei der Janis Joplin als S\u00e4ngerin anheuerte, als sie in von Texas nach San Francisco emigrierte), es wurde von dem amerikanischen Comiczeichner Robert Crumb gezeichnet, ist im Comicstil gestaltet und zeigt in mehreren Einzelbildern Szenen mit den Titeln der Songs und weitere Angaben zum Album, soviel Selbstironie w\u00fcnscht man sich zuweilen von aktuellen Pop-Stars.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch danach gibt es einige Alben ohne <em>Big Brother &amp; the Holding Company<\/em>, angeblich wurde ihre zombifizierte Version auch auf dem Woostock-Festival gesehen, doch Janis Joplin wird f\u00fcr mich auf ewig und drei Tage als Interpretin einer Arie aus der Oper <em>Porgy an Bess<\/em>, einer Coverversion von <em>Ball And Chain<\/em> (von Big Mama Thornton) und dem als Single ver\u00f6ffentlichte Song <em>Piece of My Heart<\/em> in Erinnerung bleiben, weil sie hier die schwarze Musiktradition nicht bestiehlt, sondern sich von ihr verbeugt. <em>Cheap Thrills<\/em> lebt durch die raue und nat\u00fcrliche Stimme von Janis Joplin und ihren Anleihen aus dem Blues, den sie sich als wei\u00dfe texanische S\u00e4ngerin anverwandelte und neu interpretierte. Big Brother and the Holding Company verband Rythm and Blues aber auch mit anderen Stilrichtungen afroamerikanisch gepr\u00e4gter Musik wie Soul und Doo Wop. Aber ihre Stimme ist es, die <em>Cheap Thrills<\/em> zu einem zeitlosen Klassiker macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend heutige Pop-Stars Ern\u00e4hrungsberater, Personaltrainer und PR-Fritzen haben, die sie vor Unbillen und Angriffen von au\u00dfen, abhalten war Janis Joplin den Vereinnahmungen und Angriffen schutzlos ausgeliefert. Sie zahlte daf\u00fcr den h\u00f6chsten Preis, ihrem Leben. Und das zu fr\u00fch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p><strong>Cheap Thrills<\/strong>, Big Brother and the Holding Company, 1968<\/p>\n<div id=\"attachment_105747\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-105747\" class=\"wp-image-105747 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/07\/Cheapthrills_Cover-300x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-105747\" class=\"wp-caption-text\">Das Cover von Big Brother and the Holding Company gestaltete der amerikanische Comiczeichner Robert Crumb<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong><strong>\u2192<\/strong><strong>\u00a0<\/strong>Rhythm &amp; Blues lebt davon, dass die Ambivalenz bewahrt wird. Dieses Album wurde ver\u00f6ffentlicht, als Country noch Country war, es gab kein <em>Alternative<\/em>, was das R\u00e4tsel aufgab, was genau man h\u00f6rte. Die Cowboy Junkies nahmen Blues, Country, Folk, Rock und Jazz und verlangsamten es stark und schufen dabei etwas Neues. Wir betrachten die Geburtshelfer der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/11\/27\/die-geburtsstunde-der-americana\/\">Americana<\/a>. Des Weiteren eine Betrachtung des tiefgr\u00fcndigen Folk-Songs: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/02\/07\/wolken-2\/\"><em>Both Sides Now<\/em><\/a>. Wahrscheinlich hat selten ein Musiker die Atmosph\u00e4re einer Stadt so akkurat heraufbeschworen wie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/12\/28\/born-on-the-bayou\/\">Dr. John<\/a>. Die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2007\/06\/28\/delta-blues-progression\/\"><em>Delta-Blues-Progression<\/em><\/a> des Captain Beefheart muss dahinter nicht zur\u00fcckstehen, eine gute Einstimmung f\u00fcr sein Meisterwerk <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2010\/12\/17\/das-bueffelherz-hat-aufgehoert-zu-schlagen\/\"><em>Trout Mask Replica<\/em><\/a><em><u>.<\/u><\/em> Wir lauschen der ungekr\u00f6nten <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/10\/04\/die-ungekroente-koenigin-des-weissen-bluesrock\/\">K\u00f6nigin des wei\u00dfen Bluesrock<\/a>. Und dem letzten Werk der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/04\/05\/cocktail-jazz\/\">Doors<\/a>. Unterdessen begibt sich Eric Burdon auf die Spuren vom <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/05\/11\/love-peace-understanding\/\">Memphis Slim<\/a>. In der Reihe mit gro\u00dfen Blues-Alben h\u00f6ren wir den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1998\/03\/02\/der-irische-melancholiker\/\">irischen Melancholiker<\/a>. Lauschen dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/07\/12\/chicka-chicka-what\/\">Turning Point<\/a>, von John Mayall. Vergleichen wir ihn mit den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/10\/01\/der-proberaum-in-onkel-toms-huette\/\"><em>Swordfishtrombones<\/em><\/a>, von Tom Waits und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/07\/30\/traurige-clowns\/\">Circus Songs<\/a> von den Tiger Lillies. Und stellen die Frage: Ist David Gilmour ein verkappter <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/03\/01\/space-operette\/\">Blueser<\/a>?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen gibt es: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/07\/ruckzuck\/\">Pop mit Pensionsanspruch<\/a>. Daher auch schnellstens der Schlussakkord: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/10\/01\/die-erde-ist-keine-scheibe\/\">Die Erde ist keine Scheibe<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mir fallen nur zwei wei\u00dfh\u00e4utige Blues-Musiker ein, denen ich das abkaufe, was sie tun, der irische Melancholiker und die hellh\u00e4utige Texanerin. Manche Menschen werden nicht geboren, sie sind ein Naturereignis. Janis Joplin ist ein Komet, der am 19. Januar&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/10\/04\/die-ungekroente-koenigin-des-weissen-bluesrock\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":254,"featured_media":105747,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[3736,4006,4031],"class_list":["post-105746","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-janis-joplin","tag-johannes-schmidt","tag-robert-crumb"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105746","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/254"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105746"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105746\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":106202,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105746\/revisions\/106202"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/105747"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105746"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105746"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105746"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}