{"id":105654,"date":"2013-12-14T09:00:07","date_gmt":"2013-12-14T08:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=105654"},"modified":"2024-05-18T09:04:25","modified_gmt":"2024-05-18T07:04:25","slug":"briefmarkenschwindel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/14\/briefmarkenschwindel\/","title":{"rendered":"Briefmarkenschwindel"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich spreche von einer Sache, in der auch die allergelehrtesten und kl\u00fcgsten Briefmarkenkenner nicht auslernen: vom Schwindel. Vom Schwindel mit Briefmarken. Seitdem im Jahre 1840 Rowland Hill, bis dahin ein einfacher Schullehrer, f\u00fcr seine Erfindung der Briefmarke von der englischen Regierung zum Generalpostmeister von England ernannt, geadelt und mit einer Nationalspende von 400 000 Mark beschenkt wurde, sind Millionen und Abermillionen an diesen kleinen Fetzchen Papier verdient worden. Viele Leute haben seitdem mit Marken ihr Verm\u00f6gen gemacht. Was eine einzige von ihnen unter Umst\u00e4nden wert sein kann, wi\u00dft ihr ja alle aus eurem Senff oder Michel oder Kohl. Die teuerste unter allen ist nicht, wie man meist glaubt, die 2 Penny \u00bbPost office\u00ab von Mauritius sondern eine 1-Cent-Marke von British Guayana, eine provisorische Marke aus dem Jahre 1856, von der anscheinend nur ein einziges Exemplar erhalten ist. Man druckte sie in der Zeitungsdruckerei mit demselben rohen Klischee, das das Lokalblatt vor die Inserate von Schiffskompagnien zu setzen pflegte. Dies einzig bekannte Exemplar wurde vor Jahren von einem jungen Sammler aus Guayana unter alten Familienpapieren entdeckt. Dann kam es in die Sammlung La Renoti\u00e8re in Paris, die die gr\u00f6\u00dfte Markensammlung der Welt war. Wieviel ihr Besitzer f\u00fcr diese Marke gezahlt hat, das wei\u00df man nicht, ihr heutiger Katalogpreis betr\u00e4gt 100 000 Mark. Die Sammlung aber, in die sie gekommen ist, umfa\u00dfte schon 1913 \u00fcber 120 000 Marken, und man sch\u00e4tzte sie damals auf weit \u00fcber 10 Millionen. Nat\u00fcrlich konnte sich nur ein Million\u00e4r den Spa\u00df machen, solche Sammlung sich anzulegen. Aber ob es nun seine Absicht gewesen ist oder nicht, er hat noch Millionen an seiner Sammlung verdient. Ihre Anf\u00e4nge gehen auf das Jahr 1778 zur\u00fcck. Die Anf\u00e4nge des Briefmarkensammelns \u00fcberhaupt freilich sind noch gute 15 Jahre \u00e4lter. Damals war das Sammeln nat\u00fcrlich leichter als heute. Nicht nur weil es noch viel weniger Marken gab, nicht nur weil Dinge, die heute unerschwinglich sind, damals noch leicht zu bekommen waren, nicht nur weil man viel leichter komplett werden konnte, sondern auch aus dem Grunde, weil es damals noch keine F\u00e4lschungen gab, wenigstens keine, die hergestellt wurden, um die Sammler irrezuf\u00fchren. Wer von euch eine Briefmarkenzeitung h\u00e4lt, der wei\u00df ja, da\u00df dort ganz regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber neue F\u00e4lschungen wie \u00fcber etwas ganz Ordnungsm\u00e4\u00dfiges, mit dem jeder rechnet, berichtet wird. Und wie k\u00f6nnte es anders sein? Da sich an Marken so viel verdienen l\u00e4\u00dft und da au\u00dferdem das Gebiet so un\u00fcbersehbar gro\u00df wurde, da\u00df niemand ganz darin beschlagen sein kann. Bis 1914, also ehe die unz\u00e4hligen Kriegs- und Besatzungsmarken erschienen, z\u00e4hlte man schon 64268 verschiedene Werte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da w\u00e4ren wir also bei den F\u00e4lschungen angelangt. Ihr wi\u00dft, da\u00df es F\u00e4lschungen auf allen Sammelgebieten, ohne Ausnahme, gibt und neben solchen, die f\u00fcr die Dummen bestimmt sind, sehr groben und fl\u00fcchtigen, solche, an denen die gr\u00f6\u00dften Sachverst\u00e4ndigen sich die Z\u00e4hne ausbei\u00dfen, solche, von denen es erst nach Jahrzehnten, manchmal vielleicht \u00fcberhaupt nicht, zutage kommt, da\u00df es F\u00e4lschungen waren. Bei Briefmarken glauben nun viele Sammler, vor allem Anf\u00e4nger, gegen F\u00e4lschungen sich zu sch\u00fctzen, indem sie sich nur mit gebrauchten Marken befassen. Urspr\u00fcnglich kommt das daher, da\u00df eine Anzahl von Staaten, besonders der Kirchenstaat, Sardinien, Hamburg, Hannover, Helgoland, Bergedorf, von selten gewordenen S\u00e4tzen Neudrucke anfertigen lie\u00dfen, die nicht mehr in den Gebrauch kamen und an Sammler direkt abgegeben wurden. Diese Neudrucke oder, wenn man will, F\u00e4lschungen zeichnen sich nun allerdings wirklich dadurch aus, da\u00df sie ungestempelt sind. Das ist aber ein Sonderfall, den man durchaus nicht verallgemeinern darf. \u00bbDiese Marke ist falsch, weil sie nicht gestempelt ist\u00ab \u2013 so zu denken, ist das Unsinnigste, was es gibt. Dann w\u00e4re es noch viel richtiger zu sagen: diese Marke ist gestempelt, weil sie falsch ist. Denn es gibt in der Tat nur ganz au\u00dferordentlich wenig gef\u00e4lschte Briefmarken, die nicht gestempelt sind. Im gro\u00dfen und ganzen nur die, bei denen der F\u00e4lscher \u2013 wenn man ihn so nennen will \u2013 der Staat ist. Der private F\u00e4lscher aber, der sich an die fein ausgef\u00fchrte Marke heranwagt, kann nat\u00fcrlich auch den rohen Stempel nachmachen. Und wenn er seine F\u00e4lschung nun fertig hat, dann besieht er sie noch einmal ganz genau, und die doch immer vorhandene schwache Stelle sucht er durch einen aufgedr\u00fcckten Stempel zu verdecken. Kurz, nur gestempelte Marken zu sammeln, das w\u00fcrde einen vor ganz wenigen Neudrucken sch\u00fctzen, nicht im mindesten aber vor der gro\u00dfen Menge gef\u00e4lschter Marken. Die wenigsten Sammler werden wissen, welches Land unter den Briefmarkenf\u00e4lschern das gr\u00f6\u00dfte Ansehen hat, aus welchem die gelungensten F\u00e4lschungen kommen. Das ist Belgien. Und zwar f\u00e4lschen die Belgier nicht etwa nur ihre eigenen Freimarken \u2013 am ber\u00fchmtesten die F\u00e4lschung der belgischen F\u00fcnf-Franc-Marke \u2013 sondern ebensogern ausl\u00e4ndische, wie z.B. die Deutsche Marokko zu 1 Peseta. Um ihre Erzeugnisse loszuwerden, haben die F\u00e4lscher einen gro\u00dfartigen Trick gefunden, der ihnen erstens gr\u00f6\u00dfere Ums\u00e4tze erlaubt und sie zweitens gegen Bestrafung sichert. Sie zeigen n\u00e4mlich ihre F\u00e4lschungen ausdr\u00fccklich als solche an. Damit verzichten sie nat\u00fcrlich auf Phantasiegewinne, indem sie ja die gef\u00e4lschten Marken nicht als echte verkaufen. Da aber ihre Abnehmer zum gr\u00f6\u00dften Teil Leute sind, welche sich mit der sauberen Absicht tragen, ihrerseits dies zu tun, so k\u00f6nnen die Hersteller sich f\u00fcr ihre angeblich nicht gef\u00e4lschten, sondern, wie sie sagen, nur zu wissenschaftlichen Zwecken nachgebildeten Marken ganz anst\u00e4ndige Preise bezahlen lassen. Sie verschicken an kleine Briefmarkenhandlungen Angebote, in denen sie ihre tadellose Nachahmung von Marken au\u00dfer Kurs, ihre bewundernsw\u00fcrdige Ausf\u00fchrung nach einem ganz neuen Verfahren, ihre mathematisch getreuen Markenbilder, Aufdrucke, Farben, Papiere, Wasserzeichen, Z\u00e4hnungen und \u2013 nicht zu vergessen \u2013 Abstempelungen r\u00fchmen. Um sich vor solchen Erzeugnissen zu sch\u00fctzen, haben die gro\u00dfen Briefmarkenh\u00e4ndler f\u00fcr besondere Seltenheiten eine sogenannte Garantie oder Echtheitsabstempelung vorgeschlagen, aus der ersichtlich sein sollte, da\u00df eine angesehene Firma, und welche, f\u00fcr die Echtheit der Marke einsteht. Andere aber haben den sehr vern\u00fcnftigen Einwand gemacht, warum man denn das Bild der echten Marke mit so einem, wenn auch winzigen Firmenstempel entstellen solle? Lieber solle man doch den durchschauten F\u00e4lschungen wertvoller Marken von Fall zu Fall einen F\u00e4lschungsstempel, gewisserma\u00dfen als Brandmal, aufdr\u00fccken. Nebenbei gesagt ist doch nicht alles, was so unter dem Namen \u203aNachbildung\u2039 geht, ohne weiteres als F\u00e4lschung geplant. Die ber\u00fchmte schwarze englische 1 Penny von 1864 z.B. ist von der Staatsdruckerei in ein paar Exemplaren f\u00fcr die Sammlung einiger englischer Prinzen nachgedruckt worden. Wenn es unter euch welche gibt, die sp\u00e4terhin noch beim Briefmarkensammeln bleiben werden, dann werden sie sich ja selbst mit F\u00e4lschungen gen\u00fcgend herumzuschlagen haben, dabei viel mehr lernen, als ich euch heute erz\u00e4hlen kann, und auch allm\u00e4hlich auf die Hilfsmittel sto\u00dfen, die man im Kampfe gegen die F\u00e4lschungen hat. Heute nenne ich nur ein einziges, aber wichtiges Buch, das sogenannte \u00bbHandbuch der F\u00e4lschungen\u00ab von Paul Ohrt. Es gibt aber noch mancherlei Sammlerschwindel, mancherlei private und staatliche Ausnutzung der Briefmarkensammler, die nicht durch F\u00e4lschung geschieht. Vor allem mu\u00df man da an die L\u00e4nder denken, die sozusagen vom Briefmarkenhandel leben. Eine ganze Menge kleiner Staaten rechneten, zumal fr\u00fcher, f\u00fcr die Verbesserung ihrer Finanzen auf die Taschen der Briefmarkensammler. Die Entdeckung dieser sonderbaren Einnahmequelle k\u00f6nnte man einem erfinderischen Einwohner der Cook-Inseln zuschreiben. Die 10 000-12 000 Einwohner dieser Insel waren vor noch nicht allzu langer Zeit Menschenfresser. Mit den ersten Ger\u00e4ten und Gebrauchsgegenst\u00e4nden der Zivilisation kamen auch Briefmarken zu ihnen, die man aus Neuseeland bestellt hat. Es waren ganz einfache Marken, deren gummiertes Papier eine einfache Umrahmung von Druckbuchstaben zeigte. Nichtsdestoweniger hatten die gro\u00dfen Markenh\u00e4ndler Amerikas und Europas f\u00fcr diese Ausgabe sehr viel Interesse und bezahlten sie ziemlich hoch. Niemand war erstaunter als die Leute von den Cook-Inseln, da sie sich pl\u00f6tzlich eine so leichte und reichliche Einnahmequelle er\u00f6ffnet sahen. Sie lie\u00dfen sich sofort neue Markens\u00e4tze in Australien drucken, die von den ersten in Zeichnung und Farbe verschieden waren. \u00c4hnliche Geschichten w\u00e4ren von vielen s\u00fcdamerikanischen Staaten, besonders von Paraguay, ebenso von den kleinen indischen F\u00fcrstent\u00fcmern Faridkot, Bengalen, Bamra zu erz\u00e4hlen. Noch schlauer aber als die Herrscher, die auf solche Weise Gesch\u00e4fte machen wollten, waren manchmal Privatleute wie jener Ingenieur, der sich verpflichtete, an Guatemala umsonst zwei Millionen neue Marken zu liefern, und daf\u00fcr nichts erbat als alle Serien der alten Marken, die sich noch in der Staatsdruckerei befanden. Es l\u00e4\u00dft sich denken, ein wie gutes Gesch\u00e4ft er sp\u00e4terhin damit machte. Als es gegen Ende des Krieges Deutschland sehr schlecht ging, ist sogar die Reichspost dem Beispiel dieser exotischen K\u00f6nigs- und F\u00fcrstent\u00fcmer gefolgt und hat ihre Vorr\u00e4te an Kolonialmarken unmittelbar an Privatsammler abgegeben. \u2013 Soll ich nun noch eine ganz andere Art Schwindelgeschichte erz\u00e4hlen, die eigentlich mit Briefmarkensammeln direkt nichts zu tun hat? Sie geh\u00f6rt aber zu den raffiniertesten, die sich je einer erdachte. Und da in ihrem Mittelpunkt eine Briefmarkensammlung steht, so kann ich es vielleicht wagen. Die Sache spielte 1912 in Wilhelmshaven. Ein wohlhabender B\u00fcrger der Stadt verkaufte seine sch\u00f6ne, in jahrelanger M\u00fche aufgebaute Briefmarkensammlung f\u00fcr 17 000 Mark an einen Berliner Herren und sandte sie unter Nachnahme ab. Der K\u00e4ufer hatte inzwischen eine angeblich mit B\u00fcchern gef\u00fcllte Kiste unter der gleichen Signatur nach Wilhelmshaven abgesandt. Diese Kiste beorderte er kurz darauf telegrafisch nach Berlin zur\u00fcck. Beide Kisten trafen nun richtig in Berlin ein, und dem Schwindler gelang es, die Kiste mit der Markensammlung auf der Berliner G\u00fcterabfertigung ohne Nachnahmezahlung, da er sich ja f\u00fcr den Absender ausgab, der sie zur\u00fcckbeordert hatte, zu erhalten. Die angeblich mit B\u00fcchern gef\u00fcllte Kiste enthielt nur Papierschnitzel, und der Empf\u00e4nger blieb auf ewig verschwunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So viel von Briefmarkenschwindel, soweit er den Briefmarkensammler selber n\u00e4her angeht. Aber es gibt ja noch einen ganz anderen, viel m\u00e4chtigeren Interessenten f\u00fcr Briefmarkenschwindel und besonders f\u00fcr Briefmarkenf\u00e4lschungen als die Sammler; das ist die Post. Man hat berechnet, da\u00df der j\u00e4hrliche Verbrauch an Briefmarken in Deutschland ungef\u00e4hr 6 Milliarden = 6000 Millionen, der Weltverbrauch aber 30 Milliarden St\u00fcck betr\u00e4gt. Dabei hat man den Geldwert der in Deutschland verwendeten Marken auf rund 5 Milliarden Mark errechnet. F\u00fcr 5000 Millionen Mark j\u00e4hrlich wird also von der Post sozusagen Kleinpapiergeld hergestellt und verbraucht. Man kann ja die Briefmarken als kleine Banknoten ansehen, da sie ja nicht nur zur Frankierung von Briefen sondern oft auch f\u00fcr Zahlungen bis zu einer gewissen H\u00f6he gebraucht werden. Nur in einem unterscheiden sie sich ganz und gar vom Papiergeld. Um 10- oder 100-Mark-Scheine nachzumachen, mu\u00df man sehr viel vom Druckerhandwerk verstehen und braucht man teure, komplizierte Instrumente. Briefmarken nachzudrucken aber ist au\u00dferordentlich leicht, und je roher der Druck der echten St\u00fccke ist, desto schwerer lassen sich manchmal die gef\u00e4lschten von ihnen unterscheiden. So ist es vor mehreren Jahren vorgekommen, da\u00df deutsche Zehn-Pfennig-Marken von sehr sachverst\u00e4ndigen Briefmarkensammlern f\u00fcr F\u00e4lschungen erkl\u00e4rt wurden, w\u00e4hrend die Reichspost der Meinung war, da\u00df sie echt seien. Wie h\u00e4ufig Briefmarkenf\u00e4lschungen dieser Art sind, eigentlich kann man \u203aBanknotenf\u00e4lschungen\u2039 sagen, und sie werden auch vom Gesetz so bestraft \u2013 das kann man nicht feststellen, weil die Post zwar dar\u00fcber Buch f\u00fchrt, f\u00fcr wieviel Millionen Mark im Jahre sie Marken verkauft, aber nicht f\u00fcr wieviel Millionen Mark aufgeklebte Marken im Jahre sie entwertet. So gibt es Leute, die behaupten, da\u00df die Postverwaltungen j\u00e4hrlich um Hunderte von Millionen Mark betrogen werden. Man kann das, wie gesagt, nicht nachweisen, aber wenn man bedenkt, da\u00df sie auf noch viel einfachere Weise als durch gef\u00e4lschte Briefmarken dadurch betrogen werden k\u00f6nnen, da\u00df man von den entwerteten den Stempel wieder sauber entfernt, dann kann die Ansicht dieser Leute einen nachdenklich machen. Sie behaupten sogar, man k\u00f6nne eine Vorliebe f\u00fcr die verschiedenen Arten von Schwindel in den verschiedenen Gegenden erkennen, und es w\u00fcrden z.B. die F\u00e4lschungen im gro\u00dfen durch Druck haupts\u00e4chlich im S\u00fcden Europas, die im kleinen durch Waschen und Reinigen im Norden ge\u00fcbt. Das alles erz\u00e4hle ich, weil das, worauf diese Leute hinauswollen, jeden Briefmarkensammler angeht. Sie wollen die Abschaffung der Marken und ihren Ersatz durch Stempel erreichen. Da\u00df f\u00fcr Massensendungen heute schon das Porto nicht mit Briefmarken sondern mit Stempeln quittiert wird, habt ihr ja alle beobachtet. Dieses Verfahren, so meinen die Feinde der Briefmarke, soll nun auch f\u00fcr private Postsendungen angewandt werden, indem man z.B. Briefk\u00e4sten einf\u00fchrt, die mit Automaten verbunden sind. Da g\u00e4be es denn also 5, 8, 15, 25 Pfennig-Briefk\u00e4sten usw., je nach dem Porto, das f\u00fcr einen Brief zu bezahlen w\u00e4re. Und damit sich der Schlitz \u00f6ffne, m\u00fc\u00dfte man vorher den entsprechenden Betrag in M\u00fcnzen in den Briefkasten werfen. Vorl\u00e4ufig aber ist es noch nicht so weit, und die Sache hat noch verschiedene Schwierigkeiten. Vor allem erkennt der Weltpostverein nur Briefmarken, keine Stempel an. Aber da\u00df im Zeitalter der Mechanisierung und Technisierung die Briefmarke kein sehr langes Leben mehr hat, ist bei alledem doch wahrscheinlich. Und wer von euch sich fr\u00fchzeitig darauf einrichten will, der wird vielleicht klug tun, sich zu \u00fcberlegen, wie er sich eine Stempelsammlung einrichtet. Wir k\u00f6nnen ja heute schon sehen, wie die Stempel immer mannigfacher und reicher werden, wie sie mit Worten oder Bildern Reklamen anzeigen, und die Feinde der Briefmarke haben schon, um die Sammler f\u00fcr sich zu gewinnen, versprochen, man werde Stempel mit Landschaften, mit historischen Bildern, mit Wappen usw. genauso sch\u00f6n schm\u00fccken, wie es fr\u00fcher bei den Marken der Fall war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Redaktion erinnert an Walter Benjamin. Er ist ein undogmatischen Denker und l\u00e4\u00dft die Originalit\u00e4t und Einzigartigkeit seiner Gedanken aufscheinen. Die Redaktion p\u00e4sentiert Essays \u00fcber den Zwischenraum von Denken und Dichten, wobei das Denken von der Sprache kaum zu l\u00f6sen ist. Lesen Sie auch KUNOs <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Hommage<\/a> an die Gattung des Essays.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im kommenden Jahr ist es endlich soweit, der erste Roman von A. J. Weigoni erscheint nach einer Vorarbeit von 25 Jahren in der Edition Das Labor unter dem Titel: <strong>Abgeschlossenes Sammelgebiet<\/strong>, Vorbestellungen der limitierten und handsignierte Ausgabe des Buches als Hardcover nimmt die Redaktion entgegen.<\/p>\n<div id=\"attachment_98410\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98410\" class=\"wp-image-98410 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/RomanCoverMotiv-e1645710376253.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98410\" class=\"wp-caption-text\">Postwertzeichen erschienen zum 20. Jahrestag der DDR. Entwertet am 9. November 1989<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Zur historischen Abfolge, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25344\">Einf\u00fchrung<\/a>. Den Klappentext, den Phillip Boa f\u00fcr diesen Roman schrieb lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24425\">hier<\/a>. Eine Rezension von Jo Wei\u00df findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24394\">hier<\/a>. Einen Essay von Regine M\u00fcller lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24412\">hier<\/a>. Beim <em>vordenker<\/em> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/10\/09\/lebensabschnittsgefaehrten\/\">entdeckt<\/a> Constanze Schmidt in diesem Roman einen Dreiklang. Auf <span data-offset-key=\"cphj4-0-0\">der vom Netz gegangenen<\/span> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/26\/parallelfuehrung-der-liebesverhaeltnisse\/\">Fixpoetry<\/a> arbeitet Margretha Schnarhelt einen Vergleich zwischen A.J. Weigoni und Haruki Murakami heraus. Eine weitere Parallele zu <em>Jahrestage<\/em> von Uwe Johnson wird <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24922\">hier<\/a> gezogen. Die Dualit\u00e4t des Erscheinens mit Lutz Seilers \u201cKruso\u201d wird <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26315\">hier<\/a> thematisiert. In der Neuen Rheinischen Zeitung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/13\/liebe-sinnlich-ideologisch\/\">w\u00fcrdigt<\/a> Karl Feldkamp wie A.J. Weigoni in seinem ersten Roman den Leser zu Hochgenuss verf\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ich spreche von einer Sache, in der auch die allergelehrtesten und kl\u00fcgsten Briefmarkenkenner nicht auslernen: vom Schwindel. Vom Schwindel mit Briefmarken. 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