{"id":105349,"date":"2024-03-19T00:01:31","date_gmt":"2024-03-18T23:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=105349"},"modified":"2024-03-15T08:08:48","modified_gmt":"2024-03-15T07:08:48","slug":"ueber-leben-ueberleben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/03\/19\/ueber-leben-ueberleben\/","title":{"rendered":"\u00dcber Leben &#8211; \u00dcberleben"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Leben, \u00dcberleben \u2013 das sind die Fragen, die Weigonis Gedichte im Wesentlichen ausmachen. Die Themen des Lebens sind \u2013 nicht nur f\u00fcr den Autor \u2013 Sinnsuche und ihre praktische Umsetzung im bisherigen geschichtlichen Kontinuum, auch als ethisches Soll in Gegenwart und Zukunft, um nur das Wichtigste zu nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe die Gedichte vor drei Jahren in drei Wochen gelesen, und es fiel mir leicht. Weigoni hat die Gedichte in einem Zeitraum von rund vierzig Jahren geschrieben und in mehreren B\u00e4nden ver\u00f6ffentlicht. Das Motto der Gesamtausgabe ist ein Zitat des italienischen Fu\u00dfballtrainers Giovanni Trapattoni, der seinen Unmut nach einer Niederlage in den Worten zusammenfasste: \u201eIch habe fertig!\u201c Ihm ist die praktische Vernunft wichtiger als der intellektuelle Hochseilakt unter einer Zirkuskuppel eines marktlaunischen, volatilen Literaturbetriebs, dem es an Echtheit fehlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt auf, dass sie allesamt kein explizites lyrisches Ich aufweisen. Aber das Lyrische Ich ist nicht unbedingt\u00a0eliminiert, weil die Personalpronomina fehlen. Als Peter Handke 1969 in seinem Lyrikband <em>Die Innenwelt der Au\u00dfenwelt der Innenwelt<\/em> die Aufstellung des 1. FC N\u00fcrnberg* zum Gedicht erkl\u00e4rt (oder wenn der Leser einen Text zum Gedicht erkl\u00e4rt, selbst wenn der Autor etwas anderes behauptet), so ist das Lyrische Ich sozusagen als Stellvertreter eines angenommenen Subjekts oder Beobachters vorhanden oder zumindest denkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich zeige dies, und anderes, an zwei der f\u00fcr mich wichtigsten, bedeutungsvollsten Gedichte:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Am K\u00e6ltepol der Erbarmungslosigkeit<\/em> (S. 352)<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">am Rand des Schweigens &gt; Erkenntnis gewinnen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">die Konventionen des Denkens ausdehnen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">sich auf die Faszination des Unsagbaren<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">des Noch-nicht-Gedachten einlassen &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">an der Grenze der Schattenlinie entsteht<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Subjektivit\u00e6t aus Menschenscheu =<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">heissgeriebene Texthaut &lt;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">in der Schraffur des Traums<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">den Binnenraum der Sprache ueberschreiten<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">in einer Gesellschaft der Ungebundenen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">das Leiden am System in<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">einer eigenen Metamorphose verk\u0153rpern:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Schweigen zwischen den Schichten der Erinnerung<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Ziel ist es &gt; das Verstehen zu verstehen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">in der fiktionalen Unsch\u00e6rferelation<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">bleibt am Verdr\u00e6ngten sinnlich bedr\u00e6ngend =<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ein fremdes Inneres \u2013 anderes Ich \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">alle geistigen Regungen weichen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">einer bleiernen Apathie &amp; auch der Tod<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">wird nur noch als letztes Glied von<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Erniedrigungen wahrgenommen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie so viele der Gedichte Weigonis sind auch diese Verse philosophierend. Sie wirken oft wie indirekte Gebrauchsanweisungen f\u00fcr das richtige Leben. Die Kritik an Zeit und Mensch wird oft in Infinitivs\u00e4tzen formuliert. Die Gedichte stellen ein Kompendium der Soll-Ethik dar, die in den verschiedensten Varianten durchdekliniert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <em>Rand des Schweigens<\/em> kann aufgefasst werden als das fast nicht mehr Sagbare, und das w\u00e4re dann auch das fast nicht Erkennbare, vielleicht aber das, was noch erahnbar ist. Verbessert wird Erkenntnism\u00f6glichkeit durch Weiterentwicklung der Sprache, ein Ausdehnen der Begriffe, ein Hinwegschreiten \u00fcber bisherige Konventionen, also auch zu neuen Bildern, deren k\u00fchnste ja immer am Rand des Schweigens stehen und das im vagen Bild formulieren, was anders noch nicht sagbar oder denkbar ist. Solche Bilder \u2013 <em>heissgeriebene Texthaut<\/em> \u2013 evozieren k\u00f6rperliches Mitempfinden und -verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu geh\u00f6rt als ein weiteres Mittel die <em>Schraffur des Traums<\/em>. Im Traum sehen wir Bilder des Unbewussten, welche die kognitiven Sprachbilder erg\u00e4nzend <em>ueberschreiten<\/em>. Durch die \u00dcberwindung gesellschaftlicher Gebundenheit (Konventionen) wird ein Gewinn an Objektivit\u00e4t erm\u00f6glicht mit dem Ziel, das <em>Verstehen zu verstehen<\/em>. Das meint hier sogar eine Kritik des apriorischen Denkens, und das f\u00fchrt uns zu den gleichsam metaphysischen Aspekten der Lyrik. Weigoni spricht daher in der dritten Strophe von der <em>fiktionalen Unsch\u00e6rferelatio<\/em>n. Der Erkennende braucht die Selbstentfremdung von sich selbst (<em>ein fremdes Inneres \u2013 anderes Ich \u2013<\/em>), um sich zu begreifen. Das klingt bis dahin optimistisch. Aber die letzten vier Verse sagen: Die Erkenntnisanstrengung f\u00fchrt in die <em>Apathie<\/em> und zeigen den Tod <em>als letztes Glied von Erniedrigiungen<\/em>. Und dennoch sp\u00fcre ich als Leser, dass im Schluss des Gedichts die Hoffnung verborgen ist, dass wir die Kette der Erniedrigungen, die wir uns selbst zuf\u00fcgen, durchbrechen k\u00f6nnen \u2013 dies ist unser Soll. Oder scheitern wir in jedem Fall? Betrachten wir das zweite Gedicht:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>Moor &amp; Mergelgrube<\/em> (S. 364):<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ein sanfter Todesengel<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">streicht mit dem Fluegel das<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">matte Stirnengeflecht<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">s\u00e6uselt Verfuehrungen ueber<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Dressur, Raserei &amp; Taumel<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ins: luesterne Ohr<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">gleitet zur Hals\/Schlag\/Ader<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">saugt durch spitze Z\u00e6hne das<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Lebenselixier aus der Blutbahn<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">greift an das steinerne Herz<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">fuehlt das verdorrte Geschlecht<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Sinnsucher \/ Umbruchsmensch \/ Begehrensmaschine<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">zielloses Spiel der Begierden<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">intime Rituale der Unterwerfung<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">fuehren zur Blockade statt Kontrolle<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Tantalusqual, die schmerzlos den Verstand zertrennt<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">die Bedeutungen bleiben polyvalent &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">auf dem Schind-Anger in<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">die Mulden des Lebens versinken<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">gesenkt in lichtlose Schw\u00e6rze des Daseins mit<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">dem inniglichen Wunsch<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ewig zu sterben &amp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">des Ichs beraubt zu werden &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">alle Gier bleibt sch\u00e6big unerfuellt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das in zwei Abs\u00e4tzen geschriebene Gedicht f\u00fchrt \u00fcber die menschliche <em>Gier<\/em> (Hoffnung) ebenso wie das vorige Gedicht hin zur Entt\u00e4uschung. Von Anfang an ist <em>ein sanfter Todesengel<\/em> bei uns, von dem wir wissen, den wir aber verdr\u00e4ngen zugunsten unserer Verf\u00fchrungen, den rasenden Begierden und W\u00fcnschen, die in uns leben. Es sind nicht nur einfache Begierden, immerhin sind wir auch <em>Sinnsucher<\/em>, aber im Spiel der Begierden bleibt uns nur eine doppelte <em>Unterwerfung,<\/em> zum einen unter die Spielregeln, zum anderen unter die Ausweglosigkeit aus unserer Abh\u00e4ngigkeit von der Begierde, die Suche und Sucht ist. Weigoni nennt den Menschen eine <em>Begehrensmaschine<\/em>. Das deckt sich einigerma\u00dfen mit der Philosophie von Gilles Deleuze, der das Unterbewusstsein als ein Ensemble von Wunschmaschinen sieht:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eEs funktioniert \u00fcberall, bald rastlos, dann wieder mit Unterbrechungen. Es atmet, w\u00e4rmt, i\u00dft. Es schei\u00dft, es fickt. Das Es &#8230; \u00dcberall sind es Maschinen im wahrsten Sinne des Wortes: Maschinen von Maschinen, mit ihren Kupplungen und Schaltungen. Angeschlossen eine Organmaschine an eine Quellmaschine: Der Strom, von dieser hervorgebracht, wird von jener unterbrochen. Die Brust ist eine Maschine zur Herstellung von Milch, und mit ihr verkoppelt die Mundmaschine. Der Mund des Appetitlosen h\u00e4lt die Schwebe zwischen einer E\u00dfmaschine, einer Analmaschine, einer Sprechmaschine, einer Atmungsmaschine (Asthma-Anfall). In diesem Sinne ist jeder Bastler; einem jeden seine kleinen Maschinen.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">(Gilles Deleuze und F\u00e9lix Guattari: <em>Anti-\u00d6dipus: Kapitalismus und Schizophrenie I<\/em>. Suhrkamp, Frankfurt a.M 1974, S. 7.)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">\u201eDie Wunschmaschinen stecken nicht in unserem Kopf, sind keine Produkte der Einbildung, sondern existieren\u00a0<em>in den technischen und gesellschaftlichen Maschinen selbst<\/em>.\u201c<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">(Gilles Deleuze &#8230; S. 512,2.)<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deleuze negiert Sigmund Freuds Auffassungen von Es und Unterbewusstsein; er sieht eine vollkommene Einheit von Mensch und Natur. So sind alle Werke des menschlichen Geistes Naturph\u00e4nomene \u2013 das betrifft etwa Kunst, Psyche, Bewusstsein, Wille, Libido, &#8230; Wissenschaft, Technik, gesellschaftliche Verfassungen, Kapitalismus &#8230; und die Umsetzung der W\u00fcnsche. Die psychischen Abl\u00e4ufe sieht Deleuze n\u00fcchtern als mechanische Bewegungen der Wirklichkeits-Affirmation. Seine Philosophie ist, so gesehen, resignativ, denn alle psychischen Erscheinungen \u2013so auch jede Sucht als Ausdruck eines Wunschs \u2013 sind Natur, eingebettet in gewachsene gesellschaftliche Systeme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Resignativ ist auch der zweite Absatz des Weigoni-Gedichts: Wir gewinnen keine <em>Kontrolle<\/em> \u00fcber unsere Sucht und Suche. Der Mensch lebt <em>Tantalusqual<\/em> sein Leben lang und von Anfang an auf dem <em>Schind-Anger<\/em>, also auf einem Totenacker der Seelenlosen, der <em>Untergeher in | der Sinnleere des Daseins mit<\/em> | <em>dem inniglichen Wunsch<\/em> | <em>ewig zu sterben &amp; <\/em>| <em>des Ichs beraubt zu werden &#8230;| alle Gier bleibt sch\u00e6big unerfuellt.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es f\u00e4llt mir bei diesem Gedicht im Unterschied zum ersten schwer, noch irgendeine Hoffnung zu erkennen oder eine indirekte Aufforderung, die Lebensverh\u00e4ltnisse zugunsten eines sinnvolleren Lebens zu \u00e4ndern. Mir bleibt nur das Argument: Wenn einer ein so elegisches Gedicht schreibt, dann hofft er doch noch, dass wenigstens aus der bitteren Selbsterkenntnis in die Unbarmherzigkeit des Seins die Intention erwachse, es sei wenigstens privat eine w\u00fcrdigere Existenz m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem Gedicht <em>Weltenwechsel<\/em> (S. 328) vertieft Weigoni seinen Gedanken einer Transzendentalpsychologie, die er <em>inverse Transzendentalphilosophie<\/em> nennt: das meint die \u00dcberwindung der seelischen Enge. Weigoni beschreibt auch hier das Gef\u00e4ngnis der <em>Wunschmaschine<\/em>, in dem wir stecken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indem wir erkennen, was uns fesselt, ist schon viel erkannt. Wenn wir aber erkennen, dass wir uns nicht herausstrampeln k\u00f6nnen aus dem Gef\u00e4ngnis unseres K\u00f6rpers, dann hilft uns nichts. Auch wenn wir unsere Sprache begreifen als eine Leiter zu anderen, sprachlosen Sprachen, k\u00f6nnen wir uns nicht befreien, k\u00f6nnen wir nicht in die transzendente Sph\u00e4re gelangen, sondern bleiben h\u00e4ngen bei Wittgensteins Satz: \u201eWovon man nicht sprechen kann, dar\u00fcber muss man schweigen.\u201c Weigoni nennt in seinem Gedicht <em>Deprimisme<\/em> den vergeblichen Versuch, der transzendentalen Obdachlosigkeit zu entkommen: <em>bauen am Sprachturm zu Babel<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>think &amp; link<\/em>, das letzte Gedicht aus dem Band <em>Dichterloh<\/em>, Caput IV -Morbidezza-, f\u00fchrt den Leser in die Sph\u00e4re der Schwebe, des Traums, in die Polyvalenzen einer Unsch\u00e6rfe, die genauer ist als realistische Klimmz\u00fcgigkeit und mehr Erkenntnis provoziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em>think &amp; link<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">weiter<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">hin im Schwebe<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">zustand bleiben:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&amp; w\u00e6re es nicht ein Traum<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">zu sehen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ohne doch wahrnehmen zu muessen?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&amp; so unmittelbar in<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">das Eigentliche eindringen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">zu k\u0153nnen?<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8230; w\u00e6re es ein Traum<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">wahrlich, wir sollten ihn tr\u00e6umen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">mit unbedingter Ausschliesslichkeit &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ob Puls \/ Pattern oder Polyrhythmus in<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">hellsichtiger Panik erkennen:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">das menschliche Schweigen kennt viele Sprachen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8230; Denial-of-service-Exit-Power off.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denke und verkn\u00fcpfe! Denken und Verkn\u00fcpfen, das ist die Lebenskunst. Cogito, ergo sum \u2013 je pense, donc je suis. Die Verse beschreiben die Sehnsucht, sich abkoppeln zu k\u00f6nnen vom Bewusstsein, zu leben ohne zu begreifen. Rilke schrieb in einem seiner fr\u00fchen Gedichte die Verse:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Du mu\u00dft das Leben nicht verstehen,<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">dann wird es werden wie ein Fest.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Und la\u00df dir jeden Tag geschehen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">so wie ein Kind im Weitergehen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">von jedem Wehen<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">sich viele Bl\u00fcten schenken l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend Rilke sp\u00e4tromantisch philosophiert, gehen Weigonis Verse in eine andere Richtung. Das Leben ist kein Traum, es kann kein Traum sein, es gibt nur den einen Ausgang, den Tod, das beste Schweigen, er w\u00e4re die beste Wahl (<em>wahrlich, wir sollten ihn tr\u00e6umen<\/em> &#8230;). Der letzte Vers dann, englisch, Computersprache: Funktionsversagen und Ausschalten. Das Gedicht enth\u00e4lt den Wunsch nach einem von aller Last befreiten Leben, wie er nur im Traum erf\u00fcllbar w\u00e4re, es enth\u00e4lt zugleich die Sehnsucht nach endg\u00fcltiger Ruhe, vollkommenem Schweigen. Es steht auf der Kippe, ob eine suizidale Erl\u00f6sung mitgemeint ist, schlie\u00dflich gibt es eine Erkenntnis <em>in hellsichtiger Panik,<\/em> oder ob nur Bilder sprechen und zugleich schweigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Ein paar Bemerkungen zum Buchinhalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Es ist gegliedert in f\u00fcnf gro\u00dfe Kapitel, die bereits fr\u00fcher als Lyrikb\u00e4nde erschienen waren: <em>Wiederbeatmung, eine Rekonstruktion<\/em> (1975-85); <em>Letternmusik \u2013 Remix \u2013 ein lyrisches Polydrama in fuenf Akten<\/em> (1985-1995); <em>Dichterloh \u2013 Komposition in vier Akten<\/em> (1995-2005); <em>Schmauchspuren \u2013 eine Todeslitanei<\/em> (2005-2015); <em>Parlandos<\/em> (1987-2013) versammelt lyrische Einzelwerke: <em>Protzkl\u0153te &amp; Gierschlunk<\/em>, nachgedichtet aus dem Panchatantra; <em>Se\u00f1ora Nada<\/em>, ein lyrisches Monodram; <em>WortFelder<\/em> -Punktierungen einer bluehenden Landschaft-, Meckenburgische Naturgedichte; <em>artIQlationen<\/em>; <em>Der Neubau-Zyklus<\/em> fuer das Paul Pozzozza Museum; <em>Schland<\/em>; <em>Unbehaust<\/em> \u2013 Poetopathologische Aufzeichnungen der Patientin Jo Chang; <em>Das Reden<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Ende des Buchs (S. 466-487) steht Weigonis lesenswerter Text <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/18\/verdichtung-ueber-das-verfertigen-von-poesie\/\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">VerDichtung &#8211; \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/span><\/em><\/a>, eine grunds\u00e4tzliche Betrachtung, was Poesie ist und wie sie entsteht. Meine Rezension kann nicht auf die vielen originellen Einf\u00e4lle eingehen; ich beschr\u00e4nke mich auf das Wichtigste an wenigen Beispielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schluss will ich das Gedicht <em>Insektomorphe Reaktionen im Atemraum<\/em> (in <em>Dichterloh<\/em>) (S. 265) herausheben, weil es am deutlichsten Weigonis R\u00fcckzug aus dem Literaturbetrieb, in dem er viele Jahre lang ein herausragender Aktivist war, beschreibt. Auch wenn das (versteckte) lyrische Ich nicht identisch sein muss mit Weigoni, so kann aber der im Gedicht angedeutete Weg als Lebenspr\u00e4ferenz angesehen werden: Es geht um <em>Beheimatung im ganzheitlichen Grund &#8230; in innigster Naturfr\u0153mmigkeit &amp; Poesie als reine Daseinskunde &#8230;<\/em> <em>Verabschiedung vom Daseinskino <\/em>und<em> den Strapazen der Weltl\u00e6ufigkeit<\/em>. Wichtig ist die <em>Einuebung in die Kunst des Verschwindens | unauff\u00e6llig gelebte Tage als M\u0153nch des Wortes &#8230; Selbstkonzentration &gt; die niemanden verletzt | aber das Selbst rettet.<\/em><\/p>\n<p>Im Gedicht Erfahrungsseelenkunde (S. 326) hei\u00dft es erg\u00e4nzend: &#8230; <em>in der Fuelle der Leere die | Einsamkeit der Dinge erkunden &amp; | die Vielfalt des Nichts finden.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gedicht <em>Ursprungsleere<\/em> (S. 350) fasst vieles von dem noch einmal zusammen, was f\u00fcr Weigoni wichtig ist. Es ist ein geradezu neobarockes Gedicht des \u201ememento mori\u201c und der \u201evanitas vanitatum\u201c, allerdings nicht im christlich-religi\u00f6sen Sinn, es ist ein existenzialistisches Gedicht, entstanden auf dem Boden der vollkommenen Desillusion, im Angesicht der bodenlosen Leere, die uns umgibt \u2013 auch im gesellschaftlichen Versagen. So gesehen sind Weigonis Gedichte auch politische Gedichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Denken ist keine F\u00e6lschung der Erfahrung<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">sondern die Erweiterung der Erkenntnis um<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">bei der Begegnung mit bergenden W\u0153rtern<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">die Sehnsucht nach einer Ur-Sprache zu wecken<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">fremde Herkunftswelten erschliessen &amp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">sich der unendlichen Leere ergeben<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">den Zinseszins des vers\u00e6umten Lebens berechnen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">mit synoptischem Vergnuegen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">ein Revirement aller Bedeutungen vollziehen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">im Angesicht der leiblichen Vanitas<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">die Hirnf\u00e6lligkeit des Lebens begreifen<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&amp; den Schindacker durchfurchen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weigonis Lyrik ist ein bedeutendes \u0152uvre! Was mich besonders fasziniert an seinen Gedichten, das ist die systematische Ausschaltung eines expliziten lyrischen Ichs und der\u00a0philosophierende Charakter der Verse. Offensichtlich bieten die Gedichte konsequent keine L\u00f6sung an, schon gar keine Erl\u00f6sung. Obwohl sie ein Nihil beschreiben oder umschreiben, sind diese Gedichte nicht nihilistisch. Sie sind auch keineswegs Ausdruck einer verdeckten suizidalen Haltung,\u00a0und sie sagen auch nicht aus, dass wir schon tot sind\u00a0im Leben. Denn\u00a0sie haben als\u00a0existenzialistische Botschaft: F\u00fcr dich selbst und dein Leben kannst du Sinn erzeugen. Dein Tod steht fest, aber du kannst einigerma\u00dfen sinnvoll leben. Auf deiner Suche wirst du nichts finden \u2013 au\u00dfer dich selbst. Aber das ist viel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Leben\u2019n\u2019Werk<\/strong> &#8211; Das lyrische Gesamtwerk, Studienausgabe \u2013 Verdichtet zwischen 1975-2015 von A. J. Weigoni, mit einem Essay: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/18\/verdichtung-ueber-das-verfertigen-von-poesie\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/span><\/a>. Edition Das Labor, Bad M\u00fcllheim, 2021<\/p>\n<div id=\"attachment_101588\" style=\"width: 195px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-101588\" class=\"wp-image-101588 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/LebennWerkCover-1.jpg\" alt=\"\" width=\"185\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/LebennWerkCover-1.jpg 185w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/LebennWerkCover-1-160x259.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 185px) 100vw, 185px\" \/><p id=\"caption-attachment-101588\" class=\"wp-caption-text\">Coverphoto: Leonard Billeke, aufgenommen in einem Caf\u00e9 in Budapest<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> \u2192 Holger Benkel \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/02\/29\/ueber-das-lyrische-werk-von-a-j-weigoni\/\"><span style=\"color: #ff0000;\">das lyrische Werk<\/span><\/a> von A.J. Weigoni.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Dennis Ulrich geht weg von einer hermeneutischen Interpretationsweise, hin zu einer dekonstruktivistischen, die das Verh\u00e4ltnis von \u00c4sthetik und Rhetorik dieser Gedichte zu <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=43793\">fassen<\/a><\/span> vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Die Kurzfassung dieses <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/07\/18\/horbucher-sind-die-herausgestreckte-zunge-des-medienzeitalters\/\">Interviews<\/a><\/span> von Jens Pacholsky mit A.J. Weigoni erschien im Goon-Magazin, Berlin. Da diese Zeitschrift eingestellt wurde, macht es die KUNO-Redaktion zu Recherchezwecken wieder zug\u00e4nglich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 A.J. Weigoni geriet nie in die N\u00e4he des Verdachts, eine Autobiographie zu schreiben. Daher versteht KUNO diese essayistische Hinterlassenschaft des Ohryeurs als <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/01\/18\/die-glueckskatastrophe-des-kuenstlerdaseins\/\">Liebeserkl\u00e4rung an den H\u00f6rsinn<\/a><\/span>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 Der &#8222;Sprechsteller&#8220; A.J. Weigoni \u00fcber <span style=\"color: #ff0000;\"><a style=\"color: #ff0000;\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/02\/03\/bartleby\/\">die Sinnf\u00e4lligkeit des \u00f6ffentlichen Vortrags<\/a><\/span> von so etwas fl\u00fcchtigem wie rezitierte Poesie, so etwas fragilem wie einem Gedicht. Dieses \u201elast goodbye\u201c ist erschienen in der Literaturzeitschrift <span class=\"\"><strong>Dichtungsring # 57<\/strong>, Bonn 2020<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* <b>Die Aufstellung des 1. FC N\u00fcrnberg vom 27.1.1968<\/b> ist ein Gedicht des \u00f6sterreichischen Schriftstellers Peter Handke. Es erschien 1969 in dem Band <i>Die Innenwelt der Au\u00dfenwelt der Innenwelt<\/i> im Suhrkamp Verlag. Stilistisch bedient Handke sich bei dem Werk der Form der Ready-mades. Er nimmt die Namen der Spieler des 1. FC N\u00fcrnberg, wie sie von Sportzeitschriften abgedruckt werden, aus dem gewohnten Sinnzusammenhang, beh\u00e4lt aber die Form der Darstellung bei und zeigt damit auf, dass Dichtung nicht ausschlie\u00dflich anhand von Inhalt und Textmerkmalen definiert werden kann, sondern auch die Kommunikationssituation zwischen Leser und Text bestimmt, ob etwas als Dichtung rezipiert wird.<span id=\"Hintergrund\" class=\"mw-headline\"><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der 1. FC N\u00fcrnberg bestritt am 27. Januar 1968 das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen und gewann es mit 2:0. Spielbeginn war 14:00 Uhr. Abweichend zu der im Gedicht genannten Aufstellung spielte als linker Verteidiger Helmut Hilpert f\u00fcr Horst Leupold. Leupold kam erst eine Viertelstunde vor Spielende f\u00fcr Blankenburg aufs Feld.<sup id=\"cite_ref-1\" class=\"reference\"><\/sup><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00dcber Leben, \u00dcberleben \u2013 das sind die Fragen, die Weigonis Gedichte im Wesentlichen ausmachen. Die Themen des Lebens sind \u2013 nicht nur f\u00fcr den Autor \u2013 Sinnsuche und ihre praktische Umsetzung im bisherigen geschichtlichen Kontinuum, auch als ethisches Soll&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/03\/19\/ueber-leben-ueberleben\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":101588,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,3994,3991,3990,3992,3993,306,267,35,866],"class_list":["post-105349","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-felix-guattari","tag-gilles-deleuze","tag-giovanni-trapattoni","tag-helmut-hilpert","tag-horst-leupold","tag-leonard-billeke","tag-rainer-maria-rilke","tag-tom-tager","tag-ulrich-bergmann"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/41"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105349"}],"version-history":[{"count":6,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105349\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":105356,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105349\/revisions\/105356"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101588"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}