{"id":105164,"date":"2011-10-26T00:01:48","date_gmt":"2011-10-25T22:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=105164"},"modified":"2024-05-22T07:26:11","modified_gmt":"2024-05-22T05:26:11","slug":"ausgeliefertsein-an-die-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/10\/26\/ausgeliefertsein-an-die-welt\/","title":{"rendered":"Ausgeliefertsein an die Welt"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die weitaus meiste Kunst ist im 21. Jahrhundert ist notd\u00fcrftig getarnter Agitprop. Die Artisten performen ihre Politik, das Resultat ist oft schlechte Kunst; gleichzeitig wirkt diese propagandistische Kunst kaum noch auf die Gesellschaft ein. Den K\u00fcnstlern gelingt es nicht unterhalb der \u00fcberregionalen Wahrnehmungsschwelle zu agieren, sie sind mit einer zunehmenden Irrelevanz konfrontiert. Die allgegenw\u00e4rtige Spaltung der Welt wird von den Geistern der Vergangenheit mehr und mehr auseinandergerissen. Die Assoziationsf\u00e4higkeit wird entgrenzt. Komplexit\u00e4t wird durch ideologische Statements ersetzt. Das Publikum erf\u00e4hrt die Aufl\u00f6sung von Identit\u00e4ten, das Konzept des Indigenen tritt an die Stelle des Nomadischen. Es geht nurmehr darum, Distanz zum Unaushaltbaren und zu den Wurzeln des eigenen Bewusstseins zu schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Mikrogramme<\/strong> von A.J. Weigoni, KUNO 2006 &#8211; 2011<\/p>\n<div id=\"attachment_102377\" style=\"width: 222px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102377\" class=\"wp-image-102377 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/AJWeigoni-e1648379021441.jpeg\" alt=\"\" width=\"212\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-102377\" class=\"wp-caption-text\">A.J. Weigoni, portr\u00e4tiert von Anja Roth<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Bruchst\u00fccke aus der Realit\u00e4t sind verwandt mit den Miszellen (von lateinisch miscella \u00b4Gemischtes`), dies ist eine Bezeichnung f\u00fcr eine Rubrik, unter der K\u00fcrzesttexte variierenden literarischen Inhalts ver\u00f6ffentlicht werden. Die <em>Bagatellen<\/em> sind der Versuch, Miniaturen gleichrangig nebeneinander aufzureihen, ein dichtes Gewebe, das seine poetische Qualit\u00e4ten erst durch die Lekt\u00fcre gewinnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2009\/03\/21\/twitteratur\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a> ist eine Poesie, die man von den japanischen Haiku kennt. Als Beitrag von A.J. Weigoni finden wir auf KUNO im Lauf der Zeit <em>Mikrogramme<\/em>, die ein feines, manchmal auch weitmaschiges Netz von Relais durchzieht: Schnittstellen, an denen zwischen Gegenst\u00e4nden, Wahrnehmungsperspektiven, zwischen R\u00e4umen und Zeiten hin und her gewuselt wird, und gleichzeitig zwischen verschiedenen Distanzen zum Beschriebenen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>ein Essay \u00fcber die neue Literaturgattung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/03\/06\/twitteratur-die-kunst-der-verkuerzung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a>, sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/09\/06\/recap-hungertuchpreis\/\">Recap<\/a> des Hungertuchpreises.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die weitaus meiste Kunst ist im 21. Jahrhundert ist notd\u00fcrftig getarnter Agitprop. 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