{"id":104107,"date":"2014-11-13T12:41:10","date_gmt":"2014-11-13T11:41:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=104107"},"modified":"2024-08-29T14:59:21","modified_gmt":"2024-08-29T12:59:21","slug":"serienfieber","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/13\/serienfieber\/","title":{"rendered":"Serienfieber"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Auf KUNO besch\u00e4ftigen wir uns mit dem Trivialmythen-Konzept von Roland Barthes, dessen Titel <em>Mythen des Alltags<\/em> sowohl die Trivialkultur selbst als auch eine Theorie der Trivialkultur darstellt. Die Beschreibung trivialer Muster und ihre Interpretation werden ineinander verwoben und oft in eins gesetzt: Die Sache selbst und ihre Deutungen werden im selben Atemzug vermittelt, ein Verfahren, das sich in allen Texten auf KUNO zum Thema <em>Trash<\/em> findet.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Titellied stammt von der kanadischen Band Barenaked Ladies und erschien 2011 auf dem Album <em>Hits From Yesterday &amp; The Day Before<\/em>. F\u00fcr den Vorspann der Fernsehserie wird nur die erste Strophe verwendet. Der Song wird auch separat unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=20i5eqwK178\"><em>Big Bang Theory Theme<\/em><\/a> vertrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Passend dazu zeigt der Vorspann \u2013 beginnend mit dem Urknall \u2013 einen chronologischen Schnelldurchlauf durch die Meilensteine der Evolutionsgeschichte. Die Visualisierung ist k\u00fcnstlerisch so gestaltet, dass die Inhalte immer in alle Richtungen weg von der Bildmitte streben (entsprechend der Explosion des Urknalls und der fortw\u00e4hrenden Ausdehnung des Universums).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die einzige Ausnahme in dem Bilderstrom bildet die Einstellung vor dem abschlie\u00dfenden Serienlogo, die statisch die Protagonisten auf der Couch in Leonards und Sheldons WG zeigt. Diese vorletzte Einstellung ist auch die einzige, die einen direkten visuellen Zusammenhang zu den Darstellern herstellt. In den ersten f\u00fcnf Staffeln sitzen dort Penny, Howard, Raj, Leonard und Sheldon. Ab der sechsten Staffel sind dort auch Amy und Bernadette zu sehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Serie handelt von den hochintelligenten und promovierten jungen Physikern <em>Leonard Hofstadter<\/em> und <em>Sheldon Cooper<\/em>, die sich eine Wohnung in Pasadena teilen. Beide sind ledig und im sozialen Umgang (besonders mit Frauen) etwas unbeholfen. Gegen\u00fcber ihrer Wohnung lebt die attraktive Kellnerin <em>Penny<\/em>, die von einer Karriere als Schauspielerin tr\u00e4umt. Dabei wird die geekhafte Art der beiden Wissenschaftler durch die Naivit\u00e4t, aber auch die Sozialkompetenz bzw. den gesunden Menschenverstand der Nachbarin, einer anfangs klischeehaften Blondine, kontrastiert. Nach einigem Hin und Her werden sie und Leonard ein Paar und heiraten sp\u00e4ter. Weitere Hauptfiguren sind der j\u00fcdische Raumfahrt-Ingenieur <em>Howard Wolowitz<\/em>, der bis zu seiner Hochzeit bei seiner Mutter lebt, sowie verzweifelt versucht, ein Frauenheld zu sein, und der indische Astrophysiker <em>Rajesh \u201eRaj\u201c Koothrappali<\/em>, der w\u00e4hrend der ersten Staffeln in der Gegenwart von Frauen nicht laut sprechen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die vier Freunde verbindet eine gro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr Comics, Science-Fiction (insbesondere Star Trek), Computer- und Videospiele, Pen-&amp;-Paper-Rollenspiele, Sammelkartenspiele, Paintball sowie die Besuche diverser Conventions in entsprechenden Kost\u00fcmen. Nachschub f\u00fcr diese Interessen holen sie sich regelm\u00e4\u00dfig im Comicbuchladen von <em>Stuart Bloom<\/em>. Sie arbeiten alle am California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena und besch\u00e4ftigen sich beruflich wie privat intensiv mit Naturwissenschaften, Technik und Forschung.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"The Big Bang Theory - playin Doctor StarTrek style ;) [1080p]\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/MqY79GMo4A8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Lieblingsfigur ist Dr. Amy Farrah Fowler, eine Neurobiologin mit Harvard-Abschluss, sie wird im Laufe der Serie Sheldons Freundin. Die Beziehung gestaltet sich lange Zeit rein platonisch. Amy hatte sich nur deshalb mit M\u00e4nnern verabredet, weil sie mit ihrer Mutter die Abmachung hatte, einmal pro Jahr mit einem Mann auszugehen. Sheldon war eines dieser j\u00e4hrlichen Dates.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie hat ebenso wie Sheldon die Eigenheit, die Dinge einerseits n\u00fcchtern und eloquent unter Zuhilfenahme der Erkenntnisse ihres Faches, der Neurobiologie, zu kommentieren. Andererseits fehlt auch ihr oft gesellschaftliches Feingef\u00fchl, worin sie aber im Serienverlauf besser wird. In der Schule war sie immer Au\u00dfenseiterin, worunter sie noch immer leidet. Sheldon erkennt zunehmend die Wesens\u00e4hnlichkeiten zwischen ihnen. Betont Amy beim ersten Zusammentreffen noch, dass sie jede Form von k\u00f6rperlichem Kontakt oder gar Intimit\u00e4t konsequent ablehne, \u00e4ndert sie im Verlauf der Serie diese Einstellung grundlegend. Im Gegensatz zu Sheldon leidet Amy immer mehr unter der fehlenden Intimit\u00e4t in ihrer Beziehung. Sie entwickelt auch lesbische Z\u00fcge, erkl\u00e4rt Penny zu ihrer besten Freundin und versucht, ihr n\u00e4her zu kommen, was Penny jedoch abblockt. Amy wird ein fester Bestandteil der Gruppe. Mit Penny und Bernadette unternimmt sie viel gemeinsam, zu Beginn ihrer Bekanntschaft dr\u00e4ngt sie sich den beiden Freundinnen aber geradezu auf. Sp\u00e4ter wird sie zunehmend eifers\u00fcchtig auf alle Frauen in Sheldons Umfeld und m\u00f6chte intensiveren Kontakt zu ihm, was Sheldon jedoch lange nicht begreift.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Lauf der Serie m\u00f6chte Amy mit Sheldon intim werden, was dieser zun\u00e4chst ablehnt, jedoch auf Dauer nicht verhindern kann. Ihre sexuellen Aufforderungen versucht er herunterzuhandeln, man einigt sich auf \u201eFummeln\u201c, aber auch hier wird Amy immer fordernder. Sie spielt ihm auch schon mal eine Grippe vor, bei der er auf Grund ihrer \u201eBeziehungsrahmenvereinbarung\u201c verpflichtet ist, ihr die Brust mit einer Salbe einzureiben. Als Sheldon dahinterkommt, l\u00e4sst sie sich von ihm bestrafen und genie\u00dft zu Sheldons Verwunderung die Handschl\u00e4ge auf ihren Po. Nach einer zwischenzeitlichen kurzen Trennung f\u00fchlt sich Sheldon endlich bereit, mit Amy zu schlafen, und schenkt ihr dieses Ereignis in der neunten Staffel zum Geburtstag. Am Ende der zehnten Staffel h\u00e4lt Sheldon schlie\u00dflich um ihre Hand an; die Serie endet damit, dass sie, wenngleich Neurobiologin, gemeinsam mit ihrem Mann den Nobelpreis f\u00fcr Physik empf\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amy legt sehr wenig Wert auf modische Kleidung. Sie kleidet sich wie ihre Gro\u00dfmutter (manchmal auch tats\u00e4chlich mit deren Kleidung), tr\u00e4gt mindestens knielange R\u00f6cke und Kleider, niemals Hosen, aber fast immer eine Strickjacke oder auch zwei \u00fcbereinander und immer eine blickdichte, farbige Strumpfhose und meistens sehr flache Schuhe. Penny und Bernadette versuchen immer mal wieder, ihren unvorteilhaften Kleidungsstil zu \u00e4ndern, was ihnen aber nicht gelingt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Erstausstrahlung: 24.\u00a0Sep. 2007 ff. auf CBS<\/p>\n<div id=\"attachment_104109\" style=\"width: 253px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-104109\" class=\"wp-image-104109 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/TBBT-243x300.png\" alt=\"\" width=\"243\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-104109\" class=\"wp-caption-text\">Graphische Bearbeitung: DjayK<\/p><\/div>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO hat ein Faible f\u00fcr Trash. Dem Begriff <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\"><em>Trash<\/em><\/a> haftet der Hauch der Verruchtheit und des Nonkonformismus an. In Musik, Kunst oder Film gilt Trash als Bewegung, die im Klandestinen stattfindet und an der nur ein exklusiver Kreis nonkonformistischer Aussenseiter partizipiert. Dieser angeschmutzte Realismus entzieht sich der Rezeption in einer \u00f6ffentlichen Institution. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch den Artikel <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> \u00fcber 25 Jahre Gossenhefte. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf KUNO besch\u00e4ftigen wir uns mit dem Trivialmythen-Konzept von Roland Barthes, dessen Titel Mythen des Alltags sowohl die Trivialkultur selbst als auch eine Theorie der Trivialkultur darstellt. 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