{"id":104038,"date":"2024-02-09T00:01:26","date_gmt":"2024-02-08T23:01:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=104038"},"modified":"2022-12-29T15:39:12","modified_gmt":"2022-12-29T14:39:12","slug":"liebe-in-den-lueften","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/02\/09\/liebe-in-den-lueften\/","title":{"rendered":"liebe in den l\u00fcften"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2017 waren von julia kulewatz, die in erfurt und berlin lebt, phantasievolle kurzgeschichten unterm titel \u00bbVom lustvollen Seufzen des Sudank\u00e4fers\u00ab und 2019 \u00bbJenseits BlassBlau\u00ab erschienen, in denen man traumundm\u00e4rchenhafte zwischenwelten findet, die auch abgr\u00fcndiges enthalten. novalis schrieb: \u00bbDas Denken ist nur ein Traum des F\u00fchlens, ein erstorbenes F\u00fchlen, ein blassgraues, schwaches Leben.\u00ab, friedrich nietzsche: \u00bbGedanken sind die Schatten unsrer Empfindungen.\u00ab es war f\u00fcr mein verst\u00e4ndnis ihrer gedichte nicht ung\u00fcnstig, da\u00df ich ihre prosa vor ihrer lyrik las, weil ich dadurch ihre motivwelt kannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der schriftsteller bernhard hennen erkl\u00e4rt im geleitwort zu \u00bbJenseits BlassBlau\u00ab: \u00bbDie hier versammelten Kurzgeschichten sprechen mit der Weisheit siebenj\u00e4hriger Kinder, lassen die Liebe durchsichtig werden und erwecken zartgr\u00fcne Jungfrauen aus den Leibern uralter Drachen, die \u00fcber die Menschen wachen.\u00ab autoren der deutschen romantik, die praktisch alle kunstm\u00e4rchen schrieben, e.t.a. hoffmann, joseph von eichendorff, wilhelm hauff, clemens brentano, achim von arnim, adelbert von chamisso, ludwig tieck oder wilhelm wackenroder, lie\u00dfen aus hexen wieder feen werden. manche texte der kulewatz spielen in urzeiten. sie sagt, da\u00df sie ihre geschichten meist unter einem baum sitzend schreibt, wom\u00f6glich unterm weltenbaum, der das h\u00f6chste und tiefste, himmel und unterwelt, mit der erdigen irdischen mitte verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">hennen meint: \u00bbF\u00fcr mich ist Kulewatz die Poetin der deutschen Phantastik.\u00ab bei worten, die man als marketingbegriffe auffassen und benutzen kann, bleibt vorsicht geboten. ich ordne ihre kurzprosa keiner genrehaften, oder gar modischen, literatur zu, sondern sehe mehr die pr\u00e4historischen und mythischen urspr\u00fcnge sowie ph\u00e4nomenologischen dimensionen darin, die man auch in ihrer lyrik findet. freilich lassen sich erz\u00e4hlungen von edgar allan poe, franz kafka, julio cort\u00e1zar oder jorge luis borges zur literarischen phantastik z\u00e4hlen, aber nicht im sinne eines schemas, einer schablone. phantasie ist mehr als phantastik, gesteigerte realit\u00e4t, wie der mythos erh\u00f6hte naturwahrnehmung und kreativit\u00e4t potenzierte gestaltung. die prosatexte sind erz\u00e4hlerisch b\u00fcndig und abgerundet. die gedichte wirken st\u00e4rker experimentell und manchmal kantig. mit ihrer lyrik, bei der mitunter stachel aus den texten ragen, benennt und poetisiert sie konflikte und seelische verletzungen direkter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der lyrikband enth\u00e4lt 30 gedichte. der leser begegnet einer jungen sprachundsymbolkundigen dichterin mit eigener poetischer stimme, die sie zugleich immer wieder variiert. denn julia kulewatz ist wandelbar. bereits der name ihrer verlags, \u00bbkulja! publishing\u00ab und der \u00bbkulibri\u00ab, das wappentier des verlags, ein kolibri mit buch auf dem r\u00fccken, lateinisch libri = b\u00fccher, libert\u0101s = g\u00f6ttin der freiheit, zeigen ihr sprachspiel als teil der sinnlichkeit ihrer lyrik. der kolibri, deutsch auch hummelvogel, franz\u00f6sisch fliegenvogel, erscheint pl\u00f6tzlich, geheimnisvoll und zauberhaft wie g\u00f6ttinnen und g\u00f6tter. der kleinste kolibri hei\u00dft bienenelfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">buchstaben sind wie wimmelnde ameisen, die wir zu einem volk, oder wenigstens einer gruppe, aus s\u00e4tzen zusammensetzen. und in den worten, lebendigen wesen, klingen sie dann gemeinsam und lassen die sprache durch ankl\u00e4nge und anspielungen metaphern und gedanken bilden, und darin bedeutungen und sinn. julia kulewatz ist ebenfalls ein sprachklangname. mit dem klang der worte nutzt sie, hellh\u00f6rig nach innen und au\u00dfen, also auch sich selbst gegen\u00fcber, die musikalit\u00e4t der sprache, wobei sie oft, assoziativ wahrnehmend, phonetischen \u00e4hnlichkeiten folgt. manchmal greift sie auf wortwurzeln zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ich dachte beim lesen an sprachklang und wortspiel bei jean paul, barthold heinrich brockes und arno schmidt sowie fran\u00e7ois rabelais und dessen \u00fcbersetzer ins deutsche johann fischart. vor allem gibt es beziehungen zur lyrik der moderne. sicher kennt julia kulewatz die sprachexperimentellen texte von hugo ball, hans arp, kurt schwitters, ernst jandl, friederike mayr\u00f6cker, daniil charms und welimir chlebnikow, dichter, die zu klangurspr\u00fcngen der sprache zur\u00fcckkehrten, eventuell auch des wortmalers julian tuwin und der translingualen lyrikerin und essayistin uljana wolf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ingeborg bachmann fragte, ob sie die \u00bbLibido eines Vokals\u00ab und \u00bbdie Liebhaberwerte unserer Konsonanten\u00ab ermitteln solle. auf jeden fall, selbst wenn man wei\u00df, da\u00df poetisches spiel und liebesspiel verwandt, aber nicht dasselbe sind. bei arthur schopenhauer hei\u00dft es, die konsonanten seien das skelett und die vokale das fleisch der w\u00f6rter. karl kraus erkannte: \u00bbDie Sprache tastet wie die Liebe im Dunkeln der Welt einem verlorenen Urbild nach. Man macht nicht, man ahnt ein Gedicht.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">das lyrische ich der julia kulewatz tanzt spielerisch, wie im wind, mit und zwischen sprachklang und wortsinn, so in \u00bbOrkanide\u00ab: \u00bbDes Nachts verseuchst du l\u00fcstern fl\u00fcsternd Menschentr\u00e4ume, \/ Saust seufzend weh-mir-wehend empor, \/ Keuschheit keuchend an mein Ohr\u00ab, oder in \u00bbHyperborea\u00ab, dem sagenhaften paradiesischen land im norden, aus dem zyklus \u00bbAnemoi\u00ab, was griechische windg\u00f6tter bezeichnet, darunter gefl\u00fcgelte menschen: \u00bbAlterslos umtost \/ Umspielen Menschenm\u00fcnder \/ Muschelt\u00f6ne wehender \/ M\u00e4hnenm\u00e4nner \/ Geschwind \/ Galoppierender \/ Gegenwind\u00ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">spielerisches und experimentelles schreiben ist ausdruck poetischen, sprachlichen, seelischen und geistigen jungseins. johann gottfried herder schrieb: \u00bbJe lebendiger eine Sprache, je n\u00e4her sie ihrem Ursprunge und also noch in den Zeiten der Jugend und des Wachstums ist: desto ver\u00e4nderlicher.\u00ab und diese urspr\u00fcngliche sprache sei eine sammlung von elementen der poesie, nachahmung der t\u00f6nenden, handelnden, sich regenden natur. \u00bbJe dunkler nun die Sinne sind, desto mehr flie\u00dfen sie ineinander.\u00ab julia kulewatz nimmt syn\u00e4sthetisch wahr sowie empfindet und denkt in metamorphosen und synthesen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">herder betonte, da\u00df die sprache t\u00f6nt, indem sie laute in worte \u00fcbergehen l\u00e4\u00dft, die \u00bbaus wilden T\u00f6nen freier Organe\u00ab entstanden. \u00bbSo viel Gattungen von F\u00fchlbarkeit in unsrer Natur schlummern, so viel auch Tonarten.\u00ab viele tiernamen sind nachahmungen von tierlauten, nicht allein in der kindersprache und bei v\u00f6geln. da der mensch tierlaute zu tiernamen machte, klingt es heute, als w\u00fcrden tiere, vermenschlicht, ihren namen rufen. manche v\u00f6gel singen lautpoesie, besonders jene, die stimmen, ges\u00e4nge, laute und ger\u00e4usche nachahmen k\u00f6nnen, wie stare, grasm\u00fccken, gelbsp\u00f6tter, amseln, leierschw\u00e4nze, laubenv\u00f6gel, h\u00e4her, raben, kr\u00e4hen, elstern, dohlen oder papageien. das gr\u00f6\u00dfte nachahmungsverm\u00f6gen hat wohl der afrikanische graupapagei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">mitunter \u00e4hneln metaphern bei julia kulewatz kolibris oder eisv\u00f6geln, die metallisch schillernd im licht leuchten. der eisvogel, dessen existenz heute bedroht ist, wurde deutsch fliegender diamant oder pfeifender edelstein genannt. oder sie wirken wie wetterleuchten und blitzzucken, je nachdem ob fern oder nahe, oder gleichen den farben funkelnder und gl\u00e4nzender steine. es soll diamantplaneten geben. wir leben in einer welt von funkelnden splittern, die auch als verstreute funken gedacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">man bemerkt schnell, da\u00df sie einen nat\u00fcrlichen zugang zum mythischen, magischen, m\u00e4rchenhaften findet, was wohl auf urgr\u00fcnde, grunderfahrungen und fr\u00fche sch\u00f6pfungen ihrer seele zur\u00fcckgeht, die sie verinnerlicht hat. novalis sp\u00fcrte: \u00bbDer Sitz der Seele ist da, wo sich Innenwelt und Au\u00dfenwelt ber\u00fchren. Wo sie sich durchdringen, ist er in jedem Punkt der Durchdringung.\u00ab sie verpflanzt in ihren texten momente, personen, figuren und gegenst\u00e4nde verschiedener zeiten und orte, setzt sie neu zusammen und schiebt sie ineinander. man sp\u00fcrt beim lesen ihre neugier aufs \u00fcberraschende, ungew\u00f6hnliche, geheimnisvolle und seltsame, zu dem auch sehr kleine dinge und tiere geh\u00f6ren. es f\u00e4llt \u00fcberhaupt auf, da\u00df sich kreative menschen oft zum subtilen und filigranen winzigen, mikroskopischen hingezogen f\u00fchlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die dichterin wurde im sturmmonat oktober geboren. eine bauernregel sagt: \u00bbBringt Oktober Frost und Wind, wird der Januar gelind.\u00ab der januar ist der t\u00fcr\u00f6ffner des jahres, benannt nach janus, dem r\u00f6mischen gott der einundausg\u00e4nge. der buchtitel \u00bbOrkaniden\u00ab, das wort stammt von ihr, bezieht sich auf windundsturmgedichte insgesamt, die meist auch liebesgedichte sind. \u00bbOrkanide\u00ab, ein zentrales gedicht, beschreibt den wind oder sturm vor allem als l\u00fcstern, enthemmt und ungest\u00fcm: \u00bbUmkreist j\u00e4hzornig jauchzend \/ Sturmschlosses Zinnen, \/ W\u00fctest, Windkind, An mir \/ Und meinen schwindelnden Sinnen, \/ Atme Angst.\u00ab gaston bachelard sprach von \u00bbTierstimmen des Orkans\u00ab. bei ingeborg bachmann gibts einen windwolf. bei christian morgenstern knattern und rattern die winde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">emile m. cioran \u00e4u\u00dferte: \u00bbWenn Du niemals bedauert hast, keine Fl\u00fcgel zu haben, um die Natur nicht mit den grausamen Schritten der Menschen zu sch\u00e4nden, hast Du diese Erde nie geliebt.\u00ab mircea eliade sah im magischen flug die durchbrechung der welt der t\u00e4glichen erfahrung und erl\u00e4uterte, dieser \u00fcbergang, oder \u00fcberflug, ins freie und transzendente sei nicht \u00bbdurch die Geschwindigkeit des Fluges, die dramatische Intensit\u00e4t der Luftreise gekennzeichnet, sondern durch die Tatsache, da\u00df <em>die Schwere<\/em> <em>aufgehoben ist<\/em>.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">elias canetti wies darauf hin, da\u00df die winde zu den \u00e4ltesten gestalten des mythos geh\u00f6rten. fr\u00fcher bat man g\u00f6tter um guten wind. in mythen waren windundsturmg\u00f6tter fast immer m\u00e4nnlich. ausnahmen, bleiben wir im orientalischen und europ\u00e4ischen kulturraum, sind die \u00e4gyptische g\u00f6ttin amaunet, die gottesmutter der urzeit, die man \u00bbMutter, die Vater war.\u00ab nannte, in ptolem\u00e4ischer zeit verk\u00f6rperte sie die luft und den belebenden nordwind, die sumerischen, akkadischen, babylonischen und assyrischen windundsturmg\u00f6ttinnen nimlil und lilitu, deren name windgeist bedeutet und die herrin der luft und der winde hie\u00df, und die j\u00fcdische windg\u00f6ttin lilith, bekannter als erste frau adams, die sp\u00e4ter zur d\u00e4monin verdammt wurde und modern von frauen rehabilitiert wird, aura, die griechische g\u00f6ttin der morgenbrise, und die aurai, nymphen der sanften brise, dogoda, die polnische g\u00f6ttin des sturms und westwinds, der liebe und der sanftmut, sowie die finnischen windg\u00f6ttinnen tuuletar und tuulikki, die wohl vom ural nach finnland geweht wurden.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>annelie freese schreibt im vorwort: \u00bbDer Wind s\u00e4uselt, wispert, haucht, weht, bebt, saust, tost und st\u00fcrmt. Zugleich kann in ihm geflogen, getanzt und geschwebt werden.\u00ab mit dem wind l\u00e4\u00dft sich \u00fcber vorhandenes nicht nur hinausgehen, sondern hinausfliegen. jean paul kannte kinder mit gefl\u00fcgelter phantasie. fliegen ist freiheit, die kein pathos braucht. denn pathos verfliegt sich oft. viele g\u00f6tter konnten fliegen, so hermes, der g\u00f6tterbote, schelm und gott der tr\u00e4ume. hans arp schrieb: \u00bb<em>sendet sofort<\/em> die schnellsten boten zu den traumwolken.\u00ab, \u00bbschwarze winde h\u00e4ngen wie ketten von den sternen.\u00ab und \u00bbdie engel landen in k\u00f6rben aus luft.\u00ab jean paul nannte musik poesie der luft.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">nach traditioneller vorstellung empfing das weibliche passiv, bis hin zur windbefruchtung. bei julia kulewatz sind die sturmfiguren weiblich, sinnlich, mutig und aktiv. es d\u00fcrfte kein zufall sein, da\u00df die selbstbefreiung und emanzipation der frauen und des weiblichen und jene der sinne und der lust, oder wenigstens deren beginn, nach 8000 jahren patriarchat zeitlich etwa zusammenfallen. das nachwort von bianca katharina mohr res\u00fcmiert: \u00bbEin Sturm verhei\u00dft Ver\u00e4nderungen, die zun\u00e4chst bedrohlich wirken, jedoch ebenso reinigend und heilsam sein k\u00f6nnen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">wirklich fliegend lieben sich libellen, jeder in seinem element, oder beginnen zumindest im flug damit, bevor sie sich zur fortsetzung niedersetzen, siehe das gedicht \u00bbUne Libellule\u00ab, das den band beendet. so beginnt die paarung der blutroten heidelibelle fliegend und endet sitzend. bei der blaugr\u00fcnen mosaikjungfer f\u00e4ngt es am wasser an und endet oft in baumkronen. hier sind die elemente wasser und luft in der liebe verbunden. lateinisch libella, libellula = libelle ist abgeleitet von libella = (bleioderwasser)waage, das auf l\u012bbra = (wasser)waage, gleichgewicht, sternbild waage zur\u00fcckgeht. libellen fliegen waagerecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">neben dem wind, sturm, orkan erscheint das ebenfalls intensive wasser als symbol unb\u00e4ndiger freiheit und der sehnsucht danach. wasser belebt, berauscht, rei\u00dft mit und ist zudem ein element der wandlung und des eintauchens ins imigin\u00e4re, gegenweltliche, untergr\u00fcndige. in der tiefe der meere existieren die sonderbarsten wesen, und wohl auch die \u00e4ltesten. morgenstern erkl\u00e4rte: \u00bbWir leben doch alle auf dem Meeresgrund (dem Grund des Luftmeeres) \u2013 Vineta.\u00ab in der fr\u00fchen erz\u00e4hlung \u00bbDissoziation\u00ab von julia kulewatz hei\u00dfts: \u00bbIm Wasser l\u00f6sen sich \u00c4ngste, dort m\u00fcssen sie sterben, ertrinken, dort, im kalten Nass, durch k\u00fchle kleine kindliche H\u00e4nde, die ber\u00fchren wollen, ber\u00fchren m\u00fcssen: zaghaft, gef\u00fchlvoll, endlos.\u00ab bewahrtes kindliches empfinden, ja urempfinden, findet man bei ihr \u00f6fter. vitalit\u00e4t und zartheit kommen zusammen. novalis empfand: \u00bbWer Schmetterlinge lachen h\u00f6rt, der wei\u00df, wie Wolken schmecken.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">in \u00bbTausendarmige G\u00f6ttin\u00ab, das einem gebet gleicht, wird aus \u00bbOh tausendarmige G\u00f6ttin, \/ Sag, wo werden wir liegen?\u00ab, was das liegen im grab assoziiert, zum schlu\u00df \u00bbOh tausendarmige G\u00f6ttin, \/ Sag, wo werden wir lieben?\u00ab die tausendarmige g\u00f6ttin ist als universale g\u00f6ttin vom typ der gro\u00dfen mutter nicht nur barmherzig, helfend und erl\u00f6send, sondern auch herrisch, schrecklich und grausam. alle strophen dieses gedichts enthalten, zwischen platanen und tigerlotus, todessymbolische bilder sowie solche seelischer und k\u00f6rperlicher gewalt und verletzung aus verschiedenen kulturen. das bild von jantien sturm, passender name, im buch vor diesem gedicht zeigt die fesselung einer jungen frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">egon friedell bekannte: \u00bbnur die Dinge, an denen wir am tiefsten leiden \u2212 nur die geh\u00f6ren zu uns.\u00ab das nachwort von bianca katharina mohr vermerkt, analyse und einf\u00fchlung verbindend: \u00bbEs kristallisiert sich heraus, dass all der Schmerz, der aus den Zeilen spricht, nicht beendet werden kann, indem man ihn sprichw\u00f6rtlich zur letzten Ruhe im Grab bettet. Stattdessen besteht die Aufgabe eines jeden Einzelnen darin, den Schmerz zu integrieren und dadurch zu transformieren. Das lyrische Ich k\u00f6nnte als jemand verstanden werden, der den Schmerz und das Wissen vieler Leben in sich tr\u00e4gt, oder aber als viele Personen, die gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven zu der G\u00f6ttin sprechen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">liebe nimmt jenen schmerz auf, den man als das eigenste und fremdeste zugleich empfindet, macht frei davon und wird, wenn die schmerzarbeit gelingt, st\u00e4rker, paradox wie vieles wesentliche. all\u00fcberall ambivalenzen. wo an der einen kreuzung des lebensweges liebe entflammt, beginnt an der andern der tod, oder beides an der gleichen kreuzung. novalis formulierte: \u00bbDie Poesie heilt die Wunden, die der Verstand schl\u00e4gt.\u00ab arp sah: \u00bbdie luft ist voller wunden \/ und in den wunden nisten schatten\u00ab und: \u00bbdie brust des lichtes st\u00fcrzt ein \/ aber im sommer wachsen den toten wieder fl\u00fcgel.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">das gedicht \u00bbM\u00e4nner mit Namen Hans\u00ab verweist auf ingeborg bachmanns erz\u00e4hlung \u00bbUndine geht\u00ab, die beginnt mit: \u00bbIhr Menschen! Ihr Ungeheuer! Ihr Ungeheuer mit dem Namen Hans! Mit diesem Namen, den ich nie vergessen kann.\u00ab die bachmann rechnete hier mit m\u00e4nnern ab. in ihrem gedicht \u00bbBruderschaft\u00ab lesen wir: \u00bbAlles ist Wundenschlagen, \/ und keiner hat keinem verziehn. \/ Verletzt wie du und verletzend, \/ lebte ich auf dich hin. \/\/ Die reine, die Geistber\u00fchrung, \/ um jede Ber\u00fchrung vermehrt, \/ wir erfahren sie alternd, \/ ins k\u00e4lteste Schweigen gekehrt.\u00ab da war sie, knapp \u00fcber 30, schon desillusioniert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">julia kulewatz ruft in ihrem hans-gedicht m\u00e4rchenwelten auf, von \u00bbH\u00e4nschenklein\u00ab \u00fcber \u00bbHans guck in die Luft\u00ab und \u00bbHans, mein Igel\u00ab bis zu \u00bbHans im Gl\u00fcck\u00ab und \u00bbEisenhans\u00ab, dem wilden mann. der text enth\u00e4lt subtile anspielungen, die, zumal wenn sie komische momente enthalten, entspannen k\u00f6nnen. und er endet mit: \u00bbF\u00fcrchte dich, Hans! \/ Vor Wiederholung, \/ Vor Aufl\u00f6sung \/ Und vor Ohne-Namen-Sein, \/ Auf der Lichtung liebend, \/ Und in Wassern, \/ Undine kommt.\u00ab das lyrische ich verkleinert hans erst m\u00e4rchenhaft, ehe es ihm wild, frech, verf\u00fchrerisch und liebend begegnet, um ihn, vom m\u00e4rchenschicksal befreit, anders gro\u00df zu machen. \u00bbLiebe ist die F\u00e4higkeit, \u00c4hnliches an Un\u00e4hnlichem wahrzunehmen.\u00ab, bemerkte theodor w. adorno.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">zum schlu\u00df des gedichts wird das wasser, aphrodite kommt aus dem meer, und adonis verliebt sich in sie, als wasser seine lippen ber\u00fchrt, zum element der liebe, \u00e4hnlich wie bei novalis: \u00bbWie wenige haben sich noch in die Geheimnisse des Fl\u00fcssigen vertieft, und manchem ist diese Ahnung des h\u00f6chsten Genusses und Lebens wohl nie in der trunkenen Seele aufgegangen.\u00ab \u00bbDie Berauschten f\u00fchlen nur zu gut diese \u00fcberirdische Wonne des Fl\u00fcssigen, und am Ende sind alle angenehme Empfindungen in uns mannigfache Zerflie\u00dfungen, Regungen jener Urgew\u00e4sser in uns.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die gedichte der kulewatz beschreiben und reflektieren gef\u00fchlslagen vom begehrenden versinken und versinkenden begehren bis zu ironischer distanz und distanzierter ironie. der chorus in \u00bbSocial Plastic\u00ab lautet: \u00bbMerke: Filament, Filament, \/ und der Algorithmus spricht. \/ Mensch \u00e4rgere dich nicht!\u00ab lateinisch filamentum bedeutet fadenwerk, filum faden, lebensfaden. klingt hier der lebensfaden der parzen an, also etwas schicksalhaftes? das spiel \u00bbMensch \u00e4rgere dich nicht!\u00ab wird mit w\u00fcrfeln gespielt, die einst zu orakeln geh\u00f6rten. \u00fcbernehmen heute algorithmen diese funktion? das nachwort erkl\u00e4rt: \u00bbDer Chorus fasst zusammen, was im gesamten Gedicht an Kritik mitschwingt: Eine Gesellschaft, die zunehmend alles Nat\u00fcrliche zerst\u00f6rt und sprichw\u00f6rtlich abschafft, um es durch k\u00fcnstlich erzeugte Produkte und berechnende Algorithen zu ersetzen.\u00ab die sprache dieses gedichts ist n\u00fcchterner, h\u00e4rter und begrifflicher als die anderer gedichte. damit bildet julia kulewatz, die von einer \u00bbPlastizierenden Gesellschaft\u00ab spricht, sprachlich einen zustand der realit\u00e4t ab. vielleicht werden sp\u00e4tere arch\u00e4ologen und historiker, wenn sie unsere \u00fcberreste finden und kommentieren, von der \u00bbPlastikzeit\u00ab reden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">es gibt einen sch\u00f6nen zusammenklang der vier am buch beteiligten frauen. kaum jemand, au\u00dfer dem dichter, oder der dichterin, selbst, kennt gedichte so gut, wie ein nachdichter oder \u00fcbersetzer, der m\u00f6glichst, indem er sich einf\u00fchlt und hineindenkt, jedes wort genau verstehen und jede metapher richtig deuten mu\u00df. bianca katharina mohr \u00fcbertrug die gedichte frei ins englische und nennt ihre \u00fcbersetzungen adaption. beim vergleich zweier oder mehrerer nachdichtungen eines gedichts, etwa shakespeares, durch verschiedene \u00fcbersetzer f\u00e4llt auf, da\u00df h\u00e4ufig jene die besten sind, die weniger w\u00f6rtlich \u00fcbersetzen, sondern die inhalte mit eigenen bildern und gedanken \u00fcbertragen und so dem original nahe kommen, also wirkliche nach-dichter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die bilder mit feder und tusche von jantien sturm, urgro\u00dfnichte von karl may, \u00fcber den kein geringerer als arno schmidt geschrieben hat, entsprechen der vitalen und sensiblen natur der gedichte. zugleich sind sie ebenfalls dem m\u00e4rchenundtraumhaften nahe und wirken urweiblich. und das urweibliche ist urpoetisch. auf seite 20 sehen wir einen frauenreigen, einen kreis mit drei frauen, die sich, eng beieinander, wie schwebend bewegen. dabei scheinen sie mit ihren k\u00f6rpern gemeinsam eine h\u00f6hle zu bilden, die sie birgt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">betrachter, die das bild sahen, dachten an kreise bildende synchron fliegende fallschirmspringerinnen oder synchronschwimmerinnen, die dann offenbar durch die luft schwimmen. mit der deutung fallschirmspringerinnen k\u00f6nnte ich mich anfreunden. doch wenns als wettbewerb stattfindet, das hei\u00dft leistungsorientiert mit troph\u00e4en und konfetti, w\u00e4rs wieder algorithmisch, und zudem trivial. \u00bbHaben Sie einen Erfolg erlitten?\u00ab, fragte c.g. jung. \u00bbJa, im Fallschirmschwimmen.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der kreis symbolisiert energien des weiblichen, ganzheit, vollkommenheit, umschlie\u00dfung, schutz, geborgenheit. m\u00e4nnliche formen sind eher kantik, eckig, spitz und zackig. bachelard erl\u00e4uterte: \u00bbdie Bilder der <em>vollen Rundung<\/em> verhelfen uns dazu, uns um uns selbst zu versammeln, uns selbst eine urspr\u00fcngliche Verfassung zu geben, unser Dasein innerlich zu best\u00e4tigen, von drinnen aus.\u00ab und: \u00bballes, was rund ist, ruft bekanntlich nach Liebkosung.\u00ab else lasker-sch\u00fcler schrieb im gedicht \u00bbGebet (Meinem teuren Halbbruder, dem blauen Reiter)\u00ab, f\u00fcr franz marc nach dessen tod im krieg: \u00bbO Gott, schlie\u00df&#8216; um mich deinen Mantel fest. \/ Ich wei\u00df, ich bin im Kugelglas der Rest; \/ Und wenn der letzte Mensch die Welt vergie\u00dft, \/ Du mich nicht wieder aus der Allmacht l\u00e4\u00dft \/ Und sich ein neuer Erdball um mich schlie\u00dft.\u00ab tiefenpsychologisch ist der kreis symbol des selbst. wir kennen freilich auch den teufelskreis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">auf dem letzten bild des buches sieht man eine person mit blauen f\u00fc\u00dfen, die denen des blaufu\u00dft\u00f6lpels gleichen. das m\u00e4nnchen pr\u00e4sentiert seine blauen f\u00fc\u00dfe, die nicht blassblau sind, beim paarungsundpaartanz dem weibchen. im gedicht \u00bbK\u00e4ferkind\u00ab hei\u00dft es: \u00bbIm Schutze deines feuchten Scho\u00dfes sitzt frohlockend Fliegen-fressender-Feuerfrosch, wird W\u00e4chter unbetretener Pforten.\u00ab bei hugo ball gibts einen \u00bbGesang der Seepferdchen und Flugfische\u00ab. flugfr\u00f6sche existieren ebenfalls. julia kulewatz hat eine vorliebe f\u00fcr k\u00e4fer und andere insekten, die sicher in ihren k\u00fcnftigen gedichten und erz\u00e4hlungen noch \u00f6fter vorkommen werden, ebenso wie v\u00f6gel. beim lesen dachte ich an den franz\u00f6sischen insektenforscher jean-henri fabre, laut victor hugo der \u00bbHomer der Insekten\u00ab. zugleich findet man bei ihr pflanzen, vor allem blumen, was sie unter anderem mit friederike mayr\u00f6cker verbindet. wurzeln und wurzelgeflechte werden gehirn der pflanzen genannt. der denkende mensch w\u00e4re somit eine umgekehrte pflanze. im gedicht \u00bbNur ein Zigeunerlied\u00ab wissen die kornblumen vom tod und von der liebe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Orkaniden<\/strong>, Sturmgedichte von Julia Kulewatz. kul-ja, 2021<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Orkaniden-e1619613594679.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-83180\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Orkaniden-e1619613594679.jpg\" alt=\"\" width=\"271\" height=\"454\" \/><\/a><\/strong><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen R\u00fcckblick auf die Verlagsgr\u00fcndung von kul-ja finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/10\/19\/der-kulibri-schluepft\/\">hier<\/a>. Ein Verlagsportr\u00e4t von kul-ja findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/05\/07\/kul-ja-schon-cool\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong> 1995 betrachteten wir die Lyrik vor dem Hintergrund der Mediengeschichte als <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/02\/laboratorium-der-poesie\/\"><em>Laboratorium der Poesie<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2005 vertieften wir die Medienbetrachtung mit dem Schwerpunkt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/02\/transmediale-poesie\/\"><em>Transmediale Poesie<\/em><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2192 2015 fragen wir uns in der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/01\/02\/poetologische-positionsbestimmung\/\"><em>Minima poetica<\/em><\/a> wie man mit Elementarteilchen die Gattung Lyrik neu zusammensetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; 2017 waren von julia kulewatz, die in erfurt und berlin lebt, phantasievolle kurzgeschichten unterm titel \u00bbVom lustvollen Seufzen des Sudank\u00e4fers\u00ab und 2019 \u00bbJenseits BlassBlau\u00ab erschienen, in denen man traumundm\u00e4rchenhafte zwischenwelten findet, die auch abgr\u00fcndiges enthalten. novalis schrieb: \u00bbDas Denken&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/02\/09\/liebe-in-den-lueften\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":36,"featured_media":97901,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[94,2399],"class_list":["post-104038","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-holger-benkel","tag-julia-kulewatz"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104038","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/36"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=104038"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104038\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":104354,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/104038\/revisions\/104354"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/97901"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=104038"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=104038"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=104038"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}