{"id":103987,"date":"2022-09-10T00:01:58","date_gmt":"2022-09-09T22:01:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103987"},"modified":"2024-12-17T15:11:26","modified_gmt":"2024-12-17T14:11:26","slug":"sound-of-growing","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/09\/10\/sound-of-growing\/","title":{"rendered":"Sound of Growing"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Willst Du einen Wald vernichten, pflanze Fichten, Fichten, Fichten.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Alte Volksweisheit<\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_103988\" style=\"width: 267px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-103988\" class=\"wp-image-103988 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Rettet_den_Wald-257x300.jpg\" alt=\"\" width=\"257\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-103988\" class=\"wp-caption-text\">Kampagne \u201eRettet den Wald\u201c: Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1985<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bewegen wird uns etwas zur\u00fcck in der Timeline: Der Begriff Waldsterben spiegelte gesellschaftlich die in den 1980er Jahren speziell in der Bundesrepublik Deutschland, \u00d6sterreich und in der Schweiz verbreitete Besorgnis wider, dass der Waldbestand in Gefahr sei und die W\u00e4lder in naher Zukunft gro\u00dffl\u00e4chig vom Absterben bedroht seien. Ab Mitte der 2010er spricht man auch von \u201eneuartigem Baumsterben\u201c, da prim\u00e4r einzelne B\u00e4ume in Gesamtbest\u00e4nden sterben. Der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) pr\u00e4gte eine Differenzierung zwischen \u201eWaldsterben 1.0\u201c und \u201eWaldsterben 2.0\u201c. Darin wurde das durch die Klimakrise bedingte Waldsterben der 2010er Jahre als \u201eWaldsterben 2.0\u201c gegen\u00fcber dem Waldsterben der 80er Jahre abgegrenzt. Sehr trockene Jahre 2018 bis 2022 in Deutschland und Mitteleuropa und die dadurch forcierte Borkenk\u00e4ferplage sorgte f\u00fcr ein Absterben von mehr als 300.000 Hektar Wald, was etwa 2,5\u00a0% der deutschen Waldfl\u00e4che bzw. der Fl\u00e4che des Sauerlands entspricht. Besonders Fichten als Flachwurzler sind durch die bis zu 2 Meter in den Boden tief reichende Trockenheit betroffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Wo aber Gefahr ist, w\u00e4chst \/ Das Rettende auch<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Friedrich H\u00f6lderlin<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Sound of Growing\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/3pVyCkcic4M?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO will nicht in Kulturpessimismus verfallen, sondern eher dem <em>Sound of Growing<\/em> von Kai M\u00f6nnich lauschen. Das Video versucht sich in einer Erfassung der Realit\u00e4t unter Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde. Im Boden der Tr\u00fcmmerfelder, als die sich der Deutsche Wald darstellt, keimt bereits eine neue Form von Natur und diesem Sound versucht M\u00f6nnich nachzulauschen. Die Birke ist der erste Baum, der Gel\u00e4nde gewann, aber man sieht auch das Bergahorn, die Hainbuche, und die Zeder. Je h\u00f6her die Artenvielfalt ist und je besser diese Arten miteinander vergesellschaftet sind, umso geringer ist das Risiko von k\u00fcnftigen Waldsch\u00e4den. Wir erkennen, es gibt kein Totholz, es geht um die Verstrickungen mit dem Moos im w\u00f6rtlichen wie \u00fcbertragenen Sinne. Statt eine weitere Weltanschauung auf den Markt zu werfen, mit der sich viel kritisch be\u00e4ugen l\u00e4sst, ohne etwas zu \u00e4ndern, geht es M\u00f6nnich darum, eine Haltung zu finden. Er bewegt sich auf dem schmalen Grat des richtigen Tons, es ist kein moralischer, sprachlicher sondern leiblicher Drahtseilakt, den er vollzieht, ein Tanz \u00fcber dem Abgrund, in den wir hineinschauen und erkennen m\u00fcssen: das geht uns alle an! Man sollte der Natur die Zeit geben und sich selber \u00fcberlassen. Andernfalls droht der R\u00fcckfall in eine Megalithkultur und nicht etwa das Papier oder die Platine speichern das Wissen, sondern die Runen, welche in die Steine eingelassen wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Planet hat bereits f\u00fcnf Mal ein Artensterben \u00fcberlebt, es wird sich auch diesmal gut ausgehen. Ob der Mensch noch zwingend dazu geh\u00f6rt wird sich noch erweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Willst Du einen Wald vernichten, pflanze Fichten, Fichten, Fichten. 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