{"id":103910,"date":"2022-09-15T00:01:03","date_gmt":"2022-09-14T22:01:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103910"},"modified":"2022-08-14T11:53:23","modified_gmt":"2022-08-14T09:53:23","slug":"aus-der-unmittelbaren-gegenwart","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2022\/09\/15\/aus-der-unmittelbaren-gegenwart\/","title":{"rendered":"Aus der unmittelbaren Gegenwart"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tage, die N\u00e4chte, die Erinnerungen, der Zorn, die \u00c4ngste und die Bem\u00fchungen sie nicht \u00fcberhand nehmen zu lassen, des Lebens Wirklichkeit \u2013 alles wird zu Sprache, zu Gedichten. Peter Paul Wiplinger schreibt das Leben auf, ohne Metaphern, wie er selber sagt, ohne Abstraktionen, ohne poetisch \u00e4sthetische Verzierungen, \u201aungesch\u00f6nt\u2018. Es ist wie es ist, lesen wir. Und so wie es ist, schreibt er es nieder. Die Wahrheit ist ein Thema f\u00fcr Philosophen. Ihm geht es um die Wirklichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wiplinger ist immer ein politischer Mensch gewesen. Alle, die ihn kennen, h\u00e4tten sich sehr gewundert, wenn er, der leidenschaftlich Freiheitsliebende, sich nicht zu den Kriegsereignissen in der Ukraine ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tte. Er tut es im ersten Teil des Bandes Schlag auf Schlag, Seite f\u00fcr Seite und mit geballtem Zorn. Dieser gilt nicht nur den \u201aF\u00fchrern\u2018, <em>nein, alle die gehorsam morden, \/ die skrupellos den Tod bringen, \/ sie sind die Kriegsverbrecher, \/ die Zerst\u00f6rer jeder Zivilisation.<\/em> Und dann <em>nachher \/ wird man wieder sagen \/ wir haben nicht gewusst \/ dass das so schlimm war \/ dass alles zerbombt wurde \/ dass so viele Menschen \/ ihr Zuhause verloren.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerungen aus der fernen Kindheit tauchen auf. Auch damals heulten die Sirenen, und die \u00e4lteren Br\u00fcder waren im Krieg, im Westen der eine, im Osten der andere. \u00dcber fr\u00fche Verluste schreibt er, und wie oft in Wiplingers Lyrik klingen Worte der Verbundenheit mit seiner M\u00fchlviertler Heimat an. Dann kommt das ganz Eigene, Pers\u00f6nliche, Kreat\u00fcrliche zur Sprache. Die Wirklichkeit, der Alltag, die Schlaflosigkeit eines schwerkranken Mannes, der nichts verdr\u00e4ngt, der nicht anders kann als hineinh\u00f6ren und hineinschauen in diesen sich\u00a0 verk\u00fcrzenden Zeitraum.\u00a0 <em>immer wieder tief in sich \/ den abschied sp\u00fcren \/ immer wieder aber auch \/ der hoffnung fernes licht.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob es in diesen Gedichten um den Krieg und seinen Verursacher geht oder um den pers\u00f6nlichen Kampf der eigenen Existenz und den immer wieder m\u00f6glichen Gewinn eines Gl\u00fccksmoments, eines Augenblicks der reinen Freude \u2013 und sei er auch in der Erinnerung angesiedelt \u2013 Wiplingers Gedichte sind authentische, aus der unmittelbaren Gegenwart gesch\u00f6pfte Verse eines Menschen, der sagt was er sieht und h\u00f6rt und erleidet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Einschnitte<\/strong>, Gedichte von Peter Paul Wiplinger. L\u00f6cker-Verlag 2021\u2013202<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-103911 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/Einschnitte_Cover-180x300.jpg\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"300\" \/>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong> Lesen Sie auch die Essays <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=28754\">\u00dcber den Zustand der Liebe in lyrischen Texten<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=14676\">Poetik des Humanen<\/a> \u00fcber Peter Paul Wiplinger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u2192<\/strong>\u00a0Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO weiterhin zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen einer Kultur, dies bezeugte auch der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tage, die N\u00e4chte, die Erinnerungen, der Zorn, die \u00c4ngste und die Bem\u00fchungen sie nicht \u00fcberhand nehmen zu lassen, des Lebens Wirklichkeit \u2013 alles wird zu Sprache, zu Gedichten. 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