{"id":103247,"date":"2003-02-17T00:52:48","date_gmt":"2003-02-16T23:52:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103247"},"modified":"2022-05-29T13:00:55","modified_gmt":"2022-05-29T11:00:55","slug":"kommunismus-philosophie-und-klerisei","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/02\/17\/kommunismus-philosophie-und-klerisei\/","title":{"rendered":"Kommunismus, Philosophie und Klerisei"},"content":{"rendered":"<h4><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4tte ich zur Zeit des Kaisers Nero in Rom privatisiert und etwa f\u00fcr die Oberpostamtszeitung von B\u00f6otien oder f\u00fcr die unoffizielle Staatszeitung von Abdera die Korrespondenz besorgt, so w\u00fcrden meine Kollegen nicht selten dar\u00fcber gescherzt haben, da\u00df ich z.B. von den Staatsintrigen der Kaiserin-Mutter gar nichts zu berichten wisse, da\u00df ich nicht einmal von den gl\u00e4nzenden Diners rede, womit der jud\u00e4ische K\u00f6nig Agrippa das diplomatische Korps zu Rom jeden Samstag regaliere, und da\u00df ich hingegen best\u00e4ndig von jenen Galil\u00e4ern spr\u00e4che, von jenem obskuren H\u00e4uflein, das, meistens aus Sklaven und alten Weibern bestehend, in K\u00e4mpfen und Visionen sein bl\u00f6dsinniges Leben vertr\u00e4ume und sogar von den Juden desavouiert werde. Meine wohlunterrichteten Kollegen h\u00e4tten gewi\u00df ganz besonders ironisch \u00fcber mich gel\u00e4chelt, wenn ich vielleicht von dem Hoffeste des C\u00e4sars, wobei Se. Majest\u00e4t h\u00f6chstselbst die Gitarre spielte, nichts Wichtigeres zu berichten wu\u00dfte, als da\u00df einige jener Galil\u00e4er mit Pech bestrichen und angez\u00fcndet wurden und solchergestalt die G\u00e4rten des goldenen Palastes erleuchteten. Es war in der Tat eine sehr bedeutsame Illumination, und es war ein grausamer, echt r\u00f6mischer Witz, da\u00df die sogenannten Obskuranten als Lichter dienen mu\u00dften bei der Feier der antiken Lebenslust. Aber dieser Witz ist zuschanden geworden, jene Menschenfackeln streuten Funken umher, wodurch die alte R\u00f6merwelt mit all ihrer morschen Herrlichkeit in Flammen aufging: die Zahl jenes obskuren H\u00e4ufleins ward Legion, im Kampfe mit ihr mu\u00dften die Legionen C\u00e4sars die Waffen strecken, und das ganze Reich, die Herrschaft zu Wasser und zu Lande, geh\u00f6rt jetzt den Galil\u00e4ern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist durchaus nicht meine Absicht, hier in homiletische Betrachtungen \u00fcberzugehen, ich habe nur durch ein Beispiel zeigen wollen, in welcher siegreichen Weise eine sp\u00e4tere Zukunft jene Vorneigung rechtfertigen d\u00fcrfte, womit ich in meinen Berichten sehr oft von einer kleinen Gemeinde gesprochen, die, der Ecclesia pressa des ersten Jahrhunderts sehr \u00e4hnlich, in der Gegenwart verachtet und verfolgt wird und doch eine Propaganda auf den Beinen hat, deren Glaubenseifer und d\u00fcsterer Zerst\u00f6rungswille ebenfalls an galil\u00e4ische Anf\u00e4nge erinnert. Ich spreche wieder von den Kommunisten, der einzigen Partei in Frankreich, die eine entschlossene Beachtung verdient. Ich w\u00fcrde f\u00fcr die Tr\u00fcmmer des Saint-Simonismus, dessen Bekenner, unter seltsamen Aush\u00e4ngeschildern, noch immer am Leben sind, sowie auch f\u00fcr die Fourieristen, die noch frisch und r\u00fchrig wirken, dieselbe Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen; aber diese ehrenwerten M\u00e4nner bewegt doch nur das Wort, die soziale Frage als Frage, der \u00fcberlieferte Begriff, und sie werden nicht getrieben von d\u00e4monischer Notwendigkeit, sie sind nicht die pr\u00e4destinierten Knechte, womit der h\u00f6chste Weltwille seine ungeheuren Beschl\u00fcsse durchsetzt. Fr\u00fch oder sp\u00e4t wird die zerstreute Familie Saint-Simons und der ganze Generalstab der Fourieristen zu dem wachsenden Heere des Kommunismus \u00fcbergehen und, dem rohen Bed\u00fcrfnisse das gestaltende Wort leihend, gleichsam die Rolle der Kirchenv\u00e4ter \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche Rolle spielt bereits Pierre Leroux, den wir vor elf Jahren in der Salle Taitbout als einen der Bisch\u00f6fe des Saint-Simonismus kennenlernten. Ein vortrefflicher Mann, der nur den Fehler hatte, f\u00fcr seinen damaligen Stand viel zu tr\u00fcbsinnig zu sein. Auch hat ihm Enfantin das sarkastische Lob erteilt: \u00bbDas ist der tugendhafteste Mensch nach den Begriffen der Vergangenheit.\u00ab Seine Tugend hat allerdings etwas vom alten Sauerteig der Entsagungsperiode, etwas verschollen Stoisches, das in unsrer Zeit ein fast befremdlicher Anachronismus ist und gar, den heitern Richtungen einer pantheistischen Genu\u00dfreligion gegen\u00fcber, als eine honorable L\u00e4cherlichkeit erscheinen mu\u00dfte. Auch ward es diesem traurigen Vogel am Ende sehr unbehaglich in dem gl\u00e4nzenden Gitterkorb, worin so viele Goldfasanen und Adler, aber noch mehr Sperlinge flatterten, und Pierre Leroux war der erste, der gegen die Doktrin von der neuen Sittlichkeit protestierte und sich mit einem fanatischen Anathema von der fr\u00f6hlich bunten Genossenschaft zur\u00fcckzog. Hierauf unternahm er, in Gemeinschaft mit Hippolyte Carnot, die neuere \u00bbRevue encyclop\u00e9dique\u00ab, und die Artikel, die er darin schrieb, sowie auch sein Buch \u00bbDe l&#8217;humanit\u00e9\u00ab bilden den \u00dcbergang zu den Doktrinen, die er jetzt, seit einem Jahre, in der \u00bbRevue ind\u00e9pendante\u00ab niederlegte. Wie es jetzt mit der gro\u00dfen \u00bbEnzyklop\u00e4die\u00ab aussieht, woran Leroux und der vortreffliche Reynaud am t\u00e4tigsten wirken, dar\u00fcber kann ich nichts Bestimmtes sagen. Soviel darf ich behaupten, da\u00df dieses Werk eine w\u00fcrdige Fortsetzung seines Vorg\u00e4ngers ist, jenes kolossalen Pamphlets in drei\u00dfig Quartb\u00e4nden, worin Diderot das Wissen seines Jahrhunderts res\u00fcmierte. In einem besondern Abdruck erschienen die Artikel, welche Leroux in seiner \u00bbEnzyklop\u00e4die\u00ab gegen den Cousinschen Eklektizismus oder Eklektismus, wie die Franzosen das Unding nennen, geschrieben hat. Cousin ist \u00fcberhaupt das schwarze Tier, der S\u00fcndenbock, gegen welchen Pierre Leroux seit undenklicher Zeit polemisiert, und diese Polemik ist bei ihm zur Monomanie geworden. In den Dezemberheften der \u00bbRevue ind\u00e9pendante\u00ab erreicht sie ihren rasend gef\u00e4hrlichsten und skandalosesten Gipfel. Cousin wird hier nicht blo\u00df wegen seiner eigenen Denkweise angegriffen, sondern auch b\u00f6sartiger Handlungen beschuldigt. Diesmal l\u00e4\u00dft sich die Tugend vom Winde der Leidenschaft am weitesten fortrei\u00dfen und ger\u00e4t aufs hohe Meer der Verleumdung. Nein, wir wissen es aus guter Quelle, da\u00df Cousin zuf\u00e4lligerweise ganz unschuldig ist an den unverzeihlichen Modifizierungen, welche die postume Schrift seines Sch\u00fclers Jouffroy erlitten; wir wissen es n\u00e4mlich nicht aus dem Munde seiner Anh\u00e4nger, sondern seiner Gegner, die sich dar\u00fcber beklagen, da\u00df Cousin aus \u00e4ngstlicher Schonung der Universit\u00e4tsinteressen die Publikation der Jouffroyschen Schrift widerraten und verdrie\u00dflich seine Beih\u00fclfe verweigert habe. Sonderbare Wiedergeburt derselben Erscheinungen, wie wir sie bereits vor zwanzig Jahren in Berlin erlebt! Diesmal begreifen wir sie besser, und wenn auch unsre pers\u00f6nlichen Sympathien nicht f\u00fcr Cousin sind, so wollen wir doch unparteiisch gestehen, da\u00df ihn die radikale Partei mit demselben Unrecht und mit derselben Beschr\u00e4nktheit verl\u00e4sterte, die wir uns selbst einst in bezug auf den gro\u00dfen Hegel zuschulden kommen lie\u00dfen. Auch dieser wollte gern, da\u00df seine Philosophie im sch\u00fctzenden Schatten der Staatsgewalt ruhig gedeihe und mit dem Glauben der Kirche in keinen Kampf geriete, ehe sie hinl\u00e4nglich ausgewachsen und stark \u2013 und der Mann, dessen Geist am klarsten und dessen Doktrin am liberalsten war, sprach sie dennoch in so tr\u00fcb scholastischer, verklausulierter Form aus, da\u00df nicht blo\u00df die religi\u00f6se, sondern auch die politische Partei der Vergangenheit in ihm einen Verb\u00fcndeten zu besitzen glaubte. Nur die Eingeweihten l\u00e4chelten ob solchem Irrtum, und erst heute verstehen wir dieses L\u00e4cheln; damals waren wir jung und t\u00f6richt und ungeduldig, und wir eiferten gegen Hegel, wie j\u00fcngst die \u00e4u\u00dferste Linke in Frankreich gegen Cousin eiferte. Nur da\u00df bei diesem die \u00e4u\u00dferste Rechte sich nicht t\u00e4uschen l\u00e4\u00dft durch die Vorsichtsma\u00dfregeln des Ausdrucks; die r\u00f6misch-katholisch-apostolische Klerisei zeigt sich hier weit scharfsichtiger als die k\u00f6niglich-preu\u00dfisch-protestantische; sie wei\u00df ganz bestimmt, da\u00df die Philosophie ihr schlimmster Feind ist, sie wei\u00df, da\u00df dieser Feind sie aus der Sorbonne verdr\u00e4ngt hat, und um diese Festung wiederzuerobern, unternahm sie gegen Cousin einen Vertilgungskrieg, und sie f\u00fchrt ihn mit jener geweihten Taktik, wo der Zweck die Mittel heiligt. So wird Cousin von zwei entgegengesetzten Seiten angegriffen, und w\u00e4hrend die ganze Glaubensarmee mit fliegenden Kreuzfahnen, unter Anf\u00fchrung des Erzbischofs von Chartres, gegen ihn vorr\u00fcckt, st\u00fcrmen auf ihn los auch die Sansculotten des Gedanken, brave Herzen, schwache K\u00f6pfe, mit Pierre Leroux an ihrer Spitze. In diesem Kampfe sind alle unsre Siegesw\u00fcnsche f\u00fcr Cousin; denn wenn auch die Bevorrechtung der Universit\u00e4t ihre \u00dcbelst\u00e4nde hat, so verhindert sie doch, da\u00df der ganze Unterricht in die H\u00e4nde jener Leute f\u00e4llt, die immer mit unerbittlicher Grausamkeit die M\u00e4nner der Wissenschaft und des Fortschrittes verfolgten, und solange Cousin in der Sorbonne wohnt, wird wenigstens dort nicht wie ehemals der Scheiterhaufen als letztes Argument, als ultima ratio, in der Tagespolemik angewendet werden. Ja, er wohnt dort als Gonfaloniere der Gedankenfreiheit, und das Banner derselben weht \u00fcber dem sonst so verrufenen Obskurantenneste der Sorbonne. Was uns f\u00fcr Cousin noch besonders stimmt, ist die liebreiche Perfidie, womit man die Beschuldigungen des Pierre Leroux auszubeuten wu\u00dfte. Die Arglist hatte sich diesmal hinter die Tugend versteckt, und Cousin wird wegen einer Handlung angeklagt, f\u00fcr die, h\u00e4tte er sie wirklich begangen, ihm nur Lob, volles orthodoxes Lob von der klerikalen Partei gespendet werden m\u00fc\u00dfte: Jansenisten ebensowohl wie Jesuiten predigten ja immer den Grundsatz, da\u00df man um jeden Preis das \u00f6ffentliche \u00c4rgernis zu verhindern suche. Nur das \u00f6ffentliche \u00c4rgernis sei die S\u00fcnde, und nur diese solle man vermeiden, sagte gar salbungsvoll der fromme Mann, den Moli\u00e8re kanonisiert hat. Aber nein, Cousin darf sich keiner so erbaulichen Tat r\u00fchmen, wie man sie ihm zuschreibt; dergleichen liegt vielmehr im Charakter seiner Gegner, die von jeher, um den Skandal zu hintertreiben oder schwache Seelen vor Zweifel zu bewahren, es nicht verschm\u00e4hten, B\u00fccher zu verst\u00fcmmeln oder ganz umzu\u00e4ndern oder zu vernichten oder ganz neue Schriften unter erborgten Namen zu schmieden, so da\u00df die kostbarsten Denkmale und Urkunden der Vorzeit teils g\u00e4nzlich untergegangen, teils verf\u00e4lscht sind. Nein, der heilige Eifer des B\u00fccherkastrierens und gar der fromme Betrug der Interpolationen geh\u00f6rt nicht zu den Gewohnheiten der Philosophen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Victor Cousin ist ein Philosoph, in der ganzen deutschen Bedeutung des Wortes. Pierre Leroux ist es nur im Sinne der Franzosen, die unter Philosophie vielmehr allgemeine Untersuchungen \u00fcber gesellschaftliche Fragen verstehen. In der Tat, Victor Cousin ist ein deutscher Philosoph, der sich mehr mit dem menschlichen Geiste als mit den Bed\u00fcrfnissen der Menschheit besch\u00e4ftigt und durch das Nachdenken \u00fcber das gro\u00dfe Ego in einen gewissen Egoismus geraten. Die Liebhaberei f\u00fcr den Gedanken an und f\u00fcr sich absorbierte bei ihm alle Seelenkr\u00e4fte, aber der Gedanke selbst interessierte ihn zun\u00e4chst wegen der sch\u00f6nen Form, und in der Metaphysik erg\u00f6tzte ihn am Ende nur die Dialektik: von dem \u00dcbersetzer des Plato k\u00f6nnte man, das banale Wort umkehrend, gewisserma\u00dfen behaupten, er liebe den Plato mehr als die Wahrheit. Hier unterscheidet sich Cousin von den deutschen Philosophen: wie den letzteren ist auch ihm das Denken letzter Zweck des Denkens, aber zu solcher philosophischer Absichtslosigkeit gesellt sich bei ihm auch ein gewisser artistischer Indifferentismus. Wie sehr mu\u00df nun dieser Mann einem Pierre Leroux verha\u00dft sein, der weit mehr ein Freund der Menschen als der Gedanken ist, dessen Gedanken alle einen Hintergedanken haben, n\u00e4mlich das Interesse der Menschheit, und der als geborener Ikonoklast keinen Sinn hat f\u00fcr k\u00fcnstlerische Freude an der Form! In solcher geistigen Verschiedenheit liegen genug Gr\u00fcnde des Grolls, und man h\u00e4tte nicht n\u00f6tig gehabt, die Feindschaft des Leroux gegen Cousin aus pers\u00f6nlichen Motiven, aus geringf\u00fcgigen Vorfallenheiten des Tageslebens zu erkl\u00e4ren. Ein bi\u00dfchen unschuldige Privatmalice mag mit unterlaufen; denn die Tugend, wie erhaben sie auch das Haupt in den Wolken tr\u00e4gt und nur in Himmelsbetrachtungen verloren scheint, so bewahrt sie doch im getreusamsten Ged\u00e4chtnisse jeden kleinen Nadelstich, den man ihr jemals versetzt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, der leidenschaftliche Grimm, die Berserkerwut des Pierre Leroux gegen Victor Cousin ist ein Ergebnis der Geistesdifferenz dieser beiden M\u00e4nner. Es sind Naturen, die sich notwendigerweise absto\u00dfen. Nur in der Ohnmacht kommen sie einander wieder nahe, und die gleiche Schw\u00e4che der Fundamente verleiht den entgegengesetzten Doktrinen eine gewisse \u00c4hnlichkeit. Der Eklektizismus von Cousin ist eine feindr\u00e4htige H\u00e4ngebr\u00fccke zwischen dem schottisch plumpen Empirismus und der deutsch abstrakten Idealit\u00e4t, eine Br\u00fccke, die h\u00f6chstens dem leichtf\u00fc\u00dfigen Bed\u00fcrfnisse einiger Spazierg\u00e4nger gen\u00fcgen mag, aber kl\u00e4glich einbrechen w\u00fcrde, wollte die Menschheit mit ihrem schweren Herzensgep\u00e4cke und ihren trampelnden Schlachtrossen dar\u00fcber hinmarschieren. Leroux ist ein Pontifex maximus in einem h\u00f6hern, aber noch weit unpraktischern Stile, er will eine kolossale Br\u00fccke bauen, die, aus einem einzigen Bogen bestehend, auf zwei Pfeilern ruhen soll, wovon der eine aus dem materialistischen Granit des vorigen Jahrhunderts, der andere aus dem getr\u00e4umten Mondschein der Zukunft verfertigt worden, und diesem zweiten Pfeiler gibt er zur Basis irgendeinen noch unentdeckten Stern in der Milchstra\u00dfe. Sobald dieses Riesenwerk fertig sein wird, wollen wir dar\u00fcber referieren. Bis jetzt l\u00e4\u00dft sich von dem eigentlichen System des Leroux nichts Bestimmtes sagen, er gibt bis jetzt nur Materialien, zerstreute Bausteine. Auch fehlt es ihm durchaus an Methode, ein Mangel, der den Franzosen eigent\u00fcmlich ist, mit wenigen Ausnahmen, worunter besonders Charles de R\u00e9musat genannt werden mu\u00df, der in seinen \u00bbEssais de philosophie\u00ab (ein kostbares Meisterbuch!) die Bedeutung der Methode begriffen und f\u00fcr ihre Anwendung ein gro\u00dfes Talent offenbart hat. Leroux ist gewi\u00df ein gr\u00f6\u00dferer Produzent im Denken, aber es fehlt ihm hier, wie gesagt, die Methode. Er hat blo\u00df die Ideen, und in dieser Hinsicht ist ihm eine gewisse \u00c4hnlichkeit mit Joseph Schelling nicht abzusprechen, nur da\u00df alle seine Ideen das befreiende Heil der Menschheit betreffen und er, weit entfernt, die alte Religion mit der Philosophie zu flicken, vielmehr die Philosophie mit dem Gewande einer neuen Religion beschenkt. Unter den deutschen Philosophen ist es Krause, mit dem Leroux die meiste Verwandtschaft hat. Sein Gott ist ebenfalls nicht au\u00dferweltlich, sondern er ist ein Insasse dieser Welt, beh\u00e4lt aber dennoch eine gewisse Pers\u00f6nlichkeit, die ihn sehr gut kleidet. An der immortalit\u00e9 de l&#8217;\u00e2me kaut Leroux best\u00e4ndig, ohne davon satt zu werden; es ist dies nichts als ein perfektioniertes Wiederk\u00e4uen der \u00e4ltern Perfektibilit\u00e4tslehre. Weil er sich gut aufgef\u00fchrt in diesem Leben, hofft Leroux, da\u00df er in einer sp\u00e4tern Existenz zu noch gr\u00f6\u00dferer Vollkommenheit gedeihen werde; Gott stehe alsdann dem Cousin bei, wenn derselbe nicht unterdessen ebenfalls Fortschritte gemacht hat!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pierre Leroux mag wohl jetzt funfzig Jahr alt sein, wenigstens sieht er darnach aus; vielleicht ist er j\u00fcnger. K\u00f6rperlich ist er nicht von der Natur allzu verschwenderisch beg\u00fcnstigt worden. Eine untersetzte, st\u00e4mmige, vierschr\u00f6tige Gestalt, die keineswegs durch die Traditionen der vornehmen Welt einige Grazie gewonnen. Leroux ist ein Kind des Volks, war in seiner Jugend Buchdrucker, und er tr\u00e4gt noch heute in seiner \u00e4u\u00dfern Erscheinung die Spuren des Proletariats. Wahrscheinlich mit Absicht hat er den gew\u00f6hnlichen Firnis verschm\u00e4ht, und wenn er irgendeiner Koketterie f\u00e4hig ist, so besteht diese vielleicht in dem hartn\u00e4ckigen Beharren bei der rohen Urspr\u00fcnglichkeit. Es gibt Menschen, welche nie Handschuhe tragen, weil sie kleine, wei\u00dfe H\u00e4nde haben, woran man die h\u00f6here Rasse erkennt; Pierre Leroux tr\u00e4gt ebenfalls keine Handschuhe, aber sicherlich aus ganz andern Gr\u00fcnden. Er ist ein asketischer Entsagungsmensch, dem Luxus und jedem Sinnenreiz abhold, und die Natur hat ihm die Tugend erleichtert. Wir wollen aber den Adel seiner Gesinnung, den Eifer, womit er dem Gedanken alle niederen Interessen opferte, \u00fcberhaupt seine hohe Uneigenn\u00fctzigkeit als nicht minder verdienstlich anerkennen! und noch weniger wollen wir den rohen Diamanten deswegen herabsetzen, weil er keine gl\u00e4nzende Geschliffenheit besitzt und sogar in tr\u00fcbes Blei gefa\u00dft ist. \u2013 Pierre Leroux ist ein Mann, und mit der M\u00e4nnlichkeit des Charakters verbindet er, was selten ist, einen Geist, der sich zu den h\u00f6chsten Spekulationen emporschwingt, und ein Herz, welches sich versenken kann in die Abgr\u00fcnde des Volksschmerzes. Er ist nicht blo\u00df ein denkender, sondern auch ein f\u00fchlender Philosoph, und<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/L\/Heine-WuB+Bd.+6\">[536]<\/a> sein ganzes Leben und Streben ist der Verbesserung des moralischen und materiellen Zustandes der untern Klassen gewidmet. Er, der gest\u00e4hlte Ringer, der die h\u00e4rtesten Schl\u00e4ge des Schicksals ertr\u00fcge, ohne zu zwinkern, und der wie Saint-Simon und Fourier zuweilen in der bittersten Not und Entbehrung darbte, ohne sich sonderlich zu beklagen: er ist nicht imstande, die K\u00fcmmernisse seiner Mitmenschen ruhig zu ertragen, seine harte Augenwimper feuchtet sich beim Anblick fremden Elends, und die Ausbr\u00fcche seines Mitleids sind alsdann st\u00fcrmisch, rasend, nicht selten ungerecht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich eben einer indiskreten Hinweisung auf Armut schuldig gemacht. Aber ich konnte doch nicht umhin, dergleichen zu erw\u00e4hnen; diese Armut ist charakteristisch und zeigt uns, wie der vortreffliche Mann die Leiden des Volks nicht blo\u00df mit dem Verstande erfa\u00dft, sondern auch leiblich mitgelitten hat und wie seine Gedanken in der schrecklichsten Realit\u00e4t wurzeln. Das gibt seinen Worten ein pulsierendes Lebensblut und einen Zauber, der st\u00e4rker als die Macht des Talentes. \u2013 Ja, Pierre Leroux ist arm, wie Saint-Simon und Fourier es waren, und die providentielle Armut dieser gro\u00dfen Sozialisten war es, wodurch die Welt bereichert wurde, bereichert mit einem Schatze von Gedanken, die uns neue Welten des Genusses und des Gl\u00fcckes er\u00f6ffnen. In welcher gr\u00e4\u00dflichen Armut Saint-Simon seine letzten Jahre verbrachte, ist allgemein bekannt; w\u00e4hrend er sich mit der leidenden Menschheit, dem gro\u00dfen Patienten, besch\u00e4ftigte und Heilmittel ersann f\u00fcr dessen achtzehnhundertj\u00e4hriges Gebreste, erkrankte er selbst zuweilen vor mis\u00e8re, und er fristete sein Dasein nur durch Betteln. Auch Fourier mu\u00dfte zu den Almosen der Freunde seine Zuflucht nehmen, und wie oft sah ich ihn, in seinem grauen, abgeschabten Rocke, l\u00e4ngs den Pfeilern des Palais Royal hastig dahinschreiten, die beiden Rocktaschen schwer belastet, so da\u00df aus der einen der Hals einer Flasche und aus der andern ein langes Brot hervorguckten. Einer meiner Freunde, der ihn mir zuerst zeigte, machte mich aufmerksam auf die D\u00fcrftigkeit des Mannes, der seine Getr\u00e4nke beim Weinschank und sein Brot beim B\u00e4cker selber holen mu\u00dfte. \u00bbWie kommt es\u00ab, frug ich, \u00bbda\u00df solche M\u00e4nner, solche Wohlt\u00e4ter des Menschengeschlechts, in Frankreich darben m\u00fcssen?\u00ab \u2013 \u00bbFreilich\u00ab, erwiderte mein Freund, sarkastisch l\u00e4chelnd, \u00bbdas macht dem gepriesenen Lande der Intelligenz keine sonderliche Ehre, und das w\u00fcrde gewi\u00df nicht bei uns in Deutschland passieren: die Regierung w\u00fcrde bei uns die Leute von solchen Grunds\u00e4tzen gleich unter ihre besondere Obhut nehmen und ihnen lebensl\u00e4nglich freie Kost und Wohnung geben.\u00ab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, Armut ist das Los der gro\u00dfen Menschheitshelfer, der heilenden Denker in Frankreich, aber diese Armut ist bei ihnen nicht blo\u00df ein Antrieb zu tieferer Forschung und ein st\u00e4rkendes Stahlbad der Geisteskr\u00e4fte, sondern sie ist auch eine empfehlende Annonce f\u00fcr ihre Lehre und in dieser Beziehung gleichfalls von providentieller Bedeutsamkeit. In Deutschland wird der Mangel an irdischen G\u00fctern sehr gem\u00fctlich entschuldigt, und besonders das Genie darf bei uns darben und verhungern, ohne eben verachtet zu werden. In England ist man schon minder tolerant, das Verdienst eines Mannes wird dort nur nach seinem Einkommen abgesch\u00e4tzt, und \u00bbHow much is he worth?\u00ab hei\u00dft buchst\u00e4blich: \u00bbWieviel Geld besitzt er, wieviel verdient er?\u00ab Ich habe mit eigenen Ohren angeh\u00f6rt, wie in Florenz ein dicker Engl\u00e4nder ganz ernsthaft einen Franziskanerm\u00f6nch fragte, wieviel es ihm j\u00e4hrlich einbringe, da\u00df er so barf\u00fc\u00dfig und mit einem dicken Strick um den Leib herumgehe. In Frankreich ist es anders, und wie gewaltig auch die Gewinnsucht des Industrialismus um sich greift, so ist doch die Armut bei ausgezeichneten Personen ein wahrer Ehrentitel, und ich m\u00f6chte schier behaupten da\u00df der Reichtum, einen unehrlichen Verdacht begr\u00fcndend, gewisserma\u00dfen mit einem geheimen Makel, mit einer levis nota, die sonst vortrefflichsten Leute behafte. Das mag wohl daher entstehen, weil man bei so vielen die unsaubern Quellen kennt, woraus die gro\u00dfen Reicht\u00fcmer geflossen. Ein Dichter sagte, da\u00df der erste K\u00f6nig ein gl\u00fccklicher Soldat war! \u2013 in betreff der Stifter unsrer heutigen Finanzdynastien d\u00fcrfen wir<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/L\/Heine-WuB+Bd.+6\">[538]<\/a> vielleicht das prosaische Wort aussprechen, da\u00df der erste Bankier ein gl\u00fccklicher Spitzbube gewesen. Der Kultus des Reichtums ist zwar in Frankreich so allgemein wie in andern L\u00e4ndern, aber es ist ein Kultus ohne heiligen Respekt: die Franzosen tanzen ebenfalls um das Goldene Kalb, aber ihr Tanzen ist zugleich Spott, Persiflage, Selbstverh\u00f6hnung, eine Art Cancan. Es ist dieses eine merkw\u00fcrdige Erscheinung, erkl\u00e4rbar teils aus der gener\u00f6sen Natur der Franzosen, teils auch aus ihrer Geschichte. Unter dem alten Regime galt nur die Geburt, nur die Ahnenzahl gab Ansehen, und die Ehre war eine Frucht des Stammbaums. Unter der Republik gelangte die Tugend zur Herrschaft, die Armut ward eine W\u00fcrde, und wie vor Angst, so auch vor Scham, verkroch sich das Geld. Aus jener Periode stammen die vielen dicken Soust\u00fccke, die ernsthaften Kupferm\u00fcnzen mit den Symbolen der Freiheit, sowie auch die Traditionen von pekuni\u00e4rer Uneigenn\u00fctzigkeit, die wir noch heutigentages bei den h\u00f6chsten Staatsverwaltern Frankreichs antreffen. Zur Zeit des Kaisertums florierte nur der milit\u00e4rische Ruhm, eine neue Ehre ward gestiftet, die der Ehrenlegion, deren Gro\u00dfmeister, der siegreiche Imperator, mit Verachtung herabschaute auf die rechnende Kr\u00e4mergilde, auf die Lieferanten, die Schmuggler, die Stockjobbers, die gl\u00fccklichen Spitzbuben. W\u00e4hrend der Restauration intrigierte der Reichtum gegen die Gespenster des alten Regimes, die wieder ans Ruder gekommen und deren Insolenz t\u00e4glich wuchs: das beleidigte, ehrgeizige Geld wurde Demagoge, lieb\u00e4ugelte herablassend mit den Kurzjacken, und als die Juliussonne die Gem\u00fcter erhitzte, ward der Adelk\u00f6nig Karl X. vom Throne herabgeschmissen. Der B\u00fcrgerk\u00f6nig Ludwig Philipp stieg hinauf, er, der Repr\u00e4sentant des Geldes, das jetzt herrscht, aber in der \u00f6ffentlichen Meinung zu gleicher Zeit von der besiegten Partei der Vergangenheit und der get\u00e4uschten Partei der Zukunft frondiert wird. Ja, das adelt\u00fcmliche Faubourg Saint-Germain und die proletarischen Faubourgs Saint-Antoine und Saint-Marceau \u00fcberbieten sich in der Verh\u00f6hnung der geldstolzen Empork\u00f6mmlinge, und, wie sich von selbst versteht, die alten Republikaner mit ihrem Tugendpathos und die Bonapartisten mit pathetischen Heldentiraden stimmen ein in diesen herabw\u00fcrdigenden Ton. Erw\u00e4gt man diese zusammenwirkenden Gr\u00f6lle, so wird es begreiflich, warum dem Reichen jetzt in der \u00f6ffentlichen Meinung eine fast \u00fcbertriebene Geringsch\u00e4tzung zuteil wird, w\u00e4hrend jeder nach Reichtum lechzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte, auf das Thema zur\u00fcckkommend, womit ich diesen Artikel begonnen, hier ganz besonders andeuten, wie es f\u00fcr den Kommunismus ein unberechenbar g\u00fcnstiger Umstand ist, da\u00df der Feind, den er bek\u00e4mpft, bei all seiner Macht dennoch in sich selber keinen moralischen Halt besitzt. Die heutige Gesellschaft verteidigt sich nur aus platter Notwendigkeit, ohne Glauben an ihr Recht, ja ohne Selbstachtung, ganz wie jene \u00e4ltere Gesellschaft, deren morsches Geb\u00e4lke zusammenst\u00fcrzte, als der Sohn des Zimmermanns kam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<h5 style=\"text-align: justify;\">II<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">In China sind sogar die Kutscher h\u00f6flich. Wenn sie in einer engen Stra\u00dfe mit ihren Fuhrwerken etwas hart aneinandersto\u00dfen und Deichseln und R\u00e4der sich verwickeln, erheben sie keineswegs ein Schimpfen und Fluchen wie die Kutscher bei uns zulande, sondern sie steigen ruhig von ihrem Sitz herunter, machen eine Anzahl Knickse und B\u00fccklinge, sagen sich diverse Schmeicheleien, bem\u00fchen sich hernach, gemeinschaftlich ihre Wagen in das geh\u00f6rige Geleise zu bringen, und wenn alles wieder in Ordnung ist, machen sie nochmals verschiedene B\u00fccklinge und Knickse, sagen sich ein respektives Lebewohl und fahren von dannen. Aber nicht blo\u00df unsre Kutscher, sondern auch unsre Gelehrten sollten sich hieran ein Beispiel nehmen. Wenn diese Herren miteinander in Kollision geraten, machen sie sehr wenig Komplimente und suchen sich keineswegs h\u00fclfreich zu verst\u00e4ndigen, sondern sie fluchen und schimpfen alsdann wie die Kutscher des Okzidents. Und dieses<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/L\/Heine-WuB+Bd.+6\">[540]<\/a> kl\u00e4gliche Schauspiel gew\u00e4hren uns zumeist Theologen und Philosophen, obgleich erstere auf das Dogma der Demut und Barmherzigkeit besonders angewiesen sind und letztere in der Schule der Vernunft zun\u00e4chst Geduld und Gelassenheit erlernt haben sollten. Die Fehde zwischen der Universit\u00e4t und den Ultramontanen hat diesen Fr\u00fchling bereits mit einer Flora von Grobheiten und Schm\u00e4hreden bereichert, die selbst auf unsern deutschen Mistbeeten nicht kostbarer gedeihen k\u00f6nnte. Das wuchert, das spro\u00dft, das bl\u00fcht in unerh\u00f6rter Pracht. Wir haben weder Lust noch Beruf, hier zu botanisieren. Der Duft mancher Giftblumen k\u00f6nnte uns bet\u00e4ubend zu Kopf steigen und uns verhindern, mit k\u00fchler Unparteilichkeit den Wert beider Parteien und die politische Bedeutung und Bedeutsamkeit des Kampfes zu w\u00fcrdigen. Sobald die Leidenschaften ein bi\u00dfchen verduftet sind, wollen wir solche W\u00fcrdigung versuchen. Soviel k\u00f6nnen wir schon heute sagen: das Recht ist auf beiden Seiten, und die Personen werden getrieben von der fatalsten Notwendigkeit. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Katholischen, weise und gem\u00e4\u00dfigt, verdammt zwar das unzeitige Schilderheben ihrer Parteigenossen, aber diese gehorchen dem Befehl ihres Gewissens, ihrem h\u00f6chsten Glaubensgesetz, dem compelle intrare, sie tun ihre Schuldigkeit, und sie verdienen aus diesem Grunde unsre Achtung. Wir kennen sie nicht, wir haben kein Urteil \u00fcber ihre Person, und wir sind nicht berechtigt, an ihrer Ehrlichkeit zu zweifeln&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Leute sind nicht eben meine Lieblinge, aber, aufrichtig gestanden, trotz ihrem d\u00fcstern, blutr\u00fcnstigen Zelotismus sind sie mir lieber als die toleranten Amphibien des Glaubens und des Wissens, als jene Kunstgl\u00e4ubigen, die ihre erschlafften Seelen durch fromme Musik und Heiligenbilder kitzeln lassen, und gar als jene Religionsdilettanten, die f\u00fcr die Kirche schw\u00e4rmen, ohne ihren Dogmen einen strengen Gehorsam zu widmen, die mit den heiligen Symbolen nur lieb\u00e4ugeln, aber keine ernsthafte Ehe eingehen wollen und die man hier catholiques marrons nennt. Letztere f\u00fcllen jetzt unsre fashionablen Kirchen, z.B. Sainte-Madeleine oder Notre-Dame de Lorette, jene heiligen Boudoirs, wo der s\u00fc\u00dflichste Rokokogeschmack herrscht, ein Weihkessel, der nach Lavendel d\u00fcftet, reichgepolsterte Betst\u00fchle, rosige Beleuchtung und schmachtende Ges\u00e4nge, \u00fcberall Blumen und t\u00e4ndelnde Engel, kokette Andacht, die sich f\u00e4chert mit \u00e9ventails von Boncher und Watteau \u2013 Pompadourchristentum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso unrecht wie unrichtig ist die Benennung Jesuiten, womit man hier die Gegner der Universit\u00e4t zu bezeichnen pflegt. Erstens gibt es gar keine Jesuiten mehr in dem Sinne, den man mit jenem Namen verkn\u00fcpft. Aber wie es oben in der Diplomatie Leute gibt, die jedesmal, wenn die Flutzeit der Revolution eintritt, das gleichzeitige Heranbranden so vieler brausenden Wellen f\u00fcr das Werk eines Comit\u00e9 directeur in Paris erkl\u00e4ren, so gibt es Tribunen hier unten, die, wenn die Ebbe beginnt, wenn die revolution\u00e4ren Springfluten sich wieder verlaufen, diese Erscheinung den Intrigen der Jesuiten zuschreiben und sich ernsthaft einbilden, es residiere ein Jesuitengeneral in Rom, welcher durch seine vermummten Schergen die Reaktion der ganzen Welt leite. Nein, es existiert kein solcher Jesuitengeneral in Rom, wie auch in Paris kein Comit\u00e9 directeur existiert; das sind M\u00e4rchen f\u00fcr gro\u00dfe Kinder, hohle Schreckpopanze, moderner Aberglaube. Oder ist es eine blo\u00dfe Kriegslist, da\u00df man die Gegner der Universit\u00e4t f\u00fcr Jesuiten erkl\u00e4rt? Es gibt in der Tat hierzulande keinen Namen, der weniger popul\u00e4r w\u00e4re. Man hat im vorigen Jahrhundert gegen diesen Orden so gr\u00fcndlich polemisiert, da\u00df noch eine geraume Zeit vergehen d\u00fcrfte, ehe man ein mildes, unparteiisches Urteil \u00fcber ihn f\u00e4llen wird. Es will mich bed\u00fcnken, als habe man die Jesuiten nicht selten ein bi\u00dfchen jesuitisch behandelt und als seien die Verleumdungen, die sie sich zuschulden kommen lie\u00dfen, ihnen manchmal mit zu gro\u00dfen Zinsen zur\u00fcckgezahlt worden. Man k\u00f6nnte auf die V\u00e4ter der Gesellschaft Jesu das Wort anwenden, welches Napoleon \u00fcber Robespierre aussprach: sie sind hingerichtet worden, nicht gerichtet. Aber der Tag wird kommen, wo man auch ihnen Gerechtigkeit widerfahren lassen und ihre Verdienste anerkennen wird. Schon jetzt m\u00fcssen wir eingestehen, da\u00df sie durch ihre Missionsanstalten die Gesittung der Welt, die Zivilisation unberechenbar gef\u00f6rdert, da\u00df sie ein heilsames Gegengift gewesen gegen die lebenverpestenden Miasmen von Port-Royal, da\u00df sogar ihre vielgescholtene Akkommodationslehre noch das einzige Mittel war, wodurch die Kirche \u00fcber die moderne, freiheitslustige und genu\u00dfs\u00fcchtige Menschheit ihre Oberherrschaft bewahren konnte. \u00bbMangez un b\u0153uf et soyez chr\u00e9tien\u00ab, sagten die Jesuiten zu dem Beichtkinde, dem in der Karwoche nach einem St\u00fcckchen Rindfleisch gel\u00fcstete; aber ihre Nachgiebigkeit lag nur in der Not des Momentes, und sie h\u00e4tten sp\u00e4ter, sobald ihre Macht befestigt, die fleischfressenden V\u00f6lker wieder zu den magersten Fastenspeisen zur\u00fcckgelenkt. Laxe Doktrinen f\u00fcr die emp\u00f6rte Gegenwart, eiserne Ketten f\u00fcr die unterjochte Zukunft. Sie waren so klug!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber alle Klugheit hilft nichts gegen den Tod. Sie liegen l\u00e4ngst im Grabe. Es gibt freilich Leute in schwarzen M\u00e4nteln und mit ungeheuern, dreieckig aufgekrempten Filzh\u00fcten, aber das sind keine echten Jesuiten. Wie manchmal ein zahmes Schaf sich in ein Wolfsfell des Radikalismus vermummt, aus Eitelkeit oder Eigennutz oder Schabernack, so steckt im Fuchspelz des Jesuitismus manchmal nur ein beschr\u00e4nktes Grauchen. \u2013 Ja, sie sind tot. Die V\u00e4ter der Gesellschaft Jesu haben in den Sakristeien nur ihre Garderobe zur\u00fcckgelassen, nicht ihren Geist. Dieser spukt an andern Orten, und manche Champions der Universit\u00e4t, die ihn so eifrig exorzieren, sind vielleicht davon besessen, ohne es zu merken. Ich sage dieses nicht in bezug auf die Herren Michelet und Quinet, die ehrlichsten und wahrhaftigsten Seelen, sondern ich habe hier im Auge zun\u00e4chst den wohlbestallten Minister des \u00f6ffentlichen Unterrichts, den Rektor der Universit\u00e4t, den Herrn Villemain. Seiner Magnifizenz zweideutiges Treiben ber\u00fchrt mich immer widerw\u00e4rtig. Ich kann leider nur dem Esprit und dem Stile dieses Mannes meine Achtung zollen. Nebenbei gesagt, wir sehen hier, da\u00df der ber\u00fchmte Ausspruch von Buffon: \u00bbLe style, c&#8217;est l&#8217;homme\u00ab, grundfalsch ist. Der Stil des Herrn<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/L\/Heine-WuB+Bd.+6\">[543]<\/a> Villemain ist sch\u00f6n, edel, wohlgewachsen und reinlich. \u2013 Auch Victor Cousin kann ich nicht ganz verschonen mit dem Vorwurf des Jesuitismus. Der Himmel wei\u00df, da\u00df ich geneigt bin, Herrn Cousins Vorz\u00fcgen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, da\u00df ich den Glanz seines Geistes gern anerkenne; aber die Worte, womit er j\u00fcngst in der Akademie die \u00dcbersetzung Spinozas ank\u00fcndigte, zeugen weder von Mut noch von Wahrheitsliebe. Cousin hat gewi\u00df die Interessen der Philosophie unendlich gef\u00f6rdert, indem er den Spinoza dem denkenden Frankreich zug\u00e4nglich machte, aber er h\u00e4tte zugleich ehrlich gestehen sollen, da\u00df er dadurch der Kirche keinen gro\u00dfen Dienst geleistet. Im Gegenteil sagte er, der Spinoza sei von einem seiner Sch\u00fcler, einem Z\u00f6gling der \u00c9cole normale, \u00fcbersetzt worden, um ihn mit einer Widerlegung zu begleiten, und w\u00e4hrend die Priesterpartei die Universit\u00e4t so heftig angreife, sei es doch eben diese arme, unschuldige, verketzerte Universit\u00e4t, welche den Spinoza widerlege, den gef\u00e4hrlichen Spinoza, jenen Erbfeind des Glaubens, der mit einer Feder aus den schwarzen Fl\u00fcgeln Satans seine deiziden B\u00fccher geschrieben! \u00bbWen betr\u00fcgt man hier?\u00ab ruft Figaro. Es war in der Acad\u00e9mie des sciences morales et politiques, wo Cousin in solcher Weise die franz\u00f6sische \u00dcbersetzung des Spinoza ank\u00fcndigte; sie ist au\u00dferordentlich gelungen, w\u00e4hrend die ger\u00fchmte Widerlegung so schwach und d\u00fcrftig ist, da\u00df sie in Deutschland f\u00fcr ein Werk der Ironie gelten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<h5 style=\"text-align: justify;\">III<\/h5>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Jedes Volk hat seinen Nationalfehler, und wir Deutschen haben den unsrigen, n\u00e4mlich jene ber\u00fchmte Langsamkeit, wir wissen es sehr gut, wir haben Blei in den Stiefeln, sogar in den Pantoffeln. Aber was n\u00fctzt den Franzosen alle Geschwindigkeit, all ihr flinkes, anstelliges Wesen, wenn sie ebenso schnell vergessen, was sie getan? Sie haben kein Ged\u00e4chtnis, und das ist ihr gr\u00f6\u00dftes Ungl\u00fcck. Die Frucht jeder Tat und jeder Untat geht hier verloren durch Verge\u00dflichkeit. Jeden Tag m\u00fcssen sie den Kreislauf ihrer Geschichte wieder durchlaufen, ihr Leben wieder von vorne anfangen, ihre K\u00e4mpfe aufs neue durchk\u00e4mpfen, und morgen hat der Sieger vergessen, da\u00df er gesiegt hatte, und der \u00dcberwundene hat ebenso leichtsinnig seine Niederlage und ihre heilsamen Lehren vergessen. Wer hat im Julius 1830 die gro\u00dfe Schlacht gewonnen? Wer hat sie verloren? Wenigstens in dem gro\u00dfen Hospital, wo, um mich eines Ausdrucks von Mignet zu bedienen, jede gest\u00fcrzte Macht ihre Blessierten untergebracht hat, h\u00e4tte man sich dessen erinnern sollen! Diese einzige Bemerkung erlauben wir uns in Beziehung auf die Debatten, die in der Pairskammer \u00fcber den Sekund\u00e4runterricht stattgefunden und wo die klerikale Partei nur scheinbar unterlag. In der Tat triumphierte sie, und es war schon ein hinl\u00e4nglicher Triumph, da\u00df sie als organisierte Partei ans Tageslicht trat. Wir sind weit entfernt, dieses k\u00fchne Auftreten zu tadeln, und es mi\u00dff\u00e4llt uns weit weniger als jene schlottrige Halbheit, welche die Gegner sich zuschulden kommen lie\u00dfen. Wie kl\u00e4glich zeigte sich hier Herr Villemain, der kleine Rhetor, der windige Bel-Esprit, dieser abgestandene Voltairianer, der sich ein bi\u00dfchen an den Kirchenv\u00e4tern gerieben, um einen gewissen ernsthaften Anstrich zu gewinnen, und der von einer Unwissenheit beseelt war, die ans Erhabene grenzte! Es ist mir unbegreiflich, da\u00df ihm Herr Guizot nicht auf der Stelle den Laufpa\u00df gegeben, denn diesem gro\u00dfen Gelehrten mu\u00dfte jene sch\u00fclerhafte Verlegenheit, jener Mangel an den d\u00fcrftigsten Vorkenntnissen, jene wissenschaftliche Nullit\u00e4t noch weit empfindlicher mi\u00dffallen als irgendein politischer Fehler! Um die Schw\u00e4che und Inhaltlosigkeit seines Kollegen einigerma\u00dfen zu decken, mu\u00dfte Guizot mehrmals das Wort ergreifen; aber alles, was er sagte, war matt, farblos und unerquicklich. Er w\u00fcrde gewi\u00df bessere Dinge vorgebracht haben, wenn er nicht Minister der ausw\u00e4rtigen Angelegenheiten, sondern Minister des Unterrichts gewesen w\u00e4re und f\u00fcr die besondern Interessen dieses Departements eine Lanze gebrochen h\u00e4tte. Ja, er w\u00fcrde sich f\u00fcr die Gegenpartei noch weit gef\u00e4hrlicher<a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/L\/Heine-WuB+Bd.+6\">[545]<\/a> erwiesen haben, wenn er ganz ohne weltliche Macht, nur mit seiner geistlichen Macht bewaffnet, wenn er als blo\u00dfer Professor f\u00fcr die Befugnisse der Philosophie in die Schranken getreten w\u00e4re! In einer solchen g\u00fcnstigern Lage war Victor Cousin, und ihm geb\u00fchrt vorzugsweise die Ehre des Tages. Cousin ist nicht, wie j\u00fcngst ziemlich griesgr\u00e4mig behauptet worden, ein philosophischer Dilettant, sondern er ist vielmehr ein gro\u00dfer Philosoph, er ist hier Haussohn der Philosophie, und als diese angegriffen wurde von ihren unvers\u00f6hnlichsten Feinden, mu\u00dfte unser Victor Cousin seine oratio pro domo halten. Und er sprach gut, ja vortrefflich, mit \u00dcberzeugung. Es ist f\u00fcr uns immer ein kostbares Schauspiel, wenn die friedliebendsten M\u00e4nner, die durchaus von keiner Streitlust beseelt sind, durch die innern Bedingungen ihrer Existenz, durch die Macht der Ereignisse, durch ihre Geschichte, ihre Stellung, ihre Natur, kurz, durch eine unabweisliche Fatalit\u00e4t, gezwungen werden, zu k\u00e4mpfen. Ein solcher K\u00e4mpfer, ein solcher Gladiator der Notwendigkeit war Cousin, als ein unphilosophischer Minister des Unterrichts die Interessen der Philosophie nicht zu verteidigen vermochte. Keiner wu\u00dfte besser als Victor Cousin, da\u00df es sich hier um keine neue Sache handelte, da\u00df sein Wort wenig beitragen w\u00fcrde zur Schlichtung des alten Streits und da\u00df da kein definitiver Sieg zu erwarten sei. Ein solches Bewu\u00dftsein \u00fcbt immer einen d\u00e4mpfenden Einflu\u00df, und alles Brillantfeuer des Geistes konnte auch hier die innere Trauer \u00fcber die Fruchtlosigkeit aller Anstrengungen keineswegs verbergen. Selbst bei den Gegnern haben Cousins Reden einen ehrenden Eindruck hervorgebracht, und die Feindschaft, die sie ihm widmen, ist ebenfalls eine Anerkennung. Den Villemain verachten sie, den Cousin aber f\u00fcrchten sie. Sie f\u00fcrchten ihn nicht wegen seiner Gesinnung, nicht wegen seines Charakters, nicht wegen seiner individuellen Vorz\u00fcge oder Fehler, sondern sie f\u00fcrchten in ihm die deutsche Philosophie. Du lieber Himmel! man erzeigt hier unserer deutschen Philosophie und unserm Cousin allzu gro\u00dfe Ehre. Obgleich letzterer ein geborner Dialektiker ist, obgleich er zugleich f\u00fcr Form die gr\u00f6\u00dfte Begabnis besitzt, obgleich er bei seiner philosophischen Spezialit\u00e4t auch noch von gro\u00dfem Kunstsinn unterst\u00fctzt wird, so ist er doch noch sehr weit davon entfernt, die deutsche Philosophie so gr\u00fcndlich tief in ihrem Wesen zu erfassen, da\u00df er ihre Systeme in einer klaren, allgemein verst\u00e4ndlichen Sprache formulieren k\u00f6nnte, wie es n\u00f6tig w\u00e4re f\u00fcr Franzosen, die nicht wie wir die Geduld besitzen, ein abstraktes Idiom zu studieren. Was sich aber nicht in gutem Franz\u00f6sisch sagen l\u00e4\u00dft, ist nicht gef\u00e4hrlich f\u00fcr Frankreich. Die Sektion der sciences morales et politiques der franz\u00f6sischen Akademie hat bekanntlich eine Darstellung der deutschen Philosophie seit Kant zu einer Preisfrage gew\u00e4hlt, und Cousin, der hier als Hauptdirigent zu betrachten ist, suchte vielleicht fremde Kr\u00e4fte, wo seine eignen nicht ausreichten. Aber auch andere haben die Aufgabe nicht gel\u00f6st, und in der j\u00fcngsten feierlichen Sitzung der Akademie ward uns angek\u00fcndigt, da\u00df auch dies Jahr keine Preisschrift \u00fcber die deutsche Philosophie gekr\u00f6nt werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst erschienen in <strong>Lutetia<\/strong>, Berichte \u00fcber Politik, Kunst und Volksleben, 1844<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-97877 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heinrich_Heine.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heinrich_Heine.jpg 211w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Heinrich_Heine-160x227.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><\/strong>KUNO hat ein Faible f\u00fcr die frei drehende Phantasie. Wir begreifen die Gattung des Essays als eine Versuchsanordnung, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen. Auch ein Essay handelt ausschliesslich mit Fiktionen, also mit Modellen der Wirklichkeit. Wir betrachten Michel de Montaigne als einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/04\/23\/die-ehe-ist-ein-vertrag-nur-der-erste-anfang-ist-frei\/\">Blogger aus dem 16. Jahrhundert<\/a>. Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als eine der markantesten Gestalten der klassischen amerikanischen Literatur. Als sorgf\u00e4ltig feilender Stilist, als hervorragender Sprachk\u00fcnstler hat er durch die f\u00fcr ihn <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/07\/12\/walden-life-in-the-woods\/\">charakteristische Essayform<\/a> auf Generationen von Schriftstellern anregend gewirkt. Karl Kraus war der erste Autor, der die kulturkritische Kommen\u00adtie\u00adrung der Welt\u00adlage zur Dauer\u00adbesch\u00e4f\u00adtigung erhob. Seine Zeit\u00adschrift \u201eDie Fackel\u201c war gewisser\u00adma\u00ad\u00dfen der erste <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/01\/29\/die-fackel\/\">Kultur-Blog<\/a>. Die Redaktion nimmt Rosa Luxemburg beim Wort und versucht in diesem Online-Magazin auch \u00fcberkommene <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/05\/01\/wie-entstand-die-maifeier\/\">journalistische Formen<\/a> neu zu denken. Enrik Lauer zieht die Dusche dem Wannenbad vor. Warum erstere im Sp\u00e4tkapitalismus \u2013 zum Beispiel als Zeit und Ressourcen sparend \u2013 zweiteres als Form der K\u00f6rperreinigung weitgehend verdr\u00e4ngt hat, ist einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/25\/wohlbefinden\/\">eigenen Betrachtung<\/a> wert. Ulrich Bergmann setzte sich mit den Wachowski-Br\u00fcdern und der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/06\/the-matrix-has-you\/\">Matrix<\/a> auseinander. Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">weitere Betrachtungen<\/a> von J.C. Albers. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. 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