{"id":103204,"date":"2003-12-11T16:35:03","date_gmt":"2003-12-11T15:35:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103204"},"modified":"2022-05-23T16:42:44","modified_gmt":"2022-05-23T14:42:44","slug":"mein-erstes-haus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/12\/11\/mein-erstes-haus\/","title":{"rendered":"Mein erstes haus"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df nicht, wie ich dem stadtbauamte f\u00fcr die reklame danken soll, die es mir mit dem verbot, an der fassade weiterzuarbeiten, gemacht hat. Ein lang beh\u00fctetes geheimnis kam dadurch ans tageslicht: ich baue ein haus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein erstes haus! Ein haus \u00fcberhaupt! Denn das h\u00e4tte ich mir wohl nie tr\u00e4umen lassen, da\u00df ich auf meine alten tage noch ein haus bauen werde. Nach all meinen erlebnissen war ich mir bewu\u00dft, da\u00df wohl niemand so verr\u00fcckt sein werde, sich ein haus bei mir zu bestellen. Und da\u00df es unm\u00f6glich w\u00e4re, meine pl\u00e4ne bei irgend einer baupolizei durchzudr\u00fccken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn ich hatte schon eine erfahrung hinter mir. Es war mir die ehrenvollle aufgabe zuteil geworden, in Montreux, am sch\u00f6nen ufer des genfersees, ein portierh\u00e4uschen zu errichten. Dort lagen viele steine am ufer, und da die alten bewohner des seeufers alle ihre h\u00e4user aus diesen steinen erbaut hatten, so wollte ich es ebenso machen. Denn erstens ist das billig, was doch wieder auch im architektenhonorar zum ausdruck kommt \u2013 man erh\u00e4lt viel weniger \u2013 und zweitens haben sich die leute weniger mit der zufuhr abzum\u00fchen. Ich bin grunds\u00e4tzlich gegen das viele arbeiten, meine person nicht ausgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonst dachte ich an nichts b\u00f6ses. Wer beschreibt daher mein erstaunen, als ich zur polizei vorgeladen und gefragt wurde, wie ich, ein fremdling, ein solches attentat auf die sch\u00f6nheit des genfersees ver\u00fcben k\u00f6nne. Das haus sei viel zu einfach. Wo blieben die ornamente? Mein sch\u00fcchterner einwand, da\u00df der see selbst ja bei windstille glatt und \u00fcberhaupt ohne ornamente sei und doch von manchen menschen f\u00fcr ganz passabel erkl\u00e4rt werde, richtete nichts aus. Ich erhielt eine bescheinigung, da\u00df die errichtung eines solchen bauwerkes wegen seiner einfachheit und daher h\u00e4\u00dflichkeit verboten sei. Ich ging begl\u00fcckt und selig nach hause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begl\u00fcckt und selig! Denn wer von allen architekten des erdballes hat es von der polizei schwarz auf wei\u00df bekommen, da\u00df er ein k\u00fcnstler ist? Jeder von uns h\u00e4lt sich f\u00fcr einen k\u00fcnstler. Aber man glaubt uns das nicht immer. Manche glauben es diesem, manche jenem. Den meisten niemand. Mir mu\u00dften es alle, sogar ich selbst mu\u00dfte daran glauben. Denn ich war verboten, polizeilich verboten, wie Frank Wedekind oder Arnold Sch\u00f6nberg. Oder besser, wie Arnold Sch\u00f6nberg verboten w\u00fcrde, wenn die polizei die gedanken in seinen notenk\u00f6pfen zu lesen verst\u00fcnde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hatte das bewu\u00dftsein, ein k\u00fcnstler zu sein, etwas, woran ich immer dunkel geglaubt hatte und was mir nun die polizei amtlich best\u00e4tigte. Und als guter staatsb\u00fcrger glaube ich nur dem amtsstempel. Aber dieses bewu\u00dftsein war teuer erkauft. Irgend jemand, vielleicht ich selber, hatte es ausgeplaudert, und so kam es unter die leute, und keiner wollte mehr mit einem so gef\u00e4hrlichen menschen, wie es doch ein K\u00fcnstler immer ist, etwas zu tun haben. Man glaube aber nicht, da\u00df ich m\u00fc\u00dfig ging. Wenn jemand tausend kronen hatte und eine wohnungseinrichtung brauchte, die nach f\u00fcnftausend kronen aussah, so kam er zu mir. Ich hatte mich darin zum spezialisten ausgebildet. Die aber, die f\u00fcnftausend kronen hatten und f\u00fcr diesen preis ein nachtk\u00e4stchen haben wollten, das nach tausend kronen aussah, gingen zu einem anderen architekten. Da nun die erste menschenkategorie weit h\u00e4ufiger ist als die zweite, hatte ich vollauf zu tun. Man sieht, da\u00df ich mich nicht beklagen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kam eines tages ein ungl\u00fccklicher und bestellte bei mir die pl\u00e4ne zu einem hause. Es war mein schneider. Dieser brave mann \u2013 eigentlich waren es zwei brave m\u00e4nner \u2013 hatte mir jahr f\u00fcr jahr anz\u00fcge geliefert und geduldig an jedem ersten januar eine rechnung geschickt, die, ich kann es nicht verhehlen, nie kleiner wurde. Ich konnte mich, und kann mich heute noch nicht, trotz dem heftigen widerspruche meiner m\u00e4zene, des verdachtes erwehren, da\u00df mir der ehrenvolle auftrag zu teil wurde, damit wenigstens eine verkleinerung dieser rechnung erzielt w\u00fcrde. Der architekt bekommt n\u00e4mlich eine ehrengabe, das architektenhonorar. Trotz dem sch\u00f6nen namen ist diese ehrengabe nicht davor gefeit, von unbezahlten rechnungen abgezogen zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich warnte die beiden braven m\u00e4nner vor mir. Vergebens. Sie wollten unbedingt die rechnung kleiner haben \u2013 pardon: den bau einem amtlich gestempelten k\u00fcnstler \u00fcbergeben. Ich sagte ihnen: Wollt ihr, da\u00df derzeit noch unbescholtene m\u00e4nner unbedingt die polizei auf den hals bekommen? Sie wollten es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist geschehen, wie ich vorhergesagt habe. Im letzten moment kam gl\u00fccklicherweise baurat Greil und winkte dem b\u00fcttel ab, der schon den auftrag hatte, die misset\u00e4ter in den gemeindekotter zu stecken. Au\u00dfer der hohen obrigkeit gibt es, gott sei dank, immer noch eine h\u00f6here obrigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das haus wird bald fertig sein. Wie es mit meinen anz\u00fcgen bestellt sein wird, wei\u00df ich noch nicht. Ein neues haus wollen meine bauherren nicht mehr bauen. Ich werde mich daher nach einem neuen schneider umsehen m\u00fcssen. Wenn dieser mann ein ebenso unerschrockener m\u00e4zen ist wie meine bisherigen kleiderlieferanten, kann in zehn jahren mein zweites haus erstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Wiener architekturfragen<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nEs ist etwas besonderes um den baucharakter einer stadt. Jede hat ihren eigenen. Was f\u00fcr die eine stadt sch\u00f6n und reizvoll ist, kann f\u00fcr eine andere h\u00e4\u00dflich und abscheulich sein. Die danziger ziegelrohbauten verl\u00f6ren sofort ihre sch\u00f6nheit, wenn man sie in den wiener boden versetzen wollte. Man spreche hier nicht von der macht der gewohnheit \u2026 Denn es hat ganz bestimmte gr\u00fcnde, warum Danzig eine ziegelrohbau- und Wien eine kalkputzstadt ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will diese gr\u00fcnde hier nicht besprechen, der beweis w\u00fcrde ein ganzes buch f\u00fcllen. Aber nicht nur das material, auch die bauformen sind an den ort, an den grund und an die luft gebunden. Danzig hat hohe und steile d\u00e4cher. Die architektonische l\u00f6sung dieser d\u00e4cher nahm den erfindungstrieb der danziger bauk\u00fcnstler v\u00f6llig in anspruch. Anders in Wien. Auch Wien hat d\u00e4cher. Wenn man um den johannistag herum am ende der nacht in den stra\u00dfen ist und sie bei hellem morgenlichte menschenleer vor einem liegen, glaubt man, eine unbekannte stadt zu durchwandern. Denn zu dieser zeit brauchen wir nicht mehr auf passanten, wagen und automobile r\u00fccksicht zu nehmen und stehen erstaunt vor einer f\u00fclle an details, die uns der tag vorenthalten hat. Und da sehen wir die wiener d\u00e4cher, sehen sie zum ersten male, und wundern uns, da\u00df wir sie bei tag \u00fcbersehen konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die wiener architekten \u00fcberlie\u00dfen das dach ganz dem zimmermann. Mit dem hauptgesimse war die arbeit abgeschlossen. Pal\u00e4ste erhielten wohl eine attika mit vasen und figuren darauf. Der b\u00fcrger verzichtete auch auf diese.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcnf minuten von Wien entfernt, nach \u00fcberschreitung des glacis, des heutigen ringes, gab es \u201edas dach\u201c. Dieselben architekten, die in Wien keine d\u00e4cher zeichneten, waren voll geist und erfindung, wenn es sich um die d\u00e4cher und kuppeln eines hauses oder palastes in der vorstadt handelte. Ich zeige dies nur auf, um zu beweisen, da\u00df die alten wiener bauk\u00fcnstler den baucharakter eines ortes ins kalk\u00fcl zogen und bewu\u00dft alles vermieden, was diesen st\u00f6ren konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich klage unsere heutigen architekten an, da\u00df sie bewu\u00dft dem baucharakter nicht rechnung tragen. Noch der bau der ringstra\u00dfe hat sich der stadt angepa\u00dft. Wenn aber die ringstra\u00dfe heute gebaut w\u00fcrde, bes\u00e4\u00dfen wir keine ringstra\u00dfe, sondern eine architektonische katastrophe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wienerisch ist der gerade gesimsabschlu\u00df, ohne d\u00e4cher, kuppel, erker und andere aufbauten. Das baugesetz spricht von einer h\u00f6he von 25 metern bis zur oberkante des hauptgesimses. Aber das dach soll ausgen\u00fctzt werden und ateliers und andere vermietbare r\u00e4ume beherbergen. Denn der grund kostet viel geld und die steuern sind hoch. Dieser finanziellen frage wegen ging der alte wiener baucharakter verloren. Ich w\u00fc\u00dfte schon ein mittel, wie wir ihn wieder gewinnen k\u00f6nnten. Beileibe nicht mit neuen gesetzen, die dem haus- und grundbesitzer rechte nehmen w\u00fcrden. Beileibe nicht nach dem alten grundsatze: gleiches unrecht f\u00fcr alle. Sondern: wer sich verpflichtet, \u00fcber sein hauptgesims nichts, aber auch garnichts aufzubauen, dem werden sechs stockwerke bewilligt. Denn: lieber ein ehrlich hohes haus als solche mit dachunget\u00fcmen, die im sogenannten \u201ebelehnungsstil\u201c gebaut sind. Wir h\u00e4tten dann wieder sch\u00f6ne monumentale linien und gro\u00dfe verh\u00e4ltnisse, wir, zu denen seit jahrhunderten italienische luft \u00fcber die alpen weht, italienische gr\u00f6\u00dfe und monumentalit\u00e4t, dinge, die in unseren nerven liegen und um die uns die menschen in Danzig mit recht beneiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann haben wir den kalkverputz. Man sieht ihn \u00fcber die achsel an und beginnt sich seiner in einer materialistischen zeit zu sch\u00e4men. Da wurde der alte gute wiener verputz mi\u00dfhandelt und prostituiert, durfte nicht mehr sagen, wer und was er ist, und wurde dazu ben\u00fctzt, stein zu imitieren. Denn stein ist teuer und er ist billig. Aber in der welt gibt es keine teueren und billigen materialien. Bei uns ist die luft billig und auf dem mond teuer. Gott und dem k\u00fcnstler sind alle materialien gleich und wertvoll. Und ich bin daf\u00fcr, da\u00df die menschen die welt mit gottes- und k\u00fcnstleraugen betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der kalkverputz ist eine haut. Der stein ist konstruktiv. Trotz der \u00e4hnlichen chemischen zusammensetzung ist zwischen beiden der gr\u00f6\u00dfte unterschied in der verwendung. Der kalkverputz hat mit leder, tapete, wandstoffen und lackfarbe mehr \u00e4hnlichkeit, als mit seinem vetter, dem kalkstein. Wenn sich der kalkverputz ehrlich als \u00fcberzug des ziegelmauerwerkes gibt, hat er sich seiner einfachen herkunft ebensowenig zu sch\u00e4men, wie sich der tiroler in der kaiserburg seiner lederhosen zu sch\u00e4men hat. Ziehen aber beide den frack und wei\u00dfe binden an, so wird sich der mann dort unsicher f\u00fchlen und der kalkverputz wird pl\u00f6tzlich gewahr werden, da\u00df er ein hochstapler ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die kaiserburg! Ihre n\u00e4he allein ist schon ein pr\u00fcfstein f\u00fcr echt und unecht. Und nun gab es die aufgabe, in der n\u00e4he der kaiserburg ein neues haus zu bauen, ein modernes gesch\u00e4ftshaus. Es galt, einen \u00fcbergang zu schaffen von dem kaiserlichen wohnsitz \u00fcber das palais eines feudalherrn in die vornehmste gesch\u00e4ftsstra\u00dfe, den kohlmarkt. Der bauplatz, der seinerzeit festgelegt wurde, ist vergr\u00f6\u00dfert worden. Sicher nicht zum vorteil des platzes. Durch eine gro\u00dfe kolonnade aus cipollinomonolithen wurde versucht, diesen fehler auszugleichen; die fassade springt dadurch im parterre und mezzanin um dreieinhalb meter zur\u00fcck. Es sollte ein b\u00fcrgerliches haus werden: die architektonische ausgestaltung h\u00f6rt mit dem hauptgesimse auf, und das kupferdach, das bald schwarz geworden sein wird, wird dann nur mehr den nachtschw\u00e4rmern der johannisnacht zum bewu\u00dftsein kommen. Und die vier stockwerke sollen mit kalkverputz \u00fcberzogen werden. Was zur dekoration n\u00f6tig ist, soll ehrlich mit der hand aufgetragen werden, so wie es unsere alten barockmeister gehalten haben, in jenen gl\u00fccklichen zeiten, als es noch kein baugesetz gab, weil jeder das gesetz in seinem herzen trug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im parterre aber und im mezzanin, dort wo die gesch\u00e4fte ihren sitz aufgeschlagen haben, dort verlangt das moderne gesch\u00e4ftsleben eine moderne l\u00f6sung. Mit recht. F\u00fcr den modernen gesch\u00e4ftsbetrieb haben uns die alten meister keine vorbilder hinterlassen k\u00f6nnen. Auch nicht f\u00fcr elektrische beleuchtungsk\u00f6rper. St\u00fcnden sie aber aus ihren gr\u00e4bern auf, sie w\u00fcrden die l\u00f6sung schon finden. Nicht im sinne der sogenannten modernen. Auch nicht im sinne der alttuenden tapezierer, die die porzellankerzen mit gl\u00fchbirnen auf alte kerzenh\u00e4lter stecken. Sondern neu, modern und ganz anders, als es sich diese beiden feindlichen lager denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es wurde versucht. Es wurde versucht, das haus in einklang mit der kaiserlichen burg, dem platz und der stadt zu bringen. Wenn dieser versuch gelingt, dann wird man es mit dank vergelten, da\u00df ein starres gesetz mit feinem k\u00fcnstlerischen takt eine wahrhaft freisinnige auslegung fand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Eine zuschrift<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nJedes wort, das zum preise unserer alten stadt, zur rettung unseres verlorengehenden stadtbildes zu lesen ist, findet sicher bei mir st\u00e4rkeren widerhall als bei manchem anderen. Da\u00df aber ich, gerade ich mich eines verbrechens an diesem alten stadtbild schuldig gemacht haben sollte, dieser vorwurf trifft mich h\u00e4rter, als mancher glauben w\u00fcrde. Hatte ich doch das haus so entworfen, da\u00df es sich m\u00f6glichst in den platz einf\u00fcgen sollte. Der stil der kirche, welche das pendant zu diesem bau bildet, war f\u00fcr mich richtunggebend. Nicht, um licht und luft abzuwehren, w\u00e4hlte ich die fensterform, sondern um \u2013 was eine berechtigte forderung unserer zeit ist \u2013 beides zu vermehren. Die fenster sind nicht zweifl\u00fcgelig, sondern dreifl\u00fcgelig, und gehen vom fensterbrett bis zur decke. Echten marmor w\u00e4hlte ich, weil mir jede imitation zuwider ist, und den putzbau hielt ich so einfach wie m\u00f6glich, weil die Wiener b\u00fcrger auch einfach bauten. Nur der feudalherr hatte auf seinem palast starke architekturglieder, die aber nicht in zementgu\u00df, sondern in stein ausgef\u00fchrt wurden und jetzt unter dem putz schlummern. (Am palais Kinsky und am palais Lobkowitz wurden diese steine wieder zu neuem leben erweckt.) Mir war es darum zu tun, gesch\u00e4ftshaus und wohnhaus streng zu trennen. Ich war bisher immer in dem wahn befangen, dies im sinne unserer alten wiener meister gel\u00f6st zu haben. Und in diesem wahne wurde ich noch durch den ausspruch eines mir feindlich gesinnten modernen k\u00fcnstlers best\u00e4rkt, der sagte: Das will ein moderner architekt sein und baut ein haus wie die alten wiener h\u00e4user!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-84374 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-201x300.jpg\" alt=\"\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-201x300.jpg 201w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-687x1024.jpg 687w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-768x1144.jpg 768w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-1031x1536.jpg 1031w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-560x834.jpg 560w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-260x387.jpg 260w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat-160x238.jpg 160w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/Adolf_Loos_Ornament_und_Verbrechen_Plakat.jpg 1208w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>Adolf Loos war ein \u00f6sterreichischer Architekt, Architekturkritiker und Kulturpublizist. Er gilt als einer der Wegbereiter der modernen Architektur. Seine bekanteste Schrift ist der Vortrag <em>Ornament und Verbrechen<\/em> (1910). Darin wird argumentiert, dass Funktionalit\u00e4t und Abwesenheit von Ornamenten im Sinne menschlicher Kraftersparnis ein Zeichen hoher Kulturentwicklung seien und dass der moderne Mensch wirkliche Kunst allein im Sinne der Bildenden Kunst erschaffen k\u00f6nne. Ornamentale Verzierungen oder andere besondere k\u00fcnstlerische Gestaltungsversuche an einem Gebrauchsgegenstand seien eine ebenso unangemessene wie \u00fcberfl\u00fcssige Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192 <\/strong>Wir begreifen die Gattung des Essays auf KUNO als eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/10\/zur-gattung-essay\/\">Versuchsanordnung<\/a>, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ich wei\u00df nicht, wie ich dem stadtbauamte f\u00fcr die reklame danken soll, die es mir mit dem verbot, an der fassade weiterzuarbeiten, gemacht hat. Ein lang beh\u00fctetes geheimnis kam dadurch ans tageslicht: ich baue ein haus. 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