{"id":103182,"date":"2003-11-11T13:52:41","date_gmt":"2003-11-11T12:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103182"},"modified":"2022-05-23T13:56:34","modified_gmt":"2022-05-23T11:56:34","slug":"rheinische-thalia","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/11\/11\/rheinische-thalia\/","title":{"rendered":"Rheinische Thalia"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach so vielen Journalen, gelehrten und empfindsamen Zeitungen, welche Deutschland von Jahr zu Jahr \u00fcberschwemmen, bin ich ungewi\u00df, wie das Publikum diese neue Einladung aufnehmen wird. Zu oft schon geschah es, da\u00df hinter die heiligen Worte Patriotismus und allgemeines Beste die Spekulation eines Kaufmanns sich fl\u00fcchtete. \u2013 Der Reze\u00df meiner Vorg\u00e4nger (nur wenige will ich ausnehmen) hat den Liebhaber abgeschreckt. Sie haben, wie Makbeth seine Hexen beschuldigt, unserm Ohr Wort gehalten, aber unsrer Hofnung gebrochen. Blindes Vertrauen des Publikums ist das einzige, woran ich noch apelliren kann \u2013 Dieses vielleicht zu gewinnen, erlaube man mir eine Ausschweifung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich schreibe als Weltb\u00fcrger, der keinem F\u00fcrsten dient. Fr\u00fche verlor ich mein Vaterland, um es gegen die gro\u00dfe Welt auszutauschen, die ich nur eben durch die Fernr\u00f6hre kante. Ein seltsamer Mi\u00dfverstand der Natur hat mich in meinem Geburtsort zum Dichter verurtheilt. Neigung f\u00fcr Poesie beleidigte die Geseze des Instituts, worin ich erzogen ward, und widersprach dem Plan seines Stifters. Acht Jahre rang mein Enthusiasmus mit der militairischen Regel, aber Leidenschaft f\u00fcr die Dichtkunst ist feurig und stark, wie die erste Liebe. Was sie ersticken solte, fachte sie an. Verh\u00e4ltnissen zu entfliehen, die mir zur Folter waren, schweifte mein Herz in eine Idealenwelt aus \u2013 aber unbekant mit der wirklichen, von welcher mich eiserne St\u00e4be schieden \u2013 unbekant mit den Menschen, \u2013 denn die vierhunderte, die mich umgaben, waren ein einziges Gesch\u00f6pf, der getreue Abgu\u00df eines und eben dieses Models, von welchem die plastische Natur sich feierlich lossagte \u2013 unbekant mit den Neigungen freier, sich selbst \u00fcberlassener Wesen, denn hier kam nur Eine zur Reife, eine, die ich jezo nicht nennen will; jede \u00fcbrige Kraft des Willens erschlafte, indem eine einzige sich konvulsivisch spannte; jede Eigenheit, jede Ausgelassenheit der tausendfach spielenden Natur gieng in dem regelm\u00e4\u00dfigen Tempo der herschenden Ordnung verloren \u2013 Unbekant mit dem sch\u00f6nen Geschlecht, \u2013 die Thore dieses Instituts \u00f6fnen sich, wie man wissen wird, Frauenzimmern nur, ehe sie anfangen interessant zu werden, und wenn sie aufgeh\u00f6rt haben es zu sein \u2013 unbekant mit Menschen und Menschenschicksal mu\u00dfte mein Pinsel nothwendig die mittlere Linie zwischen Engel und Teufel verfehlen, mu\u00dfte er ein Ungeheuer hervorbringen, das zum Gl\u00fcck in der Welt nicht vorhanden war, dem ich nur darum Unsterblichkeit w\u00fcnschen m\u00f6chte, um das Beispiel einer Geburt zu verewigen, die der naturwidrige Beischlaf der Subordination und des Genius in die Welt sezte. \u2013 Ich meine die \u00bbR\u00e4uber\u00ab. Dies St\u00fcck ist erschienen. Die ganze sittliche Welt hat den Verfasser als einen Beleidiger der Majest\u00e4t vorgefodert \u2013 Seine ganze Verantwortung sei das Klima, unter dem es geboren ward. Wenn von allen den unz\u00e4hligen Klagschriften gegen die R\u00e4uber eine einzige mich trift, so ist es diese, da\u00df ich zwei Jahre vorher mich anma\u00dfte, Menschen zu schildern, ehe mir noch einer begegnete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die R\u00e4uber kosteten mir Familie und Vaterland \u2013 In einer Epoche, wo noch der Ausspruch der Menge unser schwankendes Selbstgef\u00fchl lenken mu\u00df, wo das warme Blut eines J\u00fcnglings durch den freundlichen Sonnenblick des Beifalls munterer flie\u00dft, tausend einschmeichelnde Ahndungen k\u00fcnftiger Gr\u00f6sse seine schwindelnde Seele umgeben, und der g\u00f6ttliche Nachruhm in sch\u00f6ner D\u00e4mmerung vor ihm liegt \u2013 mitten im Genu\u00df des ersten verf\u00fchrerischen Lobes, das ungehoft und unverdient aus entlegenen Provinzen mir entgegen kam, untersagte man mir in meinem Geburtsort bei Strafe der Vestung \u2013 zu schreiben. Mein Entschlu\u00df ist bekant \u2013 ich verschweige das \u00fcbrige, weil ich es in keinem Falle f\u00fcr anst\u00e4ndig halte, gegen denjenigen mich zu stellen, der bis dahin mein Vater war. Mein Beispiel wird kein Blatt aus dem Lorbeerkranz dieses F\u00fcrsten reissen, den die Ewigkeit nennen wird. Seine Bildungschule hat das Gl\u00fcck mancher Hunderte gemacht, wenn sie auch gerade das meinige verfehlt haben solte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nunmehr sind alle meine Verbindungen aufgel\u00f6\u00dft. Das Publikum ist mir jezt alles, mein Studium, mein Souverain, mein Vertrauter. Ihm allein geh\u00f6re ich jezt an. Vor diesem und keinem andern Tribunal werde ich mich stellen. Dieses nur f\u00fcrchte ich und verehr\u2019 ich. Etwas Grosses wandelt mich an bei der Vorstellung, keine andere Fessel zu tragen, als den Ausspruch der Welt \u2013 an keinen andern Thron mehr zu appelliren, als an die menschliche Seele.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es befremdet vielleicht, auf dem Anzeigeblatt eines Journals die Jugendgeschichte seines Verfassers zu finden, und doch war kein Weg nat\u00fcrlicher, den Leser in das Innre meiner Unternehmung zu f\u00fchren, als wenn ich ihm die Bekantschaft des Menschen machte, der sie ausf\u00fchren soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die rheinische Thalia wird jedem Gegenstand offen stehen, der den Menschen im allgemeinen interessiret, und unmittelbar mit seiner Gl\u00fcckseligkeit zusammenh\u00e4ngt. Also alles, was f\u00e4hig ist, den sittlichen Sinn zu verfeinern, was im Gebiete des Sch\u00f6nen liegt, alles was Herz und Geschmack veredeln, Leidenschaften reinigen, und allgemeine Volksbildung wirken kann, ist in ihrem Plane begriffen.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gem\u00e4hlde merkw\u00fcrdiger Menschen und Handlungen \u2013 Losgesprochen von allen Gesch\u00e4ften, \u00fcber jede R\u00fccksicht hinweggesezt \u2013 ein B\u00fcrger des Universums, der jedes Menschengesicht in seine Familie aufnimmt, und das Interesse des Ganzen mit Bruderliebe umfa\u00dft, f\u00fchl ich mich aufgefodert, dem Menschen durch jede Dekoration des b\u00fcrgerlichen Lebens zu folgen, in jedem Zirkel ihn aufzusuchen, und, wenn ich mich des Bildes bedienen darf die Magnetnadel an sein Herz hinzuhalten. Neugefundene R\u00e4der in dem unbegreiflichen Uhrwerk der Seele \u2013 einzelne Ph\u00e4nomene, die sich in irgend eine merkw\u00fcrdige Verbesserung oder Verschlimmerung aufl\u00f6sen, sind mir, ich gestehe es, wichtiger, als die todten Sch\u00e4tze im Kabinet des Antikensammlers, oder ein neuentdeckter Nachbar des Saturnus, dem doch der gl\u00fcckliche Finder seinen Namen sogleich in die Ewigkeit aufladet.<\/li>\n<li>Philosophie f\u00fcr das handelnde Leben.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">III. Sch\u00f6ne Natur und sch\u00f6ne Kunst in der Pfalz. \u2013 Reisende, besonders aus dem nordischen Deutschland, haben uns beides beneidet, und die merkw\u00fcrdigen Gegenden am Rhein, wie die herlichen Monumente der Kunst mit Bewunderung verlassen. Die gl\u00fcckliche Lage von Heidelberg, der ehrw\u00fcrdige Ruin seines Schlosses, der Garten zu Schwezingen, die Bildergallerie, der Saal der Antiken, die Jesuiterkirche zu Mannheim und mehreres, bleiben auch noch in der Schilderung interessant, wenn nur Geschmack und Empfindung den Pinsel f\u00fchren.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Deutsches Theater. \u2013 Was die Stadt Mannheim, in R\u00fccksicht auf sch\u00f6ne Kunst, vorz\u00fcglich auszeichnet, ist ihre Schaub\u00fchne \u2013 eine B\u00fchne, die durch reinern Geschmack, bessern Ton und das wahre, geistvolle Spiel einiger ihrer Glieder die Aufmerksamkeit des ganzen Publikums auffodert. Dennoch ist diese B\u00fchne gar nicht oder wenig im \u00fcbrigen Deutschland gekant. Ihre Geschichte und Dramaturgie wird einen ansehnlichen Platz in dieser Thalia behaupten, und dies um so mehr, da der Herausgeber in keiner Verbindung mit solcher steht, also keine R\u00fccksicht sein Urtheil binden oder verf\u00e4lschen kan. Unter dem zahllosen Heer deutscher Truppen, die entweder der verzweifelte Einfall eines ruinirten Hazardspieles, oder das blinde Fatum, wie die Atomen des Epikurus zusammenblies \u2013 die gleich der Seuche am Mittag herumschleichen, und die erw\u00fcrgte Trag\u00f6die auf dem Paradebett ausstellen \u2013 ist die Mannheimer B\u00fchne eine der wenigen, die durch Wahl entstanden, und durch ein gewisses Kunstsystem dauern. Es versteht sich also, da\u00df keiner der Kr\u00e4merkniffe, womit sonst nur die R\u00e4delsf\u00fchrer von Kom\u00f6diantenbanden ihrer schlechten Sache zu H\u00fclfe kommen (modische Flitter, H\u00e4ufung neuer, wenn auch gebrandmarkter, St\u00fccke, Spekulationen auf den herschenden Geschmack, wenn dieser auch aus Lappland und Siberien stammte), da\u00df keine der Taschenspielerk\u00fcnste, womit nur eine ausgehungerte Rotte von Theaterprofessionisten sich durch das Publikum bettelt, bei der hiesigen B\u00fchne stattfinden kan. Der Geist der Kunst mu\u00df hier nat\u00fcrlicher Weise das Ganze beseelen; h\u00f6here Sch\u00f6nheit kann hier unm\u00f6glich niedrigem Eigennuz unterliegen \u2013 Und nach eben diesem grossen Maasstab, unter welchen sich diese B\u00fchne von selbst schon gestellt hat, wird auch die Kritik sie behandeln. Sie wird die Wahl der St\u00fccke, dem sittlichen und \u00e4sthetischen Werth nach beurthelien, die Vertheilung der Rollen, und deren (geheime oder offenbare) Gr\u00fcnde zusammensuchen, und dann den Beifall oder Tadel des Publikums sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen. In einer schwankenden Kunst, wie die dramatische und mimische ist, wo des Schauspielers Eitelkeit den beschimpfenden Beifall des rohen Haufens oft so hungrig verschlingt, so gerne mit der Stimme der Wahrheit verwechselt, kan die Kritik nicht streng genug sein. Mehr als einmal habe ich die Bemerkung gemacht, wie p\u00fcnktlich der nach Lobe geizende K\u00fcnstler sein Spiel \u2013 und wenn er Schriftsteller war, seine Dichtung \u2013 auf die Geistesschw\u00e4che seines Publikums ausrechnete, und seinen bessern Genius dieser allgemeinen Dirne zum Opfer brachte, eine Liebkosung zu erschleichen. Es kann sein, da\u00df er in geheim vielleicht einer Gunst sich sch\u00e4mte, die so gar leicht zu haben war, aber der entw\u00fcrdigte Genius r\u00e4chte bald nachher diese Abtr\u00fcnnigkeit, und stie\u00df ihn auch von sich in einer kritischen Stunde. Ueberzeugt, da\u00df Bewunderung selten \u2013 gerechter Tadel immer verbessert \u2013 da\u00df der gr\u00f6ssere K\u00fcnstler zugleich der Bescheidnere ist, und mit Schaamr\u00f6the zuh\u00f6rt, wenn die bestochenen Zuschauer sich in seiner Glorie \u00fcbereilen \u2013 fest versichert, da\u00df der stolzere Kopf ein Rauchwerk verachten werde, worin nur schlechtere B\u00fchnen ihre todtkranke G\u00f6zen baden, werde ich in dieser Dramaturgie keines der gew\u00f6hnlichen Theaterjournale zum Muster nehmen, mehr aber durch offenherzige Zweifel dem Schauspieler und Schauspieldichter einen Beweis meiner Achtung geben. Nur entschiednes Verdienst soll genant werden \u2013 usurpierten Ruhm werd ich freim\u00fctig widerlegen \u2013 den St\u00fcmper aber nur in dem einzigen Fall ber\u00fchren, wenn sein schreckliches Exempel belehren kan.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uebrigens gebe ich zum voraus die Erkl\u00e4rung, da\u00df ich die Grenzen erkenne und verehre, die den Dilettanten vom Kenner scheiden, und eine unergr\u00fcndliche Kunst, wie zuverl\u00e4\u00dfig die theatralische, f\u00fcr viel zu ehrw\u00fcrdig achte, als ihr mein einzelnes \u2013 vielleicht angestecktes \u2013 Gef\u00fchl zum Richter aufzudringen. Ueber den Dichter kann oftmals eine gesunde Empfindung \u2013 \u00fcber den Schauspieler nur die Mehrheit der Kenner sprechen \u2013 und eben darum werden die Urtheile in dieser Thalia (wenn sie entscheiden) jederzeit Resultate mehrerer Stimmen sein, die sich in einem Ausspruch vereinigten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Anfang macht ein vollst\u00e4ndiges Detail dieser B\u00fchne, ihrer Geschichte und Einrichtung, die Karakteristik ihrer K\u00fcnstler und K\u00fcnstlerinnen (doch derer nur, welche mir wichtig d\u00fcnken) und die Zergliederung einiger St\u00fccke, die auf derselben merkw\u00fcrdig gestiegen oder gesunken sind. Ich sende diejenigen voraus, deren Verfasser hier leben, die Verschw\u00f6rung des Fiesko, Verbrechen aus Ehrsucht und Franz von Sickingen. \u2013 Jedem der mir zu antworten Lust hat, oder von meiner Kritik an das Publikum appelliren will, steht die Thalia offen. M\u00fcndlich aber auch nicht eine Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Gedichte und Rhapsodien, Fragmente von dramatischen St\u00fccken.<\/li>\n<li>Beurtheilungen wichtiger M\u00e4nner und Schriften.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">VII. Gest\u00e4ndnisse von mir selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">VIII. Korrespondenzen \u2013 Anzeigen \u2013 Miszellanien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeden zweiten Monat wird ein Heft von zw\u00f6lf Bogen in gros 8. broschiert und mit einem Umschlag geliefert. Der Preis der Unterzeichnung f\u00fcr jedes einzelne St\u00fcck ist ausw\u00e4rts ein rheinischer Gulden, beim Verfasser zu Mannheim ein halber Reichsthaler. Auf allen l\u00f6bl. Ober\u2013 und Post\u00e4mtern kan Unterzeichnung geschehen, und diese gilt bis in die Mitte des J\u00e4nners. Die Exemplare empf\u00e4ngt man, so weit die Kaiserliche Reichspost geht, frei. \u2013 Im Fall sich aber fremde Posten damit vermengen, f\u00fcr ein leidliches Frachtgeld, das die Billigkeit dieser Posten bestimmen wird. Jeder Kollekteur wird gebeten die Namen und Karaktere der Subskribenten, (denn sie sollen dem Journal vorgedruckt werden) auf dasjenige Postamt zu geben, so ihm am n\u00e4chsten zur Hand ist, und dieses wird so gef\u00e4llig sein, jede Nachricht sogleich an das Bureau zu Mannheim gelangen zu lassen. \u2013 Privatversendungen \u00fcbernimmt der Verfasser nicht. Die kaiserliche Post besorgt das Ganze. Nach Empfang eines jeden Hefts geschieht die Bezahlung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eh ich schliesse noch dieses einzige \u2013 Unterzeichnung auf diese Schrift wird nur dann erst einen Werth f\u00fcr mich haben, wenn ich sie pers\u00f6nlichem Mitgef\u00fchl danken darf. Den Schriftsteller \u00fcberh\u00fcpfe die Nachwelt, der nicht mehr werth war als seine Werke \u2013 und gerne gestehe ich, da\u00df bei Herausgabe dieser Thalia meine vorz\u00fcgliche Absicht war \u2013 zwischen dem Publikum und mir ein Band der Freundschaft zu kn\u00fcpfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Mannheim, den 11. November 1784<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-99271 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Friedrich_Schiller-220x300.jpg\" alt=\"\" width=\"220\" height=\"300\" \/>KUNO hat ein Faible f\u00fcr die frei drehende Phantasie. Wir begreifen die Gattung des Essays als eine Versuchsanordnung, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen. Auch ein Essay handelt ausschliesslich mit Fiktionen, also mit Modellen der Wirklichkeit. Wir betrachten Michel de Montaigne als einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/04\/23\/die-ehe-ist-ein-vertrag-nur-der-erste-anfang-ist-frei\/\">Blogger aus dem 16. Jahrhundert<\/a>. Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als eine der markantesten Gestalten der klassischen amerikanischen Literatur. Als sorgf\u00e4ltig feilender Stilist, als hervorragender Sprachk\u00fcnstler hat er durch die f\u00fcr ihn <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/07\/12\/walden-life-in-the-woods\/\">charakteristische Essayform<\/a> auf Generationen von Schriftstellern anregend gewirkt. Karl Kraus war der erste Autor, der die kulturkritische Kommen\u00adtie\u00adrung der Welt\u00adlage zur Dauer\u00adbesch\u00e4f\u00adtigung erhob. Seine Zeit\u00adschrift \u201eDie Fackel\u201c war gewisser\u00adma\u00ad\u00dfen der erste <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/01\/29\/die-fackel\/\">Kultur-Blog<\/a>. Die Redaktion nimmt Rosa Luxemburg beim Wort und versucht in diesem Online-Magazin auch \u00fcberkommene <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/05\/01\/wie-entstand-die-maifeier\/\">journalistische Formen<\/a> neu zu denken. Enrik Lauer zieht die Dusche dem Wannenbad vor. Warum erstere im Sp\u00e4tkapitalismus \u2013 zum Beispiel als Zeit und Ressourcen sparend \u2013 zweiteres als Form der K\u00f6rperreinigung weitgehend verdr\u00e4ngt hat, ist einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/25\/wohlbefinden\/\">eigenen Betrachtung<\/a> wert. Ulrich Bergmann setzte sich mit den Wachowski-Br\u00fcdern und der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/06\/the-matrix-has-you\/\">Matrix<\/a> auseinander. Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">weitere Betrachtungen<\/a> von J.C. Albers. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Nach so vielen Journalen, gelehrten und empfindsamen Zeitungen, welche Deutschland von Jahr zu Jahr \u00fcberschwemmen, bin ich ungewi\u00df, wie das Publikum diese neue Einladung aufnehmen wird. Zu oft schon geschah es, da\u00df hinter die heiligen Worte Patriotismus und allgemeines&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/11\/11\/rheinische-thalia\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":73,"featured_media":99271,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[497],"class_list":["post-103182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-friedrich-schiller"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/103182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/73"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=103182"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/103182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103187,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/103182\/revisions\/103187"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/99271"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=103182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=103182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=103182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}