{"id":103136,"date":"2003-08-01T21:51:12","date_gmt":"2003-08-01T19:51:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103136"},"modified":"2022-05-23T13:22:40","modified_gmt":"2022-05-23T11:22:40","slug":"krash-verlag-der-name-war-programm","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2003\/08\/01\/krash-verlag-der-name-war-programm\/","title":{"rendered":"KRASH Verlag, der Name war Programm"},"content":{"rendered":"<div class=\"ujudUb xpdxpnd\" style=\"text-align: right;\" data-mh=\"-1\"><em><span style=\"color: #999999;\">1989 war ich Underground. Und das war gut so. Denn wir wollten ums Verrecken nicht so sein wie die anderen \u2013 die B\u00f6lls, Grass\u2018, Walsers. Wenn man Trash und Indierock h\u00f6rt, kann man Wasserglaslesungen mit Blumenbouquet weniger goutieren. Literatur und die dazugeh\u00f6rigen Lesungen sollten Punk sein, was nat\u00fcrlich schwierig ist bis unm\u00f6glich. Literatur ist ein weit weniger aufreibendes Medium als harte Gitarrenmusik, besonders k\u00f6rperlich \u2013 wenngleich sie hier und da schon f\u00fcr rauschhafte Erfahrungen zust\u00e4ndig sein kann, aber die geschehen bekanntlich mehr im Kopf. <\/span><\/em><\/div>\n<div style=\"text-align: right;\" data-mh=\"-1\"><span style=\"color: #999999;\">\u00a0<\/span><\/div>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial;\">Der im Dezember 1988 bezeichnenderweise in der Ultimate Akademie geger\u00fcndete KRASH-Verlag hat sich noch nie lediglich auf die Herausgabe konventioneller B\u00fccher beschr\u00e4nkt. Das B\u00fcchermachen ist Teil eines mehrmedialen Kunstschaffens der von uns gebildeten Kerngruppe KRASH sowie befreundeter K\u00fcnstler\/innen aller Sparten, was sowohl \u00f6ffentliche Aktionen umfa\u00dft und insbesondere die Disziplinen Literatur, Video, Performance, Bildende Kunst.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial;\">Schon 1985 hatten wir mit der Herausgabe der Lit. &amp; Kunstzeitschrift &#8222;ZeilenSprung&#8220; (weitgehend unbekannten) Autoren und K\u00fcnstlern eine Spielwiese f\u00fcr die interdisziplin\u00e4re Vermischung der Sparten installiert. Diese fand in den zum Erscheinen der einzelnen Ausgaben veranstalteten Pr\u00e4sentationen ihre analoge Fortsetzung in aktionistischen Live-Umsetzungen. Neben dem f\u00fcr zahlreiche Autoren fremden mixed-media-Prinzip bot &#8222;ZeilenSprung&#8220; prinzipiell ein Forum f\u00fcr all das, was in der traditionellen Lit.landschaft aus marktwirtschaftlichen Erw\u00e4gungen keinen Platz hatte.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial;\">Diese Kriterien fanden mit der Gr\u00fcndung des KRASH-Verlags ihre genuine Fortsetzung; die enge Zusammenarbeit mit dem K\u00f6lner Kunst-Underground wurde noch mehr forciert. Nach und nach wurde die Zusammenarbeit mit vielen Mitgliedern der Ultimate Akademie und den K\u00fcnstlern des ultinets und mit diversen Schriftsteller-Generationen und -Szenen intensiviert. Bei der Verlagsgr\u00fcndung ersetzten zun\u00e4chst Csaba Manfai und Erich Wilker die aus der Kerngruppe des &#8222;Zeilensprung&#8220; ausgeschiedenen J\u00f6rn Loges (Video, B\u00fchne), Monika Regelin, Anke Stahl und Khalid al-Maaly (heute al-kamel-verlag). Zeitweise eng begleitetet vom D\u00fcsseldorfer Autor A.J. Weigoni, mit dem wir die fast schon legend\u00e4re <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/11\/perlen-des-trash-%c2%b7-revisited\/\">Gossenheft-Reihe<\/a> im KRASH-Verlag begr\u00fcndeten, wechselten die mit KRASH kooperierenden Literaten und K\u00fcnstler jeweils projektbedingt. Heute noch z\u00e4hlen auf Autorenseite die Berliner Autoren J\u00f6rn Luther und Frank Willmann dazu. Kooperationen mit weiteren, der Independent-Szene zugeh\u00f6rigen Verlagen bestehen mit Basisdruck\/Berlin, PIPS\/Bonn, Das fr\u00f6hliche Wohnzimmer\/Wien etc.<\/span><\/p>\n<p align=\"JUSTIFY\"><span style=\"font-family: Arial;\">Die schon erw\u00e4hnte Gossenheft-Reihe ist auf literarischer Seite neben der Plakatzeitschrift f\u00fcr Visuelle Literatur, FLYER, sicherlich das Verlags-Aush\u00e4ngeschild. Eingebunden in die Chiffren von Pulp (Fiction) &amp; Pop pr\u00e4sentiert Deutschlands erste Garde von Jungliteraten seit 1989 experimentelle &amp; heftige Lit. im Schundheftformat. Neben der Bedienung klassischer Schund-Genres wie Arzt-, Liebes-, Heimat-, Kriminalroman und einigen Themen-Compilations (Sex, Gewalt von Rechts) bildeten gerade im letzten Jahr Quasi-Dokumentationen lieterarischer Koop-Techniken den vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt der Reihe: Der triefend triviale &#8222;Roman der Sechs&#8220; wurde \u00fcber einen Zeitraum von 2 Jahren gemeinschaftlich von 5 KRASH-Autoren geschrieben. Schneller waren 4 Autoren aus K\u00f6ln und D\u00fcsseldorf, die an nur 2 Tagen und in 2 N\u00e4chten mit Unterst\u00fctzung des KRASH.-Netzwerkes ( das sich per Fax einschaltete) in 2 Galerien in den 2 St\u00e4dten den Live-Roman &#8222;48 Stunden&#8220; zu Papier brachten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den Visuellen (Multiple-)Editionen, die in vorliegender Dokumentation an anderen Stellen im Chronik-Teil ausf\u00fchrlich behandelt werden, wollen wir aus der Vielzahl der KRASH-Aktionen 2 hervorheben, die stellvertretend f\u00fcr die Live-Aktivit\u00e4ten der letzten 12 Jahre stehen, tEXtile tEXte, die erste literarische Modenschau der Welt, basierend auf gleichnamiger Ausstellung von Aring, Ibsch, Pokoyski, Stahl und nat\u00fcrlich &#8222;Dichter in den Ring &#8211; Die Deutsche Literaturmeisterschaft&#8220;, 1993 wohl der erste gro\u00dfe und in seiner, dem Sport entliehenen, dramaturgischen Geschlossenheit konsequenteste Slam auf deutschem Boden, der 1995, ebenfalls im K\u00f6lner Rhenania, seine Fortsetzung fand und auch 1997 ausgelobt werden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"has-text-align-center\" style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Little mags<\/strong>. Unabh\u00e4ngige Literaturzeitschriften, von Hadayatullah H\u00fcbsch. Autorenhaus-Verlag Manfred Plinke, Berlin 2001.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2001\/04\/Hadayatullah-Hu\u0308bschlittle-mags-Unabha\u0308ngige-Literaturzeitschriften.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-85404\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2001\/04\/Hadayatullah-Hu\u0308bschlittle-mags-Unabha\u0308ngige-Literaturzeitschriften.jpg\" alt=\"\" width=\"229\" height=\"350\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2001\/04\/Hadayatullah-Hu\u0308bschlittle-mags-Unabha\u0308ngige-Literaturzeitschriften.jpg 229w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2001\/04\/Hadayatullah-Hu\u0308bschlittle-mags-Unabha\u0308ngige-Literaturzeitschriften-196x300.jpg 196w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2001\/04\/Hadayatullah-Hu\u0308bschlittle-mags-Unabha\u0308ngige-Literaturzeitschriften-160x245.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 229px) 100vw, 229px\" \/><\/a>Weiterf\u00fchrend \u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a>. Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>. Produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a>.<\/p>\n<div class=\"wp-block-image\" style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1989 war ich Underground. Und das war gut so. Denn wir wollten ums Verrecken nicht so sein wie die anderen \u2013 die B\u00f6lls, Grass\u2018, Walsers. Wenn man Trash und Indierock h\u00f6rt, kann man Wasserglaslesungen mit Blumenbouquet weniger goutieren. 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