{"id":103063,"date":"1995-10-20T00:54:11","date_gmt":"1995-10-19T23:54:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103063"},"modified":"2024-08-30T00:16:19","modified_gmt":"2024-08-29T22:16:19","slug":"der-erste-rockstar-der-poesie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/10\/20\/der-erste-rockstar-der-poesie\/","title":{"rendered":"Der erste Rockstar der Poesie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">I Was a Punk Before You Were a Punk<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">The Tubes<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">All die lederjackentragenden Jungm\u00e4nner, die ihren Selbsthass in die Welt rotzen, haben ein Vorbild; die wenigsten wiesen wer dies ist. Im typischen Gestus junger Dichter hasste Arthur Rimbaud die kleinb\u00fcrgerliche Enge seiner Vaterstadt, was z.\u00a0B. in dem satirischen Gedicht \u00c0 la musique (<em>An die Musik<\/em>) zum Ausdruck kommt, wo er eine mittelm\u00e4\u00dfige Milit\u00e4rkapelle und ihr spie\u00dfb\u00fcrgerliches Publikum verspottet.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Was kann das Holz daf\u00fcr, wenn es als Geige erwacht?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mai 1870 versuchte er eine erste Kontaktaufnahme zur literarischen Welt der Hauptstadt Paris. Er schickte dem arrivierten Lyriker und Vorsitzenden der Parnassiens, Th\u00e9odore de Banville, mehrere Gedichte, darunter das bekannte <em>Oph\u00e9lie (Ophelia)<\/em>, mit der Bitte um Aufnahme in Band II von dessen Anthologie <em>Le Parnasse contemporain<\/em> (nach der sich anschlie\u00dfend die betreffende Dichtergruppe benannte). Durchaus selbstbewusst k\u00fcndigte er Banville an, er werde in ein, zwei Jahren sicherlich auch selbst in der Hauptstadt pr\u00e4sent sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Ich ist ein anderer.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sp\u00e4tsommer 1870 nahm das bis dahin \u00e4u\u00dferlich ruhige Leben des knapp 16-J\u00e4hrigen eine tiefgreifende Wendung. Am 19. Juli 1870 hatte der franz\u00f6sische Kaiser Napoleon\u00a0III. dem K\u00f6nig von Preu\u00dfen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsch-Franz%C3%B6sischer_Krieg\">Krieg<\/a> erkl\u00e4rt, sich aber rasch als milit\u00e4risch unterlegen erwiesen. Mitte August begannen die Preu\u00dfen und ihre Verb\u00fcndeten, die Festung Sedan einzukreisen (Schlacht bei Sedan), die nur 25\u00a0km entfernt maasaufw\u00e4rts von Charleville und der s\u00fcdlich hieran angrenzenden Garnison- und Festungsstadt M\u00e9zi\u00e8res lag. Wenig sp\u00e4ter, am 29. August 1870, nutzte Rimbaud das allgemeine Durcheinander in seinem frontnahen Heimatort: Er setzte sich \u00fcber den ausdr\u00fccklichen Wunsch seines Mentors Izambard hinweg, der seine Paris-Tr\u00e4ume kannte, inzwischen aber in seine Heimatstadt Douai zur\u00fcckgekehrt war. Und statt zu Haus bei seiner Familie zu bleiben, bestieg er heimlich einen Zug und fuhr nach Paris. Ein wichtiges Motiv f\u00fcr ihn war offenbar, dass (wie er in einem Brief an Izambard beklagt hatte) keine neuen B\u00fccher und Zeitschriften mehr in Charleville ankamen und er sich z.\u00a0B. den neuesten Gedichtband von Paul Verlaine nicht beschaffen konnte, dessen <em>F\u00eates galantes<\/em> (1869) er mit Begeisterung gelesen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Alle, so viele wir auch sein m\u00f6gen, ob wir nun so oder so schreiben, ob wir untereinander zerrissen, uneinig, verfeindet sein m\u00f6gen, haben dennoch den gemeinsamen Nenner, der unsere Tr\u00e4ume bestimmt, den ewig jungen Rimbaud.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Louis Aragon<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Ankunft in Paris wurde er, weil er keine ausreichende Fahrkarte und auch kein Geld zum Nachl\u00f6sen hatte, festgenommen und ins Gef\u00e4ngnis gesteckt. Von dort richtete er am 5. September 1870 (einen Tag nach der Abdankung Napol\u00e9ons) einen Brief an Izambard mit der Bitte, dieser m\u00f6ge ihn ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Izambard schickte in der Tat die erforderliche Summe sowie das Geld f\u00fcr eine Fahrkarte nach Douai. Hier brachte er Rimbaud, nicht ohne zugleich dessen Mutter zu informieren, bei Verwandten unter und stellte ihn dem ebenfalls dichtenden Freund und Verleger Paul Demeny vor. Vor allem begeisterte er ihn f\u00fcr die Sache der soeben ausgerufenen Republik. Dass der nicht einmal 16-j\u00e4hrige Rimbaud in Douai regul\u00e4res Mitglied der dortigen Abteilung der Nationalgarde geworden sei, ist unwahrscheinlich. Immerhin verfasste er offenbar in ihrem Namen unter dem Pseudonym <em>F. Petit<\/em> einen an den B\u00fcrgermeister gerichteten Protestbrief, der in einer republikanischen Zeitschrift erschien. Ende September kehrte er auf Verlangen seiner zornigen Mutter nach Charleville zur\u00fcck, begleitet von Izambard, der sie vergeblich zu bes\u00e4nftigen versuchte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Es ist falsch, zu sagen: Ich denke. Es m\u00fcsste hei\u00dfen: Man denkt mich.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kaum zwei Wochen zu Hause, riss Rimbaud erneut aus und ging mit der Idee, Journalist zu werden, ins neutrale Belgien, zun\u00e4chst nach Charleroi, dem Hauptort Walloniens, wo er \u00fcber Izambard oder Demeny eine Adresse als Anlaufstelle hatte. Als er, sicher auch wegen seiner Jugend, abgewiesen wurde, fuhr er weiter nach Br\u00fcssel, wo er Izambard bei einem Freund vermutete, aber nicht antraf. Er reiste deshalb nach Douai, von wo er zwei Wochen sp\u00e4ter, Anfang November, wohl auf Dr\u00e4ngen Izambards nach Hause zur\u00fcckkehrte. Einige Gedichte, z.\u00a0B. <em>Au Cabaret-Vert (Im Gr\u00fcnen Cabaret)<\/em> (eine Kneipe in Charleroi), entstanden w\u00e4hrend dieser Belgien-Exkursion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immerhin hatte Rimbaud in den beiden Wochen von Douai zwei Hefte mit 22 seiner bis dahin verfassten Gedichte gef\u00fcllt und Demeny \u00fcbergeben. Seine mutma\u00dflichen Hoffnungen, Demeny, der Miteigent\u00fcmer eines kleinen literarischen Verlags war, werde sie vielleicht publizieren, erf\u00fcllten sich nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele dieser St\u00fccke sind, im Sinne der Lyrik der Zeit, durchaus gef\u00e4llig, auch wenn die nach dem Kriegsausbruch verfassten schon diese oder jene gewollte Dissonanz aufweisen. F\u00fcr Anthologien und Schulleseb\u00fccher werden sie deshalb bevorzugt ausgew\u00e4hlt, wie z.\u00a0B. das bekannte Sonett \u00fcber den toten Soldaten am Fluss, <em>Le Dormeur du val (Der Schl\u00e4fer im Tal)<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Arbeiterklasse hat keine Ideale zu verwirklichen; sie hat nur die Elemente der neuen Gesellschaft in Freiheit zu setzen, die sich bereits im Scho\u00df der zusammenbrechenden Bourgoisgesellschaft entwickelt haben.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">(Karl Marx: \u201eDer B\u00fcrgerkrieg in Frankreich\u201c, 1871)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Winter 1870\/1871 verbrachte Rimbaud lesend und schreibend in Charleville, das im Januar 1871 nach kurzem Beschuss von deutschen Truppen besetzt worden war. Die Schulen waren noch geschlossen, doch offensichtlich hatte er, entgegen den W\u00fcnschen seiner Mutter, die ihn angeblich in eine Privatschule (<em>pension<\/em>) stecken wollte, das Ziel des Baccalaur\u00e9ats auch aufgegeben. Seine h\u00e4ufigen Besuche in der Stadtbibliothek spiegelt das Gedicht Les assis (<em>Die Sitzenden<\/em>), worin er boshaft die anderen Leser karikiert und hierbei zugleich einen sehr unpoetisch wirkenden neuen Dichtstil erprobt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Die Welt ver\u00e4ndern \u2212, hat Marx gesagt; \u2013 das Leben \u00e4ndern \u2212, hat Rimbaud gesagt: diese beiden Losungen \u2013 f\u00fcr uns sind sie nur eine.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">(Andr\u00e9 Breton, Juni 1935)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende Februar riss er erneut aus und schlug sich durch nach Paris, das inzwischen von deutschen Truppen eingekreist und teilweise besetzt worden war. Er st\u00f6berte, wie sich einem Brief an Izambard entnehmen l\u00e4sst, in Buchhandlungen, trat jedoch nach wenigen Tagen zu Fu\u00df den Heimweg an. Unbewiesen und wenig wahrscheinlich ist die Vermutung, er habe sich nach Ausrufung der Pariser Kommune am 18. M\u00e4rz 1871 erneut in die Hauptstadt aufgemacht und dort als Freisch\u00e4rler an der vergeblichen Verteidigung der anarchistisch und libert\u00e4r organisierten Pariser Kommune teilgenommen. Seine Sympathien f\u00fcr die Kommune spiegeln sich jedoch in einigen Gedichten aus dieser Zeit, z.\u00a0B. in dem bitterb\u00f6sen <em>Chant de guerre parisien (Pariser Kriegsgesang)<\/em> oder dem sarkastischen <em>L\u2019Orgie parisienne Ou Paris se repeuple (Die Pariser Orgie<\/em>, oder: <em>Paris bev\u00f6lkert sich wieder)<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend Paris in politischen Wirren versank und die Entwicklung auf die blutige Niederschlagung der Kommune durch die Truppen der provisorischen franz\u00f6sischen Regierung zusteuerte (22. \u2013 28. Mai 1871), sa\u00df Rimbaud frustriert in Charleville, las sich weiter durch die Best\u00e4nde der Stadtbibliothek, spintisierte und schrieb. Gelegentlich wurde er von Kumpanen zum Trinken eingeladen, wobei er als Gegenleistung offenbar den Clown und Unterhalter spielte. In dieser Zeit war der ebenfalls dichtende Freund Ernest Delahaye f\u00fcr ihn wichtig, dem er zeitlebens verbunden blieb und dessen Erinnerungen sp\u00e4ter eine bedeutende biografische Informationsquelle wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Fordern wir unterdessen von den Dichtern Neues \u2013 Ideen und Formen<\/em>.<\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\">(Arthur Rimbaud an Paul Demeny am 15. Mai 1871)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neue Versuche, gem\u00e4\u00df dem Wunsch der zunehmend ungehaltenen Mutter einen ordentlichen Beruf zu ergreifen, unternahm er nicht, obwohl er finanziell von ihr schmerzhaft kurz gehalten wurde. Vielmehr schrieb er Gedichte in einem zunehmend hermetisch und teils provokativ unpoetisch wirkenden Stil und spann sich ein in seiner Vorstellungswelt. Hiervon zeugen die beiden exaltierten Briefe vom 12. und 15. Mai 1871, die als <em>lettres du voyant<\/em> (Briefe des Sehers) bekannt geworden sind. Der erste, k\u00fcrzere, ist an Izambard gerichtet, der inzwischen in Douai wieder brav als Lehrer arbeitete und deshalb von Rimbaud etwas sp\u00f6ttisch behandelt wird. Der zweite, erheblich l\u00e4ngere, ging an Demeny, der immerhin schon ein Gedichtb\u00e4ndchen publiziert hatte und den er jetzt anscheinend als wichtiger betrachtete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Briefen entwirft Rimbaud eine eigene Poetik, seine individuelle Dichtungstheorie und -praxis, einschlie\u00dflich einer \u201eradikal verk\u00fcrzte(n) Dichtungsgeschichte und -kritik\u201c. Er versteht sich als eine Art Medium der Dichtkunst\u00a0\u2013 der Dichter macht sich zum <em>Seher<\/em>, und zwar durch \u201eeine lange, unerme\u00dfliche und planm\u00e4\u00dfige Ausschweifung aller Sinne\u201c (\u00ab\u00a0d\u00e9r\u00e8glement de tous les sens\u00a0\u00bb, deutsch: \u201eEnt-regelung\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn mit der ber\u00fchmt gewordenen Formel <em>Je est un autre (Ich ist ein Anderer)<\/em> charakterisiert er den Dichter als dichtenden Seher und Erf\u00fcller einer Art h\u00f6heren Auftrags, der ihn, auch gegen seinen Willen, in Ekstasen und in unbekannte Regionen der Phantasie und der Erkenntnis treibe, die den normalen Menschen unzug\u00e4nglich und bisher auch von Dichtern kaum erreicht worden seien. <em>Ich ist ein Anderer<\/em> zeigt den Dichter auf dem Weg zum Seher als jemanden, der \u00fcber sich selbst hinausgeht \u2013 eine Selbstbefreiung \u201eals horrende Grenz\u00fcberschreitung\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich bricht er den Stab \u00fcber alle Lyriker vor ihm, mit Ausnahme Hugos, Baudelaires und Verlaines, und illustriert mit einigen eingestreuten eigenen Gedichten seine neuen Ideen von einer Dichtkunst, die weniger nach Sch\u00f6nheit strebt als nach enger Beziehung zur Realit\u00e4t, auch zur sozialen und politischen. Entsprechend beauftragte er brieflich wenig sp\u00e4ter Demeny, dieser m\u00f6ge die beiden Hefte mit seinen \u00e4lteren Texten verbrennen (was der nicht tat). Das mitgeschickte l\u00e4ngere Gedicht <em>Les po\u00e8tes de sept ans<\/em> soll offenbar seinen Bruch mit der gutb\u00fcrgerlichen Kindheit beweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitte August 1871 sandte Rimbaud erneut ein Gedicht an Banville, samt einem Brief mit der wohl eher rhetorischen Frage, ob er seit dem letzten Jahr Fortschritte gemacht habe. Anscheinend kam aber keine Antwort auf das 160 Verse lange Opus <em>Ce qu\u2019on dit au Po\u00e8te a propos de fleurs (Was man [d.\u00a0h. ein anonymer typischer Spie\u00dfb\u00fcrger] dem Dichter zum Thema Blumen sagt)<\/em>. Vielleicht hatte die bewusst ungef\u00e4llige Behandlung eines eigentlich gef\u00e4lligen poetischen Sujets eher befremdlich auf Banville gewirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz danach, im September, suchte Rimbaud brieflich Kontakt mit dem bewunderten Verlaine. Dieser war beeindruckt von den mitgeschickten Gedichten und lud ihn sofort zu sich nach Paris ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><strong>\u00a0<\/strong><span style=\"color: #999999;\">Ent-Regelung ALLER Sinne.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rimbaud, der sich zu Hause unter Druck und fehl am Platz f\u00fchlte, folgte sofort und wurde aufgenommen von Verlaine und seiner hochschwangeren Frau Mathilde. Verlaine hatte zwar gerade als Sympathisant der Kommune seine Anstellung bei der Pariser Stadtverwaltung verloren, war aber dank seiner wohlhabenden verwitweten Mutter nicht mittellos. Als im Oktober Mathilde niederkam, wurde Rimbaud umquartiert zu deren Eltern, wo der knapp 17-J\u00e4hrige sich allerdings durch betont flegelhaftes Betragen so unbeliebt machte, dass er zu Freunden Verlaines umziehen musste, die er jeweils auch ver\u00e4rgerte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Hinab glitt ich die Fl\u00fcsse, von tr\u00e4ger Flut getragen,<\/span><\/em><br \/>\n<em><span style=\"color: #999999;\">da f\u00fchlte ich: es zogen die Treidler mich nicht mehr.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Paris mitgebracht hatte er unter anderem sein 100 Verse langes Gedicht <em>Das trunkene Schiff<\/em>, das sein ber\u00fchmtestes Werk werden sollte. Dieser surrealistisch wirkende Text, in dem das lyrische Ich als ein Schiff auftritt, das in eindrucksvollen Bildern von einer traumartigen Reise steuerlosen Dahintreibens erz\u00e4hlt, verschaffte dem jugendlichen Autor die sofortige Bewunderung des Kreises meist j\u00fcngerer (politisch eher linker) Literaten, in den er von Verlaine eingef\u00fchrt wurde. Daneben schrieb er weitere Gedichte, darunter politisch motivierte, sowie zum Spa\u00df auch einige Parodien im Stil seiner neuen Bekannten (erhalten in einem Sammelalbum des Kreises, dem sog. Album zutique). Die meisten Texte dieser Zeit, insbesondere das <em>Bateau ivre<\/em>, sind nur dadurch erhalten, dass Verlaine sie f\u00fcr sich abschrieb.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4testens gegen Jahresende entwickelte sich ein sexuelles Verh\u00e4ltnis zwischen Rimbaud und Verlaine. Dessen Frau, Schwiegereltern und Mutter waren emp\u00f6rt, etliche Bekannte offenbar auch. Rimbaud zog sich deshalb Ende Februar 1872 wie ein Versto\u00dfener zur\u00fcck nach Charleville bzw. nach Roche, wo sich seine Familie jetzt immer h\u00e4ufiger aufhielt. Die nach dieser Art Flucht verfassten Gedichte zeugen von seiner Entt\u00e4uschung und Verunsicherung. Sie vollziehen zugleich einen weiteren Schritt zu hermetischen, mitunter sinnfrei wirkenden Texten und l\u00f6sen sich zunehmend von den Zw\u00e4ngen formell korrekter Metrik und korrekten Reimens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mai 1872 folgte Rimbaud den Bitten Verlaines und kam wieder nach Paris. Ein paar Wochen sp\u00e4ter, am 7. Juli 1872, brachen die beiden, zun\u00e4chst offenbar in Hochstimmung, Richtung Nordosten auf. Es war der Beginn eines einj\u00e4hrigen wechselvollen Wanderlebens, meistens zu zweit, aber immer wieder auch, nach Streitereien, getrennt. Ihren Lebensunterhalt bestritten sie anscheinend \u00fcberwiegend mit Zuwendungen ihrer M\u00fctter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So waren sie im Herbst 1872, nach einer Stippvisite in Charleville und einem gescheiterten Vers\u00f6hnungsversuch Verlaines mit seiner Frau, l\u00e4ngere Zeit in London, wo sie unter emigrierten Kommunarden verkehrten. Hier schrieb Rimbaud wohl seine letzten Gedichte in Versform und schwenkte um auf Prosa, die ihm nun sichtlich als die angemessenere Form f\u00fcr die zunehmend unkonkreten Inhalte seiner Texte erschien. Wahrscheinlich entstanden in dieser Zeit erste St\u00fccke der sp\u00e4teren Sammlung <em>Illuminations<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jahreswende 1872\/1873 verbrachte er bei seiner Familie in Charleville, reiste im Januar jedoch auf Kosten der Mutter von Verlaine nach London, um den dort erkrankten Freund zu pflegen. Im April findet man ihn in Roche, im Mai und Juni wieder mit Verlaine in London. Ihre Liebesbeziehung wurde hier zunehmend gepr\u00e4gt von unerf\u00fcllten W\u00fcnschen und Sehns\u00fcchten, von Schmerz und Wut und Verzweiflung \u00fcber das absehbare Scheitern.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>Ich m\u00fcsste meine eigene H\u00f6lle haben f\u00fcr den Zorn, meine H\u00f6lle f\u00fcr den Hochmut, &#8211; und die H\u00f6lle der Z\u00e4rtlichkeit; ein ganzes Konzert von H\u00f6llen.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4testens in Roche war der inzwischen gut 18-J\u00e4hrige offenbar in eine tiefe Krise gest\u00fcrzt, die er hier und dann in London in kurzen Prosatexten mit gelegentlich eingestreuten Versen zu verarbeiten versuchte. In diesen gattungsm\u00e4\u00dfig schwer einzuordnenden Texten blickt Rimbaud scheinbar mehr alogisch assoziierend als logisch referierend auf seine Vergangenheit zur\u00fcck und nimmt ebenso sprunghaft seine Gegenwart ins Visier. Dennoch sind die Texte genau gearbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Form einer Mischung aus R\u00fcckschau, Beichte, Selbstgespr\u00e4ch, Bericht, Reflexion, Klage und Selbstanklage, zeitweise deprimiert und fast zornig, aus innerer Verwirrung heraus, unternimmt Rimbaud eine \u201ebeharrlich und streng zu Ende gef\u00fchrte Pr\u00fcfung aller (seiner) metaphysischen Unternehmungen\u201c, bei der er wahrlich durch die H\u00f6lle ging und geht. <em>Une saison en enfer (Eine Zeit in der H\u00f6lle)<\/em> betitelte er sp\u00e4ter das in Roche fertig bearbeitete B\u00e4ndchen, in dem er nun umfassend das weiterf\u00fchrt, was er bereits in den Seher-Briefen proklamiert hatte. Im Kapitel <em>Alchimie des Wortes<\/em> entwickelt er seine neue Poetik, die in den Seher-Briefen ihren Anfang fand; nun aber formuliert er neu aus kritischer R\u00fcckschau auf seine damaligen Vorstellungen. Und im Kapitel <em>Delirien I \u2013 T\u00f6richte Jungfrau\/Der H\u00f6llengemahl<\/em> blickt er zur\u00fcck auf seine Beziehung zu Verlaine.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 10. Juli 1873 suchte er in Br\u00fcssel Verlaine auf, der ihn wenige Tage zuvor in London im Streit verlassen hatte und dann in Briefen an seine Mutter und an ihn mit Selbstmord gedroht hatte. Statt zur Vers\u00f6hnung kam es jedoch zu neuem Streit, wobei der betrunkene Verlaine vor den Augen der Mutter mit einem Revolver auf Rimbaud schoss und ihm eine Wunde an der Hand beibrachte. Zwar verzichtete Rimbaud auf eine Strafverfolgung, doch wurde Verlaine inhaftiert und anschlie\u00dfend zu einer zweij\u00e4hrigen Gef\u00e4ngnisstrafe verurteilt, die praktisch das Ende ihrer schwierigen Freundschaft bewirkte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rimbaud ging nach Roche, wo er <em>Une saison en enfer<\/em> mit dem Kapitel <em>Adieu<\/em> wie folgt abschloss: \u201eIch! ich, der sich Magier oder Engel genannt hat, losgesagt von jeder Moral, ich bin der Erde zur\u00fcckgegeben, eine Pflicht zu suchen und die rauhe Wirklichkeit zu umarmen!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Oktober 1873 erfolgte der Druck in Br\u00fcssel, doch blieb die gesamte Auflage, au\u00dfer einigen Vorab-Exemplaren, die er, u.\u00a0a. an Verlaine, verschenkte, im Lager der Druckerei. Sie galt sogar, bis zu ihrer zuf\u00e4lligen Wiederentdeckung 1901, als von Rimbaud selbst vernichtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ende des Jahres lernte er bei einem Paris-Besuch mit Germain Nouveau einen neuen Freund kennen. Mit ihm reiste er im M\u00e4rz 1874 abermals nach London. Dort arbeitete er (gemeinsam mit Nouveau) an der Reinschrift einer offenbar schon 1872 begonnenen Serie von kurzen Texten in Prosa (den sp\u00e4teren <em>Illuminations<\/em>). Es sind dies suggestiv-assoziative, weitgehend sinnfreie, teils bewegte, teils unbewegte impressionistische Bilder aus Wort-, Klang-, Gedanken- und Dingmalereien, die sich wie Traumvisionen oder gar Halluzinationen lesen, sich jeder logischen Deutung entziehen, aber dennoch keinen Zweifel an ihrem Charakter als innerlich zusammenh\u00e4ngende Wortkunstwerke lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein erst 2018 entdeckter Brief Rimbauds an den im Londoner Exil lebenden Jules Andrieu (ehemaliges Mitglied der Pariser Kommune) vom 16. April 1874 belegt, dass Rimbaud in diesen Wochen mit einem literarisch-poetischen Projekt <em>L\u2019histoire magnifique<\/em> befasst war, wof\u00fcr er Unterst\u00fctzung bei Andrieu erbat. Die bereits verfassten Prosagedichte waren vermutlich als Teil dieses Projektes vorgesehen. Andrieu reagierte offenbar nicht. Im Juli 1874 bat Rimbaud seine Mutter und die \u00e4ltere Schwester Vitalie, ihn in London zu besuchen, weil es ihm sehr schlecht ging (mit Krankenhausaufenthalt). Am Jahresende kehrte er nach Charleville zur\u00fcck.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Da ich zu empfindlich bin, verschwendete ich mein Leben.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Fehlschlag im Zusammenhang mit <em>L\u2019historie magnifique<\/em> hatte der nunmehr 19-J\u00e4hrige mit der Literatur wohl abgeschlossen. Er begann Klavierspielen zu \u00fcben und ging im Februar 1875 nach Stuttgart, mit der Absicht, Deutsch zu lernen. Hier erhielt er Besuch von dem vorzeitig entlassenen und mittlerweile zum katholischen Glauben zur\u00fcckgekehrten Verlaine, der ihn zu vers\u00f6hnen und ihn vergeblich zu der Fr\u00f6mmigkeit zu f\u00fchren versuchte, die ihn selbst im Gef\u00e4ngnis \u00fcberkommen hatte. Ihm gab er Manuskripte von Prosagedichten mit, mit dem ausdr\u00fccklichen Hinweis, dass sie ver\u00f6ffentlicht werden sollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Mai brach er zu Fu\u00df in Richtung Italien auf, wo er Italienisch zu lernen gedachte. Die Prosagedichte wurden erst 1886 ohne sein Wissen von Verlaine in einer Zeitschrift publiziert, wobei dieser auch den mehrdeutigen Titel (<em>kolorierte Buchillustrationen<\/em> bzw. <em>Erleuchtungen<\/em>) festlegte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur\u00fcck aus Italien, wo er erkrankt war und mit vorgestrecktem Geld eines Konsulats die R\u00fcckreise nach Roche hatte antreten m\u00fcssen, stellte Rimbaud \u00dcberlegungen an, ob er vielleicht als Externer noch das Baccalaur\u00e9at ablegen k\u00f6nne. Doch wurde hieraus nichts, vielmehr findet man ihn im Juli 1875 in Paris, wo er eine befristete Stelle als Repetitor erhalten hatte. Das Winterhalbjahr 75\/76 verbrachte er in Charleville, wo er weiter Klavierspielen \u00fcbte, aber auch den Tod der \u00e4lteren seiner beiden Schwestern erlebte.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Das Leben ist anderswo.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Arthur Rimbaud<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Fr\u00fchjahr \u00fcberkam ihn neue Unrast. Im April 1876 findet man ihn in Wien und wenig sp\u00e4ter in Br\u00fcssel, wo er sich als S\u00f6ldner in der holl\u00e4ndischen Kolonialarmee anwerben lie\u00df. Auf Java angekommen, desertierte er jedoch und fuhr als Matrose auf einem englischen Segelschiff zur\u00fcck. Nach einer k\u00fcrzeren Zeit in Nordeuropa (1877) ging er nach Alexandria, erkrankte dort und schl\u00fcpfte danach kurz bei seiner Familie unter. 1878 findet man ihn in Hamburg, sp\u00e4ter in Italien und schlie\u00dflich auf Zypern, wo er im Dienst einer franz\u00f6sischen Firma einige Zeit einen Steinbruch leitete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1880 gelangte er nach Aden (im heutigen Jemen) und wurde dort Angestellter einer franz\u00f6sischen Firma, die mit Pelzen und Kaffee handelte. F\u00fcr sie, aber sp\u00e4ter auch auf eigene Initiative und Rechnung unternahm er mehrfach Expeditionen in das fast noch unbekannte Innere von \u00c4thiopien und Somalia, wobei er die gesch\u00e4ftlichen Aspekte mit wissenschaftlichen zu verbinden versuchte und z.\u00a0B. einen mit eigenen Fotos illustrierten Bericht f\u00fcr eine geographische Fachzeitschrift verfasste, der 1884 erschien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anfang 1891, w\u00e4hrend eines Aufenthalts in Somalia, bekam er starke Schmerzen im Knie. Er liquidierte unter Verlusten, aber immer noch mit einem betr\u00e4chtlichen Kapital, sein Gesch\u00e4ft und reiste unter gro\u00dfen Strapazen nach Marseille. In einer dortigen Klinik f\u00fcr gut situierte Patienten stellte sich heraus, dass er Knochenkrebs hatte und das Bein amputiert werden musste. Hiernach verbrachte er, auf Genesung hoffend, einige Sommerwochen in Roche, fuhr dann aber wieder unter Schmerzen in die Klinik nach Marseille. Zuvor vernichtete er fast alle in seinem Besitz befindlichen Materialien aus seiner Zeit als moralisch, politisch und religi\u00f6s nicht b\u00fcrgerlich-korrekt schreibender Dichter, die er als fern und abgetan betrachtete.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Durch die blauen Abende des Sommers werde ich gehen,<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\"><em>in den von Korn stechenden Wegen das zarte Gras zertreten.<\/em><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #999999;\"><em>Ich Tr\u00e4umer.<\/em><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_103064\" style=\"width: 238px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-103064\" class=\"wp-image-103064 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Rimbaud-228x300.png\" alt=\"\" width=\"228\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-103064\" class=\"wp-caption-text\">Arthur Rimbaud, Photo: \u00c9tienne Carjat, 1872<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Im typischen Gestus junger Dichter hasste Arthur Rimbaud die kleinb\u00fcrgerliche Enge seiner Vaterstadt, was z.\u00a0B. in dem satirischen Gedicht <em>\u00c0 la musique<\/em> (<em>An die Musik<\/em>) zum Ausdruck kommt, er ist <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/10\/20\/der-erste-rockstar-der-poesie\/\">der erste Rockstar der Poesie<\/a>. Dichter wie der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/11\/06\/dub-poetry\/\">Dub-Poet Linton Kwesi Johnson<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2024\/08\/30\/medway-poets\/\">Punk-Poet John Cooper Clarke<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/11\/12\/haus-und-hof-punks\/\">Lo-Fi-Poet Dan Treacy<\/a>, der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1991\/01\/01\/zur-lage-der-detonation-revisited\/\">Sp\u00e4t-Expressionist<\/a> Peter Hein, der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2023\/12\/08\/wings\/\">Lizard-King<\/a> Jim Morrison und die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/12\/30\/leben-und-kunstwollen-im-transit\/\">Grandma des Punk<\/a> Patti Smith nutzten Musik als Transportmittel f\u00fcr ihre Lyrics. Und eigentlich k\u00f6nnte auch: \u201eDylan gut ohne den Nobelpreis f\u00fcr Literatur weiterleben und -arbeiten. <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/10\/14\/the-dimes-they-are-a-changin\/\"><em>Er ist auch kein genuiner Kandidat<\/em><\/a><em>, <\/em>insofern er halt kein \u201arichtiger\u2018 Schriftsteller ist, sondern ein Singer-Songwriter.\u201c<em> (<\/em>Heinrich Detering). Es gibt im Leben sowie in der Kunst unterschiedliche Formen von Erfolg. Zum einen gibt es die Auszeichnung durch Preise und Stipendien, zum anderen die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/01\/30\/zum-geleit-2\/\">Anerkennung<\/a> durch die Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I Was a Punk Before You Were a Punk The Tubes All die lederjackentragenden Jungm\u00e4nner, die ihren Selbsthass in die Welt rotzen, haben ein Vorbild; die wenigsten wiesen wer dies ist. 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