{"id":103013,"date":"1995-05-21T00:16:46","date_gmt":"1995-05-20T22:16:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=103013"},"modified":"2022-05-09T13:45:31","modified_gmt":"2022-05-09T11:45:31","slug":"der-ursprung-der-spontaneitaet","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/05\/21\/der-ursprung-der-spontaneitaet\/","title":{"rendered":"Der Ursprung der Spontaneit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Johann Wolfgang Goethe<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das moderne Subjekt wird im 18. Jahrhundert krisenhaft geboren, in der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/12\/10\/die-keimzelle-des-nonkonformismus\/\">Romantiker-WG in Jena<\/a>. Im kulturellen Kontext spricht man von Romantikern, der Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gegenkultur oder \u201eUnderground\u201c-Bewegung, im politischen von Dissidententum. Romantik bedeutete im Sinne von Friedrich Schlegel Abwendung von der Antike und von klassischen Vorbildern: Die mit dem Terminus <em>Romantiker<\/em> bezeichneten, in ihrem Selbstverst\u00e4ndnis \u201emodernen\u201c Autoren erschlie\u00dfen sich Themen aus ihrer eigenen Kultur und Geschichte und wenden sich von klassischen Formen ab. Das erkl\u00e4rt aus der nachtr\u00e4glichen und historischen Perspektive die Vorliebe f\u00fcr eine fragmentarische Schreibweise in der Romantik. Die Hinwendung zur eigenen Kultur bedeutete zugleich eine st\u00e4rkere Hinwendung zu phantastischen und traumhaften Inhalten, insbesondere zur Sagen- und Mythenwelt des Mittelalters oder zur barocken Mystik. Die Romantiker betrachteten das antike Menschenbild als unvollst\u00e4ndig, als unvollkommene Aussch\u00f6pfung des menschlichen Wesens. Das, was zu erg\u00e4nzen war, umriss Schlegel mit dem Wort \u201eParadoxie\u201c: Das vom normalen Denken abweichende Empfinden jenseits des rational Verstehbaren und Begreiflichen sollte hervorgehoben werden. Diese Erfassung aller Lebensbereiche war das Ziel der \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/04\/13\/universalpoesie\/\">Universalpoesie<\/a>\u201c.<\/p>\n<div id=\"attachment_98404\" style=\"width: 221px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98404\" class=\"wp-image-98404 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Jaguar-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98404\" class=\"wp-caption-text\">Das Gossenheft folgt auf den &#8222;Schauerroman&#8220;<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Romantik kann auf zwei seinerzeit popul\u00e4re literarische Richtungen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Zun\u00e4chst einmal sind ihre englischen Wurzeln zu ber\u00fccksichtigen. Hier ist die Entdeckung der pittoresken Landschaften wichtig, wie sie Joseph Addison in seinem ber\u00fchmten Spectator-Essay \u00fcber \u201eImagination\u201c hervorgehoben hat. Die Nacht- und Grabesdichtung der Engl\u00e4nder ab 1740 geh\u00f6rt ebenso zu den Voraussetzungen der Romantik wie das Gothic Revival. Im Rahmen dieser Wiederentdeckung der Gotik und des Mittelalters stand zun\u00e4chst die Gartenkunst im Mittelpunkt, sp\u00e4ter auch die Literatur. Horace Walpole ist hier eine zentrale Figur. Er begann 1747 mit dem Umbau seines Landsitzes Strawberry Hill an der Themse zu einem neogotischen Schloss-Kloster und schrieb 1764 den ersten Schauerroman The Castle of Otranto. Es handelt sich einerseits um die Schauerliteratur der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts \u2013 in England und Deutschland las man leidenschaftlich gerne die Vorl\u00e4ufer der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1989\/08\/11\/gossenhefte\/\">Gossenhefte<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum anderen muss die literarische Str\u00f6mung des Sturm und Drang ber\u00fccksichtigt werden, der Ende des 18. Jahrhunderts im deutschen Sprachraum von vielen Literaten getragen wurde. W\u00e4hrend Schauerromane eher der Trivialliteratur zugerechnet werden, befanden sich die Werke der Sturm-und-Drang-Bewegung, vertreten u.\u00a0a. durch Johann Wolfgang Goethes Briefroman <em>Die Leiden des jungen Werther<\/em> und Friedrich Schillers Drama <em>Die R\u00e4uber<\/em>, auf h\u00f6herem literarischen Niveau. Die historisch r\u00fcckw\u00e4rts gewandte Schauerliteratur regte die Phantasie an, Motive waren oft Gespenster, Ritter, verwunschene und halbzerfallene Burgen. Neben Schlegel und Novalis geh\u00f6rte auch der Dichter Ludwig Tieck zu den pr\u00e4genden Pers\u00f6nlichkeiten der deutschen Fr\u00fchromantik, deren Urspr\u00fcnge in Jena gesehen werden. Einen entscheidenden Impuls gab Friedrich Schleiermachers Buch: \u201e\u00dcber die Religion. Reden an die Gebildeten unter ihren Ver\u00e4chtern\u201c, das den Romantikern einen neuen religi\u00f6sen Impuls vermittelte. Friedrich Schlegel schrieb 1798:<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #999999;\">Der revolution\u00e4re Wunsch, das Reich Gottes zu realisieren, ist [\u2026] der Anfang der modernen Geschichte [\u2026].<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Satz steht am Anfang einer neuen religi\u00f6s aufgeladenen \u00c4sthetik, wie sie seit der Romantik nicht nur die Literatur pr\u00e4gt, sondern auch die Malerei \u2013 so die Kunst der Nazarener \u2013 wie auch die Musik\u00e4sthetik eines Richard Wagner. Madame de Sta\u00ebl \u00f6ffnete die T\u00fcr f\u00fcr die deutsche Romantik auch in Frankreich. Von vielen deutschen und franz\u00f6sischen Romantikern wie Clemens Brentano oder Fran\u00e7ois-Ren\u00e9 de Chateaubriand wurden die ethischen, \u00e4sthetischen und emotionalen Aspekte der katholischen Religion verkl\u00e4rt; nicht alle wurden jedoch zu Anh\u00e4ngern eines restaurativen Konservatismus wie etwa Heinrich von Kleist. Victor Hugo setzt sich als Anf\u00fchrer einer demokratischen Partei f\u00fcr Menschenrechte und Menschenw\u00fcrde ein. In England f\u00fchrten die Nachrichten von der Terrorherrschaft des Wohlfahrtsausschusses dazu, dass sich William Wordsworth und Samuel Taylor Coleridge von der Revolution distanzierten und sich st\u00e4rker religi\u00f6sen und patriotischen Zielen verpflichtet f\u00fchlten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Grundthemen der Romantik sind Gef\u00fchl, Leidenschaft, Individualit\u00e4t und individuelles Erleben sowie Seele, vor allem die gequ\u00e4lte Seele. Romantik entstand als Reaktion auf das Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufkl\u00e4rung, der die Natur entgegengesetzt wird, und auf das strenge Regelwerk des durch die Antike inspirierten Klassizismus. Im Vordergrund stehen Empfindungen wie Sehnsucht, Mysterium und Geheimnis. Dem in die Zukunft gerichteten Rationalismus und Optimismus der Aufkl\u00e4rung wird ein R\u00fcckgriff auf das Individuelle und Numinose gegen\u00fcbergestellt. Diese Charakteristika sind bezeichnend f\u00fcr die romantische Kunst und f\u00fcr die entsprechende Lebenseinstellung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur massenhaften Ausbreitung der Romantik kam es, als am Ende des 18. Jahrhunderts, nach einer \u00c4ra relativer Ruhe, in der viele Konflikte auf diplomatischem Wege geregelt worden waren, pl\u00f6tzlich die Franz\u00f6sische Revolution und Napoleon den europ\u00e4ischen Kontinent mit Kriegen \u00fcberzogen. Es waren Helden gesucht wie etwa Napoleon in Frankreich oder Admiral Nelson in England, und romantische W\u00fcnsche entfachten die Phantasie. Ein weiterer Faktor war die gestiegene Bildung der B\u00fcrger, die den Boden f\u00fcr Kunst und Literatur bereitete. Wirtschaftlicher Aufschwung und der damit verbundene h\u00f6here Wohlstand erm\u00f6glichten es den B\u00fcrgern, sich mehr B\u00fccher, Musikinstrumente oder Theater- und Konzertkarten zu kaufen. Auch f\u00f6rderte die neue Maschinenwelt Verst\u00e4dterung und Landflucht, eine unterstellte vormalige Geborgenheit war f\u00fcr die Romantiker in Aufl\u00f6sung begriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Reaktion auf diese Entwicklung und Emanzipation verschloss sich die Aristokratie gegen\u00fcber den neuen gesellschaftlichen Tendenzen und Formen. So findet man im 19. Jahrhundert kaum noch Adelige unter den Schriftstellern und Philosophen, einer Dom\u00e4ne der Aristokraten im 18. Jahrhundert.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Die Romantik hat keinen dokumentarischen Anspruch, sie schafft Traumwelten.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Unbewusste der menschlichen Psyche wird ausgelebt und kommt zum Vorschein. Dies wird beim Leser, Zuh\u00f6rer und Betrachter mit verschiedenen Stilmitteln erreicht. Es entstehen Werke, die verschiedene Kunstrichtungen einbinden, zum Beispiel die Vertonung von Gedichten bei Robert Schumann (<em>Liederkreis<\/em> nach Heinrich Heine f\u00fcr eine Singstimme und Klavier op. 24) oder die Verbindung von Literatur und Musik bei Gustav Mahler und Richard Wagner.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Weder Form noch Inhalt sind festgelegt. So werden Lieder, Erz\u00e4hlungen, M\u00e4rchen und Gedichte ineinander vermischt und Poesie, wissenschaftliche Spekulation und Philosophie miteinander verbunden.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Friedrich Schlegel pr\u00e4gte als Literaturtheoretiker und -kritiker in der Romantik den Begriff der \u201eprogressiven Universalpoesie\u201c (<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/03\/10\/das-116-athenaeums-fragment\/\">Athen\u00e4umsfragment 116<\/a>). In der Literatur sollten nun nicht mehr wie in der Klassik bestimmte Schemata f\u00fcr die Erschaffung eines literarischen Werkes vorgegeben sein, sondern man betrachtete den K\u00fcnstler als freischaffendes Genie. Die Regelpoetik und die Forderungen der drei aristotelischen Einheiten von Raum, Zeit und Handlung verloren an Bedeutung, vielmehr wurde der Roman zum subjektiven Spielfeld des Autors. Ziel war es \u2013 nach Schlegel \u2013 Philosophie, Prosa, Poesie, Genialit\u00e4t und Kritik miteinander verbindend darzustellen. Aus diesen neuen Konstellationen ergab sich ein fragmentarischer Charakter mit unfertigen Handlungsstr\u00e4ngen. Schlegel wollte damit den Werdensprozess der Dichtung betonen und meinte, dass der unvollendete Zustand einer Dichtung der Willk\u00fcr und Freiheit des Dichters folge.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Der Autor steht \u00fcber seinem Werk. Er kann herbeigef\u00fchrte Stimmungen, Bilder oder Geschichten abrupt zerst\u00f6ren und \u00fcbermenschlich ver\u00e4ndern.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegenstand der romantischen Sehnsucht ist das Absolute, ein Zustand aufgehobener Entfremdung, den Rousseau zuvor als \u201eNaturzustand\u201c (<em>\u00e9tat naturel<\/em>) beschrieben hatte und dem ein unreflektiertes \u201anaives\u2018 Weltverst\u00e4ndnis und Weltverh\u00e4ltnis entspricht. Dieser Zustand aber ist dem modernen Menschen unerreichbar geworden und kann auch durch die Kunst, die auf Reflexion beruht, nicht ad\u00e4quat dargestellt werden. Jeder Versuch ihn darzustellen, greift notwendigerweise zu kurz. Das romantische Kunstwerk, das seine eigene Kritik enthalten soll, kann dieser Einsicht nur gerecht werden, indem es sich selbst ironisch hintertreibt und seine eigene Scheinhaftigkeit zur Schau stellt. D.\u00a0h. sein zentraler Darstellungsgegenstand ist eine Sehnsucht, deren Ziel unbekannt ist, und jeder Versuch, dieses Ziel anschaulich zu machen, ist zum Scheitern verurteilt. Dieses Paradoxon muss die Kunst aushalten k\u00f6nnen, wenn sie ihrer Aufgabe gerecht werden m\u00f6chte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Romantik entstehen erstmals Sammlungen so genannter Volkspoesie. Bekannteste Beispiele sind <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/03\/17\/marchen-und-sagen\/\">Grimms M\u00e4rchen<\/a> und die Liedersammlung <em>Des Knaben Wunderhorn<\/em>. Doch bereits unmittelbar nach Erscheinen wurde die literarische Bearbeitung (Sch\u00f6nung) durch die Autoren kritisiert, die damit ihre Rolle als Chronisten weit hinter sich lie\u00dfen. Diese Tatsache r\u00fcckt die gesammelten Texte n\u00e4her an die Kunstm\u00e4rchen und Lyrik ihrer Zeitgenossen als eigentlich beabsichtigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\"><em>Romantik. Alle Romane, wo wahre Liebe vorkommt, sind M\u00e4rchen &#8211; magische Begebenheiten.<\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Novalis<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als das zentrale Symbol der Romantik gilt die Blaue Blume. Der Dichter Novalis verwendet dieses Symbol der Sehnsucht und des Strebens nach dem Unendlichen sowie der Synergie, d.\u00a0h. des Verschmelzens der Sinneswahrnehmungen und Erkenntnisebenen, in seinem fragmentarischen Roman <em>Heinrich von Ofterdingen<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Motiv der Sehnsucht wird sowohl in der Dichtung, als auch in der Musik \u2013 etwa von Fr\u00e9d\u00e9ric Chopin und Robert Schumann \u2013 und in der Malerei \u2013 beispielsweise von Caspar David Friedrich \u2013 ausgedr\u00fcckt. Damit im Zusammenhang stehen das Wander- und Reisemotiv sowie die Motive des Fernwehs \u2013 zum Beispiel auch bei Charles Dickens und des M\u00fc\u00dfiggangs, verwendet etwa im Roman <em>Aus dem Leben eines Taugenichts<\/em> oder in <em>Ahnung und Gegenwart<\/em> des Schriftstellers Joseph von Eichendorff.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das Motiv der Nacht war in der Romantik beliebt, verk\u00f6rperte es doch die von den Romantikern propagierte Verschmelzung von Sinneseindr\u00fccken besonders gut, siehe z.\u00a0B. das ber\u00fchmte Gedicht <em>Mondnacht<\/em> von Eichendorff oder das Gedicht <em>Ritt im Mondschein<\/em> von Achim von Arnim, wo sich das Motiv der Nacht au\u00dferdem passenderweise mit dem der Liebe verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesen Motivkreis geh\u00f6ren auch die Motive der Verbundenheit mit der Natur (allerdings in idealisierter Form), vgl. das Gedicht <em>Nacht und Winter<\/em> von Adelbert von Chamisso, in dem das Ich seine Stimmungen in der Natur gespiegelt sieht. Oft wird die Vereinzelung des Menschen angesichts der erhabenen Unendlichkeit der Sch\u00f6pfung dargestellt wie etwa in Caspar David Friedrichs Bild <em>Der M\u00f6nch am Meer<\/em> (1808\/10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Spiegelmotiv geh\u00f6rt gleichzeitig zu einem weiteren typischen Motivkreis der Epoche, n\u00e4mlich dem des Unheimlichen und Numinosen. Vor allem E.T.A. Hoffmann nahm sich dieses Themenkreises an. Auch die Sammlungen von Volksm\u00e4rchen und Sagen etwa durch die Br\u00fcder Grimm siedeln sich hier an, vgl. <em>Schneewittchen<\/em>. E.T.A. Hoffmann z.\u00a0B. verwendete das ebenfalls beliebte Motiv des Doppelg\u00e4ngers (in <em>Elixiere des Teufels<\/em>, 1815).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schaupl\u00e4tze in der Romantik sind h\u00e4ufig Friedh\u00f6fe, Ruinen (Schauerromantik bzw. Schwarze Romantik) oder alte Burgen, dunkle W\u00e4lder, Moore, ein Berginneres oder H\u00f6hlen und andere Naturlandschaften. Das Dargestellte ist oft entweder naturmagischen Charakters, \u00fcbernat\u00fcrlich, oder m\u00e4rchenhaft. Das Unheimliche ist 1919 im gleichnamigen Aufsatz von Sigmund Freud als durch \u201eUrteilsunsicherheit\u201c gekennzeichnet ausgewiesen worden. Dieses Schwanken l\u00e4sst sich \u2013 je nachdem \u2013 auf die Gestalten in der Dichtung beziehen oder auf das Rezeptionsverhalten des Lesers oder Zuh\u00f6rers angesichts des Unheimlichen in der Darstellung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_98546\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98546\" class=\"wp-image-98546 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/HolgerBenkel.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"133\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/HolgerBenkel.jpg 200w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/HolgerBenkel-160x106.jpg 160w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-98546\" class=\"wp-caption-text\">In &#8222;kindheit und kadaver&#8220; pflegt Holger Benkel die Schauerromantik<\/p><\/div>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl die nonkonformistische Literatur ehrlich und transparent zugleich sein wollte, war gegen Ende der 1960er nur schwer zu fassen, die Redaktion entdeckt die Keimzelle des Nonkonformismus in der die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1999\/12\/10\/die-keimzelle-des-nonkonformismus\/\">Romantiker-WG in Jena<\/a>. Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Klassische nenne ich das Gesunde und das Romantische das Kranke. Johann Wolfgang Goethe &nbsp; Das moderne Subjekt wird im 18. Jahrhundert krisenhaft geboren, in der Romantiker-WG in Jena. 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