{"id":102996,"date":"2006-01-17T14:04:05","date_gmt":"2006-01-17T13:04:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=102996"},"modified":"2022-05-08T14:13:45","modified_gmt":"2022-05-08T12:13:45","slug":"der-pop-schamane","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/01\/17\/der-pop-schamane\/","title":{"rendered":"Der Pop-Schamane"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber Thomas N\u00f6ske liest man, er sei Mitbegr\u00fcnder und einer der Protagonisten des <em>Social Beat<\/em>, dies man angehen, aus KUNO Sicht ist er ein nonkonformsitischer Vordenker. Eine Denker, der durchaus \u00fcber Humor verf\u00fcgt, denn er hat Kenntns dar\u00fcber, wie die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/07\/19\/wie-die-informatiker-die-platonischen-ideen-programmierten\/\">Informatiker die platonischen Ideen programmierten<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00f6ske stammt aus Bottrop, eine gute Adresse, wie Kenner des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">Literarischen Informationszentrums<\/a> wissen. Er wuchs dort nicht auf, sondern in G\u00f6ttingen und drehte schon als Kind seine ersten Science-Fiction-Filme auf Super\u00a08. Sp\u00e4ter folgten erste Kriminalgeschichten. Nach Abschluss seiner Schulausbildung studierte er Soziale Arbeit, Soziologie und Psychologie. 1991 gr\u00fcndete er in G\u00f6ttingen das Literaturmagazin <em>HOKAHE<\/em>. Im Jahr 1992 ging N\u00f6ske nach Berlin. Er beteiligte sich an verschiedenen links-alternativen Lebensformen wie Land-WGs, Hausbesetzungen und kollektiven Projekten. N\u00f6ske engagierte sich vor allem in der Literaturszene der 1990er Jahre und wurde insbesondere in seiner Wahlheimat Berlin zum Aktivisten und Theoretiker des literarischen Underground.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1993 organisierte N\u00f6ske zusammen mit J\u00f6rg Andr\u00e9 Dahlmeyer und anderen das Berliner Literaturfestival \u201e<em>T\u00f6te den Affen<\/em>\u201c, f\u00fcr das N\u00f6ske und Dahlmeyer in Anlehnung an die amerikanische <em>Beat Generation<\/em>, Charles Bukowski und moderne franz\u00f6sische Autoren das Schlagwort des Social Beat pr\u00e4gten. Der Begriff wurde zur Bezeichnung einer sich rasch entwickelnden alternativen Literaturszene der 1990er Jahre. An vielen Orten in ganz Deutschland fanden Lesungen und Festivals statt, an denen sowohl bekannte Autoren als auch Hobbyliteraten teilnahmen und N\u00f6ske sich vielf\u00e4ltig beteiligte. N\u00f6ske war auch Mitorganisator des zweiten Berliner Social-Beat-Festivals, das 1994 unter dem Motto \u201e<em>Der Affe schl\u00e4gt zur\u00fcck<\/em>\u201c stattfand. Er publizierte regelm\u00e4\u00dfig in verschiedenen Zeitschriften und Fanzines und war zudem Mitherausgeber der Jugendkulturzeitschrift <em>Orange Agenten<\/em> und des Kulturmagazins <em>Molli\u00a0\u2013 Magazin f\u00fcr Zeitkritik\u00a0&amp; engagierte Literatur<\/em>. Die Social-Beat-Bewegung ging dann in der sich parallel entwickelnden Slam-Poetry-Szene auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">N\u00f6ske ver\u00f6ffentlichte zahlreiche Publikationen \u00fcber Themen der Kunst, Popkultur, Alternativliteratur, kritischen Theorie, Niklas Luhmanns Systemtheorie und Science-Fiction. Insbesondere befasste er sich mit der Reflexion von Kultur und Kulturpolitik im Zusammenhang mit negativ-utopischen Intentionen. Dabei fand N\u00f6ske einige Beachtung mit seinem Sachbuch <em>Clockwell Orwell<\/em>, in dem er sich mit der \u201ekulturellen Wirklichkeit negativ-utopischer Science-Fiction\u201c (so auch der Untertitel des Buches) kritisch auseinandersetzte. Das Buch wurde 1997 im M\u00fcnsteraner Unrast Verlag ver\u00f6ffentlicht. Bereits 1996 entstand N\u00f6skes Videoproduktion <em>Irrlichter der Gro\u00dfstadt<\/em>, die von seiner Arbeit an <em>Clockwork Orwell<\/em> stark beeinflusst war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Anfang der 2000er Jahre publizierte N\u00f6ske vor allem kulturkritische Aufs\u00e4tze und beteiligte sich an mehreren Anthologien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einen Hinweis zu <strong>Clockwork Orwell<\/strong><i>. \u00dcber die kulturelle Wirklichkeit negativ-utopischer Science-fiction <\/i>von Thomas N\u00f6ske, finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/01\/fortschrittspessimisten\/\">hier.<\/a><\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-102989 alignleft\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/1999\/01\/NoeskeHEL-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" \/>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; \u00dcber Thomas N\u00f6ske liest man, er sei Mitbegr\u00fcnder und einer der Protagonisten des Social Beat, dies man angehen, aus KUNO Sicht ist er ein nonkonformsitischer Vordenker. 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