{"id":102949,"date":"2013-04-09T14:56:03","date_gmt":"2013-04-09T12:56:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=102949"},"modified":"2022-05-02T15:05:58","modified_gmt":"2022-05-02T13:05:58","slug":"asperg-far-in-the-middle-of-nowhere","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/09\/asperg-far-in-the-middle-of-nowhere\/","title":{"rendered":"Asperg, far in the middle of nowhere"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <i>Asperger Autorenwerkstatt<\/i> wurde 1994 in der Kleinstadt Asperg, die im Einzugsbereich der Landeshauptstadt Stuttgart liegt, auf Initiative des Autors, Herausgebers und Verlegers Michael Sch\u00f6nauer gegr\u00fcndet. Die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ludwigsburg erfolgte Anfang 1995 Zuvor hatte Sch\u00f6nauer, der aus der benachbarten Kreisstadt Ludwigsburg stammt, von 1984 bis 1994 im Selbstverlag das alternative Literaturmagazin <i>einblick\u00a0\u2013 Das Magazin f\u00fcr Literatur und Kunst<\/i> herausgegeben, das sich der F\u00f6rderung der Literatur der 1990er Jahre verschrieben hatte. Sch\u00f6nauer geh\u00f6rte zudem 1993\/1994 zu den Wegbereitern des Social Beat, wirkte ma\u00dfgeblich bei mehreren bundesweiten Literaturfestivals der Social-Beat-Szene und der sich parallel entwickelnden Slam-Poetry-Bewegung mit und wurde zu einem der f\u00fchrenden Protagonisten der links-alternativen Literaturszene der 1990er Jahre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Name der sp\u00e4ter als \u201eSocial-Beat-Zentrale S\u00fcd\u201c charakterisierten Autorenwerkstatt in Asperg bezog sich auf den Ortsnamen des Gr\u00fcndungsortes und Vereinssitzes. Sch\u00f6nauer war von 1994\/12995 bis 2003 als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des eingetragenen Vereins t\u00e4tig. Die Autorenwerkstatt \u00fcbernahm u.\u00a0a. redaktionelle Bearbeitungen von <a title=\"Anthologie\" href=\"https:\/\/www.wikiwand.com\/de\/Anthologie\">Anthologien<\/a>, fungierte teils als Herausgeber und verlegte als Kleinverlag einige Publikationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1995 kam es im Zuge einer neuen Publikationsreihe zur Gr\u00fcndung des heute noch bestehenden Kleinverlags Killroy Media, der seither vom Alleininhaber Michael Sch\u00f6nauer als Einzelunternehmen gef\u00fchrt wird. Killroy Media hatte seinen Verlagssitz bis 2013 ebenfalls in Asperg und ist seitdem in Ludwigsburg ans\u00e4ssig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aktivit\u00e4ten der <i>Asperger Autorenwerkstatt<\/i> endeten um 2003, nachdem diese teils auf den Verlag Killroy Media \u00fcbergegangen waren. Die formale Aufl\u00f6sung des eingetragenen Vereins erfolgte im Jahr 2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span id=\"Aktivit\u00e4ten_und_Autoren\">Im Jahr 1995 organisierte die Asperger Autorenwerkstatt unter Sch\u00f6nauers Leitung das sogenannte \u201e3.\u00a0Social Beat Festival\u201c in Deutschland. Nach den ersten beiden Social-Beat-Festivals, die 1993 und 1994 in Berlin veranstaltet wurden, fanden 1995 gleich zwei \u00fcberregionale Social-Beat-Festivals statt, dadurch jedoch kein \u201ezentrales\u201c. Neben dem mittlerweile dritten, von Kersten Flenter in Hannover organisierten <i>Social Beat Music &amp; Poetry Festival<\/i> veranstaltete die Asperger Autorenwerkstatt in Ludwigsburg im dortigen Kunstzentrum <i>Karlskaserne<\/i> das Festival <i>tatWort 1995<\/i>. Im Vorfeld machte die Autorenwerkstatt Werbung mit einem von ihr verlegten und von Michael Sch\u00f6nauer herausgegebenen Programmheft, das in einer Auflage von 25.000\u00a0St\u00fcck verteilt wurde. <\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <i>tatWort<\/i>-Literaturfestival von 1995 schuf eine der ersten Verbindungen vom Social Beat zur gerade entstehenden neuen Literaturbewegung des Slam-Poetry. Unter den Teilnehmern waren viele sp\u00e4tere Slam-Veranstalter, wie die M\u00fcnchener Rayl Patzak und Ko Bylanzky. 1996 und 1998 organisierte Sch\u00f6nauers Asperger Autorenwerkstatt dann noch zwei weitere <i>tatWort<\/i>-Festivals in Ludwigsburg. Sch\u00f6nauer trat in der zweiten H\u00e4lfte der 1990er Jahre auch selbst unter dem Pseudonym \u201eYussuf\u00a0M\u201c als Aktions- und Performancek\u00fcnstler bei verschiedenen Slam-Poetry-Veranstaltungen auf und veranstaltete zudem Slams in Stuttgart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autorenwerkstatt ver\u00f6ffentlichte eine weitere Ausgabe des Literaturmagazins <i>einblick<\/i>, die nachfolgenden Ausgaben erschienen dann bei Killroy Media. Au\u00dferdem gab sie einige B\u00fccher\u00a0\u2013 meist Anthologien\u00a0\u2013 heraus und\/oder betreute diese redaktionell und verlegte auch einige B\u00fccher selbst. Die Autorenwerkstatt befasste sich dabei unter anderem mit Arbeiten der Autoren Frank Br\u00f6ker, Peter O. Chotjewitz, \u201eHEL\u201c (Herbert Laschet Toussaint), Jaromir Konecny, Jan Off, J\u00fcrgen Ploog und Philipp Schiemann, von der K\u00fcnstlerin \u201eYAM\u201c (Yvonne A.\u00a0M\u00fchleis), dem K\u00fcnstler Boris Kerenski mit seiner Mailart-Aktion &#8222;Was ist Social Beat?&#8220; sowie von Michael Sch\u00f6nauer selbst und dessen Bruder Joachim Sch\u00f6nauer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/social-beat-umschlag--e1613669226188.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-76958 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/social-beat-umschlag--214x300.jpg\" alt=\"\" width=\"214\" height=\"300\" \/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmythen der alten BRD geh\u00f6rt die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">Nonkonformistische Literatur<\/a>, lesen Sie dazu auch ein Portr\u00e4t von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins. Kaum jemand hat die L\u00fcckenhaftigkeit des <em>Underground<\/em> so konzequent <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/24\/underground\/\">erz\u00e4hlt<\/a> wie N\u00ed Gudix und ihre <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/08\/23\/kritik-an-der-literarischen-alternative\/\">Kritik an der literarischen Alternative<\/a> ist berechtigt. Ein Portr\u00e4t von N\u00ed Gudix findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/16\/da-lernst-du-die-menschen-kennen\/\">hier<\/a> (und als Leseprobe ihren <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2006\/12\/30\/hausaffentango\/\">Hausaffentango<\/a>). Lesen Sie auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Erinnerungen an den Bottroper Literaturrocker<\/a> von Werner Streletz und den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2008\/09\/28\/rip-bruno\/\">Nachruf<\/a> von Bruno Runzheimer. Zum 100. Geburtstag von Charles Bukowski, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/08\/16\/ledertasche-geborgt\/\">Doppelbesprechung<\/a> von Hartmuth Malornys Ruhrgebietsroman <em>Die schwarze Ledertasche<\/em>. 1989 erscheint Helge Schneiders allererste Schallplatte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26990\"><em>Seine gr\u00f6\u00dften Erfolge<\/em><\/a>, produziert von Helge Schneider und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/07\/20\/klangkloetzchen\/\">Tom T\u00e4ger<\/a> im Tonstudio\/Ruhr. Lesen Sie auch das <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26709\">Portr\u00e4t <\/a>der einzigartigen Proletendiva aus dem Ruhrgebeat auf KUNO. In einem Kollegengespr\u00e4ch mit Barbara Ester dekonstruiert A.J. Weigoni die <em><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/10\/09\/ruhrgebietsromantik\/\">Ruhrgebietsromantik<\/a><\/em>. Mit<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=6071\"> Kersten Flenter<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/06\/23\/killroy-review\/\">Michael Sch\u00f6nauer<\/a> geh\u00f6rte <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/24\/polyphone-ich-erzaehlungen\/\">Tom de Toys<\/a> zum\u00a0Dreigestirn des deutschen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1997\/01\/05\/bewegung\/\">Poetry Slam<\/a>. Einen Nachruf von Theo Breuer auf den Urvater des Social-Beat finden Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2012\/03\/07\/hubsch-revisited\/\">hier<\/a> \u2013 Sowie selbstverst\u00e4ndlich his <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/25\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\">Masters voice<\/a>. Und Dr. Stahls kaltgenaue <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2002\/06\/26\/social-beat-vs-digitales-dasein\/\">Analyse<\/a>. \u2013 Constanze Schmidt beschreibt den Weg von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26080\">Proust zu Pulp<\/a>. Ebenso eindr\u00fccklich empfohlen sei Heiner Links <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=42272\">Vorwort<\/a> zum Band Trash-Piloten. Inzwischen hat sich Trash andere Kunstformen erobert, dazu die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/01\/trash-eine-einfuehrung\/\">Aufmerksamkeit<\/a> einer geneigten Kulturkritik. In der Reihe <em>Gossenhefte<\/em> zeigt sich, was passiert, wenn sich literarischer Bodensatz und die Reflexionsm\u00f6glichkeiten von popul\u00e4rkulturellen Tugenden nahe genug kommen, der Essay <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=35655\"><em>Perlen des Trash<\/em><\/a> stellt diese Reihe ausf\u00fchrlich vor. Die KUNO-Redaktion bat A.J. Weigoni um einen Text mit Bezug auf die Mainzer Minpressenmesse (MMPM) und er kramte eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1993\/05\/31\/treff-der-titanen\/\">Realsatire<\/a> aus dem Jahr 1993 heraus, die er f\u00fcr den Mainzer Verleger Jens Neumann geschrieben hat. J\u00fcrgen Kipp \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/06\/01\/geschichte-und-aufgaben-des-mainzer-minipressen-archives-mmpa\/\">Aufgaben des Mainzer Minipressen-Archives<\/a>. Ein w\u00fcrdiger Abschlu\u00df gelingt Boris Kerenski mit <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/03\/30\/wer-war-ist-noch-social-beat\/\">Stimmen aus dem popliterarischen Untergrund<\/a><strong>.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Asperger Autorenwerkstatt wurde 1994 in der Kleinstadt Asperg, die im Einzugsbereich der Landeshauptstadt Stuttgart liegt, auf Initiative des Autors, Herausgebers und Verlegers Michael Sch\u00f6nauer gegr\u00fcndet. Die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht Ludwigsburg erfolgte Anfang 1995 Zuvor hatte&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/04\/09\/asperg-far-in-the-middle-of-nowhere\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":98312,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2621,3659,1454,2636,3660,1707,573,3657,1999,2623,2607,3656,3658],"class_list":["post-102949","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-boris-kerenski","tag-frank-broeker","tag-hel-toussaint","tag-jan-off","tag-jaromir-konecny","tag-juergen-ploog","tag-kersten-flenter","tag-ko-bylanzky","tag-michael-schoenauer","tag-peter-o-chotjewitz","tag-philipp-schiemann","tag-rayl-patzak","tag-yussuf-m"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102949","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102949"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102949\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102950,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102949\/revisions\/102950"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98312"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102949"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102949"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102949"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}