{"id":102942,"date":"2013-03-10T14:06:21","date_gmt":"2013-03-10T13:06:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=102942"},"modified":"2022-05-02T14:13:27","modified_gmt":"2022-05-02T12:13:27","slug":"versuch-ueber-den-begriff-des-republikanismus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/03\/10\/versuch-ueber-den-begriff-des-republikanismus\/","title":{"rendered":"Versuch \u00fcber den Begriff des Republikanismus"},"content":{"rendered":"<h5 style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">veranla\u00dft durch die Kantische Schrift zum ewigen Frieden<\/span><\/h5>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Geist den die <em>Kantische Schrift zum ewigen Frieden<\/em> atmet, mu\u00df jedem Freunde der Gerechtigkeit wohltun, und noch die sp\u00e4teste Nachwelt wird auch in diesem Denkmale die erhabene Gesinnung des ehrw\u00fcrdigen Weisen bewundern. Der k\u00fchne und w\u00fcrdige Vortrag ist unbefangen und treuherzig, und wird durch treffenden Witz und geistreiche Laune angenehm gew\u00fcrzt. Sie enth\u00e4lt eine reichliche F\u00fclle fruchtbarer Gedanken und neuer Ansichten f\u00fcr die Politik, Moral und Geschichte der Menschheit. Mir war die Meinung des Verfassers \u00fcber die Natur des <em>Republikanismus<\/em> und dessen Verh\u00e4ltnis zu andern Arten und Zust\u00e4nden des Staats, vorz\u00fcglich interessant. Die Pr\u00fcfung derselben veranla\u00dfte mich, diesen Gegenstand von neuem zu durchdenken. So entstanden folgende Bemerkungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bb<em>Die b\u00fcrgerliche Verfassung<\/em>\u00ab sagt Kant S. 20, \u00bb<em> in jedem Staate soll republikanisch sein.<\/em> \u2013 Die erstlich nach Prinzipien der <em>Freiheit<\/em> der Glieder einer Gesellschaft (als Menschen); zweitens nach Grunds\u00e4tzen der <em>Abh\u00e4ngigkeit<\/em> aller von einer einzigen gemeinsamen Gesetzgebung (als Untertanen); drittens, die nach dem Gesetz der <em>Gleichheit<\/em> derselben (als Staatsb\u00fcrger) gestiftete Verfassung ist die <em>republikanische.<\/em>\u00ab Diese Erkl\u00e4rung scheint mir nicht befriedigend. Wenn die rechtliche Abh\u00e4ngigkeit schon im Begriffe der Staatsverfassung \u00fcberhaupt liegt (S. 21, Anm.), so kann sie kein Merkmal des spezifischen Charakters der republikanischen Verfassung sein. Da kein Prinzip der Einteilung der Staatsverfassung \u00fcberhaupt in ihre Arten angegeben ist, so fragt sichs, ob durch die Merkmale der Freiheit und Gleichheit der vollst\u00e4ndige Begriff der republikanischen Verfassung ersch\u00f6pft sei. Beide sind nichts Positives, sondern Negationen. Da nun jede Negation eine Position, jede Bedingung etwas Bedingtes voraussetzt, so mu\u00df ein Merkmal (und zwar das wichtigste, welches den Grund der beiden andern enth\u00e4lt) in der Definition fehlen. Die despotische Verfassung wei\u00df von jenen negativen Merkmalen (Freiheit und Gleichheit) nichts: sie wird also auch durch ein positives Merkmal von der republikanischen Verfassung verschieden sein. Da\u00df der Republikanismus und Despotismus nicht Arten des Staats, sondern der Staatsverfassung seien, wird ohne Beweis vorausgesetzt, und was Staatsverfassung sei, nicht erkl\u00e4rt. \u2013 Die angedeutete Deduktion des so definierten Republikanismus ist ebensowenig befriedigend, als die Definition. Es scheint wenigstens, als w\u00fcrde S. 20 behauptet: die republikanische Verfassung sei darum praktisch notwendig, weil sie die einzige ist, welche aus der Idee des urspr\u00fcnglichen Vertrags hervorgeht. Aber worauf gr\u00fcndet sich denn diese Idee, als auf das Prinzip der Freiheit und Gleichheit? Ist das nicht ein Zirkel? \u2013 Alle Negationen sind die Schranken einer Position, und die Deduktion ihrer G\u00fcltigkeit ist der Beweis, da\u00df die h\u00f6here Position, von welcher die durch sie limitierte Position abgeleitet ist, ohne diese Bedingung sich selbst aufheben w\u00fcrde. Die praktische Notwendigkeit der politischen Freiheit und Gleichheit mu\u00df also aus der h\u00f6hern praktischen Position, von welcher das positive Merkmal des Republikanismus abgeleitet ist, deduziert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erkl\u00e4rung der rechtlichen Freiheit: Sie sei die Befugnis, alles zu tun, was man will, wenn man nur keinem Unrecht tut; erkl\u00e4rt der Verfasser f\u00fcr leere Tautologie, und erkl\u00e4rt sie dagegen als \u00bbdie Befugnis, keinen \u00e4u\u00dfern Gesetzen zu gehorchen, als zu denen das Individuum seine Beistimmung habe geben k\u00f6nnen.\u00ab \u2013 Mir scheinen beide Erkl\u00e4rungen richtig, aber nur bedingt richtig zu sein. Die b\u00fcrgerliche Freiheit ist eine <em>Idee,<\/em> welche nur durch eine ins Unendliche fortschreitende Ann\u00e4herung wirklich gemacht werden kann. So wie es nun in jeder Progression ein erstes, letztes und mittlere Glieder gibt, so gibt es auch in der unendlichen Progression zu jener Idee ein Minimum, ein Medium und ein Maximum. Das <em>Minimum der b\u00fcrgerlichen Freiheit<\/em> enth\u00e4lt die Kantische Erkl\u00e4rung. Das <em>Medium<\/em> der b\u00fcrgerlichen Freiheit ist die Befugnis, keinen \u00e4u\u00dfern Gesetzen zu gehorchen als solchen, welche die (repr\u00e4sentierte) Mehrheit des Volks wirklich gewollt hat, und die (gedachte) Allgemeinheit des Volks wollen k\u00f6nnte. Das (unerreichbare) <em>Maximum<\/em> der b\u00fcrgerlichen Freiheit ist die getadelte Erkl\u00e4rung, welche nur dann eine Tautologie sein w\u00fcrde, wenn sie von der moralischen und nicht von der politischen Freiheit redete. Die h\u00f6chste politische Freiheit w\u00fcrde der moralischen ad\u00e4quat sein, welche von allen \u00e4u\u00dfern Zwangsgesetzen ganz unabh\u00e4ngig, nur durch das Sittengesetz beschr\u00e4nkt wird. Ebenso ist, was Kant f\u00fcr \u00e4u\u00dfere rechtliche Gleichheit \u00fcberhaupt erkl\u00e4rt, nur das Minimum in der unendlichen Progression zur unerreichbaren Idee <em>der politischen Gleichheit.<\/em> Das <em>Medium<\/em> besteht darin, da\u00df keine andre Verschiedenheit der Rechte und Verbindlichkeiten der B\u00fcrger stattfinde, als eine solche, welche die Volksmehrheit wirklich gewollt hat, und die Allheit des Volks wollen k\u00f6nnte. Das Maximum w\u00fcrde eine absolute Gleichheit der Rechte und Verbindlichkeiten der Staatsb\u00fcrger sein, und also aller Herrschaft und Abh\u00e4ngigkeit ein Ende machen. \u2013 Aber sind diese Wechselbegriffe nicht wesentliche Merkmale des Staats \u00fcberhaupt? \u2013 Die Voraussetzung, da\u00df der Wille nicht aller einzelnen Staatsb\u00fcrger mit dem allgemeinen Willen stets \u00fcbereinstimmen werde, ist der einzige Grund der <em>politischen Herrschaft<\/em> und <em>Abh\u00e4ngigkeit.<\/em> So allgemein sie aber auch gelten mag, so ist ihr Gegenteil wenigstens denkbar. Sie ist \u00fcberdem nur eine empirische Bedingung, welche den reinen Begriff des Staats zwar n\u00e4her bestimmen, aber eben darum selbst kein Merkmal des reinen Begriffs sein kann. Der empirische Begriff setzt einen reinen, der bestimmtere einen unbestimmteren voraus, aus dem er erst abgeleitet wurde. Also nicht ein <em>jeder<\/em> Staat (S. 30) enth\u00e4lt das Verh\u00e4ltnis eines Oberen zu einem Unteren, sondern nur der durch jenes faktische Datum empirisch bedingte. Es l\u00e4\u00dft sich allerdings ein <em>V\u00f6lkerstaat<\/em> ohne dies Verh\u00e4ltnis denken, und ohne da\u00df die verschiedenen Staaten in einen einzigen zusammenschmelzen m\u00fc\u00dften: eine nicht zu einer besondern Absicht bestimmte, sondern nach einem unbestimmten Ziel strebende (nicht hypothetisch, sondern thetisch zweckm\u00e4\u00dfige) Gesellschaft im Verh\u00e4ltnis der Freiheit der Einzelnen und der Gleichheit Aller, unter einer Mehrheit oder Masse von politisch selbst\u00e4ndigen V\u00f6lkern. Die Idee einer <em>Weltrepublik<\/em> hat praktische G\u00fcltigkeit und charakteristische Wichtigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das <em>Personale<\/em> der Staatsgewalt (S. 25), die Zahl der Herrscher kann nur dann ein Prinzip der Einteilung sein, wenn nicht der allgemeine, sondern ein einzelner Wille der Grund der b\u00fcrgerlichen Gesetze ist (im Despotismus). \u2013 Wie stimmt die Behauptung: \u00bbder Republikanismus sei das Staatsprinzip der Absonderung der ausf\u00fchrenden Gewalt von der gesetzgebenden,\u00ab mit der zuerst gegebnen Definition, und mit dem Satz, \u00bbda\u00df der Republikanismus nur durch Repr\u00e4sentation m\u00f6glich sei\u00ab (S. 29) zusammen? \u2013 W\u00e4re die gesamte Staatsgewalt nicht in den H\u00e4nden von Volksrepr\u00e4sentanten, aber zwischen einem erblichen Regenten und einem erblichen Adel so geteilt, da\u00df der erste die aus\u00fcbende, der letzte die gesetzgebende Macht bes\u00e4\u00dfe; so w\u00fcrde der Trennung ungeachtet, die Verfassung nicht repr\u00e4sentativ, also (nach des Verfassers eigner Erkl\u00e4rung) despotisch sein, da ohnehin die Erblichkeit der Staats\u00e4mter (S. 22, 23, Anm.) mit dem Republikanismus unvereinbar ist. \u2013 Der Gesetzgeber, Vollzieher (und Richter) sind zwar durchaus verschiedene <em>politische<\/em> Personen (S. 26), aber es ist physisch m\u00f6glich, da\u00df eine <em>physische<\/em> Person diese verschiedenen politischen Personen in sich vereinigen k\u00f6nne. Es ist auch <em>politisch m\u00f6glich,<\/em> d.h. es ist nicht widersprechend, da\u00df der allgemeine Volkswille beschl\u00f6sse, auf eine bestimmte Zeit Einem alle Staatsgewalt zu \u00fcbertragen (nicht abzutreten). Unstreitig ist die Trennung der Gewalten die Regel des republikanischen Staats; aber die Ausnahme von der Regel, die<em> Diktatur,<\/em> scheint mir wenigstens m\u00f6glich. (Ihre treffliche Brauchbarkeit wird vorz\u00fcglich aus der alten Geschichte offenbar. Das menschliche Geschlecht verdankt dieser scharfsinnigen griechischen Erfindung viele der herrlichsten Produkte, welche das politische Genie je hervorgebracht hat). Die Diktatur ist aber notwendig ein <em>transitorischer Zustand:<\/em> denn wenn alle Gewalt auf unbestimmte Zeit \u00fcbertragen w\u00fcrde, so w\u00e4re das keine Repr\u00e4sentation, sondern eine Zession der politischen Macht. Eine <em>Zession der Souver\u00e4nit\u00e4t<\/em> ist aber politisch unm\u00f6glich: denn der allgemeine Wille kann sich nicht durch einen Akt des allgemeinen Willens selbst vernichten. Der Begriff einer dictatura perpetua ist daher so widersprechend, wie der eines viereckigen Zirkels. \u2013 Die transitorische Diktatur aber ist eine <em>politisch m\u00f6gliche Repr\u00e4sentation<\/em> \u2013 also eine <em>republikanische,<\/em> vom Despotismus wesentlich verschiedne <em>Form.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcberhaupt ist vom Verfasser kein <em>Prinzip<\/em> seiner Einteilung der Arten und Bestandteile des Staats auch nur angedeutet. \u2013 Folgender provisorische Versuch einer <em>Deduktion des Republikanismus<\/em> und einer <em>politischen Klassifikation<\/em> a priori, scheint mir der Pr\u00fcfung des Lesers nicht ganz unw\u00fcrdig zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Verkn\u00fcpfung der h\u00f6chsten praktischen Thesis (welche das Objekt der praktischen Grundwissenschaft ist) mit dem theoretischen Datum des Umfangs und der Arten des menschlichen Verm\u00f6gens, erh\u00e4lt der reine praktische Imperativ so viel spezifisch verschiedene Modifikationen, als das gesamte menschliche Verm\u00f6gen spezifisch verschiedne Verm\u00f6gen in sich enth\u00e4lt; und jede dieser Modifikationen ist das Fundament und das Objekt einer besonderen praktischen Wissenschaft. Durch das theoretische Datum, da\u00df dem Menschen, au\u00dfer den Verm\u00f6gen, die das rein isolierte Individuum als solches besitzt, auch noch im Verh\u00e4ltnis zu andern Individuen seiner Gattung, das <em>Verm\u00f6gen der Mitteilung<\/em> (der T\u00e4tigkeiten aller \u00fcbrigen Verm\u00f6gen) zukomme; da\u00df die menschlichen Individuen durchg\u00e4ngig im <em>Verh\u00e4ltnis<\/em> des gegenseitigen <em>nat\u00fcrlichen Einflusses<\/em> wirklich stehen, oder doch stehen k\u00f6nnen, \u2013 erh\u00e4lt der reine praktische Imperativ eine <em>neue spezifisch verschiedne Modifikation,<\/em> welche das Fundament und Objekt einer neuen Wissenschaft wird. Der Satz: das Ich soll sein; lautet in dieser besondern Bestimmung: <em>Gemeinschaft der Menschheit soll sein, oder das Ich soll mitgeteilt werden.<\/em> Diese abgeleitete praktische Thesis ist das Fundament und Objekt der <em>Politik,<\/em> worunter ich nicht die Kunst verstehe, den Mechanism der Natur zur Regierung der Menschen zu nutzen (S. 71), sondern (wie die griechischen Philosophen) eine <em>praktische Wissenschaft, im Kantischen Sinne<\/em> dieses Worts, deren Objekt die <em>Relation<\/em> der praktischen Individuen und Arten ist. Eine jede menschliche Gesellschaft, deren Zweck Gemeinschaft der Menschheit ist (die Zweck an sich, oder deren Zweck menschliche Gesellschaft ist) hei\u00dft Staat. Da aber das Ich nicht blo\u00df im Verh\u00e4ltnis aller Individuen, sondern auch in jedem einzelnen Individuo sein soll, und nur unter der Bedingung absoluter Unabh\u00e4ngigkeit des Willens sein kann; so ist <em>politische Freiheit<\/em> eine notwendige Bedingung des <em>politischen Imperativs,<\/em> und ein wesentliches Merkmal zum Begriff des Staats: denn sonst w\u00fcrde der reine praktische Imperativ aus dem sowohl der ethische als der politische abgeleitet ist, sich selbst aufheben. Der ethische und der politische Imperativ gelten nicht blo\u00df f\u00fcr dies und jenes Individuum, sondern f\u00fcr<em> jedes;<\/em> daher ist auch <em>politische Gleichheit<\/em> eine notwendige Bedingung des politischen Imperativs, und ein wesentliches Merkmal zum Begriff des Staats. Der politische Imperativ gilt f\u00fcr <em>alle<\/em> Individuen; daher umfa\u00dft der Staat eine ununterbrochne <em>Masse,<\/em> ein koexistentes und sukzessives <em>Kontinuum<\/em> von Menschen, die <em>Totalit\u00e4t<\/em> derer, die im Verh\u00e4ltnis des physischen Einflusses stehn, z.B. aller Bewohner eines Landes, oder Abk\u00f6mmlinge eines Stammes. Dies Merkmal ist das <em>\u00e4u\u00dfere Kriterium,<\/em> wodurch der Staat sich von politischen Orden und Assoziationen, welche <em>besondre<\/em> Zwecke haben, also auch nur gewisse besonders modifizierte Individuen angehn, unterscheidet. Alle diese Gesellschaften umfassen keine Masse, kein totales Kontinuum, sondern verkn\u00fcpfen nur einzelne zerstreute Mitglieder. \u2013 Die Gleichheit und Freiheit erfordert, da\u00df der <em>allgemeine Wille<\/em> der Grund aller besondern politischen T\u00e4tigkeiten sei (nicht blo\u00df der Gesetze, sondern auch der anwendenden Urteile und der Vollziehung.) Dies ist aber eben der Charakter des <em>Republikanismus.<\/em> Der ihm entgegengesetzte <em>Despotismus,<\/em> wo der Privatwille den Grund der politischen T\u00e4tigkeit enth\u00e4lt, w\u00fcrde also eigentlich gar kein wahrer Staat sein? So ist es auch in der Tat, im strengsten Sinne des Worts. Da aber alle politische Bildung von einem besondern Zwecke, von Gewalt (vergl. die treffliche Entwicklung S. 69), und von einem Privatwillen \u2013 von Despotismus \u2013 ihren Anfang nehmen, und also <em>jede provisorische Regierung notwendig despotisch sein mu\u00df;<\/em> da der Despotismus den Schein des allgemeinen Willens usurpiert, und wenigstens f\u00fcr einige ihm interessante Zivil- und Kriminalf\u00e4lle die Gerechtigkeit toleriert; da er sich von allen andern Gesellschaften durch das dem Staat eigne Merkmal der Kontinuit\u00e4t der Mitglieder unterscheidet; da er neben seinem besondern Zwecke das heilige Interesse der Gemeinschaft wenigstens nebenbei bef\u00f6rdert, und wider sein Wissen und Wollen den Keim eines echten Staats in sich tr\u00e4gt, und den Republikanismus allm\u00e4hlich zur Reife bringt: so k\u00f6nnte man ihn als einen <em>Quasistaat,<\/em> nicht als eine echte Art, aber doch als eine <em>Abart des Staats<\/em> gelten lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wie ist der Republikanismus m\u00f6glich, da der allgemeine Wille seine notwendige Bedingung ist, der absolut allgemeine (und also auch absolut beharrliche) Wille aber im Gebiete der Erfahrung nicht vorkommen kann, und nur in der Welt der reinen Gedanken existiert. Das Einzelne und das Allgemeine ist \u00fcberhaupt durch eine unendliche Kluft voneinander geschieden, \u00fcber welche man nur durch einen Salto mortale hin\u00fcber gelangen kann. Es bleibt hier nichts \u00fcbrig, als durch eine <em>Fiktion<\/em> einen empirischen Willen als <em>Surrogat<\/em> des a priori gedachten absolut allgemeinen Willens gelten zu lassen; und da die reine Aufl\u00f6sung des politischen Problems unm\u00f6glich ist, sich mit der <em>Approximation<\/em> dieses praktischen x zu begn\u00fcgen. Da nun der politische Imperativ kategorisch ist, und nur auf diese Weise (in einer endlosen Ann\u00e4herung) wirklich gemacht werden kann: so ist diese h\u00f6chste fictio juris nicht nur gerechtfertigt, sondern auch praktisch notwendig; jedoch nur in dem Fall g\u00fcltig, wenn sie dem politischen Imperativ (der das Fundament ihrer Anspr\u00fcche ist) und dessen wesentlichen Bedingungen nicht widerspricht. \u2013 Da jeder empirische Wille (nach Heraklits Ausdrucke) <em>in stetem Flusse<\/em> ist, absolute Allgemeinheit in <em>keinem<\/em> angetroffen wird; so ist die despotische Arroganz, seinen (v\u00e4terlichen oder g\u00f6ttlichen) Privatwillen zum allgemeinen Willen selbst, als demselben v\u00f6llig ad\u00e4quat zu sanktionieren, nicht nur ein wahres Maximum der Ungerechtigkeit, sondern auch barer Unsinn. Aber auch die Fiktion, da\u00df der individuelle Privatwille z.B. einer gewissen Familie f\u00fcr alle k\u00fcnftige Generationen als Surrogat des allgemeinen Willens gelten solle, ist widersprechend und ung\u00fcltig: denn sie w\u00fcrde den politischen Imperativ (dessen wesentliche Bedingung die Gleichheit ist), ihr eignes Fundament, und also sich selbst aufheben. Die einzig g\u00fcltige politische Fiktion ist die auf das Gesetz der Gleichheit gegr\u00fcndete: Der <em>Wille der Mehrheit<\/em> soll als Surrogat des allgemeinen Willens gelten. <em>Der Republikanismus ist also notwendig demokratisch,<\/em> und das unerwiesene Paradoxon (S. 26), da\u00df der Demokratismus notwendig despotisch sei, kann nicht richtig sein. Zwar gibt es einen <em>rechtm\u00e4\u00dfigen Aristokratismus<\/em>, ein echtes und von dem abgeschmackten Erbadel, dessen absolute Unrechtm\u00e4\u00dfigkeit Kant (S. 22, 23, Anmerk.) so befriedigend dargetan hat, v\u00f6llig verschiednes <em>Patriziat:<\/em> sie sind aber nur in einer demokratischen Republik m\u00f6glich. Das Prinzip n\u00e4mlich, die Geltung der Stimmen nicht nach der Zahl, sondern auch nach dem<em> Gewicht<\/em> (nach dem Grade der Approximation jedes Individuums zur absoluten Allgemeinheit des Willens) zu bestimmen, ist mit dem Gesetz der Gleichheit recht wohl vereinbar. Es darf aber nicht <em>vorausgesetzt,<\/em> sondern es mu\u00df authentisch bewiesen werden, da\u00df ein Individuum gar keinen freien Willen, oder sein Wille gar keine Allgemeinheit habe; wie der Mangel der Freiheit durch Kindheit und Raserei, der Mangel der Allgemeinheit durch ein <em>Verbrechen<\/em> oder einen direkten Widerspruch wider den allgemeinen Willen. (Armut und <em>vermutliche<\/em> Bestechbarkeit, Weiblichkeit und <em>vermutliche<\/em> Schw\u00e4che sind wohl keine rechtm\u00e4\u00dfigen Gr\u00fcnde, um vom Stimmrecht ganz auszuschlie\u00dfen.) Wenn die politische Fiktion ein Individuum f\u00fcr eine <em>politische Null,<\/em> eine Person f\u00fcr eine <em>Sache<\/em> gelten lie\u00dfe, so w\u00fcrde sie eben dadurch das Gegenteil der willk\u00fcrlichen Voraussetzung hindern, und also mit dem ethischen Imperativ streiten; welches unm\u00f6glich ist, weil sich beide auf den reinen praktischen Imperativ gr\u00fcnden. Der allgemeine Volkswille kann auch nie beschlie\u00dfen, da\u00df die Individuen \u00fcber den Grad der Allgemeinheit ihres eigenen Privatwillens selbst kompetente Richter sein, und das Recht haben sollen, sich selbst eigenm\u00e4chtig zu Patriziern zu konstituieren. Die Volksmehrheit mu\u00df das Patriziat gewollt, die Vorrechte desselben und die Personen bestimmt haben, welche als <em>politische Edle<\/em> (solche, deren Privatwille sich dem pr\u00e4sumtiven allgemeinen Willen vorz\u00fcglich n\u00e4hert) gelten sollen. Sie k\u00f6nnte vielleicht den gew\u00e4hlten Edlen einigen Anteil an der Wahl der k\u00fcnftigen \u00fcberlassen, doch mit dem Vorbehalt in der letzten Instanz dar\u00fcber zu entscheiden: denn die Souver\u00e4nit\u00e4t kann nicht zediert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da\u00df aber die Volksmehrheit <em>in Person<\/em> politisch wirke, ist in vielen F\u00e4llen unm\u00f6glich, und fast in allen \u00e4u\u00dferst nachteilig. Es kann auch sehr f\u00fcglich durch Deputierte und Kommissarien geschehen. Daher ist die <em>politische Repr\u00e4sentation<\/em> allerdings ein unentbehrliches Organ des Republikanismus. \u2013 Wenn man die Repr\u00e4sentation von der politischen Fiktion trennt, so kann es auch ohne Repr\u00e4sentation einen (wenngleich technisch \u00e4u\u00dferst unvollkommnen) Republikanismus geben; wenn man unter der Repr\u00e4sentation auch die Fiktion begreift, so tut man Unrecht, sie den alten Republiken abzusprechen. Ihre technische Unvollkommenheit ist notorisch. Desto verworrener sind die allgemeinherrschenden Begriffe von ihrem innern Prinzip unvermeidlicher Korruption; desto schiefer die Urteile \u00fcber den politischen Wert dieser bewundernsw\u00fcrdigen, nicht blo\u00df sogenannten, sondern echten, auf die g\u00fcltige Fiktion der Allheit durch die Mehrheit des Willens gegr\u00fcndeten Republiken. An<em> Gemeinschaft der Sitten<\/em> ist die politische Kultur der Modernen noch im Stande der Kindheit gegen die der Alten, und kein Staat hat noch ein gr\u00f6\u00dferes Quantum von Freiheit und Gleichheit erreicht, als der <em>britische.<\/em> Die Unkenntnis der politischen Bildung der Griechen und R\u00f6mer ist die Quelle uns\u00e4glicher Verwirrung in der Geschichte der Menschheit, und auch der politischen Philosophie der Modernen sehr nachteilig, welche von den Alten in diesem St\u00fccke noch viel zu lernen haben. \u2013 Auch ist der behauptete Mangel der Repr\u00e4sentation nicht uneingeschr\u00e4nkt wahr. Die exekutive Macht konnte auch das attische Volk nicht in Person aus\u00fcben: zu Rom ward sogar wenigstens ein Teil der gesetzgebenden und richterlichen Macht durch Volksrepr\u00e4sentanten (Pr\u00e4toren, Tribunen, Zensoren, Konsuln) gehandhabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kraft der Volksmehrheit, als Proximum der Allheit und Surrogat des allgemeinen Willens, ist die<em> politische Macht.<\/em> Die h\u00f6chste Klassifikation der politischen Erscheinungen (aller Kraft\u00e4u\u00dferungen dieser Macht) wie aller Erscheinungen, ist die nach dem Unterschiede des <em>Beharrlichen<\/em> und des <em>Ver\u00e4nderlichen.<\/em> Die <em>Konstitution<\/em> ist der Inbegriff der permanenten Verh\u00e4ltnisse der politischen Macht, und ihrer wesentlichen Bestandteile. Die Regierung hingegen ist der Inbegriff aller transitorischen Kraft\u00e4u\u00dferungen der politischen Macht. Die <em>Bestandteile<\/em> der politischen Macht verhalten sich untereinander und zu ihrem Ganzen, wie die verschiedenen Bestandteile des Erkenntnisverm\u00f6gens untereinander und zu ihrem Ganzen. Die <em>konstitutive<\/em> Macht entspricht der Vernunft, die <em>legislative<\/em> dem Verstande, die <em>richterliche<\/em> der Urteilskraft und die <em>exekutive<\/em> der Sinnlichkeit, dem Verm\u00f6gen der Anschauung. <em>Die konstitutive Macht ist notwendig diktatorisch:<\/em> denn es w\u00e4re widersprechend, das Verm\u00f6gen der politischen Prinzipien, welche erst die Grundlage aller \u00fcbrigen politischen Bestimmungen und Verm\u00f6gen enthalten sollen, dennoch von diesen abh\u00e4ngig machen zu wollen; und eben deswegen nur <em>transitorisch.<\/em> Ohne den <em>Akt der Akzeptation<\/em> w\u00fcrde n\u00e4mlich die politische Macht nicht repr\u00e4sentiert, sondern zediert werden, welches unm\u00f6glich ist. \u2013 Die Konstitution betrifft die <em>Form der Fiktion<\/em> und die <em>Form der Repr\u00e4sentation.<\/em> Im Republikanismus gibt es zwar nur Ein Prinzip der politischen Fiktion, aber <em>zwei<\/em> verschiedene <em>Direktionen<\/em> des einen Prinzips, und in ihrer gr\u00f6\u00dften m\u00f6glichen Divergenz nicht sowohl zwei reine Arten, als zwei entgegengesetzte <em>Extreme<\/em> der republikanischen Konstitution: die <em>aristokratische,<\/em> und die <em>demokratische.<\/em> Es gibt unendlich viele verschiedene Formen der Repr\u00e4sentation (wie Mischungen des Demokratismus und Aristokratismus), aber keine reine Arten, und kein Prinzip der Einteilung a priori. Die Konstitution ist der Inbegriff alles politisch Permanenten; da man nun ein Ph\u00e4nomen nach seinen permanenten Attributen, nicht nach seinen transitorischen Modifikationen klassifiziert: so w\u00fcrde es widersinnig sein, den echten (republikanischen) Staat nach der Form der Regierung einzuteilen. \u2013 Im Despotismus kann es eigentlich keine politische, sondern nur eine <em>physische<\/em> Konstitution geben: nicht Verh\u00e4ltnisse der politischen Macht und ihrer wesentlichen Bestandteile, welche absolut beharrlich sein sollen, aber wohl solche, die relativ beharrlich sind. Wo es keine politische Konstitution gibt, kann man nur die Form der Regierung dynamisch klassifizieren: denn die physischen Modifikationen geben keine reine Klassen. Die einzige reine Klassifikation gew\u00e4hrt das <em>mathematische Prinzip der numerischen Quantit\u00e4t des despotischen Personalen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die einzige (physisch) permanente Qualit\u00e4t des Despotismus bestimmt die <em>dynamische<\/em> (nicht politische) <em>Form der despotischen Regierung.<\/em> Sie ist entweder <em>tyrannisch, oligarchisch<\/em> oder <em>ochlokratisch,<\/em> je nachdem ein <em>Individuum,<\/em> ein <em>Stand<\/em> (Orden, Korps, Kaste), oder eine <em>Masse<\/em> herrscht. Wenn <em>alle<\/em> herrschen (S. <em>25, 26),<\/em> wer wird dann beherrscht? \u2013 Im \u00fcbrigen scheint der von Kant gegebne Begriff der Demokratie der Ochlokratie angemessen zu sein. Die <em>Ochlokratie<\/em> ist der Despotismus der Mehrheit \u00fcber die Minorit\u00e4t. Ihr <em>Kriterium<\/em> ist ein offenbarer Widerspruch der Mehrheit in der Funktion des politischen Fingenten mit dem allgemeinen Willen, dessen Surrogat sie sein soll. Sie ist \u2013 jedoch nebst der Tyrannei: denn die <em>Neronen<\/em> k\u00f6nnen dem <em>Sansculottismus<\/em> den Preis recht wohl streitig machen \u2013 unter allen politischen Unformen das gr\u00f6\u00dfte physische \u00dcbel (S. 29). Die <em>Oligarchie<\/em> hingegen \u2013 der orientalische Kastendespotismus, das europ\u00e4ische Feudalsystem \u2013 ist der Humanit\u00e4t ungleich gef\u00e4hrlicher: denn eben die Schwerf\u00e4lligkeit des k\u00fcnstlichen Mechanismus, welche ihre physische Sch\u00e4dlichkeit l\u00e4hmt, gibt ihr eine kolossale Solidit\u00e4t. Die Konzentration der durch gleiches Interesse Zusammengebundnen isoliert die Kaste vom \u00fcbrigen menschlichen Geschlecht, und erzeugt einen hartn\u00e4ckigen esprit de corps. Die geistige Friktion der Menge bringt die h\u00f6llische Kunst, die Veredlung der Menschheit unm\u00f6glich zu machen, zu einer fr\u00fchen Reife.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit argw\u00f6hnischem Blicke wittert die Oligarchie jede aufstrebende Regung der Menschheit, und zerknickt sie schon im Keime. Die <em>Tyrannei<\/em> hingegen ist ein sorgloses Ungeheuer, welches im Einzelnen oft die h\u00f6chste Freiheit, ja sogar vollkommene Gerechtigkeit \u00fcbersieht. Die ganze lockre Maschine <em>h\u00e4ngt an einem einzigen Ressort;<\/em> und wenn dieser schwach ist, zerf\u00e4llt sie bei dem ersten kr\u00e4ftigen Sto\u00df. \u2013 Wenn die<em> Form der Regierung despotisch,<\/em> der <em>Geist<\/em> aber repr\u00e4sentativ oder <em>republikanisch<\/em> ist (s. die treffliche Bemerkung S. 26), so entsteht die <em>Monarchie.<\/em> (In der Ochlokratie kann der Geist der Regierung nicht republikanisch sein, sonst w\u00fcrde es notwendig auch die Form des Staats sein. In der reinen Oligarchie mu\u00df der Geist des Standes despotisch sein, wenn die Form nicht in einen rechtm\u00e4\u00dfigen demokratischen Aristokratismus \u00fcbergehn soll; der republikanische Geist einzelner Glieder hilft nichts, denn der <em>Stand,<\/em> als solcher, herrscht.) Der Zufall kann einem gerechten Monarchen despotische Gewalt \u00fcberliefern. Er kann republikanisch regieren, und doch die despotische Staatsform beibehalten, wenn n\u00e4mlich die Stufe der politischen Kultur oder die politische Lage eines Staats eine provisorische (also despotische) Regierung durchaus notwendig macht, und der allgemeine Wille selbst sie billigen k\u00f6nnte. Das <em>Kriterium der Monarchie<\/em> (wodurch sie sich vom Despotismus unterscheidet) ist die gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichste Bef\u00f6rderung des Republikanismus. Der Grad der Approximation des Privatwillens des Monarchen zur absoluten Allgemeinheit des Willens bestimmt den Grad ihrer Vollkommenheit. Die monarchische Form ist einigen Stufen der politischen Kultur, da das republikanische Prinzip entweder noch in der Kindheit (wie in der heroischen Vorzeit) oder wieder g\u00e4nzlich erstorben ist (wie zur Zeit der r\u00f6mischen C\u00e4sare) so v\u00f6llig angemessen; sie gew\u00e4hrt in dem seltnen, aber doch vorhandnen Fall der <em>Friedriche<\/em> und <em>Mark-Aurele<\/em> so offenbare und gro\u00dfe Vorteile; da\u00df es sich begreifen l\u00e4\u00dft, warum sie der Liebling so vieler politischen Philosophen gewesen, und noch ist. \u2013 Aber nach Kants trefflicher Erinnerung (S. 28, Anm.) mu\u00df man den Geist der Regierung der schlechten (und unrechtm\u00e4\u00dfigen S. 22, 23, Anm.) Staatsform nicht zurechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Heilig<\/em> ist, was nur unendlich verletzt werden kann, wie die Freiheit und Gleichheit: der allgemeine Wille. Wie Kant also den Begriff der Volksmajest\u00e4t ungereimt finden kann, begreife ich nicht. Die <em>Volksmehrheit,<\/em> als das einzige g\u00fcltige Surrogat des allgemeinen Willens, ist in dieser Funktion des politischen Fingenten ebenfalls heilig, und jede andre politische W\u00fcrde und Majest\u00e4t ist nur ein Ausflu\u00df der <em>Volksheiligkeit.<\/em> Der hochheilige <em>Tribun, zum<\/em> Beispiel, war es nur im Namen des Volks, nicht in seinem eignen; er stellt die heilige Idee der Freiheit nur mittelbar dar; er ist kein Surrogat, sondern nur ein Repr\u00e4sentant des heiligen allgemeinen Willens. \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Staat soll sein, und soll republikanisch sein. Republikanische Staaten haben schon um deswillen einen absoluten Wert, weil sie nach dem rechten und schlechthin gebotenen Zwecke streben. In dieser R\u00fccksicht ist ihr Wert gleich. Sehr verschieden aber kann er nach den Graden der Ann\u00e4herung <em>zum<\/em> unerreichbaren Zwecke sein. In dieser R\u00fccksicht kann ihr Wert auf zwiefache Weise bestimmt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>technische Vollkommenheit<\/em> des republikanischen Staats teilt sich in die Vollkommenheit der Konstitution, und der Regierung. Die technische Vollkommenheit der Konstitution wird bestimmt durch den Grad der Approximation ihrer individuellen Form der Fiktion und der Repr\u00e4sentation zur absoluten (aber unm\u00f6glichen) Ad\u00e4quatheit des Fingenten und Fingierten, des Repr\u00e4sentanten und Repr\u00e4sentierten. (Damit stimmt die scharfsinnige Bemerkung S. 27 \u00fcberein, wenn der Verfasser unter der Repr\u00e4sentation auch die Fiktion begreift. M\u00f6chte doch ein pragmatischer Politiker durch eine Theorie der Mittel, die Fiktion und Repr\u00e4sentation sowohl extensiv als intensiv zu vergr\u00f6\u00dfern, eine wichtige L\u00fccke der Wissenschaft ausf\u00fcllen! \u2013 Die Kantische Bemerkung \u00fcber das Personale der Staatsgewalt (S. 27) d\u00fcrfte wohl nur f\u00fcr die exekutive, und unter gewissen Umst\u00e4nden vielleicht auch f\u00fcr die konstitutive Macht gelten: f\u00fcr die legislative und richterliche Macht hingegen scheint die Erfahrung die Form der Kollegien und Jurys als die beste bew\u00e4hrt zu haben.) Die negative technische Vollkommenheit der Regierung wird bestimmt durch den Grad der Harmonie mit der Konstitution; die positive durch den Grad der positiven Kraft, mit der die Konstitution wirklich ausgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <em>politische Wert<\/em> eines republikanischen Staats wird bestimmt durch das extensive und intensive Quantum der wirklich erreichten Gemeinschaft, Freiheit und Gleichheit. Zwar ist die gute moralische Bildung des Volks nicht m\u00f6glich, ehe der Staat nicht republikanisch organisiert ist, und wenigstens einen gewissen Grad technischer Vollkommenheit erreicht hat (S. 61): aber auf der andern Seite ist <em>herrschende Moralit\u00e4t<\/em> die notwendige Bedingung der <em>absoluten Vollkommenheit<\/em> (des Maximums der Gemeinschaft, Freiheit und Gleichheit) des Staats, ja sogar jeder h\u00f6hern Stufe politischer Trefflichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bisher war nur vom <em>partiellen<\/em> Republikanismus eines einzelnen Staats und Volks die Rede. Aber nur durch einen <em>universellen<\/em> Republikanismus kann der politische Imperativ vollendet werden. Dieser Begriff ist also kein Hirngespinst tr\u00e4umender Schw\u00e4rmer, sondern praktisch notwendig, wie der politische Imperativ selbst. Seine Bestandteile sind:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>1) Polizierung aller Nationen;<\/li>\n<li>2) Republikanismus aller Polizierten;<\/li>\n<li>3) Fraternit\u00e4t aller Republikaner;<\/li>\n<li>4) Die Autonomie jedes einzelnen Staats, und die Isonomie aller.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur universeller und vollkommener Republikanismus w\u00fcrde ein g\u00fcltiger, aber auch allein hinl\u00e4nglicher <em>Definitivartikel zum ewigen Frieden<\/em> sein. \u2013 Solange die Konstitution und Regierung nicht durchaus vollkommen w\u00e4re, w\u00fcrde, selbst in republikanischen Staaten, deren friedliche Tendenz Kant so treffend gezeigt hat, sogar ein ungerechter und \u00fcberfl\u00fcssiger Krieg wenigstens <em>m\u00f6glich<\/em> bleiben. Der erste Kantische Definitivartikel zum ewigen Frieden verlangt zwar Republikanismus <em>aller<\/em> Staaten: allein der <em>F\u00f6deralismus,<\/em> dessen Ausf\u00fchrbarkeit S. 35 so b\u00fcndig bewiesen wird, kann schon seinem <em>Begriffe<\/em> nach <em>nicht alle<\/em> Staaten umfassen; sonst w\u00fcrde er gegen Kants Meinung (S. 36 \u2013 38) ein universeller V\u00f6lkerstaat sein. Die Absicht des Friedensbundes, die Freiheit der republikanischen Staaten zu sichern (S. 35), setzt eine Gefahr derselben, also Staaten von kriegerischer Tendenz, d.h. <em>despotische Staaten<\/em> voraus. Die kosmopolitische Hospitalit\u00e4t, deren Ursprung und Veranlassung durch den Handelsgeist Kant (S. 64) so geistreich entwickelt, scheint aber sogar <em>unpolizierte Nationen<\/em> vorauszusetzen. Solange es aber noch despotische Staaten und unpolizierte Nationen g\u00e4be, w\u00fcrde auch noch <em>Kriegsstoff<\/em> \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>1) Der Republikanismus der kultivierten Nationen;<\/li>\n<li>2) Der F\u00f6deralismus der republikanischen Staaten;<\/li>\n<li>3) Die kosmopolitische Hospitalit\u00e4t der F\u00f6derierten;<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">w\u00fcrden also nur <em>g\u00fcltige Definitivartikel zum ersten echten und permanenten,<\/em> wenngleich nur partiellen<em> Frieden,<\/em> statt der bisherigen f\u00e4lschlich sogenannten Friedensschl\u00fcsse, eigentlich Waffenstillst\u00e4nde S. 104, sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann sie auch als <em>Pr\u00e4liminarartikel zum ewigen Frieden<\/em> ansehn, den sie beabsichtigen, und an den vor dem ersten echten Frieden gar nicht zu denken ist. \u2013 Der universelle und vollkommene Republikanismus, und der ewige Friede sind unzertrennliche Wechselbegriffe. Der letzte ist ebenso <em>politisch notwendig,<\/em> wie der erste. Aber wie steht es mit seiner <em>historischen<\/em> Notwendigkeit oder M\u00f6glichkeit? Welches ist die <em>Garantie des ewigen Friedens?<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00bbDas, was diese Gew\u00e4hr leistet, ist nichts Geringeres, als die gro\u00dfe K\u00fcnstlerin, <em>Natur;<\/em>\u00ab sagt Kant S. 47. So geistreich die Ausf\u00fchrung dieses trefflichen Gedankens ist, so will ich doch freim\u00fctig gestehn, was ich daran vermisse. Es ist nicht genug, da\u00df die<em> Mittel<\/em> der M\u00f6glichkeit, die <em>\u00e4u\u00dfern Veranlassungen des Schicksals<\/em> zur wirklichen allm\u00e4hlichen Herbeif\u00fchrung des ewigen Friedens gezeigt werden. Man erwartet eine Antwort auf die Frage: <em>Ob die innere Entwicklung der Menschheit<\/em> dahin f\u00fchre? Die (gedachte) <em>Zweckm\u00e4\u00dfigkeit der Natur<\/em> (so sch\u00f6n, ja notwendig diese Ansicht in andrer Beziehung sein mag) ist hier v\u00f6llig gleichg\u00fcltig: nur die (wirklichen) <em>notwendigen Gesetze der Erfahrung<\/em> k\u00f6nnen f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Erfolg Gew\u00e4hr leisten. <em>Die Gesetze der politischen Geschichte,<\/em> und die <em>Prinzipien der politischen Bildung<\/em> sind die einzigen Data, aus denen sich erweisen l\u00e4\u00dft, \u00bbda\u00df der ewige Friede keine leere Idee sei, sondern eine Aufgabe, die nach und nach aufgel\u00f6st, ihrem Ziel best\u00e4ndig n\u00e4her kommt;\u00ab (S. 104) nach denen sich die k\u00fcnftige Wirklichkeit desselben, und sogar die Art der Ann\u00e4herung, zwar nicht <em>weissagen (S.<\/em> 65) \u2013 thetisch und nach allen Umst\u00e4nden der Zeit und des Orts \u2013 aber doch vielleicht theoretisch (wenngleich nur hypothetisch) mit Sicherheit vorher bestimmen lassen w\u00fcrde. \u2013 Kant macht zwar hier sonst (wie sich erwarten l\u00e4\u00dft) keinen transzendenten Gebrauch von dem teleologischen Prinzip in der Geschichte der Menschheit (welches sogar kritische Philosophen sich erlaubt haben): jedoch in einem St\u00fccke scheint mir der praktische Begriff der unbedingten Willensfreiheit mit Unrecht in das theoretische Gebiet der Geschichte der Menschheit her\u00fcbergezogen zu sein. \u2013 Wenn die Moraltheologie die Frage aufwerfen kann und mu\u00df: welches der intelligible Grund der Immoralit\u00e4t sei? \u2013 ob sie es kann und mu\u00df, lasse ich hier an seinen Ort gestellt sein \u2013 so wei\u00df ich auch keine andre Antwort, als die Erbs\u00fcnde im Kantischen Sinne. Aber die Geschichte der Menschheit hat es nur mit den <em>empirischen Ursachen des Ph\u00e4nomens<\/em> der Immoralit\u00e4t zu tun; der intelligible Begriff der urspr\u00fcnglichen B\u00f6sartigkeit ist im Gebiete der Erfahrung leer und ohne allen Sinn. \u2013 Das behauptete Faktum (S. 80, Anm.), da\u00df es durchaus keinen Glauben an menschliche Tugend gebe, ist unerwiesen; und wie kann die offenbare B\u00f6sartigkeit im \u00e4u\u00dfern Verh\u00e4ltnis der Staaten (S. 79, Anm.) \u2013 die Immoralit\u00e4t einer kleinen Menschenklasse, welche aus leichtbegreiflichen Ursachen im Durchschnitt aus dem Abschaum des menschlichen Geschlechts besteht, \u2013 ein Argument wider die menschliche Natur \u00fcberhaupt sein? \u2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ein hier unfruchtbarer Gesichtspunkt, die vollkommene Verfassung nicht als ein Ph\u00e4nomen der politischen Erfahrung, sondern als ein Problem der politischen Kunst zu betrachten (S. 60); da wir nicht \u00fcber ihre M\u00f6glichkeit, sondern \u00fcber ihre k\u00fcnftige Wirklichkeit, und \u00fcber die Gesetze der Progression der politischen Bildung zu diesem Ziele belehrt sein wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur aus <em>den historischen Prinzipien der politischen Bildung,<\/em> aus der <em>Theorie der politischen Geschichte,<\/em> l\u00e4\u00dft sich ein befriedigendes <em>Resultat \u00fcber das Verh\u00e4ltnis der politischen Vernunft und der politischen Erfahrung<\/em> finden. Statt dessen hat Kant den nicht wesentlichen, sondern nur durch Ungeschicklichkeit zuf\u00e4llig entstandenen Grenzstreitigkeiten der Moral und der Politik nun einen eignen Anhang gewidmet. Er versteht n\u00e4mlich unter <em>Politik<\/em> nicht die praktische Wissenschaft, deren Fundament und Objekt der politische Imperativ ist, auch nicht die eigentliche politische Kunst, d.h. die Fertigkeit, jenen Imperativ wirklich zu machen; sondern die despotische Geschicklichkeit, welche keine wahre Kunst, sondern eine <em>politische Pfuscherei<\/em> ist. Die beiden reinen Arten aller denkbaren politisch notwendigen oder m\u00f6glichen Formen sind der Republikanismus und der Despotismus. Au\u00dferdem gibt es aber auch noch zwei, dem ersten Anscheine nach sehr analoge, dem Wesen nach aber durchaus verschiedene <em>formlose politische Zust\u00e4nde,<\/em> deren Begriff als ein <em>Grenzbegriff<\/em> bei der Zergliederung des Republikanismus nicht \u00fcbergangen werden darf. Nur der eine ist politisch, der andre blo\u00df historisch m\u00f6glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die <em>Insurrektion<\/em> ist nicht politisch unm\u00f6glich oder absolut unrechtm\u00e4\u00dfig (wie S. 94\u201397 behauptet wird): denn sie ist mit der Publizit\u00e4t nicht absolut unvereinbar. Von dem (vielleicht unrechtm\u00e4\u00dfigen) Herrscher (S. 96) gilt, was Kant S. 101 sagt: \u00bbWer die entschiedene Obermacht hat, darf seiner Maximen nicht heel haben.\u00ab \u2013 Eine Konstitution, welche jedem Individuum, <em>wenn es ihm selbst rechtm\u00e4\u00dfig schiene<\/em>, zu insurgieren erlaubte, w\u00fcrde allerdings sich selbst aufheben. Eine Konstitution hingegen, welche einen Artikel enthielte, der <em>in gewissen vorkommenden F\u00e4llen<\/em> die Insurrektion <em>peremtorisch geb\u00f6te,<\/em> w\u00fcrde sich zwar nicht selbst aufheben; aber dieser einzige Artikel w\u00fcrde <em>null<\/em> sein: denn die Konstitution kann nichts gebieten, wenn sie gar nicht mehr existiert; die Insurrektion aber kann nur dann rechtm\u00e4\u00dfig sein, wenn die Konstitution vernichtet worden ist. Es l\u00e4\u00dft sich aber sehr wohl denken, da\u00df ein Artikel in der Konstitution die F\u00e4lle bestimmt, in welchen die konstituierte Macht f\u00fcr de facto <em>annulliert<\/em> geachtet werden, und die Insurrektion also jedem Individuum <em>erlaubt<\/em> sein soll. Solche F\u00e4lle sind z.B. wenn der Diktator seine Macht \u00fcber die bestimmte Zeit beh\u00e4lt; wenn die konstituierte Macht die Konstitution, das Fundament ihrer rechtlichen Existenz, und also sich selbst vernichtet u.s.w. Da der allgemeine Wille eine solche Vernichtung des Republikanismus durch Usurpation nicht wollen kann, und den Republikanismus notwendig will, so mu\u00df er auch die einzigen Mittel, die Usurpation zu vernichten (Insurrektion), und den Republikanismus von neuem zu organisieren (provisorische Regierung), zulassen k\u00f6nnen. Diejenige Insurrektion ist also <em>rechtm\u00e4\u00dfig,<\/em> deren Motiv die Vernichtung der Konstitution, deren Regierung blo\u00df provisorisches Organ, und deren Zweck die Organisation des Republikanismus ist. \u2013 Das zweite g\u00fcltige Motiv der rechtm\u00e4\u00dfigen Insurrektion ist <em>absoluter<\/em> Despotismus, d.h. ein solcher, welcher nicht provisorisch ist, und also bedingterweise erlaubt sein kann, sondern ein solcher, welcher das republikanische Bildungsprinzip (durch dessen freie Entwicklung allein der politische Imperativ allm\u00e4hlich wirklich gemacht werden kann) und dessen Tendenz selbst zu vernichten und zu zerst\u00f6ren strebt, und also absolut unerlaubt ist, d.h. vom allgemeinen Willen nie zugelassen werden kann. Der absolute Despotismus ist nicht einmal ein Quasistaat, sondern vielmehr ein <em>Antistaat,<\/em> und (wenn auch vielleicht physisch ertr\u00e4glicher) doch ein ungleich gr\u00f6\u00dferes politisches \u00dcbel, als selbst <em>Anarchie.<\/em> Diese ist blo\u00df eine Negation des politisch Positiven; jener eine Position des politisch Negativen. Die Anarchie ist entweder ein <em>flie\u00dfender Despotismus,<\/em> in dem sowohl das Personale der herrschenden Macht, als die Grenzen der beherrschten Masse stets wechseln; oder eine unechte und <em>permanente Insurrektion:<\/em> denn die echte und politisch m\u00f6gliche ist notwendig transitorisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_102167\" style=\"width: 218px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-102167\" class=\"wp-image-102167 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/Friedrich-Schlegel-208x300.jpg\" alt=\"\" width=\"208\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-102167\" class=\"wp-caption-text\">Friedrich Schlegel um 1790, Kreidezeichnung von Caroline Rehberg<\/p><\/div>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrend\u00a0\u2192\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">KUNO hat ein Faible f\u00fcr die frei drehende Phantasie. Wir begreifen die Gattung des Essays als eine Versuchsanordnung, undogmatisch, subjektiv, experimentell, ergebnisoffen. Auch ein Essay handelt ausschliesslich mit Fiktionen, also mit Modellen der Wirklichkeit. Wir betrachten Michel de Montaigne als einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/04\/23\/die-ehe-ist-ein-vertrag-nur-der-erste-anfang-ist-frei\/\">Blogger aus dem 16. Jahrhundert<\/a>. Henry David Thoreau gilt als Schriftsteller auch in formaler Hinsicht als eine der markantesten Gestalten der klassischen amerikanischen Literatur. Als sorgf\u00e4ltig feilender Stilist, als hervorragender Sprachk\u00fcnstler hat er durch die f\u00fcr ihn <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/07\/12\/walden-life-in-the-woods\/\">charakteristische Essayform<\/a> auf Generationen von Schriftstellern anregend gewirkt. Karl Kraus war der erste Autor, der die kulturkritische Kommen\u00adtie\u00adrung der Welt\u00adlage zur Dauer\u00adbesch\u00e4f\u00adtigung erhob. Seine Zeit\u00adschrift \u201eDie Fackel\u201c war gewisser\u00adma\u00ad\u00dfen der erste <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2011\/01\/29\/die-fackel\/\">Kultur-Blog<\/a>. Die Redaktion nimmt Rosa Luxemburg beim Wort und versucht in diesem Online-Magazin auch \u00fcberkommene <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1990\/05\/01\/wie-entstand-die-maifeier\/\">journalistische Formen<\/a> neu zu denken. Enrik Lauer zieht die Dusche dem Wannenbad vor. Warum erstere im Sp\u00e4tkapitalismus \u2013 zum Beispiel als Zeit und Ressourcen sparend \u2013 zweiteres als Form der K\u00f6rperreinigung weitgehend verdr\u00e4ngt hat, ist einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/25\/wohlbefinden\/\">eigenen Betrachtung<\/a> wert. Ulrich Bergmann setzte sich mit den Wachowski-Br\u00fcdern und der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/11\/06\/the-matrix-has-you\/\">Matrix<\/a> auseinander. Zum Thema K\u00fcnstlerb\u00fccher finden Sie hier einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=12840\">Essay<\/a> sowie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=834\">weitere Betrachtungen<\/a> von J.C. Albers. Last but not least: <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25524\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/p>\n<p>Im Blick auf den Geistreichtum eines guten Essays kann man den Essay als den gro\u00dfen Bruder der <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/09\/twitteratur-eine-neue-literaturgattung\/\"><em>Twitteratur<\/em><\/a> auffassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>veranla\u00dft durch die Kantische Schrift zum ewigen Frieden &nbsp; Der Geist den die Kantische Schrift zum ewigen Frieden atmet, mu\u00df jedem Freunde der Gerechtigkeit wohltun, und noch die sp\u00e4teste Nachwelt wird auch in diesem Denkmale die erhabene Gesinnung des ehrw\u00fcrdigen&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/03\/10\/versuch-ueber-den-begriff-des-republikanismus\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":245,"featured_media":102167,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2432,2076],"class_list":["post-102942","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-friedrich-schlegel","tag-immanuel-kant"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102942","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/245"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102942"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102942\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102944,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102942\/revisions\/102944"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/102167"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102942"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102942"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102942"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}