{"id":102790,"date":"1995-01-24T20:40:39","date_gmt":"1995-01-24T19:40:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=102790"},"modified":"2022-04-22T13:00:12","modified_gmt":"2022-04-22T11:00:12","slug":"keith-jarrett","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/24\/keith-jarrett\/","title":{"rendered":"Keith Jarrett"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion:<\/span> Am 24. Januar 1975 gab Keith Jarrett ein Konzert in der Oper der rheinischen Domstadt. Diese Hommage sollte in A.J. Weigonis ersten Roman einfliessen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entgrenzung. <em>The K\u00f6ln Concert <\/em>haben sie im Januar 1975 vor Ort erlebt. Auf der LP h\u00f6ren sie diese Musik als Raunen. Unter Aufbietung aller Kra\u0308fte des Geistes und des Ko\u0308rpers scheint der Klavierspieler ein Gebirg&#8216; im zerklu\u0308fteten Raum aufzuwerfen. Als langes Diminuendo schwingen aus Keith Jarretts Konzertflu\u0308gel die Nordhangfichten des Resonanzbodens nach. Der Pianist entwickelt aus einem somnambulen Halbda\u0308mmer eine rauschende Hymnik. Die Virtuosita\u0308t in den La\u0308ufen, die Intensita\u0308t im Schichten der Cluster, die ganze pianistische Bewegung gehorcht einer Logik, die emotional kaum nachzuvollziehen ist. Als Improvisator horcht er auf rhapsodische Impulse, die er im heroischen Triumph veredelt. Daraufhin heizt er sich selber ein durch ein feuriges Ostinato im Bass, dessen synkopierte Rhythmik ihn in der rechten Hand zu swingenden und beherzten Kantilenen inspiriert. Und obwohl das Stu\u0308ck in eine zwo\u0308lftaktige Form la\u0308uft, die er mit Motiven aus Blues und Gospel fu\u0308llt, zeigt sich Jarrett in dieser Struktur von seiner hinreissenden Seite; seine Seele strahlt durch den Klang, so dass sie aus einem tonalen Zentrum heraus nicht nur diatonische Bewegungen erkennt, sondern auch vertraute Regungen: ein Schmachten, Sehnen und Singen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachhall. Der Wunsch, etwas Perfektes zu schaffen, ist zum Scheitern verurteilt, erst die Fantasie des Zuho\u0308rers macht ein Stu\u0308ck zu dem, was es ist. Die individuelle Essenz steht ausserhalb der Kontrolle des Musikers, sie hat mit dem Produktionsprozess selbst nichts mehr zu tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Abgeschlossenes Sammelgebiet<\/strong>, Roman von A. J. Weigoni, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2014 \u2013 Limitierte und handsignierte Ausgabe des Buches als Hardcover<\/p>\n<div id=\"attachment_98410\" style=\"width: 204px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-98410\" class=\"wp-image-98410 size-full\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/RomanCoverMotiv-e1645710376253.jpg\" alt=\"\" width=\"194\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-98410\" class=\"wp-caption-text\">Postwertzeichen erschienen zum 20. Jahrestag der DDR. Entwertet am 9. November 1989<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend \u2192 <\/strong>Zur historischen Abfolge, eine <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25344\">Einf\u00fchrung<\/a>. Den Klappentext, den Phillip Boa f\u00fcr diesen Roman schrieb lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24425\">hier<\/a>. Eine Rezension von Jo Wei\u00df findet sich <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24394\">hier<\/a>. Einen Essay von Regine M\u00fcller lesen Sie <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24412\">hier<\/a>. Beim <em>vordenker<\/em> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/10\/09\/lebensabschnittsgefaehrten\/\">entdeckt<\/a> Constanze Schmidt in diesem Roman einen Dreiklang. Auf <span data-offset-key=\"cphj4-0-0\">der vom Netz gegangenen<\/span> <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/12\/26\/parallelfuehrung-der-liebesverhaeltnisse\/\">Fixpoetry<\/a> arbeitet Margretha Schnarhelt einen Vergleich zwischen A.J. Weigoni und Haruki Murakami heraus. Eine weitere Parallele zu <em>Jahrestage<\/em> von Uwe Johnson wird <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=24922\">hier<\/a> gezogen. Die Dualit\u00e4t des Erscheinens mit Lutz Seilers \u201cKruso\u201d wird <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=26315\">hier<\/a> thematisiert. In der Neuen Rheinischen Zeitung <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/08\/13\/liebe-sinnlich-ideologisch\/\">w\u00fcrdigt<\/a> Karl Feldkamp wie A.J. Weigoni in seinem ersten Roman den Leser zu Hochgenuss verf\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: Am 24. Januar 1975 gab Keith Jarrett ein Konzert in der Oper der rheinischen Domstadt. Diese Hommage sollte in A.J. Weigonis ersten Roman einfliessen. Entgrenzung. The K\u00f6ln Concert haben sie im Januar 1975 vor Ort erlebt. Auf&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/01\/24\/keith-jarrett\/\">Read more &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":98410,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[628,3612],"class_list":["post-102790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literatur","tag-a-j-weigoni","tag-keith-jarrett"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102790"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102795,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102790\/revisions\/102795"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/98410"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}