{"id":102697,"date":"1995-08-06T12:44:48","date_gmt":"1995-08-06T10:44:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=102697"},"modified":"2022-04-11T13:51:13","modified_gmt":"2022-04-11T11:51:13","slug":"eine-kleine-geschichte-der-deutschsprachigen-lyrik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/08\/06\/eine-kleine-geschichte-der-deutschsprachigen-lyrik\/","title":{"rendered":"Eine kleine Geschichte der deutschsprachigen Lyrik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorbemerkung der Redaktion:<\/span> Die Lyrik ist eine der fr\u00fchen literarischen Formen. Wenn auch die fr\u00fchesten \u00fcberlieferten lyrischen Texte nicht als Gedichte im heutigen Sinne verstanden wurden \u2013 das Vorkommen von Reim bzw. Alliteration, einer Metrik oder eines sprachlichen Rhythmus gen\u00fcgt, in diesem Jahr k\u00fcmmert sich KUNO um die unterschiedlichen Auspr\u00e4gungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Anf\u00e4nge im Fr\u00fchmittelalter<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lyrische Texte in griechischer und lateinischer Sprache kennt man bereits aus der Antike. Das Lateinische war lange die Schriftsprache der Gebildeten, schriftliche Dokumente in den europ\u00e4ischen Volkssprachen werden in gr\u00f6\u00dferem Stil erst ab dem sp\u00e4ten 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung verfasst, so auch im deutschsprachigen Raum. Aus dieser Zeit sind vor allem Texte \u00fcberliefert, die in kultischen oder religi\u00f6sen Zusammenh\u00e4ngen entstanden sind, die sogenannten Zauberspr\u00fcche. Zu den \u00e4ltesten \u00fcberlieferten deutschsprachigen Gedichten (und literarischen \u00dcberlieferungen \u00fcberhaupt) z\u00e4hlen die Merseburger Zauberspr\u00fcche und der Lorscher Bienensegen aus dem fr\u00fchen 9. Jahrhundert n.\u00a0Chr. Diese Texte, die als Beschw\u00f6rungsformeln, Heil- und Segensspr\u00fcche gelesen werden, sind in althochdeutscher Sprache verfasst. Typisch f\u00fcr diese fr\u00fche Lyrik ist die Verwendung von germanischen Stabreimen und Endreimen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein weiteres wichtiges Beispiel fr\u00fcher althochdeutscher Lyrik ist das Wessobrunner Gebet, ein zweiteiliger Text, in dem auf einen in Stabreimen verfassten germanischen Sch\u00f6pfungsbericht ein in Prosa geschriebenes christliches Gebet folgt. Den \u00dcbergang von der Stabreimdichtung aus der germanischen Tradition zur Endreimdichtung, wie man sie heute noch kennt, markiert unter anderem das <em>Muspilli<\/em>, ein bairisches Gedicht, das den Weltuntergang zum Thema hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Hochmittelalter<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ab dem 12. Jahrhundert bildeten sich drei Grundformen der Lyrik des Mittelalters heraus: der Minnesang, die Sangspruchdichtung und der Leich. W\u00e4hrend im Minnesang zentral die Beziehung des dichtenden Ichs mit einer meist (geografisch oder sozial) unerreichbaren Frau ist, befasst sich die Sangspruchdichtung mit Fragen weltlicher und geistlicher Ethik, h\u00e4ufig mit einem lehrhaften Ton. Sowohl im Minnesang als auch in der Sangspruchdichtung findet man Beispiele eher kurzer Gedichte. Der Leich dagegen ist eine spezifisch mittelalterliche lyrische Gro\u00dfform vor allem des 13. Jahrhunderts, die mehrere Hundert Verse umfassen konnte. Bei der Ausbildung der Lyrik im Hochmittelalter wirken auch Impulse aus der mittellateinischen Vagantendichtung und Marienlyrik, der Rezeption der romanischen Trobadordichtung und der arabischen Lyrik mit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fr\u00fche Vertreter des Minnesangs waren Dietmar von Aist und ein Dichter, der in der mittelalterlichen Manessischen Liederhandschrift als Der von K\u00fcrenberg gef\u00fchrt ist. Von diesen fr\u00fchen Anf\u00e4ngen im 12. Jahrhundert entwickelt sich die Liebeslyrik weiter bis zur Hohen Minne, zu deren Vertretern unter anderem ein Dichter unter dem Namen Kaiser Heinrich und Reinmar der Alte z\u00e4hlen. Am besten \u00fcberliefert unter den mittelalterlichen Dichtern ist sicher Walther von der Vogelweide, der sich im sp\u00e4ten 12. und fr\u00fchen 13. Jahrhundert bereits kritisch mit der Minnesangtradition auseinandersetzt und sie variiert. Hartmann von Aue f\u00fchrte in die Liebeslyrik noch das Kreuzzugmotiv ein. Einen Versuch, das sich wiederholende Schema des Minnesangs zu durchbrechen, findet man im sp\u00e4ten 13. bis fr\u00fchen 14. Jahrhundert bei Heinrich von Mei\u00dfen (genannt &#8218;Frauenlob&#8216;). Heinrich versucht, die Liebeslyrik mit naturphilosophischen Konzepten zu verbinden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Walther von der Vogelweide ist auch als Sangspruch- und Leichdichter bedeutend und gilt in vielen Literaturgeschichten als der erste politische Lyriker, da er in seiner Dichtung auch auf tagespolitische Ereignisse Bezug nimmt. Neben Walther sind als wichtige Sangspruch- und Leichdichter noch Rumelant und der schon erw\u00e4hnte Frauenlob zu nennen, der unter anderem mit seinem Marienleich einen wesentlichen Beitrag zur mittelalterlichen Marienlyrik geleistet hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Humanismus und Reformation<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland treten neben den Verfassern (anfangs noch lateinischer) humanistischer Lyrik Dichter muttersprachlicher Lieddichtung hervor. Dazu z\u00e4hlen einerseits protestantische Kirchenlieder wie von Martin Luther, andererseits s\u00e4kulare Dichtung, vor allem der Meistersang. Beim Meistersang handelt es sich um Lyrik haupts\u00e4chlich vom mittelst\u00e4ndischen Handwerk, dessen Inhalte von weltlichen Schw\u00e4nken bis zur weltlichen Belehrung und religi\u00f6ser Erbauung reichten. Heute bekanntester Vertreter der st\u00e4ndisch-b\u00fcrgerlichen Meistersinger ist Hans Sachs, der dem jungen Goethe als Vorbild diente und in Richard Wagners Oper <em>Die Meistersinger von N\u00fcrnberg<\/em> verewigt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim weltlichen Lied reichte die Bandbreite der Formen im 16. Jahrhundert von Dichtung f\u00fcr f\u00fcrstliche H\u00f6fe und das B\u00fcrgertum bis hin zu Brauchtumsliedern, erotischen Schw\u00e4nken und Handwerker- und Landsknechtliedern. Form, Themen und Motive kn\u00fcpften hier h\u00e4ufig an sp\u00e4tmittelalterlichte Traditionen an. Ein Beispiel einer Sammlung von \u00e4lteren \u00dcberlieferungen, kunstvollen St\u00fccken und Volksliedgut ist die Kollektion <em>Frischer Teutscher Liedlein<\/em> (1539\u20131556) von dem Komponisten Georg Forster am Heidelberger Hof. Ab dem Beginn des 16. Jahrhunderts machten sich auch Einflusse aus Italien bemerkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Barock<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch Luther, den zunehmenden Einfluss der italienischen und franz\u00f6sischen Dichtung und den erneuten R\u00fcckgriff auf die lateinische Lyrik (Horaz) begann in der deutschen Barockzeit eine neue Tradition vielf\u00e4ltiger und formstrenger Gesellschaftslyrik. Mit seinem <em>Buch von der Deutschen Poeterey<\/em> schuf Martin Opitz 1624 ein Standardwerk \u00fcber die Formen deutscher Lyrik, das als Pl\u00e4doyer f\u00fcr wohlstrukturierte und formal strenge Lyrik entscheidenden Einfluss auf seine Zeit und die nachfolgenden Epochen hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Barockzeit bestand die Trennung zwischen geistlicher und weltlicher Lyrik weiter fort. Die Gedichte von Andreas Gryphius zeigen besonders anschaulich die zentralen Motive der weltlichen barocken Dichtung, das Vanitas-Motiv und damit verbunden das Motiv der Todessehnsucht, aber auch das hedonistische Carpe diem. Ein Exponent der weltlichen Dichtung ist neben Gryphius besonders Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, der als Hauptvertreter der <em>Galanten Poesie<\/em> gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr das protestantische Kirchenlied waren Johannes Heermann und Paul Gerhard die wichtigsten Vertreter, beide waren einer Tradition der Andacht und Erbauung verpflichtet. Gerhard ist auch heute unter anderem mit dem aus einem lateinischen Hymnus umgesetzten Lied <em>O Haupt voll Blut und Wunden<\/em> sowie durch seine volkst\u00fcmlichen Lieder <em>Befiehl du deine Wege<\/em> oder <em>Geh aus mein Herz und suche Freud<\/em> bekannt. Auf katholischer Seite ist als wichtiger Vertreter des Kirchenlieds Friedrich Spee zu nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben Spee und den protestantischen Lieddichtern darf noch eine weitere Tradition nicht vergessen werden, die der Mystik. Die (katholischen) Dichter dieser Richtung verbinden kunstvolle Formen mit religi\u00f6ser Thematik. Ziel der Dichtung ist hier nicht religi\u00f6se Andacht und Predigt an den Leser, sondern Ausdruck religi\u00f6ser Begeisterung mit kunstvollen Mitteln und neuplatonisch gepr\u00e4gte Naturspekulation. Zu den wichtigsten Vertretern dieser Literaturrichtung z\u00e4hlen unter anderem Jacob B\u00f6hme und Angelus Silesius. Weiterentwicklungen der Barockmystik findet man bei der \u00f6sterreichischen Dichterin Catharina Regina von Greiffenberg, die mit eigenwilligen Wortsch\u00f6pfungen wie <em>M\u00fch-Erg\u00f6tzungs-Zeit<\/em> ihre g\u00f6ttliche Inspiration darzustellen versuchte, und bei Quirinus Kuhlmann, ein religi\u00f6ser Fanatiker, der in seiner Dichtung unter anderem mit Paradoxien und Hyperbeln die Formgesetze der Lyrik ganz zu sprengen sucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">18. Jahrhundert<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Aufkommen des Pietismus erhielt die geistliche Lyrik zu Beginn des 18. Jahrhunderts eine individuellere Pr\u00e4gung. Besonders die Lieder von Gerhard Tersteegen sind Ausdruck dieser Entwicklung. Friedrich Gottlieb Klopstock und Matthias Claudius gelten mit ihrer Naturlyrik als Vorbereiter des <em>Sturm und Drang<\/em>s. Im <em>Sturm und Drang<\/em> wurden die sozialrevolution\u00e4ren Impulse der Aufkl\u00e4rung aufgenommen, dem Gemeinschafts- und Vernunftgedanken aber zugleich der Primat des subjektiven Gef\u00fchls gegen\u00fcbergestellt. Heute noch bekanntester Vertreter dieser Epoche war der junge Johann Wolfgang von Goethe, dessen Gedichte Prometheus und Ganymed als programmatisch gelten, ferner die fr\u00fchen Werke von Friedrich von Schiller.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Weimarer Klassik<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den 1780er Jahren vollzog sich der \u00dcbergang vom <em>Sturm und Drang<\/em> zur <em>Klassik<\/em>, deren Lyrik sich durch strengere formale Regeln und eine st\u00e4rkere Orientierung an gesellschaftlichen Idealen auszeichnet. Wie dem zeitgleichen Klassizismus in der bildenden Kunst, diente der Weimarer Klassik besonders die Griechische Klassik inhaltlich und formal als Bezugswelt. Johann Wolfgang von Goethes Gedichtzyklus West-\u00f6stlicher Diwan und Friedrich Schillers Balladen Die G\u00f6tter Griechenlands, Die B\u00fcrgschaft und Das Lied von der Glocke z\u00e4hlen zu den H\u00f6hepunkten klassischer deutschsprachiger Lyrik. Ein weiterer bedeutender Klassiker ist Friedrich H\u00f6lderlin.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Romantik<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter den Philologen der Romantik ist besonders August Wilhelm von Schlegel hervorzuheben, der sich intensiv mit Lyrik befasste. Die fr\u00fchromantische Lyrik ist vor allem von Novalis gepr\u00e4gt, dessen Gedichtzyklus <em>Hymnen an die Nacht<\/em> zu den Hauptwerken der Epoche z\u00e4hlt. Sein Romanfragment <em>Heinrich von Ofterdingen<\/em> enth\u00e4lt eine besondere Vielfalt verschiedenartiger Gedichte, die von volksliedhaften Dichtungen bis zu hochkomplexer philosophischer und mystischer Lyrik reicht, darunter auch das f\u00fcr die Romantik programmatische Gedicht <em>Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren<\/em>. Der Roman ist ein prominentes Beispiel f\u00fcr die in der Romantik geforderte Vermischung der literarischen Gattungen. Die Romantik forderte auch ein R\u00fcckkehr zu religi\u00f6sen Themen, was sich etwa in Novalis&#8216; <em>Geistlichen Liedern<\/em> niederschl\u00e4gt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bedeutende Dichter der Hoch- und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sp%C3%A4tromantik\">Sp\u00e4tromantik<\/a> sind Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff, Ludwig Uhland und Theodor K\u00f6rner. Die romantische Lyrik zeichnet sich durch eine metaphorische Naturlyrik aus, die h\u00e4ufig auf die Verwischung von Innen- und Au\u00dfenwelt des Menschen abzielt. Zahlreiche Gedichte dieser Zeit haben einen melancholischen Grundton und verbinden Motive wie Wanderschaft, Heimweh, Sehnsucht (oft Todessehnsucht) und Weltschmerz. Der Weltschmerz findet sich als pr\u00e4gendes Motiv besonders bei Nikolaus Lenau (<em>Schilflieder<\/em>), Wilhelm M\u00fcller (<em>Winterreise<\/em>), sowie in Georg Philipp Schmidt von L\u00fcbecks Gedicht <em>Des Fremdlings Abendlied<\/em>. Immer wieder wird auch die sch\u00f6pferische Kraft der Phantasie beschworen, beispielsweise in Eichendorffs <em>W\u00fcnschelrute<\/em>. In der Romantik wurde die von Goethe und Schiller initiierte Tradition der Ballade weitergef\u00fchrt, etwa von Brentano (<em>Lore Lay<\/em>) und Uhland (<em>Des S\u00e4ngers Fluch<\/em>). Auch die bei Goethe und Johann Gottfried Herder einsetzende Begeisterung f\u00fcr volkst\u00fcmliches Liedgut setzte sich in der Romantik fort. Dies \u00e4u\u00dferte sich zum einen in Volksliedersammlungen, wie etwa <em>Des Knaben Wunderhorn<\/em> von Clemens Brentano und Achim von Arnim. Zum anderen versuchten Dichter wie Joseph von Eichendorff den volksliedhaften Stil mit dem der \u201ehohen\u201c Lyrik zu verbinden. Andere, wie Ernst Ansch\u00fctz, imitierten den Stil der Volkslieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine untergeordnete Rolle spielte die politische Lyrik. Die Besetzung Deutschlands durch Napoleon w\u00e4hrend der Koalitionskriege f\u00fchrte aber zu einer engagierten deutschnationalen Lyrik, besonders bei Theodor K\u00f6rner und Ernst Moritz Arndt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Biedermeier<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lyrik des Biedermeier, der zum Teil als Str\u00f6mung der Sp\u00e4tromantik gedeutet wird, ist von idyllischer Naturlyrik und von Dinggedichten gepr\u00e4gt. Die Hinwendung zum Kleinr\u00e4umigen und Privaten ist ein weiteres Merkmal der Lyrik dieser Epoche. Wichtige Vertreter sind Eduard M\u00f6rike (<em>Er i<\/em><em>s<\/em><em>t&#8217;s<\/em>), August von Platen, Friedrich R\u00fcckert, Nikolaus Lenau und \u2013 zugleich als Wegbereiterin des Realismus \u2013 Annette von Droste-H\u00fclshoff.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Vorm\u00e4rz und Realismus<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der deutsche Vorm\u00e4rz war gepr\u00e4gt von zunehmenden sozial- und systemkritischen T\u00f6nen und dem Engagement f\u00fcr eine einheitliche deutsche Nation. Ein herausragender sozialkritisch-politischer Lyriker dieser Zeit war Heinrich Heine, der u. a. das wirkm\u00e4chtige Gedicht <em>Die schlesischen Weber<\/em> und den Zyklus <em>Deutschland. Ein Winterm\u00e4rchen<\/em> schrieb. Daneben schuf Heine auch Liebeslyrik im Stil der Romantik. Weitere wichtige Dichter waren Georg Herwegh, Verfasser u. a. des Bundeslieds, Georg Weerth, Ferdinand Freiligrath und August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der poetische Realismus strebte eine durch Kunst veredelte Darstellung der Wirklichkeit an. Vertreter dieser Epoche waren die Lyriker Franz Grillparzer, Theodor Storm, Conrad Ferdinand Meyer und Gottfried Keller.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">Moderne<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Versuche, den Begriff Moderne f\u00fcr den Bereich der Dichtung auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen \u2013 etwa Dissidenz der Autoren zur Tradition (in Hinblick etwa auf die Art des poetischen Sprechens und das dichterische Selbstverst\u00e4ndnis), erweiterte Motivik, technische Innovation, Wertepluralismus und Internationalismus \u2013 bleiben stets vorl\u00e4ufig und treffen nicht in jedem Fall auf gleiche Weise zu. Auch hinsichtlich der Markierung bzw. Festlegung des Beginns der Moderne in der deutschen Lyrik existieren verschiedene, teils konkurrierende Konzepte. Au\u00dfer Frage steht, dass sich die entsprechende Entwicklung nicht nur im eigenen Sprachraum, sondern auch unter dem Einfluss fremdsprachlicher Dichtungen vollzogen hat; wichtige Impulse gaben u. a. die \u00dcbersetzung Walt Whitmans durch Ferdinand Freiligrath, \u00dcbertragungen von Dante und Shakespeare und sp\u00e4ter verschiedene Versuche, Charles Baudelaire und Paul Verlaine ins Deutsche zu bringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein m\u00f6glicher und vielgenannter Einsatzpunkt der Moderne in der deutschsprachigen Dichtung ist der 1902 erschienene <em>Chandos-Brief<\/em> Hugo von Hofmannsthals, der darin erstmals ein grunds\u00e4tzliches Misstrauen an der Vermittlungsf\u00e4higkeit der Sprache formuliert. Die Frage nach dem Verh\u00e4ltnis von Sprache, Wahrnehmung und Welt begleitet die Lyrik von nun an verst\u00e4rkt und schl\u00e4gt sich in poetologischen Texten nieder. Neben dem Versuch, Moderne \u00fcber Ver\u00e4nderungen in der Schreibhaltung ihrer Autoren zu datieren, ist auch eine Bestimmung anhand formaler und thematischer Ver\u00e4nderungen der Texte m\u00f6glich: So verzichteten die Dichter des Friedrichshagener Dichterkreises (etwa Richard Dehmel) bereits vor der Jahrhundertwende auf liedhafte Mittel wie Refrain und Reim, versuchte die Gruppe um Arno Holz, durch eine Abkehr von g\u00e4ngigen Formen gesellschaftliche Milieus naturalistisch oder impressionistisch wiederzugeben \u2013 diese Ans\u00e4tze wurden mit der Fokussierung auf Metrik und Klang in der Lyrik des Symbolismus (zu der mit Theodor D\u00e4ubler auch ein wichtiger Anreger der Expressionisten geh\u00f6rte) allerdings teilweise wieder zur\u00fcckgenommen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang au\u00dferdem Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke und die \u00e4sthetizistischen Dichter um Stefan George, die sich um sprachliche und gedankliche Verfeinerung des Gedichtes bem\u00fchten. Sie initiierten u. a. die Reflexion \u00fcber Texte in einer Metaphorik von Textur und Gewebe, die den Diskurs des gesamten 20. Jahrhunderts durchzieht. Zeitgleich bringen Dichter wie Christian Morgenstern und Eugen Roth mit absurdem Sprachwitz Lyrik und Variet\u00e9 zusammen. Lyriker der Neuromantik wie Hermann Hesse oder Ricarda Huch wenden sich magischen und mythologischen Themenkreisen zu.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zeitraum Erster Weltkrieg<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als eine Avantgardebewegung der Moderne greift der Expressionismus neue Erfahrungen und Motive auf: Erster Weltkrieg, Gro\u00dfstadtleben, Ekstase, Industrialisierung und Erneuerung des Menschen. Den Zusammenhalt der mit dieser Bewegung verbundenen Lyriker stiften in erster Linie gemeinsame Publikationsorgane wie die Zeitschrift <em>Die Aktion<\/em> von Franz Pfemfert, die Anthologie <em>Menschheitsd\u00e4mmerung<\/em> von Kurt Pinthus u. a., weniger einheitliche Anliegen. Jakob van Hoddis und Alfred Lichtenstein wirken \u00fcber ihren Simultanstil, Georg Trakl und Else Lasker-Sch\u00fcler akzentuieren symbolistische Strategien. Gottfried Benn entwickelt neue Formen lyrischer Inszenierung, Johannes R. Becher und August Stramm experimentieren mit Realismuskonzepten.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">1920er Jahre<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Parallel zu den europ\u00e4ischen Avantgarden wie Suprematismus, Akmeismus und Futurismus, die in Deutschland nur randst\u00e4ndig rezipiert werden (etwa der italienische Futurismus durch Alfred D\u00f6blin), entstehen im deutschsprachigen Raum verschiedene literarische und literatur\u00fcberschreitende Bewegungen, die heute unter dem Begriff Dadaismus zusammengefasst werden (<em>Cabaret Voltaire<\/em> in Z\u00fcrich, <em>Merz<\/em> in Hannover u.\u00a0a.). Deren Protagonisten Hans Arp, Hugo Ball, Richard Huelsenbeck, Raoul Hausmann, Kurt Schwitters, Tristan Tzara u.\u00a0a. zielen mit ihren Texte und Aktionen vor allem auf eine Befreiung der Sprache, von der Syntax bis hin zum einzelnen Laut. Gemeinsam haben diese Bewegungen, dass sie das sprachliche Zeichen in seinem Eigenwert erkennen und phonetische, morphologische sowie graphematische Aspekte der Sprache in Hinblick auf deren Wirkung auf die Semantik erforschen und \u2013 wie Kurt Schwitters \u2013 eine Musikalisierung der Sprache betreiben. Ein besonderer Fokus richtet sich auf die Typographie; es entsteht die Collage als k\u00fcnstlerisches Ausdrucksmittel. Die Lyrik der Neuen Sachlichkeit grenzt sich von Expressionismus und \u00c4sthetizismus durch betonte N\u00fcchternheit ab und betont den Gebrauchswert der Verse, die unterhaltsam und verst\u00e4ndlich sein sollen; wichtige Vertreter dieser Richtung sind so unterschiedliche Dichter wie Bertolt Brecht, Mascha Kal\u00e9ko, Erich K\u00e4stner, Joachim Ringelnatz und Kurt Tucholsky. Rundfunk, Journale und Kabarett werden zu wichtigen Plattformen f\u00fcr Gedichte; eine starke Politisierung findet statt. Eine andere Entwicklung nimmt die deutschsprachige Lyrik au\u00dferhalb Deutschlands in der Bukowina: Hier verschmelzen Ans\u00e4tze des \u00f6sterreichisch-ungarischen Symbolismus mit Verfahren des Surrealismus und solchen, die an den Expressionismus erinnern; vor allem Rose Ausl\u00e4nder und Paul Celan machen diese Literatur sp\u00e4ter in Deutschland bekannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Lyrik im Nationalsozialismus<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Zerschlagung der parlamentarischen Demokratie und dem Verbot so genannter \u201eentarteter Kunst\u201c durch die Nationalsozialisten wird ab 1933 die Entfaltung und Publikation der avantgardistischen Str\u00f6mungen moderner Lyrik im Deutschen Reich unterbrochen, in \u00d6sterreich mit dem Anschluss der Republik ans Deutsche Reich ab 1938. W\u00e4hrend sich Gottfried Benn und andere anfangs offen zum NS-Regime bekennen, das eine Dichtung der \u201eBlut-und-Boden-Ideologie\u201c bef\u00f6rdert, fliehen zahlreiche Lyriker (u. a. Hilde Domin, Else Lasker-Sch\u00fcler, Nelly Sachs) vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ins <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Exil\">Exil<\/a> und engagieren sich zum Teil auch mit ihrer Lyrik gegen den Faschismus (u. a. Bertolt Brecht, Erich Arendt, Stephan Hermlin). Wer in Deutschland bleibt, ist auf den R\u00fcckgriff auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Klassik_(Literatur)\">klassisch<\/a>-romantischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kanon_(Literatur)\">Kanon<\/a> und insbesondere liedhafte Lyrik verwiesen. Nur selten entstehen unter diesen Bedingungen Texte, die \u00fcber die NS-Zeit hinaus Bestand haben, wie einzelne Gedichte des Faschisten Josef Weinheber oder Jochen Kleppers \u201eDie Nacht ist vorgedrungen\u201c. Lyrikern wie Wilhelm Lehmann, Oskar Loerke und Gertrud Kolmar gelingt es durch den R\u00fcckzug ins Private und unpolitische Sujets, Bestandteile des modernen Formenkanons in ihrer Lyrik zu erhalten. Die Lyrik dieser Jahre kann nicht ohne Verbindung zur gesellschaftlichen Situation verstanden werden; selbst Gedichte in der klassischen und neuromantischen Tradition haben eine politische Dimension, insofern sie sich den Zumutungen ihrer Zeit nicht stellen bzw. sie ignorieren. Der Begriff der <em>inneren Emigration<\/em>, der u.\u00a0a. auch in Bezug auf diese Dichtung Verwendung findet, ist allerdings nicht in jedem Fall gleicherma\u00dfen zutreffend; Georg Maurer, G\u00fcnter Eich und Johannes Bobrowski beginnen unter diesen Bedingungen mit dem Schreiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Nach dem Zweiten Weltkrieg<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs ist ein nahtloses Ankn\u00fcpfen an die in der Weimarer Republik abgebrochenen literarischen Traditionslinien f\u00fcr die meisten Autoren undenkbar. Mittels Sprachverknappung und Fokus auf die Nachkriegsrealit\u00e4t will die sog. Kahlschlagliteratur neue Wege aufzeigen (u.\u00a0a. G\u00fcnter Eich und Wolfgang Weyrauch). In der Rezeption spielt die Gruppe 47 (mit u.\u00a0a. Ingeborg Bachmann, G\u00fcnter Grass) eine wichtige Rolle. Die internationalen Bewegungen des Surrealismus und Dadaismus sowie der russische Akmeismus werden (teils versp\u00e4tet) aufgenommen, Friedrich H\u00f6lderlins sp\u00e4te Lyrik wird in ihrer Bedeutung erkannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der DDR versuchen zahlreiche Lyriker von staatlicher \u00dcberwachung und Zensur unabh\u00e4ngig zu bleiben. Die Lyrik ist einerseits von staatlich gest\u00fctzten Dichtern wie Johannes R. Becher und Louis F\u00fcrnberg gepr\u00e4gt, die sich f\u00fcr eine thematisch-politische Neuausrichtung der Literatur im Anschluss an die deutsche Klassik und den b\u00fcrgerlichen Realismus einsetzen, andererseits beziehen sich Dichter wie Peter Hacks oder der junge Heiner M\u00fcller, deren Werk ebenfalls auf politische Ver\u00e4nderung zielt, eher auf Bertolt Brecht, der, wie auf andere Weise auch Erich Arendt, Johannes Bobrowski und Peter Huchel, in seiner Dichtung an die internationale Moderne ankn\u00fcpft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angeregt durch Sprechakttheorie, Sprachphilosophie und Linguistik der 1950er und 60er Jahre entsteht durch akustisches und visuelles Neuarrangement des Sprachmaterials die Konkrete Poesie (u.\u00a0a. Eugen Gomringer, Helmut Hei\u00dfenb\u00fcttel, Ernst Jandl, Franz Mon, tlw. Carlfriedrich Claus). Wichtige Einfl\u00fcsse sind hier der sp\u00e4te Ludwig Wittgenstein und die Kybernetik John von Neumanns. In \u00d6sterreich bildet sich um 1954 die Wiener Gruppe um Friedrich Achleitner, Konrad Bayer, Gerhard R\u00fchm und Oswald Wiener, mit einem besonderen Fokus auf die \u00dcbernahme von Verfahren und Prinzipien der zeitgen\u00f6ssischen Musik, z.\u00a0B. Serialit\u00e4t. Mit H.C. Artmann findet die Mundartdichtung Anschluss an die Moderne.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zeitraum ab ca. 1960<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor dem Hintergrund von Vietnamkrieg und Studentenprotesten entstehen in der Bundesrepublik gesellschaftskritische Gedichte. Schreiben wird teils als gesellschaftlicher Prozess verstanden, die \u00d6ffentlichkeit soll f\u00fcr die Lyrik wiedergewonnen werden (Erich Fried, Peter R\u00fchmkorf). Versuche, wieder zu einer poetischen Sprache zu finden, ohne den gesellschaftlichen Bezug aufzugeben, indem k\u00fcnstlerisch das Gewicht auf ihren materialen Aspekt gelegt wird, verbinden sich vor allem mit dem Werk von Paul Celan.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil zahlreiche Str\u00f6mungen der Moderne durch die offizielle Kulturpolitik als \u201eformalistisch\u201c abgelehnt werden, bleiben den Schriftstellern in der DDR nur wenige Ankn\u00fcpfungspunkte, wollen sie \u00f6ffentlich ihre Anliegen darstellen. Diese Rolle spielen vor allem die kommunistisch ausgerichteten Werke von Bertolt Brecht, Erich Arendt, des Romanisten Viktor Klemperer, des Philosophen Ernst Bloch und sp\u00e4ter Walter Benjamin. An diesen literarischen Programmen orientieren sich auch u. a. Stephan Hermlin, Franz F\u00fchmann, Johannes Bobrowski, Heiner M\u00fcller, Wolfgang Hilbig und Uwe Gre\u00dfmann, aber auch Wolf Biermann und Reiner Kunze. Die Dichter der S\u00e4chsischen Dichterschule um den In Leipzig lehrenden Georg Maurer wenden tradierte Formen auf zeitgen\u00f6ssische Arten und Weisen poetischen Sprechens an, um die kontr\u00e4ren Anspr\u00fcche klassischer Werkgestaltung und der Moderne in einer \u201eGemeinschaft der Verst\u00e4ndigen\u201c zusammenzuf\u00fchren (Karl Mickel, Volker Braun, Sarah und Rainer Kirsch, in den 1980er Jahren auch Thomas Rosenl\u00f6cher). Die Zensur lockert sich phasenweise und wird zusehends informell, im Vorfeld ausge\u00fcbt. Gegenkulturelle Bewegungen entstehen (die K\u00fcnstlergruppe Clara Mosch mit Carlfriedrich Claus).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im deutschsprachigen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Rum%C3%A4nien\">Rum\u00e4nien<\/a> sind die staatlichen Repressionen einerseits sch\u00e4rfer als in der DDR, andererseits schafft die geringere Bedeutung der deutschen Sprache in diesem Land auch Freir\u00e4ume. Ein Ankn\u00fcpfen der Lyrik besonders an die \u00f6sterreich-ungarischen Traditionen der Moderne ist in gewissem Ma\u00dfe m\u00f6glich. Die Gedichte von Georg Hoprich, Immanuel Wei\u00dfglas oder des fr\u00fchen Oskar Pastior, Franz Hodjak, Anemone Latzina oder Gerhard Eike sodann die nachfolgende Generation, wie Richard Wagner, Rolf Bossert, Werner S\u00f6llner, Horst Samson, Herta M\u00fcller, Klaus Hensel stehen f\u00fcr eine Literatur, die auf Grund ihres Hintergrunds h\u00e4ufig in einem verengenden politischen Fokus wahrgenommen wird, was ihre Rezeption in Deutschland teilweise beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1965 fordert Walter H\u00f6llerer in seinen <em>Thesen zum langen Gedicht<\/em> die Abkehr vom feierlichen Ton, 1968 proklamiert Hans Magnus Enzensberger eine Poesie der Schlichtheit mit alltagssprachlichen Elementen und verantwortet einflussreiche Anthologien und \u00dcbersetzungsprojekte, etwa das <em>Museum der modernen Poesie<\/em>. Nach 1968 empfinden die Dichter der Neuen Subjektivit\u00e4t das eigene Erleben als wesentlich f\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Welt; sie verzichten oft auf hergebrachte Kunstmittel und bem\u00fchen sich um eine schlichte Sprache (u.\u00a0a. Nicolas Born, Sarah Kirsch, Karin Kiwus, J\u00fcrgen Theobaldy, Thomas Brasch). Das Konzept des S\u00e4ngerpoeten wird durch die Liedermacherbewegung neu belebt, wichtige Vertreter sind poetologisch so verschiedene Autoren wie Wolf Biermann, Konstantin Wecker, Franz-Josef Degenhardt, Ludwig Hirsch und Georg Kreisler. Rolf Dieter Brinkmann bringt durch seine \u00dcbersetzungen den Einfluss US-amerikanischer pop-literarischer Str\u00f6mungen nach Deutschland; K\u00fcrze und Konzentration gewinnen an Bedeutung. Als Dichter schlie\u00dft Brinkmann an Verfahren der zeitgen\u00f6ssischen bildenden Kunst wie der Pop-Art und der Fluxus-Bewegung an. Neue theatrale Formen und multimediale Ans\u00e4tze wie der Literaturclip entstehen (A. J. Weigoni, Frank Michaelis).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zeitraum ab ca. 1980<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts atomarer Bedrohung, Umweltzerst\u00f6rung und einer von Massenmedien bestimmten \u00f6ffentlichen Meinung entsteht eine vielstimmige Literatur der Utopielosigkeit. In der Lyrik zeigt sich dies in der Abkehr von gro\u00dfen Themen bei Karl Krolow, Michael Kr\u00fcger u.\u00a0a., im Rekurs auf historische Formen bei Autoren wie Robert Gernhardt und Ulla Hahn, in der sich diesen Tendenzen widersetzenden Reinszenierung des hohen Tons bei Gerhard Falkner sowie in radikaler Subjektivierung und Montagestil, z.\u00a0B. bei Friederike Mayr\u00f6cker, Elke Erb und Thomas Kling. Reinhard Priessnitz gelingt es, avancierte experimentelle Schreibweisen mit Aspekten unmittelbarer Erfahrung zu verbinden. Wie in anderen osteurop\u00e4ischen Staaten entwickeln sich auch unter den politischen Verh\u00e4ltnissen der DDR verschiedene Szenen von halb- und inoffizieller literarischer Gegenkultur, die die staatliche Zensur mit eigenen Publikationsformen und Distributionswegen unterlaufen, teilweise allerdings selbst von staatlicher \u00dcberwachung unterlaufen und \u201egespalten\u201c werden. Der entsprechende Samisdat formuliert seine Gegenposition zur geforderten politischen Haltung in erster Linie durch alternative (\u201esubversive\u201c) literarische Verfahren und k\u00fcnstlerische Verhaltensweisen, inhaltliche Kritik wird h\u00e4ufig implizit vermittelt. Besondere Bedeutung hat diese Szene in Ostberlin (Bert Papenfu\u00df-Gorek, Jan Faktor, Uwe Kolbe u.\u00a0a.); sie geht nicht zuletzt auch auf das Vorbild und vermittelnde Wirken Adolf Endlers zur\u00fcck, der sein Schreiben nach Anf\u00e4ngen im Umkreis der S\u00e4chsischen Dichterschule in den achtziger Jahren radikalisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Bielefelder Kolloquium Neue Poesie versammelt Vertreter der Konkreten Poesie in den Jahren von 1978 bis 2003. Dort wird auch systematisch an der computergest\u00fctzten Textgenese (Max Bense) experimentiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Protagonisten der rum\u00e4niendeutschen Lyrik siedeln nach und nach in die Bundesrepublik \u00fcber, die entsprechende Literatur in Rum\u00e4nien kommt damit fast ganz zum Erliegen. Die Rezeptionshemmnisse bleiben jedoch oft bestehen. Mit Ausnahme der Werke von Oskar Pastior und der sp\u00e4teren Nobelpreistr\u00e4gerin Herta M\u00fcller f\u00fchrt diese Lyrik eher ein Nischendasein innerhalb der deutschen Literatur (Franz Hodjak, Richard Wagner, Rolf Bossert, Werner S\u00f6llner, Horst Samson, Klaus Hensel, Johann Lippet).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der politischen Wende 1989 l\u00e4sst sich die Literaturentwicklung im deutschsprachigen Raum zunehmend weniger einheitlich beschreiben; das Feld der Lyrik zerf\u00e4llt immer st\u00e4rker in heterogene Szenen und Interessengebiete mit unterschiedlichen poetischen Paradigmen und Haltungen zum Gedicht. So entstehen in (zumindest urspr\u00fcnglich) gegenkulturell gepr\u00e4gten Milieus neue poetische Formen, wie Spoken Word (bzw. Slam-Poetry) (Bas B\u00f6ttcher, Michael Lentz), die von der herk\u00f6mmlichen Rezeption nicht mehr abgedeckt werden und sowohl eigene Formate als auch neue Formen von Literaturbetrieb etablieren. Auf der anderen Seite entfernen sich Autoren wie Franz Josef Czernin oder Urs Allemann in der Fortschreibung radikalerer Moderne-Programme von allgemeiner Verst\u00e4ndlichkeit, ohne dass ihre Werke per se als unverst\u00e4ndlich (hermetisch) konzipiert w\u00e4ren. Vor allem j\u00fcngere Autoren arbeiten verst\u00e4rkt mit (der Postmoderne verbundenen, oft aber historisch weiter zur\u00fcckreichenden) Verfahren wie Stilmix, Einbezug von Fachsprachen und popkultureller Multilingualit\u00e4t (u.\u00a0a. Ulrike Draesner, Thomas Kling, Barbara K\u00f6hler, Durs Gr\u00fcnbein, Brigitte Oleschinski, Bert Papenfu\u00df-Gorek, Raoul Schrott).<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Zeitraum ab circa 2000<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben den ma\u00dfgeblichen Lyrikern der 1980er und 1990er Jahre, die weiterhin publizieren (Thomas Kling, der wohl wirkm\u00e4chtigste Fortschreiber und Vermittler der Avantgarden, verstirbt fr\u00fchzeitig 2005), treten Anfang des neuen Jahrhunderts verst\u00e4rkt j\u00fcngere Autoren in Erscheinung, von denen einige (aus heutiger, vorl\u00e4ufiger Sicht) gro\u00dfen Einfluss auf die zeitgen\u00f6ssische deutschsprachige Lyrik haben (Jan Wagner, Bj\u00f6rn Kuhligk, Monika Rinck, Marion Poschmann, Ann Cotten, Anja Utler, Steffen Popp, Uljana Wolf u.\u00a0a.). Die rasche und vielf\u00e4ltige Entwicklung dieser und der nachfolgenden Generation von Dichtern verdankt sich nicht zuletzt auch neuen technischen M\u00f6glichkeiten der Rechen- und Drucktechnik, die die Gr\u00fcndung professioneller Kleinverlage und deren Partizipation am Buchhandel seit Anfang der 2000er Jahre bef\u00f6rderte und die Abh\u00e4ngigkeit gerade junger Autoren von den \u00e4sthetischen Vorstellungen und Programmkapazit\u00e4ten etablierter Verlage verringerte. Die Generation der nach 1980 Geborenen organisiert sich zudem in hohem Ma\u00dfe im Internet (Kommunikation, Vernetzung, Marketing), wobei dies die klassische Publikation in Buchform bislang nicht ersetzt, sie lediglich vorbereitet und begleitet. Welche dieser Autoren die deutschsprachige Lyrik beeinflussen werden, ist naturgem\u00e4\u00df noch nicht absehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #999999;\">Empirische Verankerung in der Gegenwart<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Lyriker und Publizist Hans Magnus Enzensberger sch\u00e4tzte 1989 die Zahl der Personen, \u201edie einen neuen, einigerma\u00dfen anspruchsvollen Gedichtband in die Hand nehmen\u201c, auf <em>\u00b11354<\/em> (sp\u00e4ter scherzhaft als \u201eEnzensberger&#8217;sche Konstante\u201c bezeichnet) \u2013 eine (in dieser Exaktheit nat\u00fcrlich fiktive) Zahl, die im Laufe des 20. Jh. weitgehend konstant geblieben sei und vermutlich zu keiner Zeit wesentlich h\u00f6her gelegen haben d\u00fcrfte \u2013 eine Ausnahme bilden Lyrikpublikationen in der DDR (und in anderen sozialistischen Staaten) zwischen 1950 und 1989, deren Auflagen leicht sechsstellige H\u00f6hen erreichten und auch in diesen Mengen gelesen wurden, etwa Werke von Volker Braun oder Sarah Kirsch (die meistverkauften Gedichte dieser Zeit waren von Eva Strittmatter). Von einigen gro\u00dfen Verlagen abgesehen, die traditionell Lyriktitel im Programm haben, sind es bis heute in erster Linie Kleinverlage, die f\u00fcr rund 3.000 Neuerscheinungen pro Jahr sorgen. Neben den f\u00fcr Lyrik traditionell wichtigen gro\u00dfen Verlagen wie Suhrkamp Verlag und Hanser Verlag und mittelgro\u00dfen Verlagen wie Sch\u00f6ffling &amp; Co. tragen das Gros der Publikationen kleine Verlage wie Urs Engeler Editor und in dessen Nachfolge roughbooks, Kookbooks, Edition Korrespondenzen, Verlagshaus Berlin, die Edition Das Labor oder der Verlag Peter Engstler; dar\u00fcber hinaus gibt es zahlreiche weitere kleine und kleinste Verlage mit explizitem Schwerpunkt auf Lyrik und tlw. umfangreichen Programmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies ist nur eine unvollst\u00e4ndige Liste, die Redaktion bem\u00fcht sich weiteres im KUNO-Online-Archiv nachzutragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">* * *<\/p>\n<div id=\"attachment_44595\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-image-44595 size-medium\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung_1505748323-1.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-44595\" class=\"wp-caption-text\">Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrend<\/strong> <strong>\u2192<\/strong> Poesie z\u00e4hlt f\u00fcr KUNO zu den identit\u00e4ts- und identifikationstiftenden Elementen der Kultur, dies bezeugt der Versuch einer <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=25630\">poetologischen Positionsbestimmung<\/a>. Um den Widerstand gegen die gepolsterte Gegenwartslyrik ein wenig anzufachen schickte <span data-offset-key=\"d96ve-1-0\">Wolfgang Schlott<\/span><span data-offset-key=\"d96ve-2-0\"> dieses\u00a0 post-dadaistische <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2016\/02\/03\/handwerkliche-anleitungen-zur-ueberwindung-von-schreibblockaden\/\">Manifest<\/a>. Warum<\/span> Lyrik wieder in die Zeitungen geh\u00f6rt <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/10\/07\/der-dichtung-eine-bresche-schlagen\/\">begr\u00fcndete<\/a> Walther Stonet, diese Forderung hat nichts an Aktualit\u00e4t verloren. Lesen Sie auch Maximilian Zanders <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=5418\">Essay <\/a>\u00fcber Lyrik und ein R\u00fcckblick auf den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2014\/01\/08\/lyrik-katalog-bundesrepublik\/\"><em>Lyrik-Katalog Bundesrepublik<\/em><\/a>, sowie einen Essay \u00fcber den <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/12\/26\/lauschender-leser-und-redender-schreiber-2\/\">Lyrikvermittler<\/a> Theo Breuer. KUNO sch\u00e4tzt den minuti\u00f6sen Selbstinszenierungsprozess des lyrischen Dichter-Ichs von Ulrich Bergmann in der Reihe <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=27947\">Keine Bojen auf hoher See, nur Sterne \u2026 und Schwerkraft. Gedanken \u00fcber das lyrische Schreiben<\/a>. Lesen Sie ein <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=22835\">Portr\u00e4t <\/a>\u00fcber die interdisziplin\u00e4re T\u00e4tigkeit von Angelika Janz, sowie einen <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=29450\">Essay<\/a> der <em>Fragmenttexterin.<\/em> Ein Portr\u00e4t von Sophie Reyer findet sich\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2013\/10\/08\/von-sappho-zu-sophie\/\">hier<\/a>, ein Essay fasst das transmediale Projekt<em> \u201e<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2021\/04\/14\/bi-textualitaet\/\">Wortspielhalle<\/a>\u201c <\/em>zusammen<em>. <\/em>Auf KUNO lesen Sie u.a. Rezensionsessays von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/06\/17\/beschwoerungszauber\/\">Holger Benkel<\/a> \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15175\">Andr\u00e9 Schinkel<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/11\/12\/mit-deutschen-untertiteln\/\">Ralph Pordzik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2018\/12\/20\/wohnraeume-der-poesie\/\">Friederike Mayr\u00f6cker<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/19\/welten-gegenwelten\/\">Werner Weimar-Mazur<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/06\/26\/wohnraeume-der-poesie-2\/\">Peter Engstler<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=15177\">Birgitt Lieberwirth<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2019\/08\/17\/der-grill-auf-der-hauswiese-der-welt\/\">Linda Vilhj\u00e1lmsd\u00f3ttir<\/a>, und <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/09\/17\/rettungsversuche-der-literatur-im-digitalen-raum\/\">A.J. Weigoni<\/a>. Lesenswert auch die <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/05\/16\/verseschmied-und-lyrikfischer\/\">Gratulation<\/a> von Axel Kutsch durch Markus Peters zum 75. Geburtstag. Nicht zu vergessen eine Empfehlung der kristallklaren Lyrik von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2020\/01\/19\/die-lyrikerin-ines-hagemeyer\/\">Ines Hagemeyer<\/a>. Diese Betrachtungen versammeln sich in der Tradition von <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2000\/04\/04\/vauo\/\">V.O. Stomps<\/a>, dem Klassiker des Andersseins, dem <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/09\/24\/erinnerungen\/\">Bottroper Literaturrocker<\/a> &#8222;Biby&#8220; Wintjes und Hadayatullah H\u00fcbsch, dem Urvater des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/06\/30\/wie-was-social-beat-ist-und-warum-und-warum-nicht\/\"><em>Social-Beat<\/em><\/a>, im KUNO-Online-Archiv. Wir empfehlen f\u00fcr Neulinge als Einstieg in das weite Feld der nonkonformistischen Literatur <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2001\/04\/01\/nonkonformistische-literatur\/\">diesem Hinweis<\/a> zu folgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorbemerkung der Redaktion: Die Lyrik ist eine der fr\u00fchen literarischen Formen. Wenn auch die fr\u00fchesten \u00fcberlieferten lyrischen Texte nicht als Gedichte im heutigen Sinne verstanden wurden \u2013 das Vorkommen von Reim bzw. Alliteration, einer Metrik oder eines sprachlichen Rhythmus gen\u00fcgt,&hellip;<\/p>\n<p class=\"more-link-p\"><a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/1995\/08\/06\/eine-kleine-geschichte-der-deutschsprachigen-lyrik\/\">Read more 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