{"id":102420,"date":"2004-12-31T16:55:23","date_gmt":"2004-12-31T15:55:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=102420"},"modified":"2022-03-27T17:03:35","modified_gmt":"2022-03-27T15:03:35","slug":"ankuenftigung-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2004\/12\/31\/ankuenftigung-2\/","title":{"rendered":"Ank\u00fcnftigung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\">Poetisches Denken ist unrentabel, Poesie kein Produkt, das f\u00fcr einen Markt erzeugt wird. Daher darf man von der Poesie nicht verlangen, dass sie sich selbst kapitalisiert oder im kapitalistischen Sinn Profit bringt. Im Gegenteil: Man muss sie davon befreien. Die Kunststiftung NRW f\u00f6rdert das Projekt &#8218;Dichterloh, ein Kompositum in vier Akten&#8216;.<\/p>\n<p>Was auf Anhieb verf\u00fchrt und besticht, ist seine Spreche: ihre Melodie, ihr Rhythmus, ihr weiter Atem. Als &#8222;Sprechsteller&#8220; bricht A.J. Weigoni die Sprache auf, dehnt sie ins Ger\u00e4uschhafte und treibt sie durch seine assoziative Fantasie ins Expressive. Dieser Lyriker lebt in osmotischer Beziehung zur Sprache, die er als etwas Lebendiges und T\u00f6dliches auffasst.<\/p>\n<p>Das Sprachmaterial, mit dem er Umgang pflegt, dringt selbstverst\u00e4ndlich durch die Membran, wobei die Transformationsprozesse, denen er es gleichzeitig unterzieht, besonders intensiv sind. Seine Lyrik lebt vom Paradox der raumschaffenden Verdichtung, nicht als Formspiel, sondern als formsprengende Lust an der Sprache. Es geht ihm in der Poesie prim\u00e4r um eine Haltung, die Haltung des Dichters und die der W\u00f6rter. Seine Gedichte leben von der Genauigkeit der Wahrnehmung, von der Macht der Evokation und der Suggestion.<\/p>\n<p>Als Denkfallensteller im Namen der Literatur bringt A.J. Weigoni seine desillusionierende Poesie mit allegorischer Sch\u00e4rfe zum Ausdruck. Seine Gedichte haben eine analytische Genauigkeit, die man sonst eher in Essays findet; hier werden Formen des Denkens und der Poesie zusammengef\u00fchrt. So entstehen Gedichte als transitorische Momente, blitzartige images und Augenblicksbilder der Erfahrung. Wie ein Arzt einen Brustkorb, so klopft Weigoni die Worte auf ihren Ideologiecharakter ab, lenkt den Blick in die existenziellen Tiefen der condition humaine. Die Sprache muss dann die Wahrheit ausspucken, ob sie will oder nicht.<\/p>\n<p>Die so genannten Neuen Medien sind ein genuiner Resonanzboden. Auch Weigoni weiss um die negative Qualifikation, die eintritt, wenn einer f\u00e4hig ist, in Unerkl\u00e4rlichkeiten zu sein, in Zweifeln, ohne dem \u00e4rgerlichen Ausstrecken nach Faktum und Vernunft. Er geht das subtile B\u00fcndnis von Wort und Ton ein und erweist sich als VerDichter, der die Sprache im K\u00f6rper verankert und sich vehement dagegen verwahrt, dass man seine lyrischen Konzentrate im Verstehensprozess wieder verd\u00fcnnen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<table style=\"height: 115px;\" width=\"650\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dichterloh<\/strong> erscheint 2005 in der LYRIKEDITION 2000\u00a0 und ist erh\u00e4ltlich \u00fcber: info(@)buchmedia.de<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Rezitation wird erschienen auf <strong>Gedichte<\/strong>, H\u00f6rbuch von A.J. Weigoni, Edition Das Labor, M\u00fclheim 2015 \u2013 Eine H\u00f6rprobe aus <em>Dichterloh<\/em> findet sich <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/dichterloh.htm\">hier<\/a>.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Dichterloh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-12679\" src=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Dichterloh.jpg\" alt=\"\" width=\"124\" height=\"191\" \/><\/a><strong>Weiterf\u00fchrend <\/strong><strong>\u2192<\/strong><strong>\u00a0<\/strong>Das H\u00f6rbuch\u00a0<em>Dichterloh<\/em>\u00a0ist im\u00a0<em>Schuber<\/em>\u00a0enthalten, einem Sammlerobjekt, jedes Titelbild ist ein Kunstwerk. KUNO fa\u00dft die\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/12\/10\/das-lyrische-gesamtwerk-fini\/\">Stimmen<\/a>\u00a0zu dieser verlegerischen Gro\u00dftat zusammen.\u00a0Im Rahmen der Publikation des lyrischen Gesamtwerks des <a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/01\/18\/das-gesamtwerk-des-sprechstellers\/\"><em>Sprechstellers<\/em><\/a> blickt\u00a0Ulrich Bergmann auf den Mittelteil der Trilogie\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/03\/18\/letternmusik-eine-partitur\/\">Letternmusik<\/a>,\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2015\/12\/09\/der-sprache-aufs-maul-schauen\/\">Schmauchspuren<\/a>\u00a0\u2013 eine Todeslitanei, und\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2017\/06\/18\/dichte-lohe-2\/\">Dichterloh<\/a>\u00a0\u2013 Kompositum in vier Akten, zur\u00fcck. \u00dcber den Sinn einer\u00a0Lesung,\u00a0eine\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/?p=28705\">Reflexion<\/a> von Weigoni.\u00a0Last but not least:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.editiondaslabor.de\/blog\/2005\/01\/18\/verdichtung-ueber-das-verfertigen-von-poesie\/\"><em>VerDichtung \u2013 \u00dcber das Verfertigen von Poesie<\/em><\/a>, ein Essay von A.J. Weigoni in dem er dichtungstheoretisch die poetologischen Grunds\u00e4tze seines Schaffens beschreibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Poetisches Denken ist unrentabel, Poesie kein Produkt, das f\u00fcr einen Markt erzeugt wird. Daher darf man von der Poesie nicht verlangen, dass sie sich selbst kapitalisiert oder im kapitalistischen Sinn Profit bringt. Im Gegenteil: Man muss sie davon befreien. 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